Hallo ihrs =),

Jiah, diesmal hat es wieder länger gedauert. Ich glaub nicht, dass ich das wöchentliche updaten dieses Semester durchhalten kann. Nächste Woche geht es mit den Übungen los und ich hab an vier Tagen um 8 Uhr Vorlesung, was für mich bedeutet um 6 aufzustehen und wenn ich mein 1, Master noch erreichen möchte, muss ich dieses Semester wirklich reinhauen. Wir befinden uns nun ohnehin im letzten drittel der FF, das heißt, mit jedem Kapitel nähern wir uns dem Ende. Ich tu mich immer mit dem Anfang und der Mitte schwer und erst gegen Ende rutscht es gut, hehe. Ich bin mit diesem Kapitel nach 2 Wochen zufriedener, als ich es noch 2 Tage vorher war, obwohl es da auch schon irgendwie fertig geschrieben da lag. Ich hab hier und da noch mal etwas ausgebessert und umgeschrieben und war froh, dass ich es nicht vor 2 Tagen geupdatet habe. Könnte also durchaus mit dem nächsten Kapitel auch mehr als ne Woche dauern. Ist nicht geplant, aber ich muss ein wenig ins Programmieren finden und ein paar dicke Bücher lesen. Habe an die 3 Klausuren, wo es hauptsächlich ums auswendig lernen geht und nicht ums verstehen. X.x Dennoch, viel Spaß mit diesem Kapitel. Baba!


Review:

Mannequin: Servus =)

Vielleicht haste ja mit der Zeit ne gute Wand gegen die Viren der Kleinen aufbauen können? Bei mir schlummert die Erkältung auch gerade irgendwie und wartet nur darauf endlich auszubrechen. Noch kann ich es ganz gut im Zaum halten mit Tee mit Zitrone oder Aspirin. Ich kann Erkältungen nicht leiden =/ Wäre das schön, wenn man dagegen auch immun wird, sobald man sie mal hatte.

Oh, das mit den Trailern in Endlosschleife hatte ich nur bei Film 3, weil ich darauf so gespannt war und noch ganz frisch begonnen hatte HP zu mögen. Ist halt immer nicht schön, wenn man viel von einem Film erwartet, weil das Buch schon so gut war und dann erfüllt es so gut wie keines dieser Erwartung. Film 3 hatte wenigstens noch einiges gutes, wie die kleine Szene am Ende mit Harry und Sirius, aber Film 4 und alle darauffolgenden waren halt doch nicht so gut wie die Bücher. Ich kann grad nicht wirklich sagen, was ich am 4. Film gut fand, weil ich glaub ich in vielem enttäuscht war. Sirius hat gefehlt, die Szene mit Voldemort, Harry und Peter gegen Ende hat mich auch ziemlich enttäuscht. Die war im Buch so gut und im Film so... nichts aussagend. Und irgendwie geb ich da vielen recht, die sagen, dass der neue Dumbledore nicht sonderlich warmherzig rüberkommt, wie er ja in den Büchern mit Harry umging. Das hat mir glaub ich auch noch aufgestoßen. Ich versteh es ja, dass man im Film mehr auf Action setzen muss, damit die Zuschauer nicht einschlafen, aber muss man deswegen wirklich die Gefühle so kürzen, dass alles kalt wirkt? Da les ich dann doch lieber wieder die Bücher, als die Filme zu sehen. Kamen ja erst wieder im Fernsehen, aber ich hab lieber etwas anderes angesehen, was zur gleichen Zeit lief.

Wenn ich dir beantworte, wie sich Anna's Entwicklung verändert hat, würde ich schon das Ende vorwegnehmen X.x Ich schiebe die Antwort daher zum Ende der FF auf, yups?

Ich hab das Buch nie gelesen bei Twillight. Vielleicht wäre meine Meinung dann auch anders gewesen. Vll. Mochtest du Cedric Diggory nicht als Vampir? XD

Ich würd das zwischen Talya und Lilli so nicht sehen. Es ist schwer zu erklären, wie ich mir ihren Charakter vorgestellt habe und ob ich es auch so rüberbringe, aber ja, sie wird sich definitiv mit James gut verstehen, was nicht heißt, dass sie und Lilli nicht auch gut miteinander auskommen werden. Ich hatte zumindest nicht vor, sie zu einer verbitterten Ex-Flamme werden zu lassen. Wird aber definitiv etwas komplizierter zwischen den dreien werden.

Da ist deine Einstellung eindeutig die bessere als meine. Ich hab vieles entweder überlesen oder les es mit Absicht nicht noch mal, wenn ich einen Charakter nicht mag. Da find ich meistens alles drum und dran mit dem Charakter nicht gut, auch, wenn es um die Interaktion mit nem Charakter geht, denn ich sonst eigentlich liebe. Da brennt dann etwas in mir, dass diesem Charakter die Pest an den Hals wünscht und es explodiert, wenn dieser Charakter das nicht bekommt, sondern mein Charakter damit wirklich Schaden zufügen kann. Aber dies ist nun weniger auf HP bezogen, mehr auf Drama Serien X.x

Der Ponester entstand beim ersten Mal, also als Sirius den erwachsenen Ponester in Hogwarts reingelassen hatte. James war zu dem Zeitpunkt zwar noch mit Melissa zusammen, aber geliebt hatte er Lilli.

Hehe, es gibt noch einen dritten Teil der Schrumpfmatze. Ich denke, Lilli will James vertrauen. Es geht nicht von einem auf den anderen Moment, aber sie hat begriffen, was sie tun muss oder sollte und ist dann auch wichtig, wenn Talya zurückkommt.

Yap, Lilli hat die rote Kette für James besorgt und er muss sich darum nicht mehr kümmern. So musste nicht James alles auf sich nehmen =) Er hat auch so schon genug um die Ohren gehabt und wird auch noch genug um die Ohren geschlagen bekommen.

Cygnaius möchte, dass James Lilli umbringt, wegen seines Hasses gegen sie. Shanoba hat einen anderen Plan ( kommt noch) und Voldemort ist es egal wie, Hauptsache, er bekommt am Ende Dark Breath.

Cygnaius hat nicht Talya vorgesehen. Es ging ihm nicht unbedingt darum, James verheiratet zu sehen, es ging ihm eher darum, dass James nicht mit Lilli zusammen ist. Ich hatte überlegt gehabt, das ein wenig länger aufzuschieben, aber hätte glaub ich Angst, dass ich das wie bei Black Heart entweder vergesse oder es zu lange aufschieben, so dass die Erklärung später keinen Sinn mehr macht oder der Aha-Effekt verpufft ist. Also gibt's die Auflösung in diesem Kapitel =)

Thx fürs Review =) Liebe Grüßle


Chapter 53 - Lyah

Lilli saß auf der Couch im Wohnzimmer und starrte den roten Reif in ihrer Handfläche an. Es glitzerte im Sonnenlicht und sah so unscheinbar und schlicht aus, während es in Wahrheit vor Magie nur so strotzte. Selbst sie spürte die Energie, die davon ausging. Wie konnte etwas so kleines, nur so gewaltig sein?

„Oha, du siehst ausgeschlafen aus."

Sie lächelte sanft und sah auf, um Anna nun neben sich stehen zu sehen.

„Ich hab tatsächlich sehr gut geschlafen," sagte sie entspannt. Die Freundin setzte sich neben sie, ihr Ausdruck aber war nach wie vor besorgt.

„Ich bin okay, wirklich," versuchte Lilli sie zu beruhigen.

„Gut," sagte Anna, wenn auch nicht ganz zufrieden. Ein wenig beäugte sie die Freundin, als ob sie versuchen würde ihre Gedanken zu lesen, aber Lilli fühlte kein Eindringen und nahm daher an, dass sie versuchte etwas aus ihrem Ausdruck zu lesen. Sie lächelte ein wenig traurig, als ihr vieles wieder einfiel, was sowohl in der Prüfung, wie auch vorher passiert war.

„Maria ist schon weg," begann Lilli nach gründlicher Überlegung und auch sie versuchte etwas aus dem Ausdruck der Freundin zu lesen. Noch war es leer, aber irgendetwas sagte ihr, dass Anna das ganze nicht kalt ließ und langsam auch ihre Gefühle nicht weiter hinter einer Maske verstecken konnte. Erst recht nachdem Lilli ihr von Maria's Tod in ihrer Prüfung erzählt hatte. Für eine Sekunde hatte sich die Haltung der jungen Hexe genauso verändert, wie auch in der Prüfung. James' Mutter war ihr absolut nicht egal gewesen.

„Anna, was ist mit euch beiden? Ich mein, es liegt auf der Hand, dass sie dir noch immer wichtig ist, aber du gehst ihr aus dem Weg. Weißt du, ich bin mir sicher, dass du es ewig bereuen würdest, wenn etwas passiert und ihr euch nicht ausgesprochen habt."

„Ja, ich weiß."

Müde lehnte sich die Freundin zurück und starrte an die Decke. Lilli fragte sich in diesem Moment, ob ihre Mentorin nicht doch falsch gelegen haben könnte und Anna ihr nicht sagen würde, was mit ihr los war. Vielleicht konnte sie mit niemanden über ihre Gefühle sprechen, oder zumindest nicht mit ihr.

„Die letzten 4 Monate war ich in Node Village."

Lilli sah überrascht auf, als ihre Freundin sprach. So hatte Maria also recht behalten. Anna musste darüber reden und sie würde mit ihr darüber reden. Auch wenn es merkwürdig war, da die junge Hexe weiterhin auf der Couch lag und die Decke anstarrte, während sie über die Vergangenheit erzählte und sie selbst es einfach nicht gewohnt war, dass man zwar mit ihr sprach, sie dabei aber nicht wirklich beachtete.

„Da lebte eine Seherin, deren Rat Dumbledore und Harold Potter früher oft gesucht haben. Sie hat mir vieles beigebracht... und sie hat mir vieles gezeigt..."

Einen langen Moment lang trat Stille ein, aber die junge Mutter wagte es nicht dazwischen zu reden. Anna atmete schwer und runzelte ihre Stirn.

„Seitdem ich die Potters kenne, fühlte ich mich ihnen gegenüber stets mehr verbunden, als meinen eigenen Eltern. Sie waren für mich mehr Familie und seitdem ich sie kenne, behandelten sie mich... wie eine von ihnen. Ich lernte die Potters erst am Ende unseres ersten Schuljahres kennen. Kurz vor den Weihnachtsferien in der ersten Klasse hat James mich vor einem Fluch gerettet. Wir dachten damals alle, dass dieser von den Slytherins käme und mich nur erschrecken sollte. Wir hatten schließlich diesen Wettkampf um den Hauspokal und die Slytherins hatten schon begonnen mit unfairen Mitteln ihre Punkte zu erzielen. In Wahrheit aber kam er von Dumbledore, der im Einklang mit dem Zaubereiminister und Maria, beschlossen hatte, dass ich sterben sollte. Weil sie wussten, dass ich nur da war, um meinen Vater zu heilen, sobald er verletzt wurde und sie befanden ihn für eine so große Gefahr, dass es besser wäre das zu unterbinden. Der Fluch hätte mich somit getötet, wenn James nicht gewesen wäre."

