Das Schreiben geht mir im Augenblick wieder einmal sehr leicht von der Hand. Endlich;-)
Ja, ja Tini, wir nähern uns dem Ende. Ich finde es aber auch schade, ich kann mir gar nicht vorstellen, nicht mehr an der Geschichte zu schreiben;-) Wie immer vielen Dank für dein liebes Review.
Und nun, eich allen viel Spaß beim Lesen.
Kapitel 52
Der November war kalt, stürmisch und verregnet.
Selbst in den Kerker hörte man den Wind noch durch den Schornstein pfeifen, das Feuer prasselte unruhig vor sich ihn. Immer wieder wurde es durch einen Windhauch stärker entfacht.
Felicita schaute auf die Feuerstelle, ohne das Bild das sich ihr bot wirklich wahrzunehmen.
Seit Tagen schon war sie vollkommen in sich gekehrt. Eigentlich wartete sie nur noch auf den Moment, in dem sie gerufen wurde. Auf den Moment, in dem die Todesser das Schulgelände stürmten. Jeder Tag der verging, ließ sie den Kopf schütteln. Worauf warteten sie?
Es dauerte einige Sekunden, bis sie das Klopfen an der Tür wirklich wahrgenommen hatte. Mühevoll kehrten ihre Gedanken in die Gegenwart zurück.
Auf ihr leises „Herein" öffnete sich die Tür.
Remus trat ein, blickte ihr sorgenvoll in die Augen.
„Wie geht es dir?"
Fragte er vorsichtig.
Die junge Frau lächelte leidvoll.
„Wie sollte es mir gehen? So wie gestern, vorgestern und die Tage davor..."
Er schüttelte den Kopf.
„Du solltest endlich aufhören die Vorwürfe zu machen. Es lässt sich nun nicht mehr ändern. Vielleicht hat Severus einen Weg gefunden..."
Sie unterbrach ihn harsch.
„Es war meine Aufgabe einen zu finden...
Ich habe versagt, das weißt du genau so gut wie ich.
Ihr alle wisst es."
Wieder konnte er nur mit dem Kopf schütteln.
„Es steht meines Wissens nach nirgends geschrieben, dass du den Trank entwickeln musst.
Keiner hält dich hier für eine Versagerin.
Du hast sehr viel geleistet, du hattest die Idee den Trank so zu entwickeln.
Severus ist ein großartiger Meister der Zaubertränke, er wird einen Weg gefunden haben, da bin ich mir sicher."
Erst jetzt schaute sie Remus bewusst an.
„Was, wenn er es nicht geschafft hat?"
Er atmete tief durch, seufzte beinahe.
„Dann werden wir einen anderen Weg finden, Voldemort zu besiegen.
Gemeinsam."
Einige Minuten schwiegen beide. Remus setzte sich in den zweiten Sessel am Kamin. Es war Felicita, die die Stille schließlich durchbrach.
„Sie werden bald kommen, Remus. Ich weiß es.
Er nickte.
„Ich weiß, das hast du schon öfter gesagt."
In diesen Worten schwang weder Zweifel noch Spott. Es war einfach nur ein Feststellung.
„Habt ihr soweit alles vorbereitet?"
Fragte Felicita.
„Ja, die modifizierten Banne sind errichtet, Harry ist auch hier, er ist vor wenigen Stunden eingetroffen. Der letzte Horcrux ist vernichtet, aber das wusstest du ja schon."
Ja, das wusste sie. Eine Vision hatte sie an diesem großartigen Moment teilhaben lassen. Nagini war getötet worden.
Und das obwohl dieses kleine Biest verdammt schnell gewesen war.
Ron Weasley lag mit einer schweren Vergiftung auf der Krankenstation. Die Schlange hatte ihn in den Arm gebissen. Poppy schätzte seine Überlebenschancen sehr gering ein. Eigentlich, so hatte sie es Felicita vor gut zwei Stunden erzählt, hatte er gar keine.
