Kurtis´ Weg
Er ging langsam, denn so ein langer, anscheinend langweiliger Gang, beinhaltete oftmals eine Falle. Doch bis jetzt war alles noch in Ordnung gewesen.
Kurtis konnte das Ende des Ganges ausmachen und hatte es schon bald erreicht. Es war eine T-Kreuzung.
Er blickte zuerst nach rechts in den Gang und dann nach links in den Gang. Dann viel ihm allerdings eine Inschrift auf, die direkt vor ihm auf der Wand stand.
Kurtis ging darauf zu und sah sie sich im Schein seiner Taschenlampe an. Er wischte mit der Hand drüber, da sie verdreckt und staubig war. Die Buchstaben der Inschrift waren in den Stein geritzt worden.
,,Ist das wieder Latein?´´ fragte Alister.
,,Ja…´´ antwortete Kurtis und las vor, ,,…Ex oriente Lux, hic et nunc, aurea mediocritas. Ultrices atrium custodiunt…´´ und übersetzte es, ,,…Aus dem Osten kommt das Licht, hier und jetzt, die goldene Mitte. Zornige Wächter behüten diese Gemäuer…´´ er kratzte sich am Hinterkopf, ,,…und was soll ich jetzt damit?´´
,,Diese Inschrift muss etwas zu bedeuten haben. Sie wird dir sagen, welcher der richtige Weg ist.´´
,,Welcher der richtige Weg ist…´´ wiederholte er murmelnd und dachte angestrengt nach. Kurtis ließ sich die Worte durch den Kopf gehen, doch ihm kam das alles spanisch vor und er sagte dann genervt: ,,Mensch, ich hab keine Ahnung, dieser Rätsel kram ist Laras Ding. Meine Stärken sind eher physisch…Alister, sag du doch was dazu immerhin bist du hier der Lara-Vertreter.´´
,,Lass mich einen Moment nachdenken…´´
,,Kannst du sie nicht mal kurz fragen?´´ fragte Kurtis, auch mit der Hoffnung, Laras Stimme zu hören, oder zu erfahren, was sie gerade macht.
,,Lass das lieber, sie ist beschäftigt…´´ sagte Alister, ,,…Sie tritt gerade diesen Söldnern in den Hintern.´´
Kurtis schnaufte.
Er hatte diese Katakomben irgendwie satt.
Ihn hätte nichts davon abgehalten wieder zurück zu gehen, wenn der Eingang nicht verschwunden wäre. Doch da dem nicht so war, beschloss er Lara nicht hängen zu lassen und sein Bestes zu geben.
…Mensch, Kurtis konzentriere dich…Lara kommt bestimmt klar da oben…Verdammt, warum geht sie mir nicht aus dem Kopf?…Ich habe jetzt andere Sorgen…
Er schnaufte erneut.
,,Also der zweite Teil der Inschrift ist einleuchtend…´´ begann Alister schließlich, ,,…es ist eine Warnung, also musst du dich da unten vorsehen und der erste Teil verrät dir, in welche Richtung du gehen musst.´´
,,Ganz toll. Da steht weder etwas von rechts noch von links, nur…´´ Kurtis brach ab, als ihm eine Idee kam.
,,Nur was?´´ wollte Alister wissen.
Kurtis ging dichter an die steinerne Wand und sagte: ,,Du hast recht, Alister, es steht sogar dabei, in welche Richtung ich gehen muss.´´
Kuris blickte nach links und nach rechts. Die Gänge scheinen fast endlos zu sein und so legte er die Hand auf die Inschrift.
,,Wirklich?´´ fragte Alister.
,,Ja…es heißt hier und jetzt. Die goldene Mitte.´´ sagte Kurtis und tastete die Wand ab.
,,Natürlich…´´ hauchte Alister und erkannte es, ,,…Du musst durch die Wand, oder?´´
,,Ja es ist die einzige Lösung für das Rätsel.´´ entgegnete Kurtis und fühlte einen Schlitz in der Wand. Allerdings war der Schlitz zu schmal, um ihn von Hand zuöffnen oder ein Messer dazwischen zu stecken.
,,Die Frage ist nur, wie ich sie aufbekommen soll.´´ murmelte Kurtis dann.
,,Benutz deine Fähigkeiten, Junge…´´ es war Marie, die sich zu Wort meldete.
