Tear me apart
Ich werde dein Herz brechen, so wie sie mir meines gebrochen haben.
Ich werde deine Seele zerreißen, so wie sie mir meine zerrissen haben.
Es wird leichter werden.
Aber es wird nie vorbei sein.
- houseghost -
Die Dinge, die ich schreibe, helfen mir, meine Gefühle zu ordnen.
Sie beruhen auf meinen Erfahrungen, lassen mich jedoch nicht alles verstehen.
Danke an alle, die mir vor Augen geführt haben, dass meine Geschichten lebendig sind.
In der Vorstellung ist alles möglich.
Somit gebe ich die Story mit einem tränenden Auge frei.
xxx
Kapitel 50
Wie definieren Sie Liebe, Professor?
Kaum war sie alleine, wuselte sie unruhig durch das Zimmer. Snape hatte sich eigenartig verhalten, seine Nervosität war ihr nicht entgangen. Und ständig hatte er versucht, ihr etwas mitzuteilen.
Was konnte er nur vorhaben?
Hermine grübelte und grübelte. Plötzlich dämmerte es ihr. Sollte das etwa eine Verabredung sein?
Sie war noch immer so von seinem völlig unverhofften Lächeln überwältigt, dass sie sich ganz schummerig fühlte. Es war absolut untypisch für ihn, so zu handeln und sie hätte niemals damit gerechnet, dass er so etwas tun würde. Nicht Snape.
Sie seufzte verträumt. Doch schnell wurde ihr klar, dass sie keine Zeit hatte, sich Gedanken über alles zu machen.
Planlos raste sie ins Bad und erschrak, als sie ihre Erscheinung im Spiegel sah. Ihre verheulten Wangen, ihre zerzausten Haare...
Wie zum Henker sollte sie in einer Stunde damit fertig werden? Sie ließ Wasser in die Wanne laufen und schwang sich hinein. Von Entspannung konnte da keine Rede sein. Sie wusch sich das Haar und versorgte es mit einer Spülung, um es wenigstens etwas zu bändigen.
Noch während sie sich den Filz aus den Locken kämmte, traf sie fast der Schlag. Sie hatte nichts anzuziehen, was auch nur im Entferntesten mit dem Wort hübsch in Verbindung gebracht werden konnte. Sie stützte den Kopf auf die Hände und war schon wieder den Tränen nahe, da wurde ihr erst so richtig bewusst, was sie alles durch gestanden hatte, während sie auf sich alleine gestellt gewesen war. Was hätte sie nur ohne ihn getan? Er hatte sich auf die Suche nach ihr gemacht und sie gefunden. Vor allem aber hatte er sie nach Hause gebracht.
Hermine wurde unsanft aus ihren Träumen gerissen, als sie feststellte, dass ihr die Zeit davon lief. Er war es wert, dass sie sich für ihn ins Zeug legte und sie wollte ihn nicht enttäuschen. Nicht schon wieder.
Als sie aus dem Bad kam und ihre wilde Mähne getrocknet und zu einer akzeptablen Frisur hochgesteckt hatte, glitt ihr Blick nervös durch das Zimmer. Auf dem Bett lag eine große Schachtel mit einer kunstvollen Schleife darum. Ihr Herz machte einen Satz. War es tatsächlich das, was sie dachte?
Sie eilte zum Bett hinüber, riss die Schleife von der Schachtel und hob den Deckel an.
Oh mein Gott! Ein Kleid.
Er hatte ihr ein Kleid besorgt. Noch dazu eines, dass das Wort hübsch deutlich übertraf. Es war eng anliegend, trägerlos und nudefarben ... Es war perfekt. Sie hätte nicht damit gerechnet, dass er so etwas tun würde. Aber ehrlich gesagt, was wusste sie schon über ihn? Er schaffte es immer wieder, sie zu überraschen.
Endlich war sie halbwegs bereit, ihn zu empfangen, aber ihre Nerven lagen blank. Es war erstaunlich, warum sie plötzlich so aufgeregt war, bis sie begriff, dass das die erste ordentliche Verabredung war, die sie überhaupt mit ihm hatte. Sie hatten so viel zusammen durch gestanden, so viel erlebt, aber noch nie waren sie wie ein normales Paar verabredet gewesen. Ihre Wangen leuchteten, als sie bedächtig zur Tür schritt, in dem einzigen halbwegs akzeptablen Paar Schuhe, das sie finden konnte: ihren Sneakers.
Oh Gott! Irgendwie würde sie ihn davon abhalten müssen, auf ihre Füße zu starren. Sie schüttelte den Gedanken ab, setzte ein unsicheres Lächeln auf und öffnete die Tür.
