Disclaimer: Die handelnden Personen und die Orte an denen diese Geschichte spielt, sind das geistige Eigentum von Joanne K. Rowling. Ich beabsichtige nicht mit dieser Geschichte Geld zu verdienen, sie dient lediglich der Unterhaltung. Mir gehören nur Jane Baker, Nicole Smith, Sarah Smith, Sophie Evans, Lucy Potter und Samantha Lestrange sowie einige unbedeutende Nebencharaktere

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Im Schatten des Krieges

Kapitel 53

Quidditchtryouts

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Samstag, andere Menschen genossen Samstags das Wochenende, machten Familienausflüge oder lagen den ganzen Tag im Bett. James nicht, wie an jedem anderen verdammten Tag musste er ins Ministerium und dabei war es nicht mal zehn Uhr. Es war doch echt zum kotzen. Er hätte den Chefposten an Sirius abgeben sollen oder an Frank oder an sonst wen.

Er hatte jetzt keinen Nerv, irgendwelche Akten durchzugehen, oder einen neuen Plan zur Überführung von Todessern auszuarbeiten. Stattdessen griff er in die Tasche seines Umhanges und holte einen Brief heraus, den er an diesem Morgen bekommen hatte, zu Hause aber nicht mehr hatte lesen können.

Hi Dad!

Wie geht's euch? Uns geht's eigentlich ganz gut.

Na ja, Lucy spinnt ein bisschen, aber das ist ja nichts ungewöhnliches.

Sie ist irgendwie die einzige von uns allen, Hermine eingeschlossen, die Zaubertränke mag.

Ich hab absolut keinen blassen Schimmer warum, aber das ist nicht der Grund warum ich schreibe.

Morgen sind Quidditchtryouts und ich wollte mich bewerben, ich hoffe, dass ich gut genug bin und der neue Sucher werde. Ich bin furchtbar nervös, aber das kann ich den anderen nicht sagen, vor allem Lucy würde sich kringelig lachen, dabei kann sie noch nicht mal ihren Besen gerade halten wenn sie fliegt. Und Hermine und Neville sehen das ganze viel zu gleichgültig um mich zu verstehen. Natürlich hoffen sie, dass ich es schaffe, aber ich glaube sie verstehen alle nicht was Quidditch für mich bedeutet, Ron und Ginny vielleicht schon aber trotzdem, ich wette die würden es auch lustig finden, dass ich nervös bin.

Hast du nicht irgendeinen Tipp für mich Dad?

Na ja ich muss Schluss machen, Geschichte ist gleich zu Ende und in Verwandlung weiterzuschreiben ist eine schlechte Idee.

Ciao Harry

James lächelte während er den Brief las. Und irgendwie fühlte er sich geschmeichelt, dass Harry ihm seine Ängste anvertraute. Noch vor einem Monat hat er sich geweigert mit mir zu reden dachte James und das brachte ihn dazu breit zu grinsen, wie schnell sich Dinge ändern konnten. Wobei er nicht leugnen konnte, dass sie alle in diesem einen Monat ihre Lektion gelernt hatten.

Er warf einen Blick auf die Uhr, kurz nach halb zehn. Er stand auf, seine Auroren waren doch clevere Leute, die würden sicherlich ein paar Stunden ohne ihn auskommen. Er steckte den Brief wieder in seine Tasche. Rasch prüfte er, ob er auch seinen Zauberstab hatte, dann verließ er sein Büro und verschloss es mit einem komplexen Zauber. Dann klopfte er an die Tür zu Sirius Büro.

„Ja!" Sirius klang müde und schlecht gelaunt.

„Hey!"

„Seit wann klopfst du?" fragte Sirius.

„Dir auch einen guten Morgen."

„Darf ich trotzdem erfahren seit wann du klopfst?"

„Seit ich so tu als wäre ich nett, ich bin für ein paar Stunden weg."

„Wo willst du hin?"

„Hogwarts."

„Was in Merlins Namen willst du da?"

„Heut sind Quidditchtryouts."

„Na und?"

„Idiot, Harry wird natürlich versuchen ins Team zu kommen."

