Disclaimer: Mir gehört gar nichts, nicht einmal meine Kaninchen. Sie wohnen nur bei mir.
AN: Endlich ist die EN fertig. Ich danke allen, die diese Geschichte gelesen und an mich geschrieben haben. Wir haben zusammen eine lange Reise angetreten und uns kennengelernt. Und ich habe jeden Moment davon genossen. Vielen dank für die Unterstützung und für die Reviews.
Cassie
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Epilog IIIn den französischen Alpen, an einem Ort, der nur jenen die das dunkle Mal tragen bekannt ist, befindet sich der Sitz des dunklen Imperiums. Vom Nebel umgeben, der sich wie Schleier der Bergfeen um die Türme wickeln, steht die Stadt, früher ein einziges, kleines Schloss, die das Heim von tausenden Todesser und der Herrschenden ist. Der dunkle Lord hat der Stadt den Namen Abydos gegeben.
Die Dementoren patrouillieren ständig um die großen Mauern der Stadt, sie von ihrer Seite in ewigen Winter kleidend. Eiszapfen hängen von den Ästen der Bäume hinab auf denen seit langem keine Blätter mehr wachsen. Auf dieser Seite von Abydos scheint nichts wachsen zu können und die eiskalte Klaue des Winters hat den kleinen Bach für alle Ewigkeit gefroren, wo er jetzt wie ein Erinnerungsstück an die vergangenen Zeiten liegt. Aber auf der anderen Seite der Mauern findet man ein Explosion des Lebens und der Farben.
Unzählige schmale, kopfsteingepflasterte Pfade schlängeln sich durch den bunten Garten, der das Heim der Vögel, Eichhörnchen und Schlangen ist. Auch wenn es Winter wird, scheinen sich nur dessen eiskalte Finger in die Richtung des Garten zu wagen, weil die Zauber die hässliche Seite des Winters fern halten. Baumkronen rascheln als die Krähen an ihnen vorbei sausen und die Falken, welche Briefe tragen, stürzen sich aus der unglaublichen Höhen wie Pfeile auf die schwarze[n] Türme. Überall sind Stimmen zu hören, denn Abydos schläft nie. Wie ein Drache, hält die Stadt immer ein Auge offen, um die Neuankömmlinge zu begrüßen und sie in seine Innereien hinein zu lassen. Gelangt man endlich zum Eingangstor, fühlt man sich gezwungen, einen Moment lang dort zu verweilen und die schwarzen Tulpen und den Schlangenbrunnen zu bewundern. Eine einzigartige Wärme ist zu spüren wenn man durch die Türen tritt und ein himmlischer Duft schlägt einem entgegen. In Wirklichkeit fühlt sich nur ein Todesser so, als sei er endlich nach Hause gekommen, zu der bloßen Quelle der dunklen Magie und fühlt sich von den verschiedenen Düften und Gefühlen, welche sich in einem mischen, überwältigt. Hier lebt die Macht des Imperiums und dessen Seele. Das schwarze Herz, das die führende Hand des dunklen Ordens ist.
Breite Treppen, welche mit weichem, roten Teppich ausgelegt worden sind führen links und rechts nach oben, zum ersten Stock. Auf der anderen Seite der riesigen Eingangshalle, deren Decke so verzaubert worden ist dass sie den Nachthimmel zeigt, steht ein Tor das in den inneren Hof führt. Auf dem Kapitel jeder Säule in der Eingangshalle brennt Feuer in silbernen Schalen, welches die Halle wärmt sowie mit dem notwendigen Licht versorgt. Die Eingangshalle dient noch immer als der Apparierpunkt für die Todesser, obwohl jene, welche ständig aus dem Ministerium ihrer Provinz nach Abydos apparieren, die Appariertore benutzen. Die Appariertorhalle ist auf der rechten Seite im Erdgeschoss zu finden, ein geräumiger, runder Raum, wo mehrere Tore mit auf dem Bogen geschriebenen lateinischen Namen der Provinzen den Kreis säumen.
