Im Ministerium

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

„Mr. Shacklebolt", begann Rita Skeeter zuckersüß und spielte mit ihrer giftgrünen Schreibfeder.

„Wie gedenken Sie die fehlenden Posten im Ministerium auf die Schnelle neu zu besetzen?", sah sie ihn über ihre extravagante Brille hinweg an.

Neben ihr waren noch drei weitere Reporter in Kingsleys Büro, zusammen mit zwei Fotografen, die sich zu dem offiziellen Pressetermin eingefunden hatten. Etwas, was er hasste. Er hatte, Merlin wusste, genug andere Sachen zu tun, als sich mit diesen profitgeilen Aasgeiern zu beschäftigen. Allen voran mit Skeeter, die jedem das Wort im Mund umdrehte, nur um eine gute Story an den Mann zu bringen. Ob nun wahr oder an den Haaren herbeigezogen spielte da keine Rolle.

Nur kam er langsam nicht mehr um so etwas herum. Die Öffentlichkeit verlangte allmählich nach einer gewissen Berichterstattung. Was, wie, wo und so weiter. Und da er sich dazu bereit erklärt hatte, als Interims-Minister zu agieren, was wohl ein wenig länger als ein paar Wochen werden würde, fiel auch so etwas lästiges, wie Pressetermine, in seinen Aufgabenbereich.

„Stimmt es, dass Sie Mr. Potter und den übrigen Mitgliedern der Widerstandskämpfe direkte Stellen im Ministerium angeboten haben?", bohrte Rita, was ihn grummeln ließ.

Es war leider kein Geheimnis, dass im Ministerium noch immer heilloses Chaos herrschte. Dass es an allen Ecken und Enden an Personal fehlte. Und zwar an Gutem, weswegen er sich an Harry und die übrigen jungen Leute gewandt hatte, denn diese hatten ganz andere Ansichten und Perspektiven. Etwas, was sie brauchten, wollten sie ein gänzlich neues System aufbauen. Eines frei von Korruption und Vorurteilen. Frisch, jung, und dynamisch, womit er zu Skeeter sah.

„Das ist korrekt. Ich habe -" In der Sekunde flog ohne Vorwarnung die Tür zu seinem Büro auf, durch die Hermione völlig aufgelöst stürzte. Hinter ihr Kingsleys Sekretärin Trish, von der sich die Löwin nicht bändigen ließ.

„Miss Granger?", flötete Rita überrascht, als sie die Gryffindor sah, die zudem richtig fertig aussah. Was auch immer sie hierher getrieben hatte, es schien Skeeter eine wesentlich interessantere Story zu sein, als dieser langweilige Ministeriums-Kram. Etwas, was auch die beiden Fotografen so sahen, denn sie schossen eifrig Bilder.

„Sie ließ sich nicht zurückhalten. Sie -", entschuldigte sich Trish bei Kingsley, der beschwichtigend die Hand hob „Schon gut" und sich Hermione zuwenden wollte, nur drängte sich Rita dazwischen.

„Meine liebe Miss Granger. Schrecklich sehen Sie aus", flötete die Blonde theatralisch.

„Darf ich denn den Grund für Ihren so übereilten Besuch hier im Ministerium erfahren?", fragte sie und saugte an ihrer flotten Schreibfeder. Die Gryffindor bemerkte da erst, in was sie reingeplatzt war. Egal.

„Käfer!", zischte sie Rita an, die sich daraufhin halb an ihrer Feder verschluckte. Die Löwin ließ sie nun jedoch links liegen und sah stattdessen zu Kingsley.

„Du musst mir helfen!" „Ähm… Hermione, das ist im Augenblick etwas schlecht. Später. Ja? Ich -" „Später ist zu spät! Bitte! Es ist wichtig! Das kann nicht warten!", kamen ihr die Tränen, als ihre Phantasie drohte mit ihr durchzugehen. Sie hatte erneut die fürchterlichsten Bilder vor Augen, was gerade in Azkaban, in diesem dunklen Verlies, passierte.

„Was ist denn so dringend?" „Nicht hier. Kingsley, bitte! Du bist der Einzige, der ihm helfen kann!" „Ihm?", stutzte Rita, womit sich Hermione kurz auf die Zunge biss, bevor sie wieder zu der blonden Hexe sah.