Lilli hatte mit vielem gerechnet, eines schlimmer als das andere, aber dies war etwas anderes. Es war nicht nachvollziehbar, nicht wirklich glaubhaft, zu unbegreiflich. Dumbledore und Maria liebten Anna, das konnte jeder sehen und für keinen gab es auch nur den Ansatz eines Zweifels daran, dass beide jederzeit ihr Leben geben würden, wenn sie ihres retten könnten. Sie wollte wieder sprechen, besann sich jedoch eines Besserem und hielt inne, damit die Freundin fertig erzählen konnte. Sie hatte sich ihr immerhin selbst jetzt noch nicht zugewandt.

„Ich bin ihnen nicht mal böse deswegen," fuhr die junge Hexe ruhig fort und fast erschreckte diese Haltung Lilli ein wenig. Sie selber wäre am Boden zerstört und womöglich sogar wütend gewesen, aber ihre Freundin war stoisch. „Ich kann ihre Beweggründe sogar verstehen."

Anna richtete sich wieder auf und wandte sich der jungen Mutter endlich zu. Lilli sah, dass den ernstgemeinten Ausdruck und versuchte nicht ganz so schockiert zurückzusehen, wie sie sich gerade fühlte.

„Denn wenn ich ehrlich bin, dann habe ich nie verstanden, warum sie mich überhaupt am Leben gelassen haben. Ich weiß, dass das die letzte Frage sein sollte, die ich mir stelle, aber es ist tatsächlich die Einzige. Maria und Michael haben mich ohne zu zögern in ihr Haus aufgenommen, mich bei ihnen im Sommer wohnen lassen, ich bekam Geschenke zu Weihnachten und zu Geburtstagen... Gaben mir Ratschläge, rügten mich, wenn ich etwas falsch tat, sie leiteten mich. Ich konnte nie zu meinen eigenen Eltern gehen, aber ich fand stets ein offenes Ohr und eine helfende Hand bei den Potters... sie waren zu mir wie es Eltern zu Kindern sein sollten, die sie lieben. All das, obwohl wir nicht mal verwandt sind. Schlimmer noch, sie und meine Eltern sind sogar verfeindet... Und Ich verstehe einfach nicht, wie Michael und Maria das dennoch tun konnten. Ich verstehe nicht... warum sie mich so behandeln, wenn die nachvollziehbare und logischere Wahl das genaue Gegenteil sein sollte.."

Lilli nickte als Zeichen, dass sie ihr folgen konnte. War es nun Zufall, dass sie genau auf diese Frage einen Ratschlag wusste? Denn war es nicht dieselbe Frage, die sie sich auch schon so oft im Bezug auf James gestellt hatte?

„Vielleicht," sagte sie schließlich sanft und sah in freundliche dunkle Augen, die sich ihr erwartungsvoll zugewandt hatten. „Vielleicht gibt es hierfür einfach keine Erklärung? Die Potters gehören nun mal zu den Guten. Es ist nicht immer rational, warum man was tut oder warum man jemanden mag... richtig? Aber man tut es dennoch. Es ist eben das Herz, das fühlt."

Anna sah sie für einen Moment merkwürdig an und Lilli kam sich ein wenig blöd vor, ausgerechnet diese Worte gewählt zu haben. Dann aber kroch der Freundin ein sanftes Lächeln über die Lippen und so kam auch in Lilli die Zuversicht wieder zurück, dass ihr Ratschlag nicht ganz so daneben und unangebracht war, wie sie befürchtete.


Die Gruppe ging den Weg von Node Village genauso zurück, wie sie ihn auf dem Hinweg gereist waren. Das bedeutete, dass sie über genau dieselben Kamine reisen mussten und auch durch genau dieselben Städte, nur eben rückwärts. Sie machten, wie auch schon auf dem Hinweg, eine Pause in New York.

„Wisst ihr, was ich nicht verstehe?" fragte James als sie alle beim Abendessen im Restaurant ihres Hotels saßen. „Spanien liegt nicht weit von England entfernt. Wieso müssen wir einmal um die Welt apparieren, um nach nebenan zu gehen?!"

„Sei lieber froh, dass wir nur durch 15 Städte mussten," sagte Gideon Prewett schmunzelnd. „Mad-Eye musste schon mal durch 50 Städte, um ins Dorf zu gelangen. Brauchte ein halbes Jahr, der Arme."

„Mal angenommen, mir sind 15 Städte zu viel," überlegte James spitz. „Ich könnte doch so lange den Zauber ausführen, bis ich nur durch 5 Städte oder weniger reisen müsste, um dahin zu gelangen?"

„Funktioniert so nur leider nicht," sagte Meadowes. „Es geht eher in die andere Richtung. Es werden niemals weniger Städte, nur mehr."

„Was passiert jetzt mit Node Village?" fragte Peter unruhig. „Es existierte doch schon seit Jahrhunderten."

„Entweder kehren die Zauberer und Hexen wieder zurück und bauen es von Neuem auf... oder es bleibt eine zerstörte Stadt."

Fabian Prewett's Antwort war ehrlich und dennoch versetzte es die gesamte Gruppe in deprimiertes Schweigen. Es war in dieser kurzen Stille, in der Remus plötzlich etwas auffiel, was er sonst vielleicht gar nicht bemerkt hätte. Ein Zauberer an einem der Tische in ihrer Nähe kam ihm bekannt vor. Er zuckte misstrauisch mit der Augenbraue und blickte nachdenklich zurück zu seinem Tee. Die Gruppe hatte ihr Gespräch wieder aufgenommen und darüber gesprochen, dass nach New York endlich London käme, da fiel ihm wieder ein, woher er den Zauberer kannte.

Hastig sah Remus zurück zu dem bulligen Mann, doch der Platz war leer und der Zauberer fort. Verwirrt runzelte er die Stirn, zumal die anderen Hexen und Zauberer, die ebenfalls an dem Tisch gesessen hatten, nicht so aussahen, als ob jemand aus ihrer Mitte plötzlich fehlen würde. Hatte er ihn sich etwa nur eingebildet? Remus schüttelte sich den Kopf wieder frei. Er war auf dem besten Wege paranoid zu werden...

„Alles okay, Kumpel?" fragte James amüsiert. „Oder war das der erste Anfall von Müdigkeit?"

„Es ist tatsächlich spät," bemerkte Meadowes verständnisvoll. „Wir sollten langsam schlafen gehen. Morgen geht's endlich nach Hause."

Alle standen auf und machten sich auf in Richtung obere Etage zu ihren Zimmern. Remus aber spürte nach wie vor Augen auf sich und sah sich suchend um. Konnte es wirklich sein, dass er sich diesen Mann nur eingebildet hatte und seine Sinne unnötig empfindlich geworden waren? Sie standen wiedermal kurz vor Vollmond. Ein Grund, weswegen er ursprünglich befürchtete, dass Anna ihn für diese Mission nicht einteilen würde, aus Rücksicht auf seine Verwandlung und seinen Zustand. Er war dankbar, dass sie so viel Vertrauen in ihn hatte und ihn doch mitkommen ließ. Dieses Vertrauen wollte Remus nicht enttäuschen, indem er jetzt den Verstand verlor und irgendetwas dämliches tat. Vielleicht war Schlaf und Ruhe genau das, was er jetzt brauchte, um seine Paranoia wieder abzustellen.

Im oberen Stockwerk waren alle dabei gerade in ihre Zimmer zu gehen, als Remus das Gefühl schon wieder aufkeimen spürte und sich reflexartig umdrehte. Da stand derselbe Zauberer schon wieder, trat jedoch augenblicklich wieder zurück als sich ihre Blicke trafen und verschwand zurück hinter einer Wand. Nein, das war keine Einbildung.

„James," begann er ohne den Blick von der Richtung genommen zu haben, in dessen Nähe er den Mann vermutete. Keiner der anderen war in seinem Zimmern verschwunden, sondern ebenfalls stehen geblieben.

„Was ist los?!" fragte Meadowes beunruhigt und sah wie ihre Kollegen ebenfalls die beiden Jungs an.

„Ich glaube, wir werden verfolgt," antwortete Remus vorsichtig.

„Bist du dir sicher?!" fragte ihre Gruppenführerin ernst. Nach einem kurzen Zögern jedoch nickte der Marauder fest.

„Ja, ich glaube, sie sind hinter den Ketten her."

„Okay," sagte sie sofort und zog ihren Zauberstab. „Dann keine Pause. Wir brechen sofort auf. James -"

„Bleib im Hintergrund, schon klar."

Auch James und die anderen hatten alle ihren Zauberstab gezogen. Die gesamte Gruppe ging Meadowes nach, welche durch einen anderen Weg wieder aus dem Hotel gehen wollte, als der, durch den sie nach oben bekommen waren. Vorsicht war stets besser als Nachsicht und sie hatten eine Menge zu verlieren, wenn sie tatsächlich angegriffen worden wären. Daher nahm sie auch jede Warnung ihres Teams ernst und handelte ohne überhaupt mit der Wimper zu zucken. Sie waren einige Flure durchgegangen, da bemerkte auch Fabian, dass etwas nicht stimmte, denn man beobachtete sie nicht gerade sehr unauffällig.

„Lupin hat recht," sagte er daraufhin. „Wir werden eindeutig verfolgt."

„Verdammt," fluchte Gideon finster. „Dabei sind wir fast am Ziel."

„Wir teilen uns auf," schlug Meadowes vor und hielt die Gruppe an. „Lupin, Pettigrew, ihr nehmt James und haut ab. Wir anderen lenken sie ab."

„Was?!" fragte James schockiert.

„Du sollst noch nicht kämpfen," sagte sie eindringlich. „Dass du dich in den Kampf mit dem Drachen eingemischt hast, war gefährlich genug. Ich hab die Leitung und das ist ein Befehl. Geht voraus. Wir anderen kommen nach."

Und ohne auf Wiederworte einzugehen oder abzuwarten, war sie aufgebrochen. Die Prewett-Brüder ihr hinterher, nachdem sie den anderen kurz zunickten.

„Passt auf euch auf," sagte Gideon. „Anna wird uns an die Wand klatschen, wenn dir etwas passiert."

„Err," machte James irritiert. „Jiah, seid vorsichtig, okay?!" Der Zauberer nickte und James sah ihnen nach, bis sie hinter der Ecke verschwanden.

„Lass uns gehen."

