cathleenblack: Ich finds witzig, dass ihr alle an Lilli dachtet +g+ Ne, hab ich nicht wirklich. Lilli ist für später sehr sehr wichtig. Wir stehen ja irgendwie Storymäßig noch ziemlich am Anfang, wo sie für Voldemort eher eine untergeordnete Rolle spielt. Sie wird aber jetzt viel wichtiger. Thx fürs Review :) Lg

Amylin Christin: Hihi, ja du hast Recht und bist irgendwie auch nicht die erste, die mir das sagt. Ich bin halt ein zu verpfuschter Mensch, als dass ich fröhlich schreiben könnte. Mich ziehts doch wieder zum traurigen und schlechten hin obwohl ich selbst eher das fröhliche angugge +zuck+ Oha, na dann +Daumen hoch+ Bin ich ja froh, dass deine vielen Reviews mir gelten :) Thx. Lg

lady89: Na, wer ist denn da aus Österreich wieder zurück. Wars ein schöner Urlaub? Thx fürs Review :) Ich geb mir Mühe. Lg

So, ich das ist glaub ich das längste Chap, dass ich da rein gepresst hab. Muss euch allerdings warnen, da ich die Chaps grad hinein presse, sinds hier nicht 80 am Ende, sondern womöglich weniger, aber das werden wir noch sehen. Vll. mach ich ein paar neue Chaps mitten rein, weil ich jetzt eigentlich auch die Zeit zum schreiben hab und ich mich erinnern kann, dass ich damals um die Zeit rum etwa jeden Monat nen Chap geschrieben hatte aus Zeitmangel und die Ereignisse dann auch etwas gequetscht waren... Egal, werden wir sehen, wie's hinkommt. Viel Spaß beim lesen.


Chap 54: the Light

"Ich kann es förmlich spüren! Die Macht ist zum Greifen nah! Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Dark Breath mir gehört!" Voldemort hatte ein finsteres Grinsen in seinem kalten Gesicht als er seinen Zauberstab zog und den Freunden erschreckend nah kam.
"Eine Ironie des Schicksals, wenn ihr mich fragt. Da kämpft das Ministerium Jahrelang nur um etwas aufzuhalten, was unvermeidbar war. Wirklich dumm... nicht wahr?!"
Sein Zauberstab zeigte auf Sirius, der weder zurückzuckte, noch sonst irgendeine verängstigte Reaktion zeigte. Voldemort hatte ihn mit hinterlistiger Miene angestarrt als er den Zauberstab fest auf seine Brust stach.
"Wie wäre es... wenn ich Black opfern würde? Seinen besten Freund? Wie glaubt ihr wird Potter darauf reagieren, wenn er erfährt, dass sein bester Freund sterben musste, damit er leben kann? Leben kann nur um wenig später von mir aufs neue getötet zu werden?"
Nichts. Keiner von ihnen gab ein Kommentar dazu ab, als die Horde Todesser zu gackern begann. Was für eine Situation, in der sie da steckten, in der es kein Entkommen zu geben schien, in der sie sich so gut wie alles gefallen lassen mussten. Sie konnten sich keine falsche Bewegung leisten.
"Vielleicht... wäre er von diesem Ereignis ja so verzweifelt, dass er sich freiwillig töten lässt!"
Die Todesser fielen in schallendes Gelächter für ihren Meister aus, aber Sirius riss sich hart zusammen, um nicht um sich zu schlagen. Wie konnte er es wagen? Wie konnte er es wagen über seinen besten Freund so herzuziehen und solche Dinge zu behaupten? Wenn sie nicht in dieser ausweglosen misslichen Lage wären, er hätte etwas gekontert, vielleicht sogar einen unverzeihlichen Fluch losgelassen, denn in diesem Moment war sein Hass groß genug dafür gewesen.
"Oder?!" fragte er und zog mit dem Zauberstab weiter zu Lilli, bei der Remus stand und sich schützend vor sie aufgerichtet hatte.
"Sollte es vielleicht doch... seine große Liebe werden? Das Schlammblut Evans? Oder... liest du nun doch... was ich dir sagen möchte... Anna White?!"
Sirius sah seine Freundin an, doch sie hatte Voldemort angesehen. Ihre Augen sagten mehr Hass und Verachtung aus als sie sich bewusst war. Nie hatte sie gewusst, dass sie jemanden tatsächlich den Tod wünschen würde, so wie sie es bei ihm tat und anhand ihres Ausdrucks verstand Sirius, wie schlimm es war, was sie gesehen hatte und genau diese Tatsache machte auch ihm Angst.
"Und um es noch mal zu Wort zu bringen," begann Voldemort in ruhiger Tonlage, doch seine Stimme hatte etwas arrogantes und triumphierendes angenommen.
"Dumbledore ist ein Narr, der langsam aber sicher in die Jahre kommt! Er vertraut alles und jedem, glaubt, dass ihn niemand belügen kann. Glaubt, dass er so gut wäre wie ich! Lachhaft! Wirklich Lachhaft!"
Er schritt um die Freunde herum auf den Sarg von James zu. Sirius wollte eingreifen, wollte ihn von seinem Freund wegstoßen, doch Anna hatte ihn aufgehalten. Als er zu ihr zurückblickte, schüttelte sie bittend den Kopf. Ihre Augen strahlten etwas hoffnungsloses aus... etwas trauriges und niederschmtterndes, dass er sich nicht erklären konnte. Was musste sie gesehen oder gelesen haben, dass diese einst so starken und mutigen schwarzen Perlen nun so düster und einsam wirken ließen? Er konnte spüren dass sie zitterte und dass sie sich vor dem dunklen Lord fürchtete und er war nicht im Stande ihr zu helfen. Er blieb starr stehen und starrte sie einfach nur besorgt an.
"Ach ja... Ich soll euch im übrigen... ein herzliches Beileid ausrichten... von der jungen Miss Kingcade. Ich nehme an... ihr wißt noch genau wer die junge Dame ist?"
Eine Antwort auf diese Frage war überflüssig und alles was sie taten war ihn weiter aus Verachtung heraus anzusehen.
"Sie ist eines meiner jüngsten Schützlinge und wie ich sehe sehr talentiert, denn sie hat mir ermöglicht heute hier erscheinen zu können... damit ich endlich das bekomme, was mir zusteht. Es ist ihr Verdienst, dass Miss Ayenterro hilft. Sie hat dafür gesorgt, dass Mr. Potter's Zustand sich verschlechterte und dafür gesorgt, dass Miss White davon nichts merkt. Ein wirklich hervorragender Trank, der dir eingeflöst wurde, Miss White... Ich habe den Befehle dazu erteilt ihn brauen lassen. Er blockiert die Emphatischen Fähigkeiten des Trinkers und gibt sie erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurück... mit einem gewaltigen Ruck... wenn ich es zulasse... gerade rechtzeitig damit ich mir das zurückhole, was ich brauche... das Dark Breath... Nun stehen wir hier und es ist nur noch ein Zauber von mir entfernt."
"Ich werde ihnen niemals helfen," sagte sie mit starker Stimme und hatte Sirius Hand noch fester in ihrer gedrückt. Sie spürte dass er zurückdrückte, spürte seinen Blick auf sie, aber noch wollte sie ihn nicht ansehen, noch musste sie dem grausamen Geschöpf vor ihr zeigen, dass sie so leicht nicht klein zu kriegen war.
"Wie du siehst, Anna White. Ich habe alle Macht Dinge zu ändern, wie ich es will. Alles zu ändern und so zu lenken, wie ich es brauche."
"Wieso Diana?!"
"Miss Ayenterro?" fragte Voldemort amüsiert und schritt einige Schritte zur Seite auf das Mädchen zu, dass verängstigt zurückweichen wollte, dabei jedoch gegen seine Todesser stieß.
"Weil..." begann er zischend und hatte sie mit seinem bösen Blick durchdringend angestarrt. Es war als ob er in ihr ein Feuer auslöste, dass jegliche Wärme in eisige Kälte verwandelte und ihr jegliches glückliche Gefühl wegbrannte.
"Sie so leicht beeinflussbar ist... Weil Miss Ayenterro sich nicht wehren kann, weil sie bei dem geringsten Schmerz um Gnade fleht! Willst du's sehen?! CRUCIO!"
Ein gequälter Schrei, wie man ihn sich nicht hätte vorstellen können, durchdrang den gesamten Raum. Lilli hatte vor Schreck die Augen zugekniffen, doch Remus verschloss nicht die Augen.
"Lass sie in Ruhe!" schrie er und hatte sich zu Diana vorgeworfen um ihr bei zu stehen. Sie wälzte sich auf dem Boden als müsse sie um ihr Leben kämpfen. Ihre Hände gruben sich vor Verzweiflung in ihr eigenes Fleisch in der Hoffnung den unverzeihlichen Fluch damit besser ertragen zu können. Ihr Ausdruck zerriss Remus Herz und er flehte Voldemort an den Fluch von ihr zu nehmen. Anna und Sirius hatten nichts getan, vielleicht aus dem selben Grund, der auch Lilli zurück gehalten hatte. Diana hatte sie mit ihrer Schwäche erst in diese gefährliche Situation gebracht.
Voldemort nahm den Fluch schließlich von ihr. Sein Blick war zufrieden, nein sogar erfreut... Er hatte Spaß daran andere zu quälen, hatte spaß daran zu sehen, wie sie vor ihm niederkrochen und um Gnade winselten...
Diana hatte Tränen in den Augen, hatte Tränen auf den Wangen. Ihr gesamter Körper zitterte vor Angst, bis sich ihre Muskeln schließlich langsam entspannten und sie schwach und bewegungsunfähig am Boden liegen blieb. Remus kniete weiterhin bei ihr und hatte sie schützend in seine Arme gezogen. Er wollte sie nicht alleine lassen und ihr zumindest das Gefühl geben nicht alleine zu sein. Lilli fand seine Geste sehr mutig und sie zeigte, wie sehr er sich in Diana Ayenterro verliebt haben muss, um dennoch so stark zu ihr zu stehen.