„Kommt Lily nicht mit dir?"

„Nein."

„Wieso das nicht?"

James musste fast lachen, Sirius klang tatsächlich besorgt.

„Ich glaube das ist ein Vater Sohn Ding, ich denke ich sollte alleine gehen."

„Wenn du meinst."

„Ich bin also in ein paar Stunden wieder hier."

„Bis später," verabschiedete sich James, bevor er nach Hogsmeade apparierte.

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Die Tryouts für die Gryffindormannschaft begannen bereits um halb neun.

Harry ließ den Blick durch das Quidditchstadion schweifen. Er fühlte sich wahnsinnig nervös. Oliver Wood, der Kapitän des Quidditchteams und gleichzeitig auch Hüter hatte sofort klar gestellt, dass er nur den Besten in seinem Team dulden würde und dass er niemanden wegen persönlicher Sympathie oder irgendwelchen anderen Dingen ins Team aufnehmen würde und Harry hatte das Gefühl gehabt, dass Wood ihn in diesem Moment beobachtet hatte.

Das Team brauchte nur einen neuen Sucher und es waren nicht wenige gekommen, um sich für diesem Posten zu bewerben. Wood hatte sie zu Zweit zusammengestellt und erklärt, dass sie unter spielähnlichen Bedingungen ausgewählt werden würden.

„Zuerst fliegt ihr zu zweit gegeneinander," erklärte Wood, „diejenigen, die in diesem Spiel den Schnatz zuerst fangen, werden in zwei Gruppen mit je fünf Leuten eingeteilt, wer von diesen Fünf den Schnatz fängt, fliegt gegen den Sieger der anderen Gruppe, derjenige, der dann den Schnatz fängt, wird der neue Sucher."

Harry warf einen Blick auf seinen ersten Gegner. Es war ein Viertklässler, mindestens zwei Köpfe größer als Harry aber sehr schmal gebaut, ideale Sucherstatur. Er unterdrückte ein stöhnen. Wood kam zu ihnen,

„Ihr fliegt als sechstes," verkündete er.

„Okay," sagte Harry.

Der andere nickte nur. Harry ging zum Rand des Spielfeldes, wo seine Freunde standen und warteten.

„Und wie läuft das ganze?" fragte Ron ihn gespannt.

Harry erklärte den anderen das Auswahlverfahren. Lucy stöhnte genervt,

„Das dauert ja ewig."

„Du kannst gerne wieder gehen," meinte Harry ärgerlich.

„Kann ich gerne machen."

„Hört auf zu streiten," wies Hermine die Geschwister streng zurecht und tatsächlich verstummten Harry und Lucy.

Sie blieben alle am Spielfeldrand stehen und beobachteten das erste Testspiel. Es flog eine Drittklässlerin, die ziemlich gut war gegen eine Fünftklässlerin, die wohl eher damit beschäftigt war Oliver Wood anzuschmachten, als den Schnatz zu suchen.

„Diese Testspiele werden ewig dauern," meinte Ron, „gar nicht so dumm von Wood so früh anzufangen."

„Ja, stimmt," meinte Harry, „außerdem kann man ja auch nie wissen, wie lange es dauert bis jemand den Schnatz gefangen hat."

Die Drittklässlerin fing den Schnatz innerhalb einer Viertelstunde. Oliver Wood wirkte recht zufrieden mit ihrer Leistung und bat dann die nächsten Beiden ihr Können unter beweis zu stellen.

In diesem Fall war es allerdings eher Nichtkönnen. Es handelte sich um einen Siebt- und einen Viertklässler. Der Siebtklässler schaltete sich nach fünf Minuten selber aus, indem er gegen einen Torpfosten flog und die Viertklässlerin bemerkte den Schnatz nicht mal, als er um ihren Kopf kreiste.

Wood jagte daraufhin Beide vom Platz und riet ihnen niemals wieder vor seinen Augen Quidditch zu spielen. Die drei darauf folgenden Gruppen waren alle mittelmäßig und teilweise auch recht gut. Allerdings kam keiner der bisherigen Flieger an die Leistung der Drittklässlerin heran.