Remus zog ihn am Arm mit sich mit, damit er sich endlich in Bewegung setzte. Die drei gingen in die andere Richtung zu dem Raum mit den Kaminen.

„Sicher, dass wir die alleine lassen sollten?" fragte James skeptisch als sie schließlich bei dem Raum ankamen.

„Sie sind alle drei erfahrene Zauberer. Die schaffen das schon," antwortete der Freund, auch wenn er sich nicht unbedingt sicher war, verstand aber auch Meadowes Bedenken. Er kannte James gut genug, um zu wissen, dass er es niemals zugab, wenn es ihm körperlich schlecht ging.

„Dann lasst uns schnell abhauen, bevor die uns finden," sagte Peter. Er hätte gar nicht schnell genug abhauen können und riss ohne zu zögern die Tür zu den Kaminen auf.

„Wer sind unsere Verfolger überhaupt?" fragte James Remus kurz bevor sie hinein schritten.

„Erinnerst du dich an die asiatischen Zauberer, die uns damals in Deutschland angegriffen haben?"

„Ich erinnere mich an -" Er formte seine Hände zu Würgegriffen, blickte irre schielend vor sich und äffte seinen Angreifer von damals nach. „- Du bist es. Gibs zu! Du bist es – Penner!"

Remus wollte gerade antworten als sie alle drei abrupt stehen blieben, denn sämtliche Kamine waren für sie nicht mehr erreichbar gewesen. Vor jedem von ihnen stand ein Zauberer, bewaffnet mit dem Zauberstab, und verbarrikadierte den Eingang. Einer dieser Zauberer war genau derjenige, der James letztes Jahr gewürgt hatte.

„Ach die sinds?!" kommentierte er mit zynischem Blick. Remus zuckte unangenehm mit dem Mundwinkel und runzelte finster die Stirn.


Die Überlegung sofort wieder rauszurennen und die Tür zu verschließen lag durchaus im Raum, zumindest bis hinter ihnen Gestalten auftauchten und ihnen damit einen Strich durch die Rechnung machten. Mit gezogenen Zauberstäben standen sie nun umzingelt Rücken an Rücken. Derselbe Zauberer, der James gewürgt hatte, ging auf die Männer zu und starrte ihn prüfend an.

„Du bist es, nicht wahr?!" fragte sein Gegner und verengte seine Augen.

„Ich bin was?!" entgegnete er vorlaut. Wenn sie sein Spiel lang genug hinauszögern konnten, verschafften sie der anderen Gruppe vielleicht genug Zeit, um aufzuholen.

„Intelligent? Stark? Gutaussehend?"

„Einer von euch ist es," wiederholte der Mann mit giftigem Blick und pirschte um sie herum, wie ein Jäger. „Etwas blockiert den Zauber, um genau zu wirken. Aber ich bin mir sicher, einer von euch dreien hat es – Das Black Heart."

James zeigte keine Reaktion darauf, denn er wusste, wenn er das tat, dann war es aus. Noch wussten sie nicht, nach wem genau sie suchten, was hieß, dass die Zauber, die Dumbledore und Anna auf ihn gelegt hatten, relativ gut zu wirken schienen. Das dumme war nur, dass seine Freunde dafür umso mehr Reaktion zeigten, denn Remus hatte misstrauisch die rechte Augenbraue hochgezogen und Peter war gar mit schockiertem Blick verängstigt zusammengezuckt. Mit Remus Reaktion hätte James noch gut leben können, aber Peter hatte sie nun verraten. Ihr Gegner schmunzelte zufrieden und sah listig zurück.

„Man nennt mich der Vollstrecker."

Er spielte mit seinem Zauberstab in der Hand und schlug es immer wieder sanft auf eine Handfläche.

„Weil ich von jedem das kriege, was ich verlange. Ich wiederhole – Wer von euch ist das Black Heart?"

Schweigen. Obwohl sich die drei nicht ansahen, so wussten sie doch, was zu tun war. Es war nicht gut, dem Feind Anreiz für eine Handlung zu geben, wenn er ohnehin schon danach aussah, als ob er nur darauf warten würde, endlich einen seiner schmerzhaften Flüche benutzen zu können.

„Wir wissen, dass das Black Heart ein Zauberer im Alter von 20 ist. Einer von euch dreien ist es. Wenn ihr es nicht freiwillig sagt, kann ich auch anders."

Der Zauberer blieb bei James stehen und starte ihn gierig an.

„Ich habe Mittel und Wege," sagte er eiskalt. James grinste.

„Wir auch," antwortete er genauso überheblich.

„Lumos!" Und noch bevor einer von ihnen reagieren konnte, hatte sich der gesamte Raum erhellt. Es gab ein Gerangel und viele beklagten sich brüllend über die Blendung durch das Licht. James hatte sofort Peter mit sich gezogen und hoffte, dass Remus dicht hinter ihnen war. Er rempelte eine Figur aus dem Weg und stieß seinen Freund in den Flur hinaus, wo es wesentlich angenehmer mit dem Licht war.

Remus war wie erwartend bei ihnen und ohne zu zögern rannten sie den Gang entlang möglichst weit weg von ihren Gegnern.

„Der Trick wird nie alt!" rief James triumphierend und auch die beiden Freunde gaben ihm ein erfreutes Grinsen während sie schließlich um die Ecke bogen.

„Wohin?!" fragte Remus, da James zielgerichtet lief, er selbst aber keine Ahnung hatte, wohin sie fliehen sollten.

„Meadowes und die anderen finden," antwortete sein Freund und ging weiterhin schnellen Schrittes durch die Flure. „Denn wenn die alle bei uns waren ist die Wahrscheinlich groß, dass die anderen kaum Gegner hatten und der Ausgang bei ihnen eher für uns erreichbar ist."

„Stupor!"

„Scheiße!"

James und Remus waren rechtzeitig in Deckung gegangen als die Stimme ertönte und den Fluch auf sie losließ. Peter jedoch stolperte über seine eigenen Beine und fiel zu Boden. Bei dem Versuch ihm aufzuhelfen, schossen die nächsten Flüche auf sie zu und Remus wurde von den Beinen gerissen und zu Boden geworfen. James hatte seinerseits gezaubert und einen Teil von ihnen entwaffnen können. Remus mischte sich ein nachdem er seinen Zauberstab wieder in die Hände bekam, obgleich er zu Boden gegangen war. Es gelang ihm ebenfalls weitere Gegner zu entwaffnen und hoffte, dass sie die drei ohne Zauberstab nicht wirkungsvoll angreifen konnten. Die Hoffnung war vergebens, als ihn ein Fluch außer Gefecht setzte und lähmte. Bewegungsunfähig lag er auf dem Boden und sah hilflos zu, wie James alleine kämpfte. Peter war ebenfalls von einem Fluch gelähmt worden und es dauerte nicht lange, da näherten sich die Zauberer dem Marauder nah genug, um ihn an die Wand zu drängen. James Zauberstab zeigte gegen den Zauberer, der sich ihnen vorhin als der Vollstrecker vorgestellt hatte, und Remus sah, wie sein Freund einen Fluch los ließ und gleichzeitig selber von 5 Flüchen gleichzeitig getroffen wurde. Er wurde von der Wucht gegen die Wand gedrückt und hielt sich mit Müh und Not auf den Beinen. Sein Zauberstab wurde ihm aus der Hand gerissen, während ihn die anderen an der Wand fixierten, so dass er sich nicht mehr hätte rühren können, selbst wenn er sich mit aller Kraft gewehrt hätte. Dass er dies nicht tat, verursachte in Remus tiefe Besorgnis. Wusste er doch, dass sein Freund gar nicht hätte kämpfen sollen, weil sein Körper noch immer am erholen war und er mochte sich gar nicht ausmalen, was diese 5 Flüche verursacht haben könnten.


Die drei wurden in ein Zimmer geschleift und von den Flüchen befreit. Der bullige Zauberer stellte sich vor den drei Männern auf und sah sie nacheinander mit giftigem Blick an.

„Ich wiederhole: Wer von euch drei Maden ist das Black Heart?"

James war dabei den Mund aufzumachen, als Remus ihm ins Wort fiel und das Wort abschnitt.

„Keiner von uns hat eine Ahnung, wovon sie überhaupt sprechen. Wir sind bestimmt nicht die einzigen 20jährigen Zauberer in diesem Hotel."

„Nun, in der Tat sind diese Zauber sehr wage," sagte er nachdenklich, aber beruhigend war seine Zustimmung für Remus nicht. Er sah nach wie vor nicht so aus, als ob er sie einfach so wieder gehen lassen würde.

„Aber sie sind genau genug, um zu wissen, dass ich nah genug an dem Ding dran bin. Da ich euch also schon mal hier habe, werde ich auch gleich ermitteln, ob ich richtig liege."

Die Augen des Mannes blitzten gefährlich auf, während er triumphierend den Mundwinkel verzog. Es lag auf der Hand, dass nichts Gutes für sie kam, ihn aber dafür sehr wohl Spaß bereiten würde.

„Ich bin das Black Heart," sagte Remus plötzlich und James und Peter sahen beide sprachlos auf.

„Wie ich sehe, haben wir einen Freiwilligen? Dann bitte sehr."

Und Remus wurde von zwei Männern ergriffen und nach draußen gezogen. James wollte sie aufhalten, doch wieder war ihm der Freund ins Wort gefallen, bevor er sich verraten konnte.

„Schon gut, Kumpel. Sie hätten es eh herausgefunden."

Die Zimmertür wurde wieder zugeknallt, noch bevor James hätte etwas erwidern können. Die beiden Jungs fanden sich schließlich alleine in dem Raum ohne jegliche Bewacher.

„Glaubst du, wir können abhauen?" fragte Peter sofort, doch James schüttelte den Kopf.

„Ich glaub nicht, dass sie uns alleine gelassen hätten, wenn man einfach so durch das Fenster -"

Und der Marauder wagte es trotzdem den Rahmen des Fensters anzufassen, um ein Versuch zu starten, es zu öffnen. Nichts passierte und nichts ließ sich auch nur einen Millimeter bewegen. „- aussteigen könnte. Ja, scheiße."

„Was glaubst du, was sie mit ihm machen, Prongs?"

„Puh," machte James finster. „Das will ich besser nicht wissen."

Hätte er es verhindern können, er hätte es getan, aber es kam zu plötzlich. James kniff die Augen zusammen und wanderte mit seiner Hand an den Bauch. Es war ein merkwürdiges Gefühl, was auf einmal in seinem Inneren aufgetaucht war, alles darin verzog und übel zusammen knetete. Er versuchte ganz langsam wieder Luft zu holen und hoffte, dass es wieder verging. Es brauchte keinen Heiler, um ihn zu erklären warum dieses Gefühl aufgetaucht war. Es waren seine inneren Verletzungen, die noch nicht ganz ausgeheilt waren und wenn er Pech hatte, tatsächlich wieder Probleme machten.

