Tataaaaaa, ich weiß, ich update so was von unregelmäßig, dass diese Unregelmäßigkeit schon wieder regelmäßig ist XD Witz. Aber nun ist das Kapitel fertig und ein wenig anders, als ich dachte, aber vielleicht besser als ursprünglich geplant. Man muss ja nicht alles schreiben, was einem durch den Kopf hüpft. Wünsch viel Spaß! Uuuuuuuuuuund Nachtrag: Habs heut doch noch mal überarbeitet und hoffe, dass ich jetzt nicht irgendwo beim updaten nen Wurm reingebracht habe. Ich wollt nicht wieder das ganze Kapitel neu hochladen und habs mit Copy Paste versucht. Hoffe, da ist nichts verloren gegangen... Naja, baba!


Reviews:

Mannequin: Grüß dich =) Hehe, Timing XD Ich kann momentan irgendwie Abends auch nicht schlafen und man soll ja aufstehen und 10 min was anderes tun, um dann besser einschlafen zu können, aber ich versuch mich dennoch zu zwingen. Geht dann nach ner Stunde oder so... Geht's mit der Erkältung wieder? Ein bisschen Erkältung ist okay. Also, wenn ich nur ein wenig schniefe oder huste, kann ich damit leben, aber wenn's dann so richtig ausbricht, fühl ich mich immer total elend. Da bald wieder Winter ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis ich mich erkälte... Ich bin so anfällig dafür.

Ja, leider. Fleur fand ich auch sehr unpassend umgesetzt. Aber sie tauchte ohnehin kaum im Film auf. Jetzt so nachgedacht, fand ich auch das vierte Buch sehr schlecht umgesetzt, denn mir fehlten die ganzen Szenen, die für mich das Buch richtig gut machten. Ich war ja auch immer ein Fan der Harry-Weasleys-Beziehung und in diesem Buch hat er Ron's Brüder zum ersten Mal kennengelernt. Kann mich gerade aber irgendwie nicht mehr an Charlie oder Bill erinnern... Im Buch war das irgendwie so schön warmherzig beschrieben mit den beiden Brüdern.

Auch deswegen les ich irgendwie lieber die Bücher als mir die Filme anzusehen, wobei ich mir auch gern die ersten drei Filme ansehe. Da zumindest fand ich die Bücher ganz gut umgesetzt. (Aber vielleicht auch nur, weil ich da die Filme zuerst angesehen habe, bevor ich die Bücher las) Wenn ich die Bücher nach Film 3 lese, sehe ich die Charaktere vor meinem geistigen Auge zumindest noch genauso, wie ich sie mir vor den Filmen vorgestellt habe und irgendwie sind sie mir so auch lieber.

Dann bin ich ja beruhigt im Bezug auf Snape. In BtF war ja er ja irgendwie gar nicht wirklich vorhanden, aber das war wirklich, weil er mir nie als ein Charakter vorkam, den ich in meiner HP Vorgeschichte großartig miteinbinden wollte. Ich denke, es gibt mittlerweile ohnehin genug andere FF's, die mit ihm und Lilli handeln.

Richtig, im Bezug auf Anna. Ich muss bei ihr zugeben, dass sie eines der Charaktere in Black Heart war, dessen Entwicklung in CofX nicht ganz so geplant war, wie sie jetzt erfolgt und ich muss immer wieder schauen, dass es sich nicht mit Ereignissen aus BH widerspricht. Die FF begann ja damals noch vor dem Erscheinen von Buch 6.

Talya... hm... Mit einem neuen Charakter ist es wohl immer so eine Sache. Kann die Spannung in einer Geschichte steigern und das Interesse wecken oder sie ganz kaputt machen. Je nachdem wessen Charakter man zugeneigter ist, schätze ich. Da ich in Twillight das Edward-Bella Pairing mochte, fand ich auch die Aktionen von Jacob nicht gut. Ist hier schätz ich mal ähnlich. Nur hat es weniger mit dem Pairing zu tun, mehr mit den Charakteren selbst. Also, welchen Charakter man lieber hat. Lilli oder James. Talya ist nämlich nicht jedermanns Freund. War ja bei HP auch so, dass es einige gab, die dann meinten, dass Harry zu fies(?) wäre und es verdient hätte, dass man ihn demütigt. Da ich ein absoluter Harry Sympathisant war, wollte ich das natürlich nicht und mochte auch die Charaktere nicht, die das taten.

Yup, ich denke, dass ich es auch in den nächsten Kapiteln erklären kann, warum Cygnaius so ist, wie er ist oder auch so geworden ist, wie er jetzt ist und ich weiß nicht, ob das nun eine Spinnerei von mir wäre oder tatsächlich etwas, dass ich auch ausführe. Alles um die vorherige Generationen rum erzählen. Entweder mach ich das auch wieder nur als eine Art Rückblende über mehrere Kapitel oder es wird tatsächlich in einem Kapitel erzählt, ohne dass die jetzige Generation das mitkriegt. Weiß noch nicht, ob es besser vor ihnen geheim bleiben sollte oder nicht. Es gibt nämlich noch einen weiteren Charakter außer Talya, den man im letzten Drittel noch ein wenig näher kennenlernen wird.

Zu Lilli gibt es die Aufklärung in diesem Kapitel.

Ne, Diana folgt nicht Shanoba. Sie liebt Remus und würde ihn nicht noch mal verraten. Es folgen Shanoba so gut wie alle Phowlyris, bis auf ein paar wenige, die sie nicht wirklich Beachtung schenkt. Diese paar wenige folgen dafür Diana, aber es ist eben doch eine kaum beachtbare Menge für die gefallene Phowlyris sich irgendwie bedroht zu fühlen.

Thx fürs Review =) Liebe Grüßle (und falls noch krank bist: Gute Besserung)


Anonym: Hallou =) Thx, freu mich, wenns gefallen hat. Rüchtig, alles was Lilli betrifft wird in diesem Kapitel aufgegriffen und aufgelöst.

Das ist eine gute Frage, aber mit der muss sich James wohl erst mal ne Weile beschäftigen, was er nun tun soll.

Jilli ist 3, in Ponesterjahren. Sie ist gezeugt worden, als James und Lilli noch in Hogwarts war und das dürfte jetzt so ungefähr 3 Jahre her sein.

Yep, Sirius wird alles versuchen, was er kann. Er weiß nicht, warum Anna ihn nicht heiratet, nur James weiß es. Ich kann dir jetzt schon versprechen, dass es bei Sirius und Anna anders sein wird, als die Reaktion von Sirius nach Anna's Tod bei BtF.

Nein, Anna kann Harry immer noch nicht halten, bzw. will ihn nicht halten. Aber auch darauf wird noch näher eingegangen. Sie wird noch Harrys Patentante. XD

Herbstferien sind immer gut =) Ich sehn mich jetzt auch schon wieder nach meinen Semesterferien, dabei hat das Semester gerade erst angefangen. Naja, wenn ich alles lerne, statt Mut zur Lücke, hätte ich die Probleme ja nicht. Bin wirklich selbst schuld. Jetzt bleibt abzuwarten, ob ich es in diesem Semester besser geplant habe.

Thx fürs Review =) Liebe Grüßle


Chapter 52 – crossroads IV - closure

„Ist sie in Ordnung?"

„Ja, sie wird schon wieder."

„Was ist passiert?"

Stimmen... Es waren zu viele Stimmen die zu ihr durchdrangen und alle waren dumpf und verzerrt.

Lilli schaffte es ihre müden Augenlider zu öffnen und blinzelte sich den Blick frei. Langsam nahmen die Umrisse richtige Formen an und die Stimmen wurden klarer.

„Sie kommt zu sich!" hörte sie James' vertraute Stimme und sah ihn auf sich zukommen. Direkt neben ihm war Stradford und auch sie schritt zu Lilli ans Bett.

„Ein Glück!" sagte er erleichtert. Er half ihr sich aufzurichten, so dass sie mit beiden annähernd auf Augenhöhe war.

„Was ist passiert?" fragte sie schwach. Sie lag in ihrem Bett im Potter Haus, aber konnte sich nicht erinnern, wie sie hier hergekommen war.

„Wie fühlst du dich?" fragte Stradford besorgt während sie den Zustand der Patientin überprüfte.

„Okay," antwortete Lilli wahrheitsgemäß. „Was ist passiert?"

„Todesser," erklärte James finster und noch bevor er näher darauf eingehen konnte, war Lilli ihm ins Wort gefallen.

„Harry!"

„Harry geht's gut," sagte er sofort, um seine Frau zu beruhigen und drückte sie wieder ins Bett hinab. „An und Padfoot passen unten auf unsere Kinder auf."

„Kinder?" fragte sie verwirrt.

„Kinder?!" wiederholte Stradford und war sichtlich genauso verwirrt wie ihre Patientin. James aber gab lediglich ein amüsiertes Schmunzeln von sich. Nachdem die Heilerin ihre Untersuchung beendete, ließ sie die beiden wieder alleine. James setzte sich zu seiner Frau ans Bett und wartete ab, bis sie das Zimmer verlassen hatte.

„Okay, was meintest du mit Kinder?" fragte sie ohne zu zögern. Sein kontinuierliches schmunzeln ließ in ihr merkwürdige Gedanken aufkeimen. Er sah zur Seite und sie folgte seinem Blick. Lilli zuckte zurück als sie ein kleines Mädchen hinter dem Türrahmen schüchtern hervorlugen sah und noch mehr irritierte es sie, dass das Kind genauso aussah wie sie selbst in dem Alter bis auf die Haselnussbraunen Augen, welche... Und Lilli sah ihn verwirrt an.

„Jilli Potter, unsere ich glaube 3jährige Tochter," stellte James vor und obwohl er wie ein Honigkuchenpferd grinste erkannte sie, dass er dies absolut ernst meinte.

