Hoppla, ist das kurz…hoffentlich mögt ihr es trotzdem!

Lara hat die Münze gefunden, die den finalen Hinweis zum zweiten Kristall enthält! Doch aus dem Nichts erscheint auf einmal eine wolfartige Kreatur, die zum Kampf bereit ist…

Kapitel 50 – Des Rätsels Lösung

Mongolei | Provinz Chentii-Aimag | Grab des Dschingis Khan | 17:14 Uhr

Branden sah um die Ecke und erkannte Lara, die nun gegen den riesenhaften Wolf antrat. Er schluckte und biss sich auf die Unterlippe.

„Hau ab, Lara…du kannst nicht gewinnen", riet er ihr, obwohl er wusste, dass sein Ratschlag sinnlos war.

„Branden…", meldete sich Uma ernst. „Es ist schweinisch, aber wenn du jetzt nicht gehst…"

„Ich weiß", unterbrach Branden sie. „Ich muss gewinnen."

Mit diesen Worten steckte er seinen Pocket PC ein und wandte sich dem Rückweg zu.

Er musste es tun.

Er hatte keine Wahl.

Seine Ziele zwangen ihn dazu.


Gekonnt wich Lara den Attacken des Wolfes aus, doch sie wusste, dass das schwarze Wesen nur mit ihr spielte. Wenn es wollte, könnte es Lara sofort töten.

‚Scheint ziemlich einsam zu sein', ging es Lara durch den Kopf, als sie sich zur Seite rollte, wieder auf den Kufen ihrer Schlittschuhe aufkam und rückwärts schlitterte, während der Wolf auf sie zupeste. Dabei schoss Lara und traf, doch die Kugeln verschwanden spurlos im Leib der Kreatur und hinterließen nicht die geringste Wunde.

„Lara, ich habe etwas gefunden!", verkündete Alister hastig, als Lara mit einem Salto über den Wolf hinwegsprang.

„Nur zu", antwortete Lara knapp, drehte sich um und schoss in Bewegung weiter auf den Wolf. Obwohl es keinen Sinn hatte, wollte Lara sich weiter verteidigen. Es waren wahrscheinlich Instinkte, die sie dazu trieben.

„Diese Fresken im Raum! Es gibt ein altes mongolisches Märchen, in dem von einem Wolf berichtet wird, der mongolische Stämme gegen fremde Völker verteidigt!", erzählte er aufgeregt. „Als Dank gaben ihm die Mongolen das beste Essen und den besten Wein, den sie hatten."

„Danke", gab Lara schwer atmend zurück und steckte ihre Pistolen ein.

Während sie versuchte, den Wolf auf Abstand zu halten, kramte Lara in ihrem Rucksack. Sie fand einen Müsli-Riegel und eine Plastikflasche voll Wasser.

‚Es ist nicht das Beste vom Besten, aber mehr habe ich nicht', dachte Lara und warf dem Wolf die Nahrung zu Füßen. Der stoppte vor den Opfergaben und auch Lara kam zum Stehen. Außer Puste beobachtete sie die Reaktion des Wolfes.

Er beschnupperte die Geschenke kurz, ehe er seinen Blick wieder Lara zuwandte. Sie versuchte, ihn möglichst respektvoll und ruhig anzusehen. Laras Atemzüge waren das einzige Geräusch in der Halle, das durch ein Echo noch verstärkt wurde.


Als die Laute des Kampfes verstummt waren, hatte Branden sich noch einmal umgedreht, bevor er den Rückzug antrat. Von Weitem beobachtete er die Szene zwischen Lara und dem Wolf.

„Du begehst einen Fehler", murmelte er besorgt. „Scheiße, du machst es genau falsch…"


Der Wolf zertrat die Wasserflasche und die farblose Flüssigkeit breitete sich auf dem eisigen Boden aus. Mit einem weiteren Schritt trat er auch den Müsli-Riegel zu Brei. Wieder fletschte er die Zähne und funkelte Lara bedrohlich an.

„Was?! Aber-"

Ein Schrei unterbrach Alisters Einspruch, denn blitzschnell hatte sich das Wesen auf Lara gestürzt und drückte sie nun mit seinen mächtigen Pranken zu Boden. Ihre Waffen – zuvor als letzter Versuch der Verteidigung gezückt – glitten ihr aus den Händen und rutschten fort. Sie spürte seinen kalten Atem auf ihrer Haut und wusste, dass sie dem Tod ins Auge blickte. Verzweifelt versuchte sie ihre Waffen in einigen Metern Entfernung zu erreichen, doch der Wolf drückte Laras Schultern so fest, dass sie sich nicht bewegen konnte und die Blutzufuhr zu ihren Armen abgeschnürt wurde.

„Das war's dann wohl…", wisperte Lara sich selbst zu und ignorierte die aufgeregten Rufe Zips und Alisters.


„Ach, verdammt! Jetzt hilf ihr schon!", rief Uma, die schon längst bemerkt hatte, dass Branden zögerte.

„Aber Uma-"

„Ziele hin oder her! Wenn sie jetzt auch noch stirbt, kannst du dir das niemals verzeihen! Beweg dich; das war ein Befehl!", ordnete Uma in ihrer autoritären Art an.

Branden konnte und wollte nicht widersprechen.

Sofort sprintete er auf seinen Schlittschuhen aus dem Raum, über die Brücke und in die Halle, in der sich der Kampf zwischen Lara und dem Wolf zutrug.

Die Kreatur sah auf, ehe sie ihre Zähne in Laras Fleisch bohren konnte und knurrte.

„Branden…?", flüsterte Lara vollkommen verwirt.

Der Abenteurer zog sogleich seine Desert Eagle, doch er richtete sie nicht auf den Wolf.

Das Wesen ließ sofort von Lara ab, als Branden auf eines der Fresken zielte, doch bevor es angreifen konnte, drückte Branden ab und beschädigte das Bildnis, woraufhin der Wolf gequält aufheulte. Ehe die Kreatur ein weiteres Mal attackieren konnte, schoss Branden noch einige Male, bis das Fresko in Tausend kleine Splitter zersprang.

Während der Wolf geplagt jaulte, tat Branden dasselbe bei den nächsten Fresken, bis auch diese zerstört waren. Als letztes sah Branden noch oben, um das letzte Bildnis zu zerstören. Ehe der Wolf wieder Kraft fassen konnte, zersprang auch das letzte Kunstwerk in viele eisige Bruchstücke, die auf die Erde hinabfielen.

Ein letztes Mal heulte der Wolf so laut, dass Lara sich die Ohren zuhielt. Doch schnell wurde das Jaulen leiser und verstummte. Der Wolf kauerte auf dem Boden und sah traurig in Brandens Richtung.

„Verschwinde", befahl Branden knapp und das Wesen gehorchte.

Die Kreatur löste sich wieder in schwarzen Rauch auf und verschwand schließlich endgültig.

Kapitel 50 | Ende

Mal wieder hat Branden Lara das Leben gerettet! Das muss wahre Liebe sein. Oder doch nicht?