Liebe Rattenmord-Leser!

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Zuerst mal wieder: Oberherzlichstes Dankeschön an alle unsere Reviewer – Seraphin, Zuckerdrache, Dark Fay, Hedril, electricangel, Lufa und Miss Perenelle!

*knicks in alle Richtungen*

Habt ihr mit dem ersten Hinweis etwas anfangen können? Sooo schlecht war der nicht, gell?

Die eine oder andere von euch könnte dadurch ins Grübeln gekommen sein!

Bald gibt's wieder einen Tipp!

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Soweit zum Organisatorischen!

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Aber nun:*unschuldig ein Liedlein pfeif* Heute gibt es *tralala* wieder ein neues Kapitelchen!

Ja, ja, es ist nämlich Sonntag – und da kommt traditionsgemäß IMMER ein neues Kapitel Rattenmord.

Heute ein reines Hermine-Kap. Zwecks der Abwechslung! Und zwecks der Länge!

NOCH halten wir uns ja einigermaßen an unsere von uns selbstgemachten Vorgaben (so ein Glück, dass ihr alle nicht die Wörter zählt. Sonst hättet ihr schon längst mitbekommen, dass wir die Toleranzen reichlich aufgeweicht haben.)

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Ja, ja, *leise vor sich hinsumm*, die Triflorifers haben sich entschlossen, ihre eigenen Grundsätze über Bord zu werfen – und einfach zu schreiben, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

Das bedeutet – keine Wortbremse mehr – und ihr braucht euch an der einen oder anderen Stelle nicht zu wundern, dass Informationen fehlen oder eine Reaktion ein klein wenig unverständlich bleibt.

Das soll jetzt nicht heißen, dass wir ALLES bedacht haben! So einige Male haben wir nämlich bereits fassungslos vor euren Rückmeldungen gesessen und gestöhnt: „So habe ich das ja überhaupt noch nicht gesehen!"

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Jedes Kapitel wurde und wird von sämtlichen Triflorifers UND unserem Betaleser Meriva auf Fehler, logische Zusammenhänge UND Ungereimtheiten untersucht.

Und trotzdem – tja! Nobody is perfect!

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An dieser Stelle jetzt aber mal ein dickes DANKESCHÖN an Meriva, der mit Textmarker arbeitet und mir dann alle Stellen unter die Nase reibt: „So könnt ihr das doch nicht machen!", sagt er dann!

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Wenn wir dich nicht hätten!

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Heute also ein erweiterter eineinhalb-Deka (mein Zählwerk sagt 1753 Wörter) Hermine, die es mal so richtig knallen lässt!

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Viel Spaß

Feuerbohne

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04. 11. 2005 11:40 Uhr

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Hermine

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„NEIN!" Sie wand sich aus seinen Armen: „Lassen Sie das!"
Er sah tatsächlich verständnislos aus. Zum Glück nicht direkt sauer!
Ihr plötzlich losgaloppierter Puls beruhigte sich. Es war nichts passiert! Gar nichts!
Sie strich sich über den Pullover, glättete ihn, als hätte Malfoy sich bereits daran zu schaffen gemacht.
„Ich unterhalte mich ja gerne mit Ihnen, aber das hier geht jetzt wirklich zu weit!"
Ruhig, mahnte sie sich, kling jetzt bloß nicht zu aufgeregt. Er hat deine Signale falsch verstanden. Sonst ist nichts passiert.
Sie hob die Hände, um ihm ihre Abwehr nochmals zu zeigen, versuchte aber gleichzeitig zu lächeln. Jetzt bloß seine gelöste Stimmung nicht kaputtmachen!
Natürlich verstand er das wieder falsch! Was hatte sie erwartet?
„Komm", sagte er und legte seine Hände um ihre Taille, versuchte, sie an sich zu ziehen.

Verdammt noch mal!