"Und natürlich sollte ich mich noch bei jemand anderem bedanken... jemand, der im Moment nicht hier bei uns sein kann, der mir aber sehr wohl große Dienste erwiesen hat... Ohne ihn, muss ich leider zugeben, hätte ich es nicht hierhergeschafft. Miss White wäre nicht aus Hogwarts herausgekommen, so dass ich den Angriff hier durchführen konnte. Ich hätte sie womöglich niemals alleine erwischt. Ihr fragt euch, warum ich ausgerechnet Potters Tot vortäuschen musste?"
Keiner sagte etwas. Lilli hatte Anna angesehen, deren Blick ihr zu sagen schien, dass sie nichts erwiedern durfte, sondern zu hören musste. Sie verstand, dass sie und Sirius ebenfalls nichts sagten und Voldemort reden ließen, damit sie Zeit bekamen. Zeit genug damit Dumbledore und die anderen rechtzeitig zurück kommen mögen.
"Wieso jemanden nur vergiften... und seinen Feinden noch Hoffnung zur Genesung schenken... wenn man ihnen alles wegnehmen kann? So konnten sie schon mal üben wie es ist, wenn ich ihnen alles wegnehme! Und somit bin ich auch sicher gegangen, dass Miss White garantiert kommt. Als beste Freundin des Toten sollte sie ihm schon die letzte Ehre erweisen. Eine Genialität, die weit über die hinaus reicht, die man Dumbledore nachsagt. Aber genug geredet. Die Zeit ist gekommen. Nun werden meine Todesser den Rest erledigen, während ich Mr. Potter wieder zurückhole...Mr. Black... darf ich um die Opfergabe bitten!"
"Nein!" Diesmal war es Anna, die sich vor Sirius hingestellt hatte. "Nein!"
"Ich brauche das reines Blut und da ich dich als zweites Black Heart nicht nehmen kann..."
"Nein, bitte..." Sie hatte Tränen in den Augen. Nie hatte sie jemanden so angefleht, wie in diesem Moment Voldemort. Sirius spürte, wie sie ihn weg drückte und ihre Hände dabei zitterten. Er hatte kein Problem damit sein Leben für das seines Freundes zu geben, aber er hatte ein Problem damit, dass Voldemort derjenige war, der ihn danach bekam.
"Was sollte mich davon abhalten es doch zu tun? Dein Gewinsel?"
Anna sah ihm tief in die Augen und sie wusste genau, was er von ihr wollte. Genau so sehr wusste sie, dass sie nicht anders konnte, wenn das kein Blutbad ergeben durfte.
"Ach, du sprichst auf den anderen Weg ein, den ich auch wählen könnte?" Voldemort tat ein wenig nachdenklich, klatschte dann lächerlich seine Hände beisammen und sah wieder genau so kalt und widerlich wie vorher zurück.
"Wieso sollte ich auf einmal Herz zeigen?"
Und obwohl Sirius und Lilli Anna nicht hatten sprechen sehen schien ihr Blick Voldemort Dinge zu sagen, die sie nur erahnen konnten. Er lachte grausam.
"Es steckt also doch etwas dunkleres in dir als ich gedacht hätte." Damit wandte er seinen Blick seinen Todessern zu und gab ihnen mit einem Kopfnicken ein Zeichen.
"Was?!" fragte Sirius und hatte sie nun erschrocken angesehen. In diesem Moment wurde er hart an den Ärmel gepackt und von ihr weggerissen. Lilli und Remus wurden von den Todessern zurück gehalten als sie versuchten einzugreifen und gegen die Mauern geschmissen. Zwei Todesser griffen sich unterdessen Anna und zerrten sie zu Voldemort an James Sarg rüber. Sie sah wie einer der Todesser Voldemort das Messer gab, auf dessen Gesicht eine sadistische Genugtuung erschienen war.
Sirius aus Leibeskräften und versuchte sich gewaltsam von den Männern um ihn herum wegzustoßen und sich durch zukämpfen als Voldemort mit der Schläfe des Messers hochfuhr und zustach. Anna blickte mit zusammengekniffenen Augen zur Seite, Lilli und Remus hatten versucht Sirius zu helfen und hatten versucht sich durch die Todesser zu zwingen, aber sie waren zu viele und sie warfen sie immer wieder zurück.
Blut tröpfelte in eine Phiole nieder, bis sie schließlich halbvoll war... Anna atmete heftig, ihr Blick blieb bei Sirius heften, der sie fragend angesehen hatte. Seine Augen flehten sie an, ihn nicht zu enttäuschen und nicht das getan zu haben, wovor er am meisten Angst hatte. Wenn sie ihre Freunde nun auch noch verriet, wäre das sein Untergang gewesen. Ein tiefer Schnitt zierte nun ihren rechten Arm...
"Wirklich nobel, White, wirklich. Wäre es jeder andere dieser Maden gewesen hätte ich ein Blutbad angerichtet... Dein Glück, dass ich dich noch brauche."
Er nahm die Phiole und drückte mit seinen Händen James Kiefer nach unten. Das Blut floss in seinen Mund und Anna schüttelte verzweifelt den Kopf als sie in ihrem Inneren spürte wie sein Herz lauter schlug, als sie an ihren Ohren sein Atmen hören konnte, dass nur bei ihr durchdrang.
"MALUM PRO MALO REDERRE VENI A ME MALUS CORDIS!"
Sie sah wie Voldemort seinen Zauberstab auf James richtete, sah wie die Lider des toten Freundes zu flattern begann, sah wie er einen Finger nach dem anderen bewegen konnte und sie spürte wie das Leben in ihm zurückkam. Sirius, Lilli und Remus sahen unglaubig dabei zu, wie sich langsam im Sarg etwas regte, während sie nun an den Wänden stehen blieben und das Geschehen von dort aus beobachteten. Selbst die Todesser taten nichts mehr und starrten zum Altar rüber.
"Wach auf... mein Diener..." sagte er in triumphierender Stimme und so richtete sich James langsam auf, stützte sich mit seinen Händen am Boden des Sarges ab um nicht noch mal umzukippen. Alles um ihn herum war verschwommen. Er fühlte sich schwach, merkwürdig anders... verwirrt. Kopfschmerzen und ein Erschöpfungsgefühl hatten ihn in diesem Moment eingenommen und am liebsten hätte er seine Augen wieder geschlossen um weiter zuschlafen... Sein Blick wanderte zu der mächtigen Gestalt, die vor ihm stand...
"Steh auf... mein Diener..."
James blickte sich verwirrt um, zwinkerte noch mal etwas mit den Augen um endlich eine klarere Sicht zu bekommen und hatte all seine Freunde einmal angesehen...
"Was... ist passiert?!" fragte er an Voldemort gewandt, der zufrieden zusah, wie James langsam aus dem Sarg herausstieg und sich auf seine eigene Beine hinstellte.
"Prongs..." sagte Sirius unglaubig und starrte seinen zum Leben erwachten Freund unsicher an. Selbst Lilli und Remus konnten es nicht fassen, als sie das mitansahen. Wobei Lilli mehr begann zu zittern und Angst zu entwickeln. Sie hatte den Zauberspruch verstanden, hatte es für sich übersetzen können und es machte ihr Angst wenn sie daran dachte was James damals gesagt hatte...
Das dunkle Mal... es machte ihn böse, es würde ihn zu einem von Voldemots Leuten machen. Er würde gegen sie sein, würde ihr Feind darstellen... Sie spürte wie sie schreien wollte. Ein Versuch starten wollte um ihn zu bekehren, um diese Ungerechtigkeit nicht zu zulassen. Er durfte nicht auf die gegnerische Seite wandern. Das durfte einfach nicht sein! Ihn zu verlieren war schlimm genug, aber zu wissen, dass er noch lebte und gegen sie stand würde sie nicht aushalten... Sie liebte ihn verdammt noch mal! Und dann passierte es...
"Es wird Zeit zu gehen," sagte Voldemort und richtete seinen Zauberstab auf eine Kerze. "Kingcade, ich überlass Black und die anderen dir. Tu was du willst... Miss White wird mit uns kommen."
Dann wandte er sich aufs neue James zu: "Alles weitere werden wir später besprechen, Diener... "
Anna versuchte sich noch zu wehren und auch Sirius, Lilli und Remus sahen einander verängstigt an als die ganzen Zauberstäbe auf sie gerichtet wurden, allesamt bereit die drei mit nur einem Zauberspruch zu töten.
"Diener?!" fragte James und verzog die rechte Augenbraue. "Alter! Ich glaub mein Hornschwanz tanzt, ey!"
"Was?!" brüllte Voldemort.
Anna strahlte auf als James seinen Zauberstab zog und ihn auf Voldemort richtete. Augenblicklich wanderten alle Zauberstäbe der Todesser von ihren Geiseln weg in James Richtung, doch Voldemort hob seine Hand und befahl ihnen sich rauszuhalten. Er verzog nachdenklich sein Gesicht als er in die hasselnussbraunen Augen des Jungen blickte, die beim jetzigen Hinsehen wieder aus Stolz glänzten.
"Wie ist das möglich?!"
James brauchte nicht zu antworten, denn Voldemort hatte es sofort verstanden. Er brauchte ihn nur einen weiteren Augenblick lang anzusehen, bis es ihm klar wurde und er sah mit bewunderndem Gesicht zu Anna rüber, die mit der rechten Hand den blutenden linken Arm fest hielt.

Vor einiger Zeit:
"Ich werd dich und Lilli niemals verstehen," sagte Anna, die mit James auf einem der Dächer des Hogwartsschlosses vor dem Fensterbrett saß und die frische Winterluft draußen genoss.
"Da gibt es nicht viel zu verstehen."
