Guten Tag,

ganz lieben Dank an Quarks für seine tolle Leistung. Ihm habt ihr es nun zu verdanken, dass ein neues Kapitel online geht. Dieses Mal habe ich mich der dunklen Seite gewidmet, die ja in Hogwarts nicht zum Halloweenball geht.


49 Die Lichtung

Dumpf klang das Aufschlagen seiner Stiefel auf dem feuchten Waldboden. Severus sah sich überrascht um. Er war daran gewöhnt, dass er über das dunkle Mal irgendwie erfuhr, wohin er apparieren musste. Doch wie funktionierte dies? Das war eines der großen Rätsel des dunklen Lords. Selbst in der Zeit, in der er verschwunden war, fand es niemand heraus.

Er sah sich nach einem Hinweis um, gerne spielte der dunkle Lord mit seinen Anhängern. Irgendwo musste ein kleiner Hinweis sein, selbst wenn es eine Leiche war. Nichts? Es raschelte im Unterholz. Schon wieder ein Hund? Nein, das Geräusch war leiser, dort bewegten sich ein paar Blätter. Voldemort hatte ihm eine Schlange als Boten geschickt. Warum sonst sollte das Tier, welches die Sonne so liebte, heute in dieser kalten Nacht hier sein.

Vorsichtig folgte er dem Tier, das nun, im fahlen Licht des Mondes, sichtbar wurde. Es schlängelte zu einem kleinen, kaum benutzten Pfad. Mehr Hilfe konnte er nicht erwarten, so verließ er die Lichtung, um tiefer in den Wald einzudringen. Zum Verstecken war dieser Wald optimal, wie eigentlich jeder, der dicht gewachsenes Unterholz hatte. Von überall her konnte man beobachtet werden, selber hatte man kaum eine Chance, jemanden zu entdecken. Nun wurde der Weg etwas ebener. Irgendein Spinner musste sich vor Jahrzehnten mitten im Wald ein Cottage gebaut haben. Hier gab es Reste von einem Gartenzaun. Oh nein, es war sogar ein kleines Herrenhaus, eine Villa, welche durch den Zaun geschützt war. Das Anwesen war umgeben von mächtigen Bäumen. Um das Haus herum war eine verwilderte Parkanlage zu erkennen, soweit das Mondlicht reichte. Ein paar Bäume, die wie eine Allee gepflanzt waren, säumten seinen Weg zum Eingang. Kies knirschte unter seinen Füßen. Von irgendwoher, vermutlich aus dem Haus, hörte er raue Männerstimmen grölen. Welch ein Unterschied stellte dies zu dem Ball auf Hogwarts dar, den er zwar auch nicht mochte, der aber immerhin leichter zu ertragen war als so ein Besäufnis.

Am liebsten hätte er sie, angeekelt von ihrem Verhalten, zurechtgewiesen. Er ließ davon ab, denn er konnte nicht absehen, wie der dunkle Lord darauf reagieren würde.

Die Wachen an der Tür erwarteten ihn. Er wurde bis zu einer großen Türe begleitet. Das ‚ja' wirkte etwas abwesend, als würde der dunkle Lord sich auf etwas anderes konzentrieren.

Das große Arbeitszimmer war geschmackvoll eingerichtet. Wertvolle Intarsien zierten die Vertäfelung, welche bis an die Holzdecke reichte. Der Raum wirkte düster, obwohl einige Kerzen auf großen Lüstern angesteckt waren, vermutlich lag es an dem dunklen, rötlichen Holz.

„Snape, endlich!"

„Sir ..."

„Keine Ausflüchte und kein Gejammer, dass es auffällt, wenn du an Halloween fehlst. Das ist mir egal, total egal."

Snape blieb stehen, obwohl überall bequem aussehende Sessel und Stühle standen. Nein, sich zu setzen, ohne dass der dunkle Lord es ausdrücklich verlangt hatte, das war zu gefährlich.

Der dunkle Lord stocherte in der Glut des Kamins.

„Der alte Kauz, was bringt er dem Potter bei?"

„Dumbledore? Wenig und dann nur Nebensächlichkeiten, sonst hätte ich, wie seine Lordschaft es sich vorstellen kann, davon berichtet."

„Sicher?"

Snape nickte verwundert: „Nur Verteidigungszauber, wie kommt Ihr auf eine andere Vermutung?"

„Neugierig, was?"

