Titel: Ein Leben wie die Zukunft
Autor: Momixis
Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"
Kapitel: 5/7
Teil: 7/9
Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)
Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….
Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?
MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!
Hi Glupit!! Ich stehe nicht wirklich auf schwarzhaarige, daher kannst Du Harry und Severus gerne haben, ich nehme dann Draco (grins). Die Nähe ist so wichtig und die Beziehung wird sich weiter vertiefen... und die Freunde kommen zum Einsatz. Viel Spaß, knuddel.
Hey Seelentochter!! Das Aber, das Sanuel sieht, ist eher das Gefühl, dass hinter Harry viel mehr steht, als er zeigt. Die Lügen, die Harry erzählt und alles merkwürdige, dass um ihn herum geschieht... Sanuel beobachtet gerne und er vertraut auf seine Gefühle. Anders, als Dumbledore! Viel Spaß´noch... knuddel.
Hallo Zissy!! Ein Sequel kommt gar nciht in Frage... das würde bei mir einfach nicht hinhauen und eine blabla Geschichte schreibe ich nicht. Ich braucht immer ein genaues Ziel! Die Heiltränke haben am Anfang gar nciht gewirkt, jetzt nur schwach, aber wenigstens ein wenig und so muss Harry regelmäßig welche schlucken... (Verwirrung geklärt?) OttoKatalog? grins... ich lese jetzt den Quelle-Katalog. Der ist aber auch nicht interessanter... Viel Spaß und viel Erfolg in der Schule... knuddel.
Hi Hindemid!! Ich versuche regelmäßig upzudaten, zumal die Geschichte fertig ist, fällt es mir relativ einfach, wenn es zeitlich möglich ist. Ich bin eigentlich nicht so konstant beim Geschichten schreiben, daher stelle ich nichts on, was nicht beendet ist, weil ich es selbst als Leser hasse... Du hast Glück, denn in diesem Chap udn im nächsten kommen die Freunde zum Einsatz und die Horcruxe... mehr oder weniger zufridenstellend, aber sie kommen vor. Ich bin leider eher romantisch veranlagt... Sorry, aber es freut mich, dass du trotzdem weiter liest. Viel Spaß noch, Ich knuddel dich ganz doll.
Huhu Deedochan!! Ich hatte dir je schon ne Mail geschickt, aber natürlich bekommst du auch hier deine Anerkennung. Ich danke dir für dein Review und die Nägel bekommen Köpfe... Viel Spaß, knuddel.
Hey Frozen!! Jeder Mensch handelt subjektiv... und es ist gut so, denn bei vielen hat die Subjektivität mit Nächstenliebe zutun. Du bist also ein romantisch veranlagt, genau wie ich. Dumbeldore wird auch in Zukunft sehr kritisch bleiben, dafür wurde er zu oft hintergangen und es steht zuviel auf dem Spiel. Du erfährst ein wenig mehr über die Malfoys, wenn auch nicht unbedingt über Lucius. Viel Spaß, knuddel.
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Danke an die Reviewer!!
Teil VII
Voranschreitende Probleme
Kapitel 5
Sichere Rettung
Die Nägel kamen schneller, als Sanuel es erwartet hätte. Schon am nächsten Tag waren die beiden Jungen spurlos verschwunden. Am Frühstückstisch in der Großen Halle waren sie ganz normal gewesen und dann kam ein ganz besonderer Blick und Sanuel wusste, was kam. 10 Minuten später waren sie weg gewesen. Sanuel und die anderen Freunde zweifelten nicht daran, dass Harry und Draco das Schloss und die Länderreihen wieder für ein Abenteuer verlassen hatten.
oooooooooo
Natürlich hatten Sanuel und die anderen Recht. Harry und Draco hatten sich mal wieder durch einen Geheimgang nach Hogsmead geschlichen und von dort aus apparierten sie nach Malfoy Manor. Der Sitz der Malfoys lag im Südwesten von England und war ein großes Anwesen.