"Denkst du. Wieso gibst du Lilli nicht mal eine Chance? Nein... nicht Lilli. Wieso gibst du DIR keine Chance?"
"Mir?"
"Du stößt alle von dir weg. Lilli, Sirius, Mich, deine Eltern... Wenn du nicht aufhörst, dich selbst schon aufzugeben, dann wird es für Voldemort ein leichtes sein, dich auf seine Seite zu ziehen. Du weißt, dass er genau DAS machen wird?"
"... ..."
"Und ich weiß nicht, wie ich ihm davon abhalten könnte."
"Musst du nicht. Du bist nicht meine Beschützerin?"
"Ich bin deine Freundin. Hör auf so zu tun als ob du der Welt egal wärst, James! Das bist du nicht!"
"Ja, sicher," sagte er und es klang genau so Hoffnungslos, wie er sich auch fühlte.
"Merlin! Wieso gibst du auf?!" schrie sie ihn wütend an.
"Wieso bist du so verbissen darauf zu kämpfen, wo es keine Hoffnung mehr gibt?!"
"Wer hat behauptet, dass es keine Hoffnung mehr gibt?!"
"ICH UND ER!"
"James, was ist vorgefallen?!"
"Nichts."
"..."
Sie hatte ihn vor langer Zeit mal versprochen nicht in ihn einzudringen, um etwas zu lesen oder zu fühlen... aber in diesem Moment waren es seine Gefühle, die in sie eindrangen... Es war eine grausame Leere, die sich in ihr breit machte und ihr das Gefühl gaben plötzlich in ein tiefes Loch zu versinken.
"... Michael und Maria?!"
"... Sie werden sich scheiden lassen, Anna... "
"... Wieso? Ich... Ich dachte sie..."
"Mein Dad tut das nur um sie zu schützen. Meine Mum trägt nicht das Blut Gryffindors in sich. Dad hat Recht... so können wir vielleicht den Menschen beschützen, der uns soviel bedeutet. Wenn Mum den Namen Potter behält, wird Voldemort sie auch töten. Wenn nun selbst mein Vater schon so handelt, was gibt mir das Recht, Lilli in diese Sache hinein zu ziehen?"
"Und was sagt deine Mum dazu?!"
"... Sie ist einverstanden... Wir haben geredet... Tricia hat eine Eule geschickt als wir sie per Eule darüber in Kenntnis gesetzt haben."
"Was schreibt sie?!"
"Nichts besonderes. Nur dass sie es gut findet."
"Es tut mir leid, James... " flüsterte sie traurig, denn diese Nachricht hatte sie getroffen. Nicht nur, weil die beiden Menschen, die sie als eine Art Ersatzeltern ansah sich scheiden ließen, sondern auch, dass sie es ihr nicht persönlich sagen wollten.
"Muss es nicht. So ist es das beste. Mum wird es gut gehen..."
"Bist du deswegen so verzweifelt?!"
"... Keine Ahnung, An."
"James... Nur weil dein Dad aufgegeben hat, musst du es doch nicht..."
Sie hatte versucht ihm etwas Hoffnung zu geben, aber es gelang ihr in diesem Moment nicht besonders gut. Letztenendes gab sie nun sich selbst die Schuld an dem Geschehenen. James Vater war von ihr enttäuscht... sie hatte ihn hintergangen und belogen und deswegen hatte er ihr das Vertrauen entzogen... ihr und womöglich auch sich selbst. Sie erinnerte sich daran wie Mr. Potter sie immer angesehen hatte. Er liebte sie wie seine eigene Tochter und er beschützte sie und gab ihr alles, was er auch seinen eigenen Kindern gab. Ein Zuhause, Sicherheit und Vertrauen und sie hatte alles missbraucht und verloren. Sie fühlte sich so schuldig, sie konnte gar nicht sagen wie sehr es sie erdrückte und doch wollte sie in diesem Moment nicht still sein. Sie wollte, dass James etwas wusste. Vielleicht das einzige, was ihm zumindest etwas Hoffnung gab.
"Lilli hat nie viel über ihre Familie geredet, stimmts?!"
"..."
"Ich weiß nicht ob es fair von mir war oder nicht, aber... ich hab mal etwas in Lillis Gedanken gesehen, was mich verwirrt hat. Sie ist auch einsam, James. Sie kommt mit ihrer Familie genauso aus wie du mit deiner. Ihr beide habt sovieles gemeinsam und wenn ihr wenigstens mal miteinander reden würdet, dann wüsstest du, was ich meine."
"... Lilli?!"
"Ja. Du bist momentan ihr bester Freund und auch wenn du nicht mehr willst. Glaub mir, für Lilli bist du momentan der einzige Halt. Was glaubst du was mit ihr ist, wenn du dich so zurückziehst und freiwillig aufgibst?!"
"... Ich weiß nicht."
"Du willst sie beschützen, aber so tust du es bestimmt nicht. Es gibt zwei Möglichkeiten Menschen zu beschützen. Mit der einen Art schützt du sie und mit der anderen schützt du sie und tust ihr gleichzeitig weh. Das ist das was du tust. Und ich weigere mich daran zu glauben, dass sie dir nichts bedeutet."
"Das hab ich auch nie behauptet."
"Aber du tust so als ob das der Grund wäre."
"Lilli bedeutet mir sogar sehr viel! Nein... Merlin, ich glaub, sie bedeutet alles für mich."
"Und so du für sie. Das fühle ich wenn ich euch beide miteinander sehe. Wenn du Angst hast, dass du ins dunkle Meer fällst und nicht mehr herauskommst, dann denk an sie."
"Sie?!"
"Ja... denk an Lilli Evans... Das Mädchen, dass du schon seit der 2. Klasse verehrst, weil sie dir die Hoffnung zum Leben gegeben hat. Sie ist etwas besonderes, das wirst du noch früh genug merken. Was fühlst du wenn du an sie denkst?!"
"..."
Er zögerte zu antworten.
"James?!" fragte sie eindringlicher, weil sie spürte, dass er ihr ausweichen wollte.
"Was fühlst du, wenn du an Lilli Evans denkst?!"
"..."
"Fühlst du etwas unglaublich warmes in dir drin? Ein Glücksgefühl, dass du nie wieder hergeben möchtest? Dein Herz schlägt angenehm schneller, wenn du an die Person denkst, deine Knie werden weich und in deinem Bauch taucht ein Gefühl auf als ob etwas sanftes rüberstreicheln würde?"
"... Irgendwie schon... Ja..."
Und Anna konnte ein leichtes Lächeln auf James Gesicht erkennen, dass in den letzten Tagen so selten war.
"So geht es mir, wenn ich an Sirius denke."
"Padfoot?!"
"Ja, obwohl ich ihn immer wieder von mir stoße, kommt er zurück. Er beschützt mich und er gibt mir das Gefühl nicht alleine zu sein auf der Welt. Es ist wunderschön und wenn ich an ihn denke, dann bekomme ich Hoffnung. Und du bist diese Person für Lilli."
"..."
"An?!" krächzte er nach einer Weile, in der er nur die Sterne am Firmament beobachtet hatte. Sie leuchteten... und wirkten fast wie ein Hoffnungsschimmer.
"Hm?!"
Und James grinste von Ohr zu Ohr.
"Du hörst dich an wie frisch von der Sekte herausgepoltert!"
"Hahaha!" sagte diese beleidigt als James zu lachen begann.
"WarnWitz!"
"Na, schön, dass du noch Witze reißen kannst, Alter!"
"Alter?!"
Und wieder lachte James los.
"Frag mich wie Voldemort darauf reagieren würde, wenn man ihn nicht mit: Meister anspricht, sondern mit Alter!"
Anna musste einfach loslachen, da James keine Anstalten machte aufzuhören. Auch wenn er eben noch tieftraurig und hoffnungslos war. Mit einem mal hatte sich seine Laune gewandelt und er lachte und scherzte mit ihr. Fast wie früher... War es wegen Lilli? Eine Frage, die sich nur wenige Sekunden später von selbst beantwortet hatte, als er wieder zu ihr hinabblickte und seine Augen wieder zu leuchten begannen.
"Lilli also... und du denkst, dieses Gefühl kann helfen?!"
"Ja... das denke ich. Es hat zumindest mir geholfen."
"...Lilli hat dir geholfen? Lesb-Aua!"
"Toll, dass es dir wieder besser geht. Pass auf, dass ich dich nicht hinunterstoße!"
"Okay, ich hör schon auf," sagte er zufrieden und sah seine beste Freundin mit erleichtertem Blick an. Er mochte Anna, mochte es mit ihr über Dinge zu sprechen, die ihn immer bedrückten. Sie schaffte es doch immer wieder, etwas rotes in sein sonst so tristes Leben zurückzugeben.
"An?!"
"Ja?"
"Sag es niemanden, was ich dir heut Abend gesagt habe."
"Ich versprechs."

"Wie dem auch sei," riss Voldemort James und Anna wieder in die Wirklichkeit zurück.
"Ich habe noch genug Zeit, mein Ziel zu erreichen... oder glaubst du Grünschnabel wirklich, dass du es gegen mich aufnehmen kannst? Ein Zaubererduell gefälligst?! Wenn du gewinnst, werde ich euch alle freilassen... Ansonsten kommst du freiwillig mit mir mit."
James sah sich um und es brauchte keinen Experten um zu wissen, dass es hieraus kein Entkommen gab. Es waren zuviele Todesser und ein falscher Schritt reichte, um all seine Freunde auf einen Schlag zu verlieren. Voldemort würde sich nicht zurückhalten, nicht was seine Freunde anging... nicht was Lilli anging... Aber vielleicht war dies die einzige Chance, die sie noch hatten.
"Ich muss sagen, ich habe das nicht erwartet," zischte Voldemort, den Blick an Anna gerichtet, die seinem Blick stand hielt und genauso verachtend zurücksah, wie sie es schon die ganze Zeit getan hatte.
