Hallo und sorry für die Wartezeit, I have been so busybusybusy :-)

51. Manchmal müssen sich Wege trennen

„Mine?" Er war aufgestanden als er ihre Schritte hörte.

„Ja ich bin's!" Hermine trat in den Lichtkegel, der durch die bodentiefen Sprossenfenster in den Garten fiel.

Lucius war sofort bei ihr und umschloss sie mit seinen Armen.

„Ich bin froh, dass Du zurück bist!" Zärtlich drückte er sie an sich. „Obwohl ich fast gehofft hatte, dass Du bei Severus bleiben würdest!"

Hermine erwiderte nur zögernd seine Umarmung. Sie musste es ihm sagen, hier und jetzt.

„Wie ist es gelaufen?" Er zog sie auf die Terrasse und entzündete einige Windlichter. Die Luft war warm und behaglich in dieser lauen Sommernacht aber tiefste Dunkelheit umschloss die Villa, denn es war Neumond.

„Nicht so gut!", deutete Hermine vorsichtig an.

Lucius betrachtete sie prüfend.

„Bruno, Marie, bringt bitte das Abendessen für die Madame!"

Und zu Hermine gewandt. „Du siehst sehr erschöpft aus!"

„Das bin ich auch, Lucius. Das Apparieren macht mich jedes Mal fertig!" Sie versuchte ihn zuversichtlich anzulächeln, aber es misslang ihr gründlich.

„Hast Du Severus sprechen können?", fragte Lucius leise. Seine Finger drehten das kleine Windlicht, das auf dem Tisch stand, hin und her. Eine Sorgenfalte teilte seine Stirn.

„Ja habe ich, das heißt eigentlich hat er mich nicht ausreden lassen."

Hermine bemühte sich, ihre Stimme fest klingen zu lassen. Sie musste jetzt stark sein und der Wirklichkeit ins Gesicht sehen.

„Gina hat behauptet, sie hätte uns zusammen im Bett erwischt!"

Lucius Hand stellte ihre Geschäftigkeit mit dem Windlicht abrupt ein.

„WAS?"

„Gina hat ihm gesagt, sie hätte uns zusammen im Bett angetroffen, aber anscheinend hat sie ihm die Nebensächlichkeit verschwiegen, dass wir nicht miteinander geschlafen haben!"

Lucius schlug stöhnend die Hände vors Gesicht.

„Hermine, warum tut sie das? Warum tut sie uns das allen an?"

„Sie ist nicht sie selber!" Hermine wusste nicht, wie sie es anders hätte formulieren können.

Lucius Hände glitten etwas an seinem Gesicht herunter, gaben den Augen die Möglichkeit Hermine anzusehen. „Und er hat dich wieder fortgeschickt?"

Hermine schüttelte andeutungsweise den Kopf. „Nein, nicht direkt. Ich hätte noch die Möglichkeit gehabt, bei ihm zu bleiben, wenn ich meinem eigenen Leben…. nun sagen wir mal, abgeschworen hätte."

Lucius runzelte die Stirn. „Wie meinst Du das?"

„Eingekerkert in seiner Wohnung, an seinen Herd gekettet und an ihn, ohne Beruf, ohne weitere Ausbildung und ohne weiteren Kontakt zu meinen Freunden, ausgestattet mit weniger Rechten und Freiheiten als eine Hauselfe!"

Lucius sprang empört auf. „Dieser Mistkerl, das kann er doch nicht von einer Frau wie dir verlangen, das kann er eigentlich von keiner Frau verlangen!"

„Und doch hätte ich es getan!", bekannte Hermine zaghaft. „Ich hätte es getan, wenn er mir etwas Zeit gegeben hätte, dir zu helfen!"

Lucius baute sich aufgebracht vor ihr auf. „Hermine, verzeih mir, aber Du bist nicht ganz bei Trost! Wenn er dich wirklich liebt, kann er sowas nicht von dir verlangen. So sehr es mich freut, dass Du zurückgekommen bist und mir aus meinem Schlamassel helfen willst, aber Du kannst dich nicht selber aufgeben wegen seiner übertriebenen Eifersucht."

