Kapitel 45
-Grenzziehungen-
Ich schlief schlecht in den nächsten Nächten. Ich warf mich stundenlang hin und her und wenn ich einmal schlief, dann träumte ich wirres Zeug von Sirius oder Severus; manchmal waren es schreckliche Albträume, manchmal waren sie wundervoll. Oft wachte ich schweißgebadet auf und wünschte nichts sehnlicher, als dass Severus an meiner Seite läge, um mich zu beruhigen und mir zu versichern, dass alles gut werden würde, aber ich hatte nichts mehr von ihm gehört, seit er mir die Nachricht vom Tode Sirius überbracht hatte. Wenn ich daran dachte, verging ich fast vor Scham über mich selbst. Wie hatte ich so töricht sein können und ihn fragen, ob sich dadurch zwischen uns etwas ändern würde? Er wusste natürlich nicht, dass ich seitdem er mich verlassen hatte, keinen anderen Wunsch mehr hegte als wieder wirklich bei ihm sein zu können, aber wie musste sich das für ihn angehört haben?
Die Sommerferien begannen und ich bemühte mich nach Kräften, Adhara meine miese Laune nicht spüren zu lassen, aber natürlich entging es auch ihr nicht, dass ich in einer miserablen Verfassung war.
„Mama, was ist denn los mit dir?", fragte sie wieder und wieder, aber was hätte ich ihr denn sagen sollen? Dein Vater ist tot, Schatz. Und dein Stiefvater wird mich den Rest seines Lebens dafür verachten, dass ich ihn mit deinem Vater betrogen habe? Das wäre sogar für eine schlechte Seifenoper zu dick aufgetragen, wie es mir schien. Dabei war es mein lausiges Leben. Also winkte ich ab und behauptete, alles sei okay. Der Übellaunigkeit folgte ein tiefes Loch. Ich konnte stundenlang auf dem Bett liegen und an die Decke starren, nicht wissend, wofür ich eigentlich leben sollte und worauf ich hier wartete. Nicht einmal Clot gelang es noch, mich in diesem Zustand zu erreichen. Ich hörte sie reden, aber ich hörte ihre Worte nicht und alles prallte an mir ab, als wäre ich mit einem Schildzauber umgeben. Als Clot schließlich verkündete, dass sie Adhara mit sich in einen Urlaub nach Italien nehmen würde, war es mir egal. Sollte sie sie doch fortschaffen, es wäre sicher die beste Lösung für uns alle. Dann hätte das Kind Urlaub und ich konnte noch ein wenig länger an die Decke starren. Zum Glück. Es erfüllte mich mit einer eigenartigen Befriedigung. Nicht mal mehr nach Saufen fühlte ich mich noch.
Es war vielleicht vier Wochen nach Sirius Tod und meiner Auseinandersetzung mit Severus als ich ein leichtes Klopfen an meiner Scheibe vernahm. Ich sprang sofort auf, vergessen war alle Depression- es musste ein Brief von Severus sein! Er würde mir schreiben, wie es weitergehen würde- er war nicht für immer verschwunden. Zumindest würden wir wieder gemeinsam etwas schauspielern müssen! Gierig riss ich den Umschlag auf, den die Eule mir gebracht hatte und las ihn entgeistert:
‚Liebste Sadra,
heute Nacht wird in meinem Haus ein sehr bedeutender Empfang stattfinden. Ich habe sehr hochkarätige Gäste eingeladen und diese wünschen natürlich, auch Dich einmal wieder zu sehen. Komm bitte um neun Uhr abends und enttäusche sie nicht.
Deine Narcissa'
Gute Güte, was wollte sie denn von mir? Trotz meiner Verwunderung über diese Zeilen war meine Gier danach, Severus zu sehen, so groß, dass ich keine andere Wahl hatte, als dorthin zu gehen. Ich konnte zwischen den Zeilen nur zu gut ausmachen, dass dieser ‚Empfang' nichts anderes als ein Todesser-Treffen war und der einzige Anwesende, der mit meiner Abwesenheit so durchaus nicht einverstanden wäre, Voldemort selbst sein würde.