"Ich habe dich unterschätzt... Miss White..."
"Ja... sieht ganz so aus."
"Unterschätzt, Meister?!" fragte Adam Kingcade misstrauisch und sah abwechselnd James und Anna herablassend an. Ganz im Gegensatz zu seinem Meister, der das ganze offensichtlich anders sah.
"Du versuchst tatsächlich krampfhaft Zauber anzuwenden... die auf..."
Es schien ihn viel Anstrengung zu kosten das Wort überhaupt auszusprechen.
"Liebe... bauen? Wirklich verrückt... Dieses eine mal hat der Zauber also geholfen... Ein zweites mal wird es nicht geben. Das kann ich dir versprechen. Ich werde alle Vorkehrungen dafür treffen..."
"Es wird immer einen Weg geben," sagte sie mit fester Stimme.
"Wie man sieht, kommst du ganz nach Dumbledore. So werdet ihr also gemeinsam untergehen... Wie dem auch sei...Also, James Potter."
Und mit diesem Satz wandte sich Voldemort an James, der bis dahin nichts verstanden hatte und auch nichts dazu gesagt hatte. Doch er hatte genug gehört um zu wissen, dass Anna ihn wieder mit einem Zauber zu schützen versucht hatte. Voldemort... sein Blick hatte etwas durchdringendes in sich, etwas, dass einem Angst förmlich hineinbohrte, wenn man es nicht schon fühlte.
"Wirst du mir freiwillig folgen, wenn ich gewinnen sollte, Potter?! Nimm dieses Angebot an, denn immerhin hast du die Möglichkeit diese Kakerlaken doch noch zu retten. Ich gewinne auf alle Fälle nur wie... das überlasse ich dir, James Potter."
Den Zauberstab noch immer gegen Voldemort gerichtet, wandte er seinen Blick zu Sirius, Lilli, Remus, Diana und Peter, die von Todessern bedroht wurden und keine Chance gehabt hätten sich so zu wehren, wenn er das Duell ablehnen würde. Sirius nickte ihm zu während auch James verstehend nickte. Es war ihre letzte Chance, soviel war klar.
"Ich hab wohl keine andere Wahl, oder?!"
"Gut... Gryffindor... Nun denn... Ich gebe dir den ersten Zug... Tu was immer du willst... Oder bist du ein kluger Junge... und gibst auf? So ersparst du dir weitere Unannehmlichkeiten. Solltest du das Duell annehmen, werde ich mich nicht zurückhalten... was deine Strafe betrifft."
An seinen Fingern bildeten sich Schweißperlen, sein gesamter Körper zitterte. Er war noch nicht wirklich voll da, fühlte sich ziemlich mitgenommen von der bewegungsunfähigen Zeit im Sarg, wo er nur das dunkle Nichts gespürt hatte und doch war es gut, wieder atmen zu können, wieder das Leben zu spüren. Er verstärkte den Griff um seinen Zauberstab, dann ließ er seinen Arm sinken.
"Ich wusste es," sagte Voldemort triumphierend angesichts der resignierenden Geste seines Gegners.
"Caeco Lumos!" brüllte James in lauter Stimme.
"Du wagst es?!"
Noch bevor jemand reagieren konnte hatte sich der Raum für einen kurzen Augenblick mit einem grellen Licht gefüllt. Man hörte gepoltere, Schreie, Schläge, Flüche!
"Impedimenta!" ertönte Sirius Stimme. Daraufhin vernahm man das Geräusch von Körper, die gegen die Wände krachten.
"Pertificus Totalus!"
"Dormir!"
"Altus!"
"Vulnerare!"
"Crucio!"
"Arggghhhhhh! Mist!"
"James!" schrie Lilli verzweifelt, da es seine Stimme war, die diesen Schmerzensschrei von sich gegeben hatte. Als das grelle Licht verschwand wurde die Situation klarer. James lag sich von Schmerzen windend zu Voldemorts Füßen, dessen Zauberstab auf seinem Opfer ruhte, in dessen Augen ein teuflisch giftiger Blick lag. Sirius, Lilli und Remus hatten ihre Zauberstäbe zurückerkämpft und es mit einigen Todessern aufnehmen können, während Peter sich in den Sitzreihen verkrümmelt hatte um sich dort zu verstecken und Diana sich mit letzter Mühe vom Boden aufrichten wollte. Anna hatte ihre beiden Todessern von sich stoßen können und das einzige, was in ihren Augen einen Sinn machte war, sich gegen Voldemort zu stellen und James eine Verschnaufpause zu verschaffen.
"Stupor!" schrie sie, der Zauberstab gegen ihn gerichtet und sehr wohl in dem Wissen, dass es nichts brachte außer vielleicht etwas Zeit. Voldemort wich garlant aus, doch musste er so von James ablassen, der endlich wieder Luft schnappen konnte.
Prompt schoss der dunkle Lord ohne zu zögern einen Fluch zurück, dem sie auch zu anfangs ausweichen konnte, doch Voldemort war zu schnell. Der zweite Fluch erwischte sie mit voller Wucht und schmetterte sie von der Bühne hinab auf den Boden nieder.
"Anna!" krächzte James als er sich mit schmerzverzerrtem Gesicht wieder aufrichtete.
"Crucio!" hörte er Voldemorts Stimme aufs neue, konnte diesmal jedoch relexartig zur Seite springen und sich hinter dem Sarg verstecken, der durch den Fluch etwas zersplitterte.
"Dispercutio!" schrie Voldemort und mit dem Zauber explodierte der Sarg in tausend Stücke. James gelang es hinter den Sprecherpult zu springen und sich noch mal vor dem Fluch zu schützen. Er hielt sich mit der rechten Hand sein Herz, dass durch den unverzeihlichen Fluch förmlich zu rasen begonnen hatte und stechende Schmerzen in seinem Körper aussandte. Er atmete zu heftig und riss sich zusammen um von Voldemorts Flüchen nicht noch mal getroffen zu werden. Sein Gegner war zu gut, zu präzise. Die Flüche wurden nicht wild umhergeschossen, sondern immer auf etwas bestimmtes und sie verfehlten ihr Zeil nie.
"Silencio!" hörte er nun Sirius Stimme ganz in seiner Nähe und Hoffnung keimte endlich auf. Noch ein Fluch traf diesmal die Stühle, hinter der sich James nun versteckt hatte und zerschmetterte sie. Er kroch hervor und warf seinerseits einen Fluch blind auf Voldemort los, um ihn abzulenken während er sich in das Gemenge bei seinen Freunden hinabsprang. Es schien zu klappen, zumindest kam kein Fluch zurück. Er sah Lilli, die sich mit zwei Todessern duellierte, es aber nicht sehr gut hielt. Sie schien Angst zu haben und schoss die Flüche auch viel zu zögerlich los und ehe er sich versah wurde sie von einem der Todesser mit voller Wucht gegen die Wand geschmettert. James schoss den erstbesten Fluch auf einen der Feinde rüber und trieb ihn so von Lilli weg. Der andere hatte sich ihm zugewandt, um den Kampf aufzunehmen, doch James schoss einen Schockzauber los, um ihn ins Koma zu befördern. Er griff sich Lilli und stützte sie wieder auf.
"Lils... Alles, okay?!"
"J-Ja... James?!" fragte sie unglaubig und sah ihn auch mit diesem Ausdruck an. Ein Ausdruck, als ob ein Wunder passiert wäre. Ihre Augen glänzten aus Freude und er konnte nicht anders, als erfreut zu lächeln. Sie wieder zu sehen, war alles was er wollte und zu wissen, dass sie ihn vermisst hatte, dass er ihr soviel bedeutete, dass sie hier war, bestätigte ihm, dass es gut war zurückzukehren und an das zu glauben, was Anna ihm gesagt hatte. An Lilli zu glauben...
'Merlin, ich verspreche, wenn wir hier heil rauskommen, werde ich alles tun um Lilli's Herz zurückzugewinnen...'
"James, pass auf!" schrie Remus. Als er sich umdrehte sah er bereits den Blitz auf sich zuschießen. Reflexartig zog er Lilli mit sich hinab und es gelang ihm den Fluch um Haaresbreite auszuweichen. Er zog Lilli mit sich zu Remus rüber, der sich auch einigermaßen freigekämpft hatte.
"Wir müssen hier raus!" teilte Remus ihm mit, doch James schüttelte vehement den Kopf.
"Nicht ohne Anna und Sirius!"
"Avada Kedavra!" Der grüne Blitz hatte den gesamten Raum erfüllt als er von Voldemort gesprochen wurde. Erschrocken blickte James zu seinen Freunden rüber. Nur ein Gedanke schoss ihm durch den Kopf als er den Raum nach Anna und Sirius absuchte:
'Bitte, bitte lass keinem von ihnen etwas passiert sein'
Er atmete erleichtert auf als er sah, dass beide noch lebendig waren und um die Todesser herum liefen. Voldemorts Fluch hatte einen seiner eigenen Leute getötet, aber das war James egal. Er wollte nur, dass es zumindest seinen Freunden gut ging.
"Remus, schnapp dir Peter und Diana und bring Lilli hier raus."
"Was?!" fragte sie geschockt und krallte sich an James fest.
"Nein, ich geh nicht ohne dich!"
"Lils, du mu-"
"Vorsicht!" schrie Sirius ihnen zu als er mit Anna neben sich zu ihnen rübergerannt kam.
"Caeco Lumos!" schrie diese, den Zauberstab nach hinten zeigend. Der Blitz schoss heraus und wieder wurde der gesamte Raum mit einer Grelle erfüllt, der sie für einen Moment am Handeln hinderte. Es war Zeit genug, um die Gegner zu verwirren und sich zu den Freunden durchzukämpfen.
"Los weg hier!" sagte Sirius und rannte ihnen voraus auf den Ausgang zu. Remus zog Diana vom Boden auf, während sich James Peter krallte und zum Ausgang mitschliff. Sie hatten den Durchgang fast erreicht als sie eine brühende Hitze zurückhielt.
