Blood Lust

Sara steckte einen Dollar in den Getränkeautomat. Sie brauchte jetzt unbedingt Koffein. Gerade, als sie die Dose herausnahm, hörte sie eine vertraute Stimme.

Sie drehte sich um und erblickte Nick, der sich gerade von einem ihr fremden Mann verabschiedete. Nick drehte seinen Kopf und sah sie. Langsam kam er auf sie zu und Sara lächelte ihn an.

„Hey, was machst du denn hier?", fragte er leise. Er klang irgendwie erschöpft.

„Ich habe Beweismittel bei einem Unfallopfer gesammelt." Saras Antwort war klar und präzise. „Was machst du hier?" Sie war ziemlich neugierig.

„Ich habe eine Freundin besucht." Sara schüttelte leicht den Kopf. Ihr Nicken sollte ihre Gefühle überdecken. „Was ist mit ihr?" Sie runzelte die Stirn.

Er wusste nicht, wie er ihr das sagen sollte. „Sie wird sterben.", eine andere Antwort war ihm nicht eingefallen.

„Oh.", stieß Sara hervor, „Das tut mir so leid." Es war ehrlich gemeint. Bei dem Blick in seinen Augen konnte sie es nur ehrlich meinen.

„Ja, mir auch.", es war eine dumme Antwort. Nick versuchte sie aufmunternd anzulächeln, doch es gelang ihm nicht so richtig. Sara nahm diesen Versuch zur Kenntnis und bot ihm ihre Cola an. Nick schüttelte mit dem Kopf. Sara warf die Dosen in den Mülleimer, ohne sie jemals geöffnet zu haben. Sie hatte keinen Durst mehr.

„Bedeutet sie dir viel?", fragte Sara und blickte ihm direkt in die Augen.

„Ja.", er sagte die Wahrheit. Irgendwie taten seine Worte ihr weh. Auch wenn es ziemlich bescheuert war. Doch die Tatsache, dass sie bis jetzt nichts von dieser Freundin gewusst hatte, verletzte sie.

Sara nagte an ihrer Unterlippe. „Wie heißt sie?" Eigentliche wollte sie es nicht wissen.

„Ihr Name ist Danielle." Nicks Blick verlief sich ins Leere, so als würde er nachdenken. Es war still. Sara wusste nicht, was sie sagen sollte. Denn egal wie sie die Sätze in ihrem Kopf formulierte, es klang immer falsch.

Schließlich entschloss sie sich doch etwas zu sagen. „Komm ich lad dich zum Essen ein. Das Kantinenessen soll hier echt gut sein.", versuchte Sara ihn zu überreden.

Nick sah sie an. Dankbar über den Versuch ihn abzulenken. „Ich weiß nicht. Krankenhausessen war noch nie so mein Ding."

Sara grinste ihn an. „Komm schon, lass uns was riskieren." Nick sah, wie ernst es ihr war. Und er musste fast lachen, als er bemerkte, wie lächerlich es war. Er sagte nichts.

Sara neigte ihren Kopf ein wenig zur Seite, damit sie ihm in die Augen blicken konnte. „Nicky, es tut mir wirklich so leid."

Nick erhob seinen Kopf. „Ist schon gut. Sie hat mir gesagt, dass sie alles richtig gemacht hat und ich mir keine Sorgen um sie machen muss."

Sara bekam so einen Glanz in den Augen, der verriet, wie sehr sie diese Einstellung bewunderte. Nick bemerkte, dass er sie getroffen hatte. „Weißt du was, Sara. Essen in der Kantine klingt großartig."

Sie wusste, dass er das nur ihr zu liebe tat. Sie sollte sich wieder bessern fühlen.

Sara nickte und die beiden setzten sich in Richtung Fahrstuhl. Sara drückte auf den Knopf. „Ist alles in Ordnung mit dir?", fragte Sara, als sie den Fahrstuhl betraten.

Nick dachte nach. „Ja, irgendwie schon." Sara überraschte die Antwort. Sie hatte mit etwas anderem gerechnet. Die Fahrstuhltüren öffneten sich und Sara stieg aus.

Nick blieb noch einen Augenblick stehen, bevor er ihr folgte. „Musst du die Beweise nicht ins Labor bringen?" Erst jetzt fiel Sara wieder die Tüte in ihrer Hand auf.

Sie runzelte die Stirn und blickte wieder auf. „Das kann warten."

Nick hätte niemals in seinem ganzen Leben gedacht, diesen Satz aus Saras Mund zu hören.

Sein Herz machten einen Sprung. Und dann bemerkte er es.

Er war ihr wichtiger.