Snape hörte genau zu, auch wenn der dunkle Lord jetzt nur von sich und seiner Überlegenheit sprach. Es war riskant, Desinteresse zu zeigen, denn er gab gern wichtige Informationen in diesen Vorträgen preis. Er ging alle Ereignisse durch, angefangen von dem Angriff auf Mrs Figgs Haus im Sommer.

„Immer ist er verschwunden, nie konnte man ihn fassen. Wusstest du, dass er die Dummheit besessen hat, tatsächlich nochmals nach Little Whinging zurückzukehren."

„Little wie?"

„Snape, das Kaff, in dem der alte Narr ihn vor mir verborgen gehalten hatte. Dort gab es magische Erscheinungen, obwohl nur Muggel dort wohnen. Starke magische Kräfte, zu stark für einen normalen Zauberer!"

Die Stimme war höher und unangenehmer geworden. Severus spannte jeden Nerv an, jederzeit könnte ihn ein Fluch treffen. In solchen Situationen war der dunkle Lord unberechenbar.

„Manchmal kann ich mich in sentimentale Menschen hineindenken. Es ist entsetzlich, mit was diese Typen ihre Zeit verschwenden. Da mir niemand Potter bringen kann und ich ihn auch nicht aus seinem Schutz bekomme, wollte ich ihn überraschen. Du weißt doch, was für ein Tag heute ist? Der Tag jährt sich, an dem viele von den Kleingeistern gedacht haben, sie hätten mich durch ein Kleinkind besiegt. Ja, der Tag, an dem ich deine Freundin und ihren Idioten von Mann von allen Sorgen erlöst habe.

Wäre doch ein guter Anlass gewesen für Potter, sie dort in ihrem kühlen Grab zu besuchen. Dort wollte ich ihn mir schnappen, aber ich traf auf eine magische Kraft, die ich nicht erwartet hatte. Du siehst mich im Wald versteckt. Warum? Weil eine Magie gewirkt hat, die ich nicht kenne, noch nicht kenne. Potter! Diese kommt von Potter. Ja, es kann nur der Potter Balg gewesen sein. Heute Morgen war genauso, wie es mir von dem Angriff auf Gringotts erzählt wurde. Eine Druckwelle, mit dämonischer Kraft, vernichtet, was sich ihr in den Weg stellt. Er hat das Wissen vermutlich aus der alten rumänischen Bibliothek."

„Sir?" Snape hatte eine kurze Verschnaufpause genutzt. „Ich dachte, die Bibliothek wäre Anfang September verbrannt?"

Voldemort stand immer noch vor dem Kamin. Ein Dröhnen verriet, mit welcher Wucht er das Holzscheit in den Kamin feuerte. Er hatte das Gitter davor getroffen und stieß ihn nun mit dem Fuß in die Glut. „Das sollen wir wohl glauben, das wollen sie allen vormachen, um mit dem Wissen Dinge zu tun, die sie uns dann zuschreiben können. Nein, Snape! Die Bibliothek gibt es noch, nur irgendwo anders."

Snape sah ihn fragend an, in der Schule hätte er in einer solchen Situation die eine Augenbraue hochgezogen und den Schüler abschätzig betrachtet. Bei Voldemort wäre ein solcher überheblicher Blick tödlich. Deshalb beließ es Snape bei einem fragenden Blick, er hoffte, es gelang ihm.

Voldemort richtete seinen Zauberstab auf Snape: „Ich hasse diesen Blick, das müsste dir bereits bekannt sein! Sonst merke es dir."

Die schmalen mageren Finger spielten mit dem Stab. Sein Besucher machte sich auf alles gefasst, aber der dunkle Lord steckte den Stab wieder ein. Er ging vorbei an seinem Schreibtisch, nahm ein Buch in die Hand und zögerte. Er überlegte, beinahe konnte man sehen, wie er sich innerlich ein Ruck gab. Vor Snape blieb er stehen, dessen Nerven waren gespannt wie Stahlseile, er erkannte das Buch.

„Merk dir eins: Lord Voldemort verfolgt keine Hirngespinste, bald werde ich noch mehr an Beweisen haben. Für dich muss dieses Buch reichen, um zu glauben, dass es die geheimnisumwitterte Büchersammlung noch gibt."

Er nahm das Buch entgegen, vorsichtig, um nicht durch seine Eile aufzufallen, öffnete er das Buch. Ja, es war das Buch, ganz deutlich war zu erkennen, dass die erste Seite fehlte.