Vor den zwei Jungen erhob sich ein beeindruckendes Haus. Es spiegelte Macht und Reichtum wieder und dies lag nicht nur an der breiten Auffahrt vor dem Haupteingang. Es war deutlich ein altes Herrenhaus und die umliegenden Parkanlagen waren aufs Sauberste und Ordentlichste gehegt und gepflegt. Geld spielte hier keine Rolle.
„Hier hat sich kaum was verändert!" sagte Draco und Harry spürte den Stolz. Auf so ein Zuhause konnte man auch stolz sein. Und seit er wusste, dass Narcissa und Lucius auch besorgte und liebende Eltern sein konnten, wusste Harry, dass Dracos Kindheit bestimmt nicht die übelste gewesen war.
„Beeindruckend!" sagte Harry schließlich.
Draco lachte. „Ja, es wirkt sehr mächtig. Und eigentlich ist es das auch… viele Räume werden nicht genutzt…" Draco sah sich aufmerksam um, dann lief er langsam über den Kiesweg auf das große Haus zu.
„Halt! Drache, wir können doch nicht einfach reingehen?!"
Draco drehte sich zu ihm um. „Warum nicht?"
Harry starrte Draco verwundert an. „Drache, wir können doch nicht einfach in ein Haus eindringen, in dem Todesser leben!"
„Es ist mein Zuhause!"
Harry schluckte und senkte beschämt den Blick. „Ich wollte Dir nicht wehtun, aber … wir … wie willst Du es erklären, wenn wir auf einmal jemanden begegnen?" Etwas Verzweifeltes war in Harrys Stimme, dass auch Draco endlich auffiel.
„Ach, Panther! Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich Dich in ein Haus führen würde, wo wir eventuell gefangen genommen werden könnten, oder?!"
Harrys Überraschung wurde nun groß. Er verstand nun gar nichts mehr.
Draco trat zu ihm und legte seine Hände um Harrys Taille. „Ach, Panther! Meine Großeltern sind erstens keine mordlüsternen Menschen und zweitens gar nicht im Haus!"
„Wieso?"
„Wir haben morgen den ersten Mai! Es ist ‚Rochhaldiger Coora', sie werden bis morgen oder sogar bis übermorgen noch in Stonehenge verweilen. Es sind alte Traditionen!"
Harry spürte wie das Blut ihm in die Wangen schoss und er senkte den Kopf. „Es tut mir leid!" flüsterte er, aber Draco schüttelte den Kopf.
„Wie hatte Sanuel es gesagt: ‚Wie sollst Du vertrauen, wenn Dein Vertrauen in Dich selbst so gering ist!' Es ist okay, Harry." Draco küsste Harry sanft auf die rosige Wange. „Aber ich versichere Dir auch, dass ich Dich niemals in Gefahr bringen werden. Ich werde Dich begleiten und beschützen. Du bist mir einfach zu wichtig, Du verdammter Kerl!"
Harry blickte Draco gebannt an. Es war eine Sache, dass Draco so etwas in ihrer geschützten Zweisamkeit sagte, aber es war etwas ganz anderes, wenn Draco so etwas mitten auf dem Malfoy-Grundstück sagte. Es hatte etwas Ernstes und Unwiderrufliches.
Harry beugte sich leicht vor und fing Dracos Lippen in einen zarten Kuss ein.
Der Zauber des Momentes verweilte noch in ihren Herzen, als sie langsam dem Haus näher kamen. Erst jetzt begriff Harry, wie groß das Gebäude wirklich war. Die riesigen Fenster ließen das Haus von weitem kleiner wirken.
Vorsichtig und leise öffneten sie die große Flügeltür und betraten die mächtige Eingangshalle.
„Heiliger Bimbam!" fluchte Harry, als er das ganze Marmor und Gold erblickte.
Draco sah ihn fragend an. „Was?"
Es war ja klar gewesen, dass Draco diesen Muggelausruf nicht verstand. Aber sie wurden unterbrochen, als es plötzlich knallte und ein kleiner hässlicher Hauself vor ihnen stand.
