Disclaimer: Die handelnden Personen und die Orte an denen diese Geschichte spielt, sind das geistige Eigentum von Joanne K. Rowling. Ich beabsichtige nicht mit dieser Geschichte Geld zu verdienen, sie dient lediglich der Unterhaltung. Mir gehören nur Jane Baker, Nicole Smith, Sarah Smith, Sophie Evans, Lucy Potter und Samantha Lestrange sowie einige unbedeutende Nebencharaktere
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Im Schatten des Krieges
Kapitel 52
Neu
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Hermine erwachte am nächsten Morgen recht früh, aber weil sie nicht mehr einschlafen konnte beschloss sie schon aufzustehen. Sie zog sich an und machte es sich dann im Gemeinschaftsraum bequem.
Sie dachte an den gestrigen Abend und lächelte. Sie war froh, dass Ginny und Lucy jetzt auch in Hogwarts waren, dass machte für sie selbst viele Dinge einfacher, sie war nicht mehr mit den drei Jungen alleine und außerdem, egal wie oft sie alle sich immer stritten, irgendwie gehörten sie alle sechs zusammen.
Seit sie fünf gewesen war, seit damals als Sirius sie in London gerettet und zu sich genommen hatte, seit damals waren sie, Harry, Ron, Neville, Ginny und Lucy zu unzertrennlichen Freunden geworden. Und jetzt waren sie alle gemeinsam hier in Hogwarts. Auch wenn der Beginn des neuen Schuljahres überschattet wurde von dem schrecklichen Angriff auf den Hogwartsexpress.
Dumbledore hatte die Schüler gestern in seiner Rede noch einmal an den Angriff erinnert.
„Ich denke ihr alle kanntet jemanden, der Opfer dieses schrecklichen Angriffs wurde," hatte er gesagt, „fragt euch, ob es nötig war, dass diese unschuldigen Schüler starben. Fragt euch ob sie es verdient hatten zu sterben. Und wenn ihr eines Tages eine Entscheidung treffen müsst, wenn ihr entscheiden müsst zwischen dem was richtig und dem was einfach ist, erinnert euch an eure Klassenkameraden und fragt euch, ob ihr verantwortlich sein wollt, dass sie nie die Chance bekamen ihr Leben zu leben."
Hermine fragte sich, wie jemand, der Dumbledore einmal so reden gehört hatte allen ernstes noch bereit sein konnte, sich auf Voldemorts Seite zu stellen. Inzwischen war bereits etwas Zeit vergangen und die ersten Schüler kamen aus den Schlafsälen und gingen hinunter zum Frühstück. Auch Harry, Ron und Neville ließen nicht mehr lang auf sich warten.
„Waren Lucy und Ginny schon hier?" fragte Harry, der sich noch ein wenig verschlafen die Augen rieb.
„Nein, aber wir warten auf sie oder? Ohne unsere Hilfe finden die doch niemals den Weg in die große Halle."
„Na danke für dein Vertrauen in unseren Orientierungssinn," erklang Ginnys Stimme.
„Immer wieder gerne," antwortete Hermine und lächelte Ginny übertrieben freundlich zu.
„Ist die Halle wirklich so schwer zu finden?" fragte Lucy.
„Ja, wir haben uns am ersten Morgen total verlaufen, aber zum Glück haben die Zwillinge uns gefunden."
„Okay, vielleicht sollten wir doch mit euch gehen," meinte Lucy.
Gemeinsam mit den vier älteren machten sich Ginny und Lucy auf den Weg in die große Halle. Sie hatten gerade begonnen zu Frühstücken, als Professor McGonagall begann die Stundenpläne auszuteilen. Kaum hatten die vier Zweitklässler einen Blick auf den Stundenplan geworfen, als sie auch schon aufseufzten.
„Das fängt ja gut an," murmelte Neville.
„Wunderbar."
„Zaubertränke am Morgen, bringt Kummer und Sorgen," meinte Ron missgelaunt.
„Was habt ihr?" fragte Neville.
„Kräuterkunde."
„Das ist eigentlich nicht übel," meinte Harry, „bisschen langweilig, aber sonst..."
„Ich mag Kräuterkunde," meinte Neville.
„Wann habt ihr Zaubertränke?" fragte Ron.
„Doppelstunde Mittwoch und eine Stunde Freitag."
„Habt ihr auch mit den Slytherins?"
„Sieht so aus."