"Inflamara circuli!"
Feuer entfachte sich auf dem Boden vor ihnen und bildete einen brennenden Kreis um sie herum.
Geschockt blieben sie wie angwurzelt stehen. Von der wahnsinnigen Hitze eingeschlossen gab es nun keinen Ausweg mehr.
"Scheiße," stieß Sirius raus, wütend darüber, dass er nicht schnell genug war, um einen Schutzzauber loszulassen.
"Aqua!" versuchte Anna es, doch das Feuer erhob sich über ihre Wasserzauber hinfort und schloss sich enger und höher um die Gruppe. Die Hitze wurde beinahe unerträglich und schnitt ihnen langsam aber sicher die Luft ab. Das atmen wurde schwer, in den engen und heißen Flammen überhaupt noch etwas zusehen war unmöglich geworden.
"Gryffindor...!" ertönte Voldemorts Stimme aufs neue durch das Feuer hindurch. Man konnte ihn nicht sehen, doch es schien als ob es jeder von ihnen spürte, dass er direkt vor den Flammen auf sie wartete.
"Ergib dich und komm mit mir! Du hast keine Chance..."
"Nein," brüllte Sirius für James raus.
"Ich werde deine Leute freigeben, wenn du heraus kommst... Ich werde mein Wort halten... Dieses eine mal."
"James, nein!" flehte Anna und hatte versucht ihn festzuhalten, zuckte aber zusammen als der Schmerz an ihrem verwundeten Arm zurückkam.
"Hilfe wird bald kommen. Ich bin mir sicher, dass sie bald kommen werden... "
"Hilfe?!"
"Ja, Hilfe... Auroren sind hier."
"Wo?!"
"Im Dorf in eurer Nähe. Sie wollten irgendeine Familie retten, aber das kann ja nicht ewig dauern. Deine Mum hat doch gesehen, dass euer Haus angegriffen wurde. Sie wird nicht ewig warten, um wieder zurückzukehren... "
"Aber..."
"James, wir sind hier drinnen sicher. Voldemort kann Lilli und die anderen nicht töten, so lange wir hier drin sind. Er wird uns auf keinen Fall töten, denn er will Dark Breath um jeden Preis haben. Das geht nur wenn wir ihm dabei helfen und dazu braucht er uns lebend."
Wieder schloss sich das Feuer um sie herum enger und Peter gab ein verängstigtes Piepsen von sich.
"Ich will nicht verbrennen!" sagte er mit glasigen Augen und krallte sich an Sirius fest, der den Marauder etwas angewidert von sich weg drückte.
"Mensch, Wormtail, du wirst nicht verbrennen, eher bekomm ich hier von dir nen neuen Umfang verpasst!"
"I-Ich hab A-Angst," jammerte der Marauder und sah James schon fast mit Tränen in den Augen an. James hatte Peter seine Hand auf die Schulter gelegt und mutmachend gedrückt.
"Keine Sorge, Wormtail... Ich lass nicht zu, dass euch was passiert... Eher... Eher stell ich mich..."
"NEIN!" sagten alle eindringlich.
"Er will nur MICH!"
"Sei nicht dumm, Prongs!" brüllte Sirius aufgebracht und versuchte seinen Freund zur Vernunft zu bringen.
"Wir sprechen hier von Voldemort! Wann hat der denn schon mal ein Versprechen gehalten?"
"Portus..." sagte Anna's Stimme. Verwirrt blickten alle zu ihr rüber und sahen, dass sie verzweifelt versuchte einen Armreif in einen Portschlüssel zu verwandeln. Es war der richtige Zauberspruch, doch im Normalfall lernte man die Fähigkeit, Dinge in einen Portschlüssel zu verwandeln erst in der späteren Ausbildung. Man brauchte eine große Kraft an Magie und höchste Konzentration und egal wie krampfhaft Anna es auch versuchte, aus ihrem Zauberstab kam kein Licht, dass den Armreif in einen Portschlüssel verwandelte.
"Portus... Verdammt... Portus... Komm schon, nur dieses eine mal! Portus! Portus! Bitte... Portus!"
Nichts... Die Flammen wurden aufs neue enger und die Freunde drängelten sich noch dichter aneinander. Die Luft war viel zu dünn, das atmen schien schon fast unmöglich zu sein. Remus ging in die Knie als ihn langsam die Kraft verließ und auch Anna sank zu Boden als langsam alles schwarz vor ihren Augen wurde. Sirius hatte versucht sie zu stützen, ging aber selbst mit runter, als auch ihn die Kraft langsam verließ. Lilli drückte sich so fest sie konnte an James und vergrub ihr Gesicht in seiner Brust.
"James... Ich hab Angst..."
"Lilli..." flüsterte er traurig. Es zerriss sein Herz sie so verängstigt zu sehen. Er könnte doch helfen! Er müsste nur einwilligen heraus zu kommen, dann wären seine Freunde gerettet... Oder auch nicht. Er wusste, dass Voldemort seine Versprechen niemals halten würde und der Gedanke, dass sie wirklich verloren haben, war einfach nur schrecklich und dann hörte er es... Er hörte Voldemorts Stimme in seinen Gedanken.
'Komm heraus, komm mit mir... und deine Freunde werden am Leben bleiben... Du hast nichts zu verlieren, oder Gryffindor?!'
Vielleicht war es der letzte Satz, der so klar klang. Er hatte nichts zu verlieren. Er würde sterben wenn er hier bliebe, er würde sterben wenn er aus dem Kreis ginge... aber vielleicht konnte er so wenigstens seine Freunde retten. Sie hatten nichts damit zu tun. Sie hatten das Leid, dass ihnen angetan wurde nicht verdient.
'Schreite durchs Feuer hindurch, Gryffindor... Es wird dir nichts tun...'
James drückte Lilli's Hand sanft in seiner während seine andere Hand ihren Körper zärtlich an sich drückte. Sie zu spüren war etwas, dass das ganze Leid wieder gut machte. Er wollte nur dass sie weiterleben durfte, dass es ihr gut ging, dass sie glücklich war.
"Lilli..."
"... James... Ich... "
"Ich liebe dich, Lilli..."
"... Was?!" fragte sie unglaubig. Tat er das wirklich jetzt und hier? In dieser wohl unromantischsten Situation, die es gab?
"... Ich liebe dich... und ich werde nicht zulassen, dass dir etwas geschieht..."
"James..." flüsterte sie so leise, dass sie Angst hatte, er hätte es nicht gehört. Ihr Körper zitterte so heftig. Nun war es keine Angst mehr vor dem Tod, sondern Angst, ihn wieder zu verlieren. Sie konnte es noch gar nicht richtig verstehen, dass er wieder da war, dass er doch nicht tot war und nun wurde er ihr wieder weggenommen... Voldemort wollte ihn ihr wieder wegnehmen und diesesmal war es vielleicht für immer... Sie hielt seine Hand fester, so fest, dass sie glaubte ihm damit weh zu tun, aber sie wollte ihn einfach nicht loslassen.
"James... Ich... "
Noch bevor Lilli etwas sagen konnte, war er mit seinen Lippen zu ihr hinabgesunken und hatte sie liebevoll zu sich gedrückt. Sie spürte seine Lippen, seinen Kuss, ihn und diesesmal war es anders. Der Kuss war anders. Er war voller Leidenschaft, gleichzeitig absolut seidig sanft und zärtlich und er war gewollt. Und als James sich schließlich sanft von ihr wegdrückte, da hatte sie es nicht gewollt, hatte versucht ihn zurückzuhalten.
"Nein, bitte..." flehte sie mit Tränen im Gesicht und obwohl auch James schon Tränen im Gesicht standen, tat er nichts als den Kopf zu schütteln, sich umzudrehen und durch die Flammen zu laufen.
"Prongs, Nein!" schrie Sirius ihm nach als er verstand, was sein Freund im Begriff war zu tun, doch er kam zu spät. James war durch die Flammen marschiert...
"Eine weise Entscheidung... Gryffindor..." sagte Voldemorts Stimme.
Er wusste, dass Voldemort seine Versprechen so gut wie nie hielt, aber hierbei musste er etwas tun. Er wusste, Voldemort war nicht bereit ihn und Anna zu töten, doch er war bereit seine Freunde zu töten, ihnen weh zu tun, Lilli Schmerz zuzufügen. Als James in ihre Augen sah, da zerriss es ihm das Herz sie so leiden zu sehen. Sie hatte das alles nicht verdient, hatte nichts schlimmes getan, um in diese Situation zu geraten, wo Angst und Furcht sich in sie hineinbohrten. James stand vor seinem Feind, aufrecht und stolz, die Hand, die den Zauberstab hielt, fuhr an seine Kehle und er drückte den Zauberstab an seinen Hals.
"Du kannst also spüren, was andere denken und fühlen? Dann kannst du jetzt ja auch meine Entschlossenheit spüren! Wenn du das Feuer um sie herum nicht beendest, dann kannst du deine Kraft vergessen! Ich habe nichts mehr zu verlieren!"
Und es war auch das, was James in diesem Moment fühlte. Sein Vater hatte versucht ihn zu töten, seine Freunde, die einzigen, die ihn bisher nie enttäuscht hatten und alles für ihn aufgegeben hätten, würden in den Flammen sterben und er würde es sich nie verzeihen, wenn er nicht alles in seiner Macht stehende versucht hätte um sie doch noch zu retten, auch wenn es ihm sein eigenes Leben kostete. Was war es schon wert, wenn man es mit Lilli oder Sirius verglich. Er trug ein schwarzes Herz mit sich, etwas, dass dunkel und böse war, etwas das diesem Scheusal zu der riesigen Macht verhalf, die er brauchte um eine finstere Welt zu schaffen, in der nur Krieg herrschte, in der nur Menschen leben durften, die ER für gut hielt... eine Welt... in der Lilli nicht leben durfte. Was war so eine Welt schon wert? Er würde nicht mithelfen sie zu erschaffen. Er würde nicht derjenige sein, der sich auf die Seite von diesem abscheulichen Diktator stellen würde. Niemals. Und diese Entschlossenheit in seinem Inneren loderte auch in seinen Augen auf. Vielleicht war es das, was Voldemort letztenendes dazu veranlasste, sein Versprechen zu halten und mit einer Handbewegung das Feuer um die Freunde herum aufzuheben.