Snape lehnte mit den Händen in den Taschen seines Gehrocks an der Steinmauer, während er unruhig auf Miss Granger wartete. Noch immer steckte er in seinen feuchten Sachen, er hatte nicht genug Zeit gehabt, um alles so vorzubereiten, wie es beabsichtigt war. Kein Wunder! Sie hatte ihn dazu gedrängt, bei ihr zu bleiben, weshalb er all seine Vorhaben binnen Kürze erledigt haben wollte. Doch die Sache mit Albus hatte länger gedauert, als befürchtet. Jetzt war es zu spät, um noch etwas an seinem Aussehen zu ändern, er würde wohl oder übel so auf sie warten müssen, wie sie es von ihm gewohnt war.
Unruhig stieß er sich von der Mauer ab und schritt den Gang auf und ab. Er fühlte sich elend bei dem was er vorhatte. Seine Finger waren feucht und seine Atmung unbeständig. Es gab so viel, das er ihr zu sagen hatte und es entsprach überhaupt nicht seiner Natur, es auf diese Weise zu tun. Genau genommen hatte er noch nie eine Verabredung dieser Art gehabt.
Verdammt! Hoffentlich war ihr überhaupt klar geworden, dass es eine Verabredung sein sollte, er hatte sich ja nicht gerade geschickt angestellt, als er versucht hatte, es ihr zu sagen.
Plötzlich ging neben ihm die Tür auf und er traute seinen Augen kaum, als er sie sah. Er schluckte sprachlos, seine Hände waren immer noch in seinen Taschen vergraben. Endlich nahm er sie heraus und glitt neben sie.
„Miss Granger", sagte er steif, ohne es zu beabsichtigen. Schnell setzte er ein zaghaftes Lächeln auf und hielt ihr seinen Arm hin.
Hermine war feuerrot im Gesicht - das musste an den Sneakers liegen. Sie griff nach seinem Arm und atmete tief ein.
Er legte die Stirn in Falten, immer noch verunsichert. „Sollen wir?"
Sie nickte und klammerte sich an ihm fest. Gemeinsam verließen sie die Kerker und schlenderten durch das Schloss.
„Wohin gehen wir?", fragte sie neugierig, nachdem sie eine Weile nichts mehr von ihm gehört hatte.
„Wenn ich es Ihnen sagen würde, wäre es keine Überraschung mehr, Miss Granger."
Sie kaute nachdenklich auf ihrer Lippe herum. „Übrigens, danke für das Kleid, Professor."
Er sah sie an, ein süffisantes Grinsen kräuselte seine Lippen. „Es passt überraschend gut zu Ihren Schuhen."
Ihr Gesicht glühte. „Nun ja, Sie müssen es praktisch sehen. Hogwarts hat so unendlich viele Treppen und Türme und da ist es nur logisch, bequeme Schuhe zu tragen, mit denen man auch wirklich gehen kann."
Er nickte zustimmend. „In der Tat."
Es war gut, seine vertraute Stimme zu hören. Erleichtert atmete sie auf. „Danke, dass Sie darüber hinwegsehen."
Er legte ihr die Hand auf den Arm. „Entspannen Sie sich, Miss Granger. Es reicht, wenn einer von uns beiden nervös ist."
Sie ließ ihre Augäpfel zu ihm hinüber gleiten, um einen Blick auf sein Gesicht zu erhaschen.
Er sah wirklich nicht gerade wie er selbst aus. „Ich bin mir sicher, es ist nicht nötig, dass Sie beunruhigt sind, Professor, schließlich wissen Sie, im Gegensatz zu mir, wo wir hingehen."
Seine Augen blitzten auf, doch er antwortete nicht und führte sie weiter, bis er plötzlich stehen blieb. „Wir sind da."
Vor ihnen zeichneten sich die Umrisse einer Tür ab, die aus der Verborgenheit der Wand heraustrat. „Der Raum der Wünsche!", rief sie überrascht. Er nickte und geleitete sie durch die Tür.
Hermine war überwältigt, als sie den Raum betraten, der nicht wieder zu erkennen war, seit sie zuletzt hier gewesen war. Überall um sie herum standen wunderschöne, antike Silberleuchter mit brennenden Kerzen darin. Das Licht, das von den Spiegeln an den Wänden zurückstrahlte, war faszinierend und ließ alles noch viel größer und geheimnisvoller wirken, als es in Wirklichkeit war. Begeistert drehte sie sich im Kreis.
