Hallo zusammen, Es tut mir leid dass es wieder solange gedauert hat bis ich ein neues Chap hochladen konnte. Schuld sind nur die Engländer... und wenn die so weiter machen dann lasse ich die eine oder andere Person von Gina in die Geschichte hexen... nette Vorstellung! :-)
50. Weitere Erkenntnisse
Hagrid fand Hermine weinend auf dem Boden sitzend.
„Heee Püppchen!", erschrocken hatte er sie aufgerichtet. „Was'n los, was'n passiert? Habt ihr euch gezankt?"
Hagrid klopfte Hermines Kleider ab. „Dachte mir, nanu die komm'n gar nicht wieder, gehste mal gucken, und da finde ich dich hier am weinen...!"
„Es ist schon gut, Hagrid!", Hermine schluckte tapfer ihre Tränen herunter.
„War er wieder gemein zu dir, der ungehobelte Kerl?", ereiferte sich Hagrid und Hermine musste wegen dieser Worte aus ausgerechnet seinem Munde lächeln.
„Es ist schon gut, Hagrid!", wiederholte Hermine. „Hättest du vielleicht noch einen Tee für mich?"
Fürsorglich geleitete Hagrid Hermine in seine Hütte und brühte ihr einige Kamillen- und Schafgarbenblätter auf. Während Hermine das heiße Getränk vorsichtig zu sich nahm, fiel ihr der eigentliche Grund ihres Besuches bei Hagrid wieder ein.
„Das Buch, Hagrid, wo ist es jetzt?", begann Hermine erneut.
„Aaach lass doch den alten Schinken!", maulte Hagrid.
„Bitte, es ist wirklich wichtig!"
Hagrid zuckte ergeben mit den Achseln. „Es ist weg! Ich hab' nach Dumbeldores Tod in seinem Büro danach gesucht, hab' es aber nicht gefunden, einfach futsch!"
Hermine schloss für einen Moment die Augen. Dieser Tag war ein Albtraum. Alles war umsonst gewesen. Wieder rannen ihr Tränen über die Wangen.
„Och nee, Püppchen, nicht Weinen!" Hagrid kämpfte nun selber fast mit den Tränen.
„Ich erzähl dir ja alles, was ich noch weiß, nur nicht Weinen!" Er schnäuzte sich geräuschvoll in sein Taschentuch.
Hermine sah ihn zweifelnd an. „Was weißt du denn nun noch von den schwarzen Einhörnern?" Viel Hoffnung hatte sie nicht, heute noch an brauchbare Informationen zu kommen.
Hagrid schien sich beim Gedanken daran zu schütteln.
„Fällt mir nicht leicht drüber zu reden, Püppchen, fällt mir nicht leicht!"
Doch ein Blick in Hermines von Trauer gezeichnetes Gesicht ließ ihn rasch weiterreden.
„Du weißt, trinkt jemand vom Blut eines getöteten Einhorns, so erhält es ihn am Leben, auch wenn der Betreffende kurz vor dem Tod steht. Nur der Preis ist hoch, sehr hoch sogar. Die Person hat von nun an nur noch ein halbes, verfluchtes Leben vor sich."
Hagrid hatte aus dem Fenster gesehen. Seine Augen ruhten auf dem verbotenen Wald und seine Stimme war leiser geworden, als er weitersprach.
„Aber was nur wenige wissen, nicht nur das Leben ist verflucht, auch im Tode sind die verflucht, die ein Einhorn entweihen. Sie sind dazu verdammt auf ewig in der Gestalt eines schwarzen Einhorns weiterzuleben, in einer Welt zwischen Tod und Leben. In einer Welt aus Schatten und Zwielicht!"
Hermine starrte ihn aus schreckensweiten Augen an.
Voldemort hatte in ihrem ersten Jahr vom Blut eines Einhorns getrunken, um sich am Leben zu erhalten.
„Du meinst Voldemort könnte auch ein schwarzes Einhorn sein?"
Hagrid nickte. „Dumbledore hat mir das bestätigt. Er hatte das Buch gelesen und hat gesagt, wenn wir es irgendwann schaffen, Voldemort zu erledigen, dann würde er auf ewig in der Schattenwelt als ein schwarzes Einhorn weiterleben. Er hat immer einen Schritt weiter gedacht, der Dumbledore."
Hermine wurde eiskalt. Sie dachte an Lucius und dass ihm das Einhorn willentlich Mähnenhaar überlassen hatte. Und Lucius, der gutmütige Vogel hatte es mitgebracht, aus Liebe zu Gina. Er war betrogen worden.
Kaum getraute sie sich, Hagrid eine entscheidende Frage zustellen.
„Und was würde passieren, wenn etwas von einem schwarzen Einhorn in unsere Welt gelangen würde?"
Hagrid sah sie aus großen Augen an.