Er kam zu nah! Das ging einfach nicht! Nicht so! Sie musste etwas tun! Auch wenn es dann mit seiner Freundlichkeit vorbei sein würde! Hermine gab sich einen Ruck:
„MISTER MALFOY! Ich will das nicht! Nehmen Sie BITTE Ihre Finger von mir!"
Energisch hatte sie sich aus seinen Armen gelöst und ihn weggeschoben, die Augen dabei gesenkt. Dieser 'Versuch' war völlig fehlgeschlagen!

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Diese Annahme bestätigte sich auch sofort:
„Was wollen Sie?"
Was sollte sie wollen? Doch sehr offensichtlich nicht dasselbe, wie er! Hermine sah auf, direkt in Malfoys Gesicht.
Seine Augenbrauen arrogant hochgezogen, das Kinn angehoben, sah er sie von oben herab an. „Ein weniger kultivierter Mann würde jetzt nicht lange fragen, sondern sich nehmen, was ihm versprochen worden ist!"
„Ich ...", Hermine fühlte, wie ihr alles Blut aus dem Gesicht wich und rang um Worte. Wie sollte sie DAS erklären? „Ich wollte nur ..." Sie hatte sich auf dünnes Eis gewagt und war eingebrochen. Soviel war ihr klar. Nur, was jetzt?

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„SIE wollten lediglich ein kleines Spiel spielen, nicht wahr?" Sein Mund lächelte kalt. „Aber aus diesem Alter sollten Sie allmählich heraus sein. So jung sind Sie schließlich auch nicht mehr, MISS Granger!"
„Nein! Ich wollte ..."
„Mich reizen, um sich dann daran zu ergötzen, wie ich ins Leere laufe?"
Hermine schwieg. Was sollte sie dazu sagen? Gab es dazu überhaupt etwas zu sagen?
„Was kann man auch anderes erwarten von einer Frau mit IHRER Herkunft?"

„Was bilden Sie sich ein?!" JETZT ging er aber zu weit! Beschimpfen würde sie sich nicht lassen! Dankbar über die Empörung atmete sie ein: „Haben Sie es wirklich nötig, jetzt mit Ihrer REINBLÜTIGKEIT zu kommen?"
„Haben SIE das nötig? Mir derart einzuheizen und mich dann verrecken zu lassen?" Er redete sich offensichtlich in Fahrt: „Hältst du DAS für standesgemäßes Benehmen?"
Hermine sah entsetzt, dass er wieder näher an sie heranrückte.
„Streng genommen sollte ich jetzt meine gute Kinderstube einfach vergessen! Damit Du lernst, solche UNVERSCHÄMTHEITEN in Zukunft zu unterlassen!"
Voller Entsetzen wich sie vor ihm zurück.

Doch er folgte ihr, griff nach ihr, packte sie an den Handgelenken, zog sie näher, an sich heran: „Sag, dass das jetzt nicht dein Ernst war!"
Hermine drehte den Kopf abrupt zur Seite, als er sich zu ihr herabbeugte.
„NEIN!" Ihre Stimme schrillte durch den Raum. Sie riss an ihren Armen, die er wie Schraubstöcke umklammert hielt. Er würde sie jetzt doch nicht ...?

„NEIN!"

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Urplötzlich war sie wieder frei, seine Hände hatten ihre Arme losgelassen.
„Also gut!" Sein Gesicht, noch immer vor Zorn verzogen, wandte sich von ihr ab, drehte sich weg.

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Da hakte etwas bei Hermine aus. Mit einem Satz sprang sie ihm nach und holte mit der Rechten aus.
Es klatschte laut, als ihre Hand auf seiner Wange landete.

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Nichts rührte sich plötzlich mehr. Malfoy war erstarrt.

Hermine, den Arm noch erhoben, stand ebenfalls wie eingefroren.
Was hatte sie getan?
Sie hatte Malfoy geschlagen – just in dem Moment, in dem er von ihr abgelassen hatte.

DAS würde sich rächen!

