»Ich bin also eine Chevalier.« Es fällt Dominique schwer, das laut auszusprechen. Es hört sich seltsam an, beinahe falsch.

»Wir durften es dir nicht sagen, sonst...« Sie möchte die Erklärungen von Julius gar nicht hören, sie kann sich beinahe denken, was er noch sagen möchte.

»Mir ist es jetzt egal, können wir das später klären? Ich meine, wenn hinter uns keine hundert Feuerwehrleute ein Lagerhaus löschen, wo wir noch vor knapp einer Stunde drin waren. Sagt mir lieber, was mit Giulia und den anderen Verrätern ist.«

»Giulia konnte sicher entkommen, aber ich glaube, Max und ich haben zwei ihrer Leute getroffen, vermutlich nur verletzt.« Tibor hört sich beinahe so an, als ob er auch froh ist, über ein anderes Thema zu sprechen.

»Und was ist mit Vincent?« Für sie ist es immer noch unvorstellbar, wie Giulia auf ihren eigenen Vater schießen konnte, und das ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

Tibor denkt einen kurzen Moment nach, dann antwortet er: »Ich weiß nicht wie er das überlebt haben soll, aber er hat es schon einmal geschafft. Falls er noch leben sollte werden wir es sicher bald erfahren. Wir reden nachher weiter, ich muss noch kurz mit Ashley sprechen.«

Die Agentin hat angekündigt, nicht wieder mit zur Akademie zu fliegen, sondern einige Monate in Deutschland zu bleiben. Es wird Zeit, dass ihr Vater die Wahrheit erfährt. Dominique geht mit ihrem Bruder, so hat sie noch die Gelegenheit, sich von Jenny zu verabschieden.

Einige Meter von sich hört Julius Delilah, wie sie über den Kommunikator mit Al spricht. Sie fasst für ihren Chef die letzten Stunden noch einmal zusammen, einige Ereignisse schocken sogar Al.

»Also hat Giulia eiskalt ihren eigenen Vater verraten, um einen Befehl von Montinguez auszuführen? Das ist wahnsinnig, Mann! Selbst für eine Agentin vom Projekt.«

»Tibor sagt, dass Giulia entkommen konnte. Was machen wir nun?«

»Ihr fliegt jetzt nach Hause und ruht euch aus, um Giulia und Montinguez kümmern wir uns später. Ich bin nur froh, dass ihr noch am Leben seid. Vincent war ein ausgezeichneter Agent und wäre er nicht so besessen von seiner Rache gewesen hätte die Sache auch ganz anders ausgehen können, Mann. Wie hat sich Dominique geschlagen?«

Delilah lächelt, beinahe stolz auf das Mädchen. »Ohne sie wäre Jenny immer noch im Lager. Aber sie kennt jetzt die Wahrheit.«

Über das kleine Display sieht Delilah, wie Al sich an seinem Kopf kratzt. »Das habe ich mir beinahe schon gedacht, Mann. Wie steckt sie es weg?«

Diesmal wendet sich Julius an Al. »Ganz gut soweit, besser als ich damals auf jeden Fall. Tibor und ich werden uns gleich noch in aller Ruhe mit ihr unterhalten.«

»Wo du schon gerade von unterhalten redest: Delilah, hier sind zwei Agenten für dich, die unbedingt mit dir sprechen wollen. Und ich glaube du kannst es kaum erwarten sie wiederzusehen, Mann!«