Titel: Ein Leben wie die Zukunft
Autor: Momixis
Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"
Kapitel: 6/7
Teil: 7/9
Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)
Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….
Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?
MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!
An ALLE: Sorry, dass ich erst jetzt poste, aber Arbeit war mal wieder stressig. Ich werde am Wochenende nicht zu Hause sein und somit wird frühstens am Sonntag Abend ein neues Kapitel kommen. Versprechen kann ich aber nichts. Ich wünsche allen Viel Spaß!!
Hey Zissy!! Bist du so groß oder hast du nur in er Kinderabteilung vom Otto-Katalog geguckt? (g) Du und die Schule sind wie zwei gegengesetzte Pole eines Magneten, was? Leider kommt man ohne Schule heute gar nicht mehr weit... aber wenigstens hast du deine Kreativität, grins. Ich knuddel dich ganz doll.
Hi Glupit!! Sirius ist für mich oft einfach nur ein großer Junge... ihm wurde ein Teil seiner Jugend geraubt und das von einem Freund. Aber ich mag ihn. Vom Typ her, darfst du ihn aber auch gerne haben. Die Freunde kommen mehr vor und werden eine wichtigere Rolle übernehmen... ich hoffe es gefällt dir. knuddel
Hi Frozen!! Ja, es war eine Kampfansage. Es freut mich, dass auch dir diese kleinen Zärtlichkeiten und Momente zwischen Harry und Draco so gefallen. Ich liebe sie (sonst hätte ich sie wohl auch nicht geschrieben.) Ich wünsche dir viel Spaß mit diesem Kapitel, knuddel...
Hi DjEngelchen!! Ich fühl mich sehr gedrückt, danke. Die Freunde kommen jetzt sehr viel mehr vor und setzen Harry und Draco ziemlich unter Druck. Bis bald... knuddel zurück.
Hey Deedochan!! Für mich war es eher eine Erklärung als eine Rechtfertigung! Ich hasse diese Schwäche an mir selbst sehr, daher neige ich zu ausführlichen Erklärungen...und verletzt bin ich nicht. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Prüfungen!!
Danke für die Kekse, die kann ich gut gebrauchen. Als Muse dient mein Notebook zwar besser, aber Kekse sind immer toll. Viel Spaß noch und die Freunde kommen... knuddel.
Hi Seelentochter!! Ja, es geht zum Haus der Riddles... aber die wird nicht das entscheidende dabei sein; Ich mag auch keine Vorurteile, aber manchmal kann man sich nicht davon freisprechen. Es ist schwer und verbaut einem viel. Ich wünsche Dir einen schönen Tag, knuddel.
Ein GROßES Danke an die Reviewer!!
Teil VII
Voranschreitende Probleme
Kapitel 6
Verratender Zwang
Harry hatte schlecht geschlafen, auch wenn Draco neben ihm lag und Cosmo auf seiner Brust Platz gefunden hatte. Er fühlte sich geborgen und doch hatten ihn wirre Träume verfolgt. Er hatte bei der heutigen Aktion gar kein gutes Gefühl. Er seufzte leise und kraulte Cosmo zwischen den Ohren. Die kleine Katze war ganz schön gewachsen und streunerte gerne im Schloss umher. Harry wusste noch nicht, was er mit ihr machen sollte, wenn er verschwand, aber er würde sicherlich ein gutes Zuhause finden.
Das sonntägliche Frühstück war erschreckend schweigsam. Lin und Sanuel saßen Harry und Draco gegenüber, aber keiner sprach sehr viel. Draco war diese Stille nicht geheuer, aber auch Harry schien etwas zu spüren. Aufmerksam blickte er in der Großen Halle umher. Er sah James, Sirius und Remus beim Frühstücken. Auch Lily war da, Esmare fehlte wohl noch. Sal und Mick verließen gerade lachend die Große Halle. Es schien alles okay zu sein, denn keine 5 Minuten später erschien Esmare fröhlich und gut gelaunt. Harry wusste nicht, was hier los war. Ein leichtes nur angedeutetes Kopfschütteln sagte Draco deutlich, dass der Ausflug nach Klein-Hangleton nicht abgesagt wurde. Sie hatten einfach keine Zeit mehr um länger zu warten.
10 Minuten später standen Harry und Draco vom Tisch auf und verließen die Große Hallte. Sie holten ihre Taschen und Umhänge aus dem Schlafsaal, zu ihrer Überraschung folgten Lin und Sanuel ihnen nicht. Sie hatten insgeheim etwas anderes erwartet. Vielleicht hatte das Schweigen am Morgen etwas ganz anderes zu bedeuten. Harry überlegt kurz, ob er einen wichtigen Geburtstag oder etwas Ähnliches vergessen hatte, aber Lin hatte im Januar und Sanuel im Oktober Geburtstag gehabt. Daran konnte es nun wohl doch nicht liegen.
Harry und Draco hatten gerade den Slytherin-Eingang hinter sich gelassen, als Draco stockte. Der Gang war leer und still. Es drohte eigentlich keine Gefahr und doch…
„Irgendetwas ist sehr merkwürdig!" sagte er leise.
„Ja, irgendwie schon!"
„Vielleicht sollten wir hier bleiben!"
„Wir müssen es tun, Drache. Wir müssen weiterkommen!"
„Ich weiß, aber es gefällt mir nicht!"
„UNS gefällt Euer Verhalten auch nicht!" sagte eine Stimme und beide Jungen erschraken furchtbar. Der Tarnumhang von James Potter wurde von drei Jugendlichen gezogen, die mitten im Gang standen und ihnen den Weg versperrten. Sal, James und Lin standen vor ihnen und blickten sie mit ernster Mine entschlossen an.
„Was?" fragte Harry vorsichtig. Er blickte von einem zum anderen. Es war eine seltsame Zusammenstellung.
Lin trat einen Schritt vor und schaute Harry fest an. „Adrian, wir und die anderen sind zu dem Schluss gekommen, dass Ihr irgendetwas Großes plant und wir wollen Euch dabei gerne unterstützen."
„Nein!" zischte Harry ohne groß nachzudenken.
„Dann sage ich Dir wohl besser, dass wir die Geheimgänge besetzt halten und Euch nicht gehen lassen. Falls Ihr doch verschwindet, dann werden wir zu Dumbledore gehen und ihm erzählen, was wir wissen."
„Ich denke", fügte Sal breit grinsend hinzu: „dass da viel zusammenkommen wird."
„Warum macht Ihr das?" fragte Draco, der sich mit verschlossener Miene neben Harry positioniert hatte. Er hatte die Arme wütend vor der Brust verschränkt.
„Weil wir Euch helfen wollen und endlich einige Antworten auf unsere Fragen brauchen!" sagte James selbstbewusst und deutete mit einem Kopfnicken in den Gang. „Wir haben da einen Raum, wo wir uns unterhalten können!"
Harrys Kopf senkte sich. Er hatte es doch gewusst.
„Nicht heute…nicht jetzt!" sagte Harry und der verzweifelte Unterton ließ James sofort noch ernster gucken.
„Warum nicht jetzt?"
„Wir müssen etwas erledigen und glaub mir, mit Adrian wird nichts anzufangen sein, wenn wir es nicht jetzt erledigen!" erklärte Draco und focht ein Blickduell mit Sal aus. Sal gab schließlich nach, aber Lin und James waren noch nicht überzeugt.