"James," sagte Lilli erleichtert als sie ihn erblickte. Sirius, Anna und Remus hatten ihn eine Weile lang fragend angesehen, dann wollten auch sie sich wieder vom Boden erheben und zu ihm stürzen as die Todesser ihnen den Weg versperrten und ihre Zauberstäbe auf sie richteten. Flüche schossen aus ihnen heraus und schmetterten Sirius, Remus und Lilli von Anna zu allen Seiten weg auf den Boden nieder.
"Expelliarmus!" Wusch! James's Zauberstab flog aus seiner Hand, als er für diesen einen Augenblick auf seine Freunde geachtet hatte, statt auf seinen Gegenüber. Doch dummerweise war es nicht Voldemort, der ihn entwaffnet hatte und es war keine männliche Stimme, die den Zauber auf ihn anwandte...
"Tricia?" fragte er unfassbar, die Augen von Schock geweitet. Sie stand in dem Haufen der Todesser und nahm ihre Kutte ab um ihren Bruder ansehen zu können.
"Hallo James," sagte diese und anhand ihrer Augen erkannte er etwas schreckliches... Er sah das tiefe, finstere Nichts, dass ihre Seele widerspiegelte. Nichts an ihrer Art, ihrer Stimme, ihrer Haltung erinnerte mehr an seine große Schwester, die ihn immer beschützt hatte. Auf einmal schritt Voldemort mit demselben Messer auf sie zu, mit dem er vorher Anna am Arm geschnitten hatte. Tricia bewegte sich keinen Zentimeter, als Voldemort hinter ihr schritt, mit dem Messer hochfuhr und zustach. Ihr Blick war weiterhin düster, war zufrieden, schien sich förmlich nach dem Tod zu sehnen, schien es selber zu wollen, dass Voldemort sie tötete.
"Neiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!" schrie Anna verzweifelt auf, während James fassungslos wie angewurzelt stehen blieb und sah wie seine Schwester zu Boden sackte und langsam aufhörte sich zu bewegen. Ihre Finger krümmten sich noch mal leicht, kurz bevor das dunkle aus ihren Augen verschwand und das Glänzen erlösch und bevor sich ihre Augen langsam, sekunde für Sekunde schlossen...
Voldemort richtete seinen eigenen Zauberstab gegen James, sein Gesicht sagte zuviel Triumph und Sicherheit aus. Er sah sich schon auf der Siegerseite als er seinen Todessern den Befehl gab James und Anna zu packen.
"Da waren es nur noch 3 Potters zum töten."
"Nein!" schrie Anna aufs neue auf und wehrte sich mit Händen und Füßen gegen die Fesseln, die ihr angelegt wurden, allein James wehrte sich nicht als er hart gepackt wurde und sich die Seile um sein Handgelenk schlangen um sie fest zusammen zu binden. Sein Blick galt Tricia, die tot auf dem Boden lag und nun für immer die Augen schloss. Eine entsetztliche Leere breitete sich in seinem Herzen aus, als sie starb. Er fühlte den unendlichen Schmerz, die Qual, die Angst vor dem Nichts. Es war anders als er dachte, dass sie schon tot war. Es war etwas anderes mit anzusehen, wie sie starb.
"Wieso?!" flüsterte er enttäuscht zu seiner toten Schwester, die absolut nichts mehr von sich gab. Patricia Potter war nun wirklich tot.
"Und nun Gryffindor, sieh ein, dass ich alles bekomme, was ich will. Niemand kann sich mir in den Weg stellen und niemand kann mich aufhalten. Schon gar nicht Dumbledore oder der Minister, absolut niemand."
Anna hatte so heftig um sich getreten, dass sie fast die Hälfte der Todesser von sich stoßen konnte, die versuchten sie zu fixieren. Adam Kingcade fiel durch einen harten Stoß zu Boden. Wütend und voller Zorn hob er seinen Zauberstab und streckte ihn gegen Anna aus.
"Halt endlich still, du Kröte! Avada-"
"Kingcade!" brüllte Voldemort mit erhobener Stimme auf und hatte seinen Diener entwaffnet.
"Miss White muss am Leben bleiben! Tot nützt sie mir nichts!"
"..." Kingcade grummelte, als er sich schließlich dem Willen seines Meisters beugte.
"Verzeihung... MyLord."
"Nun schafft sie schon fort von hier!" befahl er seinen Leuten, als sich Sirius mit letzter Kraft aufrichtete und sich ihnen in den Weg stellte, den Griff fest um den Zauberstab herum und gegen die unmengen Todesser gerichtet.
"Nur über meine Leiche!" sagte er entschlossen.
"Wie du wünscht, Black," kam es von Kingcade, der ohne zu zögern seinen Zauberstab gegen ihn erhob und den Todesfluch los ließ. Der grüne Blitz schoss heraus und kämpfte sich seinen kurzen Weg zu Sirius rüber. Es waren Millisekunden, die ihm blieben um dem Fluch auszuweichen, doch stattdessen hatte sich etwas schweres vor ihm geworfen. Das Geräusch von zerbrechendem Blech war zu hören und als Sirius die Augen wieder öffnete, sah er eine in tausend Stücken zerbrochene Rüstung vor ihm am Boden verteilt liegen.
"Was?!" raunzte Kingcade als sie am Durchgang Dumbledore erblickten. Nur eine Sekunde später disapparierten mehrere Auroren im Raum und tauchten mitten unter den Todessern auf.
"Mum!" sagte James unglaubig, als er Maria in ihrer Mitte erblickte. Ihr Zauberstab richtete sich sofort gegen den Todesser, der James mit seinen Armen fixiert hatte.
"James?!" fragte sie mit zweifelnder Stimme, ihre Augen sagten genug Verwirrtheit und Unglaubigkeit aus, so dass man sah, dass sie das hier nicht fassen konnte. Ihr Blick wanderte weiter zu der Leiche ihrer Tochter, bei der Blut aus der tiefen Wunde an ihrem Herzen herausfloss und sich auf dem Boden verteilt hatte. Tiefe Trauer machte sich in Marias Herz breit und gleichzeitig kochte ein unglaublicher Zorn wegen des Verlustes in ihr auf. Dann wanderte ihr Blick zu Voldemort, der ganz in ihrer Nähe stand.
"Duuuuu-" sagte sie verachtend und streckte den Zauberstab nun ihm entgegen. Die Todesser wussten nicht wie sie sich verhalten sollten, als die Auroren sie umzingelten und ihre Zauberstäbe gegen sie richteten. Die Situation hatte sich schlagartig umgedreht, denn nun war Voldemort in der Unterzahl, nicht nur mit seinen Leuten, auch mit seiner Macht, denn vor ihm standen nicht nur zuviele Auroren und eine stinkwütende Mutter, nein, ihm gegenüber stand auch Dumbledore, dessen zorniger Blick ihn förmlich durchstach..
"Ich werde die beiden nicht wieder hergeben, Dumbledore," zischte Voldemort und schloss den Griff um seinen Zauberstab fester. Seine blutroten Augen bildeten giftige Schlitze und starrten den Feind mit größter Verachtung an, während James von seinen Todessern noch fester umklammert wurden, so dass er schmerzend das Gesicht verzog. Die Griffe waren so stark, dass er glaubte, sie wollten ihm das Blut in den Adern abschnürren..
"Ich denke, du hast keine andere Wahl... oder glaubst du wirklich, dass ich oder irgendjemand anderes hier, es zulassen wird, dass du Mr. Potter und Miss White mit dir nimmst? Wohl kaum."
"Dann kämpfe doch, du Narr, wenn du denkst, dass du MEINER Macht trotzen kannst!"
Und so erhob Voldemort seinen Zauberstab gegen Dumbledore und ließ den erstbesten Spruch los.
"Avada Kedavra!"
Plopp und Dumbledore war vom Fleck appariert und hinter dem Todesser disappariert, der von Voldemorts Fluch getroffen zu Boden sackte. Dumbledore dagegen hatte keinen einzigen Kratzer abbekommen.
"NEC!" schrie Voldemort nun voller Zorn und wieder schoss ein Fluch aus der Spitze seines Zauberstabes auf den alten Mann zu, der diesmal seinen Zauberstab gegen den Blitz richtete.
"Aedificare Turus!" Wieder wurde der Fluch abgefangen und prallte an der unsichtbaren Schutzmauer ab. Prompt entfachte aufs neue ein Kampf. Diesmal Auroren gegen Todesser. Während alle anderen Fluch um Fluch auf den anderen schossen, war Marcel Stone zu den Todessern appariert, die James gefesselt hatten und hatte ihn von ihnen weggezogen, während andere Auroren die Gegner von James wegtrieben. Jaivenko tat das gleiche mit Anna und hatte auch sie von den Todessern weggeholt und zurück zu Sirius, Lilli, Remus, Peter und Diana gebracht. Anna fiel stürmisch in Sirius Arme, als Jaivenko sie bei ihnen ablieferte und Lilli schloss James in ihre Umarmung. Sie drückte so fest zu, dass es schon weh tat, aber allein ihre Nähe wieder zu spüren und zu wissen, dass es ihr gut ging, war das ganze Wert. Er wollte sie auch nur bei sich festhalten und ihr zeigen, wie froh er war, dass ihr nichts passiert ist. Wie von Sinnen nahm sie ihm die Fesseln ab und warf sie zur Seite um ihn so schnell wie möglich wieder an sich zu drücken.