Und dann war Harry an der Reihe.

„Viel Glück!" rief Lucy.

Über sein Gesicht glitt ein leichtes Lächeln, sie mochte ihn eben doch, zumindest manchmal. Er ging mit seinem Besen hinüber zu den anderen.

„Auf mein Startzeichen hin fliegen alle los, klar?" sagte Oliver.

Zustimmendes Gemurmel, kam seitens des Teams, Harry selbst war viel zu nervös um etwas zu sagen. Reiß dich zusammen, befahl er sich selbst, du kannst verdammt gut fliegen und das kannst du denen auch beweisen.

„Hey," der Viertklässler hatte sich zu ihm gedreht und streckte ihm die Hand entgegen, Harry schüttelte sie.

„Ich bin Daniel."

„Harry." Er zögerte kurz, „viel Glück."

"Danke, dir auch."

Als Harry kurz darauf in die Luft stieg, wusste er, dass er zumindest einen fairen Gegner hatte. Kurze Zeit später erfuhr er auch, dass er einen verdammt guten Gegner hatte. Genau wie Harry war auch Daniel hoch über die anderen Spieler geflogen und zog seine Kreise, wobei er auch immer Harry im Blick behielt, falls dieser den Schnatz entdecken sollte. Harry verwendete die gleiche Strategie.

Nun, Daniel wusste ganz offensichtlich, welche Strategie ein Sucher am besten anwendete, aber vielleicht, so hoffte Harry, konnte er besser fliegen, wenn es um schwierige Manöver auf der Jagd nach dem Schnatz ging. Harry ließ seinen Blick weiter über das wandern, was unter ihm lag. Er entdeckte seine Freunde, die zu ihm heraufstarrten, allerdings war da noch jemand bei ihnen. Schwarze unordentliche Haare und eine Aurorenrobe.

„Dad?" flüsterte Harry.

Was in Merlins Namen tat sein Vater hier? Er wandte seine Aufmerksamkeit wieder zum Spielgeschehen und stellte zu seinem entsetzen fest, dass Daniel in einen Sturzflug gegangen war.

Ohne weiter nachzudenken riss auch Harry seinen Besen herum und stürzte hinter Daniel her. Sein Glück war, dass sein Besen schneller war, so gelang es ihm nach und nach aufzuholen. Dann machte der Schnatz eine sehr überraschende Drehung und flog somit näher zu Harry, allerdings lagen zwischen ihm und dem Schnatz jetzt der Angriff der Jägerinnen auf Oliver.

Er raste an der überraschten Alicia Spinnet vorbei, machte einen Schlenker um einen Klatscher und sauste unter Angelina Johnson her, den Schnatz fest im Blick. Er war jetzt tatsächlich vor Daniel, obwohl dieser dicht hinter Harry war und wahrscheinlich versuchte das letzte aus seinem Besen herauszuholen.

Ein Klatscher zwang Harry dazu abrupt zu stoppen. Scheinbar hatte einer der Zwillinge den Klatscher gespielt, der ihn jetzt daran hinderte den Schnatz zu fangen, denn dieser hatte die Gelegenheit genutzt und war spurlos verschwunden. Harry warf Beiden Zwillingen einen bösen Blick zu, doch die Beiden grinsten nur.

Er gewann wieder an Höhe und beobachtete aus den Augenwinkeln wie auch Daniel wieder nach oben stieg. Für ihn war es natürlich Glück gewesen, dass die Zwillinge den Klatscher gespielt hatten, denn sonst wäre Harry jetzt der Gewinner von ihnen Beiden. Erneut zogen Beide ihre Kreise über den anderen Spielern, die im Prinzip ein normales Training durchführten, abgesehen davon, dass Wood mehr auf das achtete, was die Beiden Sucher machten, damit er sich ein Bild über die Fähigkeit der Beiden machen konnte.