„Nein!" sagte Lin, aber Sal unterbrach die kommende Diskussion.
„Zwei von uns gehen mit Euch und reden tun wir dann später!"
„Typisch eine Ravenclaw, immer eine Lösung parat!" sagte Lin abschätzig, aber sie schien schließlich einverstanden zu sein. Alle blickten nun zu James, der zögernd nickte.
„Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit", trieb Draco die anderen an.
„Wer geht mit?" fragte James zu den beiden Mädchen gewannt.
„Du und Sal!" sagte Lin ohne groß zu zögern. „Sanuel und ich müssen noch an unserem Zaubertrankaufsatz arbeiten und Ihr seid mit dieser Regelung schon einmal vertraut. Die anderen werde ich aufklären." Sie drehte sich nun zu Harry und trat direkt vor ihn: „Wir werden reden, so wahr Du nicht Adrian Jericle heißt!"
Niemand hatte den letzten Satz gehört, aber Harry strafte sie mit einem wirklich scharfen Blick. „Es gibt Wissen, das nicht für alle Ohren bestimmt ist und es gibt Geheimnisse die geheim bleiben müssen. Mach keinen Fehler, den Du bereuen wirst!"
Draco beobachtete das ganz argwöhnisch, aber als Harry mit einem Seufzen den Zauberstab schwang und den gleichen Schweigezauber auf Lin aussprach, wie vor einigen Wochen auf Mick, wusste Draco, dass Harry die Situation im Griff hatte. Lins Augen verdüsterten sich allerdings gefährlich.
„Ich könnte Dir auch alles nehmen!" zischte Harry leise und es war deutlich eine Drohung. Lin wusste somit zwei Sachen:
Erstens, dass diese Warnung ernst war und sie keine Möglichkeit nutzen sollte, um dieses Geheimnis doch zu offenbaren, und
Zweitens, dass Harry mit ihnen über wenigstens einige Dinge reden würde. Es genügte ihr für den Augenblick. Sie hatte auch gar keine andere Wahl.
„Gut, dann ist alles geklärt!"
Harry nickte gezwungen.
Zögernd und etwas unsicher machten die fünf Schüler sich auf den Weg zur buckligen Hexe. Harry ging voran und Draco lief an seiner Seite. Die Hände waren miteinander verschränkt und durch den unsanften Druck zeigte Harry Draco etwas von seiner inneren Anspannung, die er ansonsten niemanden zeigte. Diese Situation war weder geplant noch gewollt. Draco wusste, wie schwer es Harry diesmal fiel die Kontrolle über sich zu behalten.
Fast direkt vor der buckligen Hexe standen drei Schülerinnen und unterhielten sich ganz unauffällig. Für Unwissende war es nicht ersichtlich, dass sie hier den Gang überwachten. Als die fünf Schüler allerdings zu ihnen kamen, blickten sie aufmerksam und neugierig auf.
Es dauerte keine Minute, bis vier weitere Jungen zu ihnen stießen. Sirius hielt ein verräterisches Pergament in den Händen. Er war der Einzige, der einen leichten Mantel trug, daher vermutete Harry, dass Sirius die Peitschende Weide überwacht und auf dem Pergament die Kontrolle gehabt hatte. Auf dem Weg in diesen Gang, hatte er dann wohl schnell Remus, Sanuel und Severus, die das Bild von Salmia Gregoria, bewacht hatten, geholt.
Nun stand ein kleiner Schülerauflauf mitten im Gang.
„Wenn das nicht Unauffällig ist!" zischte Harry und glitt an den anderen Schülern einfach vorbei. Er öffnete ohne zu zögern den Geheimgang und verschwand darin. Sal und Draco folgten ihm sofort. James blickte zu den anderen.
„Lin erklärt! Aber wir werden Antworten erhalten!" und mit diesen Worten verschwand auch James im Geheimgang. Leise schloss sich die verborgene Tür und alle blickten nun Lin finster an.
„Also?"
„Nicht hier!" zischte Esmare panisch und deutete auf zwei Erstklässler, die die Mischung aus Ravenclaws, Slytherins und Gryffindors skeptisch beäugte. Severus versteckte sich vorsichtshalber ein wenig hinter Sirius, er wollte Gerede über seine Person gerne verhindern. Sirius blickte ihn misstrauisch an, aber mittlerweile hatte er sich schon fast an die Anwesendheit von Slytherins gewöhnt und Snape hatte sogar frisch gewaschene Haare und sah nicht mehr ganz so verwahrlost aus.
Lin lächelte den beiden Erstklässlern höflich an, aber die Zwei verschwanden ganz schnell im hinteren Gang. Die Versammelten tauschten hektische Blicke.
„Sie mögen eindeutig keine lächelnden Slytherins!" sagte Sirius leichthin.
„Okay, wo hin?" fragte Lily.
„Wohin wohl?" fragte Sanuel ironisch. Schnell machten sie sich auf verschiedenen Wegen zum Treffpunkt ‚geheimes Klassenzimmer'.
oooooooooo
Die vier ausgebüchsten Sechstklässler waren allerdings schon in Hogsmead angekommen und nach einem überraschten Laut von Sal, schlichen sie durch den Honigtopf ins Dorf hinein.
Harry blickte grübelnd auf die drei anderen Schüler, nachdem sie einen stillen Ort gefunden hatten. Harry wollte apparieren, aber drei weitere Personen mitnehmen, war nicht so einfach.
„Mach es in zwei oder drei Etappen!" schlug Draco ruhig vor, der genau zu wissen schien, was in Harrys Kopf vor sich ging. Harry nickte düster.
„Sie können beide auch apparieren, Du wirst nur den Zielort bestimmen müssen. Es dürfte nicht so schwer werden."
„Stimmt!" sagte Harry schließlich und zog Draco fest in seine Arme. Mit einem kurzen und leisen ‚Plopp' waren die beiden Slytherins spurlos verschwunden.
Sal blickte James finster an. „Sie sind einfach weg, und wir haben nichts getan!"
„Er kommt wieder!"
„Wieso bist Du Dir da so sicher?" fragte Sal zweifelnd. Sie hielt sehr viel von Harry, aber er war auch ein Slytherin.
„Weil ich es weiß. Er braucht nur einen Moment mit Dorian allein. Er wird uns holen. Er steht zu seinem Wort!"
So sollte es auch sein. Keine fünf Minuten später erschien Harry wieder und James konnte an den geröteten Lippen deutlich erkennen, wie das junge Pärchen die Zeit genutzt hatte. Harry zählte von 3 Rückwärts und apparierte schließlich, während Sal und James ihm davon soviel wie möglich abnahmen. Die Strecke nach Klein-Hangleton war weit.
Es klappte aber fehlerfrei.
Alle vier Schüler waren über diese Tatsache sichtlich erleichtert.
„Du hast ganz schön was auf dem Kasten, was?"
Harry wandte sich schweigend von James ab. Dies war kein Thema, das Harry vertiefen wollte.
Sie waren in einem kleinen dunklen Tannenwald gelandet. Ein schmaler Weg führt hinunter ins Dorf, dessen Dächer von hier deutlich im warmen Sonnenschein zu sehen waren.