,,Mutter?´´ entfuhr es Kurtis.
,,Ja, verstehst du. Das meinte ich mit `nur du bist in der Lage, den zweiten Teil zu finden´. Die beiden Wege rechts und links von dir sind nur Tarnung und führen in die Irre. Nutze deine Fähigkeiten, Kurtis. Es ist die einzige Lösung und der einzige Weg.´´
,,Okay…´´ sagte Kurtis und ging einen Schritt zurück.
Er wollte eigentlich fragen, ob seine Mutter schon etwas herausgefunden hatte, um Lara zu helfen, doch er besann sich rechtzeitig, denn Zip und Alister hatten ja noch immer von nichts eine Ahnung.
Kurtis richtete seine Aufmerksamkeit jetzt lieber auf die Wand vor ihm. Er wollte sie genauso öffnen, wie damals in Irland. Also konzentrierte er sich und streckte seine Hand aus.
Er kniff die Augen zusammen und strengte seine Gedanken an.
Sekundenlang geschah gar nichts, doch dann gab es ein krachendes Geräusch, als die Mauer begann sich in der Mitte, an dem Spalt, zu öffnen.
Ganz langsam wurde der Spalt immer breiter und Kurtis musste große Anstrengung hervorbringen und seine Hand zitterte darunter.
Doch schließlich war der Spalt in der Mauer groß genug und er würde ohne Probleme durchpassen. Also brach er ab und atmete tief durch.
Tatsächlich befand sich dahinter ein weiterer Gang und Kurtis leuchtete hinein. Nach einigen Metern konnte er in der Ferne eine Kammer ausmachen.
,,Jetzt hätte ich gern eine zum Rauchen!´´ murmelte er und trat sich innerlich in den Hintern, das er keine Zigaretten eingepackt hatte.
,,Tja wie sagt Lara doch gleich?…´´ begann Alister, ,,….Erst die Arbeit dann das Vergnügen!´´
,,Ja, ja…dann wollen wir mal…´´ beschloss Kurtis und ging durch die Öffnung.
Er hatte die Warnung keineswegs vergessen und behielt sich im Geiste vorsichtig zu sein. Denn wenn er eins kannte, dann die Methoden, die, die Lux Veritatis anwandten, um geheimes geheim zu halten…
Nach wenigen Schritten hatte er die Kammer erreicht und spähte hinein.
Es war stockfinster, doch Kurtis konnte im Schein seiner Taschenlampe zwei in Stein gehauene Figuren erblickten.
Es waren Gestalten von zwei Männern, etwa zwei Meter groß, auf Steinsockeln.
Die waren am anderen Ende des Raumes und Kurtis sah zwischen ihnen einen weiteren Durchgang.
Langsam tat er einen Schritt aus dem Gang hinaus, in den Raum.
Etwas sagte ihm, das hier etwas lauerte, doch er konnte nichts ungewöhnliches ausmachen. Also Schritt er zielstrebig und doch vorsichtig los.
Dann hörte er ein Krachen und drehte sich blitzschnell um.
Hinter ihm viel ein Gittertor von der Decke und versperrte den Rückweg.
,,Jetzt weißt du wenigstens, das es mit Sicherheit noch einen zweiten Augsang gibt.´´ meinte Alister knisternd über Funk.
Kurtis nickte im Geiste, doch gab erst keine Antwort, denn seine Anspannung stieg.
,,Mir gefällt das hier unten ganz und gar nicht…´´ murmelte Kurtis und war kurz davor, durch den Durchgang zwischen den zwei Statuen zu gehen, doch plötzlich erklang erneut ein Krachen.
Noch bevor Kurtis etwas tun oder reagieren konnte, krachte ein weiteres Gittertor vor ihm runter und versperrte auch diesen Ausgang.
,,Okay…´´ begann Kurtis verwundert, ,,…Ich bin nirgends drauf getreten, weshalb wird mir der Weg versperrt?´´
,,…Die…zo…gen…W…ter…!´´
Kurtis fasste sich ans Headset: ,,Was? Alister, ich kann dich kaum verstehen. Sag das bitte noch mal.´´
Ein grollendes Geräusch erklang neben ihm, als Alister erneut die Stimmer erhob: ,,Die zornigen Wächter! Pass auf dich auf…´´
Doch Kurtis hörte gar nicht richtig, was er ihm sagte, denn er machte Bewegungen neben sich aus und drehte den Kopf nach links.
