LIV. Vom Regen in die Traufe, von den Trümmern in den Kanal!

Der Drakon riss sein Maul auf und stieß ein Fauchen aus, ein eklig saurer Geruch drang in meine Richtung. Ich sah wie sich die Halsmuskeln der riesigen Schlange spannten als mache sie eine würgende Bewegung, ich rannte nach rechts, nach einigen Metern änderte ich meine Richtung und machte weite Sätze nach vorn. Ich hörte ein Geräusch das einem fein Wasser vernebelnden Rasensprenger nicht unähnlich war. Ich drehte mich um und fand mich am Rand einer feinen Wolke aus Säure wieder, zum Glück erwischte mich nur ein feiner Flüssigkeitsnebel der keinesfalls stark genug sein konnte um sich durch die Rüstung und den Waffenrock zu fressen, auf einmal war ich ganz froh darum in diese schwere Schale gehüllt zu sein wie ein Krabbe in ihren Panzer, ich hielt automatisch die Luft an um mir nicht meine Lungen zu verätzen. Ich zielte kurz, legte den Hebel um und jagte mit einem durchdrücken des Abzugs eine kurze Salve in das noch nicht geschlossene Maul des Drakons der eine weitere Säurewolke ausspritzte, welche allerdings bedeutend kleiner war und ihm anscheinend Schmerzen bereitete, da er geradezu rasend vor Wut mit einem gesamten gewundenen Körper herum schnellte wie ein tollwütiger Regenwurm - konnten Regenwürmer eigentlich Tollwut bekommen? Dennoch näherte er sich mir mit beängstigendem Tempo, ich musste weiter zurückweichen und rannte los, direkt vor mir öffnete sich ein etwa zwei Meter breiter Krater in der Straße über den ich mit einem Hechtsprung hinweg schnellen wollte. Stattdessen stürzte ich natürlich mitten hinein in den unebenen und scharfkantigen Untergrund einer verdammten Straße. Ein stechender Schmerz zuckte meine Beine hoch, verschwand aber ziemlich schnell, ich nahm Schwung und versuchte aus dem Verdammten lock zu klettern, rutschte jedoch an der verdammten nassen Erde ab und viel wieder auf den Grund des sehr steilen und mindestens drei Meter tiefen Loch das fast schon so wirkte als hätte jemand mit einem übergroßen Brecheisen im Boden herumgestochert, auf dem Boden befand sich nichts als feuchter schlamm, als meine Augen umher huschten bemerkte ich ein halb unter schotter verborgenes Rohr von gewaltigen Ausmaßen, es musste groß genug sein um mit einem riesigen Geländewagen dadurch zu fahren.

Matsch und Asphalttücke rutschten Von den Wänden als der riesige Drakon versuchte mich mit seinen malmenden Kiefern zu erwischen. Zäher, mit Blut gemischter Speichel tropfte von seinen Zähnen, ohne viel zu denken schleuderte ich eine Handvoll Kiesel hinter mich und Quetschte mich in das fast ganz verschüttete Loch hinunter. ich Hörte während ich mit einer Judorolle den Schuttberg hinunterrollte ein knirschen, offensichtlich versuchte dieses verdammte Monster mich auszugraben. Auf einmal platschte und Wasser durchnässte mich von oben bis unten. Ich versuchte zu schwimmen als meine schwere Rüstung mich wie ein Stein unter Wasser sog. Meine Hände krallten sich an den Schutthaufen und ich rang keuchend nach Luft während ich versuchte mich gegen das Untergehen zu stemmen. Es war dunkel hier unten, auch wenn ein wenig Licht von oben hier hineinfiel, auch stellte ich fest, dass es sich bei dem Wasser nicht um normales Wasser handelte, sondern um die Brühe die in einem Abwasserkanal vor sich hinfließt. Während ich es nicht schaffte weiter als ein paar Zentimeter aus dem Wasser zu kommen ohne von dem Schutthügel abzurutschen hangelte ich mich zu Seite, ich hatte inzwischen realisiert, dass man bei Kanälen immer irgendwo herauskommen musste, an den Seiten gab es schließlich Wege für die Leute die dafür sorgen sollten das sich unten nichts verstopfte und das Abwasser in die Kläranlagen gelangte. Der Drakon machte sich weiter oben immer noch zu schaffen, inzwischen hatte er sich wohl schon weit vorgearbeitet, seine gewaltigen Kiefer schlossen sich um einen vielleicht 70 Zentimeter tiefen Abschnitt der Rohrdecke, mit eine knirschen das auf einmal in einen enormen Krach überging riss er es einfach heraus und ließ es herunterfallen, nur wenige Zentimeter von meiner linken Schulter rauschte das Trümmerstück in die dreckige Brühe die mir nun auch unter den Helm schwappt, wie durch ein Wunder hatte ich gerade meinen Mund geschlossen. Ich erreicht eine steinkante, sie war wohl von einem etwa 70 Zentimeter breiten Weg der am Kanal entlang führte. Sie war glitschig von einer schlammigen, mit Pilzen durchsetzten Schicht, hier hatte offensichtlich schon viele Jahre niemand mehr ordentlich geputzt dachte ich währen der Drankon an der Decke meine überdimensionierten Kaninchenhöhle herumknabberte wie an einem Cracker. Verzweifelt versuchte ich mich herauszuziehen, was allerdings nicht funktionierte, da ich immer abrutschte und danach noch schwerer wieder Halt fand. Also beschloss ich mich entlang der Steinkante weiterzuhangeln bis ich auf eine Treppe oder etwas ähnliches traf.