Ohne ein Wort zu verlieren, zog Harry seinen Umhang aus und stopfte ihn in die Tasche. Sobald er fertig war, marschierte er los. Draco und die anderen folgten ihm. Natürlich hatten auch sie ihre Umhänge ausgezogen und heute trug Draco sogar keine Robe, sondern eine ganz normale schwarze Hose und Hemd. Auch James wirkte relativ unauffällig, aber Sal war mit ihrem pinkfarbenen Minirock ein gewisser Blickfang. Aber das war bei ihr ja nun wirklich normal.
Sie liefen eine ganze Weile bis sie endlich das Dorf erreicht hatten. Harry kannte das Riddel-Haus nur aus seinen Visionen. Die Erinnerungen an die genaue Lage waren daher etwas schwach, aber einen Dorfbewohner wollte er auch nicht ansprechen. So liefen die vier Schüler ein wenig unkontrolliert durch das Dorf und erhielten mehr als einen argwöhnischen Blick.
„Ich hoffe Du weiß, wohin wir überhaupt müssen?!" formulierte James seine Bedenken nachdem sie zum dritten Mal an der kleinen Dorfkirche vorbei liefen.
„Ihr wolltet mitkommen. Niemand hat gesagt, dass es wirklich spannend wird!" zischte Draco zu Harrys Verteidigung. „Alle Wege des Dorfes laufen zur Kirche. Was die Muggel immer mit diesem Gebäude haben, verstehe ich nicht…"
Aber Harry blieb plötzlich stehen und holte zischend Luft. Draco brauchte nicht aufzusehen. Er wusste, dass sie ihr Ziel erreicht hatten.
Ein prächtiges aber schon ein wenig heruntergekommenes Herrenhaus erstreckte sich vor ihnen und der Garten schien vom Unkraut beherrscht zu werden. Harry zog unauffällig einen Zauberstab aus seiner Tasche, den Draco nicht kannte. Stirn runzelnd blickte er Harry fragend an.
„Regulus!" antwortete Harry Schulter zuckend.
Draco musste sich ein überraschtes Schnauben verkneifen. Er wusste, dass Harry mit einem anderen Zauberstab arbeiten wollte, damit es nicht zu viele Verbindungslinien zu ihm gab, aber dass Harry ausgerechnet den Zauberstab von Regulus Black hatte, war schon irgendwie grotesk.
Harry lief an dem Haus ruhig vorbei und den Weg in den Wald hinauf. James blickte ihnen frustriert nach. „Was wird das?"
„Er will nicht von vorne hinein gehen!" antwortete Sal locker und folgte Adrian mit federnden Schritten. Sie hatte schon einige Blicke der Dorfjugend erhalten, die mehr als eindeutig gewesen waren. Die Blicke der älteren Bewohner waren dagegen missbilligend und ablehnend gewesen.
Die vier Jugendlichen liefen nun wieder unauffällig in den lichten Wald hinein und schlichen sich von hinten auf das umzäunte Grundstück. Es war kein Problem hinein zu kommen. Das wäre es von vorne auch nicht gewesen, aber die Dorfbewohner sollten nicht zu genau wissen, warum die vier hier waren. Der Tratsch könnte schnell Probleme machen… ungewollte Probleme…
Als Harry das verlassene und düstere Haus betrat wurde ihm ganz anders. Er fühlte sich zurückversetzt in seine Visionen vom vierten Schuljahr. Die waren alles andere als angenehm gewesen.
„Okay, möge es losgehen. Wir suchen einen kleinen schwarzen Kalender, der magisch ist. Spürt hier vorsichtig magische Stützpunkte auf. Seid vorsichtig und nicht zu stürmisch. Die Zauber könnten gefährlich sein", mit diesen Worten wand Harry sich in das erste Zimmer rechts von ihm und ließ die anderen drei Jugendlichen einfach im Eingangsbereich stehen.
Kurz und knapp waren Harrys Worte gewesen und zeigten Draco damit, wie ungern Harry hier gerade mit Begleitung war.
Draco nahm sich das Zimmer links vom Eingang vor.
„Das Haus scheint gar nicht einer Zaubererfamilie zu gehören", sagte Sal nachdenklich, während sie ein verstaubtes Ölgemälde an der Wand betrachtete.
„Ist es auch nicht!" sagte Draco und trat wieder in den Flur. „Es ist das Haus von den Muggel Vorfahren eines mächtigen Zauberers!"
„Aber nicht von Dumbledore, oder?"
„Nein, Sal! Es gibt noch andere mächtige Zauberer, als Dumbledore!"
„Der einzige der mir sonst noch einfällt, der wirklich mächtig ist, ist leider Voldemort!" sagte James nachdenklich. „Aber der kann es nicht sein!"
„Ruhe!" zischte Harry mit harter Stimme. „Ihr wolltet mit und helfen, also macht es auch, aber still!"
James und Sal begaben sich ein wenig pikiert an die Arbeit. Das Haus wurde nun auf alle möglichen magischen Ungereimtheiten untersucht.
oooooooooo
Nach stundenlangem Arbeiten machten sie eine erschöpfte Pause und Harry zog zwei Proviantpakete aus der Tasche. Natürlich hatten sie nur für zwei Personen vorgesorgt, aber sie teilten brav ihre Brote und ihr Wasser.
Sie berichteten nebenbei, was sie gefunden hatten und Harry hörte sehr aufmerksam zu. Sie hatten das Untergeschoss nun fertig und würden nun hinauf gehen. Harry wirkte merklich blass, während sich draußen die Wolken ein wenig zusammen zogen. Der Sonnenschein vom Vormittag war nun fast komplett verschwunden.
Sie gingen nach oben ins Obergeschoss und Draco machte sich sogleich an die Arbeit den Raum auf Magie zu untersuchen. Nach wenigen Ansätzen gab er allerdings schon auf. Harry stört ihn zu sehr. Nicht nur magisch, sondern auch emotionell. Jedenfalls konnte Draco auf diese Art Harrys Standort genau ausmachen, aber spürte nichts anderes in diesem Haus.
Harry trat gerade an das Fenster und blickte in den überwucherten Garten hinab. Dort unten lag auch das kleine Haus vom Verwalter. Der Gärtner hatte auch kein leichtes Leben und musste dann auf so eine bestialische Art getötet werden. Harry seufzte und schloss die Augen.
Er hatte hier wirkliche Probleme die Magie aufzuspüren. Es waren zu viele Anwesend und ihm fehlte die notwendige Ruhe. Das Tagebuch war hier irgendwo. Er hoffte es wenigstens.
Harry setzte sich auf die breite Fensterbank vom großen Schlafzimmer. Wo würde er das Tagebuch verstecken, wenn er Tom Riddel wäre. Eigentlich fiel ihm nur die Bodendiele unter einem Bett ein. Der Gedanke ließ ihn ein wenig schmunzeln.
„Was findest Du so witzig? Das wir arbeiten und Du nur zuschaust?" James schien im Moment wirklich frustriert zu sein. Aber auf seine schnippische Frage erhielt James nur einen bösen Blick.
„Da ich weiß, wie frustrierend so eine Suche sein kann, mache ich Dir keinen Vorwurf. Und zu Deiner Information, ich habe überlegt, wo ich das Tagebuch verstecken würde und musste dabei feststellen, dass es eine lockere Holzdiele unter dem Bett wäre. Aber dieser Gedanke kommt einfach von eigener Erfahrung!"