Es dauerte etwa fünf Minuten, bis der Schnatz erneut auftauchte, er befand sich ein paar Meter rechts von Woods Torringen. Harry und Daniel entdeckten ihn im selben Augenblick. Beide lenkten ihre Besen in Richtung des Schnatzes. So nah wie möglich am Besen gewannen sie Beide rasch an Geschwindigkeit. Der Schnatz flog nach unten und deshalb gingen auch die beiden Jungen in einen steileren Sinkflug.

Der Schnatz kam immer näher, Zeitgleich streckten beide Jungen den Arm nach vorne, der Schnatz war zum greifen nahe, aber Daniel hatte längere Arme als Harry. Harry streckte sich noch weiter, rutschte auf seinem Besen noch ein kleines Stückchen nach vorne.

Doch es reichte nicht, Daniels Finger schlossen sich um den Schnatz und er riss triumphierend den Arm in die Höhe. Harry fühlte als sei ein schwerer Stein in seinen Magen gefallen. Verloren, er hatte verloren. Er und Daniel flogen langsam zu Boden.

„Super gespielt," sagte Daniel und reichte Harry die Hand.

Er konnte nichts sagen, schüttelte nur Wortlos Daniels Hand. Er fragte sich ob sein Vater enttäuscht war, er war scheinbar extra nach Hogwarts gekommen nur wegen den Tryouts. Oliver Wood landete neben ihnen auf dem Boden.

„Daniel, du bist in der nächsten Runde," sagte er, „aber ihr habt beide super gespielt."

„Danke," murmelte Harry und ging Richtung Spielfeldrand, wo seine Freunde und sein Vater standen. Am liebsten hätte er seinen Nimbus in die nächste Ecke geschleudert und geschrieen, aber er riss sich zusammen.

„Hi Dad," sagte er, als er die Gruppe ereichte.

„Hi." James umarmte Harry. Ein seltsames Gefühl ergriff Harry, irgendwie war es ihm peinlich, immerhin waren Ron und Neville hier, aber tief in seinem inneren wollte er sich an der Schulter seines Vaters ausheulen.

Natürlich folgte er diesem Drang nicht, stattdessen löste er sich aus der Umarmung und legte dann seinen Besen ab.

„Du bist echt super geflogen," meinte Ron, „der Kerl hatte einfach längere Arme als du, warte ab, in ein paar Jahren schlägst du den um Längen."

„Ich will ihn nicht in ein paar Jahren schlagen, ich will Sucher der Gryffindormanschaft werden," fauchte Harry.

„Hey, bleib locker," versuchte James ihn zu beruhigen, „du bist sauer, das ist klar, aber das musst du nicht an deinen Freunden auslassen."

„Sorry." Harrys Stimme klang immer noch gereizt, aber die anderen ignorierten das.

„Bist du nur wegen den Tryouts gekommen?" fragte Harry.

„Ja."

„Und die Zentrale?"

„Kommt ein paar Stunden ohne mich aus, ich hab ein paar kompetente Auroren, obwohl es auch Idioten gibt, dieser Sirius Black zum Beispiel, oder die Longbottoms..."

Das brachte sie doch alle ein wenig zum lachen, selbst Harry, der immer noch wütend war, weil er dieses dämliche Spiel verloren hatte.

„Wollen wir uns weiter die Tryouts ansehen?" fragte Hermine.

„Lass uns noch ein bisschen bleiben okay," meinte Ginny, „ich will doch wissen wer der neue Sucher wird."

Harry konnte Ginny verstehen, aber er hatte im Moment das Bedürfnis sich vom Stadion zu entfernen.

„Sollen wir ein Stück gehen?" fragte James, während die anderen sich wieder dem Spiel zuwandten. Harry nickte und folgte seinem Vater aus dem Stadion.

„Wie geht's Mum?" fragte Harry.

„Gut, zu Hause ist alles bestens, genaugenommen besser als im gesamten letzten Jahr, mal abgesehen davon dass es so ruhig ist, wenn keine verrückten Kinder versuchen das Haus in die Luft zu sprengen."

„Wir haben nie versucht das Haus zu sprengen, vielleicht einzelne Teile, aber nie das ganze Haus."

„Entschuldigung, wie konnte ich das nur verwechseln?"