Snape stand still neben ihr, die Hände hinter dem Rücken ineinander verschränkt und beobachtete jede ihrer Bewegungen.
Sie kam schwungvoll auf ihn zu und warf sich an seine Brust. Er fing sie auf, legte die Arme um ihre Taille und blickte voller Sehnsucht auf sie hinab. Schweigend sahen sie sich an. Ihre Augen ruhten in der Stille aufeinander und so genossen sie das Schlagen ihrer Herzen. Noch immer waren sie beide nervös, doch langsam fanden sie zueinander.
Er beugte sich zu ihr hinab und drückte ihr einen sanften Kuss auf den Mund.
Hermine schauderte bei der Berührung ihrer Lippen und schloss die Augen. Sie wollte mehr davon haben und schlang ihre Arme um seinen Nacken. Nie zuvor hätte sie gedacht, dass so etwas geschehen würde. Nicht hier, nicht mit ihm. Beinahe wäre sie vor Einsamkeit fast verrückt geworden und jetzt stand sie hier mit dem Mann, den sie über alles liebte und wurde mit einem Kuss von ihm beschenkt. Es war bedeutsam, keine Frage, denn schließlich war er Severus Snape, der gefürchtete Zaubertränkelehrer. Ein Kuss von ihm war mehr, als sie zu Hoffen gewagt hätte, ganz besonders nach allem was sie ihm angetan hatte.
Sie stieß mit der Zunge gegen seine Lippen und wartete darauf, dass er sie einließ. Dann vergrub sie ihre Finger in seinen schwarzen Haaren. Seine immer noch feuchte Kleidung fühlte sich dampfig an, doch bei der Hitze, die die Kerzen ausstrahlten, würde sie bestimmt schnell trocknen.
Er sah so wunderschön aus und fühlte sich so vertraut an, dass sie sich von ihren Gefühlen dazu hinreißen ließ, ihn leidenschaftlich zu küssen. Sie stöhnte in seinem Mund auf und drückte sich fest an ihn, bis sie beide nach Atem rangen. Schließlich löste er sich mit bebender Brust von ihr los und sah sie an.
Das Feuer seiner Augen glühte. Er wollte sie, doch etwas hielt ihn zurück. Noch immer war er nervös und Hermine wollte nicht schon wieder dieselben Fehler machen, die sie schon so oft gemacht hatte. Sie folgte wortlos seinem Blick, der langsam über ihren Körper glitt.
„Sie sehen zauberhaft aus, Miss Granger", bemerkte er. Seine Stimme war längst nicht so kräftig wie gewöhnlich.
Sie lächelte sanft und verunsichert darüber, was sie tun sollte. Dann streckte sie die Hand aus und legte sie ihm auf die Brust. Sein Herz schlug kräftig. „Und Sie sehen beeindruckend aus, Professor."
Er starrte sie entgeistert an. Noch immer fiel es ihm schwer, Komplimente über sich zu akzeptieren, obwohl er an ihren Augen sehen konnte, wie ernst es ihr war.
Verlegen räusperte er sich und trat einen Schritt zurück. Dann deutete er mit einer offenen Bewegung der Hand in die Mitte des Raumes. „Wir sollten etwas essen."
Erst jetzt bemerkte Hermine einen festlich gedeckten Tisch, der wie von Zauberhand flankiert von zwei hohen Stühlen vor ihnen auftauchte. Die Hauselfen hatten sich selbst übertroffen.
„Es ist wunderschön", bemerkte sie überwältigt.
Er deutete eine leichte Verbeugung mit dem Kopf an und führte sie zu ihrem Platz. Erst als er ihr den Stuhl zurechtgerückt hatte, setzte er sich selbst.
„Ich fürchte, wir werden auf den Wein verzichten müssen, Miss Granger", sagte er milde und schenkte kühles Wasser in zwei Gläser.
Sie lächelte zufrieden. „Einverstanden, Professor. Ich mache mir ohnehin nichts daraus."
Er sah ihr tief in die Augen. „Das ist auch besser so. Es gibt neue Entwicklungen, die uns betreffen und die Umstände, in denen wir uns fortan befinden, erfordern drastische Maßnahmen ..."
„Wir?", fragte sie überrascht. „Nicht ich habe ein Problem mit Alkohol." Sie hoffte inständig, dass es nicht zu forsch geklungen hatte und lächelte ihn vorsichtig an.
Er fuhr sich angespannt mit den Händen durch die Haare. Irgendwie sah er aus, als würde er alles bezweifeln und das machte sie stutzig.
„Was ist mit Ihnen, Professor?"