„Na dann viel Spaß," die Slytherins werden immer bevorzugt, dass ist echt nicht auszuhalten."
„Am besten ihr versucht euch im Hintergrund zu halten, passt aber auf, damit ihr ihm nicht unangenehm auffallt falls er euch bei einer seiner Fragen drannimmt."
„Die Beiden und nicht auffallen," meinte Neville spöttisch, „das ist als wenn McGonagall sich als Clown verkleidet."
„Auch wieder wahr."
Ginny und Lucy grinsten.
„Als ob ihr besser wärt," meinte Lucy, „wer hat sich gleich in der ersten Woche eine Strafarbeit eingefangen?"
„Aber das war nicht im Unterricht."
„Super."
Schließlich beendeten sie das Frühstück und Lucy und Ginny machten sich auf den Weg zum Kräuterkundeunterricht und Harry, Ron, Hermine und Neville machten sich auf den Weg zu den Kerkern. Am Schlossportal trafen die beiden Mädchen auf Debbie, die alleine unterwegs war.
„Hey," rief Lucy.
Das Mädchen drehte sich um und lächelte.
„Hi."
„Gehen wir zusammen runter?" fragte Ginny.
„Ja klar, ich bin ganz froh wenn ich nicht allein gehen muss."
„Wo sind eigentlich die beiden Anderen?" fragte Ginny,
„Alica und Mary-Kate, ich wollte mich heute Morgen an die zwei dranhängen, aber die wirkten nicht wirklich begeistert und weil dann mein Bruder in den Gemeinschaftsraum kam, hab ich sie in Ruhe gelassen."
„Und die Jungen?" fragte Lucy.
„Keine Ahnung ich hab die vorhin am Tisch sitzen sehen."
„Kommt, gehen wir," sagte Ginny.
Zu dritt gingen sie hinunter zu den Gewächshäusern.
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James ließ sich müde auf die Couch plumpsen. Auror war doch ein Scheißjob, da gab es mal keinen Angriff, aber dann musste man sich mit Berichten, Reportern und Rekruten rumschlagen. Lily ließ sich neben ihn sinken.
„Ich fühl mich wie erschlagen," murmelte sie, „die neuen Rekruten sind total anstrengend."
„Warum?"
Er selbst hatte nur mit den Rekruten des zweiten Jahres trainiert.
„Theorieunterricht, Fluchwissen. Die haben sich benommen als säßen sie in Flittwicks Unterricht, die ganze Zeit geredet. Daraufhin hab ich sie mit in einen der Trainingsräume genommen und Fitnessübungen machen lassen, du weißt schon, laufen, Liegestützen, Sit-Ups, das ganze Programm."
„Hat es wenigstens geholfen?"
„Klar, sie haben gemeckert, waren aber ruhig."
„Immerhin etwas."
„Ich bin einfach keine Autoritätsperson, vielleicht solltest du mehr unterricht machen."
„Klar, ich mach einmal die Woche praktischen Unterricht mit den Zweitklässlern und einmal in der Woche mit den Drittklässlern und in der restlichen Zeit bin ich wie du weißt mit allen möglichen und unmöglichen Sachen beschäftigt."
„Genau, Kaffeeklatsch mit Sirius und Frank."
„Das waren strategische Überlegungen."
„Klar."
„Im ernst, wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Voldemort ein Ausweichziel für Hogwarts sucht und damit hatten wir doch recht."
„Ja, ihr wart nur nicht weitsichtig genug das Ziel vorauszusehen," sagte Lily.
„Ja und im nachhinein denke ich, dass wir verdammt blind waren."
„Wie geht's eigentlich Charlie?"
„Zumindest heute hat er sich nichts anmerken lassen, aber ich denke Percys Tod nimmt ihn ziemlich mit. Außerdem hat er sich glaub ich mit Sam gestritten, er meint sie hätte versuchen müssen uns vorher zu informieren."
„Ich hab heute kurz mit Bill gesprochen, er trägt das ganze mit Fassung, aber er fühlt sich schuldig, weil er nicht da war, in dem Moment als es passiert ist. Er meint aber für seine Eltern und Ron wäre es am schlimmsten."
„Denkst du Harry hat sich damals auch Vorwürfe gemacht?" fragte James.
„Ich weiß es nicht," sagte Lily, „zumindest hat er nie was in der Richtung gesagt und ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich damals total fertig war, und mir relativ wenig Gedanken darum gemacht habe, wie sich Harry fühlt."
