Nachtrag zum letzten Kapitel: ich weiß, daß die Bilderzuordnung, die Leia in der Datei gesehen hatte, nicht stimmt. Die INVISIBLE HAND war ja erst in ROTS – aber ich wollte einen deutlichen Kontrast zwischen den beiden Bildern und Situationen.
Was den Sprung betrifft (nach unten deut'), so hat mich, ich gebe es zu, The Force unleashed inspiriert – das ich aber nur als Comic und Buch besitze, da ich nicht im Besitz einer Konsole bin. Aber wenn der Schüler das kann, wird der Meister ihm ja wohl nicht nachstehen, oder? ;o) Und Vader wurde in den Filmen viel zu wenig Körpereinsatz gegönnt, im Gegensatz zu den Comics…
Yuiko: Du darfst dich freuen. Aber du mußt tapfer sein. ;o
All: Warnung – ein recht gewaltreiches Kapitel. Vader ist ziemlich angepisst…
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Kapitel 50
„Nein!" Veers sprang auf die Luke zu, schlagartig blaß und vollkommen entsetzt, und Jix warf sich ihm in den Weg, umschlang ihn mit beiden Armen und hielt ihn so fest. Leia sah Veers' Reaktion mit Erstaunen.
„Max! Bleib hier!" Der Mann war plötzlich ernst und souverän, die Maske des Clowns hatte er komplett abgelegt. „Ihm passiert nichts, glaub mir! Ich habe ihn das schon tun sehen… schau hin!"
Er wies auf die Bildschirme. Die Außenkamera der PRIDE zeigte einen schwarzen Schemen, der sich elegant wie ein Raubvogel einen Weg durch die Fallschirme bahnte. Chakreis Kamera zeigte, dass der Captain bereits als erster gelandet war, er hob nun offensichtlich den Kopf und sah Vader entgegen, der immer noch kopfüber, aber nun mit angelegten Armen und flatterndem Cape, nach unten stürzte. Etwa zehn Meter vor dem Boden drehte er sich in einer anmutigen Rolle, was den Mantel sich dramatisch bauschen ließ, und kam in einer knienden Haltung, die Hände aufgestützt, auf dem Boden auf – überraschend sanft.
„Was zum Henker macht er da?", keuchte Veers entsetzt, aber unendlich erleichtert, als er nun zusah, wie die muskulöse Gestalt seines Partners sich geschmeidig in den Stand schob.
Jix ließ ihn vorsichtig los. „Grob gesagt, lädt er seine Batterien auf."
„Wie bitte?"
„Der Sturz kostet ihn zwar ziemlich Kraft, aber wenn er sich dabei der dunklen Seite ganz öffnet, kann er die riesige Energie, die beim Aufprall freigesetzt wird, aufnehmen und speichern."
„Hm." Max nickte nachdenklich. Er war sich ziemlich sicher, dass Vaders Augen jetzt gerade von einem rotumrandeten Gelb sein würden. Er beobachtete, wie Vader geduldig wartete, bis seine Leute gelandet waren und sich von ihren Fallschirmen befreit hatten, dann gab er mit knappen Handzeichen den Befehl zum Angriff.
Drei der Männer rannten zu einer versiegelten Metalltür, die in den Berg hineinführte, und brachten Sprengladungen an, dann gingen sie in Deckung, während die Tür in den Berg hineinflog. Sofort stürmten die ersten Truppen hinterher und begannen zu schießen.
Gleichzeitig mit der Sprengung setzte sich die PRIDE in Bewegung und ging tiefer, um zu landen, und zusätzlich war von draußen das Heulen eines kompletten Geschwaders TIE-Jäger zu hören, die sich bereitmachten, eventuelle Flüchtlinge abzufangen.
Vader und Chakrei folgten mit der zweiten Welle. Der Captain blieb dicht hinter dem Sith-Lord, der ganz eindeutig mit wenig Geduld gesegnet war und sich den Erstbesten schnappte, der aussah, als wäre er mehr als ein einfacher Mitläufer. Eine gewaltige schwarzumkleidete Pranke umfasste den Hals des Mannes und hob ihn scheinbar mühelos hoch, bis seine Füße einen halben Meter über dem Boden baumelten.
