„K-Kentin. Was machst du denn hier?", fragte ich leicht erstaunt. „Sitzen. Das siehst du doch!". Ich stöhnte einmal auf. „Dir ist schon klar, dass ich hier sitze, weil ich auf den mysteriösen Zettelschreiber warte?". Er grinste sein breites und niedliches Lächeln. „Dessen bin ich mir bewusst, ja!". „Und warum bist du dann nicht drinnen bei den anderen?", fragte ich leicht erstaunt. „Naja, ich soll mich hier draußen mit jemandem treffen!". Ich nickte kurz. „Dann hast du also quasi auch ein zweites Date?", fragte ich. „Joar…kann man so sagen!". „Was soll das denn bitte bedeuten?", fragte ich sichtlich verwirrt. „Mein zweites Date ist schon da, aber sie erkennt mich einfach nicht!". „Meinst du?". Er nickte lachend. „Aber wie kann man dich denn übersehen?". „Frag sie doch selbst!". Ich versuchte meinen Hals zu recken und über den Schulhof zu blicken. „Ich sehe hier niemanden außer uns!", sagte ich enttäuscht. „Ach, sag bloß!", sagte Kentin belustigt. Plötzlich zog sich irgendetwas in mir zusammen und ich begann leicht zu zittern. „K-Kentin?". „Ja, Maike?", fragte er noch immer leicht belustigt. Ich schaute kurz zur Seite und sah seine leuchtenden Augen und sein verschmitztes Lächeln. Ich drehte mich wieder weg! „K-kann es sein, das du mein heimlicher Verehrer bist?"
„Du hast echt lange gebraucht, um das zu realisieren!", lachte er. „Du hast es mir auch nicht gerade leicht gemacht, das Ganze zu durchblicken". Er zog eine Augenbraue hoch. „Nicht?". „Die Botschaften hätten von jedem sein können!". Wieder lachte er. „Maike…", er legte eine Hand an meine Wange. „ Ich liebe dich schon seit dem Kindergarten und du bist auch der einzige Grund, warum ich überhaupt an dieser Schule bin!". „Ich dachte, du würdest mich nur noch als gute Freundin sehen!". „Warum sollte ich?". Er sah leicht irritiert aus. „Ich habe zugelassen, das Amber dich von der Schule mobbt!", sagte ich leise. „ Ich war ein Trottel der lernen musste, seine Probleme alleine zu lösen! Du hast nichts falsch gemacht". Ich lächelte. „Danke! Und außerdem warst du ein sehr niedlicher Trottel". Er legte seine Hand auf meine. „Und trotzdem hatte ich nie eine Chance bei dir?". Ich sah den traurigen Ausdruck in seinen Augen. Die Augen, die mich immer an Smaragde erinnert hatten und die ich so gerne mochte! „Kentin…", war das Einzige, was ich rausbrachte. Er seufzte. „Was hat Nathaniel, was ich nicht habe? Warum er und nicht ich?". „Ist das dein Ernst?". Er nickte. „I-ich liebe ihn einfach! Seitdem ich ihn zum ersten Mal gesehen habe!". „Warum?". „Ach Kentin…". Ich wollte nicht darauf antworten und um ehrlich zu sein, konnte ich es auch nicht! Ich fühlte einfach vom ersten Moment an ein Kribbeln in der Magengrube, was ich bei Kentin nie gehabt hatte! Er sprang auf und ging eine Weile vor mir auf und ab. „ Ich möchte es einfach wissen, weil es wehtut!". „Womit tue ich dir denn weh?". „Mit der Art wie du ihn ansiehst, ihn küsst, mit ihm sprichst und von ihm sprichst!". Er atmete einmal tief ein und aus. „Verstehst du nicht…ich möchte derjenige sein den du küsst und verträumt ansiehst. Und das wollte ich auch schon immer sein!". Ich konnte nicht anders. Ich umarmte Kentin ganz fest. „Kentin, es tut mir so leid!". Er sah mich traurig an. „Ich habe aber nun mal keinen Einfluss auf die Angelegenheiten meines Herzens. Es schmerzt mich dich so traurig zu sehen, aber ich kann es nicht ändern. Ich liebe Nath!". Er nickte. „Kentin…können wir bitte weiterhin befreundet bleiben? Ich möchte unsere Freundschaft echt nicht gefährden!". „Aber habe ich unsere Freundschaft nicht schon aufs Spiel gesetzt, indem ich die Briefe geschrieben und sogar Nath unter die Nase gerieben habe, das wir zum Ball gehen?", fragte er geknickt. Ich legte meine Hand auf seine Wange. „Nein, du hast gekämpft. Das war sehr mutig von dir!". Er lächelte wieder ein wenig. „Und außerdem hat sich Nath auch nicht gerade wie ein Held verhalten", gab ich zu. Er legte seine Hand wieder auf meine. „Du musst mit ihm reden. Sofort!". „Meinst du?". Er lächelte. „Ich sehe doch wie unglücklich du bist. Und ich sehe, wie unglücklich er über die Situation ist!". „Und was ist mit dir?". Er nahm seine Hand runter. „Ja, es tut weh. Aber ich war egoistisch indem ich dachte, ich könnte dich von mir überzeugen. Ich war dabei, eine perfekte Beziehung zu zerstören…". „Ach Kentin!". „Es tut mir leid Maike. Und jetzt los, geh zu Nath und bieg das Alles wieder gerade!". Ich lächelte. „Du bist der beste Freund, den man haben kann. Danke!". „Wofür?". „Das du mich immer geliebt hast. Ich glaube, irgendwo tief in mir habe ich es immer gewusst und war dir dankbar dafür. Besonders in den Momenten wo ich mir nicht sicher war, ob Nath mich überhaupt liebt!". Er nahm mein Gesicht zwischen seine Hände. „Nath hat dich immer geliebt. Ich glaube, sogar noch mehr als ich es jemals tat. Also, geh zu ihm!". Ich gab Kentin einen leichten Kuss auf die Lippen. Er errötete. „W-wofür war d-der?", stammelte er. Ich lächelte. „Ich liebe dich Kentin!". „Aber du liebst Nathaniel mehr!". Ich gab ihm noch einen leichten Kuss auf die Lippen. „Ich liebe Nath mehr als mein Leben! Aber trotzdem liebe ich dich auch!". Er lächelte wieder sein wunderschönes Lächeln. „Jetzt geh zu ihm!". Ich umarmte ihn ein letztes Mal und stürmte zurück in die Sporthalle. Ich war so froh, ihn zu haben!