Harry verließ den Raum ohne eine Antwort oder Reaktion abzuwarten und ging die Treppe hinunter. Vielleicht hatte er etwas unten übersehen und könnte jetzt in Ruhe noch einmal die Räume auf sich wirken lassen. Das komische Ölgemälde im Flur war zwar voller Magie, aber diese hatten nichts mit dem Tagebuch zu tun, sondern hatten eher einen ‚Poltergeist-Charakter'.
„James, Hast Du Deinen Tarnumhang mit?" rief Harry laut nach oben, als ihm ein Gedanke kam.
Der schwarzhaarige Gryffindor erschien oben auf der Treppe. „Ja, aber ich habe ihn schon Dorian gegeben. Er wolle im Garten nachsehen!"
Harry nickte. Genau das hatte auch er jetzt vorgehabt, aber Draco war nicht dumm und Harry war nicht enttäuscht, sondern eher stolz. Draco durfte nicht zu sehr Harry folgen. Er brauchte seinen eigenen Charakter, der eigene Entscheidungen traf und sein eigenes Leben lebte.
Harry seufzte und machte sich auf die Suche nach der Kellertür.
oooooooooo
„ICH HAB ES!" schrie jemand und Harry stieß sich den Kopf an der niedrigen Decke im Keller. Es war hier stockfinster und da kein Strom lief, hatte er einen Lumos erschaffen. Vorsichtig kletterte er über den ganzen Krempel, der sich hier angesammelt hatte.
Über sich hörte er aufgeregtes Getrampel und das leise Rauschen vom herabrieselnden Mörtel. Harry schauderte es.
„ADRIAN?"
Sie suchten nach ihm, aber niemand wusste, dass Harry in den Keller gegangen war. Er musste den Weg zurück finden. Der Keller war nur irgendwie sehr verwinkelt und sehr schmutzig. Es dauerte einige Minuten, bis er endlich die Tür nach oben gefunden hatte. Als er allerdings die Tür öffnete stockte er erschrocken. Vor ihm erstreckte sich ein kleiner Raum, den er bisher nicht betreten hatte.
Stirn runzelnd betrachtete er den Raum aufmerksam. Er war klein, hatte aber zwei weitere Türen.
Harry hatte keine Lust auf Ratespiele und hob seinen Zauberstab. „Finite Incantatem!"
Der Zauber wirkte sofort. Eine der Türen verschwand und die andere öffnete sich. Er war damit wieder im Eingangsbereich. Kein Wunder, dass hier niemand leben wollte. Aber ein kleines Bild an der Wand ließ ihn stocken.
„Tom, Tom… Ich werde zu Dir kommen, aber nicht jetzt… ‚Gelucius Incantantem'" Das stille Bild mit der grünsilbernen Schlange erstarrte augenblicklich komplett und die kleinen Augen blickten Harry nur düster an. Dieses oder andere Bilder hatte Harry schon überall im Haus gesehen. Sie wirkten unauffällig und Harry brauchte nicht nachsehen, ob die Bilder wirklich magisch waren. Auch wenn kaum Magie von ihnen ausging, so war die Verbindung zu Voldemort doch zu deutlich.
Harry zweifelte nicht daran, dass ein kleiner Ignorier-Zauber auf den Bildern lag. Der kleine Gefrier-Zauber würde er nun sicherheitshalber auf alle Bilder im Haus aussprechen und somit Voldemort die Kontrolle über dieses Gebäude entziehen. Voldemort würde keinen Bericht über das Eindringen von vier jugendlichen Zauberern bekommen. Jedenfalls solange Voldemort nicht persönlich hier auftauchte.
Schnell lief Harry hinauf in den Eingangsbereich, wo Draco gerade fast panisch die Treppe hinauflaufen wollte.
„Drache!"
Draco wirbelte herum, dann erstarrte er. Sein angeekelter Blick glitt von Harrys Füßen hinauf zu den Augen und wieder zurück zum Fußboden. „Wo zum Barte Merlins hast Du gesteckt?"
Harry blickte erst Draco fragend an, dann blickte er an sich hinab und schluckte. Seine Kleidung war merklich verdreckt und die eine oder andere Spinne krabbelte noch aufgeregt über seine Kleidung. Er wollte gar nicht wissen, wie sein Gesicht und seine Haare aussahen.
„Im Keller?!" antwortete Harry vorsichtig und zuckte mit den Schultern.
„So nehme ich Dich nicht mit!" zischte Draco angewidert. Sal und James erschienen und lachten leise, als sie Harrys Erscheinungsbild beäugten.
Sal zog ihren Zauberstab und schwang ihn über Harrys Figur. Sofort verschwanden der Dreck und die Spinnen. Harry nickte ihr dankbar zu, dann blickte er Draco fragend an. „Ihr habt es?"
Draco straffte sich stolz und glitt elegant die Treppe wieder hinunter. „Ja, ich habe es gefunden!"
Harry sah ihm tief in die Augen. Er konnte ein anerkennendes Lächeln nicht verbergen. Er wusste doch, wie wichtig Draco dieser Beitrag war.
Draco lächelte stolz zurück.
„Es war im Garten. Bei dieser seltsamen Statur!"
„Klingt irgendwie logisch!"
„Eine goldene Statur eines großen Mannes, mit Schwert, Buch und Pokal!" erklärte Draco, während Harry zum Fenster ging und versuchte einen Blick auf die Statur zu erhaschen. Er konnte von hier durch die vielen Zweige und Blätter kaum etwas sehen.
„Es passt! Staturen sind Statussymbole!" bestätigte Harry.
James und Sal waren neben Draco getreten, der das kleine schwarze Buch vorsichtig in den Händen hielt. Er wusste, dass nichts passieren würde, aber er war trotzdem vorsichtig und Harry konnte es ihm nicht verübeln.
„Danach haben wir den ganzen Tag gesucht?" Irgendwie klang die Stimme von Sal ein wenig enttäuscht.
„Ja, aber nun sollten wir schnell zurück!"
„Können wir nicht von hier zurück apparieren?" fragte James, als Harry, nachdem sie gemeinsam alle Bilder erstarren ließen, zum Hinterausgang strebte. Harry wandte sich zum Gryffindor um.
„Vielleicht könnten wir es, aber ich will kein Risiko eingehen. Ich will weg aus diesem Haus und von der Magie hier, aber ich möchte heil in Hogwarts ankommen!"
Die anderen drei Schüler fanden diese Reaktion zwar ein wenig extrem, aber sie folgten Harry nach draußen und sie gelangten ungesehen in den Wald, von wo aus sie alle getrennt nach Hogsmead disapparierten.
„Ich bin wirklich gespannt, welche Geschichte Du uns gleich erzählen wirst."
Harry, Draco, Sal und James verschwanden wieder im Geheimgang und schlichen zurück nach Hogwarts. Harry schwieg. Er hatte nicht die geringste Ahnung, was er seinen Freunden gleich erzählen sollte. Er musste einen Teil offenbaren, aber wie viel und welcher Teil? Er wusste es nicht und als er aus dem Geheimgang kam, war er noch um keine Idee reicher.
Hinter James schloss sich die bucklige Hexe und alle atmeten erleichtert auf.
Zu früh gefreut.
Aus einer verborgener Ecke erschien plötzlich Dumbledore und blickte einen Schüler nach dem anderen strafend an. Harry stöhnte und schloss die Augen. Alle vier ließen geknickt die Köpfe hängen.