„Wo ist Skywalker?" grollte er.
Dem Mann fehlte die Luft für eine Antwort, aber er schaffte es noch, zu deuten. Vader drückte kurz zu, ein hässliches Knacken ertönte, dann ließ er sein totes Opfer gleichgültig fallen und wandte sich in die angegebene Richtung, während um ihn herum wild geschossen wurde und mehr und mehr Körper am Boden lagen – die meisten davon Gegner, nur wenige seiner Leute waren darunter.
Vor drei möglichen Türen blieb er kurz sondierend stehen, dann streckte er schlicht die Hand aus, und eine davon sprang auf.
Innen standen drei Gegner um den Gefangenen herum, der auf einen Stuhl gefesselt saß, einer hielt ihm eine lange Klinge an den Hals. Lukes Gesicht war eine blutige Masse, ein Auge komplett zugeschwollen und tiefviolett, die Lippe eingerissen und von getrocknetem Blut verkrustet. Seine Kleidung war zerrissen und teilweise blutig, aber insgesamt schien er noch heil und in ganzen Stücken zu sein – die Verletzungen schmerzhaft und übel aussehend, aber nicht von Dauer. Nichts, was nicht zu heilen wäre.
Nun hob er langsam den Kopf und sah Vader an, unendlich müde und erschöpft.
Luke…!
Vader erhielt keine Antwort, was ihn wunderte – doch nur kurz, denn einer der drei Männer hinter seinem Sohn trat nun beiseite und offenbarte einen Ast mit zwei Ysalamiri darauf.
„Ich verstehe." sagte er langsam.
„Schickt Eure Männer hinaus, Vader.", verlangte nun einer der drei und sprach damit zum ersten Mal.
Der dunkle Lord wandte den Kopf zu den Sturmtruppen, die mit angelegten Gewehren hinter ihm standen. „Laßt uns allein."
Die hohe Disziplin der Soldaten und ihr unbedingtes Vertrauen in Vader bewirkten, dass sie sich umgehend zurückzogen.
„Legt Eure Waffe auf den Boden.", kam die nächste Anweisung.
Vader grinste innerlich, als er tat, was sie verlangten, und sein Lichtschwert mit einem sanften Tritt in ihre Richtung schickte.
„Zwei Ysalamiri… ihr wollt kein Risiko eingehen, wie es scheint."
„Das tun wir nie, Vader.", versetzte der Mann, der den Dolch an Lukes Kehle hielt, grinsend. „Wir hatten Euch erwartet." Ein anderer nahm so vorsichtig den Schwertgriff auf, als könne er sich jeden Moment aktivieren.
„Ah so?" Vader stand vollkommen gelassen da und hakte wieder einmal die Daumen in seinen Gürtel ein. Die meisten vernunftbegabten Wesen, die Vader kannten, hätte dies beunruhigt, aber diese drei waren entweder sehr siegessicher… oder sehr dumm. „Und wer hat euch beauftragt?"
Der Dritte lächelte. „Tut uns leid… aber selbst, wenn wir wollten – was wir nie würden – könnten wir es Euch nicht verraten, denn wir wissen es nicht. Wir haben den Auftrag von einem Mittelsmann erhalten. Wer dahintersteckt, ist ein Geheimnis, das wir ebenfalls nicht kennen, aber der Lohn ist so hoch, dass es uns nicht interessiert."
Ein kurzer mentaler Scan der drei bestätigte ihm – sehr zu seinem Verdruß – dass sie die Wahrheit sagten. Aber in allen drei Köpfen war derselbe Name und dasselbe Gesicht, und er merkte sich beides sehr genau.
„Und der Zweck…?" Vader verlagerte leicht sein Gewicht, was dazu führte, dass durch einen erhöhten Druck des Messers ein Blutstropfen an Lukes Hals herunterfloß. Ah. Sie waren also doch aufmerksam und vorsichtig. Gut zu wissen.
„Skywalker war der Köder, um Euch zu bekommen. Und zu töten."
Eine Ausflucht, entschied der dunkle Lord. Im besten Fall eine mögliche, aber unwahrscheinliche Alternative. Niemand hätte wissen können, daß er aus erster Hand erfuhr, wo Luke war… was wiederum Leia gefährdete. Er würde mit ihr reden müssen.