"James... Ich dachte, ich hätte dich für immer verloren..."
Er sagte nichts. Sein Blick blieb auf seine tote Schwester, auf der Leiche, die am Boden lag und sich nicht mehr rührte, aus der mit einem Schlag das Leben entwichen war. Abwesend strichen seine Finger beruhigend durch ihre lockigen Haare, während er langsam still ein und aus atmete.
James sah zu wie Voldemort Todesser um Todesser verlor, wie einer nach dem anderen von den Auroren zu Fall gebracht wurde. Er sah wie seine Mutter von Zorn und Hass zerfressen Todesser um Todesser niederstreckte ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Sein Blick wanderte weiter zu Voldemort, der sich noch immer mit Dumbledore duellierte. Ein Kampf, der eindeutig zu Dumbledore's Gunsten ging und als aufs neue unmengen Auroren in der Halle disapparierten hatte Voldemort verstanden, dass er diesen Kampf verlieren würde. Er rief seine Todesser zurück und kurz bevor auch er apparierte, warf er nicht Dumledore seinen Blick zu, sondern James. Seine blutenden Schlitze verengten sich und drangen in sein innerstes ein.Etwas, dass er flüsterte, was nur James hören konnte, weil sich diese Worte förmlich schmerzvoll in seine Gedanken hineinfraßen.
"Ich komm wieder, darauf kannst du wetten! Das ist noch nicht vorbei... Gryffindor..." Und mit einem Plopp war auch Voldemort verschwunden... Er war weg...
James atmete erleichtert aus... Es war vorbei. Vorerst...

Die Auroren nahmen die Todesser fest, die zurückgelassen wurden und schleppten sie hinaus während sich andere Mitarbeiter des Ministeriums um die Toten auf beiden Seiten kümmerten. Heiler wurden gerufen, um die Verletzten zu versorgen und so nahm das Chaos im Hause Potter langsam wieder ab und Ruhe kehrte Schritt für Schritt ein.
Maria kniete am toten Körper ihrer Tochter und weinte bittere Tränen als mit einem weiteren Plopp auch die letzten Auroren vom Dorf disapparierten... unter ihnen auch Michael Potter. James sah wie schockiert sein Vater auf den Leichnam seines toten Kindes blickte als Stone ihn darauf hinwies. Er sah zu wie sein Vater Schritt für Schritt auf seine Frau zuging. Mr. Potter kniete sich zu ihr nieder und berührte sanft mit seiner Hand Tricia's blasses Gesicht.
"Nein..." flüsterte er leise und zuckte erschrocken die Hand wieder zurück.
"Dad..." sagte James leise, den Lilli vorsichtig wieder los gelassen hatte.
"Mum..."
Er ging auf beide zu, nicht wissend was er tun sollte, wie er reagieren konnte, ob es richtig war was er tat. Noch bevor er bei seinen Eltern ankam, hatte sich Maria instinktiv umgedreht und aus dem tieftraurigen Tränen ertönte ein unfassbares Seufzen.
"James..." sagte sie mit zerbrechlicher Stimme. Michael hatte sich unglaubig umgedreht und als er seinen Sohn erblickte, da kam es über den Auroren. Für eine Schreckenssekunde hatte James gezögert etwas zu tun, weil er Angst bekam, dass sein Vater ihn vielleicht nicht sehen wollte, weil er selbst noch immer die Tatsache in sich trug, dass jemand der aussah wie sein Vater ihn umbringen wollte, ihm Gift verabreicht hatte. Aber Michael war ohne zu zögern aufgestanden und hatte James noch vor Maria fest in seine Arme gedrückt. Er drückte so fest zu, dass es sich einfach nur gut anfühlte. Es war eine Vater-Sohn Umarmung, die all die Jahre nie aufgetaucht war, die man vermisste, wenn man die beiden kannte und die jetzt eine kalte Mauer zu Fall gebracht hatte.
"James..." sagte sein Vater immer und immer wieder. Er konnte es nicht glauben, nicht fassen, fast war es wie ein Traum,.
"Du lebst."
"Ja, Dad..."
"Du lebst... Merlin sei Dank... James!"
Michael hatte ihm ein wenig von sich gedrückt um seinem Sohn tief in die Augen blicken zu können. Alles an ihm war echt. Die Augen, der Blick, das vertraute Gefühl, das man noch von früher her kannte.
"Es war jemand anderes, der dich umbringen wollte. Ich liebe dich mein Sohn! Ich weiß, ich habe es dir in der letzten Zeit nicht gesagt und ich weiß, ich habe mich zurückgezogen, aber das hab ich nur getan um euch zu schützen. Glaub mir, Junge... Du musst mir einfach glauben, ich wäre nie dazu in der Lage sowas zu tun! Eher sterbe ich als dass ich zulasse, dass er dich nochmal in seine Fänge bekommt..."
"... Ich weiß... Dad... Ich weiß..." flüsterte James. Ja, er wusste es. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, diese Worte von ihm zu hören, dieses Gefühl von früher wieder zu spüren, das nur durch eine bloße feste Umarmung wiedergekehrt war. Ein Blick in die Augen seines Vaters und James hatte von Anfang an verstanden, was sein Vater für ihn empfand.
Eine weitere Hand schloss sich um seine Schulter und er spürte die Nähe seiner Mutter. Er wusste, sie hatte ihn und seinen Vater auch in die Arme genommen... Harold stand unweit von ihnen entfernt bei seinen Auroren, hatte die ganze Szene mitverfolgt, bevor er sich seinen Leuten zuwandte und aus dem Raum hinaus schritt. James verstand noch nicht warum er das tat... Er hatte hier immerhin seinen Enkel wiederbekommen? Hatte hier immerhin seine Enkelin verloren? Wieso ging er einfach fort? Wieso teilte er seine Gefühle nicht mit seiner Familie? Ausgerechnet sein Großvater, von dem er alles andere erwartet hätte... nur nicht dass er seiner Familie, die kalte Schulter zeigte.

Dumbledore stand nicht unweit von ihnen entfernt, den Blick zufrieden zu Anna gerichtet, die von Sirius zu ihm aufblickte und verstehend nickte.

Sirius hatte James Eltern und Dumbledore alles erzählt was passiert war nachdem sie ins Dorf appariert waren. Er war bis zu dem Teil gekommen, wo er eigentlich Diana's Part ansprach, als Anna ihm das Wort abschnitt.
"Diana stand wohl unter dem Imperius-Fluch," sagte sie und sah dabei genannte Person an, die die ganze Zeit neben Remus stand und kein Wort von sich gegeben hatte. Als sie das von Anna hörte, blickte sie verwirrt auf und ihre Augen sagten genug Unsicherheit aus, damit Anna ihr nur zunickte.
"Ich verstehe," sagte Dumbledore schließlich.
"Und was war mit Tricia?!" fragte Maria bedrückt. Doch es war James, der es ihnen erzählte.
"Ich... Ich weiß nicht, ob sie nun unter dem Imperius-Fluch stand oder nicht... Mum...Dad... aber sie hat sich freiwillig von Voldemort... töten lassen."
Maria brach aufs neue in Tränen aus und vergrub ihr Gesicht hinter den Händen.
"Merlin... nein..."
James wollte sie schon in die Arme schließen, als sein Vater die Hand um Maria legte und sie zu sich zog um sie zu trösten.
"Er wird dafür bezahlen... Ich versprech es dir... Schatz..."
Ihr Sohn konnte es nicht fassen, was er da sah. Sein Vater! Er hatte seine Mutter berührt, hatte ihr eine vertraute Geste gegeben, hatte sie wieder wie seine Frau behandelt, die er liebte. Er musste einfach lächeln.
Trotz dessen das Tricia gestorben war, dass James einen Menschen verloren hatte, der ihm ans Herz gewachsen war, schien das Glück zu überwiegen. Er spürte wie das Glück seiner Eltern von neuem wuchs, wie sie sich gegenseitig wieder näher kamen und wie sie wieder langsam eine Familie wurden... Er bedauerte den Tod seiner Schwester, nein, er trauerte auch... aber in seinen Gedanken kreiste auch die Tatsache, dass sie sich vielleicht freiwillig umbringen ließ, aus welchen Gründen auch immer. Aber wenn er hier nun sah, was sich in einem Moment verändert hatte, wie seine Eltern sich verändert hatten, wie er sich selbst verändert hatte, dann überwog die Freude die Trauer.
Dumbledore stand schließlich auf.
"Ich werde Harold davon in Kenntnis setzen. Er musste die Dinge noch im Ministerium erledigen. Michael, Maria, geht das für euch in Ordnung, wenn Anna und die anderen weiterhin eure Gäste hier bleiben? Ich werde am Sonntag alles in die Wege leiten, damit sie sicher nach Hogwarts zurückkehren können."
"Sicher, Albus," sagte Michael. "Warte, ich bring dich zum Kamin."
"Danke..."
Michael und Maria standen auf und gingen mit Albus zum Kamin rüber, um ihn zu verabschieden.
"Albus..." begann Michael bevor der Schulleiter in den Kamin stieg.
"Was wird aus dem Verräter? Die Person, die sich hier als mich ausgegeben hat."
"Wir werden... die Person weiter in dem Glauben lassen, dass wir von nichts wüssten. Es kann uns noch sehr von Nützen sein."

"W... Wieso hast du... wieso hast du mich in Schutz genommen?!" fragte Diana leise und wandte sich mit unsicherem Blick an Anna als die Erwachsenen alle weg gegangen waren.
"DAS würd ich auch gern wissen," raunzte Sirius und sah seine Freundin verständnislos an. Man sah eindeutig, dass er noch sehr wütend auf Diana war, sie verurteilte und sie in gewissem Maße vielleicht auch hasste.
"Ich weiß, dass du das nicht freiwillig gemacht hast, Diana," sagte Anna nach einer Weile, da allemans Blicke auf sie ruhte.