„Ich denke, wir sollten in meinem Büro sprechen! Jetzt!" sagte Dumbledore mit einer harschen Stimme, die Harry gar nicht von seinem ehemaligen Mentor kannte. Dies konnte nur bedeuten, dass der Schulleiter wirklich sauer war.
Es erschien ja fast so, als ob Dumbledore auf die Schüler gewartet hat. Wenn das wirklich so war, dann musste jemand gepetzt haben. Aber wer?
Harry grübelte eigentlich nur über diese Frage nach. An einen Rauswurf dachte er im Moment gar nicht. Als sie direkt vor dem Gargoyle standen, erschien Lily und Sirius plötzlich. Sie wirkten total locker und nur ihre Augen zeigten eine leichte Spur von Anspannung.
„Oh Professor, Sie haben sie gefunden!" die falsche Fröhlichkeit war erschreckend. Ohne groß zu zögern glitt Lily an Draco und Harry vorbei zu James und umarmt ihn liebevoll. Der Kuss auf seine Wange ließ die kleine Gruppe kurz innehalten. Auch Dumbledore schien ein wenig überrascht zu sein.
„Mrs. Evans, ich muss sie bitten, Abstand zu nehmen. Ich möchte die Jungen und Salina Clear gerne in Ruhe befragen, bevor irgendein Informationenaustausch stattfindet!"
Lily sprang wie vom Donner gerührt zur Seite und nickte: „Selbstverständlich Professor… ich … ich wollte… wollte doch nur…!" Lily legte gerade wirklich eine reife Leistung aufs Parkett, denn Harry glaubte ihr trotz ihrer gestammelten Worte nicht.
Aber sie war überzeugend, denn Dumbledore lächelte ein wenig wohlwollender. „Schon gut!"
Sirius und Lily blickten den vier Schülern besorgt nach, als diese von Dumbledore in das runde Büro geleitet wurden. Sie setzten sich auf vier Stühle und der Schulleiter nahm hinter dem breiten Schreibtisch platz.
„Was soll ich nun mit Ihnen machen?"
„Professor, es tut mir…!"
„Ich weiß, dass es Ihnen nicht im geringsten Leid tut!" unterbrach Albus Dumbledore den schwarzhaarigen Slytherin kühl.
„Stimmt, Sie haben Recht. Es tut mir nicht im geringsten Leid, das Schloss verlassen zu haben, aber ich möchte auch nicht in Ihrer Lage sein. Sie müssen weder meinen Eltern, noch den Eltern von Dorian, erklären, warum ihre Söhne von Hogwarts verband wurden, aber Sie müssen der Familie von Salina Bericht erstatten und den Potters. Ich möchte nicht in Ihrer Lage sein!"
„Und wieso glauben Sie, Mr. Jericle, dass es mir schwer fällt nur Sie rauszuwerfen?!"
James, Sal und Draco machten entrüstete Gesichter und Harry konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Weil ich denke, dass wenigstens ein Schüler dagegen Einspruch erheben wird und mir folgen wird." Harry schüttelte den Kopf und eine verirrte Spinne flog auf Dumbledores Schreibtisch. Harry lächelte bitter: „Oh, ich verlange es nicht. Ich will es nicht, aber irgendwie passiert ohnehin Nichts, so wie ich es will und erwarte!" Harry blickte Dumbledore mit einer Ruhe an, die James und Sal unheimlich war. Draco wusste, dass Harry im Kampf war. Er kämpfte jetzt um eine Schulzeit für Salina und James.
„Professor!", warf James schließlich ein. „Wenn Sie Adrian rauswerfen, dann müssen Sie auch mich rauswerfen, weil ich mehr Verwarnungen habe, als er!"
Draco brauchte sich jetzt nicht mehr zu fragen, woher Harry diesen Dickschädel und diese Charakterstärke herhatte. James hatte sogar das gleiche Funkeln in den braunen Augen.
„Es ist eindeutig, dass Mr. Jericle Sie hinaus geführt hat und wie Sie selbst wissen, Mr. Potter, dann haben auch Sie Verwarnungen erhalten, wenn Sie Ihre Freunde in Abenteuer geführt haben."
„Aber es stimmt nicht!" sagte Sal voller Inbrunst. „Adrian hat uns nicht hinausgeführt. Im Grunde haben wir ihn dazu gezwungen mit uns hinaus zu gehen. Er konnte gar nicht anders!"
Dumbledore hatte in Salina offenbar eine gerissene Gegnerin gefunden, wenn es darum ging Lügen so zu drehen, bis es keine Lügen mehr waren. Draco fand das sehr beängstigend, besonders da die hellblauen Augen vom alten Zauberer sich verdunkelten.
„Mrs. Clear, ich sage es nur ungern, aber ich glaube ihnen nicht ein Wort!"
„Aber es ist nicht gelogen!" sagte James mit ernster Stimme und Draco nickte dazu.
„Wir werden sehen!" Dumbledore gab erst einmal auf. Er würde sehen, was sich als nächstes ergeben würde. „Ich möchte, dass sie Ihre Taschen auslehren und mir alles zeigen, was sie bei sich tragen!"
Harry wurde blass und er suchte Dracos Blick. Draco lächelte hintergründig und Harry wusste nicht, was er davon halten sollte. Er vertraute aber seinem Freund einfach. Er hatte auch gar keine andere Wahl.
Sie legten also Zauberstäbe (Harry hatte zum Glück nur den Zauberstab von Regulus mit), Taschentücher, Taschenmesser, Bonbonpapier, Pergamentschnipsel, Lippenstift, Haargummis und alles Mögliche auf den Tisch vor Dumbledore.
Er sah mit einem Zauber schnell, dass die Taschen wirklich alle leer waren. Sein einziger Gedanke war, dass er alt wurde. Wie hatte er denn nicht sehen können, dass Lily Evans da ihre Finger mit im Spiel gehabt hatte. Sie war nicht umsonst zum richtigen Moment erschienen. Sie hatte ganz unschuldig das belastende Beweismaterial verschwinden lassen. Jetzt konnte er niemanden mehr etwas nachweisen. Wer hätte dieses Verhalten auch einer mustergültigen Schülerin aus Gryffindor zugetraut?
Natürlich war auch Harry längst zu dem Schluss gekommen, dass Lily und Sirius ihnen geholfen hatten. Er wusste nicht, ob er sich darüber freuen oder Angst um das Wohl der anderen haben sollte. Bei Dumbledores resignierendem Gesicht wusste er, dass er sich freuen sollte. Es gelang ihm aber nur mäßig.
Es dauerte eine Weile, bis Dumbledore wieder sprach. „Ich weiß, dass sie das Schloss verlassen haben und ich kann es beweisen. Ich weiß auch, dass Mr. Jericle sie geführt hat, aber dies kann ich leider nicht beweisen, weil sie alle diese Tat decken. Ich weiß auch, dass ihre Freunde aus Ravenclaw, Slytherin und Gryffindor ihre Finger mit im Spiel haben. Ich kann sie allerdings nicht einfach suspendieren oder rausschmeißen!"
Die vier Jugendlichen grinsten erleichtert.
„Aber ich verwarne sie hiermit ALLE. Noch eine ähnliche Aktion oder etwas anderes der Art und ich werde sie ohne zu Zögern aus Hogwarts verweisen! Sie ALLE, ohne Rücksicht auf Ihre Familien oder Gründe…"
Die Jugendlichen nickten zustimmend. James war ein wenig blass geworden, aber es würde sich schnell legen und vielleicht lag es auch nur daran, dass er Hunger hatte. Die Jugendlichen wollten das Büro gerade verlassen, als Dumbledore Harry zurückrief.