„Ich weiß es nicht, wenn mein Zimmer noch steht macht das schließlich einen gewaltigen Unterschied, als wenn ich auch das mit dem ganzen Haus wegsprengen würde."

„Dein Egoismus ist sehr bedenklich, möglicherweise, sollten wir einen Psychologen aufsuchen."

„Sehr witzig."

Die Beiden hatten den See erreicht und standen ein paar Minuten schweigend am Ufer.

„Bist du eigentlich enttäuscht?" fragte Harry.

„Wieso?" fragte James.

„Weil ich nicht ins Team gekommen bin natürlich," murmelte Harry.

„Denkst du, dass ich enttäuscht bin?"

„Auf eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten ist nicht sehr nett," meinte Harry vorwurfsvoll.

„Ich war noch nie nett, das solltest du wissen."

Harry schnaubte.

„Beantworte einfach meine Frage," meinte James ruhig, „denkst du, ich wäre enttäuscht."

„Weiß nicht, ein bisschen sicher, immerhin warst du einer der besten Quidditchspieler der Schule."

„Ich hätte mich gefreut wenn du ins Team gekommen wärst, welcher Vater täte das nicht? Aber ich verlange es nicht und außerdem bist du super geflogen, du hattest einfach Pech und vielleicht klappt es nächstes Jahr."

Harry war erleichtert, dies von seinem Vater zu hören, ein bisschen hatte er gefürchtet, dass sein Vater wütend war, weil er nicht ins Team gekommen war.

„Warum ist Mum nicht mitgekommen?" wechselte er rasch das Thema, bevor James noch etwas sagen konnte.

„Um ehrlich zu sein, ich hab ihr nicht erzählt, dass Tryouts sind."

„Warum nicht?" „Weiß nicht, ich hatte einfach das Gefühl, dass ich alleine kommen sollte."

„Ich bin froh dass du hier bist."

James lächelte, „Ich auch."

Sie schwiegen erneut und starrten auf den See, zumindest in paar Minuten, bis sie eine Stimme hörten.

„Dad, Harry!"

Die Beiden drehten sich um und sahen Lucy winken und auf sie zurennen.

„Was hat sie?" fragte Harry.

„Keine Ahnung."

Kurz darauf ereichte Lucy sie. Sie keuchte und versuchte wieder zu Atem zu kommen.

„Bist du vom Stadion hier hergerannt?" fragte James.

Sie nickte und schnappte weiter nach Luft.

„Was ist los?"

„Wood will, dass du zurück kommst, er sagt du wärst der Beste von denen die Rausgeflogen sind und ihm fehlt eine Person, also kriegst du eine zweite Chance."

„Wirklich?" „Wäre ich sonst vom Stadion hierher gerannt?"

„Super!" Harry drückte Lucy an sich, dann rannte er los, Richtung Stadion.

„Harry und sein geliebtes Quidditch," murmelte Lucy.

James lachte, „Es ist wirklich schade, dass du und Lily so wenig von Quidditch halten."

„Dafür könnt ihr Zaubertränke nicht leiden."

James schnaubte, „Das sind ja wohl zwei vollkommen Unterschiedliche Sachen."

„Unsinn."

James wollte nicht weiter darüber diskutieren, stattdessen schlug er vor zurück zum Stadion zu gehen. Die Beiden kamen gerade rechtzeitig um zu sehen, wie Harry und die vier anderen der zweiten Gruppe ihre Besen bestiegen.

„Wer hat in der ersten Runde gewonnen?" fragte James.

„Der gegen den Harry schon beim ersten mal geflogen ist," antwortete Neville.

Die fünf Sucher waren inzwischen in luftige Höhen gestiegen und suchten den Schnatz. Sie alle hielten den Blick auf Harry gerichtet, und warteten darauf, dass er den Schnatz entdeckte. Doch es dauerte knappe 10 Minuten, bis sich der Schnatz blicken ließ.

