Kapitel 51: Veränderung

-HG-

Sie wartete und wartete und sah die Dinge an sich vorbeifliegen. Wenn sie nicht sehen würde, dass sie den richtigen Zeitpunkt gewählt hatte, würde es ihr vorkommen als wäre sie Jahre zurück gereist. So lang kam es ihr jedenfalls vor. Langsam wurde ihr schwindelig und sie wollte sich einfach nur hinsetzen.

Zweifel kamen in ihr hoch. Sie hätte doch einfach alles lassen sollen wie es war. Vielleicht würde Snape ja nichts passieren und sie würde das alles umsonst tun. Es lief immer noch alles rückwärts an ihr vorbei. Sie sah Hagrid wie er aus dem Wald mit McGonagall herausgeschlendert kam. Beziehungsweise wiederhinein, schließlich lief es rückwärts. Sie konnte sich doch einfach im Gebüsch verstecken. Den Zeitumkehrer konnte sie doch eigentlich auch verwenden wenn etwas schieflaufen sollte. Sie überdachte ihren Lösungsweg. Eigentlich war der gar nicht schlecht. Es war der perfekte Ausweg. Ausweg. Moment, was dachte sie da?

Schon wieder wollte sie sich einfach geschickt aus der Sache ziehen. Wo war wieder ihr Mut hin? Sie war eine Gryffindor und sie würde es tun! Sie sah Snape und sich wie sie rückwärts zum Schloss liefen. Ja gleich würde es losgehen. Sie betrachtete sich selbst. Was für ein ungleiches Paar sie doch waren. Er sah eher erschreckend aus, während sie in ganz normalen Sachen neben ihm her ging und ihm zwischendurch Blicke zuwarf. Gott, wieso war sie so peinlich! Snape hatte das doch sicher bemerkt. Sie sahen beinahe wie Vater und Tochter aus, wäre da nicht etwas zwischen ihnen das jeder Dummkopf sah. Hermine konnte sich selbst kaum noch sehen. Sie war kaum ein Punkt in der Landschaft und endlich wurde es um ihr herum auch wieder langsamer. Nur eine kleine Pause.

Ein anderer Zeitpunkt hatte sie mittlerweile gepackt.

-SS-

Mit offenem Mund starrte er noch immer auf den Fleck, an dem sie verschwunden war. Er konnte es nicht glauben. Sie würde die Vergangenheit ändern. Für ihn. Schnell verwarf er den Gedanken wieder.

Das durfte nicht wahr sein und er konnte das auch nicht zulassen. Es war gefährlich und sie könnte alles nur noch schlimmer machen. Kopfschüttelnd riss er seinen Blick von dem Gras los und rannte in Richtung Schloss.

,, Hast du noch einen Zeitumkehrer?´´, fragte er die Schulleiterin noch während er die Tür aufmachte. ,, Wieso?´´, McGonagall ließ sich von seinem Auftritt nicht beeindrucken und sortierte weiter Pergamentrollen. Nicht einen Blick schenkte sie ihm. Provokant räusperte er sich, doch auch dieses Mal beachtete sie ich nicht weiter. ,, Severus, ich habe keine Zeit für deine Spielchen. Der Orden ist in Aufruhe und das Ministerium muss auch noch über die Auferstehung von Voldemort wissen´´, sagte sie deutlich genervt. Wie immer. Für kleine Lappalien nahm sie sich immer Zeit, doch wenn es nur ein Mal um etwas ging, dessen Ausmaß sie sich nicht bewusst war, ignorierte sie es. ,, Beantworte mir die Frage´´, zischte er. Sie verdrehte hinter ihrer Brille deutlich die Augen. Worauf er mit einem Brummen reagierte. ,, Nein, Severus ich habe keinen Zeitumkehrer. Wie du weißt hab ich einen vom Ministerium beantragt, aber dieser ist im Besitz von Miss Granger und das schon seit Jahren´´. Als ob es das war was er wissen wollte. ,, Und ein weiteres Exemplar?´´, hinterfragte er. Es war einer der einzigen Chanen die er besaß. Wenn er nicht schnell genug war, würde sie alles geändert haben, bevor er überhaupt nur einen Schritt setzen konnte. ,, Habe ich nicht. Es war schwer genug den für Miss Granger zu bekommen und das Ministerium zu überzeugen das er in guten Händen landet. Wenn du also einen brauchst kümmere dich selber drum´´, sagte sie in einem sarkastischen Ton, nicht ahnend das genau dies seine Absicht war.