„Prongs?!" fragte Peter besorgt.

„Yup?!" sagte dieser keuchend und versuchte angestrengt seinen Körper wieder zu beruhigen.

„Ich bin okay," log er schließlich, als der plötzlich aufgekeimte Krampf sich wieder gelegt hatte. Er stieß sich von der Wand weg und setzte sich zum Freund zurück auf den Boden.

„Die wollten dich," sagte Peter verängstigt und James nickte bedrückt.

„Yup, das wollten die. Wenn die das tun, wovon Anna gesprochen hat, dann werden sie sehr schnell erkennen, dass Remus nicht der ist, den sie suchen."

„Dann werden sie zurückkommen..."

„Mhm," machte er aufs Neue finster. „Ich werd ihnen sagen, dass ich es bin. Dann lassen sie euch zumindest danach in Ruhe. Wenn wir Glück haben, tauchen die anderen vorher auf und hauen uns raus, bevor diese Leute fündig werden."

„A-Aber," stotterte der kleine Marauder verängstigt auf und starrte den Freund mit glasigen Augen an.

„Was?!" fragte James neugierig.

„Aber, Anna sagte, dass wir unter allen Umständen verhindern müssen, dass du noch mal angegriffen wirst. Sie sagte, es könnte dich dieses Mal sonst umbringen."

„Ich bin hart im Nehmen."

„Aber..."

Der Marauder sah tief besorgt zu Boden.

„Prongs, was soll ich denn ohne dich sonst tun?!"

„Was?!"

Verblüfft hatte James sich dem Freund zugewandt. War es doch ein Satz, dem er so überhaupt keinen Zusammenhang zum vorherigen zuordnen konnte.

„Ach nichts. Vergiss es. Ich hab nur laut gedacht."

„... Wormtail -"

Die Tür wurde aufgezogen und Remus wurde wieder hineingestoßen. James konnte den Freund gerade noch auffangen, bevor es ihn zu Boden schmetterte, da fand er sich wieder vor dem bulligen Zauberer von vorher.

„Er war es nicht," donnerte der Mann finster und stierte ihn giftig an. James war gerade dabei sicherzustellen, dass sein Freund noch lebte, was bei all seinen Verletzungen schwer möglich war, da hörte er plötzlich Peter's stotternde Stimme.

„I-I-Ich bins... Das Black... Black Heart."

Sofort sah James schockiert auf, doch er konnte Peter's Gesicht nicht sehen. Der Freund stand mit dem Rücken zu ihm da und ohne zu zögern wurde auch er schließlich von den Zauberern gepackt und rausgezogen.

Wieder wurde die Tür zugeschlagen, aber im Gegensatz zu vorhin, fand sich James komplett in seinen Gedanken versunken. Überrumpelt von allem was gerade geschehen war, holte ihn erst das Keuchen des Freundes wieder zurück in die Realität und er ließ ihn an der Wand auf den Boden hinabsinken.

„Sorry, Kumpel," sagte er schuldbewusst und warf ihm einen besorgten Blick zu. Remus aber zog ein schiefes Grinsen, so gut es in seinem Zustand möglich war, damit er verstand, dass er ihm keine Schuld gab.

„Wozu? Ich hab mich schließlich freiwillig gemeldet," krächzte der Freund erschöpft und mit schmerzverzerrtem Gesicht.

„Dasselbe hat Pete gerade auch getan," sagte James nach wie vor überrascht und auch Remus sah aus, als ob er dies als Letztes erwartet hatte.

„Jiah, ich glaub, wir denken dasselbe, Moony."

„Peter? Unser Peter?" fragte er ungläubig und diesmal zog James ein schiefes Grinsen über seine Reaktion.

„Peter Pettigrew, der sofort abhaut, wenn's mal etwas gefährlicher wird? Der Kerl, den wir Wormtail genannt haben, weil er sich beim kleinsten Schock sofort einkringelt als ob man ihn mit einem Stock verprügeln wollte?"

„Yup," sagte James amüsiert.

„Er hat davor irgendetwas gemurmelt von wegen, was er dann tun soll ohne mich. Ich hab keine Ahnung, was er damit meint."

„Ehrlich nicht?" fragte Remus ungläubig und zuckte mit der Augenbraue. „Komm schon, James. Das liegt doch auf der Hand."

„Tut's das?!"

„Peter hängt an dir wie eine Klette. Es war schon so in Hogwarts. Er ist niemand, der besonders gut kämpfen kann oder viel aushält und solange er bei dir ist, geht's ihm gut. Du bist immer für ihn in die Bresche gesprungen."

„Bin ich das?!"

Langsam kam sich James mächtig dämlich vor, diese Fragen zu stellen, aber er war sich dem wirklich nie bewusst gewesen und fühlte sich nun davon auch überrumpelt.

„Bist du. Du bist für ihn die Bezugsperson. Selbst als du bei den Chudley Cannons warst, hielt er sich noch an dir fest."

„Das ist doch Unsinn. Die Trainingseinheiten waren geheim und er war in London bei dir und Lilli."

„Wie viele Eulen hast du von ihm bekommen?!"

„4."

„..."

„..."

„..."

„Jeden Tag..." fügte James schließlich grübelnd hinzu, nachdem ihm sein Freund eindringlich angesehen hatte und er nun auch verstand, dass dieser tatsächlich recht hatte.

„Du glaubst, deswegen hat er sich jetzt freiwillig gemeldet? Payback?!"

„Nah," antwortete Remus und zog erneut ein schmerzvollen Ausdruck als er versuchte sich in eine angenehmere Position zu ziehen.

„Anna hat uns allen einige Male mitgeteilt, dass es lebensgefährlich sein könnte, wenn du dich noch mal verletzt. Peter versucht dich wohl nur zu schützen."

„..."

„..."

„Mutig, hätte ich ihm nicht zugetraut."

„Ich weiß nur nicht, ob er das durchhält," sagte Remus erschöpft.

„... Wieso das?!... Was haben sie mit dir gemacht?!"

„Es hat nicht sehr lange gedauert, weil er ziemlich schnell feststellte, dass ich ein Werwolf bin und damit wohl nicht das Black Heart sein kann, was sie suchen. Aber Peter ist das nicht und sie werden alles an ihm testen. Ich weiß nicht, ob er nicht schon früher aufgeben wird..."

Auch James lehnte sich zurück an die Wand und atmete tief ein, um sich selbst wieder zu beruhigen. Ja, auch ihm hatte seine beste Freundin mehr als nur einmal mitgeteilt, dass er auf sich aufpassen solle und nun verstand er auch warum, denn die letzten Flüche hatten leider wirklich etwas wieder in ihm aufgerissen, auf das er gut und gerne verzichtet hätte.

„Danke," sagte er schließlich und blickte zurück zum Freund. Remus bekam nun ebenfalls ein sanftes Lächeln im Gesicht.

„Keine Ursache. Hoffen wir, dass das Zeit schinden was hilft und die anderen uns bald finden. Die müssen doch auch noch hier im Hotel sein."

„Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie uns finden?!"

„Err," machte Remus nachdenklich und legte die Stirn in Falten. „Hoch? Meadowes ist eine ausgezeichnete Aurorin. Wenn sie uns nicht findet, wer dann?!"


Es dauerte eine ganze Weile bis Peter schließlich wieder zu ihnen zurück ins Zimmer gestoßen wurde und er sah eindeutig noch mal um ein vielfaches schlimmer und geprügelter aus als Remus. Er wimmerte mit verweinten, glasigen Augen und hatte sich klein gemacht. James war sofort zu ihm geeilt.

„Hey," sagte er besorgt und zuckte für einen Moment zusammen, als sein Freund sich nicht mal mehr rührte, sondern nur noch kaum hörbar schluchzte.

„Dann bleibt ja nur noch einer," sagte der Zauberer und starrte nun ihn gierig an. „Du hättest diesem Schwächling einiges erspart, wenn du dich gleich zu erkennen gegeben hättest. Black Heart."

James war gerade dabei etwas zu erwidern als im Gang laute, kämpfende Geräusche hinein drang und alle verwirrt zur Seite blickten.

Die Tür wurde mit einem lauten Knall aufgesprengt und alle Zauberer, die vor den dreien standen wurden vom heftigen Druck der Explosion von den Füßen gerissen. Auch James fand sich auf den Boden wieder und wandte sich zur Seite, um den Rauch und den Dreck nicht abzubekommen.

Obwohl der Rauch noch nicht vollständig abgeklungen war, hörte man weitere Flüche, sogar Faustschläge und Schreie. Als die Sicht endlich einigermaßen frei war, zuckten James und Remus erschrocken zurück. Es war nicht ihre Gruppe, die da stand und gekämpft hatte. Es waren erneut komplett Fremde, die diese Zauberer niedergestreckt hatten. Drei, um genau zu sein. Zwei von ihnen waren so groß, dass sie sich bücken mussten, um überhaupt in den Raum zu passen. Der dritte war zwar kleiner, jedoch immer noch um einiges größer als normale Menschen und auch mit der Körperstatur stand er seinen zwei Gefährten in nichts nach. Sie waren alle drei Muskelbepackt und sehr breit gebaut.

Der dritte, etwas kleinere von ihnen, starrte die Jungs an und schritt dann unheilverkündend auf James zu.

„Du kommst mit mir," sagte er in ohrenbetäubender Lautstärke.

„Wieso? Wer seid ihr?!" erwiderte James trotzig, sah sich aber gleichzeitig nach einem Zauberstab um, den er hätte benutzen können. Er wagte es nicht zu glauben, dass sie gute Absichten gehabt haben könnten und stellte sich lieber auf eine weitere mögliche Konfrontation ein.

„Du kommst mit mir," wiederholte der Mann nicht viel leiser und griff plötzlich nach ihm. Seine Hand alleine hätte James ganzen Kopf umfassen können und so weichte dieser ohne zu zögern aus indem er nach seinem eigenen Zauberstab am Boden neben dem bulligen, nun bewusstlosen, Zauberer hechtete. Er richtete ihn auf den Angreifer und war dabei den erstbesten Fluch loszulassen, der ihm einfiel, als ihm ein harter Schlag traf. Der Mann hatte ihm mit seiner Hand an der Seite erwischt und ihn mit ziemlich heftiger Wucht gegen die Wand gestoßen.

„James!" keuchte Remus schwach auf dem Boden an der Wand. Er wollte helfen, konnte sich aber kaum irgendwie bewegen, geschweige denn sich irgendwie aufziehen.

James drückte sich unter Anstrengung zurück auf die Beine als ihn ein weiterer Schlag wieder durch den Raum beförderte und diesmal konnte er ein schmerzhaftes Stöhnen nicht mehr unterdrücken, welches ihm entfuhr als er auf den harten Boden aufprallte. Er konnte sich kaum aufrichten, so schwarz wurde ihm vor Augen, so oft wie er gerade durch die Luft befördert wurde.

