Ein Land streikt

Hermine lag im Bett und starrte zur Decke. Snape war gerade im Badezimmer. Das gab ihr eine Minute alleine in der sie kurz nachdenken konnte.

Sie blickte zur anderen Seite des Bettes. Wenn alles nur ein böser Traum wäre, wünschte sie sich. Aber ihr blieb die Hoffnung, dass sie und Snape durchaus dazu in der Lage wären sich zu arrangieren und die ohnehin zermürbende Situation nicht noch durch ihre Differenzen schwieriger gestalten würden als sie ohnehin war.

Snape kam aus dem Badezimmer und starrte Hermine an, die ihrerseits ihn mit ihren Blicken fixierten.

„Ich kann auf der Couch schlafen, wie gesagt.", erwähnte er ein weiteres Mal sein Angebot.

„Ich dachte diesen Punkt hätten wir geklärt.", meinte sie leicht verärgert.

Snape entgegnete nichts und legte sich zu ihr in das Bett. Hermine starrte ihn nur weiterhin an.

„Gibt es etwas das ihnen auf der Seele brennt oder warum starren sie mich schon die ganze Zeit über an?", fragte er etwas genervt.

„Nein, ich wollte ihnen nur eine gute Nacht wünschen.", erklärte sie.

„Gute Nacht, Ms Granger.", meinte er und drehte sich zur Seite, womit er sich von ihr abwandte.

Es vergingen einige Minuten in denen Hermine ihn immer noch anstarrte. Unvermutet drehte er sich zu ihr und fixierte sie mit seinen kalten Augen.

„Sie starren mich immer noch an Ms Granger! Also was genau bezwecken sie damit?", meinte er ungeduldig.

„Nichts. Gute Nacht.", meinte sie störrisch und wandte sich nun ihrerseits von ihm ab.

„Also gut. Dann schlafen sie besser, Ms Granger, sie haben morgen Unterricht.", meinte er eindringlich und wandte sich selbst wieder von ihr ab.

Hermine drehte sich wieder um, er tat dasselbe.

„Was?", murrte er genervt.

„Wir haben vereinbart, dass sie sich nicht in meine schulischen Angelegenheiten einmischen.", meinte sie stur.

„Es war lediglich eine Empfehlung.", murrte er und verlor langsam seine Geduld.

„Oh.", murmelte sie.

„Ja, oh.", äffte er sie nach und verdrehte die Augen.

„Kein Grund so mit mir zu sprechen.", ärgerte sie sich.

„Suchen sie bewusst einen Streit oder bereitet es ihnen einfach Freude mich am Schlafen zu hindern.", schüttelte er den Kopf und setzte sich auf, ehe er seine Decke nahm.

„Was tun sie?", fragte sie verstört.

„Im Wohnzimmer schlafen.", erklärte er und stand auf.

Hermine wurde nun ihrerseits ungeduldig.

„Professor, das…", sie seufzte laut und versuchte sich zu beruhigen, ruhiger setzte sie nun fort, „Es war nicht meine Absicht, ich werde jetzt schlafen. Sie müssen das Zimmer nicht verlassen."

„Gut.", meinte er bissig und legte sich zurück ins Bett.

Da sie ihn immer noch anstarrte wurde er wieder unruhig.

„Ms Granger, wenn das jeden Abend so geht werden sie im Wohnzimmer schlafen.", meinte er angespannt.

„Tja, es ist nun einmal eine ungewöhnliche Situation.", murrte sie.

„Ich denke diesen Punkt hätten wir auch schon geklärt.", verdrehte er die Augen, „Es ist eine ausgesprochen ungewöhnliche Situation."

„Gut, und was schlagen sie vor wie wir damit umgehen sollten?", meinte sie bockig.

„Wie wäre es wenn wir einfach schlafen.", meinte er zynisch.

„Hervorragend, genau das versuche ich auch.", zischte sie.

„Mir erscheint es nicht gerade so."

„Ach ja."

„Ja.", meinte er zornig.

Hermine besann sich kurz, dieser Dialog brachte sie keinen Schritt weiter.

„Miss Granger, ich frage sie ein weiteres Mal: Soll ich auf der Couch schlafen?", fragte er angespannt.

