Es gab an die siebenhundert Inquisitoren, die dem Imperium momentan dienten. So sagte es die Liste, die der Korun-Meister vorgelegt bekam, um das Training und die Schulung der ihm anvertrauten Inquisitoren zu organisieren. Mace Windu fand, dass Siebenhundert eine lächerlich geringe Zahl an Dienern der Dunklen Seite war, wenn man bedachte, dass es zu Zeiten der Republik an die zwölftausend Jedi gegeben hatte. Umso mehr schmerzte es ihn, dass die Sith trotz alldem gesiegt hatten. Auch wenn er wusste, dass die Klonarmee inklusive der Order 66 die Hauptlast der Vernichtung des alten Ordens der Jedi getragen hatte.

Mace Windu hatte sich einen Plan gemacht, um einmal die Woche je zwei Inquisitoren zu Schulungszwecken in das Trainingszentrum auf der Burg Bast auf Vjun einzubestellen. Zu diesem Zweck hatte man ihm einen kleineren Sternzerstörer mit dem klingenden Namen „Purple Haze" unterstellt, der ihn schnell und diskret nach Vjun und wieder zurückbringen sollte. Eigentlich war es fast wieder wie zu Zeiten der Republik, fand Mace Windu, als er die Startrampe des vielleicht dreihundert Meter großen Schiffs hinaufschritt und drinnen die Sturmtruppler in ihren weißen Uniformen für ihn Spalier standen. Dann trat einer der Soldaten vor.

„Mein Name ist Hekor Beydu, Oberkommandierender der ‚Purple Haze'. Melde mich zum Dienst, Sir … Windu", begrüßte ihn sein erster Untergebener, welcher die Besatzung der „Purple Haze" befehligte.

Dann nahm der Offizier seinen Helm ab.

„Die anderen mögen ihre Helme auch abnehmen, damit wir uns kennenlernen", ordnete der Ex-Jedi-Meister an.

Zu Mace Windus Überraschung waren die zwanzig Sturmtruppler, die auf diesem Kreuzer Dienst taten, allesamt Menschen vom Planeten Haruun Kal wie er selbst oder von Chalakta, von wo seine frühere Padawan Depa Billaba stammte.

„Schöne Grüße von Admiral Rae Sloane", sagte Hekor Beydu mit einem echten Lächeln von der Seite zum frischgebackenen Befehlshaber des Schiffes. Mace Windu fragte sich, ob dieser Kreuzer und dessen Mannschaftszusammenstellung wirklich ein echter Gefallen von Seiten der doch recht sympathischen Admiralin war oder nur eine weitere finstere Intrige der durchtriebenen Geheimdienstchefin, um ihn erst einzuwickeln und später abzuservieren, wenn er seine Schuldigkeit getan hatte. Mace Windu nahm sich vor, Ysanne Isard solch ein Abservieren so schwierig wie nur möglich zu machen.

Auf dem ehemaligen Rückzugsort Darth Vaders waren keinerlei persönlichen Gegenstände des früheren Schülers des Imperators zu finden. Mace Windu fand das eher angenehm. Er hatte bereits früher bei gelegentlichen Besuchen in Anakin Skywalkers Kammer festgestellt, dass der junge Jedi keinerlei Bilder von seiner Heimat oder sonstige Symbole an der Wand zu hängen oder auf dem Tisch zu stehen hatte wie andere Jedi. Luminara Unduli hatte beispielsweise einen Altar in ihrem Raum zu stehen gehabt, der den Anbetungsschreinen ihrer Speziesgenossen auf Mirial glich. Kit Fisto hatte seinen Raum mit Gemälden von Land- und Seeschaften von Glee Anselm geradezu zugehangen. Aber bei Skywalker gab es weder Bilder von Tatooine an der Wand noch sonst irgendwelche Reminiszenzen, die daran erinnerten, wo er herkam oder seine Wurzeln hatte. Dabei ermutigte der Orden der Jedi seine Mitglieder, die Wurzeln zur früheren Heimat zu pflegen, freilich ohne Familienbindungen. Das verstand sich.

Mace Windu warf einen Blick auf seine Liste. Er hatte bis für ein Jahr im Voraus geplant. Aber er hoffte, dieses Jahr nicht wirklich ausfüllen zu müssen. Er hatte zwischen den Trainingseinheiten und seinen Verpflichtungen Iveta Lah und der Geheimdienstchefin gegenüber genügend freie Zeit, die er nutzen würde, um seine Unschuld am Mord an Dilopha Tonith zu beweisen und bei geeigneter Gelegenheit sein Überlaufen zur Republik vorzubereiten. Aber dies würde er erst dann vollziehen, wenn Hego Damask nicht mehr unter den Lebenden weilte.

Nachdem sich Mace Windu mit den Räumlichkeiten einigermaßen vertraut gemacht hatte, hielt er es für angemessen, die ersten zwei Trainingskandidaten, einen Nautolaner und eine Dathomirianerin, einzubestellen, um mit ihnen zu trainieren.

„Ich habe mich schon gefragt, wer jetzt auf Burg Bast regiert", sagte der grüne Nautolaner mit einem diebischen Lächeln, welches Mace Windu sofort an Kit Fisto erinnerte.

„Ich bin Mace Windu", stellte sich der Jedi-Meister schlicht vor.

„Ihr seid der legendäre Jedi Mace Windu?", sagte die Dathomirianerin und ihre blauen Augen strahlten ihn bewundernd an. „Damals hieß es, ihr seiet der stärkste Jedi überhaupt", setzte die beinahe weißhäutige Frau mit den markanten lilanen Tätowierungen hinzu und strich sich dabei kokett ihre kurzen blonden Haare aus der hohen Stirn.

„Bist du eine Nachtschwester?", fragte Mace Windu.

„Nein, die wurden ja ausgerottet. Leider auch die Nachtbrüder", meinte sie seufzend und klimperte dabei mit den Wimpern. „Ich jedoch stamme vom Hexenclan der singenden Berge. Asajj Ventress war damals nach Dathomir gekommen, um neue Rekruten für das Imperium anzuwerben. Und ich hatte gerade, um mich an jemandem zu rächen, einen Sturm heraufbeschworen. Deshalb hatte mich mein Clan in Klausur geschickt. Dann kam Ventress und ich bin mitgegangen."

„Was ist mir dir? Hat dich auch Ventress gefunden?", fragte Mace den Nautolaner.

„Ich bin eigentlich auch ein Jedi so wie Ihr", erwiderte der Nautolaner und seine roten Augen schauten den Jedi-Meister mit einem leutseligen Ausdruck an. „Als Order 66 ausgerufen wurde, waren wir gerade auf Glee Anselm auf Mission. Da ist in einer Nacht auf einmal so eine ältere rote Nauto'lek gekommen. Sie hatte mir ziemlich gute Bezahlung angeboten, wenn ich die Seiten wechsle."

„Hanabi Lare?", forschte Mace Windu.

„Oh, Ihr kennt sie? Ja, genau die."

„Aber da warst du doch gerademal fünfzehn Jahre alt, wo ich dein jetziges Alter kenne. Was hat dein Meister dazu gesagt? Er war doch sicherlich anwesend. Und wie bist du den Klonen entkommen?"

Der Nautolaner senkte den Kopf und schwieg für eine unangenehme Weile.

„Es war eine Unterwassermission", erwiderte er schließlich und kratzte sich einen seiner grünen Lekkus. „Da waren keine Klone dabei. Die können ja auch nicht so gut tauchen, auch wenn sie das auf Kamino sicherlich gelernt haben. Aber nicht solange und so gut wie wir", erwiderte er, während sich ein Grinsen in seine vorübergehend versteinerte Miene schlich.