Jemand riss ihm den Zauberstab aus der Hand und zerrte seine Arme an den Rücken als ob man dabei war, sie ihm auszurenken.

„Lasst ihn in Ruhe!" brüllte Remus so laut wie es seine Stimme zuließ, doch vom Fleck konnte er sich nach wie vor nicht rühren. James spürte, dass seine Hände auf seinem Rücken gefesselt wurden, derjenige die Fesseln jedoch so fest zuschnürte, dass er nicht mal dran ziehen musste, damit es ihm ins Fleisch schnitt. Sie saßen so fest, dass er seine Arme nicht mal mehr bewegen konnte und sämtliches Gefühl in ihnen verlor.

„Du kommst mit mir," hörte er denselben Mann erneut sprechen und sah verschwommen, wie der Kerl beide Hände um seinen Körper schlang und ihn auf seine Schulter schmiss. Der Druck an beiden Seiten war so stark, dass James ein unangenehmes Keuchen nicht mehr unterdrücken konnte. Fühlte es sich doch an, als ob der Kerl ihm gerade eine Rippe gebrochen hatte indem er seinen Körper zerquetschen wollte.

„St-Stop," keuchte Remus und versuchte sich mit aller Macht aufzuziehen. Die drei Männer hatten ihn gelinde gesagt ignoriert und waren wieder rausgestampft. Die Anstrengung nahm dem Marauder auch die letzte Energie und Ohnmacht machte sich in seinem Bewusstsein breit.

„Remus?! Remus, wach auf!" Das war die Stimme von Meadowes. Er schlug langsam seine Augen auf und sah ein wenig verschwommen die Gestalt der Aurorin vor sich.

„Remus, wo ist James?!"

„James?!" murmelte er schwach. Nun sah er auch Fabian Prewett neben sich. Gideon Prewett hatte gerade Peter's Zustand überprüft und sich ihnen nun zugewandt. Angesehen hatte er allerdings nur Meadowes, als er sprach.

„Pettigrew ist am Leben. Wir sollten ihn aber dringend in ein Krankenhaus bringen."

„James," sagte Remus entgeistert, als es ihm wieder einfiel. „Sie haben ihn mitgenommen."

„Wer?"

„... Ich glaube...," begann er kurzatmig und starrte entsetzt zur Tür. „Das waren... Riesen."

„Riesen?!" fragte Meadowes schockiert und auch die Prewett-Brüder tauschten entsetzte Blicke aus.


James bekam kaum mit, was um ihn herum geschah, denn ihm verschwamm immer wieder die Sicht vor den Augen. Erst als er hart auf ein Sofa geschmissen wurde, kehrte etwas Klarheit in ihm zurück, denn der Aufprall sandte einen erneuten schmerzhaften Zug durch seinen Körper und rüttelte ihn wieder wach, nachdem die vorherigen Schmerzen ihn fast in die Bewusstlosigkeit trieben. Er keuchte und schnappte nach Luft.

„Was hast du getan?!" hörte er eine weibliche, ältere Stimme aufgebracht in der Nähe brüllen.

„Ich hab ihn hergebracht, wie du es wolltest," antwortete dieselbe Stimme, die vorhin verlangt hatte, dass er ihm folgte und er klang auch wirklich so, als ob er sich keiner Schuld bewusst wäre, etwas angestellt zu haben.

„Du solltest ihn herbringen, nicht herprügeln!" donnerte sie wütend. James nahm alles sehr unscharf wahr und das obwohl er glaubte seine Brille noch immer zu tragen. Der Schmerz der vorher jedoch bei jedem aufstampfen des Mannes durch seine Venen zog, hatte ihm seine Wahrnehmung vernebelt.

„Geh raus!"

Er hörte wie der Zauberer an ihm vorbei stampfte und die Tür öffnete.

„Es könnte sein, dass ich ihm vielleicht eine Rippe gebrochen habe."

„Streich das vielleicht," murmelte James grimmig, während er versuchte sich die Sicht wieder frei zu blinzeln. Je länger er dies tat, umso klarer wurden schließlich auch die Umrisse der Umgebung. Die Frau, dessen Stimme er gehört hatte, sah richtig aufgebracht aus, als sie das hörte und merkwürdigerweise bemerkte James, dass der riesige Mann sehr schuldbewusst und klein zurückblickte, was schon erstaunlich war, angesichts der Tatsache, dass er entschieden größer als die ältere Frau war.

„Geh," wiederholte sie ernst und der Mann verließ gehorchend den Raum. Die ältere Frau hatte nicht gezögert auf James zuzugehen und sich zu ihm auf das Sofa zu setzen. Da er nach wie vor mit den Händen auf dem Rücken gefesselt war, konnte er nichts anderes tun, als sich mit letzter Kraft zur Seite zu rollen und sich möglichst weit von ihr weg an das Sofa zu lehnen.

„Es tut mir leid," sagte sie sanft und griff mit ihren Händen an seine Fesseln. „Er ist ein Halbriese weißt du. Halb Zauberer, Halb Riese. Yuno hat ein gutes Herz, aber sein Temperament hat er nicht unter Kontrolle und er unterschätzt oftmals seine eigene Kraft – Verdammt sitzen die fest!"

James sah sie verwirrt an als er verstand, dass sie versucht hatte seine Fesseln zu lösen. Dass sie dies vergeblich mit ihren Händen tat, bestätigte ihm, dass man sie ihm tatsächlich so fest zugebunden hatte, wie es sich auch angefühlte. Die Frau zog ihren eigenen Zauberstab heraus und nur einen Moment später fielen die Schnüre von seinem Handgelenk hinab.

„Danke," sagte er vorsichtig und rieb sich die Handgelenke, an denen man eindeutig blutende Schürfwunden vorfand, wo die Fesseln die Haut eingeschnitten hatte.

„Lass mich die gebrochene Rippe heilen," sagte sie im selben sanften Tonfall wie zuvor und fuhr mit ihrer Hand an seine Brust, doch er stieß ihre reflexartig mit seiner Hand zur Seite. Diese Bewegung war schmerzvoller als erwartet und er fiel mit zusammengekniffenen Augen wieder halb auf die Couch hinab. Die Luft blieb ihm immer wieder Stückchenweise weg oder irgendetwas versuchte seine Atmung aufzuhalten.

„Du kannst mir vertrauen... Ich will dir nur helfen."

„Vertrauen?!" schnaubte er sarkastisch.

„Ich wollte dich doch nur treffen... Ich wollte nicht, dass es so passiert oder dass dir etwas zustößt."

„Oh wirklich?!" fragte er gespielt verständnisvoll. „Und es erschien ihnen angemessen einen Schlägertrupp zu schicken, der mit meinem Körper erst mal Football spielt und mir dann eine Rippe bricht, bevor er mich hier herschleift, statt – keine Ahnung – vielleicht einfach um ein Treffen zu fragen?!"

„Ich konnte es nicht riskieren."

„Was riskieren?!"

„Dass du nein sagst. Ich hätte es nicht ertragen können, wieder zurückzukommen, ohne dich kennengelernt zu haben."

Wieder runzelte er verwirrt die Stirn und musterte die ältere Frau vor sich misstrauisch an. Sie hatte weiße lange Haare und auch ihre Augenbrauen waren bereits weiß. Ihre Augen jedoch waren tiefbraun und ihre Mimik schien ihm irgendwie vertraut zu sein. Auch ihre Stimme kam ihm sehr bekannt vor.

„Wer sind sie?!"

„Mein Name ist Lyah Smith, ehemals Van Soard," antwortete sie mit einem sehr warmherzigen und liebevollen Ausdruck, doch James runzelte misstrauisch die Stirn.

„Van Soard..." sagte er nachdenklich und sah sie irritiert an. „Der Mädchenname meiner Mum, bevor sie meinen Dad geheiratet hat, war Van Soard."

„Wir sind in der Tat verwandt. Deine Mutter ist meine große Schwester."

Ihm war auf der Stelle die Kinnlade herabgefallen, denn er bemerkte nun auch, wie viel Ähnlichkeit sie eigentlich mit seiner Mutter hatte. Ihre Stimme, ihre Gestiken und Mimik, selbst die Art und Weise, wie sie sprach, erinnerte ihn an seine eigene Mutter.

„Vor 20 Jahren war ich da, als du auf die Welt kamst. Du warst so klein und unschuldig und du hattest mich sofort in dein Herz geschlossen. Ich konnte nie eigene Kinder bekommen, aber mich um dich und Patricia zu kümmern hatte mich genauso erfüllt. Ich konnte dir irgendwie immer von den Augen ablesen, was du brauchtest oder wenn es dir nicht gut ging. Auch jetzt wieder... Du hast Schmerzen..."

Er wollte es nicht zugeben oder zeigen, aber es war in der Tat so, dass ihn die gebrochene Rippe stark am atmen hinderte und er das Gefühl hatte, als ob irgendetwas in seinem Inneren gerade dabei war seine Kraft auszulöschen.

„Ich war einmal Heilerin," sagte sie fürsorglich. „Lass mich bitte helfen."

James atmete schwer ein und schüttelte schließlich entschlossen den Kopf.

„Ich habe bereits eine Heilerin und sie kann das genauso gut."

Nachdem er durch Anna erfahren hatte, dass man auch bei einer Heilung jemanden Schaden durch die dunklen Künste zufügen konnte, zog er es vor dies hier nicht darauf ankommen zu lassen. Er musste vorsichtig sein und durfte auf keinem Fall wieder wie früher leichtsinnig handeln, nur weil jemand behauptete mit ihm verwandt zu sein. Er war sich fast sicher, dass seine Mutter es ihm gesagt hätte, wenn sie eine Schwester gehabt hätte.

„Maria und Michael haben dir also nicht von mir erzählt..." bemerkte sie leise und sichtlich traurig über seine feindliche Einstellung ihr gegenüber. „Verständlich. Wir alle wollten dich und Patricia immer nur vor jeglichem Unheil beschützen, sichergehen, dass ihr in Frieden aufwächst und eine unbeschwerte Kindheit erlebt, so wie wir es einst durften. Aber die Zeiten hatten sich geändert und wir fanden uns in sehr dunklen Zeiten wider. Ein friedliches Co-existieren war nicht mehr möglich, denn eine Seite versuchte die andere zu verschlingen. Als Enkel und Enkelin des führenden Mannes in der Zauberwelt in Großbritannien wussten wir in welcher Gefahr ihr euch befandet. Um euch beide zu schützen, haben wir alle möglichen Schutzzauber durchsucht, um die zu finden, die eure Sicherheit garantieren können würden. Wieso nur haben sie versagt?!"

Er antwortete nicht auf ihre Frage, zumal er nicht glaubte, dass sie an ihn gerichtet war, sondern mehr an sich selbst. Die Hexe seufzte traurig.