Er weitete die Augen und konnte ihnen kaum glauben, als sich die Statue plötzlich bewegte.
Kurtis blickte nach rechts und auch diese Statue bewegte sich.
Es schien, als erwachten sie aus ihrem steinernen Schlaf. Sie öffneten ihren Augen, die grellgelb leuchteten.
,,Oh…Shit!…´´ murmelte Kurtis und ging zurück, als die Steinstatuen Speere zum Vorschein brachten und von ihren Sockeln herabstiegen.
,,Em…die Ausgänge sind zu…mach was!´´ meinte Alister mit einem leichten Drängen in der Stimme.
,,Hast du eine Ahnung, was ich machen soll?…´´ fragte Kurtis, als die beiden Statuen mit erhobenen Speeren und in Kampfposition auf ihn zukamen.
,,Mach es wie Lara in solchen Fällen, zerstör sie! Es sind nur Steine.´´
…Eigentlich hat der Kerl ja recht…Andererseits, wie zerstört man Steine?…
,,Vorsicht!´´ warnte Alister ins Headset und Kurtis sah einen der Speere auf sich hinabfahren.
Keine Sekunde zögerte er und steppte zur Seite.
Er trat nach dem Steinspeer, doch er brach nicht durch und Kurtis hatte auch keine Zeit noch etwas zu versuchen, denn die zweite Statue hatte ihn erreicht.
Kurtis duckte sich unter dem Schwinger und gewann auch gleich an Abstand.
Die beiden Statuen folgten ihm, allerdings waren ihre Bewegungen langsam und träge. Ein Grinsen huschte ihm übers Gesicht, da er jetzt schon einen Vorteil wegen seiner Schnelligkeit hatte.
Er zückte sein Chirugai.
Es war ja immerhin aus Metoritengestein und unzerstörbar. Hoffentlich kam es dann auch gegen Steinkrieger an, die ihm ans Leder wollten.
Kurtis schleuderte es los und musste gerade einem neuen Angriff seiner Gegner ausweichen, die ihm ihre Speere durch den Magen stoßen wollten.
,,Das kommt mir so bekannt vor…´´ murmelte er und dachte unweigerlich an den Kampf mit der mutierten Boaz zurück.
Kurtis rannte zur gegenüberliegenden Seite des Raumes und konzentrierte sich auf sein Chirugai.
Die kleine Goldene Scheibe flitze durch die Luft und Kurtis steuerte sie durch seine Gedanken so, das sie die Statue anvisierte, die ihm am nächsten war.
Die fliegende Waffe streifte die Brust, den Hals, den Bauch des steinernen Riesen, doch es zeigte keine Wirkung.
Der Steinbrocken hob den Speer und stach auf Kurtis ein, der allerdings, dank seiner Schnelligkeit geschickt ausweichen konnte und zurückwich. Doch kaum hatte er sich umgedreht, musste er hochspringen, um nicht den Speer, des Zweiten gegen die Füße zu bekommen.
Kurtis wich abermals zurück, ging auf Abstand, denn er konnte wohl kaum etwas gegen die beiden Riesen ausrichten. Seine Pistole konnte er auch vergessen und das Chirugai half ihm auch nicht wirklich, bis…
…Natürlich…
Kurtis konzentrierte sich und steuerte es wieder.
Das Chirugai entfachte erneut seine Klingen und zerschnitt der ersten Statue die Augen. Das gelbe Leuchten erlosch und der steinerne Mann torkelte umher.
Kurtis fing sein Chirugai und konnte sich nicht vorstellen, das der Riese wirklich etwas gesehen hatte. Er bestand doch nur aus Stein, oder?
Dann geschah etwas, was Kurtis gar nicht beabsichtigt hatte, doch es war ihm mehr als recht.
Der Steinmann torkelte ungeschickt gegen der zweiten und brachte ihn ins schwanken. Dann fiel der `Blinde´ zu Boden und zerbrach in seine Einzelteile.
,,So geht es natürlich auch…´´ murmelte Kurtis und sah, das der verbliebenen Steinmann, sein Gleichgewicht gehalten hatte und nun auf ihn zukam. Mit großen, drohenden Schritten, erhobener Waffe und finsterer Mine.