Kristalle klirren auf dem Kronleuchter als die große Doppeltür welche in die Bibliothek führt leise geschlossen wird und zwei Todesser gehen mit Notizbüchern unter den Armen heraus, leise auf Spanisch redend. Im Vorbeigehen nicken sie einer Todesserin zu, die gerade durch das Tor der russischen Provinz herausgekommen ist, durchqueren die runde Halle und verschwinden im Tor über dessen Bogen das Wort 'Hispanien' in silbernen Buchstaben eingemeißelt worden ist. Gerade als sie verschwinden kommt ein gesamter Trupp der Soldaten aus dem Tor das nach Irland führt heraus, einen Zauberer am Kragen haltend und Richtung Kerker wie einer marschierend. Auf ihrem Weg dorthin ist Klaviermusik aus dem großen Salon zu hören und die Soldaten entscheiden, nachdem sie mit ihrer Aufgabe fertig sind, den Salon zu besuchen.
Heutzutage ist der dunkle Orden das Heim nicht nur der Soldaten und Kämpfer, sondern auch Künstler und Wissenschaftler, alle von denen Schwarzmagier sind und ihre Talente weiter entwickeln und ihr Werk der Welt zeigen wollen. Der neuste Zusatz aus dem russischen Teil des dunklen Ordens ist eine Tänzerin, welche ihre Magie dafür benutzt, um ihr Tanzen zu bereichern und schöner zu machen. Und diese Woche möchte sie ihrer neuen Familie, dem dunklen Orden, zeigen, was sie tun kann. Einladungen zur Aufführung sind in alle Ecken der schwarzmagischen Welt geschickt worden und Musiker die Todesser sind kommen mit ihren Instrumenten, um ihr Tanzen zu begleiten. Dieses Ereignis ist zweifelsohne etwas, was keiner verpassen will. Zum ersten Mal hat solch eine Aufführung eine ganze schwarzmagische Besatzung und auch die Herrschenden werden anwesend sein. Obwohl dies nicht an die große Glocke gehängt worden ist, ist der Name von Laetitia unter den Musikern zu finden, welche die Sologeige spielen wird. Was die Bibliothek angeht kann gesagt werden dass sie heutzutage vier Stöcke beansprucht denn die Todesser bringen ständig Bücher aus ihrer Muttersprache her, aber auch seltene Manuskripte die von schwarzmagischen Themen handeln. Und natürlich gibt es keinen sichereren Ort auf der Welt, um wertvolle Sachen zu bewahren außer Abydos.
Gehe man durch die Tür welche in den Innenhof führt, erblickt man gleich mehrere Treibhäuser, wo der Reichsheiler die Kräuter die er für seine Tränke benötigt wachsen lässt aber hier findet man auch jene Kräuter und Pflanzen, welche unter speziellen Bedingungen wachsen. So kann man dort den Zwergbaum finden, der Eis statt Wasser benötigt aber auch die hüpfenden Pilze, die natürlich in einem Käfig aus Glas aufbewahrt sind, sodass sie ja nicht über Nacht davon hüpfen, wofür sie natürlich berüchtigt sind. Die Blutfamilie des dunklen Lords hat den Innenhof mit Blumen versorgt, welche nur unter dem Mondlicht wachsen und die einen seltsamen, reichen Duft von sich geben der im gesamten Innenhof zu riechen ist. Und dann gibt es natürlich auch die riesigen, weißen Blumen, welche normalerweise in Südamerika wachsen und deren Tränen für Tränke benutzt werden. Man muss nur wissen wie man die Blumen zu Tränen bewegt. Die Blumen geben bestenfalls eine Träne von sich aber eines Tages kam der Reichsheiler, hat einer Blume etwas zugeflüstert und dann ein gesamtes Glas voller Tränen gesammelt. Keiner hat herausgefunden, wie das ihm gelungen ist.