Drei der Sucher, darunter Harry, entdeckten ihn gleichzeitig, von ihren verschiedenen Positionen aus gingen sie in einen steilen Sinkflug. Auch die anderen Beiden folgten jetzt dem Beispiel der Übringen und stürzten sich in die Tiefe. Fünf Personen jagten jetzt dicht hintereinander den Schnatz, wobei für die Zuschauer schwer auszumachen war, wer von ihnen dem Schnatz, der jetzt leicht nach oben stieg, am nächsten war.

Dann riss jemand den Arm in die Höhe.

„Ist das Harry?" fragte Lucy aufgeregt.

„Ich weiß nicht," Ginnys Stimme klang ebenso aufgeregt wie Lucys.

„Ich glaub er ist es!" rief Ron und tatsächlich konnten sie den Flieger, der sich ein wenig von dem Knäuel der Sucher löste als Harry erkennen.

„JA!" rief Lucy und hüpfte aufgeregt hin und her.

„Beruhig dich wieder," meinte James lachend, „sonst könnte Harry noch auf die Idee kommen, dass du dich für ihn freust."

„Manchmal muss man Zugeständnisse machen," sagte Lucy, doch sie hörte auf zu hüpfen.

Die Suchergruppe landete auf dem Spielfeld, dicht gefolgt vom Rest des Quidditchteams. Oliver Wood redete kurz mit Harry, der nickte, und dann zu ihnen herübergelaufen kam. Begrüßt wurde er von einer stürmischen Umarmung seiner kleinen Schwester, die er überrascht erwiderte.

„Super Harry!" rief Ron begeistert, und klopfte Harry begeistert auf den Rücken.

„Ihr tut ja also so als hätte ich schon gewonnen," meinte Harry, der allerdings nicht anders konnte als zufrieden zu grinsen.

„Ach komm, du wirst es ja wohl schaffen, den Schnatz noch einmal zu fangen," meinte Neville.

„Gut zu wissen, dass ihr auf meiner Seite steht."

„Was dachtest du denn!" meinte Hermine und sie klang fast ein bisschen empört.

„Ich muss zurück, es geht gleich weiter."

„Viel Glück!"

Harry hatte ein komisches Gefühl, als er jetzt wieder aufs Feld trat. Er würde erneut gegen Daniel fliegen und er konnte nicht anders als sich ein wenig nervös zu fühlen. Aber es tat gut, zu wissen, dass seine Freunde und sein Vater ihm die Daumen drückten.

„Hi," sagte Daniel, als Harry neben ihm auf dem Feld stand.

„Hi," sagte auch Harry weil ihm nichts anderes einfiel.

„Wir fliegen also schon wieder gegeneinander."

„Sieht so aus," antwortete Harry.

In diesem Moment ertönte Olivers Pfiff und Beide stießen sich wieder vom Boden ab. Harry war froh, dass Daniel ihm nicht wieder viel Glück gewünscht hatte, denn er hätte es nicht ehrlich erwidern können.

Er stieg weit in die Höhe und zog dort seine Kreise, auf der Suche nach dem winzigen, goldenen Schnatz. Unter ihm griffen die drei Jägerinnen immer wieder aufs neue Woods Torringe an, wobei sich die Zahl der Treffer und die der abgewehrten Versuche die Waage hielten.

Daniel war auf der anderen Seite des Feldes, er suchte ebenso wie Harry den Bereich unter ihnen ab. Ein Klatscher raste von unten auf Harry zu und er konnte ihm nur knapp ausweichen. Sein Blick folgte dem schwarzen Ball, der weiter nach oben und in Richtung der Spielfeldmitte schoss, um dann nach unten zu rasen, in Richtung der Jägerinnen.

Harry starrte auf den Punkt, an dem der Klatscher gerade so rasant seine Richtung geändert hatte. Einen Moment lang glaubte er zu Träumen, doch dann begriff er, dass das goldenen Funkeln, dass er soeben entdeckt hatte tatsächlich der Schnatz war.

Er presste sich Flach auf den Besen und raste dann los. Daniel auf der gegenüberliegenden Feldseite nahm Harrys Bewegung wahr, sah wo er hinraste und warum und lenkte seinen Besen ebenfalls in diese Richtung.