„Mistkäfer! Wanze!", zischte sie und funkelte ihr Gegenüber warnend an, worauf es in der Klatschkolumnistin brodelte. Am Ende hielt sie jedoch die Klappe, während Kingsley verwirrt dreinschaute, dann aber zu Trish sah.

„Würdest du mit den Herrschaften bitte einen neuen Termin vereinbaren? Mir scheint hier wirklich ein Notfall vorzuliegen." „Natürlich. Wenn Sie mir folgen würden?", deutete sie den sieben Leuten auf die Tür. Hermione behielt Rita dabei gefährlich im Auge, um auch ganz sicher zu gehen, dass sie sich nicht plötzlich verwandelte, um zu lauschen. Kurz darauf war sie allerdings draußen und die Tür zu. Dennoch zog die Löwin es vor, diese zusätzlich mit einem Zauber zu belegen. Kingsley beobachtete ihr Tun rege verwirrt.

„Okay, was ist so wichtig, dass es keine Stunde warten kann?", fragte er wieder, sodass sie zu ihm zurücksah und es verzweifelt aus ihr herausbrach.

„Draco!" „Was?" „Ich war gerade in Azkaban und… Er stirbt!", schluchzte sie, worauf Kingsley sie geschockt, aber auch irritiert ansah.

„Was?" „Ich weiß nicht, was sie mit ihm gemacht haben. Er war überall verletzt und … und dann noch die Dementoren, die -" „Wieso Dementoren? Ich hab sie abziehen lassen!", verstand er nicht.

„Und warum hab ich dann einen dort gesehen?", schluchzte Hermione, sodass er doch etwas hochschrak „WAS?", worauf sie nickte.

„Sie haben mich nur zu ihm gelassen, weil ich dem Direktor vorgeheuchelt hab, dass ich Draco etwas antun und mich an ihm rächen will, und… Sie foltern und misshandeln ihn dort! Er ist schwer krank. Er hat Blut gehustet und hat extrem hohes Fieber! Er hat am ganzen Körper schwere Verletzungen, die nicht von der Schlacht stammen. Die waren frisch! Sie haben teils noch geblutet. Ich konnte sie auch nicht heilen. Sie bringen ihn um! Wenn wir nicht schleunigst etwas unternehmen, wird er sterben! Verdammt, er braucht Hilfe!", brach sie halb zusammen, womit der Ex-Auror nun richtig auf den Beinen, wie auch um seinen wuchtigen Mahagoni Tisch herum war und die junge Hexe beruhigend zu sich nahm.

„Ganz ruhig. Setz dich erstmal", geleitete er sie zu der dunkelgrünen Ledercouch, die an der Wand stand, und ließ sich neben ihr nieder.

„Und du bist dir sicher?" „Ja! Verdammt, ich denk mir so was Krankes doch nicht aus!" „Tut mir leid, es ist nur… Ich versteh das nicht. Wieso -" „Sie wollen ihn bluten lassen. So wie ich das verstanden habe, passt es diesem Direktor nicht, dass Draco nicht den Dementoren überlassen werden soll. Sie haben ihn in ein Kellerverlies gesperrt, in dem mindestens zwei Dementoren sind und… Sie quälen ihn. Er sah furchtbar aus. Als ich ihm etwas zu trinken gegeben habe, hatte ich den Eindruck, sie haben ihn schon seit Tagen nichts mehr gegeben. Ich hab ihn nicht einmal richtig wach bekommen", erklärte sie schluchzend, worauf Kingsley nickte, so schnell aber auch nicht wusste, was er tun sollte.

„Hermione, ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, was ich da jetzt machen soll?" „Ihn da raus holen! Er muss ins Mungos!" „Das ist nicht so leicht. In Azkaban inhaftierten steht keinerlei medizinische Behandlung zu. Wenn sie während ihrer Gefangenschaft umkommen dann -" „Er ist kein Schwerverbrecher! Verdammt, er gehört nicht dort hin!" „Solange die neue Verhandlung aber nicht durch ist, gilt das vorangegangene Urteil und -" „Aber das ist es doch! Es steht für ihn noch kein rechtskräftiges Urteil fest! Bei den Mugglen würde so etwas Untersuchungshaft heißen, einfach um sicher zu gehen, dass die entsprechende Person nicht flieht! Und da noch alles in offen ist, steht es ihm zu! Rechtsprechung in der Magischen Welt. §25 Absatz 8: ,Bis zur endgültigen Urteilsverkündung, gilt der Beweisgegenstand, im Zweifel für den Angeklagten, dem damit ein Recht auf angemessene Unterbringung, Verpflegung sowie, bei Bedarf, eine medizinische Versorgung zusteht'", rezitierte sie die Passage, worauf es Kingsley kurz schüttelte.