Überall im Innenhof gibt es Bänke, wo sich die Todesser setzen und den Anblick und die Düfte genießen, ein Buch aus der Bibliothek lesen oder Briefe schreiben können. In der Mitte des Innenhofs jedoch steht ein neuer Brunnen, den der Reichsarchitekt vor kurzem gebaut hat. Im Orden wird es debattiert, ob dieses Meisterwerk den Schlangenbrunnen in den Schatten stellt, aber da es um die Kunst geht kann man darüber kein festes Urteil abgeben. Der Brunnen an sich sieht überhaupt nicht besonders aus. Er besteht aus mehreren Steintellern und das Wasser ergießt sich über den Rand des ersten, winzig kleinen Tellers, um in einen größeren zu gelangen. Blaise Zabini hat diesen Brunnen 'Weisheitsbrunnen' genannt weil wenn man eine Münze in einen der Teller wirft eine Botschaft erhält. Eine Hexe kommt mit dem Korb voller Kräuter aus dem Treibhaus nebenan heraus und macht sich auf den Weg ins Labor. Als sie jedoch am Brunnen vorbeigeht, stopft sie die Hand in ihre Tasche, zieht eine Münze heraus und wirft sie in den Brunnen. Eine weibliche Stimme, die ihr sehr bekannt ist, sagt: 'Man soll eine Blume nach den Blumenblättern beurteilen; aber mit Büchern ist es anders. Je hässlicher und älter der Einband, ist es wahrscheinlicher dass das Buch gut ist.' Die Hexe lacht und geht weiter. Das Zitat trifft zu, geht ihr durch den Kopf. Sie fragt sich jedoch wie der Brunnen jedes Mal ein anderes Zitat spricht.
Wenn man den Innenhof durchquert und die Tür welche ins Schloss führt öffnet, gelangt man in eine Eingangshalle, welche jedoch winzig klein im Vergleich zu der anderen ist. Identische Treppen führen nach links und rechts, in den Nord- und Südflügel. Hier sind weniger Todesser zu sehen, welche hin und her eilen, denn diese Flügel dienen meistens als Wohnorte für die Todesser, welche wegen ihrer Pflichten hier wohnen müssen. Die Korridore, welche sich wie Gedärm durch das Schloss schlängeln, werden durch Türme mit den zwei anderen Flügeln verbunden, was für die Todesser welche die andere Eingangshalle oder die Appariertore erreichen wollen gar nichts bedeutet weil das Schloss so riesig ist, dass man eine ganze Stunde dadurch wandern und sich doch am Ende verlaufen kann. Manche Todesser behaupten sogar, dass das Schloss selbst die Korridore und die Zimmer um arrangiert, aber es gibt natürlich keine Beweise dafür. Vor einer sehr langen Weile hat der dunkle Lord die Geheimgänge einrichten lassen, womit man schneller auf die andere Seite des Schlosses gelangen kann. Hier geht es um einen speziellen Raumzauber, der den Raum komprimiert statt vergrößert sowie es normalerweise der Fall ist. Aber da diese Gänge sehr schmal sind ist es nicht ratsam, sie zu benutzen während jemand anderes da drin ist.
Auf einer großen Terrasse im Nordflügel, welche die andere Seite des Gartens überblickt, sitzen vier Menschen und spielen Schach. Die Terrasse ist mit Wärmezaubern und Sonnenstrahlabwehrzaubern belegt worden, aber da es heute bewölkt und ganz schön warm ist, tun die Zauber fast gar nichts.
Der unmenschlich blasse Zauberer mit rabenschwarzen Haaren die er in einem Pferdeschwanz trägt lehnt sich nach vorne und verengt die Augen, über das steinige Schachbrett blickend. Der Zauberer, der bei ihm sitzt, seufzt und verschränkt die Arme vor der Brust.
„Wirst du noch eine Zigarre rauchen während du über deinen nächsten Zur nachdenkst?" fragt er bissig.
Dem Zauberer kann man gleich im Gesicht ansehen, dass er ein reinblütiger Aristokrat ist. Kurzes, blondes Haar das er nach hinten gekämmt trägt, große, blaue Augen, schmale Lippen und ein spitzes Kinn. Lord Voldemort hat erfolgreich seinen Körper älter gemacht und heute sieht er wie ein junger, reinblütiger Zauberer der etwa zwanzig ist aus.