"Ich hab gespürt, wieviel Angst du hattest... und irgendwo versteh ich, dass du nicht anders konntest."
"Ich nicht," raunzte Sirius aufs neue.
"Das würdest du nicht sagen, Sirius... wenn du wie Diana mitansehen hättest müssen... wie er deine Eltern töten würde, wenn du nicht das tust, was er dir sagt... Diana, du musst lernen Illusion und die Wirklichkeit zu unterscheiden... und vielleicht auch... zu lernen... zu kämpfen."
Die Blicke wandten sich nun Diana zu, die keinen von ihnen wirklich ansehen konnte. Sie starrte den Boden an und versuchte dabei krampfhaft die Tränen in ihren Augen wegzudrücken. Sie wollte nicht vor ihnen weinen, aber je länger sie ihre Blicke bemerkte, je länger sie daran dachte, was Anna sagte, umso mehr schien sie weinen zu wollen.
"Entschuldigt mich," sagte sie schließlich und ging schnellen Schrittes von den Freunden weg. Anna war sich sicher, dass Diana erst mal einen Raum für sich aufsuchte, wo sie ihre Trauer über das Geschehene verarbeiten konnte.
"Ich geh auch mal... etwas frische Luft schnappen," sagte Lilli leise und ging ohne auf eine Antwort zu warten zum Garten hinaus, fast so als ob sie vor etwas flüchten würde.
Anna wandte sich James zu, der ihr gerade nachgehen wollte, als sie ihn aufhielt.
"James?"
"Hm?!"
Sie nahm ein kleines Stück Pergament aus ihrer Tasche heraus und reichte es ihm.
"Das ist Lilli aus dem Umhang gefallen, bei dem Kampf eben..."
"... Was ist das?!"
"Lies es dir durch... "
Sie griff danach Sirius Hand und führte ihn fort. Remus und Peter gingen ihnen nach, um James alleine zu lassen. Nach einem Blick zu Lilli, die sich im Garten hin setzte, ließ er sich wieder auf den Sessel nieder und entfaltete das Pergament.

'Als mich Professor Dumbledore bat, die Abschiedsrede zu schreiben, da sagte ich zu ohne zu überlegen, was das für mich überhaupt bedeutete. Ich dachte, weil ich Schulsprecherin bin, ist das meine Pflicht. Ich wusste nicht, wie schwer es sein kann von jemanden Abschied zu nehmen, der einem so nah ans Herz gewachsen ist. James war für mich nicht nur ein Kollege, mit dem ich mein Amt als Schulsprecherin vollzog, er war auch nicht einfach nur ein guter Freund, der mir in vielen Dingen half, wenn ich Hilfe benötigte. James war, ist...und wird es für mich auch immer bleiben... jemand, der tief in meinem Herzen lebt. Wenn ich an ihn denke, bekomme ich Hoffnung, wenn ich mit ihm sprach, dann lachte ich wie mit niemand anderem vorher. Jede seiner Gesten sollte mich schützen und er war bereit sein eigenes Leben für andere aufzugeben. Und so wie er es für mich war, bin ich es für ihn. Ich war, bin und werde es auch immer sein, ein Mensch, der ihn niemals in Vergessenheit geraten lässt. Tief in meinem Herzen lebt er weiter, tief in meinen Gedanken wird er immer wieder zum Leben erwachen und wenn Merlin mir einen Wunsch schenken würde, wüsste ich genau was ich mir wünsche. Ich wünschte mir, dass ich die Zeit noch mal zurückdrehen könnte... um ihn zu sehen, als ich blind war, um ihn zu spüren, als ich die Mauer errichtet hatte, um ihn zu hören, als ich mich taub stellte... und um ihm zu sagen... dass ich ihn geliebt habe... immer noch liebe... und immer lieben werde.'
Er blickte zur Tür hinaus und sah sie im Garten am Teich knien. Sie beobachtete die Wasserpflanzen, wie sie im kleinen Fluss umhertrieben und wie die Sonne das klare Wasser zum funklen brachte.
Und als auch er hinaus schritt, hatte er keine Sekunde gezögert, sich hinter ihr niederzuknien und sie in seine Arme zu schließen. Lilli war nicht zurückgeschreckt als sich die starken Arme um ihre Schulter legten und sie nach hinten an seinen muskulösen Körper drückten. Sie spürte seinen warmen Atem, seinen wohlig vertrauten Duft. Sanft schloss sie die Augen und ließ sich in seine Arme fallen, ließ den frischen Wind durch ihre offenen Haare wehen, ließ sich einfach von der jetzigen Stimmung mitreißen.
"Lilli..." flüsterte er nach einer Weile als auch er die Augen geschlossen hatte, um mit ihr in eine andere Welt zu reißen. Eine Welt, in der es nur sie beide gab, in der nur das eine Gefühl herrschte, was sie in diesem Moment empfanden. Es war nicht das dunkle Nichts, es war eine vertraute und entspannende Stille, in die sie beide fielen.
"Es tut mir leid. Ich weiß... Ich war ein Idiot."
Sie öffnete ihre Augen und drückte sich sanft von ihm weg um sich umdrehen zu können. Ihr Herz war verwirrt und ihr Verstand sagte ihr, dass sie es nicht schon wieder zulassen sollte, dass er sich von ihr entfernt, dass sie diesmal kämpfen sollte, damit sie es nicht bereute, ihn wieder einfach so gehen gelassen zu haben. Einmal in ihrem Leben wollte sie um etwas kämpfen und gewinnen, etwas, wofür es sich lohnte und was ihr soviel bedeutete, wie es James tat.
"James-" Er ließ sie nicht weiter reden.
"Als ich da im Sarg lag, 2 volle Tage nur Kälte, endlose Stille und das Nichts fühlte... da hatte ich eigentlich nur einen Gedanken. Ich dachte mir, wenn dies der Tod ist, dann ist er wirklich etwas schreckliches, weil man vor sich hinvegitiert ohne etwas tun zu können. Mein einziger Gedanke galt dir... Dass ich dumm war, weil ich dir nicht das gesagt habe, was ich wirklich will, was ich immer wollte. Eins kann ich bestätigen, wenn man in diesem Zustand des Scheintodes liegt, hat man viel Zeit zum nachdenken. Man wird verrückt und will nur noch raus und als mich Voldemorts Stimme gerufen hatte und mir die Freiheit anbot unter der Bedingung, dass ich auf seine Seite wechsle... da kam eine andere Stimme."
Diesmal war alles anders... Seine Augen waren anders... Er war anders.
"Es war ein Licht, dass in dem dunklen erschien und mir den Weg zurück zeigte und das Gefühl, was ich da hatte als ich durchschritt ist dasselbe, was ich immer habe, wenn ich dich nur ansehe, wenn du bei mir bist. Ich habe mir etwas geschworen, Lils... Wenn wir diese Sache heil überstehen, wenn wir heil rauskommen sollten, dann werde ich um dich kämpfen."
'James...'
"Ich will dich nicht verlieren und ich will dass du glücklich bist... Ich kann es nur sein, wenn du bei mir bist. Ich hab nachgedacht... und daran gedacht, dass mein Vater meine Mum verlassen wollte, nur um sie zu beschützen. Dass er all das tut, nur um uns zu beschützen und ich tue dasselbe... Ich hab meinen Vater gehasst, weil er das tat. Weil er uns so im Stich lässt... und in Wirklichkeit habe ich nichts anderes getan. Ich will nicht, dass du mich auch hasst..."
"Ich hasse dich nicht, James," flüsterte Lilli sanft und legte ihre Hand an seine Wange. Sie war so weich, das Gefühl als sie drüber strich war so wunderschön.
"Ich liebe dich, Lils... Das mein ich ernst. Ich will mit dir zusammen sein... bis zum Ende..."
"... Ich liebe dich auch," flüsterte sie und drückte sich näher an ihn ran, um ihm tief und fest in die hasselnussbraunen Augen blicken zu können, die in diesem Moment aus Glück und Freude heraus leuchteten. Sie schloss die Augen und spürte seine Lippen auf ihren, spürte wie er sie auf die Wiese hinabdrückte und wie seine Finger über ihre Wange glitten.
"Bis zum Ende... " flüsterte sie ihm liebevoll ins Ohr, als sie mit ihren Fingern durch seine verstrubbelte festen Haare strich.
"Und darüber hinaus... selbst im nächsten Leben... oder im Himmel... Ich werde überall auf dich warten, James."
Er lächelte... ein wundervolles Lächeln, dass ihr Herz dazu brachte, schneller zu schlagen, ihr innerstes dazu brachte, sich wohlig schön zu verkrampfen. Ein unbeschreibbares Gefühl schoss durch ihren Körper und sie drückte langsam ihre Lippen auf seine. Es war ein sanfter und zärtlicher Kuss, der enger und leidenschaftlicher nicht hätte sein können. Und als sich James für nur einen Augenblick aufbeugte um kurz zu atmen, hatten beide die Augen geöffnet. Vom Wind verweht fielen kleine Butterblümchen über ihre Köpfe hinab und landeten weich auf dem klaren Wasser des Flusses, der sie in seinem langsamen Strom mit sich weiter zog. James langte mit seiner Hand nach einer hellrosanen Seerose , die friedlich auf dem Wasser vor sich hin trieb und hob sie sanft mit der Handfläche auf. Er steckte sie mit dem Stiel in Lilli's Locken, die nicht anders konnte, als zu lachen.
"Wie kitschig," bemerkte sie.
"Nein, nicht kitschig," sagte er sanft. "Perfekt." Sie war bildhübsch, wenn sie lachte. Er liebte alles an ihr, das wurde ihn in diesem Moment bewusster denn jeh.
"Ich werde dich nie wieder los lassen, Lilli Evans." Und wieder versanken sie in einen tiefen Kuss und ließen die Blüten weiter ins Wasser niederrieseln um ihren Weg im Fluß fortzusetzen.