Kurtis wartete den rechten Moment ab.
Die Steinfigur stach zu, Kurtis wich aus und der Steinspeer krachte lauthals auf den Boden.
Dann reagierte Kurtis.
Sein Chirugai zerschnitt dem Riesen ebenfalls die Augen und im gleichen Moment, rannte Kurtis los und stieg im laufen den Speer empor - gut, das er nicht brach.
Kurtis sammelte dabei Schwung und setzte seinen ganzen Körper ein. Denn er sprang ab, bevor der Steinmann etwas machen konnte, und stieß seine Füße gegen dessen Brust.
Der Steinmann torkelte blind nach hinten und suchte Halt, doch er fand keinen.
Kurtis landete wieder auf seinen Füßen in der Hocke, im gleichen Moment, als der Riese nach hinten schlug und auf dem Boden zerbrach.
Kurtis fing sein Chirugai und steckte es zurück an seine Gürtel, als er sich erhob.
,,Erledigt.´´ sagte er dann und im gleichen Moment fiel das Gittertor zwischen den beiden Steinsockeln, wo die Statuen gestandne hatten, aus seiner Verankerung und knallte zu Boden.
Der Weg war wieder frei.
,,Gut zu wissen.´´ gab Alister von sich, als Kurtis den Raum verlies.
Dann kam er nach einem weiteren kurzen Tunnel in einen weiteren Raum.
Plötzlich hörte er jemanden schreien am anderen ende der Leitung.
,,Hey? Was ist los?´´ fragte Kurtis und dann hörte er erneut die Stimme.
Es war Zip. Er schrie nach Lara.
,,Was ist los da oben?…´´ fragte Kurtis drängend, ,,...Alister?´´
,,Ja?´´ Alister klang besorgt und nervös.
,,Was ist los? Warum hat Zip geschrieen?´´ fragte Kurtis nun zum dritten mal.
,,Lara, sie ist abgestürzt.´´
,,Was?…´´ entfuhr es Kurtis geschockt, ,,…Geht es ihr gut? Ich meine, ich komme sofort hoch.´´
,,Warte!…´´ unterbrach Alister, ,,…Es geht ihr gut, sei unbesorgt. Sie ist in einem Innenhof…Sieh du zu, das du die Schriftrolle findest.´´
,,Geht es ihr wirklich gut?´´
,,Ja, Kurtis…keine Sorge, Lara ist zäh.´´
,,Okay, ich beeile mich.´´ sagte Kurtis, doch so richtig beruhigt war er nicht.
Kurtis hatte plötzlich ein komisches Gefühl. Ein Gefühl, das irgendetwas passieren würde und er dachte an den Kuss zurück, den sie ihm vorhin gegeben hatte.
Es fühlte sich fast so an, als wären sie sich das letzte mal so nahe gewesen. Er hoffte nur, das es nicht so eintreffen würde…
Vor sich, in der Mitte des nächsten Raumes, sah er drei hüfthohe Säulen, die von irgendeiner Lichtquelle von oben erleuchtet wurden.
Sie waren reichlich verziert und auf jeder lag eine zusammengerollte Schriftrolle.
Vorsichtig schritt Kurtis an die drei Säulen heran, doch blieb einige Meter davor stehen und überlegte. Dann fragte er: ,,Woher soll ich wissen, welche die Richtige ist?´´
,,Tja, keine Ahnung, aber wenn du die falsche nimmst, könnte ich mir vorstellen, das du eine weitere Falle auslösen wirst.´´
,,Ach, auf die Idee wäre ich sicher nie gekommen…´´ entgegnete Kurtis und er strotzte nur so vor Ironie.
,,Okay, schon gut…Sieh dich einfach mal etwas um.´´
Kurtis tat es, denn er wollte in keine weitere Falle tappen.
Er leuchtete mit der Taschenlampe nach oben und sah sich die Lichtquelle an. Irgendetwas dabei erregte seine Aufmerksamkeit und er war sich sicher, das dieses Licht eine Rolle spielte.
Kurtis beschloss, einfach mal aufs ganze zu gehen, denn er hatte ja nicht ewig Zeit. Er spürte, das Lara ihn noch brauchen würde.
Er zückte seine Boran X und zielte auf die Lichtquelle.