„Wieso weiß ich nichts von ihnen?!" fragte James misstrauisch, doch diese Frage machte die Frau nur noch trauriger.

„Dir," sagte sie mit einem liebevollen Lächeln. Einen Moment hatte er gezögert, bevor er schließlich nickte.

„Dir."

Sie lächelte ein weiteres Mal zufrieden, atmete dann aber niedergeschlagen ein.

„Ich nehme an, deine Eltern wollten dich und Patricia schützen, wollten nicht, dass ihr euch irgendwie schlecht fühlt."

„... Wieso sollten wir?!"

„Ein Schutzzauber, den wir auf euch gelegt haben, hat bewirkt, dass ich krank wurde."

„..."

„Es war dabei mich langsam zu töten. Ich konnte nie eigene Kinder bekommen, egal wie sehr ich mich danach gesehnt hatte. Aber dich und Patricia aufwachsen zu sehen, hat mich dies stets vergessen lassen. Als wir das mit meiner Krankheit herausfanden, hatte ich für mich selbst beschlossen, die Zauberwelt für immer zu verlassen. Ich wollte nicht, dass Maria mitansehen musste, wie das Leben langsam aus mir verschwindet. Wir waren schließlich die letzten der Van Soard Familie, die es noch von der älteren Generation gab..."

„Aber sie sind nicht gestorben.."

„Ja," sagte sie sanft. „Nachdem ich aufhörte Magie zu nutzen, blieb mein Zustand wie er war und die Krankheit schien in einen tiefen Schlaf gefallen zu sein."

Und James kam nicht umhin mit jedem ihrer Worte noch verwirrter zu werden. Alles was sie sagte klang so merkwürdig, dass es schon wieder wahr sein konnte. Zu Vieles in seiner Vergangenheit klang unfassbar und seltsam und war tatsächlich wahr gewesen.

„Du warst 2 Jahre alt, als ich herausfand, wie ernst meine Krankheit eigentlich war. Also packte ich meine Sachen... und verließ euch und damit das Leben, dass ich geführt hatte. Ich lebte in der Welt der Muggel und traf einen Mann. Steven Smith. Ein Muggel durch und durch, aber er schaffte das, was kein anderer Mann schaffte. Er machte mich glücklich, vollkommen ohne Magie."

„..."

„Aber das Leben ist kein Wunschkonzert und als ob das Schicksal mir meinen Weg zeigen wollte, starb er vor einiger Zeit. Ich kam nach Hause und er lag tot da... Die Ärzte sagten, er hätte einen Herzinfarkt gehabt."

„..."

„Aber ich erkenne Magie... und ich erkenne die unverzeihlichen Flüche..."

„Er ist ermordet worden?"

Sie nickte schwer und James bemerkte überrascht, dass er tatsächlich Sympathie für sein Gegenüber empfand.

„Ich bin zurück in die Zauberwelt gekommen, um Gerechtigkeit zu üben und denjenigen zur Rechenschaft zu ziehen, der das getan hat."

„Wer?!"

Sie seufzte kopfschüttelnd.

„Erwachsene machen Fehler, James. Aus Liebe tut man nichts, was anderen schaden oder verletzen könnte. Auch wenn man sagt, dass man es aus Liebe tut, aber es ist nicht Liebe. Es ist... Gier, Verlangen,... was auch immer, aber nicht Liebe. Ich dachte, er würde mich lieben, so wie ich ihn geliebt hatte, aber... wenn du jemanden liebst, dann willst du, dass es ihm gut geht, egal ob er das mit dir ist oder mit jemand anderem und du bist glücklich, wenn er glücklich ist. Du zerstörst ihm sein Glück nicht auch noch..."

„..."

James nickte verstehend.

„Dies wird meine letzte Tat sein, denn sie wird alles an Magie von mir abfordern, was ich noch habe und dann wird mich diese Krankheit endgültig zerstören. Es ist in Ordnung für mich, denn dann kann ich auch wieder mit demjenigen zusammen sein, den ich wirklich liebe. Ich wollte dich jedoch vorher wenigstens treffen und sicherstellen, dass es dir gut geht. Ich war geschockt und betrübt, als ich von Patricia's und Michael's Tod gehört habe. Maria muss am Boden zerstört gewesen sein."

„... Sie ist stark..."

„Ja, das ist sie," sagte die ältere Hexe zustimmend und lächelte warmherzig. Wieder bemerkte James, wie es sein Herz berührte, weil sie tatsächlich in vielem seiner Mutter ähnelte. Sein Blick fiel zum Fenster hinaus, wo er den Halbriesen friedlich nichtstuend auf der Wiese sitzen sah.

„Wie kommt es, dass dieser Halbriese auf sie hört?!"

Lyah lachte fröhlich.

„Wir sind Freunde. Ich ging mit ihm in eine Klasse. Er hatte leider keine anderen Freunde, weil alle Welt nun mal Angst vor Riesen haben. Er aber ist ganz anders. Er mag furchterregend und gewaltig aussehen, aber in seinem Herzen ist er weich wie Butter. Dass Yuno dich so hart angefasst hat, tut mir leid. Er ist im Grunde genommen ein gutherziger Mann."

James nickte als Zeichen, dass er es ihm nicht mehr übel nahm. Kannte er schließlich noch so jemanden von der Sorte, die nicht wussten, wann sie einem blaue Flecke mit einem einfachen Schulterklaps mitgaben.

„Warum bist du nicht schon früher wieder zurückgekommen?! Als Trisha starb zum Beispiel?" fragte er nun leicht offener. Vielleicht war es wirklich die Tatsache, dass sie ihn an seine Mutter erinnerte, dass er ihr gegenüber nicht mehr so misstrauisch und verschlossen war, wie vorher. Vielleicht konnte sie tatsächlich einiges an Licht ins Dunkle hier bringen.

„Wie gesagt, ich hatte die Zauberwelt für immer verlassen. Man kann durchaus ohne die Magie leben und man wird dann auch nichts mehr von dieser Welt mitbekommen. Ich habe erst vor kurzem von ihrem Tod erfahren, nachdem ich wieder in diese Welt eingetreten bin. Ich dachte... Ich wusste nicht, dass die Schutzzauber versagt hatten. Wäre ich früher zurückgekommen... wäre ich jetzt vielleicht bereits tot. Die Magie wird mich töten, je öfter ich bestimmte Zauber einsetze."

„..."

„Da du nun die Geschichte kennst... Lässt du bitte zu, dass ich mich um dich kümmere? Die Schmerzen werden weniger, wenn die gebrochene Rippe heilt."

„Was ist mit deiner Magie?!"

„Diese Zauber gehören glücklicherweise nicht zu denen, die mein Leben fordern," antwortete sie mit derselben weichen Stimme, die ihn dazu brachte, ihr auch zu glauben. Er wusste, dass seine inneren Verletzungen wieder aufgebrochen waren und wenn er sie nicht hätte etwas tun lassen, diese Wunden ihn vielleicht gar vorher getötet hätten, bevor sie es vielleicht tun konnte, wenn es denn ihre Absicht gewesen wäre. Also nickte er schließlich und Lyah lächelte erfreut.


In der Zwischenzeit trat Meadowes aus dem Kamin im Potter Haus und wurde von Anna in Empfang genommen, während Sirius und Lilli mit Harry unweit von ihnen entfernt im Garten spielten. Ihr Ausdruck hatte sich sofort verfinstert als sie die ältere Hexe sah. Sirius und Lilli bemerkten sehr schnell, dass etwas nicht stimmte und kamen sofort mit dem Baby zu ihnen zurück ins Wohnzimmer.

„Was ist passiert?" fragte Lilli besorgt. Anna jedoch schluckte nur hart. Es war Meadowes, die mit ernstem Blick erzählte, dass ihre Mission schief gelaufen war.

„Mo-moment," sagte Lilli, in der Verständnislosigkeit und Wut aufkeimte. „Soll das heißen, ihr habt ihn verloren und nicht mehr versucht ihn wiederzufinden?!"

„Nicht ganz," antwortete Meadowes bedrückt.

„Wir haben eine Eule von denjenigen erhalten, bei denen er sich zur Zeit aufhält. Wir sollen ihn nicht suchen oder sie töten ihn sofort. Wenn wir jedoch abwarten und nichts tun, schicken sie ihn zur gegebener Zeit wieder zurück."

„Und ihr tut einfach so, was diese Leute sagen?!" brüllte Sirius aufgebracht. „Oder glaubt ihr tatsächlich, dass die Leute zusammenschlagen, nur um mit ihm Kaffee trinen zu gehen?"

„Wir hatten keine andere Wahl," verteidigte sich die Aurorin, hatte aber keineswegs ihre Stimme erhoben. Anna konnte fühlen, dass sie sich schuldig fühlte und dieses Wissen auch schwer auf ihrer Schulter lag. Sie machte sich selbst wohl mindestens genauso viele Vorwürfe, wie Sirius's Blick ihr im Moment gab.

„Es gibt absolut keine Spur, wohin sie verschwunden sind. Es könnten Riesen gewesen sein und wenn das der Fall ist -"

„Riesen?!" stieß Lilli entsetzt aus.

„Nach der Verwüstung zu urteilen und diverser Aussagen... Ja, ist es sehr wahrscheinlich. Aber so wie der Brief verfasst wurde, stecken womöglich eher Zauberer dahinter, denn Riesen haben allgemein nicht einen so gehobenen Wortschatz."

„U-Und ihr seid einfach so abgehauen und habt ihn zurückgelassen?!" sagte sie verärgert und war drauf und dran zu platzen und der Aurorin an den Hals zu springen, hätte Anna sie nicht von Meadowes weggedrückt.

„Wir hatten keine andere Wahl. Unsere Spuren verliefen im Sand und ich hielt es für angebrachter zurückzukehren und den Orden zu ßerdem waren Lupin und Pettigrew verletzt."

„Also was? Es ist egal, ob einer stirbt, Hauptsache, sie selber überleben?!"

„Was soll das heißen?!"

„Dass sie schon einmal versucht haben, James -"

„Das ist nicht wahr! Ich hätte ihm nie etwas getan!"

„Hey, hey, hey, hey, hey!"

Und Anna hatte sich so zwischen beide Frauen aufgebaut, um sie weit genug auseinander zu drücken, aber beide Aurorinnen waren voll in Fahrt und gingen munter weiter auf den anderen los.

„Und wie erklären sie die Situation jetzt? Sie haben ihn zurückgelassen!"

„Wir haben so schnell gehandelt, wie wir konnten, als wir herausfanden, dass sie es nicht aus dem Hotel geschafft haben!"

„So schnell wie ihr konntet oder wie sie konnten?!"

„Wäre es dir lieber gewesen, wenn ich die gesamte Gruppe in den Tod geführt hätte?! Ich hab das getan, was ich für das Beste hielt!"