„Dein Meister!", hakte Mace Windu energisch nach.

„Ich … habe ihn umgebracht. Und als Dankeschön hat Hanabi meinen Namen aus den Archiven des Tempels streichen lassen, bevor die Order 66 ausgerufen wurde", erwiderte er schuldbewusst und senkte erneut den grünen Kopf.

Mace Windu holte einmal tief Luft. „Dann wollen wir mal mit dem Training beginnen", sagte er schließlich und führte seine beiden neuen Schüler nach draußen, wo die Drei, in dicke Plastik-Umhänge gehüllt, um sich vor dem häufig auftretenden Säureregen des Planeten Vjun zu schützen, übten, Felsbrocken hochzuheben und präzise gegen bestimmte Ziele zu werfen.

Das eigentliche Hauptquartier des Imperialen Geheimdienstes lag tief unter der Oberfläche des Hauptstadtplaneten Coruscant. Niemand wusste so recht, wie es der frühere Imperator Palpatine geschafft hatte, den riesigen Sternzerstörer, welcher das Schwesternschiff von Vaders Executor war, so weit unten auf dem Hauptstadtplaneten zu platzieren. Aber schon allein die Tatsache, dass Geheimdienstchefin Ysanne Isard sich des verblichenen Imperators unerschütterlichen Vertrauens erfreut hatte, war Grund genug, dieser Frau mit dem gebotenen Respekt und einer gehörigen Portion Vorsicht entgegenzutreten. Dies war ein Grund, weshalb der neue Imperator Sate Pestage die mittlerweile vierunddreißigjährige Frau ebenfalls zu einer seiner wichtigsten Berater gemacht hatte. Und so wie der neue Imperator suchten auch andere Leute die Nähe der Geheimdienstchefin, um einen sicheren Platz im Post-Palpatine-Imperium zu ergattern.

Admiralin Rae Sloane kannte den Weg zum unterirdisch gelegenen Sternzerstörer der Geheimdienstchefin. Sie hatte Rapport zu erstatten – wieder einmal.

„Willkommen auf der Lusankya!", begrüßte die blasse Frau mit den schwarz-weißen Haaren die Admiralin. Sie führte ihren Gast zu einem Besprechungsraum, wo sie sich an einen Tisch setzten und ein Service-Droide umgehend ein blaues Getränk servierte.

„Also. Was gibt es neues?", fragte Ysanne Isard und lehnte sich betont bequem auf ihrem Stuhl zurück.

„Iveta Lah hat gestern ihren ersten Arbeitstag in der Niederlassung von Sienar Systems angetreten. Sie war so dankbar, das erste Mal in ihrem Leben einen ordentlichen Job zu haben. Und Fierro Sienar höchstpersönlich hat sie eingewiesen."

„Etwas ungewöhnlich für einen einfachen Büro-Job, aber angesichts dessen, dass er mir nach dem Tod seines Vaters noch einen Gefallen schuldet, eine ganz nette Geste", erwiderte Ysanne Isard und verzog dabei spöttisch ihren nicht zu vollen und nicht zu schmalen Mund.

„Raith Sienar erfreute sich bester Gesundheit, als er vor zwei Jahren plötzlich verstarb. Einige Leute fanden das seltsam", wagte sich Rae Sloane vor.

„Ist es nicht ein Segen, im Alter von zweiundsechzig Jahren zu sterben, ohne in der Zeit davor irgendwelche Altersbeschwerden gehabt zu haben?", gab die Geheimdienstchefin mit einer Spur Hohn in der Stimme zurück. „Ich persönlich finde ja, man sollte solch einen Tod als Geschenk annehmen. Und ich glaube, Raiths Sohn Fierro hat das genauso gesehen", setzte sie etwas härter hinzu.

Rae Sloane sah ein, dass es keinen Zweck hatte, direkt nach dem Gefallen zu fragen, den der Sohn und Nachfolger des legendären Raumschiffbauunternehmers der Geheimdienstchefin schuldete. Aber sie würde sich deren etwas kryptische Antwort auf jeden Fall für später merken.

„Gibt es Neuigkeiten, was Ivetas vermeintliche Großmutter angeht?", wechselte Rae Sloane das Thema.

„Bislang tappen wir völlig im Dunklen", gab Ysanne zu. „Es scheint, als habe jemand damals vor über siebzig Jahren alle Spuren konsequent und radikal ausgemerzt. Und jetzt, wo Damask Holdings wieder im Imperium aktiv ist, müssen wir doppelt vorsichtig vorgehen. Mace Windu hat das ebenso begriffen, nachdem seine Informantin auf Scipio ermordet wurde."

„Und auch da gibt es keine Spur? Ihr glaubt doch nicht etwa ebenfalls, dass er die Archivarin umgebracht hat?"

„Natürlich nicht", erwiderte Ysanne Isard und schüttelte energisch den Kopf. „Allerdings sehe ich hier auch keinen allzu großen Aufklärungsbedarf. Jetzt, wo der Jedi-Meister derart in Nöten ist, ist er für uns noch nützlicher als je zu vor. Und vor allem gefügiger", setzte sie mit einem abgefeimten Lächeln hinzu.

„Selbstverständlich", erwiderte Rae Sloane und gab das Lächeln zurück.

„Wie es scheint, kommt Mace mit den Inquisitoren besser zurecht, als ich gedacht hätte. Mein Informant hat mir gesagt, der neue Ausbilder würde mit dem Lichtschwert gar besser umgehen als Vader zu seiner Zeit."

„Nun, vielleicht ist Meister Windu im Grunde seines Herzens ja doch eher ein Imperialer", mutmaßte die Admiralin.

„Vielleicht könnten Sie ja dabei etwas nachhelfen, spätere Großadmiralin", sagte die Geheimdienstchefin mit verheißungsvoller Stimme.

„Wie kann ich helfen?", erwiderte Rae Sloane prompt.

„Wickelt ihn etwas auf der Mann-Frau-Schiene ein."

„Oh", erwiderte die Admiralin sichtlich überrascht.

„Bei Palpatine war das damals recht einfach", prahlte die Geheimdienstchefin.

„Das hat Mara Jade damals bestimmt auch gedacht", gab Rae Sloane bissig zurück.

„Hmmm … bis sie sich in diesen Jedi verliebt hat. Aber Ihr werdet die Seiten nicht wechseln, da bin ich mir sicher", meinte Ysanne Isard zuversichtlich.

„Ich für meinen Teil fände es demütigend, wegen einem Mann meine Überzeugungen über Bord zu werfen", erwidert Rae Sloane mit abfällig hochgezogener Oberlippe.

„Nun ja, Luke Skywalker ist nun mal um vieles jünger und vor allem weit hübscher als der alte Palpatine. Und wenn man noch so jung und unreif ist wie Mara Jade …", meinte die Geheimdienstchefin gedehnt mit einem harten Lächeln. „Aber lassen wir das. Ich habe da noch etwas gefunden, was Hego Damask möglicherweise belasten könnte."

Rae Sloane setzte sich noch gerader in ihrem Stuhl auf, als sie ohnehin zumeist saß.