„Dobby?" Harry konnte sich nicht rechtzeitig zurückhalten, aber der Hauself starrte erst Draco dann ihn mit großen kugelrunden Augen an. Es war eindeutig Dobby, aber eine etwas jüngere Version.
Draco begriff, was hier gerade passierte. Es hätte nicht passieren dürfen… Jetzt war es zu spät…
„Was kann Dobby für Sie tun?" fragte der Hauself mit quietschiger und unsicherer Stimme. Dobby war eindeutig noch sehr jung und wusste nicht wie ihm geschah, als er die Magie seiner Herren auch bei Draco spürte. Aber auch etwas Ähnliches zog ihn zu dem unbekannten Schwarzhaarigen.
„Dobby… ähm…" Harry wusste nicht so wirklich, was er jetzt sagen sollte.
„Dobby, ich befehle Dir, dass Du mit niemanden irgendwann einmal darüber redest, dass wir hier waren!" Dracos Ton war scharf und es war deutlich, dass Draco mit solchen Befehlen aufgewachsen war. Harry verzog seine Mimik. In seiner Erinnerung hatte Dobby zu sehr und zu oft eine Methode gefunden sich den Befehlen seiner Herren zu widersetzen.
„Dobby, ich wünsche mir, dass Du unsere Anwesendheit verschweigst."
Draco starrte Harry an, aber als der Hauself schließlich total irritiert nickte, wusste Draco, dass irgendeine Magie Dobby und Harry verband. Gemeinsam würden sie schon zu Recht kommen und Dobby am Reden hindern.
Auch Harry war zu der Erkenntnis gekommen und blickte Draco fragend an. „Und wo in diesem kleinen Schloss, suchen wir als erstes?"
„Vielleicht im Arbeitszimmer?"
„Oder in der Kammer unter dem Salon?"
Dracos Blick verfinsterte sich: „Woher weißt Du von der Kammer?"
Harry grinste: „Ich habe Dich und Deinen Vater bei ‚Borgin und Burkes' gesehen und belauscht!"
„Wann?"
„Sommerferien vor dem zweiten Schuljahr, kurz vor dem Streit im Bücherladen. Ich war einen Kamin zu weit gereist…"
„Ach, deshalb warst Du so verrußt!"
Harry grummelte und Draco schüttelte den Kopf. „Ich glaube mit Dir kann es nie langweilig werden. Du hast so viele kleine Abenteuer erlebt, damit kannst Du jede langweilige Minute mit Erzählen verscheuchen…"
Harry küsste Draco und dieser genoss es. Sie verschränkten ihre Hände und liefen nun gemeinsam durch Malfoy Manor. Dobby folgte ihnen mit ehrfürchtigem Abstand. Seine Augen wurden immer größer, denn Draco kam durch jeden noch so mächtigen Schutzzauber hindurch. Er war ein Malfoy, für ihn zählten die Zauber nicht…
Erst suchten Harry und Draco im Arbeitszimmer, dann im Salon und schließlich auch in der verborgenen Kammer. Für Harry war es erschreckend, was sie alles fanden, aber etwas anderes wurde ihm auch während dieser seltsamen Führung durch das Haus bewusst. Die Familie Malfoy war stolz und erhaben, aber Familie zählte mehr als alles andere.
Im Gegensatz zu den Blacks, haben die Malfoys ihren Generationenteppich nicht durch Brandlöcher verunstaltet, sondern einfach in der verborgenen Kammer versteckt. Es war auch ein gewisses Glück, denn Harry wusste nicht, wie man sich sonst die helle Stelle unterhalb von Lucius' Bild erklären konnte. Wenn man genau hinsah, konnte man die Umrisse von Dracos Namen erkennen.
„Ich hoffe nur, dass die Potters nicht auch so einen Teppich haben… oder etwas ähnliches…"
„Ich glaube nicht! Viele Familien sortieren diesen Teppich aus, weil es zu deprimierend ist zu wissen, wer alles schon gestorben ist. Und es ist ein wenig sehr altmodisch…"
„Für uns bedeutet es Glück!"