„Nein. Ich werde das tun.", erklärte sie und nahm eine Decke.

„Sie machen sich wirklich lächerlich, Ms Granger.", mahnte er.

„Gut, dann tue ich das eben.", blieb sie stur.

„Das führt doch zu nichts.", schüttelte er den Kopf.

Hermine blieb kurz im Raum stehen und atmete durch. Dann legte sie sich zurück ins Bett.

„Sie haben recht.", erklärte sie nickend, „Ich werde jetzt schlafen."

„Ich ebenfalls.", seufzte Snape noch immer leicht genervt und drehte sich wieder zur Seite.

Hermine lag noch eine Weile wach, ehe sie der Müdigkeit nachgab und einschlief.

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Als Hermine wieder aufwachte, lag sie wie am Vortag alleine im Bett. Sie machte sich fertig und fand das Wohnzimmer leer vor. Snape war offenbar schon zum Frühstück aufgebrochen.

Als sie am Tisch der Gryffindors angelangte, warfen alle ihr fragende Blicke zu. Offenbar hatte sich das abendliche Ereignis schon herumgesprochen.

„Umbridge wird gleich eine kleine Ansprach halten.", meinte Ginny als Hermine sich setzte.

Hermine sah kurz hinüber zu Snape, der kurz registrierte, dass sie ihn ansah und seinen Blick sogleich wieder von ihr abwandte.

Mit abfälligen Blicken wurde die ungeliebte Großinquisitorin von den meisten Schülern und Schülerinnen beäugt, als sie sich räusperte und der gesamte Lehrer(innen)tisch ihr Hustenbonbons anbot. Sie ignorierte diese Kommentare beleidigt und begann mit ihrer Ansprache.

„Liebe Schüler- und Schülerinnenschaft! Aufgrund der Gefahr, dass auf diesem Weg aufrührerisches Material in die Schule gelangen könnte, wird der Tagesprophet ab heute nicht mehr an einzelne geliefert. In der Bibliothek werden 50 Exemplare der Zeitung aufliegen, die Kosten übernimmt freundlicherweise das Ministerium. Wenn sie also die Nachrichten lesen wollen, können sie das von heute an in der Bibliothek tun.", erklärte sie mit einem heimtückischen Grinsen.

Ein Gemurmel machte sich breit und Umbridge hatte keine Chance gegen den Aufruhr anzukommen. Sie beließ es bei ihrer Ansprache und war zufrieden, da es wohl keine ausreichenden Argumente gegen die neue Regelung geben könnte.

„Das kann sie nicht machen.", fluchte Harry.

„Oh, Harry. Das war erst der Anfang.", murmelte Hermine.

Ginny und Harry beäugten sie beunruhigt, sagten aber nichts, da sie Hermine an einem sicheren Ort zu gegebener Zeit näher dazu befragen zu gedachten.

Schließlich erhob sich auch noch Minerva McGongall. Unverzüglich wurde es still.

„Auch ich darf die Schüler und Schülerinnen kurz um ihre Aufmerksamkeit bitten. Wie ein Großteil der arbeitenden und er sich in Ausbildung befindenden Bevölkerung Englands hat sich das gesamte Personal in Hogwarts dem allgemeinen Streik angeschlossen. Vorübergehend wird in Hogwarts nicht unterrichtet, solange bis das Ministerium die Prozesse die Vergewaltigungen der letzten Wochen betreffend wieder aufnimmt und die Urteile korrigiert. Ihnen steht es weiterhin frei hier zu bleiben, sie können aber jeder Zeit entweder nachhause reisen oder wohin immer es ihnen beliebt. Sie werden alle informiert sobald der Streik zu ende ist.", erklärte McGongall und setzte sich wieder.

Ein Gemurmel brach unter den Anwesenden aus und Umbridge beäugte die Direktorin erzürnt.

Deshalb war Snape also schon früher als sie aufgebrochen, kam Hermine in den Sinn.

„Wow, wir sind also im Streik.", meinte Ginny überrascht.

„Und wir haben schulfrei!", freuten sich Dean und Seamus.

„Das ist wohl weniger erfreulich, aber ich denke es wird uns interessante Möglichkeiten bieten.", meinte Hermine und beschloss dem Widerstand in London dieser Tage einen Besuch abzustatten.