„Ich fürchte, ich muss Ihnen etwas erklären, Miss Granger. Ich wollte es schon die ganze Zeit über tun und den richtigen Moment dafür abwarten. Doch je länger ich es hinauszögere, umso mehr muss ich feststellen, dass es keinen passenden Moment dafür gibt."
Auf ihrer Stirn bildeten sich nachdenkliche Falten. „Was meinen Sie? Was wollten Sie mir sagen?" Sie klang so ahnungslos und auch so neugierig, dass es alles nur noch schlimmer für ihn machte.
Er schluckte. „Miss Granger …"
Und wenn die Hölle zufriert…
„Miss Granger … Sie haben sich geirrt."
… ist der Untergang nicht mehr weit.
„Womit?" Sie trommelte ungeduldig mit den Fingerspitzen auf die Tischdecke.
„Mit allem."
Warum? Warum muss ich es ihr überhaupt sagen? Früher oder später wird sie es so oder so herausfinden.
Dann passierte es. „Sie tragen ein Kind in sich." Seine Stimme war nicht ansatzweise so kräftig wie gewöhnlich. Die Macht, die er sonst damit ausstrahlte, war verloren.
Jetzt gibt es kein Zurück…
Er starrte sie ungeduldig an und wartete auf eine Antwort. „Miss Granger", begann er nach einer Weile, „haben Sie mir zugehört?"
Sie nickte perplex. Er sah vollkommen ernst aus, auf eine ganz neue, sanfte Weise.
„Sie tragen ein Kind in sich, Miss Granger. Unser Kind."
Ihre Kinnlade sackte nach unten.
Irgendwann schüttelte er den Kopf. „Sie sind ohne Zweifel schwanger", hörte sie ihn sagen.
Nur langsam fasste sie sich wieder. „Aber … das kann nicht sein. Verstehen Sie denn nicht? Ich habe verhütet. Nur ohne dass Sie es wussten."
Er raufte sich die Haare, unordentliche schwarze Strähnen hingen ihm ins Gesicht. „Aber das spielt in unserem Fall keine Rolle. Erinnern Sie sich! Erinnern Sie sich daran, was geschehen ist, als wir bei Ihren Eltern zu Besuch waren." Seine Augen glühten, während er wieder einmal ungeduldig auf ihre Antwort wartete.
„Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich daran erinnern möchte. Es war irgendwie seltsam, was damals passiert ist", gab sie kleinlaut von sich. „Und das ist nicht gerade ein Teil meines Lebens, auf den ich stolz bin. Obwohl der Sex ausgesprochen intensiv war …"
Er sprang auf die Beine. Der ganze Tisch kam ins Wanken und er nahm sie an den Schultern, gerade fest genug, um sie zur Besinnung zu bringen, ohne sie dabei zu verletzen.
Es war lange her, seit sie ihn so wütend gesehen hatte und das schien ihr die Augen zu öffnen. Alleine die Geschwindigkeit, mit der er sich bewegt hatte, war beängstigend.
„Granger! Das ist kein Spiel! Was habe ich damals zu Ihnen gesagt?"
Sie kaute nachdenklich auf ihrer Lippe herum. „Es waren so viele wunderbare Dinge. Was meinen Sie genau?"
„Ich gab Ihnen all meine Macht", knurrte er. Dann holte er tief Luft. „Wissen Sie, was das bedeutet?"
Sie überlegte fieberhaft. „Nein." Dann schüttelte sie den Kopf. „Nein, Professor, das kann nicht sein!"
„Doch, es kann." Seine Stimme war nicht mehr als ein Flüstern und trotzdem war jedes Wort eindringlich und klar zu hören.
„Ich sagte Ihnen bereits, dass ich verhütet habe. Ich war auch nicht krank, also …" Sie schüttelte energisch den Kopf. „Lassen Sie mich endlich los!" Sie wurde nicht laut, als sie das sagte, sie forderte es einfach nur.
Er ließ die Hände sinken und starrte ihr in die Augen. Seine Pupillen waren vor Anspannung geweitet. Es war das erste Mal, dass sie so etwas zu ihm gesagt hatte und es erschreckte ihn.
Verstört drehte er den Kopf zur Seite und vermied es, sie anzusehen. Es war zum Verzweifeln! Er stand vor ihr und wollte ihr etwas sagen, doch er wusste nicht wie.
„Ich gab Ihnen all meine Macht", murmelte er abwesend vor sich hin. „Ich habe all die Magie, die uns umgab, Ihnen gegeben, Granger. Während des Aktes. Das ist etwas sehr Bedeutsames und äußerst Seltenes. Aber es funktioniert - ironischerweise."