„Schach ist ein taktisches Spiel," murmelt Erebus als sein Blick schnell über das Brett wandert.
„Hier geht es nicht um die Eroberung von Russland," bemerkt Lord Voldemort trocken. „Du kannst verlieren. Obwohl ich es natürlich bevorzugen würde, zu gewinnen." Er lächelt hämisch und blickt in die Runde. „Wenn ich schon mit dir zusammenspiele, möchte ich das andere Team schlagen. Auch wenn ich mir wünsche, du würdest schneller spielen."
Die Hexe welche ihm gegenüber sitzt schüttelt den Kopf und lächelt schief.
„Wir werden sehen," sagt sie. „Ich und Artaius scheinen ein gutes Team zu sein."
Der Zauberer der bei ihr sitzt nickt nur, wobei seine Augen auf den Figuren auf dem Schachbrett fixiert bleiben. Er scheint sich so auf das Spiel konzentriert zu haben dass es ihm beinahe aus dem Kopf raucht.
Seine Lehrerin lacht und nimmt wieder den Cocktail mit einem roten Sonnenschirm in die Hand und nimmt einen Schluck davon.
Drei Minuten vergehen in Stille und dann hebt Erebus endlich den Finger und deutet auf eine Figur. Die anderen schauen gespannt zu als die Figur über das Brett gleitet. Sie hält endlich inne, zieht das winzig kleine Schwert hervor und enthauptet eine weiße. Der kleine steinige Kopf fällt zu Boden und Cazador der Panther, der bisher ruhig geschlafen hat, knurrt.
(„Ruhe, Cazador,") murmelt Artaius, seinen Blick nicht von dem Brett abwendend.
„Du bist an der Reihe, dunkler Prinz," sagt Lord Erebus und verschränkt die Arme vor der Brust, ihm ein hämisches Lächeln zuwerfend. Als er jedoch bemerkt dass er und Lord Voldemort in der gleichen Pose sitzen und auch beide hämisch lächeln, lässt er seine Arme sinken. Manchmal fragt er sich wieso sie diese kleinen Gewohnheiten teilen. Es ist einfach unheimlich.
Artaius lehnt sich stirnrunzelnd nach vorne.
„Ich habe gehört, dass das Gefängnis in der Provinz von USA fertig ist," sagt Lord Voldemort im Plauderton zu seinem Mitspieler.
„In der Tat," erwidert Lord Erebus, dabei Artaius einen amüsierten Blick zuwerfend, wohl wissend, dass ihn sein Plaudern stört. „Es hat eine lange Weile gedauert aber der Senat wollte die Aufgabe richtig erfüllen. Es gibt mehrere Zaubergefängnisse in den USA aber keines von ihnen ist für die gefährlichen Gefangenen geeignet. Dieses jedoch schon."
„Na endlich werden wir ein paar Zellen in den Kerkern leeren können," fügt Lord Voldemort hinzu.
„Wir?" fragt Lord Erebus, wieder seine Arme vor der Brust verschränkend, offensichtlich vergessend, dass er nicht wie der Zwillinge von Lord Voldemort aussehen will.
„Ja, wir," erwidert Lord Voldemort bissig. „Oder hast du vergessen, wer die Kerker vergrößert hat?"
Artaius faucht wütend und die beiden schauen zu ihm.
„Du sollst lernen auch unter Druck und auch wenn man dich stört zu denken," sagt Lord Erebus der Weise.
„Lasst ihn in Ruhe," sagt Seti. „Alles, was ihr beide möchtet, ist zu gewinnen. Und es ist nicht fair dass ihr redet während wir spielen. Wir waren ganz still als ihr nachgedacht habt."
„Und das steht in welcher Regel des Spiels, dass man still sein soll während der Gegner seinen nächsten Zug plant?" fragt Lord Erebus grinsend.
Sie stöhnt und reibt sich die Schläfen. Sie wollte nur mit ihnen Schach spielen aber die dunkle Lords und dunkle Erben im Allgemeinen besitzen einen Konkurrenzgeist der ein einfaches Spiel in einen Wettbewerb verwandeln kann. Diese Eigenschaft ist zweifelsohne für das Ansammeln des Wissens sehr nützlich aber in dieser Situation nicht.