„Es ist der Beweis, es gibt die Bibliothek noch, sieh hin, die erste Seite wurde herausgetrennt. Mit einem solchen billigen Trick lasse ich mich nicht von der Fährte bringen!"

Severus hielt das Buch weiter in den Händen, drehte und wendete es. Unter den misstrauischen Blicken des dunklen Lords blätterte er darin.

„Zweifel?" Die Stimmung seines Gastgebers schien sich wieder einmal geändert zu haben. Gerade war er noch in Plauderlaune und jetzt stand er hoch aggressiv vor ihm.

Eine Situation schnell zu erfassen und sein Bestes herauszuholen, war eine Stärke von ihm. Die Folgen, wenn Voldemort später erfuhr, dass er wusste, was es mit dem Buch auf sich hatte, waren sicherlich schlimmer.

„Nun, Sir, es ist ein Original, gewiss. Nicht aber aus der verbrannten Bibliothek."

Welches Wort falsch war, wusste er nicht. Seine Schmerzen ließen es auch nicht zu, dass er den Satz genau analysierte. Er ließ ihm heute die Freude an seinem Leid, wenn er zu schnell aufstand, war die Wut vielleicht noch nicht ganz verraucht.

„Ich habe dich gewarnt, Severus! Du hast meine Überzeugung in Frage gestellt. Die Bibliothek ist nicht verbrannt – klar. Niemand ist so verrückt und verbrennt solche wertvolle Bücher!"

Severus war aufgestanden und ordnete vorsichtig seinen Umhang. Niemand, der zufällig hereinkommen würde, sollte sehen, dass er zu Boden gegangen war.

„Auch noch eitel bist du! Was willst du dir noch herausnehmen? Zweifel an meinem Wissen und Eitelkeit! Eigene Vorstellungen von dem, was ich tun soll und jetzt noch die überhebliche Art. Was hat es mit dem Buch auf sich, du Besserwisser?"

Severus überdachte kurz seine Situation. Es gab keine Ausflüchte mehr, noch ein falsches Wort und er würde es zu spüren bekommen.

„Fragt mich nicht nach dem Grund, eure Lordschaft, aber dieses Schulbuch wurde in eine asiatische Sprache übersetzt. Den Autor hat seine Lordschaft persönlich kennen gelernt. Horace Slughorn hat es geschrieben."

„Woher weißt du das?"

„Eine meiner Schülerinnen hat es verwendet, als ich sie zur Rede gestellt habe, hat sie mir dies erzählt."

„Eine deiner Schülerinnen, sei gefälligst konkreter. Es gehörte dem Liebchen von Potter, nicht wahr? Und warum fehlt die erste Seite, hat sie dir das auch geflüstert?"

In Severus Hose bewegte sich etwa. Es war ein Vibrieren, ganz klar konnte er die einzelnen Pausen erkennen. Es musste etwas vorgefallen sein, sonst würde sie ihn hier nie stören. Der dunkle Lord wartete derweil auf eine Antwort.

„Auf dieser Seite habe ich vermerkt ‚untauglich für den Unterricht – beschäftigen Sie sich mit anständigen Büchern'. Hat sie mir wohl übel genommen und die Seite herausgetrennt."

Voldemort sah ihn streng an, er wusste, dass er jetzt in seine Erinnerungen eindrang. Er reagierte sofort und lenkte seine Erinnerungen wie gewohnt. Natürlich konnte er den dunklen Lord nicht ganz aufhalten, aber das wollte er auch nicht. Dieser nickte, er hatte die beschriebene Szene gesehen, die absichtlich für diesen Zweck inszeniert war, er stöberte weiter.

„Mehr hast du nicht mit ihr gelernt, nie andere Bücher gesehen als dieses? Komm mir nicht damit, dass die ganze Bibliothek voller Bücher sei. Du weißt genau, was ich meine! Du wirst in Zukunft mehr aufpassen. Irgendwo müssen die Bücher ja sein."

Das entstellte Gesicht des dunklen Lords kam näher als sonst. Die schrecklichen roten Augen waren genau seinen gegenüber. „Du wirst mir mehr auf solche Dinge aufpassen, wie auch ..."

Der Lärm vor der Tür wurde lauter, plötzlich wurde die Türe aufgestoßen. Goyle sah entsetzt auf die gezogenen Zauberstäbe der Unterbrochenen.