„Er hatte vor einundsiebzig Jahren, kurz nachdem Dr. Rugess Nome unter noch ungeklärten Umständen verschwand, im Auftrag des Bankenclans eine Untersuchung in einem Spielcasino namens „Kollidierer" auf dem Planeten Lianna im Tion-Sternhaufen durchgeführt. Es ging damals um Unregelmäßigkeiten bei den Gewinnausschüttungen in den Casinos quer durch den gesamten Tion-Sektor. Eine Serie von unmäßig hohen Gewinnen hat damals viele Casinos in diesem Teil der Galaxis an den Rand der Pleite gebracht. Nachdem Hego Damask im „Kollidierer" aufgetaucht war, hörte diese merkwürdige Gewinnserie auf einmal wieder auf. Der damalige Besitzer fand die Tatsache, dass sich ein derart hoch angebundener Muun wie Hego Damask für diese für den Bankenclan eher unwürdige Sache interessierte, so auffällig, dass er sie in seinem Tagebuch festgehalten hat, welches wir im Besitz seines Sohnes gefunden haben."

„Und? Soll ich der Sache noch einmal nachgehen?", fragte Rae Sloane.

„Vorerst nicht. Aber wenn sich eine Gelegenheit ergibt, Iveta Lah mit Vorwürfen gegen Damask in die Öffentlichkeit treten zu lassen, dann wird sie das dort auf Lianna im Kollidierer tun. Magister Damask wird die Botschaft verstehen. Dann wird er aus seiner Deckung hervorkommen. Und möglicherweise einen Fehler begehen, der ihm das Genick brechen könnte. Bis dahin macht Euch mit den Räumlichkeiten des Casinos vertraut, lernt den jetzigen Inhaber kennen, so dass wir dort einen Heimvorteil haben, während sich der feine Magister erst wieder neu orientieren muss."

„Ein guter Plan", pflichtete ihr Rae Sloane bei.

Drei Monate später irgendwo im Hyperraum

Mace Windu lehnte sich zufrieden im bequemen Sessel seines privaten Raumes in der „Purple Haze" zurück, die auf dem Rückweg von Vjun nach Coruscant war und sich noch im Hyperraum befand. Er fand, dass das Training mit den Inquisitoren im Großen und Ganzen reibungslos verlief. Die meisten seiner Schüler waren nicht derart ideologisch indoktriniert, wie er befürchtet hatte. Sie hatten ganz im Gegenteil keinerlei Berührungsängste, mit dem Mann zu trainieren, der bis vor kurzem noch als unversöhnlicher Gegner des Imperiums bekannt gewesen war. Sie hatten bislang auch keinerlei verfänglichen Fragen nach seiner Jedi-Vergangenheit oder den Motiven seines augenscheinlichen Überlaufens zum Feind gestellt. Offensichtlich hatten die Inquisitoren allesamt selbst genug Dreck am Stecken, als dass sie allzu sehr in der Vergangenheit ihres neuen Vorgesetzten herumwühlen würden. Es sei denn, es würde ihnen zum Vorteil gereichen. Mace Windu gab sich nicht der Illusion hin, dass er es mit all seinen späteren Schülern so leicht haben würde. Aber mit diesen Beiden vom Anfang und vier weiteren Kandidaten könnte er möglicherweise für später planen …

Er verließ seinen Raum und ging in die kleine Kantine, wo bereits drei Sturmtruppler saßen und etwas tranken.

„Auch Lust auf ein kühles corellianisches Ale, Sir?", fragte ihn sein Erster Offizier Hekor Beydu freundlich.

Mace Windu sah keinen Grund, dieser Einladung nicht nachzukommen. Als er sich zu seinen Männern setzte, stand bereits ein Krug des kühlen braunen Nass vor ihm. Genüsslich nahm er einen langen Zug aus dem schweren Tonkrug.

„Der wird extra für dieses Ale hergestellt", klärte ihn Hekor auf. „Fyps hat letzten Sommer einen Satz Krüge direkt von Corellia hierhergebracht."

Mace Windu hörte den letzten Satz seines Ersten Untergebenen nicht mehr. Denn seine Aufmerksamkeit galt jetzt einem Exemplar des Coruscant Celebrity Circular, das zwischen den Bierhumpen in der Mitte des Tisches lag.

„Shaak Ti nach 38 Jahren erneut schwanger!", war die Titelstory. „Magister Hego Damask freut sich mit 128 Jahren auf zweite Vaterschaft", stand in etwas kleineren Aurebesh-Lettern darunter.

Mace Windus Krug knallte etwas laut auf den Tisch, als er ihn wieder abstellte.

„Eigentlich ist es bei dieser Spezies ja etwas gewagt, mit vierundsechzig Jahren noch mal Mutter zu werden", warf der vorhin von Hekor erwähnte Sturmtruppler namens Fyps ein und ließ nach einem herzhaften Schluck einen ebenso herzhaften Rülpser entweichen.

Mace Windu schaute ihn pikiert an. Der Chalaktaner war in diesem saloppen Benehmen das genaue Gegenteil von seiner getöteten Padawan. Depa Billaba hatte niemals gerülpst. Aber Mace Windu war auch froh, dass dieser Rülpser genau der Blitzableiter war, der es ihm ermöglichte, die eigentliche Ursache seines Unmutes zu verschleiern.

„Also ich finde ja, dass Shaak Ti auch mit Vierundsechzig noch ein absolut scharfes Geschoss ist, nicht wahr, Brüder?", meinte Hekor und erhob wie zum Toast auf die Jedi-Meisterin seinen Krug.

Nur fünf Monate früher hätte Mace Windu seinem Ersten Offizier, wenn er ihn damals denn schon gekannt hätte, bei solch einem respektlosen Verhalten gegenüber einer verdienten Jedi-Meisterin einen scharfen Rüffel erteilt. Allein, Shaak Ti war in seinen Augen keine ordentliche Jedi-Meisterin mehr. Noch viel weniger als er, den der neue Orden der Jedi offiziell ausgeschlossen hatte.

„Sie ist ja genau halb so alt wie ihr Muun-Ehemann. Was für ein junger Hüpfer!" , nahm ihm ein anderer Sturmtruppler eine Antwort ab.

„Ja, sie sieht heiß aus! Und die großen Glocken vor der Hütte. Die hatte sie bei ihrer Hochzeit noch nicht. Das macht bestimmt die Schwangerschaft", meinte Fyps und lachte seinem augenscheinlichen Witz laut hinterher.

Mace Windu setzte seinen Krug an und trank ihn schnell aus. Dann erhob er sich ruckartig und ging schnell und mit zackigem Schritt zurück in seine Kabine. Dort angekommen, atmete er einmal tief ein und hielt dann für einige Sekunden die Luft an. Langsam atmete er wieder aus. Die ganze Kohlensäure des Ales stieg mit der ausgeatmeten Luft wieder aus seinem Magen empor, passierte geräuschlos seine Speiseröhre und verließ genauso geräuschlos seinen Mund, so wie er es im Jedi-Tempel gelernt hatte, um ein Rülpsen zu unterdrücken. Der Ex-Jedi-Meister war sich sicher, dass das geplante spätere Abreagieren seines Unmutes über diesen Artikel und viele andere Verfehlungen seiner früheren Jedi-Kollegin und deren Muun-Galan gewiss nicht derart geräuschlos verlaufen würde. Er freute sich schon darauf.

Zwei Monate später

Der etwa siebenjährige Menschenjunge, bei dem bereits im Säuglingsalter blaue Flecken auf der Haut festgestellt worden waren, lag apathisch in seinem Krankenhausbett. Seine haselnussbraunen Augen hatten bereits ihren kindereigenen Glanz verloren, als er in die Seera-Burtoni-Klinik, Zweigstelle Hanna City, eingeliefert wurde. Der kleine Patient hatte überdies eine stark vergrößerte Leber, ohne dass Medikamente gegen Gelbsucht bislang in dieser Sache angeschlagen hätten. Der Hausarzt des Jungen hatte ihm noch ein paar Wochen zum Überleben gegeben. Aber jetzt war er in der neuen Klinik in Hanna City, der letzten Hoffnung seiner Eltern. Shaak Ti war erleichtert, als 11-4D bei dem völlig entkräfteten Kind umgehend einen 3-Beta-Hydroxysteroid-Delta5-C27-Steroid-Dehydrogenase–Mangel diagnostiziert hatte.