Urplötzlich öffnet sich die Tür welche auf die Terrasse führt und alle drehen sich um. Seti seufzt.
„Tut mir sehr, sehr leid," sagt Laetitia, die Hand eines Mädchens haltend. „Mein Lord, mein Prinz, meine Lady. Sie wollte... sie wollte sich nur vergewissern, dass es Euch gut geht. Sie hatte einen Albtraum und war sicher, dass etwas Schlechtes passiert ist."
Das Mädchen tritt durch die Glastür und schaut sich mit großen Augen um. Ihr Blick fällt auf die dunkle Lady und sie lächelt.
(„Was hab ich dir gesagt?") fragt Laetitia streng. („Ihr geht es gut. Und jetzt lass sie in Ruhe.")
Das kleine Mädchen, das etwa vier Jahre alt ist, legt ihre Arme um die Schultern der dunklen Lady und schnieft.
(„Ich hab geträumt, dass man dich getötet hat,") flüstert sie und reibt sich die Augen.
(„Keiner kann das tun, Demetra,") sagt Lady Seti und fährt ihr zärtlich über den Kopf. („Ich sterbe nicht. In Ordnung? Lernst du?")
(„Ja, die Professorin kommt bald, sagt Mami,") sagt die kleine Demetra mit einem breiten Lächeln.
(„Na gut, also solltest du dich für den Unterricht vorbereiten, ja? Lerne brav und wir sehen uns später,") sagt die dunkle Lady.
(„In Ordnung,") sagt die Kleine, dreht sich gehorsam um und hüpft glücklich zu Laetitia, die schnell ihre Hand ergreift.
„Tut mir leid," sagt sie nochmal zu allen. „Es war ein Notfall."
Sie verschwinden durch die Tür, wobei Laetitia ihrer Tochter etwas schnell und leise auf Französisch erklärt.
„Wie geht das mit Bellatrix und dem Unterrichten der Kleinen?" fragt Lord Voldemort.
„Ziemlich gut," erwidert Seti. „Es tut Demetra gut, dass Bellatrix kein Französisch mit ihr spricht. So ist sie gezwungen, Englisch zu reden."
„Ich hab einen Auftrag für Laetitia," sagt Lord Erebus. In diesem Moment deutet Artaius mit dem Finger auf das Brett und eine weiße Figur setzt sich in Bewegung.
„Ausgezeichnet, Artaius," sagt Seti grinsend, über das Schachbrett blickend. „Ihr seid dran, Meister."
Lord Voldemort presst die Lippen zusammen und mustert die Schachfiguren.
„Wo sind wir stehengeblieben?" fragt Seti Artaius, sich ihm zuwendend. „Ach ja. Wie stehen die Sachen in Russland?"
Artaius benötigt zwei Sekunden um zu begreifen warum sie ausgerechnet jetzt und hier darüber reden will.
„Nun die Ministerin hat gerade das Verhör der Gefangengenommenen abgeschlossen," sagt er. „Aber sie hat darauf bestanden, dass man ihre Häuser gründlich untersucht und auch mit ihren Bekannten redet. Sie hat nach Erlaubnis gebeten, das Veritaserum zu benutzen. Das habe ich gewährt."
„So was muss sie überhaupt nicht fragen," sagt die dunkle Lady stirnrunzelnd. „Wenn es um solche Situationen geht, wo die Sicherheit der Provinz gefährdet ist, darf sie jedes Mittel benutzen das ihr einfällt."
„Genau, das habe ich ihr gesagt," sagt Artaius und wedelt mit der Hand. „Aber aus irgendeinem Grund möchte sie alles überprüfen."
„Das an sich ist keine schlechte Sache," sagt die dunkle Lady.
Lord Voldemort hebt den Blick, zückt seinen Stab hervor und wedelt damit in ihre Richtung. Dann widmet er sich wieder dem Spiel.
„Das ist sehr schön," meint die dunkle Lady trocken. „Eine schalldichte Blase um sich zu errichten."