Jede Bewegung war anstrengend, wenn auch bei weitem weniger anstrengend als normales hangeln. Es wurde nach und nach immer dunkler, ab und an ließ der Drakon wieder Bestandteile der Kanalabdeckung ins Wasser fallen, was größere Wellen auslöste die mich mehrmals kurzfristig von meiner rettenden Steinkante losrissen. Nur mit enormen Anstrengungen, nach denen ich mich erst einmal kurze Zeit ausruhen musste, konnte ich mich wieder retten. Schließlich stieß ich auf eine der Kanalleitern und zog mich langsam an den stählernen Sprossen nach oben. Mir war eiskalt und ich begann zu nießen. Während meine Füße noch über dem Kanal baumelten blieb ich schlichte und Einfach liegen. Ich war einfach zu fertig um sofort auszustehen. Immer noch hörte ich den Drakon vielleicht 50 oder 100 Meter weiter hinten Herumfuhrwerken. Ich begann zu zittern und kam recht schnell zu dem Schluss, dass ich in dieser schweren Rüstung auf keinen Fall wieder hier heraus kam. Gar keine gute Situation, nicht nur das in diesem Kanal neben ekligen Ratten bestimmt noch andere gefahren lauerten - herabfallende Deckenteile waren da vermutlich noch das harmloseste. Außerdem konnte ich jetzt wählen, zwischen einem jämmerlich hier unter verrecken und einen olympischen Gott verärgern - na was hättet ihr wohl gewählt? Ich zog den Helm also aus und schleuderte das kostbare Stück schweren Herzens in den Kanal - wenn ich ihn schon nicht behalten konnte, dann sollte so schnell auch niemand anderes daran kommen. Niemand würde in einem Abwasserkanal nach etwas derartigem suchen, Nach end Nach entledigte ich mich der meisten Rüstungsteile, bis ich nur noch in der Kettenmontur dastand. Die war gerade noch tragbar für meinen Körper, der sich mit jeder Faser seines seins in ein kuscheliges Wasserbett zurückwünschte. Nun galt es nur noch sich hier zu orientieren, auch wenn die leuchtenden Runen auf meinem Schwert ein schummriges Licht verströmten verhinderte dies doch nur das ich ins Wasser stürzte. Super - einen Kompass hatte ich natürlich nicht dabei, wie immer wenn ich einen brauchte! Ich nahm also mein Schwert zur Hand und hielt es lässig in der Hand, wobei die Spitze auf den Boden zeigte. Nicht weil es cool war, sondern da es auch ein trainierter Arm nicht mithält ein Schwert länger als eine Viertelstunde gerade ausgestreckt vor sich zu halten.