„Ja!"
oooooooooo
Gegen 17 Uhr gaben sie deprimiert und erschöpft mit ihrer Suche auf. Sie hatten nichts gefunden und auch Dobby, den sie schließlich gefragt hatten, konnte ihnen nicht helfen. Sie hatten sogar in der großen Bibliothek gesucht, aber dort fiel ihnen natürlich kein kleines schwarzes Tagebuch auf. Fast alle Bücher hatten einen dunklen Einband und die Fenster waren abgedunkelt um die Pergamente und Bücher zu schützen.
Harry und Draco waren mehr als frustriert. Schlechtgelaunt und mürrisch kamen sie zurück nach Hogwarts. Sie begegneten natürlich Kemir Sandor in den Korridoren. Die spöttische Bemerkung des Lehrers: „Waren die kleinen Schlangen etwa draußen und haben für ihren Meister Arbeiten erledigt!"
„Ja klar, haben wir… und daher hoffe ich, dass Sie uns endlich mal in Ruhe lassen, bevor er uns einen Befehl gibt, der Sie mit einschließt!" zischte Harry voller Sarkasmus. Draco grinste nur böse.
Aber dem Lehrer war die Farbe aus dem Gesicht gewichen. „Sie…. Sie …sollten … einen Lehrer nicht bedrohen!" stotterte er schließlich.
Harry senkte frustriert den Blick, während Draco den Professor musterte. „Wenn Sie ein fähiger Lehrer wären, dann würden Sie aufhören die Slytherins über einen Kamm zu scheren. Sie sollten sich nicht wundern, wenn ein Todesser Sie eines Tages vorknüpft, weil sie sein Kind schlecht behandelt haben…"
„Denn genau, dass ist ein häufiger Grund, warum so viele Familien in der heutigen Zeit Voldemort folgen. Sie leisten in der Hinsicht tolle Arbeit!"
Harry nahm Dracos Hand und gemeinsam liefen sie die nächste Treppe hinunter. Wie reine Routine übersprangen sie die Trickstufen und kamen so ungeschadet und nur ziemlich genervt in ihrem Schlafsaal an. Von Sanuel war keine Spur zu sehen…
Gemeinsam ließen sie sich erschöpft auf Dracos Bett fallen.
Für einen kurzen Moment schlossen sie die Augen.
„War nicht gut!"
„War gar nicht gut!"
„Aber es war mal nötig!"
„Ja, dass war es!"
oooooooooo
„Verdammt!" Harrys Kopf schlug unsanft auf der Tischplatte auf.
„Mr. Jericle!" wies die scharfe Stimme von McGonagall den schwarzhaarigen Jungen zu Recht. Harry störte sich nicht wirklich daran. Er hatte ein ernsteres Problem. Er hatte noch immer keine Ahnung, wo das Tagebuch sein könnte und seine Überbleibsel der Erkältung waren auch noch immer sehr hartnäckig.
McGonagall schimpfte noch irgendetwas und zog 5 Punkte ab, aber Harry hörte ihr, wie die meiste Zeit, nicht zu und die anderen Slytherins wussten mittlerweile sehr gut, dass Harry locker mehr Punkte brachte, als verlor. Auch Heute hatte Harry den Zauber schon geschafft und perfektioniert, daher starrte er auch jetzt wieder unbeirrt auf sein Pergament.
Es war ein Notizzettel. Er hatte all seine Gedanken einfach mal aufgeschrieben. Draco hatte ihm gesagt, dass diese Art der Ideensammlung auch Brainstorming hieß. Es interessierte Harry nicht wirklich. Das Pergament war schon reichlich zerknittert und Harry strich es mal wieder glatt.
„Jericle?!" zischte es leise neben Harry und er blickte auf. James saß auch weiterhin neben ihm und mittlerweile profitierte der Gryffindor deutlich davon. Harry half bei Fragen und Problemen ohne mit der Wimper zu zucken. Immer wenn James ein Problem mit einer Verwandlung hatte, konnte Harry durch ein oder zwei Tipps helfen. Es war einfach so, dass Harrys Vorgehensweisen sich ohne Probleme auf James übertragen ließen.