Sie starrte ihn an, sah, wie er in Zeitlupe seine Hand hob und auf die Stelle legte, die sich bereits rötete, sah, wie sich seine Augen zu schmalen Schlitzen verengten.

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„Das wirst du noch bereuen!" Seine Stimme, anfangs nur unheilvolles Zischen, schwoll langsam an:
„Du schlammblütiges, FALSCHES MISTSTÜCK! DU MEINST WOHL, DU KANNST DIR ALLES ERLAUBEN? ABER NICHT MIT MIR!"
Ent – Entschuldigung", stammelte Hermine. DAS hatte sie nun wirklich nicht gewollt!
Doch Malfoy war nicht mehr zu bremsen: „NICHT MIT LUCIUS MALFOY! DU WIRST NOCH ZU MIR GEKROCHEN KOMMEN UND FLEHEN! WIMMERN WIRST DU!"
Seine Hände machten eine Bewegung, als wollte er sie erwürgen.
„Es tut mir l-l-leid!" Ihre Stimme klang tatsächlich nach wimmern, „Das hab ich nicht ge-ge-gewollt!"
„ABER AUF MEIN ENTGEGENKOMMEN BRAUCHST DU NICHT MEHR ZU HOFFEN!"

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Hermine lief es kalt den Rücken hinunter. Der Vulkan Lucius Malfoy war soeben explodiert!
„Ich wollte doch nur ..."
„DU WOLLTEST NUR ZEIGEN, WELCH JÄMMERLICHER WASCHLAPPEN LUCIUS MALFOY IST!"
„Nein, das wollte ich ..."
„UND ZEIGEN, DASS DU DIR ALLES, ABER AUCH ALLES LEISTEN KANNST!"

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Hermine bekam Angst! Malfoy war derart außer sich, dass er mit Sicherheit nicht mehr Herr über sich war.
Sie sollte alles daran setzen, dass er ihr nicht mehr nahe kam.

Verdammt aber auch! Sie hatte keinen Zauberstab, mit dem sie sich zur Wehr setzen konnte. Der ihr Schutz UND Selbstvertrauen eingeflöst hätte.

Sie hatte – nichts! Keine Kampftechnik, keine Kniffe. Und Malfoy war ihr körperlich haushoch überlegen!

Gänzlich unvorbereitet war sie auf diese Situation. Was konnte sie also tun?

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FLIEHEN!
Langsam wich sie vor ihm zurück, um das Bett herum. Schritt für Schritt versuchte sie, die Distanz zwischen sich und Malfoy zu vergrößern.
Das Bad! Sie hob den Kopf. Nein! Es bestand keine Chance, es zu erreichen, es war hinter Malfoy!

HILEFE RUFEN!

Ob dieses Quarantänezimmer überwacht wurde? Würde jemand kommen, falls ... ?

Sie dachte den Gedanken lieber nicht zu Ende!
Eigentlich war Malfoy der Typ, der entweder seinen Zauberstab bemühte oder jemanden beauftragte. Sich selber die Finger schmutzig zu machen, kam für einen Mann seines Kalibers nicht in Frage. Dennoch – er war hier mit ihr eingesperrt und da mochten ganz andere Regeln gelten!

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„WEIL DU EINE VERDAMMTE AURORIN BIST! WEIL DU GLAUBST, DU SITZT AM LÄNGEREN HEBEL!"

Malfoys Augen loderten. Brennendes Eis!

Hermine schauderte. Konnte nicht jemand kommen?

Sie warf einen Blick zur Schleuse. Dort war der Rufknopf. Könnte sie es bis dorthin schaffen und den Knopf drücken? Sie müsste sich dafür nur über das Bett werfen. Es könnte also klappen!

Aber dann? Dann würde es dauern, bis jemand käme!

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POKERN!

Sollte sie pokern? So tun, als ob Verstärkung nahte?