„Wie interessant.", spottete Vader laut. „Und wie wollt ihr das anstellen? Ihr seid nur zu dritt."
„Ihr vergesst die Ysalamiri."
„Oh, die Ysalamiri… natürlich."
Idiot!, schalt Vader sich selbst. Tu wenigstens so, als würden sie dir etwas ausmachen! Tatsächlich spürte er die beiden Tiere nicht einmal mehr, ein weiteres Zeichen dafür, wie sehr seine Kräfte mittlerweile gewachsen waren. Aber Luke wurde offensichtlich sehr von ihnen beeinträchtigt. So sehr, dass er ihm nicht einmal hatte antworten können – und nun hatte er auch endlich die Erklärung für Lukes dauerhaftes Schweigen.
„Na schön… ihr habt mich also mit diesen Biestern kaltgestellt. In Ordnung. Auf welche Weise habe ich nun das Vergnügen zu sterben?"
„Mit einem Lichtschwert, so lautet die Anweisung. Eure Leiche wird an einem exponierten Ort gefunden werden, und es wird aussehen, als habe ein anderer Jedi Euch getötet… vielleicht sogar der Junge hier." Er grinste und zog Lukes Kopf an den Haaren zurück. „Oder, Kleiner? Bist doch ein Rebell, ist es nicht euer Ziel, Vader zu töten?"
Mit einem Lichtschwert… von einem anderen Jedi. Hm. Steckte vielleicht der Kaiser dahinter? Ein hoher imperialer Offizier? Oder einer der ehemaligen Senatoren – bei den Rebellen oder einzeln? Es musste jemand sein, der die Säuberung erlebt hatte, kaum jemand sonst würde auf diese perfide Idee kommen. Wenn es nicht der Kaiser war, mußte dies Plan… M sein. Mindestens. Selbst er als der Auserwählte hätte sehr viel länger gebraucht, Luke zu finden, wenn er den Hinweis nicht erhalten hätte. Nein… es mußte ein Schuß ins Blaue sein. Wenn sie ihn hätten fangen wollen, hätten sie die Ysalamiri erst eingesetzt, als der Annäherungsalarm begann, und ihm ermöglicht, von Luke selbst zu erfahren, wo er war.
Aber eins war klar: diese drei hatten keine Ahnung. Sich noch länger mit ihnen abzugeben, war reine Zeitverschwendung und schadete lediglich der Gesundheit seines Sohnes.
Er seufzte. „Also los. Ich hasse es, zu warten."
Die drei sahen sich an, misstrauisch, dass er sich so schnell in sein Schicksal ergab.
„Mach hin!" knurrte der mit dem Dolch denjenigen an, der Vaders Waffe aufgenommen hatte. Dieser starrte den metallenen Griff in seinen Händen an, drehte ihn und suchte nach dem Einschaltknopf. Vader sah mit zunehmendem Amüsement, wie der Mann drohte, sich selbst zu erstechen, weil er das Schwert falsch herum hielt, aber im letzten Augenblick griff einer seiner Kollegen – der mit dem Dolch - ein und riß es ihm aus der Hand, nur, um ihn zu Luke zu zerren und ihm die metallene Klinge in die Hand und wieder an den Hals des Gefangenen zu drücken. Doppelt schade.
Summend erwachte die rubinrote Klinge zum Leben. Der es hielt, zögerte nicht wie der andere, sondern hob sofort die Waffe, bereit zum Zuschlagen.
„Beenden wir diesen Unsinn.", sagte Vader lapidar und hob die Hände. Dann brach die Hölle los.
Die Klinge an Lukes Hals wurde von unsichtbarer Hand weggerissen und fuhr ohne jeden Umweg in die Kehle desjenigen, der sie zuletzt gehalten hatte. Der zweite Mann, der bislang noch nichts weiter zur Unterhaltung beigetragen hatte als einige belanglose Sätze, wurde nur Sekundenbruchteile später von den Füßen gerissen und so heftig gegen die hohe Höhlendecke geschleudert, dass mit einem hässlichen Knacken zuerst der Schädel und dann das Genick brachen – gefolgt von einigen weiteren Knochen, als er wieder auf dem Boden aufkam, formlos wie eine Schlenkerpuppe. Und der dritte, der nun allein, aber mit einem Lichtschwert in den Händen dastand, stellte fest, dass er die Waffe nicht loslassen konnte. Panik machte sich in ihm breit und ließ ihn vorwärtsstürmen – was zur nächsten Erkenntnis führte, dass auch Bewegung nicht im aktuellen Masterplan vorgesehen zu sein schien.