Ein Schuss zerriss die Stille um ihn und direkt danach knallte etwas und es war stockfinster.
,,So jetzt tappen wir wirklich im dunklen. Wozu sollte das gut sein?´´ bemerkte Alister.
Auch Kurtis hatte nicht recht gewusst, was er tun musste, doch er verließ sich einfach auf seinen Instinkt und handelte danach.
Alister sollte seine Antwort bald bekommen. Denn hinter den Drei Säulen schossen plötzlich meterhohe Stichflammen empor.
Kurtis hielt sich die Hand vor die Augen um sie vor der enormen Helligkeit zu schützen und wich weitere Schritte zurück.
Die Flammen brannten unkontrolliert und kamen aus einem Erdspalt, wie Kurtis jetzt feststellte.
Dann hörte er hinter sich plötzlich etwas plätschern und drehte sich um. Im schwachen Licht des Feuern und seiner Taschenlampe, konnte er etwas erkennen.
Wasser plätscherte in Sturzbächen von einem Loch in der Decke und versank ebenfalls im Boden.
Kurtis zog beide Augenbrauen hoch.
Er fragte sich, was das alles zu bedeuten hatte und wollte gerade Alister um Rat fragen, als von der rechten und linken Seite, je eine eiskalte Windböe auf ihn zuflog.
Kurtis zuckte leicht zusammen, denn es war eine starke Windböe, der sogleich eine andere folgte. Dann kam noch eine und dann noch eine. Immer wieder und wieder. Sie zerzausten ihm das Haar.
,,Was soll das?´´ murmelte er.
,,Wahrscheinlich spiegelt der Raum hier, die Elemente wieder…´´ Du solltest etwas unternehmen, denn wir haben bereits Feuer, Wasser, Luft und ich mag ehrlich nicht wissen, was bei Erde passieren wird.´´
Kurtis nickte: ,,Aber wie finde ich heraus, welches die richtige Schriftrolle ist?´´
,,Du kannst es sehen, Junge, wenn du dich konzentrierst!…´´ es war Marie, die zu ihrem Sohn sprach, ,,…Wenn du allerdings die falsche Rolle berührst, dann wird alles einstürzten und du wirst getötet. Dafür hat dein Großvater gesorgt.´´
Kurtis hatte die Worte seiner Mutter gehört und blieb einen Moment stehen.
Er ignorierte das heiße Feuer, das plätschernde Wasser und den kalten Wind und schloss die Augen. Er konzentrierte sich darauf, zu sehen, was zu sehen war.
Zu sehen, was damals geschehen war…
…und es gelang ihm.
Er sah es und dann öffnete er die Augen wieder.
,,Alles klar?´´ fragte Alister.
,,Ja, es hat funktioniert, ich konnte es sehen…´´ antwortete Kurtis, ,,…Wieso, war ich nur so blind?´´
,,Was meinst du?´´
,,Aus dem Osten kommt das Licht, unter diesem Zeichen wirst du siegen…´´ begann Kurtis, ,,…Alister, keine von den drei Schriftrollen hier ist die echte. Das sind nur Fälschungen.´´
,,Was? Welche ist es denn dann?´´
Kurtis leuchtete mit seiner Taschenlampe noch einmal dort hinauf, wo einmal die Lichtquelle gewesen war und erblickte das was er suchte.
,,Woww…du hattest recht!´´ sagte Alister erstaunt.
Kurtis grinste, als er die Schriftrolle an der Decke hängen sah.
Sie war einst von einem Kristall umgeben, der mit der Decke verschmolzen war. Durch den Schuss war der Kristall nun zerbrochen, der die Macht der Schriftrolle gebündelt gehalten und als Licht wiedergegeben hatte.
Kurtis streckte seine freie Hand nach der Schriftrolle aus und nutzte seine Fähigkeiten.
Kurz darauf schwebte sie auf ihn zu.
Er fragte sich einen Moment lang, ob etwas passieren würde, wenn er sie berührte, doch das verwarf er. Viele vor ihm haben diesen Text berührt, seinen Großvater mit einbezogen und es ab keine Konsequenzen.
Kurtis griff zu und die Schriftrolle war sein.
Dann begann etwas plötzlich zu grollen und der Boden unter seinen Füßen bebte und Kurtis wusste, das es das fehlende Element Erde war…