„So wie beim letzten Mal, ganz gleich, was für Mittel sie einsetzen oder wen sie damit treffen!"

„Sirius!" schrie Anna, die halb verzweifelt beide Frauen daran hinderte der jeweils anderen an den Hals zu springen. „Wie wärs mit ein bisschen Hilfe hier?!"

„Och," machte der amüsiert, während er Harry in seinen Armen trug, welcher wiederum unschuldig seine Mutter beobachtete. „Ich bin auf Lilli's Seite hier und stimme ihr in allem zu."

„Das ist nicht HILFREICH!" zischte sie unter Anstrengung.

„Sie haben ihn aufgegeben!" donnerte Lilli weiter.

„Wir hatten doch keine andere Wahl!"

„Es gibt immer eine andere Wahl! Als Auror hat man immer eine andere Wahl, als feige abzuhauen! Das sind Riesen verdammt! Sie essen Menschen!"

„Wir hatten zwei Verletzte!"

„Und zu dritt weitermachen war zu viel verlangt?!"

„Und absolut keine Ahnung wohin sie ihn gebracht haben könnten!"

„Das sind Riesen! Wie schwer ist es jemanden zu folgen, der so groß ist wie ein Wolkenkratzer!"

„Okay, STOP und zwar beide!" donnerte Anna und war überrascht, wie laut sie eigentlich noch schreien konnte, aber sie wurde selbst jetzt von beiden Frauen ignoriert. Am Ende war es Harry, dem es zu verdanken war, dass die beiden Frauen endlich aufhörten zu streiten, denn er begann zu weinen und ließ sich auch von Sirius nicht trösten. Erst als seine Mutter ihn in ihre Arme nahm und von der Runde wegschritt, beruhigte sich der Kleine. Anna sah die Unschuldsmiene des Babys prüfend an und kam nicht umhin sich zu fragen, ob er das mit Absicht tat, um ihr zu helfen, verschmiss den Gedanken jedoch sofort wieder. Es war ein Baby! Woher sollte es wissen, was sie wollte?

„Okay, hört zu: Offenbar ist James nicht in Gefahr."

„Was?!" sagten Sirius und Lilli gleichzeitig verständnislos. Allein Meadowes war ruhig geblieben und bereit zuzuhören.

„Sie hat recht, Lilli. Der Brief ist viel zu sanft geschrieben, um von Riesen abzustammen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie das geschrieben haben, wenn sie ihn ohnehin umbringen wollten. Und da die Ketten alle noch hier sind heißt das, er ist am Leben."

Nicht, dass die junge Hexe zufriedener gewesen war nach dieser Aussage. Im Gegenteil sogar, sie schien sich sehr zu bemühen nicht sofort an ihr zu explodieren.

„Wir halten die Beine still... vorerst," endete sie entschlossen, aber weder Lilli noch Sirius schienen das anzunehmen. Wieder war es Meadowes, die dies als Einzige akzeptierte und verstehend nickte.


Anna hatte das Potter Haus direkt nach dem Gespräch verlassen, um die Situation mit Maria und Dumbledore zu besprechen. Sie war erst am späten Abend wieder zurückgekommen und sehr zu ihrer Verwunderung fand sie Sirius schlafend auf der Couch vor und ein weiterer suchender Blick zeigte ihr Lilli auf der Terrasse mit Baby Harry auf ihrem Bauch liegen. Sie war zuerst zu Sirius gegangen, um zu prüfen, ob er sich nicht doch nur mit geschlossenen Augen hingelegt hatte, aber er schlief tatsächlich tief und fest. Sie lächelte sanft und strich eine Haarsträhne von seiner Stirn, die ihm sonst nach dem Aufwachen ins Auge gestochen hätte.

Schließlich stand sie wieder auf und setzte sich zu Lilli auf einen weiteren Liegestuhl.

„Hey," sagte sie leise mit einem vorsichtigen Lächeln.

Lilli wandte sich ihr mit traurigem Blick zu und war nicht im Stande zurückzulächeln. Die Sorge stand ihr im Gesicht geschrieben.

„Hey," sagte sie ebenfalls leise, um ihren Sohn nicht zu wecken. Er schlief wie Sirius ebenfalls friedlich tief und fest.

„Und?!" hakte sie hoffnungsvoll nach, aber Anna schüttelte nur den Kopf.

„Maria und Dumbledore sind derselben Ansicht. Wenn wir jetzt etwas unternehmen, gefährden wir James' Leben. Wir beobachten die Ketten und sobald es gefährlich wird oder in spätestens einer Woche, je nachdem was zuerst kommt, greifen wir ein. Wir lassen den Schutzzauber von ihm fallen, der ihn als Black Heart verstecken sollte, da dieser ohnehin nicht wirklich so gut funktioniert hat, wie wir gehofft hatten, und folgen der weißen Kette zu ihm."

„Das geht?!"

„Ja," antwortete Anna sanft und endlich kam auch ein wenig Zuversicht zurück in das warmherzige Gesicht, welches sie wirklich auch viel lieber wieder so hoffnungsvoll sehen wollte.

„Warum dann nicht jetzt sofort?!"

Anna sah sie bedrückt an und suchte nach den richtigen Worten.

„Dumbledore glaubt, dass diese Leute, bei denen er sich gerade befindet, vielleicht gar keine bösen Absichten haben könnten."

„..."

„Sie haben Remus und Peter nicht getötet, obwohl die beiden schutzlos waren. Er hofft glaub ich, dass es Verbündete sind, die eine Allianz mit dem Orden ersuchen und sich vielleicht noch unsicher sind und deswegen durch James mehr vom Orden erfahren wollen."

„..."

Lilli nickte verstehend, aber ihr Ausdruck war nach wie vor tief besorgt. Sie begann über den kleinen Kopf auf ihrer Brust zu streicheln und seufzte traurig.

„Er hat versprochen wieder zurückzukommen..."

„Dann wird er das auch," sagte Anna überzeugt. „Er ist James. Er ist stark, wie sein Vater und genauso wie sein Vater hält er das, was er verspricht. Wenn er sagt, er kommt wieder, dann kommt er auch wieder."

„Ja..." sagte sie bedrückt und sah ihren schlafenden Sohn sehnsüchtig an. „Ich kann nur nicht aufhören... Den ganzen Tag schon kann ich nicht anders als darüber nachzudenken, wo er ist und... was sie mit ihm machen. Ich sehe ständig einen fremden Zauberer, der ihm weh tut oder foltert... Der ihn tötet... Ich muss ständig daran denken, was Voldemort vor 2 Jahren mit ihm gemacht hat und letztes Jahr Adam Kingcade... Der Gedanke daran, dass es wieder passiert und er alleine ist... Die Einzigen, die mich davon abhalten gerade verrückt zu werden sind Harry und J-" Im letzten Moment besann sie sich eines besseren und beschloss noch nichts von Jilli zu sagen. Sie musste das erst mit James abklären, bevor sie mit ihren Freunden darüber sprechen konnte. „James," endete sie schließlich traurig.

„Ich weiß," sagte Anna verständnisvoll.

Lillli wusste, dass Anna recht hatte und wenn selbst Maria dies für das Beste hielt, musste sie sich damit abfinden. Vielleicht war dies ein guter Zeitpunkt, um sich selbst zu testen, ob sie wirklich das Vertrauen in ihm hatte, was ihre Beziehung so dringend brauchte.


Lyah konnte James gebrochene Rippe gut heilen, bemerkte zur selben Zeit jedoch, dass sein Zustand unerwartet äußerst kritisch war und seine Schmerzen nicht nur von der gebrochenen Rippe herrührten.

„Was hat Yuno dieses Mal bitte sehr gemacht?!" fragte sie halb verzweifelt.

„Wieso? Was ist?!" fragte er irritiert.

„Du hast innere Blutungen und zwar sehr schwerwiegende. Dieses Mal ist er wirklich zu weit gegangen."

„Er kann nichts dafür," krächzte James schwach als er selber spürte, wie ihn seine Kräfte langsam verließen. Er hatte kaum noch Gefühl in seinen Armen und Beinen und auch das Atmen wurde von Sekunde zu Sekunde anstrengender. „Diese Verletzungen hatte ich schon vorher. Ich hätte gar nicht... kämpfen... dürfen..."

Und der Luftmangel vernebelte ihm erneut die Sinne und riss ihn in die Bewusstlosigkeit. Es kam ihm nicht lange vor bis er wieder zu sich kam. Er wusste nicht mal, warum er wieder zu sich kam oder was ihn geweckt hatte. Er blinzelte und sah den Halbriesen neben sich auf einem Stuhl sitzen und Zeitung lesen. Ob es nun klug war oder nicht sich zu rühren, wo es genau dieser Typ war, der ihn vorhin wiederholt durch ein Zimmer geschmissen hatte, als wäre er ein Spielball, aber James zog sich dennoch hoch. Der Halbriese auf dem Stuhl sah von der Zeitung auf und verengte prüfend die Augen.

„LYAAAAAAAAAH!" brüllte er in Ohrenbetäubender Lautstärke und schrie damit auch jegliche Müdigkeit aus James raus, die vielleicht noch vorhanden gewesen wäre „Er ist wieder wach!"

Die Hexe kam nur wenige Sekunden später zur Tür reingestürmt und lächelte erleichtert als sie ihn sah.

„Gut," sagte sie erfreut und schickte Yuno wieder raus, um sich selbst auf den Stuhl zu setzen und den Puls ihres Patienten zu überprüfen.

„Sehr schön," merkte sie beruhigt an. „Hab ich meine Heilmagie doch noch nicht ganz verlernt."

James bemerkte erst jetzt, dass seine Brust bandagiert und sein Hemd offen war und er den brennenden Schmerz von vorher jedoch bis auf ein paar wenige Ausläufer hier und da kaum noch spürte.

„Danke," sagte er schwach und Lyah nickte mit fürsorglichem Lächeln.

„Du bist vom Dolch der Phowlyris gestochen worden."

„Err, ja."

„Wiederholt."

„Err, jiah, das war beim zweiten Mal aber ohne böse Absicht."

Lyah verengte misstrauisch die Augen, doch ein unangenehmer Blick von ihm ließ dieses aus ihrem Ausdruck wieder verschwinden.

„Du musst deine Verletzungen wirklich ausheilen lassen. Die Narben, die du von dem Dolch der Phowlyris trägst, sind sehr giftig. Wenn du zulässt, dass die Wunden ineinander übergehen, hat dies negative Auswirkungen auf deinen Zustand. Bitte beherzige meine Bitte und gib deinem Körper die Zeit sich zu erholen. Dein Geist und deine Seele mögen es nicht merken, aber dein Körper braucht es wirklich."