„Nun… ihr wolltet mich mit einem Lichtschwert umbringen. Ah." Vader setzte sich langsam in Bewegung, schlenderte gemächlich um sein Opfer herum, das nur noch wimmern konnte. „Da gibt es mehrere Möglichkeiten, nicht wahr?" Die Klinge erlosch abrupt, doch der Mann ahnte, dass das nicht alles gewesen sein konnte, vor allem, als die Waffe sich nun in seinen Händen drehte und wieder auf ihn wies. Er riß die Augen auf, doch der Schrei, der aus ihm herauswollte, fand keinen Weg nach draußen.
„Zum einen hätten wir da Erstechen.", dozierte Vader. „Wird immer wieder gern genommen. Verursacht große Schmerzen und bis der Tod eintritt, dauert es unter Umständen auch erfreulich lange, je nachdem, wo man zusticht… wie wäre es zum Beispiel mit dem Bauchraum?"
Es summte wiederum, und die rote Klinge bohrte sich durch den Körper des Mannes hindurch, traf Magen und Galle und trat im Rücken wieder aus. Der drohende Zusammenbruch wurde durch die Macht verhindert, die das Opfer mittlerweile wie eine Marionette aufrecht hielt.
Wieder erlosch die Klinge und drehte sich erneut nach vorn, um sich dann wieder zu aktivieren. Sonderbar gefärbte Flüssigkeit, gemischt mit Blut und Gallert, floß aus den beiden Löchern auf den Boden.
„Was hätten wir da noch?", überlegte Vader laut. „Versengen… ja. Brandwunden sind auch immer wieder nett und Menschenfleisch riecht recht appetitlich, wenn es röstet."
Nun strich das Rot des Schwerts so dicht an Gesicht und Kopf vorbei, dass Brandblasen entstanden und aufplatzten und das Haar verbrannte.
„Ich gebe zu, ästhetisch ist es nicht, aber wer fragt schon danach, wenn das Ergebnis zählt, nicht wahr?" Vader stand mittlerweile hinter seinem Sohn und löste behutsam dessen Fesseln. „Und zuguterletzt das Enthaupten. Das ‚große Rad' ist ein wenig schwierig, wenn man es bei sich selbst anwenden will, also lasse ich dir deine Schultern und begnüge mich mit dem Kopf."
Er machte sich nicht einmal die Mühe, hinzusehen, als der Mann sich selbst köpfte, und durchtrennte die letzten Stricke mit einem Lichtdolch. Er fing Luke sanft auf und nahm ihn auf die Arme, dann holte er ohne große Geste sein wieder erloschenes Schwert an seinen Gürtel zurück und entließ den kopflos aufrecht Stehenden aus seinem Bann. Ohne sich um den zu Boden Sackenden und die beiden anderen Leichen weiter zu kümmern, trat er nun hinaus auf den Gang und sah sich um.
Captain Chakrei trat neben ihn und salutierte, man sah ihm mittlerweile an, daß er in einige Gefechte verwickelt gewesen war.
„Bericht.", sagte Vader knapp. Luke lag kraftlos in seinen Armen; er hatte das nicht zugeschwollene Auge zwar offen und sah Vader an, aber er schien zu erschöpft, um groß zu reagieren.
„Zwölf Gefangene und dreiundvierzig Tote, Mylord. Fünf Tote unter unseren Leuten und einundzwanzig Verletzte. Die letzten kleinen Widerstandsnester werden soeben ausgeräuchert, es handelt sich um zwei Gruppen mit jeweils fünf bis sieben Mann. Ich erwarte Vollzug innerhalb der nächsten zehn Minuten."
„Gut. Die Unterstützung der PRIDE?"