Heute hatte aber auch James den Zauber schon geschafft. Vielleicht noch nicht ganz perfekt, aber es wurde von Mal zu Mal besser.
„Hm?" Harry blickte James an. „Was ist?"
„Das wollte ich Dich fragen. Was bedrückt Dich?"
„Schon okay. Ist nicht Dein Problem!"
„Ich weiß, dass es bei weitem NICHT okay ist! Also hör auf zu lügen. Wir beide wissen genau, dass Du bald wieder in ein Abenteuer stolperst, aber im Moment hast Du wohl einige Hindernisse im Weg stehen." Mit diesen leisen Worten, damit McGonagall nichts mitbekam, deutete James auf Harrys Pergament. Ganz deutlich war ein großes ‚WO?' darauf zu sehen. Die vielen tanzenden Fragezeichen unterstrichen dieses Fragewort nur noch mehr.
Harry blickte wieder vom Pergament auf und sein Blick traf auf James. „Ja, ich suche etwas und es ist ein wenig problematisch…" Harry ignorierte das leise Schnauben des Gryffindors. „Aber Du wirst nicht helfen können!"
„Weil Du mich nicht helfen lässt! Weil Du außer Dorian Mosnay niemanden Dir helfen lässt!" James war von dieser Tatsache merklich verletzt und Harry kannte sich selbst gut genug um zu wissen, was in James Kopf vor sich ging.
„James, es tut mir leid, dass ich Dich und die Anderen nicht in meine Pläne einbeziehe, aber Ihr könnt mir nicht helfen!"
„Ach, quatsch! Du willst nur nicht, dass wir Dir helfen, weil Du Angst hast uns in Gefahr zu bringen!"
Das war die Wahrheit. Harry erschreckte es, dass James dies so einfach erkannte und auch aussprach.
Leider konnte Harry dieses Gespräch nicht wieder unter Kontrolle bringen, da die Unterrichtsstunde zu schnell vorbei war. James verschwand mit einem wütenden Knurren und Harry antwortete mit einem frustrierten Fauchen.
Dracos fragenden Ausdruck auf dem Gesicht beantwortete Harry nur mit einem erschöpften Kopfschütteln. Draco konnte da auch nichts mehr machen.
Sie gingen in stiller Eintracht zum nächsten Unterricht und Harry versuchte wieder das Pergament glatter zu streichen und zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Es gelang ihm nicht wirklich…
Der Tag endete also wie auch die letzten: total frustrierend und ergebnislos.
„Ach Adrian, wir könnten Dir ja vielleicht helfen, aber dafür müssten wir wissen, was Du planst!" merkte Sal beim Abendessen ganz unschuldig an und Harry verkroch sich in seinen Händen.
Waren alle jetzt plötzlich so erpicht auf Lebensgefahr und Schmerzen?
oooooooooo
Der Samstag mit seinem Quidditchspiel kam, ohne dass Harry es wirklich mitbekam. Plötzlich stand er ohne Pergament oder Lektüre am Rand vom Quidditchfeld. Draco hatte ihn hier hergezogen und hielt ihn von hinten fest umschlungen. Harry brauchte eine ganze Weile, bis er in das Spiel zwischen Gryffindor und Hufflepuff eintauchen konnte. Harry feuerte James und sein Team an, dass eindeutig an seiner Leistung hart gearbeitet hatte.
„Anscheinend können Gryffindors auch dazu lernen!" flüsterte Draco in Harrys Ohr und brachte ihn damit zum schmunzeln. Harry wusste genau, dass Draco ein Streitgespräch, auch Diskussion genannt, mit James über Strategien und Können beim Quidditch gehabt hatte. „Aber an Dein Talent kommt er nicht ran!"
Harry wusste, dass Draco nicht neidisch sondern stolz war und es daher ständig betonte, aber es trieb auch weiterhin die Röte in seine Wangen. „Du bist aber auch sehr gut!" erwiderte Harry beschämt.
Draco lachte leise: „Ich weiß, dass ich sehr gut bin und James schlangen kann, aber Dein Talent ist unglaublich!"
