Epilog

Draco zupfte an seinem neuen Festumhang herum. Hermine hatte ihn für ihn ausgesucht, nachdem sie ihn informiert hatte, dass seine schwarze Robe ihn wie einen Pfarrer aussehen ließ. Er schnipste einen eingebildeten Staubfussel von dem silber- grünen Ärmel und grinste. Hermine stand vor ihm und ihre braunen Augen funkelten anerkennend. Sie zwinkerte schelmisch und sein Herzschlag beschleunigte sich bei der erwartungsvollen Freude, sie an einen stillen Ort zu ziehen, nachdem diese dumme Hochzeitsangelegenheit vorüber war.

Bill Weasley sah benahe so gut aus wie Draco, wie er da neben dem Priester stand. Sein langes rotes Haar war mit einer silbernen Schleife zurückgezogen und er trug einen nachtblauen Umhang, der mit Silberfäden eingerahmt war. Er wirkte cool und selbstsicher. Der Rest der Weasleys sah gut geschrubbt und poliert aus, selbst das rothaarige Mädchen, das Potter mit ihren Augenlidern zuplinkerte. Draco grinste. Er hatte Harry gefragt, ob Ginny ihm sexuelle Gefälligkeiten erwies, und Potters errötende Reaktion hatte seine offene Frage mehr als genug beantwortet. Draco hatte glücklich bemerkt, dass Potter zu quälen jetzt sehr viel befriedigender war als es ihm vorgekommen war, während sie noch verfeindet gewesen waren.

Fleur Delacour erschien und Dracos Augenbrauen hoben sich anerkennend. Sie sah aus wie eine Vision in blasser Pfirsichfarbe und der Satin glänzte, wo die Sommersonne ihn berührte. Sie hätten sich keinen perfekteren Augusttag auswählen können. Dracos Augen verließen Bills Braut und schweiften über die Schullandschaft. Es war immer noch unsicher, ob Hogwarts in einigen Wochen wieder aufmachen würde oder nicht. Der Kampf um den neuen Schulleiter oder die neue Schulleiterin ging weiter. Slughorn hatte zugestimmt, nochmals als Zaubertränkemeister zurückzukehren. In einer überraschenden Wende hatte Lucius Malfoy seine Absicht angekündigt, Verteidigung gegen die Dunklen Künste zu unterrichten und der neue Hauslehrer von Slytherin zu werden. Er war nach den Aussagen von Potter und Ron Weasley bei der Gerichtsverhandlung von allen Anklagenpunkten freigesprochen worden.

Draco wusste, dass sein Vater nur entschieden hatte zu unterrichten, um Draco von dem „kranken Pfad" umzulenken, den er gewählt hatte – nämlich seinen Beschluss, dem Gryffindor- Haus beizutreten (nicht dass er es tatsächlich durchsetzen wollte, doch es machte ihm außerordentlichen Spaß, alle mit diesem Gedanken auf die Palme zu bringen), jedoch auch seine offene Vernarrtheit in Hermine Granger. Im Malfoy- Manor hatte ein großer Streit stattgefunden, als Draco nach Hause gekommen war, obwohl das meiste des Geschreis von Lucius ausgegangen war. Draco hatte mit einem erfreuten Lächeln zugehört – so froh, wieder zu Hause zu sein, ohne dass die Bedrohung des bevorstehenden Todes über ihnen hing, dass er die Worte seines Vaters kaum hörte. Lucius war schließlich mit einer frustrierten Miene in seinen neuen Sessel gesunken. Draco war hinübergelaufen und hatte seinen Vater auf die Stirn geküsst.

„Mir wird's gut gehen, Vater. Uns allen wird's gut gehen."

Dracos Treffen mit Grangers Eltern war viel besser verlaufen. Sie hatten ihn auf der Stelle vergöttert, was anscheinend größtenteils seinen verblüffend perfekten Zähnen zu verdanken war. Draco hatte mehrere Tage dort verbracht und so oft wie möglich die Dusche genossen, sowohl allein... als auch mit Gesellschaft. Ihm schoss bei der Erinnerung das Blut ins Gesicht und warf Hermine einen Blick zu, während er sich den Anblick ihres nassen, mit Schaum bedeckten Körpers in Erinnerung rief... Sie fing seinen heißen Blick auf und errötete. Draco flehte, dass die verdammte Zeremonie bald zu Ende ging.