„Zerbrechen wir uns darüber nicht im nachhinein den Kopf, wir haben wirklich genug andere Probleme."
„Stimmt, aber ich hab heute Abend eigentlich keine Lust mehr zu denken."
„Nicht?"
„Nee."
„Na dann."
Ein Lächeln erschien auf James Gesicht, er beugte sich zu ihr und verschloss ihre Lippen mit einem Kuss, Lily ließ sich nach hinten auf die Couch sinken und schlang die Arme um James Nacken.
„Die Idee gefällt mir," murmelte sie, bevor James sie erneut küsste.
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Das Leben in Hogwarts war für Severus Snape nicht immer leicht. Die Schüler aus Gryffindor, Ravenclaw und Hufflepuff hassten ihn, weil er den Ruf hatte, Slytherins zu bevorzugen, (dies mochte zumindest in den untern Jahrgängen stimmen), die älteren Slytherins jedoch, die, die bereits wussten um was es in dem Krieg wirklich ging und deren Eltern Todesser waren, hassten ihn weil er ein Verräter war.
So war er bei den Schülern im allgemeinen unbeliebt. Aber im Grunde spielte das keine Rolle, er war nicht Lehrer geworden, weil er Kinder so gerne mochte, sondern weil der Dunkle Lord ihn dazu beauftragt hatte.
Inzwischen waren die Aufträge des Dunklen Lords zugegebener Maßen hinfällig, aber als Lehrer genoss er gewisse Privilegien und eines dieser Privilegien war, dass er noch lebte. Er bezweifelte, dass er bislang der Rache des Dunklen Lords entgangen wäre, wenn er sich an einem weniger geschützten Ort befinden würde.
So war die Situation für ihn nicht unbedingt unglücklich, die Schüler mochten ihn hassen, hatten aber, bis auf wenige Ausnahmen, viel zu viel Angst vor ihm um irgendetwas gegen ihn zu machen. Nun ja, jetzt würde er sich erst einmal die neuen Erstklässler aus Gryffindor und Slytherin ansehen, bei denen er an diesem Morgen eine Doppelstunde hatte.
Wessen Idee war es eigentlich gewesen, Slytherins und Gryffindors in Zaubertränke jedes Jahr aufs neue zusammenzustecken? Fragte der Meister der Zaubertränke sich, während er zum Klassenraum ging. Diese Idee stammte bestimmt aus Albus Kopf, keiner sonst hätte so verworrene Ideen.
Wenn in Zaubertränke schon zwei Klassen zusammen unterrichtet werden mussten, warum dann nicht Hufflepuff und Slytherin, das wäre sicherlich weniger Explosiv. Nun denn, auf in den Kampf, dachte er sich. Er stieß die Tür auf und rauschte mit beeindruckend wehendem Umhang in den Raum.
Die Schüler wirkten halb beeindruckt, halb verängstigt. Sein Eisblick, den er durch die Klasse wandern ließ, sorgte dafür, dass die Beängstigung überwog. Die meisten senkten ihre Blicke, nur zwei Slytherins und eine Gryffindor blickten weiterhin gerade nach vorne.
Die Beiden Slytherins, wenn er sich nicht täuschte, und das tat er selten, Keira Nicholson und Dorian MacKenzie wollten wohl Eindruck bei ihm Schinden, wahrscheinlich war ihnen auch die gute alte Reinbluterziehung zuteil geworden, die ihnen einimpfte niemals Schwäche zu zeigen.
Die Gryffindor war Lucy Potter. In ihrem Blick lag eine Mischung aus Trotz, Stolz und Neugier, was Severus ziemlich überraschte. Das sollte es eigentlich nicht, dachte er, sie ist James Potters Tochter, du erwartest nicht ernsthaft, dass sie irgendwas normales tut. Dann erinnerte er sich wieder an seine erste Begegnung mit diesem Mädchen und er fragte sich, ob sie sich ebenfalls daran erinnern konnte.
Wie alt war sie gewesen? Sieben, wahrscheinlich erinnerte sie sich und das würde auch erklären, warum sie mehr neugierig als irgendwas sonst war. Wieso sollte sie Angst vor jemandem zeigen, der ihr das Leben gerettet hatte. Okay, genug der Erinnerungen.