„Das ist eine genetisch bedingte Fehlfunktion der Gallenblase, Ma'am", erklärte 11-4D blechern. „Sie ist derart selten, dass die meisten Ärzte sie fälschlicherweise als diffuses Leberversagen diagnostizieren."

Jetzt brauchte der Junge nur noch regelmäßig die ihm von VierDe neu verschriebenen Medikamente einzunehmen, die seine mangelhaft arbeitende Gallenblase entlasten würden. Und binnen weniger Wochen würde er wieder vollständig gesund werden. So hatte es der erfahrene Medi-Droide vorausgesagt. Shaak Ti konnte es 11-4D ansehen, dass er sich freute, wieder in großem Umfang seiner ursprünglichen Programmierung nachzugehen. Das war nun schon das zehnte Erfolgserlebnis dieser Art am heutigen Tag, wenngleich auch ein besonders herausragendes, weil die Krankheit so selten war, dass auch Shaak Ti bislang noch nie von ihr gehört hatte. Sie wusste jedoch, dass 11-4D schon mindestens zweihundert Standardjahre auf dem Buckel hatte. Und sie wusste auch, dass dieser Medi-Droide vielerlei medizinisches Wissen besaß, was normale Medi-Droiden nicht hatten, weil er jahrzehntelang für einen Sith gearbeitet hatte.

Da sah sie Plagueis auf sich zukommen. Ihr Ehemann nahm sie bei der Hand, um sie in einen Raum zu führen, in welchem ein ziemlich junger Hutt lag. Er war gerademal ein Meter dreißig lang und schien sehr krank zu sein. Seine eigentlich graugrüne Haut hatte einen bräunlichen Ton angenommen und seine orangenen Augen glänzten wie irre.

„Tötet die Prinzessin … und auch den Jedi!", rief er mit heller Stimme.

Shaak Ti schaute auf die Patientenkarte, die 11-4Ds metallener Arm ihr zum Lesen gab. Sie runzelte sorgenvoll ihre rote, von der Akulzahn-Kette umkränzte Stirn.

„Wie lautet deine Diagnose, VierDe?", fragte sie, erstaunt, dass auf der Patientenkarte noch nichts dergleichen eingetragen war.

„Deshalb habe ich Euch kontaktiert, Ma'am", erwiderte VierDe und Shaak Ti vermeinte, in seinen gelbglimmenden Fotorezeptoren Ratlosigkeit wahrzunehmen.

„Es ist so lange her, dass ich mit so etwas zu tun hatte", meinte sie mit belegter Stimme. „VierDe, führe doch bitte einen Gehirnscan auf molekularer Ebene durch. Ich denke, das wird der Patient aushalten."

Plagueis' grüne Augen und 11-4Ds Fotorezeptoren richteten sich auf sie.

„Eine Stunde wird das schon dauern", meinte Shaak Ti zu ihrem Ehemann.

Plagueis verließ daraufhin den Raum, während Shaak Ti bei dem Patienten blieb, dessen fiebrige Augen durch sie hindurchzusehen schienen.

Nach der Untersuchung präsentierte VierDe eine Aufnahme, die einen entzündeten Gehirnlappen zeigte.

„Es sieht nach einem Wurmparasiten aus, aber ich kann ihn in meinen Dateien nicht finden", erklärte VierDe.

„Schau im Fauna-Archiv nach. Auf dem Planeten Ringo-Vinda gibt es den gelben Spulwurm, der für solcherart Infektionen verantwortlich sein kann", erwiderte sie.

VierDe verließ daraufhin den Behandlungsraum, während Shaak Ti bei dem Huttling blieb. Nach etwa zehn Minuten kam der Medidroide zurück.

„Ihr hattet Recht, Ma'am. Er hat sich wahrhaftig den gelben Spulwurm eingefangen, den es so nur auf dem Planeten Ringo Vinda gibt. Es gibt bislang kein Heilmittel gegen die von dem Wurm ausgelöste Infektion, es sei denn, man hat eine vorbeugende Impfung dagegen bekommen."

„Ich weiß", erwiderte Shaak Ti melancholisch. „Es ist wie damals auf Kamino, nachdem Soldat Tup an dieser Art Infektion gestorben war. Ich nehme an, unser junger Patient hat keine Impfung bekommen", meinte sie zu 11-4D gewandt.

„Richtig, Ma'am. Und die Infektion seines Gehirns ist schon sehr weit fortgeschritten", erklärte 11-4D.

„Und den Wookiee und den Schmuggler auch!", rief der Huttling dazwischen, als hätte er hier die Befehlsgewalt.

Shaak Ti war versucht, zu fragen, was ihr Patient damit meinte, aber sie verkniff es sich. Sie ging zu ihm. Der gerademal achtunddreißigjährige Huttling war in seiner Spezies noch ein älteres Kind. Als die Togruta näher kam, drehte er seinen Kopf in ihre Richtung. Seine orange-bernsteinfarbenen Augen glänzten und er lächelte Shaak Ti an.

„Ahsoka!", sagte er mit offensichtlicher Freude in der Stimme. „Du wirst mich wieder gesundmachen … und du bringst mich doch sicher auch wieder nach Hause, ja?"

Ja, Shaak Ti erinnerte sich. Ahsoka hatte damals zusammen mit ihrem damaligen Meister eine Auszeichnung erhalten, weil es den Beiden gelungen war, Jabbas Sohn Rotta aus den Fängen Dookus und Asajj Ventress' zu befreien. Sie seufzte. Das war nicht das erste Mal, dass man sie mit Ahsoka Tano verwechselte. Aber was noch viel schwerer wog, war die Tatsache, dass sie im Moment auch keine Heilungsmöglichkeit für den einzigen Sohn Jabbas sah.

„Ruf Magister Damask", wies sie 11-4D an und der Droide wuselte sofort davon.

Es dauerte keine fünf Minuten, da kam er mit dem Muun im Schlepptau wieder zurück. Hego Damask ging zu dem Huttling und nahm seine Hand.

„Natürlich wird sie dich gesundmachen und nach Hause bringen", erklärte Plagueis an Shaak Tis Stelle dem Patienten.

Dann ging er wieder zu Shaak Ti und 11-4D, dem er einen Wink gab. Sofort rollte der Droide davon. Shaak Ti schaute ihren Ehemann an, aber ihre Frage dabei blieb stumm.

„Ich bin wirklich beeindruckt von deiner Diagnose, die noch nicht einmal VierDe erstellen konnte. Das war's auch schon von deiner Seite", meinte ihr Ehemann mit einem milden Lächeln. „Wir sehen uns dann in zwei Stunden wie verabredet in der Gynäkologie", komplimentierte er sie nun ebenfalls aus dem Raum, während er ihr dabei liebevoll mit der Hand über den Rücken fuhr.

Shaak Ti schenkte Rotta Desiljic Tiure noch einen hoffnungsvollen Blick, dann ging sie, wie ihr geheißen. Als sie im Begriff war, eine Biegung zu nehmen, wandte sie sich noch einmal um. Weit hinten sah sie 11-4D auf dem Gang. Er schob einen rollenden Brutkasten vor sich her, worin ein Neugeborenes schrie und mit den Beinen strampelte. Als der Droide wahrnahm, dass Shaak Ti ihn bemerkt hatte, stockte er kurz in seiner Bewegung, dann öffnete er mithilfe einer Chipkarte die Tür zum Behandlungszimmer von Rotta, dem Huttling.