Hermine starrte ihn entgeistert an. Sie hatte Angst. Sie konnte, sie wollte nicht glauben, was er da sagte, doch was sollte er tun? Es war die Wahrheit.
„Sie sind schwanger", wiederholte er eindringlich. „Es gibt keine Zweifel."
Sie sah ihn weiterhin an, als würde sie es nicht begreifen. Alles was sie über die Lippen brachte, war ein leiser Aufschrei. Und dann folgte auch schon die Anklage. „Sie haben mich geschwängert, Professor!"
Er nickte, völlig überrascht von ihrem Verhalten.
Ihre Worte hallten in seinem Kopf wider. Er fühlte sich, als hätte sie ihm eine Ohrfeige verpasst. Seine Brauen zogen sich tief zusammen.
„Ich dachte bereits damals, dass Sie schwanger sind, weil Sie selbst es mir erzählt haben." Er sah aufgebracht aus. „Sie haben mir eine Lügengeschichte aufgetischt, um mich am Leben zu erhalten und sind jetzt sprachlos, weil ich Sie tatsächlich geschwängert habe? Sie sind unglaublich, Granger! Was ich in ihrem Elternhaus in Dumbledores verfluchtem Bett getan habe, war ein Akt der Selbstaufgabe. Es war ein Akt der Lie …" Er stockte plötzlich.
„Was sagten Sie da eben?", flüsterte sie.
Er räusperte sich. „Nichts weiter."
Sie funkelte ihn mit zornigen Augen an. Nicht einmal jetzt war er bereit, sich seine Gefühle einzugestehen.
„Sie haben in einem schwachen Moment bewusst Ihren verdammten Samen in mich gespritzt und mich absichtlich geschwängert, weil Sie mich lieben? Und dann wagen Sie es auch noch, mir Ihre Gefühle vorzuenthalten. Nein, Professor! Viel schlimmer noch, Sie ließen mich in dem Glauben, dass nur ich etwas für Sie empfinde, obwohl Sie meine Gefühle teilen? Das ist … mir fehlen die Worte!"
„Grotesk", bemerkte er schockiert von der Härte ihrer Anschuldigung. Sein Gesicht war selbst für seine Verhältnisse bleicher als bleich. „Und zugegeben, so hätte ich es nie ausgedrückt, aber wo wir schon dabei sind … Sie haben mich hintergangen und mein Vertrauen schamlos missbraucht, Granger!" Er sprach ihren Namen aus, als würde es ihm Schmerzen bereiten, ihn überhaupt in den Mund zu nehmen.
„Genauso wie Sie! Ich kann es nicht glauben … ich bin schwanger … von meinem Professor."
Er nickte und sackte auf seinen Stuhl zurück. „In der Tat."
Die Hitze, die von den Kerzen durch den Raum zog, trieb ihm Schweißperlen auf die Stirn. Ungeduldig fingerte er an seinem Hals und löste das Tuch und die Knöpfe, die ihm die Luft zu nehmen schienen.
„Endlich sehe ich die Wahrheit vor mir", bemerkte er gestresst.
„Was?", fragte sie verdattert.
„Sie wollten nicht mich. Was ist mit all diesem Gerede über Liebe, Miss Granger?"
„Ich … nein … das ist …", stammelte sie unbeholfen. Was sollte sie ihm in einer Situation wie dieser antworten?
„Sind Sie jetzt sprachlos?"
Sie schüttelte den Kopf. „Ich meinte nicht, dass ich Sie nicht liebe. Ich möchte nur nicht das", sie deutete mit dem Zeigefinger zu ihrer Körpermitte. „Ich bin erst achtzehn Jahre alt, Professor. Ich bin zu jung, um eine Mutter zu sein."
„Aber Sie sind nicht zu jung gewesen, um Ihren Professor zu ficken, der fast doppelt so alt ist, wie Sie!", bellte er.
Das hatte gesessen. Sie bewegte die Lippen, ohne etwas zu erwidern.
„Und was jetzt, Granger? Sie weinen schon wieder? Ersparen Sie mir das endlich! Sie vergeuden meine Zeit!" Ein leises Schluchzen aus ihrer Richtung veranlasste ihn dazu, mit den Augen zu rollen. „Ich sagte Ihnen bereits damals, was ich von Ihrem Verhalten hielt. Es war nicht mehr, als eine krankhafte, kindische Verwirrtheit. Ich dachte, ich hätte mich in Ihnen getäuscht, aber jetzt, nach allem was geschehen ist, fühle ich mich endlich wieder darin bestätigt: Sie haben nur jemanden gesucht, der älter war, um Ihre sexuellen Fantasien auszuleben und da ich zufällig gerade mit Ihnen verheiratet war, ist Ihnen nichts Besseres eingefallen, als sich mir an den Hals zu werfen."