Das Gift hatte bereits eine Organe angegriffen, sie würden sich zersetzten, ohne das ein Zauber oder Trank diesen Prozess würde aufhalten können.
Remus fuhr fort.
„Den Schülern wurde gesagt, dass ein Angriff kurz bevor steht. Wir haben es ihnen frei gestellt, das Schloss zu verlassen. Wie erwartet wollte keiner gehen.
Die Auroren, wie Alastor oder Kingsley sind natürlich froh, dass wir noch 18 fast vollständig ausgebildete Magier zur Verstärkung hier haben.
Ich finde es schrecklich, es sind Kinder, die gar nicht wissen, worauf sie sich einlassen."
Felicita musste lächeln.
„Remus, wie alt warst du, als du dem Orden beigetreten bist, 17?"
„Das war etwas vollkommen anderes. Wir hatten Gelegenheit zunächst im Verborgenen zu agieren. Es stand nicht fest, das wir uns in einen Kampf auf Leben und Tod stürzen."
Sagte er aufgebracht.
„Das wollte ich damit auch nicht sagen. Es ist schrecklich.
Doch du musst dir vorstellen, wie sie sich fühlen würden, würden sie das Schloss jetzt verlassen. Wie Verräter. Sie wollen helfen, koste es was es wolle.
Ich kann sie gut verstehen."
Felicita sprach ruhig. Sie konnte auch gut verstehen, dass der Werwolf besorgt war.
Sie war es schließlich auch. Wer wollte schon mit ansehen, wie Kinder ermordet wurden. Und dennoch, sie war vorallem dankbar, dass sie blieben. Das sie bereit waren zu helfen.
Remus setzte seinen Bericht fort.
„Filius ist aus dem verbotenen Wald zurück.
Er und Firence haben es tatsächlich geschafft, einige Zentauren zu mobilisieren.
Der Großteil wird sich zwar wie immer aus allem heraus halten, doch vier werden helfen.
Ach ja, Hagrid meinte, auch er hätte noch etwas zur Verteidigung in der Hinterhand. Er wollte uns allerdings nicht verraten, um was es sich handelt.
Naja, ich versuche mir deswegen keine Sorgen zu machen."
Sagte er mit einem feinen, kaum zu erkennbaren Lächeln.
„Charly Weasley ist auf dem Weg hier her.
Er hat die wohl größte Überraschung von allen im Schlepptau.
10 Drachen. Und ausreichend Kollegen, die der Meinung sind, sie so unter Kontrolle zu haben, dass sie für unsere eigene Seite nicht zur Gefahr werden."
Er atmete tief ein.
„Er weiß das mit seinem Bruder noch nicht. Ich hoffe er wird rechtzeitig eintreffen um sich zu verabschieden."
Schnell wechselte er wieder das Thema.
„Ich hoffe inständig, das nicht auch die Todesser über Drachen verfügen.
Das einzig wirklich gute an den Tieren ist, dass sie gegen jegliche Art von Magie resistent sind, die genutzt wird, um ihnen den Willen der Menschen aufzuzwingen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Todesser ihre Zeit damit verbracht haben, sich Stachelbückel zu zähmen. Das ist eine Aufgabe, die Jahre der intensiven Auseinandersetzung mit diesen Tieren voraussetzt, aber ganz ausschließen können wir es nicht..."
In diesem Augenblick klopfte es erneut, Poppy betrat ohne eine Reaktion abzuwarten den Raum.
„Das Ministerium wurde überfallen..."
Sagte sie vollkommen außer Atem.
„Der Minister ist getötet worden, sowie alle anderen die sich im Gebäude befanden. Es gibt wohl keine Überlebenden."
Remus und Felicita starrten sie entsetzt an, unfähig etwas zu sagen.
Die Krankenschwester fuhr fort.