Shaak Ti wandte sich von ihm ab, bevor sie sehen würde, dass er mit dem Baby zu Rotta hineinfahren würde. Sie ging stattdessen in ihr Büro und überlegte, ob sie sich etwas zu essen bereiten sollte. Eigentlich hatte sie noch bis vor kurzem großen Hunger gehabt. Aber der war ihr jetzt vergangen. Sie schaute sich die Holo-News an. Aber da war nichts, was sie interessieren oder auch nur ablenken würde. Endlich waren die zwei Stunden vorüber und sie begab sich in die Gynäkologie. Sie legte sich im verabredeten Untersuchungszimmer auf den Gynäkologischen Stuhl, um auf ihren Mann zu warten. Sie würde mit ihm darüber reden … über das unbekannte Kind, bevor sie über ihr eigenes reden würden. Sie wartete zehn Minuten, dann wurde sie unglaublich müde.

Sie fühlte einen Kuss auf ihren Lippen, als sie wieder erwachte. Der Kuss war süß und fordernd: unmöglich, ihn nicht zu erwidern. Plagueis' Kuss wurde immer fordernder. Nein, sie würde ihn später nach Rotta und dem anderen Kind fragen, dachte sie, als sie wie automatisch ihre Arme um seine schmalen Hüften schlang, während sie seine Mitte zwischen ihren gespreizten Beinen gegen ihre Mitte reiben fühlte. Jetzt erst öffnete sie ihre Augen. Alles war verschoben. Nein, sie war verschoben. Plagueis hatte den Gynstuhl ziemlich weit nach oben gefahren, so dass er sich ihr jetzt problemlos im Stehen widmen konnte. Er hatte seine Robe vorne geöffnet und seinen Slip ausgezogen. Er tätschelte ihren noch von ihrer braunen Jedi-Robe bedeckten Oberschenkel. Shaak Ti sah, dass sein langes Glied, welches bis jetzt schlaff nach unten gehangen hatte, sich mit einem Mal leicht aufrichtete. Jetzt fühlte sie seine schlanken Hände an ihrer Taille. Er löste ihren breiten Ledergürtel und legte ihn beiseite. Die Lagen ihres mehrlagigen Jedi-Gewandes glitten wie von selbst zur Seite und gaben den Blick auf ihren roten, an einigen Stellen weiß tätowierten Oberkörper frei. Plagueis platzierte seine Rechte erneut auf ihrem Oberschenkel. Seine lange Hand war jetzt genau an derselben Stelle wie vorher. Nur dass diese jetzt unbedeckt war.

„Wie ich sehe, hast du dein Unterhöschen bereits ausgezogen", meinte er mit samtweicher Stimme, dabei sanft die Finger seiner Hand in die rote entblößte Haut krallend. „Was bist du doch für eine brave Patientin!"

Sie stöhnte auf, mehr erwartend. Seine Hände fuhren rechts und links an ihrer Taille nach oben, um an ihren Armen entlang zu gleiten. Bis zu den Handgelenken. Sie schaute ihn von unten an, während er derart über ihr hing. Kein Zweifel, er brachte ihre Arme in eine bestimmte Position. Für einen Moment spürte sie seine Hände nicht mehr, dann fühlte sie, wie er ihre Rechte mit einem Tuch an einer Haltestange festband. Sie schaute nach oben. Das Tuch schimmerte rötlich. Gerade hatte er einen Knoten festgezogen. Nicht zu fest und nicht zu locker.

„Was wird das? Wird es so schlimm werden?", fragte sie skeptisch.

„Ganz im Gegenteil", schnurrte er leise zurück und zwirbelte mit seiner Linken ihre linke Brustwarze, so dass sie sich steil aufrichtete. „Manche Fesseln sind unbequem und hart. Und manche sind schmeichelnd-weich, aber häufig weit effektiver. So wie diese Schimmerseide hier", erklärte er, während er nun auch ihre andere Hand derart festband.

Shaak Ti war sich sicher, dass jetzt, wo er solch angenehmen Stoff für ihre Fixierung benutzte, nichts Unerfreuliches folgen würde. Er richtete sich vor ihr auf und musterte sie mit wohlig-verhangenen gelben Augen genüsslich von oben herab. ‚Mein!', las sie in seinem mehr als zufriedenen Blick. Sie erwartete, dass er etwas mit ihr tun würde. Ihr Körper spannte sich in Erwartung kommenden Vergnügens an und bäumte sich leicht vom Stuhl auf. Plagueis lächelte. Und tat nichts. Shaak Ti seufzte auf vor unerfülltem Verlangen. Und zog mit ihren Armen leicht an ihren Fesseln.

„War denn die Wartezeit bis jetzt so lang, dass du nun derart ungeduldig bist?", neckte er sie und strich mit seinem Zeigefinger über ihre Mitte, die ob dieser sanften Berührung sofort erzitterte.

„Das ist bereits mehr, als ich erwartet hatte", murmelte sie.

„Ich hätte nicht gedacht, dass du derart bescheiden geworden bist."

Sein langer Zeigefinger fuhr erneut über das tiefrote, bereits vor Erregung geschwollene zarte Fleisch vor ihm. Er wurde durch ein erneutes Zittern belohnt. Sein Finger tauchte etwas in ihre Öffnung ein, um sie äußerst bereit vorzufinden. Als er seinen Finger wieder zurückzog, eilte ihm ein langer durchsichtiger Faden nach, der schon bald in der Mitte durchhing und riss. Etwas von der schlüpfrigen Flüssigkeit tropfte auf den Boden vor dem Stuhl. Plagueis lächelte. Dann brachte er seinen gewaltigen Kolben in Position.

Shaak Ti fühlte, dass Plagueis' Gerte vorne an ihrem Eingang schubberte. Das fühlte sich unheimlich gut an. Sonst tat er das immer entweder mit seinen Fingern oder aber mit seinem Mund. Aber so hatte er es noch nie getan. Ob sie auch kommen würde, wenn die Reibefläche derart dick sein würde wie die Spitze von seinem Schwanz? Sie fühlte, wie er mit einer Hand ihre rechte Schamlippe etwas zur Seite zog, um ihren Kitzler noch mehr zu entblößen, während seine Rechte sein Glied dagegen rieb. Ja, genauso war es richtig. Nicht nur richtig - Das war phantastisch! Sie wünschte, er würde jetzt in sie eindringen. Und auch wieder nicht. Sie wollte sich aufrecht hinsetzen, um zu sehen, was er da tat, aber die Schimmerseidenfesseln hielten sie in der extrem schrägen Rückenlage des Gynstuhls in Position. Und das Reiben seines nun ziemlich hart gewordenen Gliedes gegen ihren sensitiven Punkt wurde immer schneller – immer intensiver. Nein, er würde noch nicht in sie eindringen. Er würde doch warten, bis …

Sie stöhnte laut auf.

„Schhhhh! Oder muss ich dir auch den Mund verbinden?", ermahnte er sie.