„Das ist nicht wahr!", rief sie mit Tränen in den Augen.
„Nein? Was ist dann wahr?" Er stand auf und stützte sich mit den Fingerknöcheln auf der Tischplatte ab. Sein Gesicht war schmerzverzerrt. „Keine andere Schülerin hat es in all den Jahren geschafft, mich so zu kompromittieren, wie Sie es getan haben. Ich hätte mich nicht dazu herablassen sollen, mich mit Ihnen einzulassen, Granger. Ich wusste es von Anfang an. Mein ganzes Leben lang war ich allein. Ich habe mich nur auf mich selbst verlassen. Und dann kamen Sie … es war ein Fehler, Ihnen zu vertrauen."
Er wendete sich von ihr ab und stellte sich mit verschränkten Armen in eine Ecke des Raumes, so weit wie möglich entfernt von ihr. Noch immer schluchzte sie leise vor sich hin.
„Verdammt sei Potter! Vielleicht hatten Sie tatsächlich etwas zu kompensieren, nachdem man Ihnen einen Teil Ihrer Kindheit genommen hat." Er presste die Lippen zu schmalen Schlitzen zusammen, ohne dass sie es sehen konnte.
Sie zog die Nase hoch. „Was wollen Sie damit sagen?"
„Hätten Sie sich nicht von ihm fernhalten können? Warum zum Teufel mussten Sie sich ausgerechnet mit ihm anfreunden?"
„Ich habe weit mehr mit Harry und Ron durch gestanden, als Sie es sich vorstellen können", gab sie energisch zurück. „Aber das ändert nichts an meinen Gefühlen für Sie, Professor."
„Dann beweisen Sie es mir. Bekommen Sie ihr kindisches Verhalten in den Griff und beweisen Sie mir, dass es echt ist. Beweisen Sie mir, dass Sie mich wollen und nicht nur eine Fantasie von etwas, das ich Ihnen nie geben kann."
Sie stand auf und ging auf ihn zu. Ihre Beine zitterten und dennoch fasste sie all ihren Mut zusammen und legte ihm von hinten die Arme um die Hüfte. Er schob sie entschieden von sich und drehte sich um.
„Was wollten Sie von mir, Granger?" Sein Blick war unleserlich und dennoch forschend. Die harte Fassade, die ihr früher solche Angst eingejagt hatte, war zurückgekehrt.
Sie schloss einen Moment die Augen, während seine Frage in der Luft hing und atmete ein.
„Vielleicht ist etwas dran, an dem, was Sie gesagt haben."
Ihre Finger streckten sich nach den Knöpfen an seinem schwarzen Gewand aus und sie strich gedankenverloren darüber, während sie beobachtete, wie sich sein Brustkorb bei jedem seiner Atemzüge hob und senkte. Er ließ sie gewähren.
„Ich habe Halt gesucht, als mir alles zu entgleiten drohte, nachdem das Ministerium dieses Gesetz beschlossen hatte. Mein ganzes Leben hat sich dadurch verändert. Alles, was ich je erreichen wollte, alles, wovon ich je geträumt hatte, war plötzlich verschwunden. Ich war an Sie gebunden. Und es war absurd! Ich konnte Sie nicht leiden. Schlimmer noch! Ich habe Sie immer dafür gehasst, dass Sie sich seit meinem ersten Schuljahr über mich und mein Verhalten lustig gemacht haben. Sie haben mich mehr als einmal vor der ganzen Klasse bloßgestellt. Der Unterricht bei Ihnen war die Hölle für mich, obwohl ich zugeben muss, dass kein anderer Lehrer den Schülern so viel beibringen konnte. Sie waren konzentriert und unnachgiebig. Sie waren so unsagbar still und in sich gekehrt und konnten dennoch so wütend sein wie ein Sturm. Ich habe Sie immer dafür bewundert, auf eine ganz besondere Art und Weise. Ihre Stimme hat mich gefesselt. Niemand konnte Dinge mit einem Flüstern so ausdrücken, wie Sie es taten und sich damit vor der ganzen Klasse Gehör verschaffen." Sie seufzte nachdenklich. „Manchmal war ich sogar neidisch auf Sie, weil Sie so in dem aufgehen konnten, was Sie taten. Sie hatten all dieses unwahrscheinliche Wissen in sich, das ich in meinem Ehrgeiz ebenfalls besitzen wollte, doch irgendwann musste ich einsehen, dass das nicht möglich war. Ich würde nie so sein wie Sie. Mir fehlte es an Erfahrung und Ausdauer und ganz gleich, wie sehr ich auch versuchte, Sie zu beeindrucken, es funktionierte nicht. Sie waren kalt und abweisend und Sie waren mir - in jeder Hinsicht - überlegen. Und dann, ganz plötzlich, als wir in diesem Zimmer eingesperrt waren, nur Sie und ich, schien mir ein Licht aufzugehen. Ich konnte den Mann sehen, der hinter all dem steckte. Ich konnte sehen, dass Sie nicht unverwundbar waren, ganz besonders dann, wenn Sie getrunken hatten, sondern dass Sie menschlich waren. Es war etwas völlig Neues für mich. Ich sah plötzlich Sie und nicht mehr nur die Fledermaus aus den Kerkern von Hogwarts, die versuchte, den Schülern das Leben zur Hölle zu machen. Ich gebe zu, dass ich Mitleid mit Ihnen hatte und mich um Sie gesorgt habe. Doch das war noch längst nicht alles. Mein Verlangen, zu Ihnen durchzudringen, wurde immer stärker und da wurde mir bewusst, dass sich meine Gefühle für Sie geändert hatten."