„Guten Tag," sagte er eisig, „Sie befinden sich hier im Zaubertrankkurs, wie ihnen hoffentlich bereits aufgefallen ist. Das brauen von Zaubertränken ist eine Kunst, die an Schwierigkeit kaum zu überbieten ist und erfordert höchste Konzentration und höchste Präzision. Wer es in dieser Kunst zur Perfektion treibt, der wird es in seinem Leben zu etwas bringen. Zu meinem bedauern sind die Schüler an dieser Schule jedoch häufig sehr inkompetent, wenn wahres Talent gefordert wird.
Deshalb erwarte ich auch nicht, dass irgendjemand von ihnen sich besonders geschickt anstellen wird. Was ich jedoch erwarte sind Disziplin und Konzentration, ich erwarte dass sie wenigstens die paar einfachen Mixturen, welche ich von ihnen verlangen werde korrekt zusammenbrauen. Außerdem erwarte ich, dass sie theoretisches Wissen erwerben, dass ihnen in manch kniffliger Situation sicherlich eine Hilfe sein wird. Also, ich hoffe sie alle haben verstanden, was ich von ihnen verlange."
Die Schüler nickten. Als nächstes ging Severus die Namensliste durch.
„Beginnen wir mit einigen einfachen Fragen, wer von Ihnen kann mir sagen, was der Unterschied zwischen Eisenhut und Wolfswurz ist?"
Zu Severus immenser Verblüffung schoss der Arm von Lucy Potter in die Höhe, neben ihr der von Debora Grant und auf der anderen Seite des Klassenzimmers meldete sich Keira Nicholson.
„Miss Nicholson."
„Eisenhut und Wolfswurz sind die gleiche Pflanze," antwortete das Mädchen.
„Korrekt, fünf Punkte für Slytherin. Nächste Frage, was ergeben Affodil und Wermut?"
Diesmal war Lucy Potter die einzige die sich meldete und deshalb kam er nicht umhin sie dran zu nehmen.
„Ein Aufguss von Affodill und Wermut ergibt den Trank des Lebenden Todes, ein sehr starker Schlaftrank."
„Korrekt."
Er sagte nichts weiter, oh nein, soweit kam es noch, er würde keine Punkte an Gryffindor verteilen, fertig.
„Und wer von ihnen kann mir sagen, welche Pflanze besonders wichtig für das Gegenelixier ist?"
Er hatte erwartet, dass keiner diese Frage beantworten konnte, doch erneut meldete sich Lucy Potter, du liebe Güte, dass Mädchen war doch keine zweite Hermine Black, oder? Gleich darauf verwarf er den Gedanken, sie war viel zu sehr Potters Tochter. Wobei, du musst bedenken, dass Lily ihre Mutter ist, erinnerte er sich selber.
„Miss Potter," sagte er wiederwillig.
„Affodill," antwortete sie, „im Trank des Lebenden Todes werden fein gehackte Affodillblätter verwendet, diese Pflanze hat die Eigenart, dass das einschläfernde Gift, dass beim Kochen der Blätter freigesetzt wird nur durch die Flüssigkeit im Stängel komplett aufgehoben werden kann, es ist quasi so wie bei manchen Spinnengiften, nur die Spinne selbst kann das Gegengift zu ihrem eigenen Gift geben."
„Auch das ist Korrekt Miss Potter. Schlagen sie jetzt Seite fünf in ihrem Buch auf, gehen sie zu zweit zusammen und versuchen sie einen simplen Juckreiztrank zu brauen."
Er bemerkte nicht den Blick, den Lucy und Ginny tauschten.
„Juckreiztrank?" flüsterte Ginny.
„Der bringt uns echt auf gute Ideen," meinte Lucy und Beide mussten sich schwer zusammenreißen um nicht in lautes Lachen auszubrechen.
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„Und wie war eure Zaubertrankstunde?" fragte Harry, kurz nachdem er sich beim Mittagessen neben Ginny gesetzt hatte.
„Ganz okay," meinte Lucy.
„Was!"
„Hey, ich weiß wirklich nicht was dein Problem ist."
„Was mein Problem ist? Snape ist mein Problem."
„Er hat recht," mischte sich Neville ein, „Snape ist ein verdammter Albtraum."
„Ach kommt schon, er ist bestenfalls ein bisschen gruselig."
„Das kann nicht dein ernst sein, oder?"
„Du magst ihn nicht, weil Dad ihn nicht mag, dass ist das Problem."
„Falsch, er mag mich nicht weil er Dad nicht mag."