„Verzeiht, Eure Lordschaft!" Goyle sank auf die Knie: „Wir haben das Zeichen gesehen, welches Eurem spotten soll."

„Wann? Wo?"

„Bei dem Angriff mitten in unserem Wald. Wir konnten uns retten!"

„Wer ist wir?"

„Ich, McNair und ein paar andere. Es waren aber keine Auroren, oder sie kämpfen neuerdings ganz anders. Außerdem, Sir, sahen wir später das Zeichen!"

Voldemort stürmte zur Tür, davor befahl er Goyle, ihm den Platz des Überfalls zu zeigen. Severus wusste, dass er ihm folgen musste. Jeder im Haus begleitete sie, nur die nicht, welche nicht mehr laufen konnten. Es waren viele schlagartig nüchtern geworden, als sie ihren Führer an sich vorbei stürmen sahen.

„McNair?"

„Eure Lordschaft", beeilte sich Goyle zu erwidern. „Warden wollte sich um die Geschockten kümmern. Sie haben uns nur geschockt, keinen haben sie mitgenommen."

Snape zögerte etwas, als er vor Voldemort an der Türe war. „Wird es nicht vor Auroren wimmeln, Sir?"

„Angst, großer Giftmischer?"

Severus erwiderte nichts, er hatte seine Befürchtung ausgesprochen, das reichte. Mehr würde ihm nur schaden, aber er konnte sich darauf berufen, wenn es zu Schwierigkeiten kommen würde.

Auf dem Waldweg kamen ihnen McNair mit einer Gruppe leicht ramponierten Todesser entgegen.

„Niemand mehr dort, auch keine Auroren!", rief er dem dunklen Lord entgegen. Dieser überging die Respektlosigkeit. Niemand sprach ihn an, ohne aufgefordert zu werden.

Der dunkle Lord winkte McNair, dass er und die Gruppe ihm folgen sollten. Auf Severus skeptischen Blick reagierte er: „Ich würde es erfahren, wenn nur ein Auror hier in den Wald kommen würde. Die anderen sind wohl nicht mehr da, sonst würde er nicht vor uns stehen."

McNair zögerte aber: „Sir, wir würden Euch keine Hilfe sein, man hat uns die Zauberstäbe geraubt. Vielleicht haben die sich an die Fersen von dem da geheftet?" Er wies mit seiner vernarbten Hand auf Snape.

Voldemort reagierte nicht gleich, er starrte vor sich auf den Boden, dann plötzlich wandte er sich von McNair ab und ging ein paar Schritte weiter. Dieser grinste den Zaubertränkemeister überheblich an.

„Nein! Ausgeschlossen, manche meiner Treuen beobachte ich auch besonders, McNair! Er kam alleine und machte auch keine Spielereien auf dem Weg zu mir. Mich finden keine Eulen, erst recht nicht Dumbledore oder Trottel aus dem Ministerium."

Ein warnender Blick durchbohrte Snapes Gedanken, der verhielt sich wie erwartet und ließ den dunklen Lord gewähren.

„McNair, es muss etwas Anderes passiert sein, dass hier ein Hinterhalt angelegt wurde! Berichte, was gab es Besonderes?"

„Im Wald?"

„Auch!"

Der Bericht fiel kurz aus, dass seine Männer in der Winkelgasse gewütet hatten, nahm Voldemort reaktionslos zur Kenntnis.

„Du sagst, es war die Stimme vom alten Moody?" Er winkte McNair zu sich, ihre Blicke trafen sich. Severus wusste, dass er jetzt die Gedanken seines Gegenübers nach Informationen durchkämmte.

„Zeig mir den Weg! Zuerst zu der Lichtung, wo du den alten Aasgeier gehört hast."

Die Lichtung, auf der vor kurzem Harry und seine Freunde waren, bekam in dieser Nacht weiteren Besuch.

Die Begleiter des dunklen Lords trauten sich nicht auf den vom Mond beleuchteten Platz, zu bestimmt hatte Voldemort ihn betreten. Von Rand aus betrachteten sie den größten Schwarzmagier, den sie kannten. Er wirkte hilflos, aber es war nur der Anschein. Severus war sich im Klaren, dass er etwas ersann. Er ging noch einen Schritt zurück, in der ersten Reihe zu stehen war nicht sein Ding. Wie schnell konnte man Opfer des wütenden Lords werden, wenn dem etwas nicht gefiel. Sein Stiefel stieß gegen etwas, schnell besah Severus sich den Gegenstand. Kirschen im Wald und das im Herbst? Schnell klärte es sich, dass es sich dabei um einen Ohrring handelte, kurzerhand steckte er ihn ein. Ein erstauntes ‚Ah' machte ihn auf das Geschehen aufmerksam.