„Hallo Mammi," sagte das Mädchen, blieb jedoch nach wie vor in Deckung. Lilli wusste nicht wie sie darauf reagieren konnte, also starrte sie James weiterhin verwirrt und schockiert an. Er hatte das Grinsen nicht verloren und war sofort aufgesprungen, um zur Tür zu rennen, das kleine Mädchen in seine Arme zu heben und sich mit ihr wieder zu seiner Frau aufs Bett zu setzen. Einen Moment lang blickten sich beide unsicher an und es war nicht klar, wer von beiden verblüffter war. Mutter oder Tochter.


Lilli lehnte am Türrahmen des Kinderzimmers und beobachtete Jilli und Harry, die miteinander auf einer Tagesdecke spielten. Es war das Kinderlachen der beiden, welches ihr ein Lächeln in ihr besorgtes Gesicht trieb. Die Sorge verschwand vollständig als sich zwei starke Arme um ihre Hüfte schlangen und sie an einen warmen Körper hinter drückten. Es weichte einem angenehm, sicheren Gefühl, dass ihr Ehemann ihr immer geben konnte, wenn er bei ihr war und so schloss Lilli ihre Augen und lehnte ihren Kopf seitlich auf seine Schulter. Sie fühlte, wie er sie auf die Wange küsste und lächelte angenehm..

„Na Mammi," begann er leise und sie öffnete wieder ihre Augen, um ihn ansehen zu können.

„Wie fühlst du dich?"

„Verwirrt," antwortete sie ehrlich ohne wirklich über ihre Worte nachgedacht zu haben. Es floss einfach aus ihr heraus.

„Ich mein... ich versteh nicht was passiert ist..."

„Was passiert ist?" wiederholte er skeptisch. „Lil, du bist von Todessern angegriffen worden und wir haben dich gerettet."

„Wir?"

„Wir. Deine Freunde. Der Orden des Phönix."

„Wieso kann ich mich daran dann nicht erinnern?"

„Du warst bewusstlos."

„..."

„Lil?"

„Es ist nur... Ich kann mich an nichts erinnern."

„Meine Frau, die Aurorin," witzelte er schließlich und ließ sie los.

„Ich will einfach nur wissen, was genau passiert ist."

„Wir in die Festung rein – kämpf kämpf kämpf – Todesser weg – du gerettet."

Für diese Antwort bekam er einen dämlichen Seitenblick von ihr und konnte nicht anders als breiter zu grinsen.

„Okay, ich muss los. Frag An oder Moony. Die können so was besser erzählen."

James gab ihr einen Abschiedskuss, bevor er schließlich ins Zimmer hinein schritt, seinen beiden Kindern ebenfalls zum Abschied einen Kuss aufdrückte und dann wieder raus Richtung Kamin ging. Lilli folgte ihm nachdenklich.

„Wohin gehst du?"

Bevor er in den Kamin steigen konnte, drehte er sich zu ihr um und sah sie irritiert an.

„Orden, schon vergessen?"

„Vergessen?"

James schmunzelte, schritt die paar Meter zu ihr zurück und drückte ihr aufs Neue einen Kuss auf die Lippen. Diesmal jedoch länger und leidenschaftlicher und Lilli versank förmlich in seiner Berührung.

„Ich hab doch einen Auftrag. Wir versuchen Cygnaius aufzuspüren und zurückzuholen."

„Cygnaius?" flüsterte sie deprimiert. Dieser Name hörte nicht auf eine gewisse Kälte in ihr Herz zu bringen.

„Ich weiß wovor du Angst hast, aber glaub mir, ich würde das niemals zulassen. Cygnaius... ist keine Gefahr für uns," sagte James fest und nur einen Augenblick später hatte sich ein charmantes Lächeln diesem starken Gesicht gebildet. „Es gibt nur ein Mensch, der uns auseinander bringen kann, und dem seh ich gerade in die bildhübschen Augen."

Damit hatte auch sie begonnen wieder etwas lächeln zu können, denn es waren wohl die einzigen Worte, die sie hätten beruhigen können.

„Ich liebe dich," sagte er und gab ihr wieder einen flüchtigen Kuss, bevor er schließlich in den Kamin stieg und abreiste.

„Ich liebe dich auch," flüsterte sie ihm leise nach, wissend, dass er das nicht mehr gehört hatte, aber sie wollte es noch mal ausgesprochen haben. Es war nicht nachvollziehbar warum, aber sie fühlte sich von Cygnaius Black bedroht, denn sie verstand einfach nicht, was die beiden Männer miteinander verband und bis sie das nicht verstand, würde ihr Herz ihr keine Ruhe gönnen.

„Du musst Daddy vertrauen, Mammi."

Verwirrt drehte sich Lilli um und sah das kleine Mädchen auf den Treppen sitzen. Sie lächelte scheu.

„Ich vertraue ihm doch," antwortete die Hexe leise und setzte sich auf die untere Stufe. Es war merkwürdig, aber in diesem Moment hatte sie das Gefühl, als ob sie nicht mit einem kleinen Kind sprach, sondern mit James. Sie hatte seine Augen und benahm sich so verständnisvoll und offen, dass es einfach so aus ihr heraussprudelte.

„Ich verstehe ihn nur manchmal nicht..."

„Dann vertraust du Daddy nicht, Mammi."

Die junge Mutter sah das Mädchen überrascht an, doch ihr Ausdruck war weder vorwurfsvoll noch böse. Es war liebevoll. Derselbe Blick den sie auch von Harry bekommen hatte und der ihr die Sicherheit und Stärke wieder zurückgab.

„Ich glaube, Daddy weiß was er tut. Und man muss ihn nicht verstehen, aber du solltest Daddy trotzdem unterstützen, Mammi."

„Ich unterstütze ihn," sagte sie fest.

„Bist du dir da sicher, Mammi?"

Und darauf konnte sie ihr keine Antwort geben. Obwohl Jilli wie ein kleines Mädchen aussah, so sprach sie teilweise doch wie eine Erwachsene.

„Du bist kein normales 3jähriges Mädchen, oder?" fragte sie mit prüfenden Blick. Das Mädchen lächelte und Lilli verstand, dass sie darauf keine Antwort von ihr bekommen würde. Sie hatte schon viel Magie in ihre Leben gesehen und genauso wusste sie, dass James alles mögliche damit anstellen konnte. Ihnen eine Tochter zu geben war wohl das merkwürdigste, was sie nun mitbekam, zu welchem er fähig war.


Zu Beginn war es merkwürdig für Lilli wieder in ihrem Büro im Zaubereiministerium zu sitzen, welches vor langer Zeit mal Mr. Potter gehört hatte und in dem sie danach dennoch ein halbes Jahr saß, um ihre Ausbildung fortzuführen. Sie verband es eigentlich mit sehr viel Sicherheit und Stärke, denn ihr mittlerweile verstorbener Mentor hatte sehr viele Besprechungen mit ihr in diesem Zimmer geführt, sie dabei jedoch stets respektvoll und sogar gleichberechtigt behandelt.

Nach der Unterbrechung war ihre größte Angst herauszufinden, wie ihre Kollegen darauf reagieren würden, dass sie wieder zurückkehrte und dies stellte sich sehr schnell als die Erfüllung all ihrer Alpträume heraus. Auroren sahen sie herablassend an und das Getuschel hinter ihrem Rücken hätte auch gut direkt vor ihr stattfinden können, denn sie bekam alles mit, was über sie geflüstert wurde.

Das Einzige, was sie davon abhielt auszuflippen und einem von ihnen an die Gurgel zu springen, waren ihre Freunde, die sie ab und zu aufsuchen konnte, so wie Sirius, mit dem sie öfters die Mittagspausen verbrachte und mit dem sie dann im Park auf einer Bank den Frieden in London genoss. An diesem Tag jedoch genoss sie nichts, sondern fiel mit ihrem Kopf in ihre Handflächen.

„Ehrlich," schnaubte sie müde. „Ich fühl mich wieder wie in Hogwarts! Hier ist die Muggelgeborene Hexe, wo ist die reinblütige Melissa Kingcade?!"

Bereits einen Moment später nahm sie ihre Hände wieder weg und sah den besten Freund entschuldigend an. Wusste sie doch, dass dies nicht fair war ihm gegenüber über diese Erfahrung zu sprechen, denn Sirius gehörte lange Zeit zu denjenigen, von denen Lilli sich ebenfalls nicht gleichberechtigt behandelt gefühlt hatte.

„Sorry. Es ist nur... schwer. Ich hab nicht gewusst, dass es so schwer wird. Weißt du... Familie und Job."

„Und Prongs?" fügte Sirius hinzu. Sein Ausdruck war wie immer hilfsbereit und Lilli schätzte ihren besten Freund für diese Unterstützung und das offene Ohr, dass sie stets bei ihm fand, obgleich er selbst genug um die Ohren hatte mit seiner merkwürdigen Beziehung zu Anna.

„Läuft es nicht so, wie es laufen soll? Ich mein, ich hab ihn nun eine ganze Weile nicht mehr gesehen, wegen dem Orden und so weiter, aber er hat nichts gesagt, dass etwas nicht stimmt. Normalerweise beißt er mir ebenfalls das Ohr ab vor Sorgen, wenn etwas zwischen euch nicht stimmt. Nehm also an, die Sorgen sind einseitig?"

Nach einer kurzen Pause stand Lilli auf und ging zwei Schritte von der Bank, auf der sie saßen, weg. Sie war viel zu hibbelig, um ruhig sitzen zu bleiben und über das zu reden, was ihr auf dem Herzen lag. Lilli wollte etwas sagen, wollte es sich von der Seele reden, aber ihr fehlten die richtigen Worte. Sie hoffte, dass Sirius ihre Stille von alleine verstand und ihre Hoffnung war nicht vergebens.