Die letzten Todesser waren verhaftet und zur Verurteilung zum Ministerium geschickt worden – alle außer Fenrir Greyback, der geflohen war, nachdem er Lupin in der Kammer angegriffen hatte. Tantchen Bellatrix war nicht still gegangen. Sie hatte wahnsinnig geschrien, dass der Dunkle Lord wie zuvor zurückkehren würde. Potter und die anderen hatten bei dem Ausbruch selbstgefällige Blicke ausgetauscht – sie waren zuversichtlich, dass alle Horkruxe zerstört worden waren. Bellatrix' Ehemann, Rodolphus, war in dem Kampf mit Susan Bones, Neville und den anderen getötet worden. Susan war vor Gericht gestellt und freigelassen worden, nachdem die Aktivitäten der Carrows untersucht worden waren. Die Carrows hatten eine Schlüsselrolle bei den Morden an Amelia Bones und einigen anderen gespielt. Susan wurde vom Ministerium genau beobachtet und musste jede Woche Bericht erstatten, doch zumindest steckte sie nicht in Azkaban. Die Longbottoms hatten sie bei sich aufgenommen und Draco schwor sich, diese Beziehung genau im Auge zu behalten. Die psychotische Susan mit dem passiven Neville. Sie gaben ein seltsames Paar ab.

Potters Geburtstag war ein ausgelassenes Fest gewesen. Sie hatten es in Harrys Haus in London abgehalten – was für ein schrecklicher, furchtbarer Ort es gewesen war, vor allem vollgestopft mit Weasleys. Deren Haus wurde neu aufgerichtet, doch sie planten bei Harry zu wohnen, bis es vervollständigt war. Draco war sicher, dass Potter der Vorteil, das rothaarige Mädchen unter seinem Dach zu haben, nicht entgangen war. Die Party hatte unschuldig mit Singen, Kuchenessen und das Öffnen von süßen Geschenken angefangen. Draco war dessen endlich leid geworden. Er hatte Potter gekidnappt und in eine schäbige Zaubererbar geschleppt. Sie hatten sich völlig besoffen und Potter war gerade dabei gewesen, die Oberweiten von einigen ortsansässigen Mädchen mit Lichtblitzen zu besprühen, als Hermine und Ginny sie endlich aufgespürt und die Festlichkeiten beendet hatten.

Draco sah Granger wieder durch verengte Augen an. Er war sich immer noch nicht sicher, wie sie sie gefunden hatte. Cleveres kleines Biest. Er musste die Information wohl aus ihr herausfoltern. Der Gedanke trieb ihm wieder die Wärme ins Gesicht und er sah zu Bill und Fleur. Sie tauschten endlich ihre Gelübde aus, Gott sei Dank.

Endlich waren das Küssen, Jubeln, Blumenwerfen und so weiter vorbei. Sie verlagerten die Festlichkeiten in die Große Halle zum Gelage. Draco schleppte Hermine direkt in den Slytherin- Kerker. Sie war fast zwei Minuten lang wütend auf ihn, bis er sie zur Besinnungslosigkeit küsste.

„Wir werden das Geschenkeöffnen verpassen", protestierte sie.

„Gott sei Dank", entgegnete er leidenschaftlich. Seine Finger hantierten an den Knöpfen ihres Festumhangs herum, während sein Mund an ihrer Halsbeuge arbeitete.

„Wird es nicht schön sein, wieder zur Schule zu kommen?", fragte sie.

„Schön", stimmte er zu, während der Stoff zu ihren Füßen fiel. Verdammte Scheiße, sie trug wieder diese entzückenden Spitzenunterwäsche. Die Farbe von poliertem Kupfer. Er hob sie hoch und trug sie zu der Kaschmiredecke, die er vor dem Kamin ausgebreitet hatte.

„Es wird aber ziemlich traurig sein. Unser letztes Jahr. Ich habe dich noch gar nicht gefragt, was du nach der Schule machen willst."

Draco hörte ihr gar nicht zu. Es machte nichts; er wusste, wie er sie zum Schweigen bringen konnte.

„Hermine?", sagte er, bevor er Küsse unter die Spitzen verteilte. Sie keuchte auf und bäumte sich unter ihm auf.

„Draco?"

„Ich liebe dich", sagte er und fuhr fort, es ihr zu beweisen.


So, Leute, jetzt ist es endlich so weit: Die Geschichte ist zu Ende. Ich hoffe, sie hat euch gefallen.

Es hat mir echt total Spaß gemacht, obwohl ich mich über etwas mehr Reviews gefreut hätte. Dafür danke ich umso mehr den Leuten, die mir Kommentare hinterlassen haben. Danke! Es war toll, von euch so unterstützt zu werden!

Wer noch mehr von mir lesen möchte, der kann sich ja "Der siebte Horkrux" zu Gemüte führen. Wer auf das Pairing Hermine/ Draco steht, für den habe ich noch "Elternkurs" und "Wir lernten die See" im Angebot. Wenn ihr Interesse habt, geht einfach zu meiner Profilseite;) Die kann man ja einfach aufrufen, indem man auf meinen Namen ganz oben bei "Autor" klickt.

Bis dann, luckyserpent