Lord Erebus grinst teuflisch und schaut amüsiert zu Lord Voldemort, der mit dem Kopf zur Seite geneigt seinen Zug plant, diesmal in aller Ruhe. Keine Mädchen und kein Artaius.
„Wir haben nur von euch etwas gelernt und es angewendet," bemerkt Seti.
„So ist es richtig," meint der dunkle Lord schleppend.
In diesem Moment fliegt ein Spatz hoch über ihre Köpfe und landet auf dem Geländer. Cazadors Augen öffnen sich langsam aber als er den Spatz erblickt, setzt er sich schnell auf.
„Oh nein," flüstert Artaius. „Er mag Spatzen zu jagen. (Cazador, bleib liegen. Kapierst du? Keine Spatzen.)"
Die dunklen Augen des Panthers aber sind fest auf den Spatz fixiert, der weiter unschuldig auf dem Geländer steht.
„Du bist dran, dunkle Lady," sagt Lord Voldemort, sich zurücklehnend.
„Oh," sagt sie. Ihre Augen glitzern. „Sehr schlau. Mal sehen..."
Urplötzlich fliegt der Spatz laut zwitschernd wieder über ihre Köpfe und landet irgendwohin hinter Lord Erebus. Laut knurrend springt Cazador auf, trotz der Warnungen und Proteste seines Meisters und saust in die Richtung des Tisches. Im Bruchteil der Sekunde fallen vier Stühle zu Boden und der schwarze Panther bleibt in der Luft erfroren schweben.
Die vier lassen ihre Stäbe sinken und Lord Erebus verdreht die Augen in Artaius' Richtung.
„Es tut mir leid," sagt Artaius tief durchatmend, sein Haustier musternd. „Die Spatzen treiben ihn in den Wahnsinn. Keine Ahnung, warum dem so ist. Vielleicht war ich etwas naiv denkend, dass ich einen Panther trainieren kann. Er ist schließlich ein Jäger und die Jagd ist ihm im Blut."
„Ihr seid einander sehr ähnlich also," bemerkt Lord Voldemort trocken. Die dunkle Lady schnaubt vor Lachen. „Nächstes Mal aber bleibt der Panther in deinem Zimmer."
„Ich denke, dass wir genug vom Schach hatten," sagt Lady Seti entschlossen. „Ich wollte mich nur etwas entspannen und meine Logik üben, aber ihr beide seht ein einfaches logisches Spiel als einen Krieg an. Ich brauche keinen zusätzlichen Stress, vielen Dank. Wir können gleich etwas zusammen trinken und zur Sache kommen."
„Ich bin dafür," sagt Artaius, die Hand in die Luft hebend.
Lord Erebus schüttelt den Kopf und wirft dem Schachbrett noch einen Blick zu.
„Nur weil ihr nicht wollt, besiegt zu werden," meint er. „Aber gut. Ich stimme zu. Meister?"
„In Ordnung," sagt Lord Voldemort resigniert.
Erebus lässt das Brett verschwinden und ruft einen Elf, sodass jeder sein Getränk bestellen kann und die Schwarzmagier setzen sich wieder.
„Also der Grund warum ich mit euch allen sprechen wollte," fängt Lord Voldemort an als der Elf weg ist, „ist weil ich Neuigkeiten in Bezug auf deinen kleinen Schüler habe, Lord Erebus."
Alle halten inne und Lord Voldemort lächelt geheimnisvoll. Nach einer künstlichen Pause, spricht er weiter. Wie immer genießt er es, im Rampenlicht zu sein und ein neuer Körper hat nichts daran geändert.
„Er scheint Veränderungen mit gravierenden Folgen in seiner Realität verursacht zu haben, weil die anderen Realitäten langsam nach seiner Realität ausgerichtet werden," sagt er ernsthaft.
„Könntet Ihr uns genau sagen, was das bedeutet?" fragt Lord Erebus.
„Details sind unwichtig," sagt Lord Voldemort und winkt ab.
Erebus schaut mit dem Ausdruck 'verstehe, du weißt es nicht' zu seinem Glas.