„Also Cygnaius..." sagte der Marauder etwas frustriert. „Deine Sorge ist unbegründet. Prongs weiß was mit Cygnaius ist und er kann ihn gut einschätzen. Was mich mehr beunruhigt ist, wieso du dich so bedroht von ihm fühlst? Ich mein, er war nie ein Fan von dir, das steht fest, aber dich angreifen?"

„Hältst du mich für paranoid?" fragte sie leise, stellte aber sofort erleichtert fest, dass dem nicht so war. Die dunklen Augen hätten verständnisvoller nicht zurückblicken können und so lächelte Lilli dankbar.

„Ich würde nur gern verstehen, was das zwischen ihnen beiden ist. Warum hält James so fest an Cygnaius und was ich ebenso wenig verstehe und was mir weitaus mehr Angst macht, wieso hält Cygnaius so fest an ihn? Die beiden sind nicht mal verwandt."

Sirius pustete lediglich die Luft zwischen seinen geschlossenen Lippen hervor. Ein seufzen zeigte, dass sich tatsächlich mehr hinter allem verbarg. Lilli sah ihn nun skeptisch an.

„Sirius, sag mir was dahinter steckt. Ich will James helfen. Voldemort und Shanoba sind nicht mehr die einzige Bedrohung für sein Leben. Du hast doch gesehen, zu was dein Onkel fähig ist. Er lebt und ich glaube, dass es nicht gut ist, wenn James weiterhin versucht ihn zur Vernunft zu bringen. Irgendetwas in mir sagt mir nämlich, dass dieser das nicht zulassen wird und der Versuch nach hinten losgehen könnte."

Sirius setzte verwirrt die Stirn in Falten.

„Kann es sein, dass du Prongs in dieser Hinsicht nicht besonders vertraust?"

„Ich -" Aber sie stoppte mitten im Satz. Ihr fiel nichts zu ihrer Verteidigung ein und auch nichts zu ihrer Erklärung. In Wahrheit waren diese Worte exakt das, was in ihr vorging.

„Lil, jetzt mal ehrlich. Vertraust du ihm?"

„Natürlich vertrau ich ihm!"

„Das glaub ich nämlich nicht."

„Ich versteh nicht," sagte sie leicht gereizt, nicht wissend, ob sie darauf wirklich näher eingehen wollte oder das Thema überhaupt weiter bereden sollte.

„Ich denke, wenn du tief in dich gehst, dann merkst du, dass du mit Vielem nicht einverstanden bist, was er tut."

„Das heißt nicht, dass ich ihm nicht vertraue."

„Stimmt."

„...Aber?" drängte sie, war es doch offensichtlich, dass der Freund noch etwas zu sagen hatte und Lilli wollte es auch hören.

„Komm schon, du würdest ohne zu zögern Prongs dein Leben anvertrauen und deine Hand für ihn ins Feuer legen, weil du ihn kennst. Aber da ist dieser kleine, unsichere, scheue Schrumpfmatz, den übrigens nebenbei viele in sich drin sitzen haben, und der dich ständig zur Vorsicht ermahnt bei jeder Entscheidung von deinem Ehemann, welches du nicht verstehst."

Er hatte den Nagel auf den Kopf getroffen und so seufzte Lilli frustriert.

„Und hast du auch einen Ratschlag, wie ich diesen Schrumpfmatz beruhige? James sagte übrigens, dass die alles andere als scheu und unsicher sind."

Sirius grinste.

„Sorry, Lil. Was das betrifft, ist mein Schrumpfmatz nicht besser. Ich liebe An, aber ich blick bei ihr nicht durch und es macht mich wahnsinnig, dass sie sich so verschlossen benimmt. Ist halt leider ne sehr dünne Linie zwischen jemanden wirklich vertrauen und zu glauben, dass man ihm vertraut." Lilli konnte nicht anders als ihre Stirn zu runzeln und ihre Lippen zu kräuseln.


Die junge Hexe war nach der Pause zurück zur Arbeit ins Ministerium gegangen und hatte so wie immer vorher die Toiletten aufgesucht. Sie hatte gerade die Tür zu ihrer Kabine geschlossen, als sie bekannte Stimmen vernahm. Es waren Angestellte des Ministeriums, die sie sehr wohl kannte, jedoch nicht wirklich leiden mochte. Sie tratschten wann immer es ihnen recht war und zogen alles unnötig in den Schmutz. Sie waren natürlich keine Aurorinnen, doch man hatte sehr wohl mit ihnen zu tun, da sie stets die schriftlichen Berichte entgegen nahmen und sich um die Verarbeitung derer kümmerten. Oh, wie Lilli es gehasst hatte von ihnen beäugt zu werden, wann immer sie etwas eingereicht hatte. Als ob sie keine Berechtigung hatte hier zu arbeiten.

„Hast du gehört, dass Lilli Evans wieder zurück ist? Oder Lilli Potter, wie sie ja mittlerweile heißt," hörte sie die eine bekannte Stimme und die Gehässigkeit, die dabei mitschwang, war klar und deutlich herauszuhören.

„Sie hat sich den Potter Sohn geangelt."

„Das ist doch auch der einzige Grund, warum sie überhaupt wieder in die Aurorenausbildung einsteigen dufte. Jedem anderen wäre das verweigert worden, aber wenn man erst mal in die Potter Familie eingeheiratet hat, bekommt man so manche Vorteile. Meine Tochter Candy hatte auch etwas mit dem Potter Sohn."

„Wirklich?"

„Oh ja! Aber es hat nicht lange gehalten. Sie sagte, dass sie schon immer gespürt hatte, dass er nicht ganz frei war."

„Was meinst du mit nicht ganz frei, Camille?"

„Nun, Candy sagt, dass Lilli Evans ihn verflucht hat, damit er mit ihr zusammen ist."

„Nachvollziehbar," sagte erstere und gab ein höhnisches Lachen von sich. „Sie ist eine Muggelgeborene Hexe und angelt sich den letzten Erben einer seit Jahren reinblütigen Familie. Das kann nur mit Hilfe der dunklen Künste passiert sein. Es gibt keinen rationalen anderen Grund, warum der Enkel des Zaubereiministers diese Frau sonst geheiratet hätte, nicht wahr?"

„Natürlich gibt es keinen!" stimmte Camille der Kollegin genauso arrogant zu. Die Stimmen wurden leiser und nachdem Lilli hörte, wie die Tür zuging, wagte sie es tief zu seufzen. Wie sie diese Gerüchte doch verabscheute... Wie in Hogwarts. Es gibt einen rationalen Grund, wollte sie am ihnen am liebsten nachschreien. Liebe! James und sie hatten sich ineinander verliebt. Es war Liebe!

Aber sie tat es nicht. Stattdessen öffnete sie die Tür ihrer Toilettenkabine und schritt zu den Spiegeln rüber. Sie stützte sich am Becken ab und musterte ihr Spiegelbild. Sie war sich immer sicher gewesen, dass er sich in sie verliebt hatte, wie sie sich auch in ihn verliebt hatte. Aber... war es wirklich Liebe? Oder gab es einen anderen Grund? Natürlich hatte sie ihn nicht verhext. Allein der Gedanke, dass irgendeiner ihrer Freunde daran glauben könnte, war lächerlich, aber war es wirklich Zuneigung? Und Lilli spürte, wie die Angst in ihr aufkeimte. Dieselbe Angst, die sie auch in den Monaten empfunden hatte, in denen er weit weg bei den Chudley Cannons trainierte und ihre Beziehung an einem seidenen Faden hing. Das tat es heute nicht mehr. Sie waren verheiratet und sie hatten einen Sohn... und eine Tochter. Auch wenn sich dies für sie nach wie vor so unwirklich anhörte. Ein Sohn und eine Tochter. War es Liebe von ihm? Von ihr aus war es das garantiert, dass wusste sie mit absoluter Sicherheit. Aber war es auch von ihm Liebe? Oder..., und das war es auch, was ihr Herz für eine schreckliche Sekunde zum stehen brachte, tatsächlich die dunklen Künste? Maria sagte zu ihr, dass irgendetwas in ihr drin bereit war, James zu schaden. Sie war ein Black Heart... Hatte sie ohne es zu wissen tatsächlich einen Fluch über ihn gelegt?


Es war ein sonniger Tag und Lilli saß auf einer weiten Blumenwiese, Diana Ayenterro direkt neben ihr und beide Mädchen blickten traurig in die Ferne. Sie hätte mit niemand anderen darüber sprechen können, denn Sirius wusste zu wenig über Black Heart, Alice und Frank wussten noch weniger als ihr bester Freund und Anna und James betraf die Sache selber. Diana dagegen war eine Phowlyris und Lilli wusste, dass dieses Volk die Black Hearts fürchtete. Sie wollte nun wissen warum.

„Hm..." begann Diana nachdenklich. „Wir waren so gut wie immer zusammen in Hogwarts und ich kann mich nicht daran erinnern, dass du je einen Fluch der dunklen Künste auf James gezaubert hättest. Du hast ihn bis zur fünften Klasse nicht mal leiden können. Ich glaub nicht, dass du somit wirklich einen Fluch auf ihn zaubern hättest wollen, um ihn in dich verliebt zu machen."

„..."

„Und selbst nachdem sich deine Einstellung ihm gegenüber geändert hatte, kam da nichts. Normalerweise fühlte ich es, wenn eine Hexe oder ein Zauberer etwas böses vor hat und du hattest es zu keinem Zeitpunkt."

„Also kein Fluch, hm?" sagte sie hoffnungsvoll.

James und sie waren so verschieden und sie stritten sich manchmal über total grundlegende Ding, so dass Lilli sich zuweilen wirklich fragte, warum sie eigentlich einander liebten, wenn sie doch so unterschiedlich sein konnten.

