Auf der Suche nach Magie"

Übersetzung der Geschichte „Looking for Magic" von Hypnobarb.

Disclaimer: Alles gehört JKR, bis auf diese Übersetzung. Die gehört mir, aber ich verdiene kein Geld damit!

Wie es scheint, wissen die meisten von euch gar nicht mehr, was Severus mit Lucius vorhat. ;O) Ich möchte nur ein wenig vorwarnen, dass manche Äußerungen hier sehr amoralisch sind. Aber so ist der Blonde nun mal…

Viel Spaß mit dem längsten Kapitel bisher!

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44. Kapitel:

Severus und Lucius

29. Dezember 1998

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Lucius

Morgens

"Vater, das ist es, was ich meine." Draco deutete auf eine Grafik auf eines der Blätter, die verteilt über dem Tisch vor ihnen lagen. „Das wirkliche Geld aus diesem Projekt erzielt man erst nach ungefähr vier Jahren. Dann wird das College komplette Vorlesungsverzeichnisse für fortgeschrittene Trainingsprogramme während des Sommers vorweisen. Zaubererunternehmen und –regierungen werden ihre Angestellten schicken und die Kosten von deren Wohnungen übernehmen. Die Apartments werden das ganze Jahr über belegt sein."

Lucius Malfoy lehnte sich zurück und nahm einen weiteren Schluck von seinem Tee, sich dabei wünschend, es wäre etwas Stärkeres. Sein Sohn hatte ihm Seite, um Seite, um Seite über Einnahmenvorhersagen, Kostenplänen, Auslastungsvorhersagen gezeigt und sein Hirn war ziemlich überladen. Er rieb sich seinen Nasenrücken, hoffend, damit Kopfschmerzen zu vermeiden.

In einem seltenen Augenblick in seinen dreiundvierzig Lebensjahren, gab Lucius die Eitelkeit auf, griff in eine Tasche seiner Umhänge und zog ein Brillenetui heraus. Er entnahm diesem eine Halbmondlesebrille und setzte sie auf.

"Draco, stell dir vor, dass dein Vater nichts über Geschäftspläne weiß (etwas, von dem Lucius wusste, das es wahr war). Stell dir vor, dass dein Vater allgemein nichts von Geschäften versteht (was offenkundig unwahr war). Fang noch mal mit allem von vorn an und erkläre es mir Schritt für Schritt."

"Sicher doch, Vater", sagte Draco mit Respekt. „Der eigentliche Sinn dieses Geschäftes ist es, eine Marktlücke zu finden." Er deutete auf den Leitspruch auf der ersten Seite. "Meine Wohnerfahrung im Avalon College Wohnheim in den letzten sechs Monaten hat mich gelehrt, dass die meisten Leute, die dort leben, lieber woanders wohnen würden, vor allem die Studenten, die Geld haben."

"Die Zimmer sind annehmbar, aber es leben zu viele Leute in einem Wohnheim und es gibt nicht genügend Rückzugsmöglichkeiten oder sogar Gemeinschaftsräume. Das Essen ist alarmierend schlecht. Hinzu kommt, es ist eine multikulturelle Umgebung mit Studenten aus aller Welt und es gibt nur wenig Möglichkeiten, die eigene Kultur auszuleben oder eigenen Essenswünschen folgen zu können. Als Ergebnis geben die Studenten viel Geld aus, um außerhalb zu essen", sagte er mit Nachdruck.

"Ich nahm eine Umfrage an Studenten von zwei Etagen vor und fand heraus, dass wenn ich die Kosten in diesen Parametern halten würde", Draco zog ein Stück Papier aus dem Stapel und platzierte es vor seinem Vater, um fortzufahren. „ meinten die Studenten, die aus wohlhabenden Familien stammen, sie würden aus dem Wohnheim aus- und in ein Apartment einziehen, das diesen Komfort bieten würde."

„Das College hat die Politik, dass alle Erstsemestler im Wohnheim leben müssen", hob Lucius hervor.