„Keine Ahnung, Hermine, aber das wär' bestimmt nich' gut für unsere Welt!"
Hermine barg ihr Gesicht in den Händen. Was sollte sie nur tun?
Einem ersten Impuls folgend wollte sie zu Severus gehen, aber seine Zurückweisung und seine Beschuldigung war noch zu frisch. Das Gescheiteste würde wohl sein, sich zusammen mit Lucius an Waida Boswata zu wenden. Sie hatte noch so viele Fragen. Welche Rolle spielte der Schamane? Würde Lucius sich weiter in sein altes Ego verwandeln? Was würde mit Gina geschehen wenn sie den Zauberstab weiter benutzte? Was war Voldemorts Plan und wo war das Buch abgeblieben und hatte Dumbledore vielleicht schon vor seinem Tod etwas geahnt und Vorkehrungen getroffen, von denen vielleicht niemand etwas wusste?
Ihre Sorgen und Befürchtungen kamen über sie, wie eine Sturzflut. Klein und verloren kam sie sich vor, angesichts der neuen Tatsachen, denen sie ins Gesicht sehen musste.
Wenn sie doch nur mit Severus hätte vernünftig reden können. Selbst wenn er sie ausreden ließe, glauben würde er ihr nicht und wenn doch, traute sie ihm zu, dass er die Wurzel allen Übels bei Lucius suchen würde. Sie mochte sich nicht ausmalen, was Severus seinem Schwager dann antat.
Und Gina, die sie immer wegen ihres großen Wissens und ihrer Kompetenz in Sachen Zauberei bewundert hatte, stand offensichtlich unter dem Einfluss des verfluchten Zauberstabes. Sie würde weder ihr noch Lucius ein offenes Ohr schenken.
Dann war da noch Lucius, der nette, gutmütige, liebevolle Lucius den so schrecklich gern hatte, und der sich anschickte sich in das Scheusal zu verwandeln, von dem ihr Severus erzählt hatte.
Hagrid hatte eine Weile stumm neben ihr am Tisch gesessen. Nach einigen Minuten stupste er sie vorsichtig an. „Sachmal Hermine, gibdes da nen konkreten Anlass für, dass du so genau nachfragst?"
Hermine schüttelte sacht den Kopf. Es würde keinen Sinn machen, auch noch Hagrid mit ihrem Wissen zu belasten. So gerne wie sie ihn hatte, aber sie zweifelte stark daran, dass er mit ihren Erkenntnissen sinnvoll umzugehen wusste.
„Und warum biste nu so traurig, wegen Professor Snape?"
Hermine nickte. Diese Erklärung für ihren Zustand würde Hagrid ohne weiteres schlucken.
Hagrid klopfte Hermine begütigend auf den Rücken. „Aaach Hermine, der meint das nich so. Der hat dich doch ganz doll lieb und außerdem kann der froh sein, dass er so eine süße Frau abbekommen hat." Und zur Bestätigung nickte er wild. Hermine lächelte ihn an und versuchte nicht allzu traurig auszusehen. „Ja du hast bestimmt Recht, Hagrid, es wird sich alles wieder einrenken. Aber jetzt muss ich gehen, ich habe noch einiges zu erledigen heute."
Mit einem großen Glas von Hagrids Wildblütenhonig und seinen besten Wünschen machte sie sich auf den Weg zurück nach Frankreich. Sie hasste das Apparieren und sie hasste die Reise mit den Portschlüsseln. In ihrer Kindheit hatte sie schon die Flugreisen mit ihren Eltern in den Urlaub gehasst. Ihr Magen rebellierte permanent und als sie endlich wieder auf der Landstrasse unterhalb der Villa Malfoi ankam, da war ihr speiübel.
Müde kroch sie den Weg zum Haus hoch. Inzwischen war es stockdunkel.
Als sie die hellerleuchteten Fenster der Villa fast direkt vor sich hatte, da sackten ihr fast die Beine weg und sie ließ sich auf die trockene Erde fallen.
Sie würde Lucius von dem Zeitumkehrtrank berichten müssen. Sie würde ihm sagen müssen, wer er gewesen ist und was er gewesen ist und sie würde Vorkehrungen treffen müssen für den Fall, dass er sich wieder veränderte.
Schweren Herzens rappelte sie sich nach einer kurzen Rast wieder auf und legte die letzten Meter zum Haus zurück.
Lucius saß auf der dunklen Terrasse, die Füße auf dem Tisch, so wie er es gerne tat wenn niemand in der Nähe war, der diese Unerzogenheit sehen konnte.
Sie erkannte seine Silhouette an seinem langen Haar. Es tat ihr weh, ihn dort zu sehen. Alles an ihm strahlte Frieden und Ruhe aus. Diesen Frieden würde sie nun zerstören müssen.
Ab heute waren sie wieder im Krieg.
Im Krieg gegen Voldemort!
tbc