„Mr. Jericle, was soll ich mit Ihnen machen?"
Harry drehte sich vollends zu Dumbledore um. Er schaute sich sehr nachdenklich im Büro um. Erst jetzt fiel ihm auf, dass Fawks nicht da war und auch der sprechende Hut einen anderen Platz hatte.
„Gar nichts, Professor! Manche Probleme lösen sich rein naturwissenschaftlich und das schneller als gedacht!"
Harry blickte aus dem Fenster, damit er nicht Dumbledore ansehen musste.
„Warum erzählen Sie mir nicht die Wahrheit?"
„Weil Sie sie nicht glauben würden und weil ich nicht will, dass Sie meine Geschichte kennen!"
Dumbledore war überrascht. „Sie wissen für meinen Geschmack zu viel!"
„Ich weiß für meinen Geschmack auch zu viel, Professor, aber ich wurde nie gefragt. Ich würde gerne brav neben den anderen Schülern sitzen, Hausaufgaben schreiben und Zaubererschach spielen. Aber es war mir nie vergönnt, gewöhnen Sie sich daran. Ich bin nicht normal. Ich durfte nie normal sein…" Harry blickte auf und seine Augen trafen auf die hellblauen Dumbledores.
„Ich verwarne sie. Leisten Sie sich nicht noch eine ähnliche Sache…!"
„Sie werden mich weder aufhalten können, noch lege ich viel Wert auf die Anwesendheit hier in Hogwarts. Nicht mehr! Das Problem besteht allerdings darin, dass zu viele Mitschüler versuchen würden mir zu folgen. Sie würden die Kontrolle über diese Schüler komplett verlieren. Sie würden die Kontrolle über mein Handeln komplett verlieren und vertrauen Sie mir, ich würde einen Spion unter meinen Freunden finden! Tun Sie es keinem Schüler an, seine Freunde verraten zu müssen."
Harry verließ das Büro und wusste, dass die nächste Zeit schwer werden würde.
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Harry fühlte sich in sein 5. Schuljahr zurückversetzt. Er wurde von jedem scharf im Auge behalten und überwacht. Alle Lehrer schienen nur noch die Aufgabe zu haben ihn mit Strafarbeiten, Projektarbeiten und Hausaufgaben zu beschäftigen. Jeder Schritt schien auf das Genaueste überwacht und kontrolliert zu werden.
Harrys Freunde wollten einen Termin für die Aussprache machen, aber Harry verschob ihn immer wieder, da er irgendeine Strafarbeit machen musste. Draco wurde zwar nicht ganz so in Mangel genommen, aber auch er wurde anders behandelt und angesehen.
James, Lily und Co. versuchten zwar ein wenig Druck zu machen, aber sie mussten schnell einsehen, dass Harry im Augenblick keine Kontrolle über seine Zeit hatte. Und zu sehr in die Ecke drängen, stellte sich schnell als Fehler heraus, denn Harry war gereizt und auf Streit aus. Sie durften ihn nicht noch mehr reizen, sonst würde er mit seinen Krallen ausholen.
Harry lag eines Abends Ende Mai total erledigt in seinem Bett und starrte den grünen Betthimmel über sich mit glasigen Augen an. Er wollte hier weg. Er wollte nur noch zur Ruhe kommen. Es war gar nicht wirklich geplant, als er anfing seine Atmung zu kontrollieren und immer weiter sich zurückzog. Sich aus dieser realen Welt zurückzog.
Er meditierte. Es war ein tiefes und friedliches zur inneren Ruhe kommen, während im Schloss soviel Trubel war. Er fand in sich die Ruhe und als Draco den Schlafsaal betrat, spürte Harry es mit jeder Faser seines Seins. Aber der Blonde dachte, dass Harry schlief und so gesellte er sich zu den anderen Slytherins in den Gemeinschaftsraum. Harry schlief aber nicht. Er nutzte das, was er in der Höhle endlich geschafft hatte. Sich in sich selbst zurückziehen und sich dabei total bewusst sein.
Wie oft hatte der erwachsene Severus Snape ihm gesagt, dass er seinen Kopf frei bekommen sollte? Wie oft hatte Hermione ihm gesagt, dass er meditieren sollte? Wie oft hatte Ron gesagt, dass es hilfreich war, wenn man seine Animagigestalt finden wollte? Wie oft hatte er es versucht, aber war nie weiter als zum schnellen Einschlafen gekommen? Zu oft. Viel zu oft.
Jetzt hatte es geklappt und was Harry jetzt feststellte, war, dass er sich verändert hatte. Er war bei weitem nicht mehr der Junge aus dem siebten Schuljahr des Jahres 1997. Er war keine 17 Jahre mehr alt und er war nicht mehr wirklich Harry Potter. Er war Adrian Jericle, der viel von Harry Potter hatte, aber auch vieles vom ‚Helden' hatte ablegen können. Kein Wunder, dass er nicht mehr in seine Animagigestalt wechseln konnte. Er hatte seine Figur verändert. Er konnte sich nicht mehr in diese kleine unauffällige grünschimmernde Spinne verwandeln. Er war nun mal keine Spinne mehr…
Harry verlor dann doch die Kontrolle über seine Meditation und schlief schließlich ein. Draco strich ihm abends noch die dunklen Haare aus dem Gesicht. „Du bist etwas Besonderes! Und ich bin so stolz an Deiner Seite sein zu dürfen!"
„Du bist mehr, als nur an seiner Seite und Du bist es nicht, weil er etwas Besonderes ist!"
Draco blickte Sanuel an, dann sah er zum schlafenden Harry: „Ja, vielleicht! Aber er wird immer etwas Besonderes sein. Ich verstehe jetzt so Vieles, was ich damals nicht gesehen habe. Ich habe ihn nun wirklich kennen gelernt."
„Wie denken Eure Eltern über eure Beziehung?"
„Wer?"
„Eure Eltern?!"
„Oh!" Draco wurde etwas rötlich auf den Wangen. „Die wissen es noch nicht so wirklich!"
„Ach?! Es hätte mich auch sehr gewundert, wenn es anders gewesen wäre!" Sanuel blickte Draco wissend an, machte sich aber dann schweigend bettfertig und ließ Draco mit seinen Gedanken alleine.
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Es waren jetzt fast drei Wochen vergangen, in denen Harry zu nichts kam, weil irgendeine Aufgabe von ihm erledigt werden musste. Sein Nervenkostüm wurde immer dünner, denn auch das Meditieren brachte ihm jetzt nicht mehr wirklich die nötige Ruhe. Zu tief saß der Drang nach Bewegung und Vorankommen. Draco bemerkte die Veränderung deutlich und konnte doch nichts daran ändern.
Als Harry an einem Morgen in der Großen Halle ein kleines Päckchen bekam wunderten sie sich alle. Die letzten Tage war der Kontakt zu den anderen Häusern sehr mau gewesen, aber dass jetzt schon über Posteulen kommuniziert werden musste, war dann doch eigentlich übertrieben.
Die braune Schuleule schien nicht sehr geduldig zu sein und Harry löse das Päckchen schnell von ihrem Fuß. Er gab ihr etwas von seinem Schinken ab, was sie irgendwie eingebildet und ein wenig pikiert fraß. „Du musst es nicht essen, wenn Du es nicht willst!" sagte Harry schnippisch. „Du kannst auch in die Eulerei zurück und dort Dich am Eulenfutter bedienen!"