Außerdem wäre ein DA Treffen außerhalb der Schule möglich, vor allem aber notwendig.

„Und was machen wir mit unserer Zeit?", fragte Harry und grinste verschwörerisch.

„Zuerst einmal mit der Direktorin sprechen, mein lieber Schulsprecherkollege.", funkelte Hermine ihn an.

Er nickte und sie beschlossen nach dem Frühstück McGonagall aufzusuchen.

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McGonagall war nicht überrascht über den Besuch Hermine und Harry, sie hatte sie bereits erwartet.

„Ms Granger, ich denke sie haben einige Informationen für mich, die von Bedeutung sind.", begann sie.

Daraufhin berichtete Hermine vom gestrigen Abend. Auch für Harry waren diese Informationen neu und er verstand nun endlich weshalb Umbridge sie gestern nach geweckt hatte. Er erzählte daraufhin Hermine was sich gestern Nacht noch ereignet hatte.

„Ich denke ihr Umhang sollte an einem Platz sicher verwahrt werden, auf dem Ms Umbridge keinen Zugriff hat. Ich vermute, dass es bald eine Art Razzia geben wird. Weisen sie die Schüler und Schülerinnen darauf hin etwaige Indizien verschwinden zu lassen.", erklärte McGonagall.

„Sie weiß viel mehr als ich annahm.", erklärte Hermine.

„Nun, ich habe schon vermutet, dass Dolores über einige Informationen verfügt. Es verwundert mich daher nicht so sehr.", meinte McGonagall wenig erfreut, „Alles was ich DA raten kann ist es vorsichtig zu sein."

„Ich persönlich denke ein offenerer Austausch zwischen dem Orden und DA wäre vorteilhaft. Allerdings kann ich ihnen hierzu noch keine feste Zusage geben, da wir uns erst besprechen müssen.", erklärte Hermine schließlich und auch Harry pflichtete ihr bei.

„Ich würde es sehr begrüßen, wenn sie mich diesbezüglich so bald als möglich aufsuchen.", meinte McGongall.

„Die Mediensperre stellt ein großes Problem dar. Der Widerstand braucht die Informationen aus London.", erklärte Hermine dann.

„Der Orden hat sich dieser Angelegenheit bereits angenommen, Ms Granger. Sie werden feststellen, dass 25 Exemplare der in der Bibliothek aufliegenden Zeitungen nicht das sind, wofür Ms Umbridge es hält.", funkelte McGonagall sie an.

„Hervorragend.", strahlten Hermine und Harry.

„Sie werden darin vom Streik der seit heute erst so richtig im Gange ist lesen, was auch den Streik hier in Hogwarts erklären sollte und von der für morgen geplanten Demonstration in London. Der Widerstand in London hat für Schüler und Schülerinnen ohne Apparierschein einen Zug von Hogwarts nach London und zurück organisiert. Er fährt über Nacht. Geben sie die Information bitte weiter. Auch die Lehrer werden an der Demonstration teilnehmen. Damit die Schule nicht unbeaufsichtigt ist, da die Kontrollorgane wohl weiter ihrem Dienst nachgehen werden, bleiben die Professorinnen Sinistra und Vektor, sowie Madam Hooch und Pomfrey hier in Hogwarts.", berichtete sie von den geplanten Ereignissen.

„80 Prozent der magischen Bevölkerung befindet sich seit heute morgen im Streik.", meinte McGongall schließlich, aber ich empfehle ihnen das alles in der Bibliothek nachzulesen."

Hermine und Harry nickten ihr zum Abschied zu und machten sich auf in die Bibliothek, wobei sie am Weg dahin die Schüler und Schülerinnen bereits auf die kommende Demonstration hinwiesen.

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Die Artikel im Tagespropheten und im Tag des Propheten unterschieden sich sehr stark, stellte Hermine fest. Im Tagespropheten gab es nur einen recht kurzen Artikel.