Obwohl es schon Ende Juni war, fröstelte ich in der nebeligen Luft, als ich das Anwesen der Malfoys erreichte. Ich kam alleine dort hin. Ich hatte nichts von Severus gehört und so ging ich davon aus, dass nicht erwartet wurde, dass wir dort gemeinsam erschienen. Sicher herrschte auch unter den Todessern Chaos, jetzt, wo Voldemorts Rückkehr entdeckt war, aber eine Einladung von Narcissa Malfoy war sicher von mir nicht auszuschlagen.
Auch die Eingangshalle war eiskalt und Narcissa, die fast schlafwandlerisch auf mich zukam, schien mit ihren Gedanken vollkommen abwesend zu sein. Sie versäumte es sogar, einige Kommentare über ihren höheren finanziellen und sozialen Status zu machen- etwas, was ihr sicherlich niemals zuvor passiert war.
„Sadra, welche Freude. Ich freue mich, dass du es einrichten konntest."
„Narcissa, wir haben uns ja auch lange nicht mehr gesehen. Wo ist Lucius?"
Narcissa schien mich das erste Mal wirklich wahrzunehmen und taxierte mein Gesicht. „Hat Severus es dir denn nicht gesagt?" Ihre hohe Stimme zitterte vor zurückgehaltenen Tränen.
„Ah, er war sehr viel arbeiten und naja, dann hatten wir auch noch einen Krach, weißt du…"
Zum meinem Glück war Narcissa so in ihren eigenen Gedanken verloren, dass sie die selbst für meine Standards drittklassige Antwort kaum zur Kenntnis nahm. Und nachdem sie mir dann kurz berichtet hatte, was sich alles ereignet hatte nach der Nacht, in der die Todesser in das Ministerium gegangen waren, fiel mir eine zentnerschwere Last von der Seele ob der Tatsache, dass ich zuerst an sie geraten war und nicht an Voldemort. Kein noch so wüster Streit hätte Severus davon abhalten dürfen, mir davon zu erzählen! Wir galten hier immerhin als Vorzeigepaar und von den Irrungen um Sirius, die Severus wohl letztlich davon abgehalten haben dürften, es mir zu erzählen, wusste hier keiner etwas.
Narcissa führte mich einen Salon, in welchem sich bereits einige Todesser nebst ihren Partnern um die blauen Feuer gruppiert hatten und drückte mir ein Glas Feuerwhisky in die Hand. Ich schüttete die braune Flüssigkeit rasch hinunter und wollte mehr. Lucius und einige andere waren also verhaftet worden. Was sollte dieses Treffen heute Abend dann? Wollte Voldemort die Lücken in seinen Reihen schließen? Würde er diejenigen, die hier waren und nicht selbst Todesser waren, etwa zwingen wollen sich ihm offiziell anzuschließen? Meine Finger, die sich um das von einem Hauselfen nachgefüllte Glas schlossen, wurden kalt.
„Du solltest nicht hier sein." Die dunkle, tiefe und ruhige Stimme von Severus an meinem Ohr jagte mir einen Schauer den Rücken hinunter.
„Warum nicht?" Ich drehte mich nicht zu ihm um.
„Die Zeiten haben sich geändert."
„Ich weiß. Einige von euch sind inhaftiert und das Ministerium weiß, dass er zurück ist."
„Offensichtlich hast du also die Zeit gefunden, Zeitung zu lesen, während du um Black weinst. Ich bin beeindruckt." Mit seiner Stimme so nah an meinem Ohr fiel es mir schwer, mich zu konzentrieren. Wenn er wüsste, was ich die letzten Wochen getan hatte…
„Ich habe es dir bereits gesagt- ich trauere nicht um ihn. Nicht so, wie du denkst."
„Es ist gefährlich in diesen Tagen hier zu sein. Die Dinge, die wir tun müssen, werden von Tag zu Tag grausamer. Du hättest mich fragen sollen, ob du herkommen sollst. Ich hätte mir schon eine Ausrede für dich einfallen lassen." Er wollte meinen Kommentar zu Sirius ganz offensichtlich ignorieren, aber in seiner Stimme lag wieder diese spöttische Zärtlichkeit, die ich s vermisst hatte. Er hatte genau gewusst, dass ich kommen würde und wenn es so schlimm wäre, hätte er es nicht zugelassen. Aber ich wollte mich nicht wieder mit ihm streiten.
„Nun, dafür ich es wohl jetzt etwas spät, nicht wahr?"
„Das ist richtig."
