Kapitel 49: Meine Tochter

Verrat! Überall um sie herum, gab es nichts anderes mehr als Verrat. Noch immer war alles so unwirklich und Cordelia versuchte vergeblich zu begreifen, was hier geschehen war. Alle, ohne Ausnahme hatten sich von ihr abgewandt und es zerriss Cordelia innerlich. Immer hatte sie das Beste für den Zirkel im Sinn gehabt, steht's hatte sie versucht den Zirkel besser zu führen als jede andere Oberste vor ihr. Sie wollte Reformen, sie wollte eine neue Ära…doch was hatte sie erreicht? Cordelia hatte von etwas Großem geträumt, von einer neuen Welt in der sich keine Hexe mehr verstecken musste. Damals glaubte sie, wenn die Menschen sich erst an die Hexen gewöhnt hätten, dann würden sie alle friedlich zusammen leben können. Ein törichter Traum wie sich heraus gestellt hatte. Zu spät musste sie erkennen, dass ihr Lebenswerk zum Scheitern verurteilt war. Es gab kein Zurück mehr und so hatte sie versucht, das Beste aus der Situation zu machen.

Das Beste! Was war das Beste in einer Situation wie dieser? Cordelia wusste es nicht mehr. Schon vor Jahren hätte sie erkennen müssen, dass alles den Bach herunter ging. Die Mädchen die voller Hoffnung zu ihr kamen, mussten bald feststellen, dass sie zur Zielscheibe des Pöbels geworden waren. Mit jeden Monat der verging, verließen immer mehr Mädchen die Akademie auf der Suche nach einem normalen Leben, im Schatten dessen was sie wirklich waren. Lieber eine Lüge leben, als für immer geächtet zu werden.

Tag ein Tag aus rätselte Cordelia, was sie tun sollte. Wie würde sie den Zirkel, der ihr so am Herzen lag noch retten können? Egal was sie versuchte, es blieb ohne Erfolg und irgendwann begann Cordelia an sich selbst zu zweifeln. In dieser Zeit gab es 3 Menschen, die hinter ihr standen und sie bestätigten. Eine davon war nun tot, eine hatte sich von ihr abgewandt und die dritte im Bunde würde in wenigen Stunden in einem Meer aus Flammen den Tod finden. Immer mehr wurde ihr bewusst, dass es niemanden mehr gab, der für sie da war.

Mental am Ende ließ sich Cordelia auf einer Bank nieder und schüttelte frustriert den Kopf. Was sollte sie jetzt nur tun? Aus einiger Entfernung, vernahm sie plötzlich ein lautes und fröhliches Lachen….nein, fröhlich war es nicht, es war ein dunkles und beängstigendes Lachen. Cordelia erkannte die Stimme sofort und es trieb ihr Tränen in die Augen. Eleonora! Was war nur aus ihrem süßen kleinen Mädchen geworden? Ein Monster, das nach Rache lechzte wie ein Bluthund. Für Cordelia wäre es einfacher gewesen, die Schuld nur bei ihrer Mutter zu suchen, doch das wäre nicht richtig. Tief in ihrem inneren, wusste Cordelia das auch sie einen Teil der Schuld trug. Seit Eleonoras Geburt, hatte sie immer darauf geachtet, dass Fiona Goode nichts weiter war, als ein Schatten der Vergangenheit. Hätte sie damals offen mit Eleonora gesprochen, so hätte sie womöglich nie dieses große Interesse an ihr gezeigt. Sie selbst hatte aus Fiona ein großes Mysterium gemacht und somit die Neugier in ihrem Kind geweckt. Doch nie hätte sie geahnt, dass Eleonora jemals so werden würde.

Alles was Cordelia immer wollte, war ein Baby…..ein Kind welches sie all die Liebe geben konnte, die sie selbst nie bekam. Eleonora war ihr ganzer Stolz, bis zu dem Punkt an dem alles anders wurde. Die Jahre vergingen und aus dem so süßen Baby wurde ein aufmüpfiges und von sich selbst überzeugtes Kind, welches mit jedem Jahr arroganter wurde. Cordelia versuchte alles, um ihr eine gute Mutter zu sein. Doch egal was sie tat, es wurde immer schlimmer. Irgendwann glaubte Cordelia, dass Eleonora einfach ein Kind war, welches nicht zu zügeln war und das es niemanden geben würde, auf dem das Kind jemals hören würde. Cordelia redete sich ein, es war nicht ihre Schuld….

Als dann Tamara kam, wurde Cordelia immer mehr in ihrem Irrglaube bestätigt, denn das Mädchen war genau das, was sie immer wollte. Ein bescheidenes, dankbares und liebevolles Mädchen, welches den Rat ihrer Ziehmutter steht's befolgte. Cordelias Zuneigung richtete sich immer mehr auf Tamara und darüber hinaus, begann sie ihre eigene Tochter mehr und mehr zu missbilligen. Eleonora war ganz offensichtlich nicht in der Lage, jemanden zu respektieren. Das glaubte jedenfalls Cordelia, bis zu dem Tag an dem Fiona zurückkehrte. Eleonora schien plötzlich wie ausgewechselt, wenn sie bei Fiona war. Sie respektierte Fiona nicht nur….nein, sie liebte sie. Sie liebte Fiona so, wie eine Tochter ihre Mutter lieben sollte. Ein Gefühl welches Cordelia nie erleben dürfte, jedenfalls nicht bei Eleonora.

Und plötzlich fiel es ihr wie Schuppen von den Augen…Eleonora liebte sie nie wie eine Mutter, aber ein anderes junges Mädchen tat es und wahrscheinlich war dieses Mädchen der einzige Mensch, der noch zu ihr halten würde.

Scheiß auf den Rat….scheiß auf die neue Oberste….scheiß auf den Zirkel'

Cordelia war niemanden mehr etwas schuldig, also warum sollte sie noch die Gesetze des Zirkels ehren? Sie würde Tamara retten…..sie würde ihre Tochter retten.

BITTE REVIEW NICHT VERGESSEN :-)