Sie schüttelte den Kopf und biss sich auf die Zunge. Eigentlich verspürte sie den ungeheuren Drang, erneut zu stöhnen. Aber natürlich ging das hier im Krankenhaus nicht. Aber sie war sich sicher, dass er vorher die Tür verriegelt hatte, bevor er sich ihr derart widmete. Sie beide hatten noch nie hier in ihrem eigenen Krankenhaus miteinander Sex gehabt. Und schon gar nicht in solch sachlich-nüchterner Umgebung wie diesem Behandlungszimmer! Shaak Ti musste sich eingestehen, dass gerade dieser Widerspruch ihr jetziges Zusammensein äußerst pikant machte. Mit einem Mal überkam sie das Gefühl, dass ihre Mitte jeden Moment platzen könnte, so prall und heiß fühlte sie sich unter der schlüpfrigen Reibung an, die Plagueis' Glied ihr hier auf dem Gynstuhl angedeihen ließ.

Sie hörte, wie zwei Twi'lek-Frauen vor dem Zimmer vorbeiliefen. Ihre laute angeregte Unterhaltung in ihrer melodischen Muttersprache war unüberhörbar. Plagueis' geschwollenes Glied rieb jetzt sehr schnell und sehr hart gegen ihren Kitzler und das Gespräch der beiden vorübergehenden ahnungslosen Frauen heizte Shaak Tis Erregung zusätzlich an. Etwas schien in ihr zu bersten, dann kam sie zitternd und zuckend zum Höhepunkt, während sie die Augen verdrehte, derart in ihrer Erregung gefangen, die sie nicht herausschreien durfte. Sie hörte, wie etwas auf den Boden tropfte. Offenbar war sie unten ausgelaufen, während er nach wie vor hart und steif war und einfach weiterrieb, bis ihre Erregung etwas abflaute. Sie wünschte, sie könnte ihn umarmen, sich irgendwie an ihm festhalten. Sie wollte nicht mehr an diese blöden Stangen gefesselt sein. Auch nicht mit Schimmerseide!

Jetzt sah sie ihn auf sich zukommen. Sein großer schlanker Körper legte sich auf sie, während seine vorne geöffnete Robe nun sie beide bedeckte. Ihre Lippen suchten, ihre Zunge schmeckte seinen haarlosen Körper, dann fühlte sie, wie er mit einem machtvollen Stoß in sie eindrang. Ja, er hatte sich bis jetzt für sie aufgespart. Sie seufzte erleichtert auf. Er blieb nach diesem Stoß eine Weile still auf und in ihr liegen und spürte andächtig in die Macht hinein, die sie beide jetzt und hier aufgewühlt umfloss. Er streichelte ihre Wange. Ihre lilanen halb geschlossenen, nun rötlich glühenden Augen schauten ihn verlangend an, ihr Mund war leicht geöffnet und seine rosafarbenen Lippen wölbten sich ihm wollüstig entgegen.

Keine Frage: Shaak Ti hatte noch lange nicht genug.

Er wartete noch ein Aufbäumen ihres aufgepeitschten Körpers gegen die ruhige Stille über ihr ab, dann stieß er erneut zu. Ein abgehacktes Atmen war ihre Reaktion. Er sog dieses Atmen in sich ein, dann glitt er zum dritten Mal in sie hinein, diesmal, ohne danach eine Pause zu machen. Er stieß und stieß, dabei immer schneller werdend, wieder und wieder in sie hinein, darauf achtend, ihr keine Schmerzen zuzufügen, wo ihr Schwangerschaftsbauch im fünften Monat doch schon derart geschwollen war. Shaak Ti schien durch sein Hämmern wieder in ihre spezielle Art der Sex-Trance gefallen zu sein. Ihre Augen waren fast geschlossen. Er genoss ihre Hingabe und Lust, knetete dabei mit seinen langen Händen ihre übergroß gewordenen Brüste. Nach etwa einer halben Stunde kam er genauso diszipliniert und leise in ihr wie sie vorhin.

Wieder erschlafft, zog er sich aus ihr heraus und betrachtete seine Geliebte. Ihr Mund war in seliger Verzückung geöffnet, während sein Samen und ihre Scheidenflüssigkeit vermischt aus ihrer tiefroten Mitte hervorquollen. Ihre vereinten Säfte liefen in einem milchig-weißen Band nach unten, um alsbald zu den bereits vorhandenen Vorboten dieses Vergnügens am Boden aufzuschließen. Etwa zwei Minuten blieb dieses Band ihrer gerade erlebten Lust intakt, dann löste sich ein größerer Klumpen davon, um mit einem schlüpfrigen Geräusch auf den Boden zu platschen, während der Rest nach oben zurückschnellte. Plagueis kniete vor Shaak Tis Mitte nieder. Ihre Öffnung war jetzt noch einladender als zuvor, so benutzt und gefüllt, wie sie jetzt war. Langsam begannen seine Lippen und seine Zunge, seine Ehefrau erneut zu stimulieren, sie anzuheizen. Es dauerte noch nicht einmal fünf Minuten, dann kam Shaak Ti zum zweiten Mal. Er hörte, wie ihre Hände gegen die Stange schlugen, an welcher sie gefesselt waren.

Plagueis fand es endlich an der Zeit, die Schimmerseidenfesseln zu lösen, die Shaak Ti solange in Position gehalten hatten. Das Gesicht seiner Ehefrau war tränenüberströmt, aber entspannt und gelöst, als er es mit einem verklärten Lächeln betrachtete. Er löste ihre Fesseln. Ihre Arme sanken zuerst an ihre Seite herab, dann umschlangen sie ihn, um ihn zu sich heranzuziehen. Er küsste sie und sie küsste ihn zurück. Ihr gemeinsamer Kuss schmeckte nach Schweiß, Sperma und Vaginalsekreten. Er schien ewig zu dauern. Während Shaak Tis Zunge die Höhle seines Mundes erkundete, fiel ihr ein, was fehlte. Blut! … Nein, das Blut fehlte nicht wirklich. Es war sicherlich in jenem Behandlungszimmer verblieben, in welchem sich Rotta, der Huttling, von seiner gerade überstandenen schweren Hirninfektion erholte. Aber Shaak Ti hielt es nicht für angebracht, sich in diesem Moment nach dem Schicksal des unbekannten Kindes zu erkundigen, welches dafür wohl sein Leben lassen musste. Vielleicht würde sie Plagueis später danach fragen. Aber vorerst wollte sie sehen, wie es ihrem eigenen Kind ging.

Bevor 11-4D den Ultraschall durchführte, hatte Hego Damask sich, Shaak Ti und den Untersuchungsraum wieder in einen medizinisch-reinen Zustand gebracht. Shaak Ti und Plagueis schauten zusammen mit dem getreuen Droiden auf den Monitor. Sie sahen zwei Herzen schlagen und etwas zwischen den Beinen des Kindes, was unmissverständlich darauf hindeutete, dass sie schon bald Eltern eines Jungen werden würden.

„Er hat nur zwei Herzen?", fragte Shaak Ti etwas besorgt.

„Das kommt bei Mischlingskindern von Muun und anderen Spezies zuweilen vor, ist aber nicht weiter bedenklich", zerstreute 11-4D ihre Bedenken.

„Hast du schon einen Namen?", fragte Plagueis seine Ehefrau und baldige Mutter seines zweiten Kindes.

„Hmmm … wir könnten es doch nach deinem Vater nennen. Caar klingt doch recht schön", schlug sie vor.

„Es reicht schon, dass mein Enkel Hego heißt. Wie lange soll diese Reihe noch fortgesetzt werden? Nein, er soll Bogan heißen", sagte Plagueis feierlich.

„Wieso ausgerechnet Bogan?", fragte Shaak Ti unmutig.

„Du hattest damals ganz allein über Ashlas Namen entschieden. Meinst du nicht, dass wegen der Wahrung des Gleichgewichtes in der Macht nun ich am Zuge bin?", fragte er sie und tätschelte dabei sanft ihren Unterarm.