„Nichts von alldem haben sie ihm gewährt! Sie haben ihn in das dunkelste Loch gesperrt, die Dementoren in seine Nähe gelassen, ihm zu Essen und vor allem zu Trinken bis zum Äußersten verweigert! Sie haben ihn nur zu offensichtlich gefoltert und misshandelt, so wie er aussah. Das ist laut Rechtssprechung verboten! Noch dazu, da er überhaupt nicht zu diesen Psychopathen gehört!", schaukelte sie sich hoch, sodass er nickte.

„Okay, gut. Ich verstehe. Das Problem ist aber, dass man nicht so einfach jemanden aus Azkaban anderweitig überführen kann. Da hängen noch andere Regelungen und Gesetze dazwischen." „Bürgschaften, ich weiß. Ich werde für ihn bürgen." „Eine Person wird in seinem Fall nicht reichen." „Dann eben noch Blaise, Charlie, seine Mutter, Tonks, Remus, Ginny, McGonagall oder sonst einer der Professoren. Du", sah sie ihn durchdringend an, worauf er mit dem Kopf schüttelte.

„Ich kann mich unmöglich für ihn verbürgen. Ich würde mich damit zweifelhaft machen und auf lange Sicht alles behindern, was wir gerade im Begriff sind neu aufzubauen. Und was die Anderen angeht. Blaise und Charlie eignen sich nur unbedingt, da sie mit ihm befreundet sind und ihr Wort kaum anerkannt werden wird. Seine Mutter und Tonks kommen wegen dem verwandtschaftlichen Aspekt auch nicht in Frage. Und -" „Dann eben noch Daniel Harper. Charlies Dad kann man doch als neutral ansehen?" „Teils ja. Ähm… Hör zu. Ich werde ein Schreiben aufsetzen und mit den entsprechenden Leuten reden. Vielleicht übernehmen Arthur und Molly eine Bürgschaft. Wenn es wirklich so in Azkaban zugeht, wie du sagst, ist es vermutlich besser, du gehst wieder zu ihm und -" „Dieser Typ hat mich rausgeschmissen, als er gesehen hat, dass ich ihm in Wahrheit helfen wollte! Sie werden mich nicht nochmal zu ihm lassen!", wurde sie aufgelöst. Kingsley wusste sie aber zu beruhigen.

„Mit den richtigen Mitteln schon. Ich mach dir ein Schreiben fertig. Das dauert ein paar Minuten. In der Zwischenzeit kannst du deinen Freunden wegen der Bürgschaften Bescheid gegen. Am besten schickst du…", brach er ab, da Hermione bereits ihre Patroni heraufbeschwor.

„Mit Arthur, Molly und Minerva rede ich", versprach er, setzte sich hinter seinen Schreibtisch und suchte nach den passenden Unterlagen. Hermione schickte in der Zeit einen Patronus nach dem anderen los, und zwar an jeden, der ihr einfiel, der bereit sein könnte Draco zu helfen. So auch an Harry, Ginny, Neville und Luna, obwohl sie gehörig ihre Zweifel daran hatte, dass einer der Vier dem nachkam. Luna und Ginny mit viel Glück vielleicht, aber Harry und Neville? Egal. Sie musste es einfach versuchen.

„Hier", hielt Kingsley ihr letztlich einen versiegelten, blauen Brief hin, den sie sich nahm.

„Damit kommst du rein." „Danke." „Ich kümmer mich um den Rest. Wenn es Ärger gibt, schick einen Patronus zu mir." „Ist gut." Damit steckte sie den Umschlag in ihre Tasche und wollte verschwinden, Kingsley hielt sie allerdings kurz zurück.

„Warte." „Was?" „Deine Bürgschaft", schob er ihr ein Formular hin, was sie blindlings unterschrieb und ohne großes Aufsehen wieder verschwand.

