Disclaimer: Harry Potter gehört Joanne K. Rowling. Alles andere was ihr wiedererkennt, sei es aus Filmen, Büchern oder anderen Medien hat anscheinend auch jemand anders erfunden. Tja, meine Idee diese Geschichte großflächig zu vermarkten und mit „Schatten der Wahl" –Aufklebern die Weltherrschaft an mich zu reißen ist dann wohl gescheitert. Was mache ich nur morgen Abend?


A/N: Ich bin endlich damit fertig, diese Geschichte zu editieren, und damit ihr das auch alle mitbekommt, habe ich dieses Kapitel neu hochgeladen.

An der Handlung hat sich nichts geändert, nur der Schreibstil wurde editiert, hoffentlich zum Besseren.

Für die Rätselfreunde unter euch: Ich lade euch ein herauszufinden, wann genau Harry aufhört, von sich als Harry zu denken. Ihr dürft auch gerne spekulieren, was das wohl zu bedeuten hat. (Und ja, das ist ein Versuch, euch zum erneuten Lesen dieser Geschichte zu verleiten und dazu zu bringen, meine Editierversuche zu kommentieren.)

Und für den Rest von euch, der dies zum ersten Mal liest (und nie in den Genuss meiner stilistischen Grausamkeiten der ersten Version gekommen ist): Ein Teaser für Teil 2:

Es war ein kalter Septembermorgen. Tigris war früh aufgewacht und hatte nicht mehr einschlafen können. Schließlich hatte er es aufgegeben, sich von einer Seite auf die andere zu drehen, und war aufgestanden. Nun wanderte er ziellos durch den morgendlich stillen Garten, bis es Zeit zum Frühstück wurde. Die kleinen Steinwege bildeten einen Irrgarten zwischen Sträuchern und Blumenrabatten, doch nicht ohne, dessen war er sicher, einen bizarren arithmantischen Sinn, welcher sich allein den geübten Augen der Gärtnerin erschloss. Es war noch etwas Zeit bis zum Frühstück. Die Vögel in den Hecken waren gerade aufgewacht und flohen in flatternden, protestierenden Schwärmen, wenn er sie in ihrer Ruhe störte.

Schließlich erreichte er einen steinernen Brunnen. Die Steine des Bassins waren verwittert, doch das Wasser war klar. Tigris setzte sich an den Rand und fuhr mit der Hand durch das kühle Wasser. Ein paar Wasserkäfer wurden aufgescheucht und flohen in den Schutz der Seerosen, die in der Mitte des Brunnens blühten. Als die Wellen sich legten, sah er auf sein leicht verzerrtes Spiegelbild hinunter. Eisblaue Augen starrten ihm nachdenklich entgegen.

Er betrachtete das Bild gedankenversunken. Ein Jahr zuvor war es ihm fremd erschienen. Nun hatte er fast vergessen, wie es war, in ein anderes Gesicht zu sehen. Dieses andere, grünäugige, jüngere und irgendwie unschuldigere Gesicht. Er hatte es hinter sich gelassen, wie so viele andere Dinge eines Lebens, das nicht mehr seines war.

Wenn er an die vergangenen Monate zurückdachte, die Entscheidungen die er getroffen hatte, fühlte er keine Reue. Harry Potter war ein Symbol gewesen, eine abstrakte Figur. Wenn irgendjemand ihn ermordet hatte, dann war er es selbst gewesen. Er hätte niemals sein können, was alle diese Menschen sich erhofften. Er wusste das mit derselben Sicherheit mit der man einfach weiß, dass die Nacht auf den Tag folgen muss und dass die Dinge nach unten fallen und nicht nach oben. Es war nicht seine Natur. In all seiner Zeit in Gryffindor war er niemals ehrgeizig gewesen. Weder Gryffindor noch Dumbledore hatten Ehrgeiz gefördert. Slytherin tat es. Es hatte eine Zeit gegeben, in der er Ehrgeiz verachtet hatte, aber nun schämte er sich nicht mehr dafür, ehrgeizig zu sein. Er bildete sich ein, dass sein Ehrgeiz etwas Besonderes war, da er nicht nach Macht an sich strebte, oder Einfluss, oder Ruhm, oder Unsterblichkeit. Nein, er strebte nach Wissen. Man konnte sagen, dass Wissen Macht war, natürlich, und er stritt das nicht ab. Aber es war eine besondere Form der Macht. Eine, die Harry Potter nie wirklich zu schätzen gewusst hatte, als der naive Narr, der er gewesen war.

Tigris ließ seine Finger durch das Wasser gleiten und das Spiegelbild verschwand in kleinen Wellen. Er lächelte.

Harry Potter war tot, während Tigris Malfoy lebte, und dabei war, sein siebtes Schuljahr in Hogwarts zu beginnen. Es war nur gerecht, dass es so war, denn schließlich starben die Schwachen immer, während die Starken überlebten.