„Ich liebe ihn!" Hermine sah in das Licht der Kerze auf dem Tisch. „Lucius, ich liebe ihn mehr als mein eigenes Leben, ich würde alles für ihn aufgeben, aber er kann nicht verlangen, dass ich meine Freunde im Stich lasse!"

Lucius griff nach ihren Händen, seine Daumen streichelten sanft über ihren Handrücken.

„Ich bin froh und unglaublich stolz, einen Menschen wie dich zum Freund zu haben, Hermine!"

„Und ich bin froh, dich zum Freund zu haben!" Hermine sah ihm offen ins Gesicht.

Marie kam gerade geschäftig herbei und brachte ein Tablett mit Brot, kaltem Braten und Käse.

„Danke Marie!"

„Der Herr ist soooo gütig!", piepste Marie ergeben und war in sekundenschnelle wieder verschwunden.

Lucius schaute ihr hinterher. „Die beiden sind niedlich, oder?"

Hermine nickte.

„Aber sie haben so eine fürchterliche Angst vor mir!"

Lucius seufzte. „Ich möchte gerne wissen, was ich an mir habe, dass die beiden vor Entsetzen jedesmal zittern, wenn sie mich nur sehen!"

Er schnitt ein großes Stück Fleisch für Hermine ab und legte es ihr auf den Teller.

„Danke Lucius, aber ich habe keinen Hunger!"

„Du musst etwas essen!" Fürsorglich brach er ihr ein Baguette auf, garnierte das Fleisch mit etwas Remoulade und einer Gewürzgurke und schenkte ihr ein Glas Kürbissaft ein.

„Die Dinge werden nicht besser dadurch, dass man nichts isst!"

Hermine knabberte folgsam an dem Brot, doch dann schob sie ihren Teller von sich.

„Ich muss dir etwas erzählen, eher bekomme ich nichts herunter!"

Sie fasste seine Hand.

„Es fällt mir nicht leicht dir das zu sagen, Lucius, aber wir haben ein verdammt großes Problem!"

Er schluckte. „Dann weißt Du, was mit mir nicht stimmt? Bin ich krank, ...oder so was?"

„Was weißt Du über Voldemort?" fragte Hermine ihn direkt.

Lucius runzelte die Stirn. „Gina nannte ihn immer den Psychopathen. Er hat hier in Europa in den letzten Jahren für ziemlich viel Wirbel gesorgt, hatte seine Fühler sogar bis nach Gambia und zu Waida ausgestreckt und konnte im letzten Jahr durch Harry Potter vernichtet werden.

Dein Severus hat zu seinem engsten Kreis gehört, bis er sich von ihm abgewandt hatte und ein Spion des Phoenixordens wurde." Als bäte er um Bestätigung, hatte er Hermines Hand leicht gedrückt.

„Das ist leider nur die halbe Wahrheit. Glaubst Du, du kannst es ertragen wenn ich dir erzähle, was wirklich passiert ist?"

Lucius nickte energisch. „Ich kann die Ungewissheit nicht ertragen, was mit mir ist und was aus mir wird! Die Wahrheit kann nicht schlimmer sein als die Angst vor der Wahrheit selber!"

Hermine holte tief Luft.

„Deine Vergangenheit wurde verändert. Schon seit deiner Kindheit. Gina und Severus haben die Zeit um dich herum manipuliert. In deinem anderen Leben warst Du ein...!" Hermine stockte, es fiel ihr unglaublich schwer in Lucius aufgerissen Augen zu schauen und ihm die Wahrheit zu sagen.

„Du warst ein... ein...!" „...Todesser? Der erste Folterknecht Voldemorts?" half Lucius ihr sanft.