„Aber das bedeutet hauptsächlich dass mein anderes Ich in seiner Realität wieder zum Leben erweckt worden ist und dass sie zusammen daran arbeiten, die dunkle Seite aufzubauen," sagt Voldemort statt zu Erebus' Gedanken etwas laut zu sagen.
„Das ist großartig," meint die dunkle Lady begeistert. „Das heißt dass die anderen Paralleluniversum in die Richtung der Ära der Dunkelheit gehen."
„Genau," sagt Lord Voldemort und nickt. „Vielleicht wird sie nicht so schnell eintreten, aber es ist genug, dass die Sachen im Gang gesetzt worden sind."
„In dieser Realität ist der Krieg schon vorüber," sagt Artaius nachdenklich. „Wann ist die Ära der Dunkelheit in dieser Welt eingetreten, Meister?"
„Es ist schwer zu sagen," sagt Lord Voldemort nachdenklich und schaut zum Himmel.
Lord Erebus wirft ihm einen weiteren 'verstehe, du weißt es nicht' Blick zu und schaut zu Artaius.
„Es passiert nicht in einem einzigen Moment, aber ich würde sagen dass ich, indem ich mich der dunklen Seite angeschlossen habe, die Herrschaft des Lichtes ernst gefährdet habe," sagt er.
„Ich würde eher sagen dass dies passiert ist als du mich zum ersten Mal zum Leben erweckt hast," bemerkt Lord Voldemort trocken.
„Ihr habt die Prophezeiung vergessen, Meister," erwidert Erebus sachlich. „Die sagt dass der Stern der Zauberwelt erlöschen wird. Was nämlich besagt dass ich zur dunklen Seite überlaufen werde. Und dann beschreibt sie den blutigen Krieg den wir geführt haben, um die Herrschaft der Dunkelheit herzustellen."
„Du gibst dir selbst zu viel Bedeutung, Lord Erebus," sagt Lord Voldemort.
Die dunkle Lady verdreht die Augen. Sie hat ihr Gezänk einfach satt, unabhängig davon wie niedlich es manchmal sein kann. Denn sie hört ihnen jahrelang zu und auch der Tod scheint nichts daran ändern zu können.
„Es passiert also nicht in einem einzigen Moment," sagt sie zu Artaius. „Und die Welt und die Menschen mit ihrem freien Willen sind zu komplex um sie derart zu vereinfachen. Manchmal ist es wie mit einem Kartenhaus – falls man eine einzige nur einen Millimeter zu viel nach links stellt, stürzt das Haus ein."
Artaius nickt langsam und scheint darüber nachzudenken.
„Nun, wir alle haben unseren Beitrag geleistet, groß oder klein," fährt Lady Seti fort. „Und das Imperium wäre nicht das gleiche ohne einen von uns."
Sie hebt ihr Cocktailglas.
„Auf die Dunkelheit," sagt sie.
„Die dunkle Lady hat Recht," sagt Lord Voldemort, sein Glas hebend. „Auf die Dunkelheit."
Lord Erebus hebt kommentarlos sein Glas hoch und Artaius tut es ihm eifrig nach.
„Hoffen wir, dass die anderen Realitäten bald unserem Beispiel folgen," sagt er. „Was wenn sie es nicht tun?"
Alle schauen zu Lord Voldemort, der wieder geheimnisvoll lächelt. Rampenlicht.
„Das werden sie," sagt er leise. „Ja, der Krieg ist vorüber. Die Welt ist ein globales dunkles Imperium. Aber wir haben noch zu tun. Und das wollte ich gerade sagen. Wir hatten genug Zeit, um unsere Herrschaft stabil zu machen. Jetzt aber müssen wir uns unserem Problem zuwenden."
„Welchem denn, Meister?" fragt Artaius überrascht.
Lord Voldemort neigt den Kopf zur Seite und schaut in die Ferne, wobei Lord Erebus' Ausdruck plötzlich todernst wird.
„Ich stelle euch eine einzige Frage," sagt Lord Voldemort und blickt in die Runde. „Was machen wir mit den Muggeln?"