Ohne ein weiteres Wort drehte er sich schwungvoll um und verschwand wieder aus dem Büro. Noch vieles erinnerte ihn darin an Dumbledore. Genau genommen alles. Es hatte sich auch nichts verändert, außer ein weiteres Porträt das nun an der Wand hing. Mit wehenden Umhang lief er die langen Flure entlang, doch wusste nicht wohin er genau sollte. Er hasste das Gefühl der Ratlosigkeit. Schon früher hatte er immer einen Plan gebraucht um sich sicher zu fühlen. Alles andere hatte ihn verunsichert und halb wahnsinnig gemacht. Er spürte die Blicke der Gemälde auf sich ruhend. Teils fragend, teils urteilend. Normalerweise war er in den Ferien nicht im Schloss. Er ignorierte sie und ging einfach weiter bis der Flur an einer Tür endete. Das Lehrerzimmer. Gut, es würde leer sein. Ein Blick durch die halb geöffnete Tür gab ihn Rech. Seufzend ließ er sich auf einem der Sessel fallen. Einen Plan. Das war das was er brauchte. Er konnte schließlich nicht einfach in das Zaubereiministerium platzen und dort einen Zeitumkehrer verlangen.

Obwohl Arthur Weasleys Sohn dort sein müsste. Schließlich hatte dieser, als neuer Zaubereiminister, ihm nach dem Krieg angeboten direkt zu ihm kommen zu können, falls er etwas benötigen würde. Schon bereit loszugehen, hörte er eine piepsige Stimme durch den ganzen Raum. ,, Ach Severus, mein Freund. Wie man hört heiratest du die Kleine Granger? Ich hab doch nur gefordert das du mit jemanden schlafen sollst und sie nicht gleich für immer nehmen sollst´´, kicherte Flitwick leise vor sich hin, ,, und dabei hast du laut dem Buch nicht einmal mit ihr geschlafen. Man nimmt doch nicht ein Esel ohne ihn in das Maul zu schauen´´. Das hatte ihm noch grade gefehlt. ,, Ich wüsste nicht was das Jemanden angeht´´, knurrte er und blieb sitzen. Würde er diesen kleinen Zwerg noch sehen müssen wäre er mit seiner Geduld endgültig vorbei. ,, Naja, denk an die Wette, mein Lieber. Ich gebe dir noch zwei Wochen Zeit. Da solltest selbst du alte Fledermaus es schaffen die Kleine flachzulegen´´, unterdrückte er ein Lachen. Was erlaubte sich dieser kleine Wicht so von seiner Verlobten zu sprechen? Als wäre sie nichts wert und nur ein Spielzeug?! Völlig in Rage stand er auf und ging zu Flitwick hinüber, den er direkt am Kragen packte und gegen die Wand drückte. ,, Rede nicht so über meine Verlobte´´, zischte er zwischen seinen Zähnen hervor. Der vom Schock getroffene Lehrer nickte nur und versuchte irgendwie Luft zu bekommen, die Snape ihm grade abschnürte. ,, Und gewinnen werde ich auch´´, zischte er und zog seine Hand einfach weg, sodass Flitwick auf seinen Hinter flog. Ein lauter Knall ertönte, welchen er keine Bedeutung mehr schenkte. Er war schon längst auf dem Weg zur Appariergrenze.