Das Getöse das der Drakon veranstaltete war zwar leiser geworden, jedenfalls war ich dieser Überzeugung, aber dennoch übertönte das Knirschen und knacken von mächtigen Zähnen auf Stein und Asphalt jegliches Geräusch. Gerade deswegen beobachtete ich die Dunkelheit höchst argwöhnisch. Auch wenn mir Krallen und Klingen nichts anhaben konnten war ich mir ziemlich sicher, dass man mich noch ersticken oder ertränken konnte - für beides waren die meisten jetzigen Bewohner dieser Kanäle jetzt wohl zu haben. Das Glück im Unglück war hier vermutlich noch, dass die wenigsten Wesen hier lange genug überlebt hatten um mir jetzt noch Ärgernisse zu bereiten. Allerdings begann in mir ein anderes Problem zu dämmern, jetzt wo ich langsam von meinem Adrenalintrip runterkam und wieder an etwas anderes denken konnte als wilde Flucht. Immer noch triefend nass und sogar für meine eigenen Nase eklig stinkend befand ich mich in einem Kanalsystem, wer weiß wie viele Meter unter der Erde - ohne Proviant, ohne Karte. Am liebsten hätte ich laut aufschreiend Löcher in die Wand getreten, zugegeben vermutlich ohne großen Erfolg. Allerdings konnte ich mich nicht einmal zu dem Versuch durchringen, was in mir wirklich ein ängstliches Gefühl weckte. Es ist nicht so dass ich wirklich Angst hatte - es war eher ein latentes Unwohlsein, genährt von der langsam dichter werdenden Sicherheit das ich wohl kaum so leicht aus dem Kanal kommen würde wie hinein. Und das alles nur weil du mal wieder für andere Leute deinen Hintern hinhalten musstest. Klug wirst du wohl auch nie Jack Pendragon! Hoffentlich hatte meine ach so wohlüberlegte Aktion wenigstens Erfolg gehabt, wenn Annabeth es jetzt nicht einmal zu ihrem Bruder schaffte könnte ich mir die letzten Reste meines Bartes wegknabbern die ich noch trug wenn ich aus diesen städtischen Eingeweiden herauskam. So gesehen war es noch ein Glück, dass ich in eine städtischen Kanalisation feststecke und nicht in irgendeinem Kanal auf dem Land der zu einer 50 Meilen weit entfernten Kläranlage geht, ohne das es irgendeinen Ausstieg gibt. Hier könnte ich eventuell sogar noch einen Kanaldeckel zum raus klettern finden, allerdings war der dann bestimmt verschüttet! Schließlich kam ich nach mehreren Abzweigungen, die mich hoffentlich Richtung Norden. Was heißt hier hoffentlich, da ist Norden - bemerkte der fiese kleine Bastard in meinem Schädel der dafür gesorgt hatte das ich meist recht unbeschadet aus Gefahren herausgekommen bin die eigentlich ausreichten um eine halbe Armee auszuschalten.

Also schritt ich ohne rechte Motivation in besagte Richtung, ich fühlte mich wie ein alter Mann und schlappte auch nach vorn gebeugt dahin, während das Kettenhemd wie ein Tonnenschweres Gewicht an meinen Schultern zerrte. Ich würde eine so schrecklichen Muskelkater bekommen wie schon lange nicht mehr, zum Glück verspürte ich nicht diese seltsame prickelnde Taubheit in einem Muskel die sich bei der geringsten Anstrengung in einen stechenden Schmerz verwandelt. Das waren bei mir die Anzeichen die vor einem Muskelriss standen, etwas das hier unten mit einem Todesurteil gleichzusetzen war. Die Luft war schrecklich und es schien fast so als würden die Wände immer näher an mich heranrücken. Ich kämpfte einen Panikanfall nieder - hier befand ich mich in einem verdammten Kanal, nicht in einem schlechten Horrorfilm, hier floss seit Jahren das schaumige Abwasser einer Millionenstadt, eine zweite Charybdis konnte man hier nicht gebrauchen! Ich kann nun endlich an einer Abkürzung an die meinem vorläufigen Weg ein Ende bereitete. Hier flossen die zwei Kanäle zu einem noch gewaltigeren Rohr zusammen, das solch eine Eindrucksvoll Größe besaß das ich es im ersten Moment für ein gewaltiges Kellergewölbe hielt, da ich seine Decke nur als diffuses Schemen in der Dunkelheit wahrnehmen konnte. Wie lange ich gegangen war wusste ich nicht, nur das ich jetzt einen tierischen Durst hatte - und natürlich nichts zu trinken, denn die Brühe die hier stand wimmelte so von Bakterien, das es sich sogar Poseidon ein paar Mal überlegte hätte dieses Zeug hinunterzukippen. Hunger hatte ich natürlich auch, aber ich traute mir eher noch zu ein paar Ratten hier unten zu erwischen als etwas trinkbares zu finden. Das Problem war nur, dass eben dieses stehende Wasser mir meinen Weg versperrte, in einer Arte Kai aus mausgrauem Beton lief der Weg auf dem ich gewandelt war aus. Ich entdeckte schließlich angerostete, an manchen Stellen blankpolierte Stahlkrampen an der Wand und stieß einen lautlosen Jubelschrei aus. Meine Euphorie verflog jedoch Augenblicklich als ich mit dem Schwert nach Oben leuchtete und statt eines Abschlussdeckels nichts al endlose Schwärze über mir entdeckte.