„Ist bereits eingetroffen und eingeteilt. Die TIEs haben offensichtlich zwei flüchtige Fähren abgefangen und zerstört. Sonst keine weiteren Vorkommnisse, bis auf die beiden letzten Kämpfe ist die gesamte Station durchsucht und gesichert. Sollen die Sprengladungen angebracht werden, Mylord?"
Vader schüttelte den Kopf. „Nein. Sobald unsere Leute wieder draußen sind, sollen die TIEs gezielt Bomben abwerfen, die über den Eingängen Lawinen auslösen. Das wird genügen."
„Sehr wohl, Mylord." Chakrei salutierte nochmals und kehrte zu seinen Aufgaben zurück, während Vader Luke hinaustrug. Auf halbem Weg kam ihm Leia entgegen, schwenkte, da Vader nicht stehenblieb, auf seinen Kurs ein und stürzte sich sofort auf ihren Freund und – was beide noch nicht wußten - Bruder. Jix folgte ihr dichtauf.
„Luke! Oh, Schöpfer, was haben sie dir angetan? Kannst du mich hören?"
Sie sah ihn an, das Gesicht voll Entsetzen, und berührte sanft seine Schläfe. Er sah sie an, das Auge vor Erstaunen geweitet, schwieg aber weiterhin – zu groß war der Schmerz um Mund und Kiefer.
„Habt Ihr mir wenigstens einen von ihnen übriggelassen, Vader?"
Selbst der erfahrene Telepath Vader brauchte einen Moment, um festzustellen, daß sie es nicht laut ausgesprochen und noch nicht einmal bewußt gedacht hatte. Es war der Ausdruck ihres tiefsten, innersten Gefühls, mehr noch, eines Bereichs, dem sie niemals gestattete, an die Oberfläche zu kommen.
Sein Erbe, eindeutig.
Er musterte sie voll Interesse, aber auch ein wenig Sorge. Der alte Vader hätte sofort in diese Kerbe geschlagen, hätte ihren Zorn noch weiter angefacht und ausgenutzt. Sie durfte Palpatine niemals in die Hände geraten.
„Will ich wissen, was Ihr mit seinem Folterknecht gemacht habt?" fragte sie statt dessen und wandte sich ihm zu.
„Die drei, die bei ihm waren, haben die Begegnung mit mir leider nicht überlebt, Leia.", antwortete er nur, die Spitze, die auf ihre früheren gemeinsamen Erlebnisse verwies, geflissentlich ignorierend. „Aber ich hörte, wir haben noch weitere zwölf Gefangene. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr mir bei den Verhören… helfen."
Sie zog eine Augenbraue hoch und grinste dann. „Was ganz was Neues. Imperium und Allianz verhören gemeinsam. Könnte interessant werden."
Das könnte es wirklich, dachte Vader. Es würde interessant sein, zu erfahren, wie weit sie zu gehen bereit war gegenüber jemandem, der für den Schmerz eines ihrer engsten Freunde verantwortlich war. Und inwieweit sie seine Verhörmethoden tolerieren würde. Es würde auch zeigen, ob sie diese Leute als Rebellen ansah… oder schlicht als Verräter an keiner bestimmten Seite.
Sie hatten die PRIDE erreicht und wurden außerhalb schon von Corva erwartet. „Au weia…", murmelte die, als sie ihren Patienten zu Gesicht bekam. „Genau, was wir befürchtet hatten, hm?"
„Ein wenig schlimmer.", meinte Vader und trug Luke ins Innere, wo er ihn sanft auf eine Liege bettete. Veers gesellte sich zu ihnen und brachte eine Decke, die er über Luke breitete.
„Willkommen zuhause, Luke." Er lächelte auf den Sohn seines Partners hinunter und machte dann Platz für Corva, die erste Scans vornahm und mit Vader kryptische medizinische Vokabeln austauschte, die für niemanden sonst Sinn ergaben, die beiden aber in rege Aktivität versetzte. Die Ärztin hatte offensichtlich vorgesorgt und ein Sortiment an Schmerzmitteln und Geräten mitgenommen, die nun zum Einsatz kamen, um Luke zu stabilisieren und ihm den aktuellen Zustand zu erleichtern. Tatsächlich schlief er ihnen bald unter den Händen ein.