„Wozu könnte er mich denn zwingen wollen?"
„Ich bezweifle, dass er dich zu etwas wird zwingen wollen, ich hatte mehr diejenigen Sachen im Auge, deren Zeugin du möglicherweise heute Abend werden könntest."
„Warum?"
„Wir haben ein paar von ihnen gefangen genommen."
„Von wem?"
„Dem Orden."
„Was?" Mein Wispern war ein bisschen zu laut gewesen.
„Shhht. Erinnerst du dich an Amelia Bones und Emmeline Vance?"
„Natürlich.", hauchte ich.
„Amelia ist tot und Emmeline wird ihr hier heute Nacht folgen."
„Aber Severus!" Meine Stimme war hohl vor Schock. „Du musst sie retten!"
„Das kann ich nicht."
„Aber sie…sie…bitte. Das kannst du doch nicht zulassen!"
„Ich kann und werde meine Tarnung dafür nicht aufgeben." Seine Stimme war jetzt kalt.
„Severus!"
„Widersprich mir nicht." Ich fühlte seine warme, starke Hand auf meiner Schulter. Ich wollte ihm weiter widersprechen, aber seine Berührung ließ mich verstummen. „Wie ich dir bereits sagte, solltest du heute nicht hier sein. Du hättest mich wegen dieser Einladung fragen sollen. Aber- wie üblich- hast du es vorgezogen, nach deinem eigenen Gutdünken zu handeln. Jetzt wirst du für die Konsequenzen auch geradestehen müssen. Halt einfach deinen Mund. Das hier ist wichtiger als du." Ich fühlte, dass seine Hand von meiner Schulter verschwand und sie seltsam kalt zurückließ. ‚Das hier ist wichtiger als du'? War er also doch ein Todesser?
Ich drehte mich um und wollte ihn ansehen, aber er war bereits verschwunden.
Stattdessen öffneten sich die Türen zum Esszimmer und Narcissa bedeutete mir, ihr zu folgen. Der Raum lag fast in völliger Dunkelheit und war sogar noch kälter als die Eingangshalle. Und aufgrund des Umstandes, dass nirgends ein Feuer oder eine Lampe brannte, wunderte ich mich umso mehr, dass ich alles noch wie in einem Zwielicht erkennen konnte. Eine Frau lag auf dem Boden, ihr Gesicht war schwarz und blau und ich konnte ihre Gesichtszüge nicht mehr ausmachen. Die Todesser standen in einem Kreis um sie herum, die anderen Gäste und Partner drängten sich hinter ihnen, als wollten sie einen besonders guten Blick auf das Geschehen und den blutigen Klumpen erhaschen, der einmal ein menschliches Gesicht gewesen war. Ich hätte jedenfalls beim besten Willen nicht sagen können, ob dort Emmeline Vance lag oder nicht.
„Mrs. Snape." Ich fuhr zusammen.
„Seien sie doch nicht so schreckhaft, Mrs. Snape." Voldemort platzierte einen formvollendeten Kuss auf meiner Hand. „Oder haben sie Angst vor etwas?"
Mein Mund war staubtrocken und ich rang stark um Haltung. Severus hatte Recht gehabt- ich hätte nicht dorthin kommen sollen und schon gar nicht, ohne vorher zwei Wochen ausschließlich Okklumentik zu trainieren.
„Ich sehe, dass sie immer noch nicht schwanger sind."
„Ah, nein. Leider immer noch nicht." Meine Stimme war alles andere als überzeugend.
„Ich werde mit Severus mal ein ernstes Wort sprechen müssen." Er klang amüsiert. „Sie wollen doch Kinder, Mrs. Snape?"
„Natürlich, welche Frau wünscht sich das nicht?" Dieses Mal war meine Stimme sogar fest genug, um so etwas wie Entrüstung anklingen zu lassen. Schließlich liebten alle Frauen Kinder und ganz besonders dann, wenn sie sie zum Zwecke der Reinblutzucht gleich reihenweise bekommen soll…
„Und doch scheinen sie mir unglücklich zu sein."
„Nein, mein Lord. Es…es sind nur die Gegebenheiten hier. Ich bin…ich bin es nicht gewohnt, Leute in einem solchen Zustand anzusehen." Ich deutete vage in die Richtung von Emmeline Vance.