Auf diese Worte reagierte die Eule mit einem entrüsteten Fiepen, aber nahm den Schinken und verschwand in den Lüften. Harry blickte nun auf das braune Einwickelpapier. Es war eindeutig nicht nur ein Brief. Es hatte zwar fast die gleiche Größe, aber es war zu hart und zu schwer. Auf dem Papier stand in schwarzer Schrift: „Auf diesem Weg ist es am Unauffälligsten!"
Harry runzelte die Stirn, dann blickte er in der Halle umher, konnte aber niemanden ausmachen, der sich seltsam verhielt. Vorsichtig wickelte Harry nun das Päckchen aus.
Draco beobachtete das alles mit größter Neugier. Er hatte nicht das Gefühl, dass hier irgendeine Gefahr von ausging, aber es war schon seltsam. Er runzelte verständnislos die Stirn, als er sah, was in dem Papier eingeschlagen gewesen war. Noch viel mehr wunderte Draco sich, als der Spiegel in Harrys Händen auf einmal zu vibrieren begann, bis er bemerkte, dass es Harrys Finger waren, die so stark zitterten.
Als er Harry ansah, erschrak er, denn Harry war kreidebleich, als hätte ihm jemand eine tote Ratte geschickt. Harry Potter war von diesem Spiegel total aus der Bahn geworfen worden.
„Adrian?" Lin sah sehr besorgt aus und Harry reagierte nur langsam. Das Zittern seiner Hände wurde allerdings nicht weniger. Mit glasigem Blick sah er Lin an.
„Alles okay?!"
„Klar!" sagte Harry dumpf und alle wussten, dass es eine Lüge war.
„Panther?! Kann ich Dir irgendwie helfen!"
Der Blick von Harry verwandelte sich plötzlich in todtraurig und total verzweifelt. Draco verstand nun gar nichts mehr. Sein Blick sagte das wohl auch aus, denn Harry stand ruckartig auf und verließ die Halle hektisch. Draco blickte ihm nach. Vermutlich wäre es besser ihm zu folgen, aber er wollte Harry auch Zeit geben, sich zu sammeln und im Zweifelsfall konnte er ja Sirius oder James fragen, denn die wussten seltsamerweise immer, wo Harry sich aufhielt, solange es innerhalb vom Schloss war.
Und offensichtlich wollte Harry jetzt nicht mit ihm reden und so überlegte Draco, wie er seine Zeit sinnvoll nutzen konnte. Er hatte da auch eine Idee.
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James war schon längst nicht mehr am Gryffindortisch, als Draco aufstand und die Große Halle verließ. James und Sirius hatten Harrys Reaktion auf das Geschenk genau beobachtet und standen nun vor einem großen Rätsel. Warum hatte ‚Adrian Jericle' so seltsam und fast panisch auf den Zwei-Wege-Spiegel reagiert?
Dies war auch der Grund, warum James jetzt durch die Gänge hetzte und immer wieder einen Blick auf die Karte der Rumtreiber nachschaute, ob sein Ziel sich bewegt hatte. Sein Ziel bewegte sich seit einigen Augenblicken gar nicht mehr und James legte noch einen Zahn zu. Er wollte Antworten!!
Als James endlich auf dem Quidditchfeld ankam, konnte er ‚Adrian' gar nicht sehen, aber dann erblickte er ihn über den rechten Torringen. Er hing fast still in der Luft und James fragte sich, was der Junge da machte, dann stürzte er in die Tiefe. Es dauerte einen Augenblick, bis James begriff, dass ‚Adrian Jericle' nicht nur ein ausgezeichneter Flieger war, sondern auch seine Anspannung durch das Fliegen abschütteln wollte. Einem komplizierten Manöver folgte das nächste. Die Abstände zwischen Tribüne und Besen waren minimal und James wusste plötzlich, dass der Slytherin für ihn geflogen war. Er hatte es zwar selbst nicht gesehen, aber seine Freunde hatten so von den Flugkünsten geschwärmt, dass es sich nur um den Slytherin handeln konnte. Die Frage war und blieb: WARUM?
James setzte sich auf das Gras und wartete. Er beobachtete die Flugshow fasziniert und wusste, dass er an dieses Talent nicht heran kam. Niemals… Er konnte eigentlich froh sein, dass ‚Adrian' nicht für Slytherin spielte, dann könnte Gryffindor gleich die Hoffnung auf den Pokal aufgeben. Ganz Gryffindor würde am 4. Juni Slytherin anfeuern, weil nur dann Gryffindor den Pokal bekommen würde. Ravenclaw hatte jedenfalls bisher mehr Tore…
Aber der ganze Quidditchkram war eigentlich Nebensächlich, wenn James an die letzten Ereignisse dachte. Etwas lag in der Luft und er würde jetzt Antworten bekommen. Der Flugstil von ‚Adrian' war ruhiger und kontrollierter geworden, auch wenn die Stunts noch immer gefährlich und beeindruckend waren.
James schnappte sich seinen Besen und begab sich in die Lüfte.
„ADRIAN!"
Der Slytherin drehte sich mit seinem Besen auf der Stelle um, als wäre es ein Kinderspiel. James sah ihn fragend an. „Erkläre!" forderte er auf, ohne auf die abweisende Miene zu achten.
„Es gib nichts zu erklären!" sagte Harry harsch.
„Oh doch, Adrian!" James flog ein wenig näher an Harry heran. „Zum Beispiel, warum Du vorhin total die Panik geschoben hast, als Sirius Dir seinen Zwei-Wege-Spiegel geschickt hatte!"
„Es ist der von Sirius?"
„Ja!"
„Wo ist Deiner?"
„Bei mir!"
„mhm…" Harry drehte ein Looping und wandte James dabei den Rücken zu.
„Adrian?!"
„Der Spiegel weckte verschüttete Erinnerungen", sagte Harry leise und flog langsam umher. Er blickte seinen Vater nicht an.
James konnte aber die Traurigkeit und den Schmerz fühlen und sehen. Es war mehr als NUR eine Erinnerung. Es war etwas wirklich Bedeutendes gewesen, woran ‚Adrian' erinnert wurde.
„Adrian! Du musst mir uns reden. Du musst mit mir reden!"
„James!" fuhr Harry ihn scharf an. „Ich KANN nicht mit Euch darüber reden!" Harry hielt ihm plötzlich die Hand hin und zeigte auf die kleine Narbe, die noch immer zu sehen war. „Ich kann nicht, selbst wenn ich wollen würde!"
Harry wusste, dass das eine Ausrede war, denn er könnte sehr viel erzählen, besonders da Draco damit einverstanden wäre. Aber er brauchte eine Ausrede. Er brauchte einen Grund, damit er James und die anderen nicht mit seiner Ablehnung verärgerte. Jetzt wo er alle zu seinen Freunden zählen konnte, wollte er sie nicht wieder verlieren oder verletzen.
„Geh zu Lily, James. Nimm sie in den Arm und pass auf sie auf. Pass auf Deine Familie auf!"