Ich tippte also mit dem Finger auf die Spitze meiner Waffe, woraufhin diese sich wieder den silbernen Armreif verwandelte, welches ich an meinem linken Handgelenk befestigte wie üblich. Es war stockfinster vor meinen Augen und hätte ich nicht gewusst, dass sich dreißig Zentimeter vor mir eine Wand befand, ich wäre nichtsahnend dagegen gelaufen. So ertastete ich eine der in der Wand eingelassenen Krampen und begann mich daran hochzuziehen, meine Schultern brannten als würde man sie mit Flüssigem Eisen traktieren. Was ich gerade Tat war nicht wirklich anstrengender als auf einer Leite hinaufzusteigen, allerdings hatte ich immer Angst in der Dunkelheit einen Tritt zu verfehlen, gegen etwas zu stoßen oder gar in ein lauerndes Monster hinaufzukraxeln. Vorsichtig mit der Hand über mir herumtastend kletterte ich voran. Es dauerte eine Geschlagene Viertelstunde bis meine Hand endlich auf eine feste Abdeckung stieß . Sie fühlte sich an wie ein gewöhnlicher Kanaldeckel. Das war sie auch, aber warum viel durch die Löcher denn kein Licht herein. Ich versuchte ihn hoch zu drücken, stemmte mich mit Schulter und Armen dagegen, bis ich mich den Füßen fast den Halt verlor und in die Tiefe gestürzt wäre. Keuchend hing ich da oben - so musste sich eine Fließe in einem umgedrehten Schnapsglas vorkommen! Natürlich hatte der Deckel sich nicht Bewegt, vermutlich befand sich einfach nur irgendetwas über ihm, und wenn es sich dabei um ein ausgebranntes Autowrack handelte. "Verdammte Scheiße." keuchte ich niedergeschlagen und hieb mehrmals mit der Faust gegen die Deckel. Sie tat weh , dann entschloss ich mich wieder nach unten zurückzukehren, was ich dann auch recht zügig tat, ich war schneller als beim heraufklettern. Ich befand mich also wieder unten im Kanal und stellte mir gerade die Frage wie es weitergehen sollte, als ich ein leises plätschern des Wassers hörte. Es fiel mir auf, weil das Wasser hier stand wie ein Block Butter im Winter. Ohne zu denken glitt ich in eine leicht kauernde Kampfhaltung und griff nach meinem Armband, als das Wasser aufgewühlt wurde und ich mich wie von selbst zur Seite schnellte und dabei mit einem lauten Aufplatschen ins Wasser schnellte. Zum Glück hatte ich wenigstens Mund und Augen geschlossen, so schnell ich konnte kämpfte ich mich an die Oberfläche und schüttelte mir das Wasser notdürftig vom Schädel, dann öffnete ich die Augen, meine Klinge erleuchtete die Szenerie jetzt geradezu schemenhaft. Ich sah gerade noch wie sich eine geschuppte Gestalt zurück in das Wasser gleiten ließ, ich erblickte nur noch einen langen, ungemein kräftig wirkenden Schwanz. Ich musste aus dem Wasser, schoss es mir siedend heiß durch den Kopf, als sich stählerne Kiefer um meinen Fuß schlossen, dass ich aufschrie und gurgelnd Wasser schluckte als ich hinab Richtung Grund gezogen wurde.