Draußen lauerte noch immer Rita, die versuchte, ihr zu folgen. Hermione war aber recht schnell um die nächste Ecke verschwunden und damit auf dem Weg zurück nach Azkaban.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Kaum dass das Boot die Landungsbrücke der Gefängnisinsel erreichte, sprang Hermione aus diesem und sprintete den kleinen Hang hoch. Keine fünf Minuten später stand sie vor der versiegelten, hohen Stahlpforte.

Als sie näher auf diese zu trat, öffnete sie sich, was vermutlich an Kingsleys Schreiben lag. Kaum drinnen glotzte sie der Typ, der sie vor gut einer Stunde rausgeworfen hatte, auch schon recht blöd an. Kurz darauf fing er sich und versperrte ihr den Weg.

„Keine Besucher!", polterte er, worauf sie ihm wütend den Brief vor die Nase hielt. Als der Mann das Siegel des Ministers sah, knurrte er und verschwand mit ihr im Büro des Direktors. Der Dicke reagierte ähnlich und fuhr sofort hoch.

„RAUS!" „Ich werde nirgendwo hingehen!", fauchte sie und knallte ihm den Umschlag auf den Tisch, auf den er stutzig sah. Wenig später erkannte auch er das Siegel, worauf ihm der Kiefer runter klappte. In der nächsten Sekunde riss er den blauen Brief auf und überflog den Inhalt.

Während er das tat, wechselte seine Gesichtsfarbe mehrmals. Von schweinchenrosa, zu kalkweiß bis hin zu einem leicht violett angehauchtem purpurrot, als er am Ende des Schreibens angelangt war. Es war ein Anblick, den sich Hermione kurz amüsiert besah, ehe sie wieder giftig wurde.

„Ich will zu ihm!" „Woher…", knurrte der Bulle jedoch, der sich nicht zusammenreimen konnte, wie sie so schnell an derart hochrangige Mittel gekommen war? Die Löwin grinste nur durchtrieben.

„Der Orden hat überall seine Leute." Daraufhin sah der Mann sie erneut verwirrt an. Sie konnte deutlich erkennen, wie es schwerfällig hinter seiner Stirn arbeitete und die ganzen rostigen Zahnrädchen ineinandergriffen, bis er auf die simple Tatsache kam, dass auch sie, als Widerstandskämpferin, Mitglied des Ordens war. Es war deutlich zu erkennen, dass er sie aufgrund dessen am liebsten zerfleischt hätte. Stattdessen folgte er knurrend Kingsleys Anweisungen und schickte den Wärter mit ihr zurück in die Untiefen Azkabans.

Auf ihrem Weg dorthin blendete Hermione diesmal alles aus. Die Beschimpfungen der Insassen, wie auch das Geknurre des Wärters vor ihr. Sie hatte nur einen Gedanken. Und zwar so schnell wie möglich zu Draco zu kommen, um ihm die Dementoren, und auch sonst diese Irren, vom Hals zu halten. Dass die Todesboten nicht sonderlich weit weg waren, konnte sie nach einer Weile überdeutlich an der feuchten Kälte spüren, die sie frösteln ließ.

Sie blendete auch das aus und stapfte stur der Gestalt vor sich hinterher, die letztlich an der dunklen Tür stehenblieb und sie knurrend öffnete. Hermione war noch gar nicht richtig drin, als die schwere Tür mit Nachdruck ins Schloss flog und verriegelt wurde. Egal. Sie würde erst wieder verschwinden, wenn Draco ins Mungos kam.

Sie trat diesmal sofort zu ihm und nahm ihn so behutsam wie möglich in die Arme. Als er in diesen lag, erkannte sie deutlich diverse neue Verletzungen, die sie versuchte mit dem Heilzauber zu behandeln oder zumindest zu lindern. Allerdings tat sich, wie schon zuvor, kaum etwas. Sie schüttelte bitter mit dem Kopf und wollte ihm die Jacke über legen, bemerkte da aber erst, den frischen, feuchtdunklen Fleck auf seinem zerschlissenen Hemd.