„Du weißt es schon?" Hermine starrte ihn an. „Woher..., ich meine wer...!"

„Severus!" Ruhig griff Lucius zu dem Brot und brach sich ein Stück ab. Gedankenvoll schob er es sich in den Mund und kaute mechanisch darauf herum.

„Iss Hermine, anscheinend brauchen wir wirklich all unsere Kraft!"

Nachdrücklich schnitt er ein Stück Käse ab und drehte es zwischen seinen Fingern, bevor er es gequält in den Mund stopfte.

„Ich wollte Severus nicht glauben, aber inzwischen denke ich, dass er Recht hatte. Ich sehe zuweilen Dinge vor meinem inneren Auge, die scheinen nicht von mir selber zu kommen. Ich fürchte, ich werde langsam zu dem Monster, dass ich einmal wirklich gewesen bin!"

Hermine hörte ihn an dem Käse würgen, doch verbissen kaute er auf einem weiteren Stück Brot herum.

„Ja es stimmt, Lucius, aber das ist nur ein Teil unseres Problems?"

„Kann es noch schlimmer kommen?" Er lachte gequält.

„Nicht nur dass ich anscheinend die Frau verloren habe, die ich liebe, ich bin dabei mich selber zu verlieren!"

„Lucius!" Hermine rüttelte ihn sacht. „Wir alle sind in Gefahr. Das schwarze Einhorn, mit dem Du Kontakt hattest, es ist Voldemorts verdammte Seele und nicht Ginas Schutzgeist, wie dir der Schamane erzählt hat. Ich weiß noch nicht warum, aber anscheinend gehörte es zu Voldemorts Notfallplan, dass Du Haare von ihm zurück in unsere Welt bringst. Dumbledore scheint so was geahnt zu haben, aber das Buch, das Hagrid mitgenommen hat, das ist verschwunden. Dumbledore scheint darin einige Hinweise gefunden zu haben."

Trotz der Dunkelheit konnte Hermine sehen, wie blass Lucius geworden war. Wieder barg er sein Gesicht in seinen Händen.

„Oh Gott, Hermine, das Einhornhaar, Ginas Zauberstab und die unglaubliche Macht die er hat. Und ich habe in meiner selbstgefälligen Eitelkeit gedacht, es läge an meiner Gabe, besondere Zauberstäbe zu konstruieren. Dabei war ich nur ein Werkzeug, wieder nur ein Lakai von Voldemort. Wie kann dieser Teufel dies alles gewusst und berechnet haben?" Lucius war kurz davor zusammenzubrechen.

„Heee Lucius! Viel wichtiger ist doch, dass wir jetzt wissen, was um uns herum geschieht und wie unser Feind aussieht. Und DU bist DU. Du hast nichts mehr mit dem Lucius aus deinem ersten Leben gemein, außer vielleicht deinem Aussehen. Ich glaube an dich!"

Beschwörend hatte Hermine ihre Hände auf seine Oberarme gelegt.

„Bitte Lucius, wir müssen nun zusammenhalten und einen Plan schmieden. Wir müssen es Waida sagen. Sie wird bestimmt wissen, was zu tun ist."

„Ich werde selber nach Gambia reisen, schon morgen, Hermine!" Lucius Stimme war nun fest.

„Ich will dich hier nicht der Gefahr aussetzen, dass noch mal ein Vorfall wie gestern passiert."

Hermine nickte dankbar.

„Und ich werde versuchen, noch mehr über den Verbleib des Buches herauszufinden. Ich werde wieder in Hogwarts mit der Suche beginnen! Dumbledore muss etwas in dem Buch gefunden haben, sonst hätte er es nicht behalten!"

„Danke, Hermine!" Impulsiv nahm Lucius Hermine in den Arm und drückte sie an sich.

„Wir bekommen das hin, Lucius, wir schaffen das!", und Hermine hoffte inständig, dass er nicht die vielen Zweifel aus ihrer Stimme heraushörte.

tbc