„Das ganze fand vor wenigen Minuten statt. Ich möchte das Wort Glück nicht benutzen, aber da es bereits nach Feierabend war, wenn auch nur wenige Minuten, hatte sich ein Großteil der Mitarbeiter bereits nach Hause begeben..."
Die Ravenclaw fand als erste ihre Sprache wieder.
„Woher wisst ihr davon, wenn es keine Überlebenden gab."
„Als die ersten Todesser das Gebäude gestürmt hatten, schickten einige Auroren geistesgegenwärtig Eulen an Kollegen, eine erreichte auch Minerva.
Es war die von Alastor. Auch er ist unter den Opfern."
Mit diesen Worten verlor Poppy die Fassung, sie begann zu weinen. Doch sie berichtete weiter.
„Alle Mitarbeiter des Ministeriums sind nun auf dem Weg hier her.
Es muss so schnell wie möglich eine neue Regierung ausgerufen werden, bevor Voldemort selbst sich noch zum neuen Minister ernennt.
Die ersten sind bereits eingetroffen..."
Felicita lauschte weiter Poppys Erzählungen, doch der Inhalt der Worte schien sie nicht mehr zu erreichen. Das Blut rauschte laut in den Ohren, sie konnte spüren, wie ihr Herz kräftig gegen ihre Brust schlug. Sie schloss die Augen um sich zu beruhigen, atmete drei mal tief ein und aus.
Als sie sie wieder öffnete, hatte sich die Umgebung verändert.
Sie befand sich in einer großen Halle, hell erleuchtet.
Es war kalt, sie konnte ihren eigenen Atem vor sich in Wolken aufsteigen sehen.
Sie war von Todesser umgeben, es mussten ca 60 sein, alle fixierten sie einen Punkt.
Als sie den Blicken der Anwesenden folgte, entdeckte sie Voldemort.
Er stand erhöht, auf der dritten Stufe einer Treppe.
Seine Stimme drang durch die Halle, das Zischen echote von den kahlen Wänden.
„... erfolgreich.
Die Getreuen haben den Sieg für uns errungen. Der Minister ist tot. Mit ihm sind viele andere gestorben. Die Zahl unserer Gegener hat sich somit um einiges dezimiert und das binnen weniger Minuten. Schwächlinge, es waren nichts als Schwächlinge.
Die, die sich nicht im Ministerium befanden, sind nach Hogwarts geflohen.
Wie dumm und einfältig.
Sie fliehen zum nächsten Ziel meiner Rache.
Wir werden es beenden. Unser Ziel ist in greifbare Nähe gerückt.
Meine Todesser haben bewiesen, wozu sie in der Lage sind.
Noch heute Nacht werden wir der verdorbenen, von unreinem Blut verschmutzten Gesellschaft den Gar aus machen.
Wir werden sie vernichten. So bald alle aus dem Ministerium zurück gekehrt sind, werden wir aufbrechen.
Der Erfolg dieser Nacht lässt mich vielleicht über die eine oder andere Unfähigkeit der letzten Wochen hinwegsehen"
Der letzte Satz war eindeutig eine Drohung gewesen.
In diesem Moment öffnete sich am anderen Ende der Halle eine Tür, der Widerhall war deutlich zu hören.
Kein Todesser wagte es, den Blick von Voldemort abzuwenden.
Doch Felicita tat es. Sie fuhr erschrocken zusammen.
Mit weit ausfallenden Schritten durchquerte Severus die Halle.
In seinen Händen trug er einen Kelch.
Er hatte sich nicht verändert, sah genauso aus wie an dem Morgen Ende Juni, an dem Felicita ihn das letzte Mal gesehen hatte.
Voldemort reagierte auf sein Erscheinen.
„Ah, Severus. Ich sehe, du hast dein Werk vollendet?"
Dieser war gerade an der Treppe angelangt. Er verneigte sich tief.
„Jawohl mein Lord. Es ist vollbracht."