„Ich kann allerdings die dunkle Magie, die von einem Black Heart ausgeht, weder sehen noch fühlen," fuhr die Freundin leise fort. „Phowlyris fürchten die Black Hearts. Die gefallene Phowlyris ist die Einzige, die glaubte, sie kontrollieren zu können, um sie zu benutzen. Kein anderer hat sich das bisher zugetraut. Man empfand sie stets als Gefahr."

„Was willst du mir damit sagen?" fragte Lilli irritiert und hoffte, dass es nicht das war, wonach es klang. Diana verfiel in eine unangenehme Ruhe, ihr Ausdruck jedoch war eindeutig besorgniserregend.

„Anna und James scheinen mit ihrem Black Heart umgehen zu können... Du nicht. Vielleicht... tut es tatsächlich Dinge, die du so nie getan hättest... Lilli... Gryffindor's Frau war auch ein Black Heart. Und sie hat laut den Erzählungen ihren Ehemann verraten und sich von Salazar Slytherin verführen lassen."

Lilli fand keine Worte, die das hätten beschreiben können, was sie in diesem Moment fühlte. Es war eine Enthüllung, die alles in ihrem Inneren zu Eis gefrieren ließ. Sie spürte etwas Nasses auf ihrer Haut und bereits im nächsten Augenblick hatte es zu regnen begonnen. Die beiden Freundinnen jedoch rührten sich nicht. Lilli war zu entsetzt vor Angst und als dass sie hätte etwas in ihrer Umgebung wahrnehmen können.


Vollkommen durchnässt und wie in Trance schritt sie wieder durch den Kamin ins Potter Haus hinein.

„Haben wir etwa den Zauberstab zu Hause vergessen?" fragte James leicht amüsiert und noch bevor sie überhaupt aufsah, spürte sie eine wärmende Decke über ihren Schultern. Ihr Ehemann stand vor ihr. Lilli sah wie er seinen Zauberstab herausholte und dabei war einen Zauber auszusprechen als sie seine Hand mit ihrer runterdrückte. Sie sah ihn entgeistert an und James blickte besorgt zurück.

„Ist etwas passiert, Lil?"

Sie öffnete ihren Mund, um etwas zu sagen, aber kein Ton entfuhr ihren Lippen. Ihre Gedanken überschlugen sich und kein richtiger Satz fiel ihr ein. Das Feuer im Kamin flammte auf und Frank Longbottem war herausgestürzt.

„Lilli!" rief er hastig. „Schnell, ein Einsatz!"

„Wie Einsatz?" fragte sie irritiert.

„Todesserangriff in Soakland. Maria braucht uns."

„Ich spring für Lilli ein," sagte James sofort, als er ihren geschwächten Zustand bemerkte und war auch schon am aufbrechen als er von Longbottem wieder aufgehalten wurde.

„Sorry, Potter. Der Einsatz ist nicht vom Orden."

„Oh," stieß er unangenehm aus und nun sahen beide Männer zu der jungen Hexe, die zwar immer noch einen entsetzten Gesichtsausdruck hatte und sich auch genauso schockiert fühlte, jedoch verstehend nickte. Sie schluckte und schritt ihrem Partner zum Kamin nach. Bevor sie abreisten, warf sie einen kurzen Blick zurück zu ihrem Ehemann und aufs Neue wurde ihr Herz schwer. Der Gedanke, dass ihr Black Heart ihm Schaden zufügen wollte und ihn verhexte ohne, dass sie es wirklich beabsichtigte, war beinahe unerträglich. War es keine Liebe von ihm, sondern wirklich die dunklen Künste? James hasste die dunklen Künste doch...


Die beiden tauchten in Soakland auf, wo Frank ihr mitteilte, dass sie sich trennen müssten und nach Überlebenden suchen. Das halbe Dorf stand unter Feuer, Leichen zierten die Straßen und Auroren kämpften gegen Todesser an unterschiedlichen Stellen. Lilli zog ihren Zauberstab und rannte los. Sie war um die nächste Ecke gebogen als -

„Lilli Evans."

Sie wandte sich zur Seite, um zu sehen, wer sie gerufen hatte und erstarrte, dieses Mal vor panischer Angst. Vor ihr stand Cygnaius Black und direkt vor ihm Maria Potter, die Spitze seines Zauberstabes lag an ihrem Hals und während ihr Ausdruck zeigte, wie leid ihr alles tat, war der Ausdruck des Zauberers grauenvoll Angsteinflößend. Lilli war ihm noch nie zuvor begegnet, hatte aber aus dem Fotoalbum von James ein Bild entdeckt, dass den Zauberer zeigte und so wie er sie aus dem Foto heraus bereits herablassend angesehen hatte, genauso gab er ihr auch hier wieder diese Arroganz.

„Lilli," sagte Maria verängstigt, doch Cygnaius drückte ihr mit seiner anderen Hand nun die Kehle zu, so dass sie nicht mehr weiter reden konnte und damit beschäftigt war schwer nach Luft zu schnappen.

„Was wollen sie?" fragte die junge Aurorin und versuchte so ruhig und stark auszusehen, wie sie konnte. Innerlich aber zitterte sie und alles schrie danach, dass ein Haufen Auroren gleich um die Ecke biegen möge, um diesen Kampf für das Ministerium zu entscheiden. Aber es kam keine Hilfe, stattdessen erschien ein schreckliches Schmunzeln im Gesicht ihres Gegners.

„Du sollst ihm die Wahrheit sagen," war die Antwort und plötzlich begann ihre Hand, die den Zauberstab hielt, zu zittern.

„Wie bitte?"

„Ich will, dass du James die Wahrheit sagst," sagte der Zauberer mit eindringlichem Blick. Lilli sah, dass er den Griff, um die Kehle seiner Gefangenen wieder gelockert hatte, diese jetzt jedoch sie irritiert ansah.

„Über den Tod seines Vaters."

„Er kennt die Wahrheit."

„Du lügst, so wie du es immer getan hast. Eine Muggelgeborene Hexe lügt ständig, um besser dazustehen."

„Ich habe nicht gelogen. Ich würde James niemals anlügen und schon gar nicht im Bezug auf den Tod seines Vaters."

„Aber genau das hast du getan, Evans. Wirst du ihn auch im Bezug auf den Tod seiner Mutter anlügen?"

„Tod?" fragte sie verwirrt und noch bevor sie überhaupt einen klaren Gedanken fassen konnte oder verstand was passierte, hatte Cygnaius Maria von sich zu Boden gestoßen, seinen Zauberstab auf sie gerichtet und den Todesfluch gesprochen. Seine Stimme war klar und deutlich, der grüne Strahl erleuchtete die gesamte Umgebung und doch blieb Lilli wieder wie angewurzelt stehen ohne einen Fluch oder Zauber ihrerseits zu gesprochen zu haben. Entsetzt starrte sie in die offenen Augen ihre nun toten Mentorin.

Cygnaius war dicht neben ihr aufgetaucht, hatte mit seiner Hand auch ihren Hals umklammert und sie mit einem Ruck ebenfalls zu Boden gerissen. Sie verlor ihren Zauberstab, der von ihr wegrollte während sie selbst darum kämpfte, sich wieder aufzustützen.

„Du hättest den Tod von Michael Potter verhindern können, aber du warst einfach zu feige. Um dich zu schützen, musste James sein Leben einige Male aufs Spiel setzen. Du aber bringst ihn nicht nur in Gefahr, sondern legst auch noch selber Hand an ihn an, hast versucht ihn mit dem Dolch der Phowlyris zu töten! Und nun hast du auch nicht verhindert, dass seine Mutter getötet wurde. Ich verspreche dir, dass er dies so erfahren wird. Du gehörst nicht an seine Seite, Evans."

Sie hörten schnelle Schritte, die sich ihnen näherten. Black gab ihr einen letzten finsteren Blick, dann disapparierte er.


Es war eine gedrückte Stimmung. Lilli saß aufgelöst auf der Couch und sie war nach wie vor in Schock. Sirius und Frank standen bedrückt daneben und Anna saß auf der gegenüberliegenden Couch. Ihre Augen starrten fassungslos in die Leere. Sie schluckte hart und wandte ihren Blick zu der Freundin rüber. Lilli sah Tränen, die sich in ihrem Augenwinkel bildeten und ein harter Kloß formte sich in ihrer Kehle.

„Maria ist tot?" hauchte Anna ungläubig. Sie wusste, dass ihre Freundin sich nicht mit der Aurorin vertragen hatte und ihr nach wie vor aus dem Weg gegangen war. Nun würde sie nie wieder mehr die Gelegenheit bekommen, sich mit ihr auszusprechen. Wie sehr diese Erkenntnis tatsächlich schmerzte, das wagte sie sich nicht vorzustellen.

Die Flammen im Kamin leuchteten auf und Lilli starrte erschrocken auf James, der hereingekommen war. James...

„Was ist passiert?!" rief er panisch. „Moony sagte, meine Mum wäre getötet worden? Lilli -"

Doch noch bevor er bei ihr ankam, noch bevor er seinen Satz beenden konnte, war sie aufgesprungen, ins nächste Badezimmer im Erdgeschoss gerannt und hatte die Tür verschlossen.

„Lilli?!"

Sie hörte seine Stimme durch die Tür, hörte die Sorge und Angst, die mitschwang, aber Lilli trat an das andere Ende des Raumes, weit weg von der Tür und sank kraftlos zu Boden. Cygnaius hatte recht. Sie hatte nichts getan, als Mr. Potter starb und nun hatte sie nicht verhindert, dass James auch noch seine Mutter verlor. Nicht Cygnaius tat ihm das an, sie war es! Sie hätte es verhindern müssen, sie war doch Aurorin!

„Lilli, komm schon. Lass mich rein."

Seine Stimme war sanfter, es klang gar als ob er sie anflehte, aber sie konnte einfach nicht. Ihr Herz zersprang vor Schuld.