Als sie den dreckigen Stoff ein Stück zurückschlug, entdeckte sie die Ursache dessen. Er hatte linksseitig an der Taille einen etwa fünf cm langen Einstich oder Schnitt, aus dem noch immer leicht das Blut sickerte. Rings um die eigentlich frische Verletzung, bildeten sich bereits massive Entzündungen, was alles andere als normal war.

„Das geht viel zu schnell", murmelte sie und versuchte die Wunde zu säubern. Anschließend drückte sie behutsam ein paar Tücher auf die Stelle, was ihn keuchen und schmerzlich stöhnen ließ. Sein Körper bäumte sich gefährlich auf, bevor er sich schwach in ihrem Griff wand. Doch sie ließ ihn nicht los, wenngleich ihr klar war, dass er höllische Schmerzen haben musste.

„Sch", hauchte sie beruhigend und legte ihm ihre Jacke über, über die sie noch einen Wärmezauber sprach. Im Anschluss beschwor sie ihren Patronus herauf, um die kalte Atmosphäre ein wenig zu vertreiben.

„Es kommt bald jemand. Kingsley kümmert sich darum, dass du ins Mungos kommst", flüsterte sie und zog ihn fester zu sich. In den Augen frische Tränen, die sie nicht einmal versuchte zurückzudrängen, sodass sie ihr zeitnah über die blassen Wangen kullerten.

„Nicht sterben, hörst du? Du hast noch einiges richtigzustellen", hauchte sie bitter und legte den Kopf an seinen. Sie spürte dadurch überdeutlich seinen heißen Atem, der schwer keuchend ging, während sein Herz furchtbar getrieben hämmerte. Sein Kopf glühte schier wahnsinnig, weshalb sie erneut eine Eiskompresse heraufbeschwor, die sie auf seiner Stirn drapierte.

„Es wird alles gut", versprach sie, betete zeitgleich aber dafür, dass Kingsley schnellstmöglich alles organisiert bekam. Doch passierte auch Stunden später nichts, wenngleich dieser widerliche Direktor mehr als einmal auftauchte und sie unter Gewaltandrohung versuchte, zum Gehen zu zwingen. Diesmal war Hermione jedoch gewieft genug, sich kein zweites Mal von diesem Bastard überrumpeln zu lassen. Sie hatte ihren Zauberstab stets bei der Hand und richtete ihn bereits auf die kleinste Andeutung eines Knarrens gefährlich auf die Tür.

„Ich habe gegen dutzende Death Eater kämpfen müssen. Ich habe kein Problem damit, diese Erfahrungen jetzt hier wieder hervorzuholen!", funkelte sie den Direktor zornig an, der es ihr gleich tat und voller Abscheu auf den jungen Mann sah, von dem sie sich nicht trennen ließ.

Kurz darauf schlug er die Tür ins Schloss, die sich von selbst verriegelte und sie erneut mit Draco in diesem Loch einsperrte. Nur etwas später breitete sich in dem Verlies ein weiteres Mal eine feuchte Kälte aus. Hoffnungslosigkeit, was ihr sagte, dass die Dementoren ganz in der Nähe waren, weswegen sie ihren Patronus neu beschwor und durch die Gänge des Verliestraktes schickte, um die dunklen Boten zu vertreiben.

Diese Prozedur musste sie ständig wiederholen, da die Gestalten nie wirklich lange fortblieben, was zunehmend an ihren Kräften zehrte. Sie wurde müde. Nicht körperlich, sondern geistig, allen voran seelisch. Die Typen versuchten sie mürbe zu machen, dem sie sich trotzig widersetzte.

Inzwischen mussten schon mehrere Stunden ins Land gegangen sein. Hermione kam es allerdings wie Tage vor, die sie bereits hier drin hockte. Sie hatte überhaupt kein Zeitgefühl mehr und hing mittlerweile beinahe zur Gänze auf Draco, der sich kaum noch rührte und nur ab und an ein schwaches Wimmern ausstieß.

Sie hatte das Haupt gesenkt und das noch immer verweinte Gesicht in seinem zerwühlten Schopf vergraben. Die Gedanken weit weg, der Erschöpfung durch die quälende Kälte nahe, fuhr sie wie geschlagen zusammen, als sie ein Geräusch gewahrte.

Getrieben richtete sie den Zauberstab auf die schwere Tür, die sich seit langem wieder öffnete und ihr zwei Gestalten zeigte.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