Der dunkle Lord wirkte keinesfalls zufrieden.
„Es hat auch lange genug gedauert. Ich dachte schon, du würdest versagen."
Eine Drohung lag in seiner Stimme, nicht zu überhören.
„Mein Lord, ich weiß, dass ich Eure Geduld im Übermaß strapazierte, doch ich denke, die Arbeit hat sich gelohnt."
Sagte Severus noch immer gen Boden gebeugt.
„Über den Erfolg deiner Arbeit entscheide ich allein, nur ich kann wissen, ob es sich gelohnt hat, dich von so vielen anderen Aufgaben zu entbinden. Vergiss das niemals."
Zischte er zur Antwort.
„Ich werde es nicht vergessen, mein Lord."
Erst jetzt wirkte Voldemort zufrieden.
„Erhebe dich Severus."
Zu seinen Anhängern blickend, fragte er.
"Wer meiner Getreuen ist bereit, diesen Trank für mich zu probieren."
Binnen Sekundenbruchteilen flogen Dutzende Hände in die Höhe.
Voldemort ließ sich bei seiner Wahl einige Sekunden Zeit, ließ seinen Blick über alle Anwesenden schweifen.
„Macneir, tritt vor. Ich erweise dir die Ehre."
In diesem Augenblick konnte Felicita in vielen Gesichtern der Umstehenden Enttäuschung und Neid erkennen.
Severus gab dem Todesser den Becher in die Hand. Dieser führte ihn an seine Lippen und trank einen Schluck. Er wusste nicht einmal, was er trank. Es hätte genauso gut Gift sein können. Eigentlich war es genau das. Gift.
Es dauerte nur wenige Sekunden, bis Felicita in den Augen von Macneir ein Funkeln sah. Er tat einige tiefe Atemzüge und wandte sich dann an Severus.
„Das ist unglaublich..."
Voldemort beäugte ihn misstrauisch.
„Wie fühlst du dich?"
Der Todesser schien einige Sekunden nach den richtigen Worten zu suchen.
„Großartig, mein Lord.
Ich spüre, wie mich die Magie durchflutet... Ich fühle mich stark, unglaublich stark. Ich erwarte nur einen Befehl von euch."
Der dunkle Lord nickte.
„Wir warten noch einige Minuten.
Ich möchte sehen, was dann geschieht."
Die Minuten vergingen, Macneir schien kaum noch still stehen zu können.
Felicita konnte deutlich erkennen, dass er vollkommen von Tatendrang erfüllt war. Was auch immer Severus für eine Lösung gefunden hatte, sie wich deutlich von dem ab, was sie selbst Remus zum probieren gegeben hatte.
Auch er hatte sich gut gefühlt, stark. Doch nicht so sehr wie dieser Todesser.
Nachdem die von Voldemort vorgegebene Zeit verstrichen war, sprach er zu Severus.
„Du hast deine Aufgabe erfüllt. Wenn auch sehr spät.
Sollte diese Wirkung anhalten, werde ich dich dafür belohnen."
An die anderen Todesser gewannt fuhr er fort.
„Dieser Trank wird meine Macht auf alle Zeiten sichern.
Ich werde unbesiegbar regieren, unsterblich bis in alle Ewigkeit.
Heute Nacht werden wir Geschichte schreiben. Niemand wird es sich je wagen, meine Kräfte in Frage zu stellen."
Nun nahm er selbst den Trank in die Hand und leerte ihn mit einem Zug.
Die Umgebung verschwamm vor Felicitas Augen.
Remus stand vor ihr, sah sie besorgt an.
Doch bevor er auch nur eine Frage stellen konnte, hatte Felicita die Worte bereits gesprochen.
„Es beginnt. Voldemort, er kommt hier her. Jetzt."
Das Finale ist hiermit eingeleutet.
Wie hat es euch gefallen? Schreibt es mir bitte, ja?
Bis bald
Eure Vestilia