Es schmeckte widerlich, verfault und irgendwie, ekelhaft. Scheiße, ich hatte meine Waffe losgelassen stellte ich fest und verfluchte mich dafür, meine Schwert würde wieder zu mir zurückkommen, aber das dauerte eindeutig zu lange, ich musste es irgendwie vorher schaffen wieder an die Oberfläche zu kommen, noch hatte ich zum Glück ein Wenig Zeit. Ich strampelte noch einige Sekunden wie wild herum und ließ mich dann - nach etwa einer Minute langsam erschlaffen. Ich bewegte mich nicht, obwohl sich mein Unterschenkel so anfühlte als würde er zwischen Fünf scharfen Messern eingeklemmt die sich durch Muskeln und Knochen bohrten. Ich wurde wild durchs Wasser Geschleudert und hätte ich nicht um Styx gebadet, ich wäre mich ziemlich sicher, dass ich mein Bein verloren hätte. So tat es nur höllisch weh und ich wurde fast ohnmächtig. Dann endlich wurde ich losgelassen und schnellte mit einem schnellen Schwimmzug der Oberfläche Entgegen, aber bevor ich sie ganz erreicht hatte wurde ich wieder erwischte. So langsam wurde mir die Luft auch knapper, zumal sich mein Körper auf Kampfstation befand und daher viel mehr Sauerstoff verfeuerte als beim entspannen auf dem Grund eines Swimmingpools. Ich krümmte ich zusammen und tastete nach dem etwas das meinen Fuß im Maul hielt. Meine Hand stieß auf etwas weiches in das ich sofort meine Fingernägel grub. Tatsächlich wurde ich durchs Wasser Geschleudert und riss mir fast den Arm aus, schließlich glitt mir doch die Hand ab und ich trudelte mich um mich selbst drehend Richtung Oberflächt. Ich trat wie durch Zufall gegen etwas und konnte endlich Luft schnappen. Wie kühlender Balsam rieselte Luft in meine stechenden Lungen. Ich wurde wieder angegriffen, dieses Man jedoch verfehlte das Monster mich und seine mächtigen Kiefer schlossen sich um eine Hand voll Wasser. Neben mir befand sich die Kanalwand an der ich mich emporzog, auch wenn ich zweimal mit der Hand ausrutschte. Ein großer Schädel schoss aus dem Wasser und schnappte nach mir, rutschte jedoch an dem feinmaschigen Kettenhemd ab. Ich taumelte zurück bis ich gegen die Wand knallte und meinen Hinterkopf gegen die gebrannten Ziegeln der hier offensichtlich noch historischen Kanäle donnerte. Ich tastete nach meinem Armband - immer noch nicht. Ich hörte das Monster aus dem Wasser schnellen zu zuckte in einem Sternschritt zur Seite. Ein Schwerer Körper landete auf meine vorgestreckten Schulter und drückte mich fast nieder. Er war weich, ein seltsames Keuchendes Geräusch ertönte, begleitet von einem gedämpften knacken. Das Monster glitt zurück und schnappte in blinder Wut nach mir, es verfehlte meinen Kopf allerdings, stattdessen donnerten etwas hartes, langes gegen meinen Schädel und ließ mich zu Boden gehen. Mit verschwammen die Sinne, ein lautes Platschen und eine Menge über mich spritzendes Wasser verriet mir, dass die Bestie wieder in den Kanal zurückgeglitten war, offensichtlich hatte ich ihr also doch weh getan. Von einer grimmigen Genugtuung angefeuert kämpfte sich mich wieder auf die Beine, auch wenn ich so schwankte, dass ich mich an der Wand abstützen musste um nicht umzufallen.

Rasend peitsche das Monster das Wasser um mich herum auf und knallte immer wieder mit dem Schwanz durch die Luft, bis er mich schließlich durch Zufall traf und ich wie eine Marionette zu Boden geschmettert wurde. Als ich auf den Harten Boden aufschlug fühlte ich das es mit mir zu Ende ging. Ich würde mich nicht weiter verteidigen können. Die Gewissheit hier sterben zu müssen, in einem stinkenden Kanal und den Resten einer nicht mehr existenten Großstadt erfüllte mich mit Wehmut, Angst hatte ich jedoch nicht. Es machte mich nur traurig die Menschen zurücklassen zu müssen die mir etwas bedeuteten. Und dann waren da noch die Richter - ich meinte entfernt Stimmen zu hören, bevor sich schließlich in eine allumfassende Dunkelheit stürzte, das letzte was ich bemerkte waren Kiefer die Sich um mich schlossen.