„James, gib ihr doch etwas Zeit," kam Frank's Stimme. „Lilli muss das erst mal verarbeiten. Sie war dabei als dein Dad starb und nun auch noch beim Tod deiner Mutter. Sie fühlt sich schuldig."

„Wieso schuldig, verdammt?"

„Hast du mir nicht zugehört? Sie hat womöglich Angst, dass du sie für den Tod der beiden verantwortlich machst."

„Lilli," rief James nach einer längeren Stille und ignorierte den Ratschlag des Freundes offenbar. Da sie auch Frank's Stimme nicht mehr hörte, musste er ihn wohl weggeschickt haben. „Komm schon. Müssen wir wirklich immer mit ner Tür zwischen uns reden?"

Mussten sie? Nein, sie wollte es nicht, aber sie traute sich einfach nicht mit ihm zu reden. Was sollte sie auch sagen? Sorry, dass sie seine Mutter nicht retten konnte? Und seinen Vater? Und ach ja, sogar seinen Großvater? Zuerst rollte nur eine Träne an ihren Augenwinkeln hinab, aber es folgte die nächste und eh sie sich versah, tropften sie nur so auf die Fließen hinab. Sie versuchte jegliche Geräusche zu unterdrücken und ihm nicht hören zu lassen, dass sie weinte, aber es war unmöglich.

„Lilli... Ich weiß, dass du alles gegeben hast. Ich weiß, dass dich keine Schuld trifft... Du kannst nicht ernsthaft glauben, dass ich dir je Schuld am Tod meiner Eltern geben könnte?"

Sie schniefte und sah überrascht auf. Es verging ein weiterer quälend langer Augenblick ohne dass sie sich rührte oder er gesprochen hatte.

„Lil, es gab einen erneuten Angriff. Diesmal werden wir vom Phönixorden nachsehen. Du bleibst hier und... hör bitte auf dich schuldig zu fühlen, okay? Du trägst absolut keine Schuld..."

Nichts. Sie konnte nichts als traurig sein und ihre bitteren Tränen abzuwischen.

„Ich liebe dich," hörte sie ihn flüstern und dann wie er weg ging.

„James..." sagte sie gebrochen und hätte am liebsten wieder begonnen ihren Tränen freien Lauf zu lassen.


Sie brauchte etwas, um sich wieder aufzurichten und schließlich tatsächlich das Badezimmer zu verlassen. Sie ging zurück ins Wohnzimmer und blieb erschrocken stehen.

Cygnaius Black saß auf der Couch, den Zauberstab elegant schwingend in seinem Griff gegen sie gerichtet.

„Expelliarmus!" sagte er laut und deutlich und Lilli riss es nicht nur den Zauberstab aus der Hand, sie selber wurde von der Druckwelle von den Füßen gerissen und zu Boden geworfen. Während sie

versuchte sich wieder aufzustützen, schoss die Panik in ihr hoch.

„Wie -" begann sie aufgebracht, aber Cygnaius hatte nicht mal abgewartet, bis sie ihre Frage beendet hatte.

„Ich bin dank James ein Willkommener Gast im Potter Haus. Die Tür ist für mich nicht verschlossen."

Mit ihrer Hand fuhr sie an ihren rechten Unterarm, wo sie unsanft gegen das harte Tischbein gestoßen war und versuchte sich wieder zu beruhigen. Ihr Zauberstab lag zu weit weg von ihr, als dass sie danach hätte wirksam hechten können. Noch bevor sie ihn wieder ergreifen konnte, flog er vom Boden weg direkt in die Hand des Zauberers. Lilli sah zu ihm auf, sah den kalten, abschätzigen Blick, den er ihr zuwarf und jeglicher Versuch ihre Furcht zu verbergen schlug nun fehl. Ihre Augen zeigten ihre gesamte Schwäche, die sie empfand und sie konnte ihren Körper einfach nicht dazu bringen mit dem Zittern aufzuhören, als er auf sie zuschritt. Er blieb nah genug bei ihr stehen, um sie von oben herab beäugen zu können.

„Ich habe James eine Nachricht geschickt. Er wird alleine zurückkommen und dann klären wir das mit euch ein für alle mal."

„Ich werd nicht zulassen, dass sie ihm etwas antun," sagte sie mit fester Stimme. Sie mochte Angst vor ihm haben, sich ihm unterlegen fühlen, aber wenn es um diesen einen Menschen ging, dann wusste Lilli wozu sie fähig war und er war es auch, der ihr die Kraft zu dieser Entschlossenheit gab. Cygnaius aber schmunzelte triumphierend weiter.

„Oh," sagte er zufrieden. „Aber ich habe nicht vor ihm etwas anzutun. Er ist für mich wie ein Sohn und er sieht zu mir auf wie zu einem Vater. Ich sorge dafür, dass er endlich sein wahres Glück findet. Als Diener des dunklen Lords mit einer reinblütigen Hexe an seiner Seite."

„Sie sind wahnsinnig," sagte sie verständnislos. Seine Wort hatten sich wie ein Dolch in ihr Herz gestochen und auch wenn sie es mit aller Kraft versuchte zu verstecken, es gelang ihr einfach nicht ihre Stärke zu wahren.

„Nun, bis dein zukünftiger Ex-Mann kommt, haben wir noch etwas Zeit. Erklär mir, warum du glaubst, dass das mit euch tatsächlich funktioniert hätte und ich werde dir erklären, warum es schlichtweg dumm von dir war, das überhaupt anzunehmen. Es ist unmöglich, dass dies zwischen euch beiden je hätte auf ewig halten können. Aber ich bin neugierig. Sag mir, warum du dachtest, jemand wie James Potter könnte ein Schlammblut lieben?"

Eine Frage, mit der sie oft selbst zu kämpfen hatte. Früher mehr als in der letzten Zeit und während es sonst stets länger brauchte, bis sie sich selbst überzeugen konnte, dass er sie wirklich liebte, so fielen ihr in diesem Moment gar Millionen Gründe ein. Lilli lächelte bei dem Gedanken an jeden einzelnen von ihnen und mit einem Mal war die Angst und all der Zweifel ausgelöscht worden.

„Weil James einer der Guten ist," antwortete sie und Wärme erfüllte ihr Herz, welches endlich langsam wieder zur Ruhe kam. „Und weil Liebe nicht rational ist... Ich liebe ihn einfach.. und er... er liebt mich... einfach so."

„Lächerlich," hörte sie die kalte Stimme. Ihre Worte hatten ihn kein bisschen bewegt oder beeinflusst, aber ihr war es egal. Was sie in diesem Moment gewann war ihr weitaus wichtiger. Sie hatte es endlich verstanden. Alles war nun klarer und die Unwissenheit hielt sie nicht mehr in der Einsamkeit gefangen. Sie vertraute ihrem Herzen sowie James seinem vertraute und deswegen waren sie zusammen, deswegen hatte sie sich auch in ihn verliebt. Sein Herz war rein und gutmütig und durch seine Zuneigung zeigte es ihrem Herzen, wie viel es tatsächlich wert war. Er glaubte und vertraute ihr und sie... sie würde ihm auch vertrauen und glauben.

„Geh weg von ihr!"

Ihr Herz hüpfte und Lilli sah erleichtert zur Seite, als sie James' laute und entschlossene Stimme hörte. Wie erwartet stand James mit gezogenem Zauberstab da, welches zielgerichtet gegen Cygnaius in seinem Griff lag. Wenn er bei ihr war, dann war alles gut. Nicht, weil es ein gutes Ende nehmen würde, sondern einfach, weil sie zusammen waren und gemeinsam kämpften. An seiner Seite fühlte sie sich stark und war bereit alles auf sich zu nehmen. Es war als ob sie die Kraft besaß alles zu schaffen. Sie beobachtete misstrauisch, wie Cygnaius sich tatsächlich von ihr entfernte und James sich stattdessen zu ihr stürzte. Lilli hatte nicht gezögert ihn fest zu umarmen und atmete beruhigt ein als auch er sie mit einer Hand vorsichtig zurückdrückte.

„Sorry, dass ich erst jetzt komme," flüsterte er leise. Sie hatte sich wieder von ihm weggedrückt und schüttelte den Kopf als Zeichen, dass er sich nicht zu entschuldigen brauchte.

„Hat er dir weh getan?" fragte James besorgt.

Noch nicht," antwortete jedoch Cygnaius, bevor sie etwas sagen konnte und James wandte sich ihm mit wütendem Blick zu.

„Du!" donnerte er laut. „Du hast meine Mum getötet."

„Maria hätte noch leben können, wenn du die richtige Seite gewählt hättest," sprach Cygnaius, sein Blick hatte an Arroganz kein bisschen verloren. Lilli drückte die Hand ihres Mannes in der Hoffnung, dass er nichts Dummes tat. Egal wie stark James auch war, es gab Situationen, in denen er die Beherrschung über sich selbst verlor und was danach folgte war stets etwas, was sie im Nachhinein wieder bereuten. Sie wollte ihn nicht noch mal was bereuen lassen.

„Du Mörder," brüllte James ihm zu. Lilli war entsetzt diesen Hass in dem sonst so warmherzigen Gesicht zu erkennen. Er war nicht mehr fassungslos, nun war er zornig.

„James," sagte sie leise, wurde aber tatsächlich von ihm ignoriert. Er war aufgestanden, hatte ihre Hand dabei losgelassen und sich aufrecht vor dem dunklen Zauberer hingestellt. Lilli war hinter ihm stehen geblieben und beobachtete die beiden Männer unruhig. Irgendetwas würde gleich passieren... Wenn doch nur jemand vom Orden kommen würden. Dumbledore, Anna, sie kamen doch sonst auch immer? Oder Sirius oder Remus. Irgendjemand musste doch gleich kommen und ihnen helfen.