„Ein guter Rat von jemanden, der den Lehrern und seinen Freunden etwas vorspielt!" James fuhr sich frustriert durch die schwarzen Haare. „Verdammt, Adrian! Du spielst hier ein ganz gefährliches Spiel und falls es Dir noch nicht aufgefallen ist, aber wir stecken alle schon viel zu tief drin. Wenn Du jetzt schweigst, wird Deine Arbeit mit Sirius und mir, mit Severus und Regulus, mit… einfach allen sinnlos und umsonst gewesen sein. Du musst UNS ALLE an Deinen Plänen teilhaben lassen. Du musst uns erlauben Dich in diesen Kram zu begleiten. Sonst wird es umsonst gewesen sein…"
Harry starrte James an und selbst in dieser ruhigen Position und mitten im Streit, konnte James die natürliche Begabung von ‚Adrian' auf dem Besen nicht begreifen. James blickte Harry fest in die Augen und erschrak. Diese tiefe Trauer und dieser Schmerz waren fast zum Greifen und James wusste, dass dieser Junge schon viel zu viel erlebt hatte. Die Augen schimmerten feucht und als sich die erste Träne bildete, ging der Slytherin in einen Sturzflug über. Er raste in die Tiefe und James flog schnell hinterher.
Als er allerdings auf dem Boden ankam, war ‚Adrian' schon viele Meter vor ihm auf dem direkten Weg ins Schloss hinein. „Adrian!" James ließ seinen Besen fallen und wollte hinterher, aber Remus stellte sich ihm plötzlich in den Weg.
„Krone! Las ihn. Er wird die Zeit brauchen. Er wird zu uns kommen, aber er wird ein wenig Zeit brauchen!"
„Ich dachte, er hat keine Zeit mehr, Moony!"
„Die hat er auch nicht, aber er wird es schaffen, denn wir werden ihn begleiten. Wir werden ihm helfen, so wahr er einer von uns ist."
James blickte Remus fragend an, aber der braunhaarige Junge schüttelte nur den Kopf.
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„Wo warst Du?" Draco zischte erschrocken hoch und versteckte seine Tasche hinter seinem Rücken. Lin stand mit verschränkten Armen vor ihm und wirkte dadurch irgendwie bedrohlich. Als dann auch noch Lily, Sal und Esmare hinter der Slytherin erschienen war Draco wirklich besorgt. Ihre Gesichter zeigten eine große Unzufriedenheit. Draco verstand nicht, was los war.
„Warum?" fragte er daher vorsichtig. Sicherheitshalber behielt er die Mädchen gut im Auge und seinen Zauberstab griffbereit. Irgendetwas lag hier in der Luft und er sollte sehr schnell erfahren, was es war...
„Adrian sucht Dich seit Stunden!" zischte Lily mit funkelnden Augen. „Mittlerweile hat er es aufgegeben!"
„Er hat sich dann irgendwo verstecke und James will uns nicht sagen wo. Wir glauben allerdings, dass Adrian irgendwie die Befürchtung hat, dass Du jetzt alleine weitermachst, oder dass Du ihn im Stich lässt. Er ist in dieser Hinsicht so empfindlich."
Draco riss die Augen auf. Er musste leider zugeben, dass er sich keine Gedanken darüber gemacht hatte, was Harry denken würde, wenn er plötzlich weg ist. Wirklich lange war er nicht weg, aber es hat doch ein wenig länger gedauert, als geplant. „Wo ist er?"
„Wir haben Dir schon gesagt, dass wir keine Ahnung haben!" sagte Lin und ihr Blick sprach Bände. Die Mädchen machten sich Sorgen, wirklich große Sorgen, denn Harry konnte mit solchen Situationen nicht umgehen. Es sah für ihn zu sehr nach Verrat aus und Draco wusste, dass es nichts Schlimmeres für Harry gab.
Draco drehte sich um und lief mit seiner Tasche an die Brust gedrückt hinunter in die Kerker. Er hoffte dort einen Anhaltspunkt zu finden, aber weder der Spiegel, noch irgendetwas anderes war zu finden. Draco verstaute schnell die Tasche und hetzte dann wieder aus den Kerkern hinaus und lief die Treppen hinauf zum Gryffindorturm. Er war froh, dass er seit der legendären Geburtstagsparty genau wusste, wo der Eingang zur Löwenhöhle sich befand.
Ungehalten klopfte er an das Gemälde der fetten Dame. Ihr entrüstetes Gekeife ignorierte er.
Nach wenigen Minuten öffnete sich endlich das Portrait und Peter Pettigrew stand im Rahmen. „Wo ist Potter?" zischte Draco sofort und schob den kleinen Gryffindor-Schüler zur Seite.
„Das geht Dich gar nichts an!" versuchte Peter zu sagen, aber Draco war schon im Reich der Gryffindors. Mit einer geschmeidigen Bewegung hatte Draco Peter am Schlafittchen gepackt.
„Pass bloß auf, Pettigrew! Du wirst es nie schaffen Deine Freunde zurück zu bekommen. Du kannst Dich noch so sehr einschleimen, aber Adrian ist in ihre Herzen eingedrungen und wird daher dort immer einen Platz besetzen, an den DU nie herankommen wirst!" Draco trat einen Schritt zurück und blickte den pummeligen Jungen abschätzig an. Dieser Junge sollte eines Tages seine Freunde verraten haben. Dieser Junge war dafür zuständig, dass Voldemort zurückkommen konnte. Seine Schuld war durch Harrys Manipulation, auch Imperio genannt, ausgeglichen, aber Draco würde nicht zusehen, wie Peter das Leben der Familie Potter auf eine andere Art und Weise zerstörte.
„Du solltest aufgeben, Wurmschwanz. Aufgeben, solange Du noch lebst!"
Es war eine Drohung. Eine Drohung die Draco wirklich ernst meinte. So wie auch Harry seine Drohung wirklich ernst gemeint hatte und nach Peters angsterfüllten Augen, wusste er dies auch ganz genau.
Ohne einen weiteren Blick wandte Draco sich um und lief die Treppe zum Schlafsaal der Gryffindors hoch. Er klopfte nicht an, bevor er in den Raum mit den vier Betten stürmte.
Die drei Gryffindors saßen gemeinsam auf dem Bett von Remus und blickten Draco an, als hätten sie ihn schon längst erwartet.
„Wo ist er?"
„Wir haben keine Ahnung!" sagte Sirius mit gelassener Stimme.
„Warum sucht Ihr ihn nicht?"
„Weil er im Moment nicht gefunden werden will!"
Draco starrte Remus kalt an.
„Hol tief Luft und setz Dich!" wies Sirius an und deutete dabei auf sein Bett. Draco folgte dieser Anweisung nach kurzem Zögern. Die alles beherrschende Frage blieb allerdings: Wo war Harry?
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Harry war außerhalb der Karte, daher konnten die Rumtreiber ihn nicht lokalisieren. Noch waren nicht alle Orte der Ländereien eingezeichnet und noch war zum Beispiel der See ein unbeobachtetes Terrain. Genau hier her hatte Harry sich verzogen. James hatte es zwei Mal versucht über den Spiegel mit ihm in Kontakt zu treten, aber Harry hatte ihm nur gesagt, dass er ihn bei der nächsten Anfrage zertrümmern würde. Diese Warnung hatte der Gryffindor ernst genommen und so hielten sie sich bei der Verfolgung zurück. Sie hatten sich begnügt auf der Karte regelmäßig nachzusehen, ob Harry wieder im Schlossbereich war.
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TBC.