„Aber natürlich, Mrs. Snape. Eine so zarte und wohlbehütete Hexe wie sie sollte nun wahrlich nicht mit so etwas behelligt werden. Avada cedavra." Ein Blitz aus grünem Licht traf auf den Körper von Emmeline Vance. Die Umstehenden zuckten überrascht zusammen, als ihr Körper kurz zuckte. Dann war es vorbei.
Mein Mund blieb offen stehen. Hatte er sie gerade getötet…weil? Weil was? Weil ich gesagt hatte, dass mich ihr Anblick störte? Mir wurde schlecht. Was hatte ich da nur angerichtet? Vielleicht hätte sich noch eine Chance für sie ergeben zu fliehen? Vielleicht hätte Severus sie retten können?
„Schafft sie weg.", befahl Voldemorts kalte Stimme gerade zwei Todessern neben ihm. Ich kämpfte mit Übelkeit, aber ich musste ruhig bleiben, ich musste mich zusammenreißen, ich durfte vor allem nicht daran denken, dass ich ihr eine Flucht gewünscht hätte. „Nun, ich hoffe, sie fühlen sich jetzt besser?", fragte Voldemort, jetzt wieder an mich gewandt. Wollte er mich quälen- war es das?
„Ha, naja." Mir gelang ein halbes Lächeln. „Das war jetzt nicht genau das, was ich gemeint hatte. Ich hatte mich eher gefragt, warum sie so übel zugerichtet aussah."
„Hat Severus dir denn nicht gesagt, dass sie eine dieser Ordensweiber ist?" Sein Blick glitt über die Todesser zu der Stelle, wo mein Mann stand.
„Natürlich hat er das."
„Wo liegt dann das Problem?"
„Ich…ich war jetzt gerade etwas verwirrt. Ich bin den Anblick von gefolterten Menschen nicht gewöhnt, das wollte ich nur sagen. Das ist alles. Nun ist sie ja tot, das ist auch gut. Vielleicht bin ich wirklich nur ein bisschen zart." Ich kicherte albern.
„Wissen sie, das letzte Mal, als ich sie mit einer anderen von diesen Ordensschlampen zu Gast hatte, schienen sie mir nicht sehr zart, Miss Burke. Ganz im Gegenteil, wenn ich mich recht entsinne."
Ich schluckte schwer, die Dinge entglitten mir hier gerade ganz mächtig.
„Was wollen sie damit andeuten, mein Lord?"
„Ich erinnere mich nur an ihre Vergangenheit, Mrs. Snape und frage mich, ob es wirklich ihre Vergangenheit ist."
„Wollt ihr andeuten, dass mich das Schicksal dieser Frau irgendwie interessiert?"
Er sah mich prüfend an und hob die Schultern, ich konzentrierte mich vollends auf meinen vorgeblichen Gleichmut.
„Nein, nein. Es war nur ihr zermatschtes Gesicht, mein Lord. Ich bin immerhin eine Frau. Ich mag es nicht, ekelhafte Dinge zu sehen."
„Severus, komm her.", sagte Voldemort anstelle einer Antwort und überließ es mir zu raten, warum er jetzt nach meinem Mann rief. Severus trat zu uns, er schien wie immer vollkommen unbeteiligt und gelassen.
„Mein Lord?"
„Auf ein Wort." Beide drehten sich um und verließen den Raum. Meine Hände fingen sofort an zu zittern und um das zu vertuschen, griff ich rasch wieder nach meinem Glas mit dem Feuerwhisky. Großartig, wäre ich doch nur zu Hause geblieben! Erst brachte ich Voldemort dazu, Emmeline sofort zu töten, dann benahm ich mich so hochgradig geistesgestört und verdächtig, dass Voldemort wohl wieder dachte, ich sei eine Spionin für den Orden! Die Leute verstreuten sich und ich nutzte die Gelegenheit, um mit einer Flasche Feuerwhisky in den Garten zu verschwinden. Wenn ich heute Abend sterben sollte, wollte ich es betrunken tun und in der Gesellschaft von ein paar gruseligen Pfauen.
Es war vielleicht eine halbe Stunde später als Severus mich auf dem Rücken einer Bank sitzend fand, wo ich meinen Feuerwhisky trank.
„Gut gemacht."
„Ja, nicht wahr? Also- wann sterben wir?" Ich lachte. Der Feuerwhisky wirkte.