„Err, okay. Kapiert. Hey, kann ich vielleicht Feder und Pergament haben? Ich sollte meinen Leuten Bescheid geben, wo ich bin."

Die ältere Hexe war mit einem Mal nachdenklicher geworden und die Stille, die plötzlich über ihnen lag, ließ ihn nicht unbedingt zuversichtlich erscheinen, dass sie seinem Wunsch nachkommen würde.

„James, ich habe eine Bitte an dich," begann sie schließlich und sah ihn ernst an. Er sah neugierig zurück.

„Um deine Verletzungen zu heilen, musste ich dich in einen traumlosen Schlaf für eine Woche versetzen."

„Eine Woche?!" stieß er schockiert aus. Lyah nickte schuldbewusst.

„Deine Freunde haben nach dir gesucht an dem Tag und ich hab ihnen geschrieben, dass du in Sicherheit wärst und sie nicht nach dir suchen sollen, wenn sie dich lebend wiedersehen wollen."

„Du hast ihnen gedroht?" fragte er ungläubig und wieder nickte sie bedrückt.

„Maria weiß nicht, dass ich noch lebe und ich möchte, dass du das für dich behältst und ihr nichts von unserem Treffen erzählst."

„..." Wenn sein Misstrauen vorher besänftigt wurde, kam es in diesem Moment wieder auf. James stutze, doch sie schüttelte lediglich bedrückt den Kopf.

„Ich will deine Erinnerung nicht manipulieren müssen. Also bitte, versprich mir, es für dich zu behalten."

„Du verlangst von mir, dir, einer für mich noch immer völlig Fremden, zu vertrauen und meine Mutter zu belügen?!"

Mit dieser Frage sollte für sie klar gewesen sein, was er von ihrer Bitte hielt und somit war es auch nicht überraschend, dass sie sich kalt abwandte. Er wusste nicht, ob seine Reaktion nun klug oder dumm war, angesichts der Tatsache, dass er dieser Hexe nicht wirklich vertrauen konnte, er aber zudem nach wie vor verletzt und kaum Bewegungsfähig war.

„Und wenn ich dir sage, dass sie ansonsten sterben wird, wenn du ihr ein Wort sagst?!"

„... Ist das eine Drohung an mich?!" fragte er nun skeptisch und verzog prüfend die Augenbraue. Sie drehte sich zu ihm zurück, ihr Blick war entschlossen und James konnte nicht anders als misstrauisch zurückzublicken.

„Ja," antwortete sie schließlich in einer Kälte, die ihm fast das Herz stehen blieben ließ.

„Was Yuno bei dir tat, das kann er mit allen tun. Wenn du jemanden sagst, dass ich noch lebe, dann werde ich dafür sorgen, dass derjenige den nächsten Tag nicht überlebt."

Und mit einem Mal hatte sie ihren Zauberstab gegen ihn gerichtet ohne, dass er hätte reagieren können. „Fas," sagte sie deutlich und ein heller, funkelnder, goldfarbener Regen rieselte aus dem Nichts auf ihn hinab. Er sah es in seiner Haut verschwinden, als er seine Hände hob in dem Versuch die Funken zu ertasten.

„Es obliegt ganz dir, ob du es jemanden mitteilst oder nicht. Aber sei dir dann der Konsequenzen für denjenigen bewusst."

Sie atmete zufrieden wieder aus und steckte ihren Zauberstab ein.

„Wieso tust du das?!" fragte er verständnislos. Es war ein Ansturm von intensiven und unterschiedlichen Gefühlen in ihm drin. Mal vertraute er ihr, mal sah er etwas warmes in ihren Augen, mal schien sie vor Kälte und Dunkelheit nur so zu strotzen. Es machte ihn verrückt, dass er sie so gar nicht einschätzen konnte.

„Du willst zurück zu deinen Leuten. Yuno wird dich zurück nach London zu deiner Familie bringen," sagte sie kühl und wandte sich ab. Sie war fast an der Tür als James ihr nachrief.

„Sehen wir uns wieder?!"

Lyah blieb mit dem Rücken zu ihm gewandt stehen und zögerte.

„Möchtest du wirklich einer Hexe beim sterben zusehen?" kam die Gegenfrage. Mit der Antwort musste der junge Zauberer nicht mal nachdenken.

„Wenn du wirklich der bist, für den du dich mir vorgestellt hast, dann will ich nicht, dass du alleine stirbst."

„Wenn du möchtest, dann ja, sehen wir uns wieder, bevor meine Zeit abgelaufen ist."

Mit diesen letzten Worten verließ sie den Raum ohne sich noch mal umgedreht zu haben und schloss die Tür hinter sich. James atmete schwer ein, bevor er sich zurück lehnte und die Augen schloss. Er war so müde und erschöpft, er wäre am liebsten wieder eingeschlafen.


Er wurde nur von Yuno begleitet, der mit ihm von Portschlüssel zu Portschlüssel reiste bis sie in einem Haus rauskamen und er ihn zu einem Kamin führte.

„Ich komm nicht mit. Das letzte Stück musst du alleine gehen," brummte er ihm zu. James nickte und war mit einem Bein bereits dabei in den Kamin zu steigen, als ihn jedoch etwas davon abhielt und am Arm packte. Verwirrt drehte er sich wieder um und sah den Riesen mit einem sehr schuldbewussten Blick bei ihm stehen.

„Tut mir leid, dass ich dir ne Rippe gebrochen habe. Ich wollte dich nur mitziehen, nicht weghauen. Ich seh aber nicht sehr gut."

„Err, okay... Schon gut."

So sehr wie er am Anfang auch noch geflucht hatte wegen der Verletzung, die Wut darüber war in diesem Moment verflogen. Irgendwie wirkte der Halbriese auf ihn wie ein übergroßer Teddybär und wären Lilli und Anna nun bei ihm, sie hätten ihn bestimmt niedlich gefunden. Ein wenig erinnerte er ihn gar an Hagrid mit seiner Größe und Unbeholfenheit, welcher für James ein sehr guter Freund gewesen war.

„Lyah ist eine sehr gute Hexe," brummte Yuno und sah ihn noch immer wie ein kleines Kind an, dass dabei war um Süßigkeiten zu bitten. „Sie hat mir das Leben gerettet. Ohne sie wäre ich nicht mehr am Leben."

„... Okay," wiederholte der junge Zauberer vorsichtig und wartete ab, worauf sein Gegenüber eigentlich hinaus wollte. Nachdem er ihn zu Lyah gebracht hatte, sprach der Halbriese nämlich eigentlich kaum ein Wort mit ihm, bis zu diesem Moment jedenfalls.

„Sie wird sterben."

„... Ich weiß..."

Es sollte nicht kaltherzig klingen oder gleichgültig, aber er kannte diese Frau im Grunde genommen noch gar nicht wirklich und es gab wesentlich wichtigere Menschen in seinem Leben, die sich ebenfalls in Lebensgefahr befanden, und dessen Überleben ihm weitaus wichtiger war.

„Sie ist zu schwach."

„Das tut mir leid, Yuno. Aber ich glaube nicht, dass es etwas gibt, was ich tun könnte? Ich muss zurück zu meinen Freunden."

„Wenn sie alleine auf Black trifft, wird er sie töten."

„Black?!" fragte James verwirrt und wurde augenblicklich hellhörig.

„Cygnaius Black," sagte Yuno deprimiert. „Er ist ein ganz schlechter und böser. Aber er ist stark. Ich habe andere reden hören."

Entsetzt wandte sich James nun ganz vom Kamin ab und dem Halbriesen zu.

„Cygnaius? Cygnaius ist derjenige, der Lyah's Mann getötet hat?"

Yuno nickte heftig.

„Sie waren enge Freunde. Cygnaius wollte sie, aber sie zögerte. Er war ja bereits verheiratet und sie mochte nicht, wie er über uns herzog, die nicht ganz Zauberer sind, wie er."

In diesem Moment fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Immer wenn Cygnaius zu ihm sagte, dass er ihn an sie erinnern würde, meinte er nicht seine Mum. Er meinte Lyah. James hatte es nie verstanden, denn die Eigenschaften, auf die Cygnaius jedes Mal ansprach, die hatte Maria so überhaupt nicht.

Er hatte immer geglaubt, dass der Zauberer ihn nur aufgrund seiner engen Freundschaft zu Sirius so in Schutz nahm, aber seit geraumer Zeit war er sich sicher, dass mehr dahinter steckte. Die tiefe Abneigung, die er gegen Lilli empfand, hatte ihn misstrauisch werden lassen, denn James hatte zwar damit gerechnet, dass der Zauberer nicht erfreut über ihre Verbindung war, dachte aber nie, dass Cygnaius etwas tun würde, um seiner Abneigung Genugtuung zu verschaffen.

Jetzt, wo er eins und eins zusammenzählte und das Puzzle vor ihm immer mehr Formen annahm, verstand er langsam, was vor sich ging. Konnte er wirklich so blind gewesen sein, im Bezug auf diesen Menschen? Es ging dem Zauberer also nie um ihn, James, sondern nur um die Kontrolle über sein Leben, weil er dies bei Lyah nicht konnte?

„Könntest du nicht noch etwas länger bleiben?!" fragte der Halbriese plötzlich und James zuckte überrascht zurück. Nun wirkte er erst recht wie Hagrid mit den kleinen Knopfaugen und der hängenden Schulter und dem Freund konnte James ebenfalls nie etwas ausschlagen, wenn er so auf ihn zukam. Nicht mal, wenn dies Bauchschmerzen bedeutete, weil man seine neuesten Sandwichkreationen probieren sollte.

„Lyah war wieder so wie früher, während du hier warst. Weißt schon, offen und fröhlicher, lächelte endlich wieder mal. Sie hat dich echt sehr gern."

James zögerte. Er sehnte sich danach zu Lilli und seiner Familie und Freunden zurückzukehren, aber nun war da diese Sache mit Lyah und Cygnaius. Er könnte in den Kamin steigen und zu dem Leben abreisen, dass er kannte, zu dem er auch wieder wollte oder er blieb und fand endlich das heraus, was ihm jeder verschwieg. Gryffindor's Magie hatte ihm gesagt, dass es etwas gab, was alle Beteiligten wussten, nur er nicht und es wäre wichtig, dass er es täte. Wenn er damit erreichte, dass sie einen Sieg gegen Voldemort erringen konnten und seinen Freunden und Familie wieder ein Leben in friedlicheren Zeiten möglich machte, was waren da schon einige Tage mehr oder weniger, die er fern blieb? Und so nickte er an Yuno gewandt.

„Okay... Dann lass uns zurückgehen."

Das Gesicht des Halbriesen hatte sich augenblicklich aufgehellt und es erschien ein so großes Strahlen in seinem Ausdruck, wie James es nie gedacht hätte, bei jemanden zu sehen, der ihn bis dahin stets nur grimmig und finster angestiert hatte.