Generalstreik

Heute Morgen wurde ein Generalstreik im ganzen Land ausgerufen, der solange fortgesetzt werden soll, bis das Ministerium seine Beschlüsse bezüglich Vergewaltigungen in durch Erlass 35 entstandenen Ehen revidiert. Ein Teil der Bevölkerung erschien nicht zur Arbeit und kündigte die Fortsetzung des Streiks an. Der Minister verurteilt das Verhalten als unverantwortlich, und weigerte sich ein weiteres Mal das Zaubergamot diesbezüglich einzuberufen. Er ließ verlautbaren, dass die Bevölkerung mittlerweile um die Wichtigkeit des Erlasses wissen sollte und bereit sein sollte kleine, unbedeutende Opfer zu erbringen. Er forderte die Streikenden dazu auf wieder an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren und ließ verlautbaren, dass bei einer längerfristigen Fortsetzung des Streikes mit einem Eingriff durch die Armee des Ministeriums zu rechnen wäre.

Zorn stieg in Hermine hoch, sie überlegten ernsthaft den Streik gewaltsam niederzuschlagen, das war höchst unerfreulich. Aber sollte es sich um 80 der Bevölkerung handeln, war es höchst unwahrscheinlich, dass diese Maßnahme zum Erfolg führen würde. Sie wandte sich dem Tag des Propheten zu. Im Gegensatz zum Tagespropheten widmete dieser dem Thema gleich mehrere Seiten.

Er informierte über die Anreisemöglichkeiten zur morgigen Demonstration und bot sogar eine Börse für Unterkünfte. Auch war hier zu lesen, wie viele sich dem Streik mittlerweile angeschlossen hatten.

Chaotische Zustände

Seit heute morgen streiken 80 Prozent der magischen Bevölkerung Englands. Viele sind nach London gereist um Kundgebungen vor dem Ministerium beizuwohnen. Morgen findet eine große Demonstration statt. Informationen zur Anreise befinden sich auf S.12, die offizielle Ankündigung der Demonstration auf S.13.

Die Redaktion hat heute ausnahmsweise erst am frühen Vormittag geschlossen, weshalb wir aktuelle Informationen bieten können.

Die meisten Geschäfte bleiben heute geschlossen, die Arbeit des Ministeriums ist stark eingeschränkt, da sich 70 Prozent der Ministeriumsangestellten dem Streik angeschlossen haben was das Ministerium in große Bedrängnis bringt, selbst Gringotts hat bereits in der Nacht geschlossen, da die Kurse sich im fallen befanden und ein Börsencrash drohte. Auch Hogwarts befindet sich offiziell im Streik. Das magische Verkehrsnetz ist noch in der Nacht zusammengebrochen.

Dennoch denkt der Minister nicht daran einzulenken. Der Streik wird daher fortgesetzt. Die Androhung die Armee einzusetzen hat die Streikenden nur noch mehr dazu animiert den Streik fortzusetzen und hat auch dazu geführt, dass sich weitere Abteilungen des Ministeriums dem Streik offiziell anschlossen.

Anreisemöglichkeiten nach London

Da das Verkehrsnetz zusammengebrochen ist, stellt sich die Anreise nach London am magischen Weg für alle ohne Apparierschein schwierig dar. Für die gängigsten Verbindungen wurden daher Züge bestellt. Die Fahrpläne befinden sich in der Tabelle am Ende der Seite. Allen anderen ist anzuraten die Verkehrsverbindungen der Muggel zu benutzen. Informationen dazu befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite.

Hermine notierte sich die Verbindung von Hogwarts auf einen behexten Zettel, den Umbridge anders wahrnehmen würde. Sie würde Dobby bitten die Informationen an den schwarzen Brettern auszuhängen und regelmäßig zu erneuern, sollte Umbridge sie als verdächtig erachten und entfernen.

Die Streikenden verlangten in ihrem Aufruf zum Streik und zur Demonstration nach einer härteren Bestrafung für Vergewaltiger in arrangierten Ehen. Die Demonstrationsroute würde über das Ministerium führen und die gesamte Route war so behext, dass Muggel sich automatisch davon fernhielten und nichts ungewöhnliches bemerkten.

Nachdem Hermine mit Harry vereinbart hatte, dass sich DA heute Nacht im Hauptquartier der Londoner Gruppe treffen sollte, brach sie auf in die Räumlichkeiten von Snape, um mit ihm über die Ereignisse zu sprechen und ihn über ihre Abreise zu informieren.

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Snape saß mit einem Buch am Kamin, als Hermine das Quartier betrat.