Am Boden leuchtete ein Hexagramm. Das giftgrüne Licht pulsierte in den Rillen am Boden und die Waldwiese schimmerte gespenstisch. Der dunkle Lord bewegte sich im Kreis, in alle Richtungen sandte er Zauber aus. Die magischen Gegenstände seiner Anhänger leuchteten. Da! Mit ein paar schnellen Schritten war er bei dem länglichen Gegenstand. Ein Zauberstab schwebte vom Boden in seine Hand. Severus erkannte Kerben an dem Stab, es musste ein Stab eines Todessers sein. Nur sie hatten den Brauch, solche Rillen anzubringen. Er wollte gar nicht wissen, von was für Schandtaten sie berichten konnten. Der Ohrring in seiner Tasche hätte sicherlich auch aufgeleuchtet und dem dunklen Lord einen Hinweis auf die Täter gegeben.

Der dunkle Lord ging weiter und ein grauer Ring hob sich hell von dem Boden ab. Er drehte sich suchend um. Severus verstand das Handzeichen richtig und trat zu Voldemort auf die Lichtung. Er wusste, dass die Todesser um ihn herum gespannt warteten, was passierte.

„Eure Lordschaft, es könnte doch sein", unterbrach Snape die Stille. „Es könnte doch sein, dass die Gegner andere Pläne hatten, schließlich gibt es hier noch andere Hütten."

„Asche", flüsterte der hagere Mann seinem Gefolgsmann zu. Er ging nicht auf seinen Einwurf ein, Severus war sich aber sicher, dass er ihn verstanden hatte.

„Asche! Genauso wie auf 9 ¾, am ersten September. Das hängt alles zusammen, der alte Narr, die grünen Kämpfer und natürlich Potter. Ich dachte zuerst, der Milchbubi und die geheimnisvolle Macht agieren getrennt ..." Voldemort war sehr nahe gekommen. Severus konnte dem unangenehmen Atem nicht mehr ausweichen. Die gefährlichen glühenden Augen waren aber noch abschreckender. Er spürte den Hass beinahe körperlich. Gleich würde er schreien, da die Verbindung zu Potter ihm immer Schmerzen bereitet hatte.

„Danke, Severus!" Es stand schlagartig ein ganz anderer dunkler Lord vor ihm. Einer, der seine Wut bezwungen hatte, ganz ruhig, gefährlich ruhig sprach er weiter. „Zu oft bin ich in die Falle getreten, die ich selbst verursacht habe. Beinahe hätte sich der Kontakt wieder hergestellt, aber dein Hinweis hat gereicht."

Der Schein trog, äußerlich hatte Voldemort sich im Griff, aber tief in seinem Inneren brodelte es, die verengten Augen und der zusammengepresste Mund verrieten es. Wieder stand er ganz nahe vor ihm: „Zuerst habe ich gedacht, der Milchbubi und die geheimnisvolle Macht agieren getrennt, aber es fügt sich alles zusammen! Vermutlich gehören auch die Ausländer in der Winkelgasse dazu, wenn er es nicht selbst war. Ich habe erkannt, dass er sich nicht mehr von Dumbledore lenken lässt. Der Spalt wird breiter werden, ganz breit."

Plötzlich stieß er Snape von sich weg und schrie in die Nacht: „Ich werde sie alle schlagen, alle! Niemand wagt es, sich gegen mich zu stellen!"

Eine Feuersäule um den Erben Salazars Slytherin beendete dessen Auftritt. Snape blieb liegen, außer einem verkohlten Umhangsaum hatte er noch einige blaue Flecken, aber auch sehr viel Wissen an diesem Abend erhalten. Dies galt es umzusetzen, um diesen Irren aufzuhalten.

„Na, Snape, schleimen bringt selbst dir nichts. Auch du bist nichts als Dreck!" McNairs Bemerkung traf ihn wie ein Stich in das Herz.

Das Gelächter der Zuschauer wurde durch mehrfaches Ploppen unterbrochen.