Nein, auch zu riskant, er hatte sie doch den ganzen Tag im Blick gehabt, würde die Finte also sofort durchschauen.

Aussichtslos!

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Er machte einen Schritt auf sie zu.

Sie wich weiter zurück, war bereits neben ihrem Bett angelangt. In einer Sackgasse! Bald würde sie vor dem Nachtkästchen stehen!

Was, wenn sie es erst erreicht hatte? Was, wenn sie nicht mehr weiter zurückweichen konnte?

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DER RUFSPIEGEL!

Dort lag er, gut sichtbar. Sollte sie ihn an sich reißen und um Hilfe rufen?

Würde das noch etwas nutzen? Malfoy war nur wenige Schritte entfernt!

Sie verwarf diese Gedanken. Viel zu riskant. Es musste anders gehen. Sie musste ihn auf andere Weise bremsen. So, wie er im Moment war, war er unberechenbar. Sie musste ihm Einhalt gebieten! Nur wie?

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Malfoy ließ sie nicht aus dem Augen, folgte sogar ihren Blicken. Mit Sicherheit hatte er bemerkt, dass sie überlegte, wie sie ihm entkommen konnte. Mit Sicherheit wusste er aber auch, dass es kein Entkommen gab für sie.

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Wie ein Fels ragte er vor ihr auf und rückte langsam aber sicher näher.

Hermine dachte. Schmerzhaft schnell, panisch. Es fühlte sich an, wie das anrennen gegen eine Wand. Jeder Gedanke endete abrupt – und erfolglos.

Beschwichtigen und Bitten hatte nichts gebracht. Flehen verwarf sie. Malfoy würde das nicht einmal als solches wahrnehmen!

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BEFEHLEN!

Selbstsicher scheinen, als ob sie keine Angst hätte? Sie hatte schließlich gelernt, dass Täter ihre Opfer nur malträtierten, solange diese Angst hatten.

Nein! Lucius stand über jedem Befehl, würde sich nur einer Übermacht beugen, die SIE nicht darstellte!

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BLUFFEN!

Ja, bluffen war gut. Bluffen wirkte oft in völliger Aussichtslosigkeit!

Nur wie? Wie sollte sie Malfoy so irritieren, dass er wieder zu Sinnen kam?

„IHR WOLLT MICH ALLE NACH ASKABAN BRINGEN! DAS HAB ICH LÄNGST DURCHSCHAUT! AUF DIE EINE ODER ANDERE WEISE WOLLT IHR MICH WEGSCHAFFEN! ABER DAS WIRD EUCH NICHT GELINGEN!"

Er machte einen Schritt auf sie zu, fixierte sie mit vor Raserei blutunterlaufenen Augen. Seine Haare hingen ihm wirr um den Kopf, er schwitzte.

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Verdammt! Sie musste etwas finden! Etwas, womit sie ihn stoppen konnte!

„Wollen Sie mich vergewaltigen?"

NEIN! Was sage ich da?

Sie schnappte nach Luft. Musste sie ihn jetzt auch noch darauf bringen, WAS er alles mit ihr tun konnte?

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„Wollen Sie mich töten?"

KAMIKAZE!

Sie schloss den Mund mit einem hörbaren Klacken.

Das war völlig wahnsinnig.

So wahnsinnig, wie Malfoy!

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Der schnaufte schwer und steckte seine Hände aus nach ihr aus.

Hermine wich weiter zurück. „Haben Sie das mit Ginny auch so gemacht?"

Sie hielt die Luft an.

JETZT! JETZT GLEICH!!!

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Lucius Malfoys Gesicht verzog sich wieder. Wurde zu einer bösen Fratze, lief rot an:

GINNY WEASLEY HAT BEKOMMEN, WAS SIE VERDIENT HAT!"

Sein Gesicht loderte vor Hass.

GENAUSO, WIE AUCH DU MISTSTÜCK BEKOMMEN WIRST, WAS DU VERDIENST!"

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(Feuerbohne)