Der Schnatz schoss jetzt, ebenso wie der Klatscher kurz zuvor, nach unten. Harry und Daniel folgten dem Schnatz, doch Harry war ein kleines bisschen näher dran und sein Besen war noch dazu schneller. Der Schnatz kam immer näher und Harry streckte seine Hand aus, seine Finger berührten den Schnatz und endlich gelang es ihm seine Faust um den kleinen goldenen Ball zu schließen.

Die Faust triumphierend erhoben, brachte Harry seinen Besen wieder in die Waagerechte. Dann ließ er sich langsam zu Boden sinken, dicht gefolgt von Daniel. Kurz darauf landete auch der Rest des Teams. Wood trat zu ihnen.

„Sieht so aus, als währst du unser neuer Sucher, Potter."

Harry nickte.

„Tut mir leid für dich," sagte Wood an Daniel gewandt, „Du bist sehr gut geflogen."

„Macht nichts," meinte Daniel, aber Harry fand, dass er doch ein wenig enttäuscht wirkte.

„Also Potter, die regulären Trainingszeiten sind Montags Mittwochs und Freitags, sieben bis neun, manchmal trainieren wir auch Samstags, aber wenn das so sein sollte sag ich dir vorher bescheid."

„Okay."

„Also, dann kannst du gehen."

Harry lief sofort hinüber zu den anderen, die ihn fast noch stürmischer begrüßten als schon zuvor.

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Am Abend, als James im Bett lag, dachte er noch einmal über den Tag nach. Er hatte es unheimlich genossen in Hogwarts zu sein. Er hatte sich leicht gefühlt und den ganzen Tag lang nicht an den Krieg oder seine Verpflichtungen gedacht.

Es hatte gut getan, er fühlte sich jünger und selbst jetzt noch fühlte er sich leicht und unbeschwert, wie damals, als er selbst noch Schüler gewesen wahr und Quidditch gespielt hatte.

Er seufzte, wie lang hatte er das schon nicht mehr getan, wie lang war er nicht mehr auf seinem Besen durch die Luft gerauscht. Sein Blick fiel auf Lilys Gesicht. Ihr würde das sicher auch mal gut tun, dem Krieg und allem zu entfliehen.

„Vielleicht sollten wir einfach mal zusammen wegfahren," sagte James laut und Lily schreckte aus ihrem Halbschlaf hoch.

„Wer sollte wegfahren?" fragte sie und blickte James verwirrt an.

„Wir natürlich," sagte James, seine Augen leuchteten und Lily fühlte sich an den Jungen erinnert, der James einst gewesen war und in den sie sich unsterblich verliebt hatte.

„Wie meinst du das?" fragte sie.

„Na einfach ein paar Tage von hier weg gehen, Urlaub machen, irgendwo außerhalb von England."

„Spinner, du weißt genau, dass wir hier nicht weg können, zu viele Verpflichtungen, zu viel..."

„Aber das ist doch das Problem, oder nicht," sagte James und seine Stimme klang ernst, „Es ist alles zu viel. Wie verlieren uns selbst in alldem. Als ich heute in Hogwarts war, da war ich einfach nur ich, ohne Verpflichtungen, ohne Lasten. Und vielleicht ist es wichtig, dass wir manchmal einfach wieder wir selbst sind."

Lily lächelte.

„Ich glaube du hast recht," sagte sie leise, „und ich verspreche dir, dass wir zusammen wegfahren."

James lächelte.

„Es würde uns gut tun," murmelte er, während Lily sich in seine Arme kuschelte.

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AN: Wow, ich hab's endlich geschafft, das neue Kapitel ist on. Es tut mir echt super Leid, ich weiß ich hatte eigentlich gesagt, ich brauche drei Wochen. Ich hoffe das Kapitel entschädigt ein wenig für die lange Wartezeit. Ich versuche die nächsten Kapitel wieder halbwegs regelmäßig zu updaten, weiß aber nicht ob es klappt, weil ich momentan ziemlichen Stress in der Schule habe.

Trotzdem, vielen Dank an alle, die die Story trotzdem lesen und mir immer so liebe Reviews schreiben, dass ist eine echt tolle Motivation.

Bye

Sanny