„Ms Granger, ich nehme an ihnen ist klar wofür wir die Zeit des Streiks nutzen können.", meinte Snape in einem Ton der ihr verriet, dass er offenbar nicht davon ausging, dass ihr das so klar wäre.

„Ach ja richtig, das Projekt. Allerdings muss ich spätestens heute Nacht abreisen.", erklärte Hermine, als ihr das Projekt in den Sinn kam, woran sie tatsächlich nicht gedacht hatte, sie war zu beschäftigt mit den Gedanken an die Rückkehr zur Londoner Gruppe, auf die sie sich bereits freute.

„Damit habe ich schon gerechnet. Ich werde auch nur heute in Hogwarts sein. Aber bis heute Nacht sollten wir all unsere Energie in das Projekt stecken.", meinte er streng.

Hermine nickte und schnappte sich dann eines der Bücher.

„Ich denke wir können nach dem Mittagessen damit beginnen einen Trank zu brauen.", meinte Snape nach wenigen Minuten.

Bis dahin betrieben sie schweigend ihre Recherchen.

Beim Mittagessen informierte Hermine die anderen darüber, dass sie erst spät nachkommen würde. Laut Harry war Dobby sehr beschäftigt, da Umbridge und Lester regelmäßig die schwarzen Bretter aufsuchten und alles entfernten, was ihnen auch nur irgendwie merkwürdig erschien. Umbridge drohte während dem Mittagessen mit Konsequenzen für Direktorin und Lehrpersonal, woraufhin McGongall den Entschluss bekannt gab, dass die Kontrollorgane ihre Speisen von nun an ihn einem Nebenraum einnehmen würden, da sie nicht bereit war ständig während ihrer Mahlzeiten mit Umbridge zu diskutieren und ihr vorschlug sie solle sie doch beizeiten in ihrem Büro besuchen, wie das normalerweise üblich wäre.

Die Schüler und Schülerinnen brachen im Zuge dieser Diskussion in ein derartiges Gelächter aus, dass Umbridge sich beschämt setzte und ihre letzte Speise in der großen Halle einnahm.

Bis in die späte Nacht waren Snape und Hermine mit dem Brauen des Trankes beschäftigt. Die nächste Woche müsste er ruhen, weshalb sie sich nach der Arbeit ins Wohnzimmer begaben. Den Trank hatten sie so behext, dass er im Falle einer Razzia als vollkommen harmloser Trank gegen Erkältung erscheinen würde. Sie waren die ganze Zeit über so mit ihrer Arbeit beschäftigt gewesen, dass sie darüber hinaus vollkommen auf ihre persönlichen Differenzen vergessen hatten.

„Wenn wir in dieser Geschwindigkeit vorankommen müssen wir uns spätestens nächsten Monat darüber Gedanken machen, wie wir Testpersonen finden können.", erklärte Hermine schließlich.

„Nun, ich denke hier in Hogwarts wird es einige Interessierte geben. Ich denke ihnen ist es leicht möglich mit diesen in Kontakt zu treten.", meinte Snape.

Hermine nickte, im selben Moment klopfte es an der Tür.

„Erwarten sie jemanden?", fragte Snape.

„Nein.", meinte Hermine.

„Seien sie so gut und fragen sie durch die geschlossene Tür um wen es sich handelt.", bat sie Snape und richtete seinen Zauberstab auf das Buchregal, nachdem er die Bücher die am Tisch gestapelt lagen zurückgestellt hatte.

Hermine sah, wie sich die Buchrücken teilweise veränderten und eine ganze Reihe Bücher sich ganz einfach auflöste.

„Wer ist da?", fragte Hermine durch die Tür.

„Dolores Umbridge, ich würde sie ersuchen unverzüglich die Tür zu öffnen.", meinte sie streng.

Snape bedeutete ihr zu warten.

„Mrs Snape, öffnen sie unverzüglich.", forderte die Stimme sie ein weiteres Mal auf.

Sie wandte sich um zu Snape, der noch einmal den Kopf schüttelte und im Nebenraum verschwand.

„Einen Moment, ich muss mir noch etwas überziehen.", rief sie und zuckte mit den Schultern, als Snape, der wieder aus dem Nebenraum kam sie irritiert anstarrte.