Harry lehnte sich an Dracos warmen Körper hinter ihm und schloss kurz die Augen. Es war wie ein Zuhause. Dracos Umarmungen hatten etwas tröstendes, etwas wärmendes und etwas stärkendes. Egal wie Draco das machte, aber genau das brauchte Harry von Zeit zu Zeit. So standen sie noch eine ganze Weile schweigend zusammen, genossen die Nähe des anderen und verfolgten das Spiel, welches deutlich von den Gryffindors beherrscht wurde.
Harrys Gedanken wanderten wieder zum Tagebuch. Tom Riddel hatte es erstellt, als er 16 Jahre alt war. So alt wie Lin und Sanuel. So alt wie Lily.
Harry fragte sich zum wiederholten Male, was Tom Riddel damals aufgehalten hätte. Vermutlich nichts. Vermutlich hat die Kindheit und die Gewissheit etwas Besonderes zu sein, die Psyche des Kindes schon zu stark eingenommen. Ein Kind, das mit 16 Jahren drei Menschen tötete, die seine einzige Familie waren. Tom Riddel hat seine Familie getötet, weil sie Magie ablehnten. Getötet in einem Haus der Muggel. In einem Dorf der Muggel. Unbekannt für die magische Welt. Nur Dumbledore wusste davon…
„Oh NEIN, Du denkst nicht schon wieder über die letzten Horcruxe nach, oder?"
Harry zwinkerte schnell und schüttelte brav den Kopf.
Draco wusste, dass Harry log, daher verfinsterten sich seine Augen merklich.
„Nein, ich habe zwar an Tom Riddel gedacht, aber nicht an den Horcrux!" versuchte Harry die Moralpredigt von Draco zu entkommen.
Draco grummelte, aber wurde von einem spektakulären Staunt von James Potter abgelenkt. Harry war seinem Vater lange nicht mehr so dankbar gewesen. Wenn alles gut ging, würde James ihm ein Zuhause geben können. Zusammen mit Lily. Ein wirkliches Zuhause…
Und plötzlich kam Harry ein Gedanke… Tom Riddel hatte kein Zuhause. Er konnte auch nicht Hogwarts als sein Zuhause sehen, so wie Harry es wenigstens immer gekonnt hatte. Für Tom Riddel gab es 1946 keinen sicheren Ort. Er hatte kein Zuhause.
Deswegen hatte er den Ring im Haus der Gaunts gelassen, das Medaillon in der Höhle, den Stab im Waisenhaus. Die Horcruxe standen immer im direkten Zusammenhang mit Voldemorts Geschichte. Das Tagebuch war noch am ursprünglichen Ort, weil es noch keinen Sinn gab, es dort wegzuholen. Das Risiko war für Voldemort noch zu groß. Es gab bisher erst 5 Horcruxe. Voldemort hatte das Tagebuch erst aus der Hand gegeben, als er die letzte Seelenteilung vornehmen wollte. Halloween 1981, als er Harry töten wollte. Voldemort wollte ein Horcruxe mit seinem Tod machen. Für Harry war dieser Gedanke erschreckend, aber er hatte eine geniale Idee dadurch erhalten.
Seine Atmung hatte sich verschnellert und die Körperspannung verschärft. Draco hatte es sofort mitbekommen und er beobachtete Harry sorgfältig.
„Ich habe eine Idee!" sagte Harry leise und die Spannung wich wieder aus seinem Körper.
Draco hielt ihn immer noch fest. „Das habe ich mir gedacht!"
Harry schloss die Augen. „Voldemort hat keinen seiner Horcruxe bisher aus der Hand gegeben. Er denkt, er ist der Einzige, der davon weiß. Alle Verstecke sind eng mit der Geschichte von Voldemort verknüpft. Das Kinderheim, die Höhle, das Haus seiner magischen Vorfahren… das Haus seiner muggel Vorfahren…"
„Was?"
„Er denkt, dass Dumbledore nichts vom Haus der Riddels weiß. Das Haus ist voller Magie. Keine Familie hat es je lange dort ausgehalten. Die Magie verscheucht sie, ohne wirklich als Magie aufzutreten."