Auf einmal bekam die Formulierung „Gleichgewicht in der Macht" für Shaak Ti einen unheimlich bitteren Beigeschmack.

„Das … ist nicht dein Ernst! Jeder Jedi wird schlecht von mir denken, wenn ich zulasse, dass er so heißt", wandte sie ein und entwand sich seiner Berührung.

„Viele Leute kennen diesen Namen überhaupt nicht. Und wenn doch, dann sollte es dir genauso egal sein, so wie ich es damals hingenommen habe, dass du unsere Tochter nach der altertümlichen Bezeichnung für die Helle Seite der Macht benannt hast."

„Aber muss unser Sohn deshalb ausgerechnet nach dem altertümlichen Namen für das Gegenstück zu Ashla benannt werden?", begehrte sie auf.

„Ja", erwiderte Plagueis in genau demselben tiefen, unabänderlich klingenden Ton, den er bereits damals auf Kursid angeschlagen hatte, als er ihre Vermutung bestätigt hatte, wie eng Leben und Tod miteinander verbunden seien.

Seufzend gab Shaak Ti sich geschlagen.

„Darth Bane war ja so ein Narr", meinte Plagueis versonnen lächelnd. „Er hatte so eine hübsche Schülerin und hat auch nichts als eine solche in ihr gesehen. Und nur deshalb sind die Sith damals in diesen Irrweg der Regel der Zwei verfallen, die doch eigentlich ganz anders ausgelegt werden sollte."

„Wir dagegen sind wie die Mortisfamilie – jetzt mit Sohn und Tochter", erwiderte Shaak Ti leise.

„Wie die Mortis-Familie – bloß mit Mutter", korrigierte Plagueis seine Frau.

„Ich weiß nicht, was mit der Mutter passierte, weißt du es?", fragte Shaak Ti.

Plagueis schüttelte den Kopf. Shaak Ti sah Besorgnis in seinen grünen Augen aufkeimen.

Als sie die Gynäkologie verließen, kam ihnen 11-4D entgegen.

„Die Behandlung hat angeschlagen, Magister Damask", erklärte er blechern.

Als Antwort nickte der Muun seiner Ehefrau zu. Sofort übergab 11-4D ihr den Behandlungsbericht. Shaak Ti ließ ihren Blick darüber schweifen. „Behandlung der Entzündung mit Bestrahlung", stand da.

Sofort gingen sie ins Behandlungszimmer von Rotta, dem Hutten. Der Huttling schaute sie mit strahlenden orangenen Augen an.

„Meister Jedi Shaak Ti", begann er in entschuldigendem Tonfall. „Ich habe mich nicht gut benommen, aber Euer Droide hat mich schließlich aufgeklärt."

„Wie geht es dir?", fragte die Jedi-Meisterin, zufrieden seine Hautfarbe in Augenschein nehmend, die von dem ungesunden Braun zu dem Graugrün gewechselt hatte, die für Angehörige seiner Spezies in diesem Alter typisch war.

„Danke, Meister Jedi. Ihr habt mir das Leben gerettet. Erneut steht der Desiljic-Clan tief in der Schuld der Jedi", sagte Rotta mit seiner hellen Stimme und deutete noch im Liegen gegenüber Shaak Ti eine Verbeugung an.

„Es ist schön, das zu hören, vor allem, wenn man bedenkt, was du vorhin im Delirium so erzählt hattest", erwiderte Shaak Ti.

Plagueis schoss ihr daraufhin einen warnenden Blick zu. Dann wandte er sich an den Huttling. „Und mir ist es ein Herzensanliegen, dem Desiljic-Clan das zurückzugeben, was dein Vater mir damals hatte zuteilwerden lassen."

„Ihr habt meinen Vater gekannt?", fragte Rotta in derselben anrührenden Weise zurück, die Shaak Ti bereits vor fünf Monaten bei Luke Skywalker auf dem Todesstern ihrem Geliebten gegenüber gesehen hatte.

„Er war ein guter Freund für lange Jahre. Ich verdanke ihm mein Leben. Das war noch zu Zeiten der Alten Republik. Du warst damals noch nicht geboren", erwiderte Hego Damask.

„Ich habe gesehen, wie mein Vater starb. Aber Großvater Zorba konnte mich retten, bevor die Segelbarke explodierte", sprudelte es auf einmal aus Rotta heraus. Jetzt verstand Shaak Ti, was er vorhin im Delirium erzählt hatte.

„Es hat mich traurig gemacht, davon zu hören", erwiderte der Muun.

Shaak Ti erinnerte sich an ihren kurzen Aufenthalt auf dem Waldmond Endor. Wie Prinzessin Leia ihnen erzählt hatte, auf welche Art und Weise sie Jabba eigenhändig umgebracht hatte. Hego Damask hatte damals Leias spontanes und tödliches Aufbegehren gegen Jabba absolut befürwortet. Shaak Ti war sich sicher, dass ihr Mann den Standpunkt der jungen Prinzessin verstanden hatte. Auch wenn sie sich nicht sicher war, wie Plagueis reagiert hätte, wäre er damals auch vor Ort in Jabbas Palast oder vor der Saarlac-Grube gewesen, wo Luke und Leia Skywalker zusammen mit Han Solo und Chewbacca über Rottas Vater gerichtet hatten. Ein gebieterisches Klopfen unterbrach ihre Gedanken.

„Herein!", rief Hego Damask.

Ein älterer, massiger Hutt robbte herein.

„Hallo, Magister Damask", sagte er in gebrochenem Basic, als würde er ihn bereits kennen.

„Es gut mir leid für Euren Sohn, Zorba", sagte Plagueis.

„Keine Ursache. Wann kann ich meinen Enkel mitnehmen?", fragte Zorba ohne Umschweife.

„Bereits übermorgen", erklärte ihm der Muun. „Bis dahin sollte er sich ausruhen und den abschließenden Gehirnscan abwarten, um sicherzustellen, dass die Infektion vollständig abgeklungen ist."

Plagueis nahm Shaak Ti bei der Hand, um sie aus dem Behandlungszimmer zu geleiten und dabei ein mögliches Ausrutschen seiner Ehefrau auf der glibberigen Schleimspur zu vermeiden, welche Großvater Zorba beim Hereinkommen hinterlassen hatte. Er konnte sich darauf verlassen, dass 11-4D nach ihrem Weggang einen Reinigungsdroiden damit beauftragen würde, diese speziestypische Hinterlassenschaft der Riesenschneckenspezies der Hutts umgehend zu beseitigen.

Das Paar verließ die Klinik, um nach Hause zurückzukehren. Die Spannung knisterte zwischen den Beiden, während der Speeder sie immer weiter von der Klinik wegbrachte. Aber Plagueis fühlte, dass seine Frau in Gedanken immer noch in der Klinik war. Und dank VierDe wusste er auch den Grund dafür.

„Das Kind war hirnlos. Es hätte nur noch wenige Tage zu leben gehabt. Es wäre für nichts und wieder nichts gestorben. Und das noch viel qualvoller, als es heute der Fall war", erklärte er mit ruhiger, nichtsdestotrotz tragender Stimme.

„Du hast es doch aber irgendwie genau für diesen Moment beschafft", mutmaßte Shaak Ti.

„Ich habe meine Beziehungen. Es gibt anderswo genügend schlecht ausgestattete medizinische Einrichtungen, genügend verzweifelte Mütter, die nur darauf warten, dass sich ihnen eine derartig günstige Gelegenheit bietet. Und im Gegensatz zu vielen Kurpfuschern oder Sklavenhändlern tun wir mit diesen Kindern etwas Gutes. Wir retten Leben. Wir alle zusammen", sagte er, die letzten Worte deutlich akzentuiert, und nahm ihre Hand, während die andere den Speeder lenkte.