Hermine schlüpfte im Schlafzimmer in einen Morgenmantel. Snape setzte seine Mission sämtliche verdächtige Dinge verschwinden zu lassen im Bad und schließlich im Schlafzimmer fort, ehe er selbst mit einem Morgenmantel aus dem Schlafzimmer kam und Hermine zunickte die daraufhin die Tür öffnete.

„Was führt sie um diese Zeit hierher?", fragte Hermine unverzüglich.

Umbridge hielt ihr einen Zettel vors Gesicht, Snape riss ihn Umbridge aus der Hand und las ihn aufmerksam durch. Nun trat auch Lester in die Tür.

„Ein Durchsuchungsbefehl?", fragte Snape irritiert, „Darf ich wissen weshalb sie etwas derartiges beantragt haben?"

Umbridge grinste gefährlich.

„Nun, sie und ihre Frau stehen unter Verdacht in direkter Verbindung mit der Widerstandsbewegung zu stehen.", funkelte sie zuerst Snape und dann Hermine an.

„Und was genau bringt sie auf diese Idee?", fragte Snape weiter.

„Wir stellen hier die Fragen.", meinte Umbridge.

„Und wir verweigern die Aussagen.", funkelte Snape sie an und legte Hermine die Hand auf die Schulter.

„Wie erfreulich eine derartige Einigkeit innerhalb einer Ehe.", versprühte Umbridge zynisch ihr Gift, „Beinahe könnte wesen glauben sie hätten aus freien Stücken geheiratet."

Snape schüttelte den Kopf, als Hermine ihn fragend ansah, da sie überlegte auf Umbridges spöttisches Kommentar zu reagieren.

„Ich würde sie bitten sich zu beeilen.", erklärte Snape schließlich, „Meine Frau und ich würden gerne wieder unter uns sein."

„Natürlich.", meinte Umbridge spöttisch und begann das Wohnzimmer zu durchforsten.

Hermine hielt Snape am Arm zurück, als er drohte rasend zu werden, weil Umbridge sämtliche Bücher brutal aus dem Buchregal warf.

„Sie will nur, dass sie ihr in die Quere kommen.", flüsterte Hermine ihm zu, „Das käme ihr nur gelegen."

Sie und Lester leerten Laden aus und schließlich klopfte sie das gesamte, um eine Reihe kleinere Buchregal, ab, ihre Suche blieb jedoch erfolglos. Im Labor waren die beiden Kontrollorgane gezwungen vorsichtiger vorzugehen, ihrer eigenen Sicherheit wegen. Sie konnten nichts entdecken, außer dem Trank gegen Erkältungen, den Snape auch laut Protokoll der Krankenschwester monatlich braute und bei ihr ablieferte.

Wenig erfreut machten sich Lester und Umbridge schließlich über das Schlafzimmer her und schreckten nicht davor zurück Polster, Decken und Matratze aufzuschlitzen, als könnte sich darin etwas Verdächtiges befinden.

Nachdem sie das Bad verwüstet hatten, mussten sie sich geschlagen geben.

„Heute hatten sie noch einmal Glück.", funkelte Umbridge Snape und Hermine finster an, ehe sie den Raum verließ.

Snape holte unterdessen eine magische Kamera unter dem Morgenmantel hervor und betrachtete die Bilder, die er während der Untersuchung unbemerkt gemacht hatte. Mit ein paar Sprüchen beseitigte er das gesamte Chaos, der Teil der Bibliothek den er zuvor behext hatte, blieb allerdings verschwunden.

„Ich hätte schon viel eher mit den Vorsichtsmaßnahmen beginnen sollen.", murmelte er und begutachete ein Buch, mit dem Umbridge besonders hart umgegangen war,

„Nun, Ms Granger, zu den Vorsichtsmaßnahmen gehört, dass sie unter keinen Umständen die Tür öffnen, sollte ich nicht anwesend sein. Sollte jemand klopfen tun sie so als wären sie nicht da."

Hermine nickte.

„Ich denke ich sollte dann bald aufbrechen.", meinte Hermine.

„Ich ebenso, ich nehme an sie gehen auch nach Hogsmeade?", fragte Snape.

Hermine nickte.

„Gut, dann haben wir den gleichen Weg.", erklärte Snape.