„Woher weißt Du das?"
„Von meinen Visionen und von Dumbledore!"
Draco schüttelte nur den Kopf. Die Idee schien genial. Er wusste, dass Harry den Ort vom Hufflepuff-Kelch kannte bzw. ahnte. Vermutlich passte dieses auch perfekt in diese Theorie. Alle sieben Jahre ein Horcrux. Immer zu Halloween. Draco nahm Harry fest in den Arm und schmiegte sich an den Körper, der so zerbrechlich wirken konnte und doch so voller Kraft und Stärke war. Draco wollte Harry nie wieder loslassen.
„Dir kommen beim Quidditch wohl immer die besten Ideen, was?"
Harry drehte sich nur in der Umarmung um und schmiegte sein Gesicht in Dracos Nacken. Beide wussten, dass es bald weiterging. Vermutlich schon morgen. Es war jetzt keine Zeit mehr für Quidditch. Sie wollten nur noch die Zeit anhalten und ihre Gefühle und Nähe genießen. Die Geborgenheit und Wärme. Die Sicherheit.
„Du gehörst mir, Drache!"
„So wie Du mir gehörst. Panther!"
oooooooooo
Lily schluckte schwer. Sie blickte zu Esmare, Sal und Mick und wusste, dass auch sie das gesehen hatten. Harry und Draco hatten sich im unteren Bereich des Spielfeldes aufgehalten, aber die Gryffindor-Freunde konnten sie gut beobachten. Und dies hatten sie auch getan.
„Sie haben eine Lösung!" Remus Stimme ließ Lily kurz zusammenzucken.
„Ja, und ganz offensichtlich fällt es ihnen nicht besonders leicht diesen Schritt zu gehen!" sagte Sal, die Ausnahmsweise mal nicht mit Lovegood zusammen war. Mick seufzte und schüttelte ihren Kopf. Sie wollte die Wahrheit nicht sehen.
Sie alle wussten genau, was dies bedeutete. Morgen Früh würden die zwei Jungen wieder raus gehen und weiter machen. Die Gryffindors und Ravenclaws hatten keine Ahnung, um was es wirklich ging, aber alle wussten, dass es nicht ungefährlich war. Zu viele Kratzer und Schrammen, Blutergüsse und Verletzungen hatten sie ins Schloss getragen. Zu oft waren sie Bewohner der Krankenstation gewesen.
Die verzweifelte Einheit von den beiden Slytherins musste Unglück und Schmerz bedeuten. Sie gingen wieder in einen Kampf und alle Freunde wussten mittlerweile, dass es ein Kampf für das Gute war. Etwas anderes war einfach nicht im Bereich des Möglichen.
Lily, Esmare, Sal, Mick und Remus wechselten vielsagende Blicke und selbst Sirius und James nickten kurz, bevor sie sich wieder in das Spiel stürzten, aus dem sie ganz offensichtlich als Sieger hervorgehen würden und dann, wenn Slytherin nächsten Monat Ravenclaw flachlegte, doch den Quidditchpokal bekommen würden. Es gab Kämpfe, die waren wichtiger als ein Schnatz. Das wussten alle und doch wussten sie auch, dass sie vor wenigen Monaten noch anders gedacht hätten. Anders gehandelt hätten.
Ein schwarzhaariger Slytherin hatte sich in ihre Herzen geschlichen und sie verändert. Sie erwachsen werden lassen… Sie vernünftig werden lassen… nur Peter schien auch weiterhin nur Schlecht von dem Slytherin denken zu können. Remus wusste nicht warum, aber ihre Freundschaft zu dem kleinen dicken Jungen hatte sich stark verändert. Sie sprachen bei weitem nicht mehr so offen über die Dinge, wenn Peter anwesend war… und Peter mied die Zusammentreffen mit den anderen Schülern…
oooooooooo
TBC.
Harrys Freunde werden Harry wohl nicht so einfach im Stich lassen, oder? Sie werden etwas unternehmen… wie wird Harry darauf nur reagieren?