„Ich fand Zaubertränke jedenfalls nicht so schlimm."
„Ach komm, erst stellt er fragen, die kein Mensch beantworten kann und dann schnauzt er rum, obwohl man alles richtig gemacht hat," meinte Harry, „das ist doch nicht normal."
„Ich fand seine Fragen relativ einfach."
„Du hast auch jedes Zaubertrankbuch gelesen, dass du in die Finger bekommen konntest," meinte Harry.
„Siehst du, das hätte dir auch nicht geschadet." Harry schnaubte wütend.
Die anderen verfolgten amüsiert den Schlagabtausch der Geschwister.
„Wenn ihr fertig seid mit streiten, wollt ihr vielleicht auch noch was essen," meinte Hermine, „der Unterricht fängt nämlich in einer Stunde wieder an und eigentlich wollten wir gleich noch mal hoch in den Turm."
Harry und Lucy nahmen sich Beide etwas zu essen. Allerdings konnte Harry die Sache mit Snape doch nicht ganz auf sich beruhen lassen, denn nach dem Essen fing er wieder damit an.
„Wenn Snape ein so toller Lehrer ist, wie du sagst, warum bevorzugt er dann die Slytherins wo er kann?"
„Er ist der Hauslehrer Harry, natürlich mag er die Slytherins am liebsten."
„Ich finde aber dass Harry recht hat," mischte sich Ginny ein, „Professor McGonagall macht das ja auch nicht, es ist seine Aufgabe alle Schüler gleich zu behandeln und vorhin hätte er dir gut zehn Punkte geben können."
„Ich finde aber ihr stellt ihn alle so negativ da," versuchte Lucy ihren Standpunkt zu verteidigen, „er mag unfair sein, aber das macht ihn nicht gleich zu einem Monster."
„Warum magst du Snape eigentlich so sehr?" fragte Neville.
„Weil er mein Leben gerettet hat," antwortete sie und fügte dann an Harry gewandt hinzu, „deins übrigens auch."
„Wieso das?" fragte Harry.
„Im Januar, er war an deiner Rettung beteiligt."
„Und wann hat er dich gerettet?" fragte Hermine.
„Damals in der Winkelgasse, als..."
Die anderen wussten welchen Tag sie meinte und Harry rieb sich unbewusst über die Narbe auf seiner Stirn.
„Aber das hing mit dem Krieg zusammen, oder?" fragte Ron.
„Ja sicher," gab Lucy zu, „aber trotzdem, er hätte es nicht tun müssen, vor allem nicht weil er sich dadurch selber in Gefahr gebracht hat, ich meine ein Toter mehr oder weniger, was spielt das für jemanden, dem es nur um den Ausgang des Krieges geht für eine Rolle?"
„Ich denke ein Toter mehr oder weniger spielt eine gewaltige Rolle," stieß Ron hervor.
Auf diese Worte folgte betretenes Schweigen.
„Sorry," murmelte Lucy zerknirscht, „so war das nicht gemeint."
„Schon gut, lasst uns einfach das Thema wechseln," sagte Ron.
Die anderen nickten.
„Was ist jetzt eigentlich Streichtechnisch geplant?" fragte Neville, „sollen wir uns was für Samstag überlegen?"
„Keine Zeit," sagte Harry.
„Was?"
Die anderen sahen ihn verblüfft an.
„Na ja," begann er zu erklären, „am Samstag sind Tryouts, für Quidditch und ich wollte mich als Sucher bewerben."
„Ist das dein ernst?" fragte Neville.
„Ja, ich meine, es ist unbestritten, dass ich fliegen kann oder?"
Ausnahmsweise erhob keiner der anderen Einspruch.
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AN: So, das ist also Kapitel 52. Ich hoffe es war zu eurer allgemeinen Zufriedenheit. Es tut mir übrigens sehr leid, dass ich in letzter Zeit so selten Reviewantworten geschrieben habe, aber irgendwie bin ich einfach nie dazu gekommen. Ich versuche aber diesmal, es wieder zu machen. Vielen Dank, dass viele trotzdem immer Reviews schreiben.
Ich weiß noch nicht, wann das nächste update kommt, weil ich nächste Woche wegfahre und erst ziemlich am Ende der Sommerferien wiederkomme, sollte ich allerdings diese Woche noch das neue Kapitel fertig kriegen, stelle ich es noch on bevor ich fahre.
Also, bis bald,
Bye
Sanny