Hermine ließ ihre Hand auf seiner Brust ruhen und spürte, dass er hart schluckte. „Sie wussten immer was zu tun war, Professor. Immer. Und ich wusste, dass ich mich immer auf Sie verlassen konnte. Das hatten Sie mir in all den Jahren beigebracht."
Schweigen breitete sich zwischen ihnen aus. Sie lehnte ihren Kopf an seine Schulter und sog seinen Duft in sich auf, während er unbeweglich dastand, die Hände an seinem Körper herabhängen ließ und über das nachdachte, was sie gesagt hatte.
„Wie definieren Sie Liebe, Professor?", fragte sie plötzlich.
Er schwieg. Mit dieser Frage hatte er nicht gerechnet.
„Was empfinden Sie, wenn Sie in meiner Nähe sind? Oder dann, wenn Sie mich einfach nur ansehen? Und was empfinden Sie, wenn Sie eine andere Schülerin ansehen? Wo liegt da der Unterschied? Ist es vielleicht die Art und Weise, wie Sie die Menschen ansehen? Was bedeutet Liebe für Sie?" Voller Erwartung blickte sie ihn an.
„Miss Granger", begann er leise, „wenn es etwas auf dieser Welt gibt, das ich Ihnen nicht erklären kann, dann ist es das." Er war überwältigt von ihren Worten. Nie zuvor hatte sie so mit ihm gesprochen.
Sie lächelte milde. „Das hatte ich mir fast gedacht." Ein tiefer Seufzer entfuhr ihr. „Ich werde Ihnen was erzählen, Professor. Ich habe nie gewollt, dass das alles passiert. Aber es ist irgendwie geschehen. Verzeihen Sie mir … all meine Fehler, meine ungestüme Art ... Ich habe mich Hals über Kopf da hineingestürzt, ohne zu wissen, wohin es mich führen würde. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich weiß nur, dass ich ohne Sie verloren bin. Ich fühle es und darum brauche ich Sie. Alles was war, alles was ich getan habe, ändert nichts daran, dass ich tatsächlich mehr für Sie empfinde, als für irgendjemand anderen auf der Welt. Und das ist das, was ich Liebe nenne. Ich möchte meine Arme um Sie schlingen und Ihren Duft einatmen. Ich möchte Ihre Haut auf meiner spüren. Ich habe das Gefühl, zu ersticken, wenn Sie nicht bei mir sind." Sie hielt inne und schluckte hart. „So seltsam es klingt, aber der einzige Mensch, den ich sehen wollte, als ich alleine in diesem Zelt war, waren Sie. Sie und all die Herausforderungen, die zwischen uns lagen haben mir eine neue Perspektive auf mein Leben gezeigt. Und jetzt frage ich Sie noch einmal: Was ist Liebe, Professor?"
Er nahm die Hand hoch und hielt ihr Kinn zwischen seinen Fingern fest, dann drehte er ihren Kopf zu ihm, bis sie ihn ansehen musste. „Miss Granger", sagte er ruhig, „Ich bin der letzte Mensch, der ihnen Vorwürfe über ihre Gefühle machen sollte." Er hörte einen tiefen Seufzer von ihr und seine Mine verfinsterte sich augenblicklich. „Bitte hören Sie mir zu. Wenigstens dieses eine Mal. Ich muss es wissen. Sagen Sie mir eins: Was sehen Sie, wenn Sie mich ansehen?"