„Nein, ich habe das ernst gemeint." Als ob…
„Hmmm? Du sagst mir, dass etwas, das ich getan habe, richtig ist? Bin ich schon tot?"
„Du bist betrunken." Er setzte sich neben mich auf die Rückenlehne der Bank.
„Da könntest du allerdings Recht haben."
„Der Dunkle Lord denkt, dass du emotional labil bist." Severus grinste bösartig.
Ich starrte ihn ungläubig an. „Nein." Wie war dieser wundervolle Mann nur darauf gekommen? Wieso sollte ich denn nach den Ereignissen der letzten Wochen emotional labil geworden sein?
„Aber ja doch. Allerdings führt er es auf den Umstand zurück, dass du noch nicht schwanger bist." Er seufzte und steckte seine langen Beine aus.
Ich schnaubte. Das war ein wirklich guter Witz. Für eine Sekunde fragte ich mich ernsthaft, wie ein so mächtiger und böser Zauberer wie Voldemort so blind sein konnte für menschliche Gefühle. Glaubte er das wirklich? Glaubte er wirklich, dass ich ‚emotional labil' war, weil Severus mich nicht mit einem reinblütigen Superkind geschwängert hatte während er Menschen vor meinen Augen abschlachtete?
„Gib mir auch was." Severus nahm die Flasche aus meinen Händen und nahm einen kräftigen Schluck direkt aus der Flasche.
„Und jetzt?"
„Sadra, das war gerade eine extrem knappe Angelegenheit. Alles, was ich dir sagen kann ist, dass Emmeline Vance hier heute Nacht in jedem Fall gestorben wäre. Für eine Flucht wäre sie zu schwach gewesen. Ich denke, dass du ihr eher noch weiteres Leid erspart hast. Aber dass der Dunkle Lord sich scheinbar ernstlich bemüht, nett zu dir zu sein, ist pures Glück. Andernfalls wären wir jetzt wohl erledigt. Er ist kein netter Mensch und seine Versuche, sich heute in deine weiblichen Gefühle zu versetzen, haben uns gerettet. Ich bezweifle aber, dass er sich eine solch unnötige Mühe jemals wieder machen wird."
„Severus, er hat sie getötet, weil ich gesagt habe, dass mich der Anblick stört.", hickste ich.
Seine schwarzen Augen bohrten sich in meine.
„Nichts hätte ihren Tod hier heute Nacht verhindert, wenn dich das tröstet. Aber du wirst lernen müssen, mit solchen Situationen souveräner umzugehen. Es wird mehr und mehr davon geben. Du weißt, was wir beim letzten Mal getan haben. Du warst nur nicht dabei und das wirst du sein, wenn du mir weiterhin unaufgefordert nachlaufen willst."
„Ich weiß nicht, ob ich das aushalten kann."
„Du hast es versprochen."
„Und was, wenn wir einfach…"
„Meinst du, das würde etwas ändern? Meinst du, es wird alles gut für dich, wenn ich dich schwängere?
„Nein, das nicht, aber…"
„Doch, genau das. Du willst aus der Sache hier raus, aber es gibt keinen Weg mehr hinaus, auch mit tausend Kindern nicht. Wir sind gemeinsam zu weit gegangen und ab hier gibt es keinen Rückzug und kein Aufgeben mehr."
„Ich kann das aber nicht aushalten, ohne dass du bei mir bist. Kannst du das denn nicht verstehen? Ich bin doch nur hergekommen, damit ich mit dir reden kann und dich sehen kann. Du hast mich doch völlig im Dunklen hängen lassen."
„Du hättest mir nur eine Eule schicken müssen."
„Das ist doch nicht dasselbe."
„Bei dir ist es nie dasselbe. Hör zu- ich denke, dass ich meinen Standpunkt klar gemacht habe. Du hast dich auf Black eingelassen trotz allem, was ich für dich getan habe und trotz allem, was ich dir war. Ich werde das nicht verzeihen und ich werde es auch nicht vergessen. Ich habe mein Bestes gegeben, um dir einen Platz in meinem Herzen zu schaffen und du weißt, was das für mich bedeutet. Aber du hast diesen Platz weggeworfen- bei der erstbesten Gelegenheit. Black war deine Bewährungsprobe und du bist gescheitert."