„Siehst du denn nicht das Gesamtbild, James?" fragte ihr Gegner. Er war sich sichtlich keiner Schuld bewusst und nach wie vor wahnsinnig in seiner Ansicht. „Der dunkle Lord wird dafür sorgen, dass wir überleben. Seine Stärke, seine Kraft, seine unglaubliche Magie ist die Dumbledore's Millionenfach überlegen! Und wenn es Maria's Leben gekostet hat, damit du das einsiehst, dann musste es so sein."

„Was bitte sehr soll mir ihr Tod gezeigt haben?" brüllte er verständnislos.

„Die Schwäche des Zaubereiministeriums und die von Dumbledore's Orden des Phönix. Der dunkle Lord hat die Macht zu zerstören, was immer er auch will und wann immer er es auch will. Folge mir. Es ist keiner deiner Familie mehr am Leben, der dich noch auf Dumbledore's Seite hält. Wenn wir zwei für den dunklen Lord kämpfen, wird auch Sirius sich uns anschließen. Alles was du tun musst, ist diese Muggelgeborene Hexe loswerden."

„Loswerden?" fragte er mit gezogener Augenbraue.

„Töte sie. Die dunklen Ketten wurden extra dafür gerufen. Wenn du sie tötest, dann entfaltest du Dark Breath für den dunklen Lord. Ich weiß, dass du es kannst. Tu es jetzt."

„Die dunklen Ketten... sind dafür gerufen worden?" wiederholte Lilli ungläubig.

„Du bist ein solcher Idiot," sagte James plötzlich und mit einem Mal sah ihn sowohl Lilli wie auch Cygnaius gespannt an. Der junge Zauberer blieb ruhig und schüttelte frustriert den Kopf.

„Dachtest du wirklich, dass meine Mum mich daran gehindert hat für Voldemort zu kämpfen, Cygnaius? Dachtest du wirklich, dass wenn du sie tötest, ich meine Meinung ändere? Dachtest du wirklich, dass ich auch nur eine Sekunde daran dachte, dass Lilli für den ihren Tod verantwortlich sein könnte? Dann bist du und Voldemort dämlicher als ich dachte. Ihr seid dafür verantwortlich und ich werde euch zur Rechenschaft dafür ziehen."

Der dunkle Zauberer zuckte unangenehm mit der Augenbraue und verengte die Augen zu giftigen Schlitzen.

„Ich würde Lilli niemals töten. Niemals. Es ist egal was du tust oder sagst. Nichts wird mich dazu bringen einem Monster wie Voldemort zu folgen. Ich werde Lilli immer lieben und du kannst absolut nichts dagegen tun."

Cygnaius schnaubte verächtlich, doch seine Ruhe löste in Lilli ein merkwürdiges Unbehagen aus, dass sie zur Vorsicht aufrief.

„In dem Fall, gibt es wohl nur noch eines zu tun," sagte er finster und hatte im nächsten Augenblick den Zauberstab gegen James gerichtet.

„Crucio!"

James sank zähneknirschend auf allen Vieren hinab zu Boden und verlor die Kontrolle über seinen Körper. Lilli riss schockiert die Augen auf und rannte sofort auf den Gegner zu. Sie hatte keinen Zauberstab, doch wollte ihn zu Boden stoßen, ihn schlagen, irgendetwas, um ihn aufzuhalten, aber er stieß sie mit Leichtigkeit von sich weg. Es war trotz allem Zeit gerade genug für James, die Pause zu nutzen und seinen Zauberstab zu ergreifen.

„Impedimenta!"

Cygnaius stieß es von Lilli weg und zu Boden. James kämpfte sich wieder auf die Beine und lief zu ihr, um sicherzugehen, dass sie unverletzt war, da hatte Cygnaius seinen Zauberstab wieder gegen die beiden gerichtet. Der Marauder war jedoch schneller und wieder riss es den Gegner von den Beinen. James war so schnell wieder auf den Beinen, dass sie nicht mal mitbekam, wie er zu Cygnaius rannte und weiter mit ihm duellierte.

„Mammi," kam eine vertraute Stimme von der Seite. Lilli sah irritiert in die Richtung, von wo aus sie gerufen wurde und sah verblüfft, dass Jilli nun bei ihr stand.

„J-Jilli?!"

„Mammi," sagte das Mädchen verängstigt. „Du darfst das nicht zulassen. Du musst Daddy aufhalten."

„Aufhalten?" wiederholte sie irritiert. „Wobei aufhalten? Jilli, wer bist du?!"

„Ich bin deine Tochter," sagte sie leise. „Wirklich. Aber Mammi, du musst Daddy davon abhalten."

„Wovon abhalten?"

„Du musst ihn abhalten, Mammi. Oder wir verlieren ihn."

Jilli zeigte mit ihrem kleinen Finger nach vorne, so dass Lilli ihren Kopf in diese Richtung drehte, gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie gefährlich nah die beiden Männer miteinander kämpften. Cygnaius schien das Nachsehen zu haben. Lilli sah zurück zu dem kleinen Mädchen, doch sie war nicht mehr da. Es handelte sich eindeutig nicht um ein normales kleines Mädchen, dessen war sie sich nun sicher. Die Hexe stand wieder auf und fand ihren Zauberstab, den Cygnaius im Duell fallen gelassen haben musste. Sie wandte sich zu den beiden Jungs und beobachtete, wie James den Gegner mittlerweile entwaffnen konnte und zu Boden warf. Sein Zauberstab war mit entschlossenem Blick drohend gegen die Brust des älteren Mannes gerichtet.

„Dein Treiben nimmt heute sein Ende," sagte James kochend vor Wut, wenn auch seine Hand absolut ruhig war. „Ich bring dich nach Askaban."

„Askaban?" lachte Cygnaius überheblich. „So naiv, mein Freund? Glaubst du wirklich, die Dementoren gehorchen nicht schon längst dem dunklen Lord? Mich werden diese Wände nicht aufhalten. Du solltest das hier und jetzt beenden, denn sonst schwöre ich dir, komme ich zurück. Und dann ist sie dran." Er nickte in Lilli's Richtung, die gerade langsam auf die beiden Männer zuschritt. „Und danach die kleine Missgeburt, die du nach deinem Dreckskerl von Großvater benannt hast. Und ich werde sie ganz langsam zu Tode foltern."

„James, nein!" rief Lilli als sie verstand, was er im Begriff war zu tun. Sie rannte, als sie sah, wie seine Hand nun vor Zorn zu zittern begann und sich sein Ausdruck zum abgrundtiefen Hass änderte.

Sie hatte ihn rechtzeitig erreichen können, die Hand mit dem Zauberstab hinabgedrückt und sich zwischen ihn und den verletzten Zauberer, der auf dem Boden lag, gestellt.

„Sieh mich an!" sagte sie eindringlich und sah ihn tief in die Augen. Es war so viel Abscheu in ihnen zu lesen, es brach ihr das Herz. Aber klein beizugeben und ihn sich selbst zu überlassen würde bedeuten ihn zu verlieren und das war für sie keine Option.

„Du bist kein Mörder. Du bist kein dunkler Zauberer. Du bist einer der Guten."

James schluckte und obwohl einen, wie es ihr vorkam ,ewigen Moment lang Stille herrschte, nickte er schließlich und sie atmete beruhigt wieder aus. Er hörte tatsächlich auf sie...

„Dann eben so!" ertönte Cygnaius Stimme, der plötzlich wieder auf seinen Beinen war und den Zauberstab gegen James richtete. „Avada Kedavra!"

Der Fluch hatte James mitten ins Herz getroffen und sie fiel mit ihm in ihren Armen zu Boden. Seine Haselnussbraunen Augen waren starr weit aufgerissen, sein Körper aber lag schlaff in ihren Armen und Lilli fühlte seinen letzten Herzschlag.

„Nein," sagte sie vollkommen entgeistert. „James? James? Nein, bitte! Das... kann nicht wahr sein. Das kann einfach nicht..."

Es war ihr egal, dass Cygnaius noch immer bei ihnen stand, es war ihr egal, dass er sie vielleicht gleich auch tötete, es war ihr egal, was passierte. Sie fühlte sich, als ob ihr Leben bereits vorbei war. Nichts machte mehr einen Sinn, alles war nur noch leer. Mit seinem letzten Herzschlag, hatte auch ihres aufgegeben... Aber... Und Lilli wurde plötzlich klar, dass sie sich nicht selbst aufgeben konnte. Es waren nicht mehr nur James und sie. Harry war da... Harry und Jilli? Sie festigte ihren Griff um ihren Zauberstab und wandte sich zur Seite, wo Cygnaius aufrecht stand und nicht aufgehört hatte, sie herablassend zu beäugen.

„Wie ich sagte: Es ist unmöglich, dass dies zwischen euch beiden je hätte auf ewig halten können."

Sie schluckte als sie seine Worte hörte. So hatte er James also gar umgebracht, damit er recht behielt. Lilli legte den Kopf ihres Mannes sanft auf den Boden ab und stand entschlossen auf.

„James war kein Mörder," sagte sie ruhig. „Und ich bin es auch nicht."

Cygnaius lachte kopfschüttelnd über ihre Naivität und er sah sich nun als Sieger.

„Aber es gibt nichts," fuhr sie mit ruhiger Stimme fort. „Nichts, was wir nicht getan hätten, um Sie aufzuhalten."

Und Lilli richtete ihren Zauberstab so schnell gegen den Zauberer, dass dieser zu entsetzt war, um reagieren zu können und schockiert die Augen weitete.

„Avada Kedavra!" donnerte sie so laut wie ihre Wut es von ihr verlangte.


Lilli schlug die Augen auf und plötzlich sah sie nichts als den blauen, wolkenlosen Himmel über sich. Sie atmete mit einem Ruck in schnellen und heftigen Atemzügen ein und wieder aus.

„Lilli!" hörte sie die vertraute Stimme ihrer besten Freundin ganz in der Nähe. „Sirius! Sie ist hier! Sie ist wieder aufgetaucht!"