Shaak Ti fand, dass sich eine Erwiderung darauf erübrigte. Ihr Mann hatte ihren inneren Zwiespalt gefühlt. Er war darauf eingegangen. Und sie war sich sicher, dass Plagueis solche drastischen Maßnahmen nur in einem absoluten Notfall wie Rottas ansonsten unheilbarer und tödlicher Krankheit anwenden würde. Auch wenn jeder Ärztekodex und der Kodex der Jedi so etwas verwarf. Aber es gab einen Preis, der zu zahlen war, wenn man mit einem Anhänger der Dunklen Seite verheiratet war. Ganz egal, ob er sich nun Sith nannte oder nicht. Und Shaak Ti hatte Plagueis damals auf Mygeeto gelobt, diesen Preis zu bezahlen. Und daran würde sie sich halten.

Sie schaute Plagueis von der Seite an und bemerkte, dass er bereits wieder mit anderen Dingen beschäftigt war. Mit weit erbaulicheren Dingen, wie ihr nicht nur die Macht sagte. Ihre Villa kam in Sicht. Die Maladianer vor dem wuchtigen Eingangstor zum sie umgebenden Park standen stramm, als der Hausherr mit einer Zugangskarte aus einer Entfernung von dreißig Standardmetern das Tor entriegelte, so dass der Speeder hindurchgleiten und zum überdachten Speederport schweben konnte, wo noch ein kleinerer Speeder stand.

„Gleich werde ich dir etwas Erbaulicheres zeigen, mein Schatz", meinte er tröstend, nachdem er ausgestiegen war und ihr nun galant die Hand reichte, um ihr das Aussteigen zu erleichtern.

Plagueis führte Shaak Ti in den Keller seiner Haushälfte. Immer tiefer stiegen sie die drei Kellerstockwerke hinab, bis sie an eine Tür gelangten, hinter welcher ein langer Gang lag. Mehrere Türen gingen von diesem ab. Fahlgelbe Lampen waren an der Decke des Ganges angebracht, welchen die Beiden bis zu dessen Ende entlang gingen. Eine unscheinbare Tür schoss mit einem Zischen vor ihnen auf, als Plagueis seine Karte an den Scanner hielt. Shaak Ti sah, nachdem mehrere Lichter spontan angegangen waren, eine Art Werkraum, wo allerlei Werkzeuge an der Wand hingen oder in Regalen lagen. Auf der Werkbank in der Mitte des nun hell erleuchteten Raumes lag ein Oktaeder, dessen zwölf Seiten violett leuchteten. Zögernd ging sie näher.

„Fass ihn nur an", ermunterte Plagueis sie.

Etwas unsicher nahm Shaak Ti die violett leuchtende, etwa faustgroße Doppelpyramide mit den acht gleichseitigen Dreiecken in die roten Hände.

„Was ist das?"

„Das ist ein Holocron", erklärte Plagueis.

„Aber, das ist weder ein Jedi-, noch ein Sith-Holocron", wunderte sie sich.

„So etwas gibt es bislang auch noch nicht. Ich habe es selbst und als erster Machtbenutzer in dieser Art und Weise erschaffen. An den beiden Enden, die du in der Hand hältst, sind die beiden Schluss- oder Anfangskristalle. Und ab jetzt werden wir es mit Leben füllen."

„Du hast es nach der Mischfarbe unserer beider Lichtschwerter gestaltet. Als ein Mittelding zwischen Würfel und Pyramide", deduzierte sie.

„Mortis soll genauso aussehen", erwiderte er.

„Ja, ich habe auch einmal eine Zeichnung davon gesehen. Glaubst du, es existiert wirklich?", fragte sie und legte dabei den Oktaeder behutsam auf die Werkbank zurück. Dann wandte sie sich ihm erneut zu, so dass sie einander gegenüberstanden.

„Wir sind jetzt Mortis", sagte er eindringlich und legte ihr seine Hände auf die Schultern.

„Weißt du, was Anakin Skywalker damals im Tempel erzählt hatte, nachdem er angeblich auf Mortis gewesen war? Dass der Bruder die Schwester getötet hatte und dann hat der Vater den Bruder getötet, indem er sich selbst mit diesem Schwert entleibte, um den Bruder am Verlassen von Mortis und seiner geplanten Unheilsreise in die Galaxis zu hindern?"

„Wann war Skywalker denn auf Mortis?", fragte Plagueis interessiert.

„Skywalker, Obi-Wan und Ahsoka waren während der Klonkriege weit weg von Coruscant, als es zufällig passiert war. Skywalker sagte, sie hätten einen jahrtausendalten Code des Jedi-Tempels aufgefangen, der lange nicht mehr benutzt worden war. Und dann wurde ihr Schiff vom Fangstrahl eines riesigen Oktaeders angezogen. Captain Rex meinte hinterher, sie seien nur kurz vom Radar verschwunden, während Skywalker dagegenhielt, es seien mindestens drei Tage gewesen. Aber er schien sich nicht so sicher zu sein."

„Skywalker wusste wohl selbst nicht, ob er das nicht alles nur geträumt hatte", erwiderte Plagueis mit einer wegwerfenden Handbewegung. „Genauso fühlte ich mich, nachdem ich mit Marka Ragnos über die Sith geredet hatte. Der alte Sithgeist hat auf meine Fragen keine Antwort gewusst und mich stattdessen als unwürdig, ein Sith zu sein, geschmäht. Glaubst du allen Ernstes, ich würde etwas auf solch hochmütiges Geraune geben?"

„Warum hast du dann dieses Holocron erschaffen, wenn es sich nur um altes Geraune handelt?", fragte Shaak Ti.

„Diese Legenden sind über die Jahrtausende hinweg mit allerlei Unsinn und eitlem Tand ausgeschmückt worden. Aber ich werde sie von all dem unnützem Unrat befreien und ihr ursprüngliches Gerüst freilegen. Ein Gerüst, stabil genug, dass wir es nutzen, mit Leben erfüllen und unserer Nachkommenschaft hinterlassen können. Wie das Gerüst dieses Oktaeders."

„Dann werde ich ab jetzt jede Woche zwei Stunden einplanen, in dieses unser gemeinsames Werk mein Wissen einzuspeisen, zumindest bis unser anderes gemeinsames Werk das Licht dieser Galaxis erblickt hat", versprach Shaak Ti, während sich in ihren lilanen Augen der Oktaeder wiederspiegelte.

„Ich wusste, es würde dir gefallen", erwiderte Plagueis und seine langen Hände wanderten von ihren Schultern an ihren Armen herunter, um schlussendlich ihre schmale Taille zu umfassen. Als hätte sie darauf gewartet, kam ihm ihr Körper entgegen, um die kurze Distanz zu schließen, die sie noch von ihm trennte. Während sie sich küssten, konnte Plagueis deutlich die Machtpräsenz seines zweiten Kindes unter Shaak Tis sich rundendem Bauch spüren.


Für alle, die sich für Mortis interessieren, sei „The Clone Wars", Staffel 3, die Folgen: „Wächter der Macht", „Altar von Mortis" sowie „Vergessene Zukunft" empfohlen. Die Legende vom Zusammentreffen von Plagueis mit Marka Ragnos steht im „Buch der Sith", sein Besuch im Casino „Kollidierer" auf Lianna sowie seine Rettung durch Jabba den Hutten im Darth-Plagueis-Roman von James Luceno.