Sie blinzelte. „Ich sehe den Mann, der meinen Puls schneller schlagen lässt, auch dann, wenn er einfach nur still vor mir steht. Einen Mann, der in der Lage ist, all meine Zweifel mit nur einem Blick seiner schwarzen Augen zu zerstören. Sie sind jemand, der mir Sicherheit gibt und mir das Gefühl nimmt, alleine zu sein. Sie sind stark, Professor und Sie waren trotz allem immer für mich da … Ich weiß, dass das vielleicht nicht genug ist, aber es ist immerhin so viel, dass ich mir sicher bin. Und niemand hat das Recht, diese Gefühle, die ich für Sie habe, in Zweifel zu stellen." Sie atmete tief ein. „Und Sie haben mich geschwängert", setzte sie energisch nach. „Das bedeutet, Sie stecken ganz schön in Schwierigkeiten, Mister!"
Er hob wie üblich eine seiner Augenbrauen an. „Wirklich? Ich bin nicht der, der schwanger ist." Ein sarkastisches Grinsen erschien auf seinem Gesicht.
Sie krallte ihre Finger in den schwarzen Stoff auf seiner Brust, sodass ihm ein eisiger Schauder über den Rücken lief. „Wirklich, sehr komisch! Sie stecken da genauso mit drin, wie ich. Kinder können unausstehlich sein."
Er rollte mit den Augen. „Wem sagen Sie das, Granger! Jahr für Jahr stelle ich mir dieselbe Frage: warum tust du dir das nur an?"
„Und was ist Ihre Antwort darauf?"
Er zuckte mit den Schultern. „Ich wüsste nicht, was ich sonst täte. Und Dumbledore braucht mich. Außerdem dürfen Sie meine Vergangenheit nicht außer Acht lassen. Das Ministerium hat ein Auge auf mich."
Sie seufzte. „Wir werden schreckliche Eltern sein."
„Davon bin ich überzeugt."
Er strahlte so eine Ruhe und Gelassenheit aus, dass er ihr schon fast Angst machte. Nachdenklich nahm sie ihre Lippe zwischen die Zähne und kaute darauf herum. „Glauben Sie, es wird funktionieren?"
„Was?"
„Das mit uns."
Er hob die Brauen an. „Sehe ich so aus, als hätte ich eine Ahnung von diesen Dingen?"
Sie schüttelte den Kopf. „Eigentlich nicht."
„Warum fragen Sie mich das dann, Granger?"
Sie warf ihm einen strengen Blick zu. „Nein! Nicht Granger. Ich bin die Mutter ihres Kindes, Professor. Nennen Sie mich wenigstens dieses eine Mal bei meinem Vornamen. Sie wissen doch, wie ich heiße, oder?"
Sie wirkte verunsichert und er schien schwer mit sich zu kämpfen, als er nach Worten suchte. Seine Lippen bewegten sich langsam, er schluckte. „Hermine."
Sie nickte zaghaft.
„Ich - ich liebe dich, Hermine."
Sie atmete aus und kuschelte sich innig an seine Schulter, während er schweigsam darüber nachdachte, was er gesagt hatte. „Das klingt absolut lächerlich!" Zwischen seinen Augen war eine tiefe Furche aufgetaucht.
„Ach finden Sie, Professor?", fragte sie herausfordernd.
Er legte den Kopf schief. „Wir sollten uns eingehend überlegen, wie wir das Kind nennen. Hermine - was ist das nur für ein Name!"
„Ich mag meinen Namen."
„Tatsächlich?" Er blickte sie fragend an.
Sie nickte. „Zumindest mochte ich ihn, bis du ihn so abfällig ausgesprochen hast ..."
Ein schelmisches Grinsen legte sich über sein Gesicht. „Da haben wir es, Miss Granger: Sie sind und bleiben Miss Granger."
„Und du bleibst Professor Severus Snape."
Er rollte mit den Augen, als er fest seine Arme um sie schlang. „Wenn Sie es sagen …"
xxx
Der Krieg war noch nicht vorüber, doch die erste Schlacht im Hause Granger/Snape war gewonnen…
- Fortsetzung in Arbeit -
Danke an alle, die mich mit ihren Worten aufgemuntert haben, auch dann, wenn ich ihnen nicht antworten kann, weil sie keinen Account haben.
xxx
Diese Fanfiction möchte ich meinem tapferen Krieger widmen. I love you