Die Hexe rollte sich mühsam zur Seite und stützte sich auf einen Ellenbogen etwas auf. Sie befand sich im Garten des Potter Hauses und sah, dass Anna und Sirius zu ihr herliefen und sich neben ihr hinab knieten. Beide sahen sie besorgt und verängstigt an, Letzterer hatte den kleinen Harry in seinen Armen.

„Ein Glück," sagte Sirius erleichtert, wenn ihm auch nach wie vor panische Angst im Gesicht stand. Anna half ihr sich weiter aufzurichten und übte einige Zauber über sie aus, um sie zu stärken. Es dauerte nicht lange, da kehrte die Kraft in ihrem Körper zurück und ihr Herz beruhigte sich.

„Was... Was ist passiert?" fragte Lilli aufgewühlt. Ihre Freunde tauschten einen langen Blick, bevor Anna sich ihr tief besorgt zuwandte.

„Wir glauben, dass du gerade eine Prüfung durch die Chains of Xerchia durchgemacht hast."

„Ich... habe... was?!" fragte sie fassungslos. Das war alles nicht real? Nichts von alle dem ist passiert? Es dauerte einen weiteren Moment, in dem beide sie besorgt ansahen, als sie es verstand. Es war nicht real. Nichts von alle dem ist passiert. James...

„Ist James... am leben?!" fragte sie bange und verbot ihr Herz für diesen Augenblick zu schlagen.

„Ja, sicher," antwortete Anna ohne zu zögern und nur eine Sekunde später hatte Lilli sie erleichtert mit aller Kraft umarmt. Die beiden Freunde warfen einander aufs Neue einen besorgten Blick zu und sie wussten sofort, dass ihre Vermutung richtig war.


Sirius und Anna hatten Lilli zurück ins Haus hinein gebracht, wo sie sich auf der Couch ausruhte, während die Freundin ihr warmen Tee zur Beruhigung gab. Lilli hatte Harry wieder an sich genommen, so dass Sirius seinen Patronus zurück zu James schicken konnte, um mitzuteilen, dass alles in Ordnung war.

„Chains of Xerchia, hm?" sagte Lilli als er wieder zurück kam und sich neben seiner Freundin auf die Lehne der anderen Couch setzte. Harry quietschte vergnügt und glücklich auf ihrem Schoss. Er war vollkommen im unklaren, was seine Mutter gerade durchgemacht hatte, aber es war ihr recht. Solle der Kleine fröhlich sein und sich am Leben erfreuen.

„James hat uns geschrieben, dass du in Gefahr wärst," erzählte Anna langsam. Sie wollte Rücksicht auf den Zustand der Freundin nehmen, die nach wie vor müde und erschöpft wirkte.

„Wir sind sofort hergekommen, aber fanden Harry alleine im Garten. Ein Angriff hatten wir ausgeschlossen, denn das Potter Haus ist eigentlich geschützt und bei anderen Eindringlingen wäre Harry nicht so ruhig geblieben, sondern viel aufgebrachter. Es sah zudem nicht nach einem Kampf aus und wir waren uns sicher, dass du dein Baby nie freiwillig ohne Schutz im Garten liegen gelassen hättest. Nach dem Ausschlussverfahren gab es nur noch eins."

„Die Ketten," hauchte sie nachdenklich und ihr fiel wieder ein, was kurz vorher passiert war. Sie hatte sich mit Harry gerade auf die Wiese im Garten gesetzt, als sie die Magie Gryffindor's zu sich sprechen fühlte und sie fragte, ob sie wirklich bereit sei für James zu kämpfen und sie entschlossen geantwortet hatte, dass sie das auf jeden Fall sei. Die Möglichkeit, dass die Ketten sie einer Prüfung unterziehen, kam ihr nur nie in den Sinn. Nun war es wenigstens klar, warum Vieles keinen Sinn ergab. Cygnaius, der einfach so in ein geschütztes Haus marschieren konnte, ihre zu schnelle Rückkehr ins Zaubereiministerium für ihre Lehre, dass sie plötzlich eine Tochter hatten...

„Ein Glück seid ihr da gewesen," flüsterte sie sanft, hatte jedoch nicht aufgehört mit Harry auf ihrem Schoß zu spielen.

Anna zögerte einen Moment, doch nachdem Lilli nicht fortfuhr, sondern in ihrer Haltung versank, fuhr sie fort mit ihrem Verdacht. Es musste ausgesprochen werden.

„James hat mir erzählt, dass du ebenfalls mit Gryffindor's Magie kommunzieren kannst. Du hast die Prüfung der Kette auf dich genommen, nicht wahr?"

Die junge Mutter hatte von ihrem Sohn hoch gesehen und ihr Blick traf die Augen ihrer engsten Vertrauten. Sie hätte sie nicht anlügen können, selbst wenn sie gewollt hätte. Zu lange kannten sich die beiden Frauen bereits, zu eng war ihre Freundschaft geworden.

„Nicht willentlich, nein," antwortete sie leise. Harry war in ihren Armen nun ruhiger geworden, als ob er verstand, dass die Erwachsenen ein ernstes Gespräch führen würden und dabei nicht gestört werden durften. „Aber hätte es mir eine Wahl gegeben, hätte ich mich dennoch dafür entschieden."

Sie fuhr mit ihrer Hand in ihre Hosentasche und zog einen kleinen, funkelnden, roten Reif heraus. Sirius starrte seine beste Freundin sprachlos an und Lilli hatte für einen kurzen Moment Angst, dass sie einen großen Fehler begangen haben könnte, aber auf Anna's Gesicht hatte sich ein seltenes, bewunderndes Lächeln gebildet und dadurch hellte sich auch ihre Miene auf. Die Furcht war genauso schnell wieder verschwunden, wie sie hochgekrochen war. Es war also wirklich etwas Gutes?

„Ich werde Harry mal nehmen und ähm... die Windeln wechseln," sagte Sirius vielsagend, nahm ihr das Baby ab und verließ mit dem Kleinen das Wohnzimmer ins obere Stockwerk hinauf. Lilli war im ersten Moment verwirrt und dementsprechend sah sie auch zu der Freundin zurück.

„Du hast die Prüfung bestanden, das ist etwas sehr gutes," begann Anna sanft. „Wenn du nicht darüber reden willst, was da passiert ist, versteh ich es -"

„Muss ich darüber reden?" fragte sie vorsichtig. Die Freundin schüttelte jedoch den Kopf.

„Du musst gar nichts. Wichtig ist, dass du die Kette hast. Ich hab nur das Gefühl, als ob du sehr aufgewühlt bist und den Drang hast, dir etwas von der Seele zu reden."

Ihre Freundin hatte recht und Lilli beschloss ihr zu erzählen, was am Ende vorgefallen war, wissend, dass sie danach wieder ruhiger werden würde, weil ihre Freundin ihr immer wieder bestätigen würde, dass alles nie passiert war und sie die Angst wieder im Keim ersticken konnte. Nachdem sie geendet hatte, waren beide Frauen eine Weile lang still geblieben. Lilli bemerkte, dass Sirius etwas lange Harry's Windeln wechselte, begriff dann aber, dass er wohl wusste, dass die beiden etwas mehr Zeit alleine gebraucht hatten und wohl mit seinem Patensohn im Kinderzimmer spielte.

„Sirius geht es wieder besser," stellte sie erfreut fest, einfach um aus der unangenehmen Situation herauszukommen. Anna lächelte sie warmherzig an.

„Er hat noch viel zu verarbeiten, aber wenigstens versteckt er sich nicht mehr in seiner Hundehütte."

„Seitenhieb beabsichtigt?"

„Immer," grinste sie zurück, als auch Lilli kurz amüsiert lachte.

„Sirius glaubt, James als Freund verloren zu haben," erklärte Anna schließlich sanft, denn es wurde sehr schnell klar, dass das Verhalten des Marauder erläutert werden musste. Hatte er sich schließlich eine ganze Weile von allen abgesondert und war nun einfach so wieder aufgetaucht und verhielt sich wie eh und je.

„Das ist doch Blödsinn! James gibt Sirius doch absolut keine Schuld an dem was sein Onkel verbrochen hat."

„Ich denke, er gibt sich selbst die Schuld daran und bestraft sich selbst, indem er das von seinem Freund denkt. Die beiden Jungs werden das schon wieder hinkriegen. Taten sie bisher immer. Jetzt aber zurück zu dir. Wie fühlst du dich?"

Lilli zuckte mit den Schultern und nahm einen Schluck vom dampfenden Tee.

„Dein Gefühl hat dich nicht betrogen," sagte die Freundin nach einer Weile. „Cygnaius würde alles tun, um dich und James auseinanderzubringen."

Auf den entsetzten Blick hin seufzte die junge Hexe frustriert.

„Das ist... eine lange Geschichte. James kann sich nicht erinnern, weil er viel zu jung war und... ich weiß nicht, ob Maria ihm je die Wahrheit erzählen wird."

„... Aber du kennst sie?" fragte Lilli überrascht.

Ein trauriges Lächeln spiegelte sich im Gesicht ihres Gegenübers wider und nun verzog auch sie selbst misstrauisch ihre Miene.

„Ich weiß davon, weil ich Gedanken gelesen habe, die ich nicht hätte lesen dürfen. Es war nicht beabsichtigt. Ich dachte, ich würde etwas anderes zu hören bekommen. Und nun, wo ich es weiß,

weiß ich nicht, was ich davon halten soll, noch wie ich damit umgehen soll. Aber es erklärt, warum Cygnaius so gegen dich und James ist."

„Wirst du es mir erzählen?"

Es brauchte keine Worte, um die Antwort zu wissen und so nickte Lilli, wenn auch sehr unzufrieden mit der Reaktion der Freundin.

„Du bist stärker geworden," sagte Anna erfreut, doch die junge Hexe verwirrte diese plötzliche Aussage und es war noch merkwürdiger, weil die Freundin dies tatsächlich ernst meinte und nicht nur sagte, um sie aufzumuntern.

„Ich mein, du hast es geschafft James zu bändigen. Er hätte Cygnaius getötet, wenn du ihn nicht daran gehindert hättest und damit wäre die Magie der dunklen Ketten freigesetzt worden."

„Stattdessen hat Cygnaius ihn getötet," sagte sie deprimiert. „Das ist nicht besser."

„Ich weiß, dass es schrecklich gewesen sein muss, zumal die Ketten laut James die Fähigkeiten haben, alles wie echt erscheinen zu lassen -"

„Du hast keine Ahnung wie schrecklich," fuhr Lilli ihr dazwischen und legte die Tasse zurück auf den Tisch. Sie stand auf und ging einige Schritte zur Seite. Es war unmöglich sitzen zu bleiben und sich zu beherrschen, zu schmerzvoll war allein die Erinnerung an das Gefühl seines Todes.

„Ich hatte ihn schon ein paar mal verloren, einmal sogar gedacht, dass er tatsächlich stirbt, aber dieses Mal ist er gestorben... und es war tausend Mal schlimmer. Gerade, wenn ich denke, es kann nicht mehr weh tun... passiert etwas und es tut tausend Mal mehr weh."

„Aber du hast erneut nicht aufgegeben," sagte Anna beeindruckt, welche im Gegensatz zu ihr sitzen geblieben war und nach wie vor die Ruhe weg hatte. Lilli drehte sich traurig wieder zu ihr um.

„Ich wusste, dass es das Letzte wäre, was James gewollt hätte und dass ich das Harry nicht antun könnte. Er ist ein Teil von James und mir. Ich würde alles geben, um sein Leben zu schützen."

„Wie ich sagte, Lil. Du bist stärker geworden. Ich hoffe, du siehst es mittlerweile selber."

„Ich hatte Hilfe," sagte sie leise und gab ihrer Freundin ein dankbares Lächeln. Dass sie stärker geworden war, hatte sie zu einem Großteil auch ihr zu verdanken, aber Lilli hätte in diesem Moment keine Worte gefunden, um dies auszudrücken.

„Wo ist James jetzt?" fragte sie, um wieder auf ein Thema zu kommen, worüber sie sprechen konnte.

„Auf dem Weg zurück von Node Village. Das Dorf ist von Todessern angegriffen und zerstört worden. James und die anderen sind jedoch heil und unbeschadet geblieben."

Hätte sie den letzten Satz nicht gesprochen, Anna wusste dass Lilli sonst wieder ausgeflippt wäre und so beugte sie einer möglichen übereilten Reaktion vor.

„Keine Sorge, in einer Woche hast du ihn wieder zurück."

Und wenigstens jetzt konnte Lilli wieder breiter lächeln. Dieses Wissen und die Vorfreude halfen ihr tatsächlich alles in einem anderen helleren Licht zu sehen. Sie atmete einmal tief ein, als ihr etwas anderes wieder einfiel, welches sie in ihren Erzählungen ausgelassen hatte, um nicht zu sehr abzuschweifen. Sie glaubte auch nicht, dass James Anna stets jede Kleinigkeit von seinen Prüfungen erzählt hatte.

„Da wäre noch etwas," sagte sie nachdenklich und die schwarzhaarige Hexe blickte neugierig zurück.

„Es gab da ein Gespräch zwischen Diana und mir in dieser Prüfung. Sie sagte mir, dass Gryffindor's Frau ebenfalls ein Black Heart war und dies wohl auch der Grund gewesen sein könnte, warum sie ihn verriet und sich von Slytherin hatte beeinflussen lassen..."

Es dauerte einen Moment, bis sie etwas in ihrer Haltung ablesen konnte und am Ende war es nicht das, was sie sich erhofft hatte. Dies war also die Wahrheit.

„Ich hab sie getroffen," erzählte Lilli traurig. „Damals, als du uns nach Angels Cove geschickt hast um einen der Steine zu holen. Sie wirkte vollkommen offen und ungefährlich, gar warmherzig."

„Das war sie auch. Sie war eine gutmütige Hexe. Es sind nur Geschichten, die man sich erzählt. Es ist nicht mal bewiesen, dass alles so eingetroffen ist, wie man es sich erzählt. Am Ende kennen die Wahrheit nur Gryffindor, seine Frau und Slytherin selbst. Dumbledore gab mir mal ein Buch, in dem nachzulesen war, dass auch Gryffindor's Frau ein Black Heart besaß. Ich nehm an, er wollte mir damit zeigen, dass es nichts schlechtes war, eines zu haben, aber... meine Reaktion war dieselbe wie die deine."

Lilli nickte verstehend und doch fühlte sie sich gleichzeitig traurig und frustriert.


Stradford hatte sich um Lilli gekümmert und war sicher gegangen, dass sie keinen Schaden von dem Zauber trug. Sie ordnete ihr Ruhe an, um wieder zu Kräften zu kommen und gab ihr einen Trank für einen Traumlosen Schlaf, bevor sie das Haus wieder verließ. Ihre besten Freunde überließen sie ihrem wohlverdienten Schlaf nachdem Maria wieder zurückgekehrt war, um auf sie aufpassen zu können und reisten wieder ab.

„Falls du mich brauchst, ruf einfach nach mir," sagte die Aurorin fürsorglich. „Die Hauselfen stehen ebenfalls zur Verfügung und sind angewiesen worden immer wieder mal nach dir zu sehen."

„Ich bin okay," sagt sie dankbar. Sie lag auf ihrem Bett mit Harry auf ihrer Brust, der noch immer fröhlich quietschte und lachte.

„Schlaf gut, Herzchen."

„Schlaf gut, Maria."

Die Tür wurde sanft geschlossen und Lilli musste einfach ihr Baby zufrieden anlächeln. Es war nicht real. Maria war am Leben, James war am Leben, ihre Familie war nicht von Cygnaius Black auseinandergerissen worden. Ein wenig merkwürdig war es immer noch und ein wenig vermisste sie auch das kleine Mädchen.

„Eine Tochter wäre schon noch ganz schön," sagte sie leise zu Harry, der laut und fröhlich zu lachen begann. Plötzlich runzelte sie die Stirn, als dieses merkwürdige Gefühl über sie kam. Sie drehte ihren Kopf zur Seite, aber nichts sah aus als ob es nicht dahin gehörte. Es war nur ein Gefühl, dass sie nicht mehr los ließ.

„Jilli?!" fragte sie vorsichtig.

„Darf ich reinkommen, Mammi?!" fragte die vertraute Stimme des Mädchens hinter der Tür. Lilli lächelte erfreut und ging mit Harry in ihren Armen rüber, um sie zu öffnen und sah tatsächlich ihre Tochter da stehen.

„Dich gibt es wirklich?"

Sie nickte schüchtern, hatte ihre Hände hinter ihrem Rücken verhakt und bohrte mit dem Fuß leicht aufgeregt auf dem Boden herum.

„Es war aber wirklich nur eine Prüfung?"

Wieder ein scheues nicken, wenn auch diesmal mit einem kleinen, zuversichtlichen Lächeln.

„Wer bist du dann?!"

„Ich bin deine Tochter," war dieselbe Antwort. Harry streckte seine Arme nach der Kleinen aus, so dass Lilli auf die Knie ging, damit sie alle drei auf Augenhöhe waren. Jilli kicherte und streichelte Harry's Kopf. Als dieser ebenfalls glücklich quietschte, legte Lilli ihren Kopf ein wenig schief und lächelte.

„Jiah," sagte sie schmunzelnd zu sich selbst. „Jetzt muss ich nur noch einen Weg finden, dass James beizubringen, dass wir eine Tochter haben..."

Sie holte Jilli ins Zimmer herein und ließ sie mit Harry auf dem Bett spielen. Ihre neue Tochter fand sehr schnell Gefallen daran ihren Bruder zum Lachen zu bringen, indem sie sich immer wieder mal hinter ihren Händen versteckte und diese dann mit einem lauten Ausruf wieder öffnete. Harry lachte tatsächlich immer wieder und beiden schien auch nicht langweilig zu werden. Lilli beobachtete ihre Kinder eine Weile. Sie wusste nicht wieso, aber sie hatte sehr schnell mütterliche Gefühle für das Mädchen empfunden, als ob sie wirklich ihr Fleisch und Blut war. Natürlich würde sie hier noch mal näher nachforschen, aber sie spürte keine Gefahr von ihr ausgehen. Was immer sie auch war, ob sie nun von Gryffindor's Magie geschickt wurde oder von den Ketten, für diesen einen Moment wollte sie das Mädchen ein Kind sein lassen. Ihr Kind, um genauer zu sein.


Lilli hatte erwartet, dass sie an diesem Abend keinen Schlaf finden würde. Zu vieles war passiert und es schwirrte eine Menge in ihren Gedanken umher. Sie schlief jedoch sogar gut und sehr tief.

Du hast es geschafft.

„Du hast es mir nicht leicht gemacht..."

Ich glaubte nicht daran, dass du dazu fähig wärst.

„Du hast mich zu Tode erschreckt..."

..

„Danke... dass du mich hast helfen lassen."

Du sagtest es selbst. Wir wollen beide, dass er unbeschadet bleibt.

Und so schlief sie an diesem Abend mit einem Lächeln im Gesicht, dem kleinen 3jährigen Mädchen neben sich und Baby Harry zwischen ihnen beiden ein, wissend, dass sie nicht für alles eine Erklärung von James brauchte. Sie würde ihm vertrauen, weil es manchmal Dinge gab, die man nicht erklären konnte und dann musste man dem Partner vertrauen und tun lassen. Was immer auch kommen mochte, sie war vorbereitet. Sie würde kämpfen.