"Genau", sagte Draco triumphierend. "Glaube mir, Vater, das ist das beste Verkaufsargument, das ich habe. Nach dem sie ein Jahr im Wohnheim gewohnt und miserables Essen gegessen haben, werden sie mehr als bereit sein für eine Alternative, und ich bin vorbereitet, ihnen genau das zu bieten, was sie wünschen."

Draco zog ein Foto und Papiere hervor, die wie Grundrisse aussahen.

"Dies ist das Gebäude, das ich vorhabe, zu kaufen. Es ist eine kurze Busfahrt zum Campus, mit der Verstecken-in-Sichtweite-Philosophie, der wir in Avalon folgen. Es hat fünf Etagen mit jeweils sechs Apartments. Vier von jeweils sechs sind Einzimmer- und zwei sind Zweizimmerapartments. Die Apartments sind klein, mit 35 Quadratmetern in den Einzimmerapartments und 85 Quadratmetern in den Zweizimmerapartments."

"Ich überlege, eines der Zweizimmer- sowie eines der Einzimmerapartments im Erdgeschoss in eine größere Küche und einen gemeinsamen Essensraum zu verwandeln, und dies auf dem Plan zu ändern, zusammen mit einem kleinen Büro und einem Transportraum zum Apparieren und Reisen mittels Portschlüssel. Der große Hinterhof ist im Moment offen, aber ich habe vor, einen abschirmenden Zaun und Banne zu errichten.

Das Gebäude gehört einem älteren Muggel, der darin wohnte und es selbst pflegte. Er ist bei ziemlich schlechter Gesundheit und lebt bei seiner Familie, die das Gebäude verkaufen will. Es sieht heruntergekommen aus, aber ich habe einen Gutachter kommen lassen und er hat es sich angesehen. Er meinte, das Dach ist erst acht Jahre alt und in exzellentem Zustand, während die Heizungs- und Klimaanlagen vor zehn Jahren erneuert wurden. Die Fenster wurden vor fünfzehn Jahren ausgetauscht und müssten erst in fünfzehn Jahren wieder erneuert werden. Die Renovierungskosten würden einen Neuanstrich vom Erdgeschoss bis zum Dach, die Erneuerung der Teppiche und des Linoleum, Reparatur der Beleuchtung, Badezimmer und Küchenzeile sowie andere kosmetische Veränderungen beinhalten. Die Außenfassade müsste auch neugestrichen werden. Ich möchte im ganzen Gebäude Holztüren einsetzen lassen, da Holz leichter mit Bannen belegt werden kann als die im Moment eingesetzten Metalltüren. Aber ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das machen kann aufgrund der Muggelfeuerschutzvorschriften."

"Und was ist der geforderte Preis für das Gebäude, in Galeonen, bitte?", fragte Lucius, als er sich die Renovierungsliste ansah.

Draco nahm ein weiteres Stück Papier hervor. „Das ist der geforderte Preis. Ich glaube, auf dem aktuellen Immobilienmarkt und mit dem Wunsch der Familie, das Gebäude zu verkaufen, bevor der alte Mann stirbt, kann ich es für das bekommen." Darco zeigte mit dem Finger auf eine andere Zahl. „Ich habe das Geld, Vater. Meine Erbschaft von Urgroßvater Black liegt einfach nur so im Verlies herum und die Zinsen von Gringotts sind bei weitem nicht so gut wie die Erträge aus der Investition, die ich in meinem Geschäftsplan hochgerechnet habe."

"Wirst du neben dem Studium noch Zeit dafür finden?", fragte Lucius.

"Die aktuellen Mieter müssen erst ausziehen bevor ich es in ein Zauberergebäude verwandeln kann. Das kann noch vor dem Ende des Schuljahres erfolgen. Entsprechend dem Zeitplan, den ich von einer magischen Renovierungsfirma erhalten habe, werden die Arbeiten vier bis sechs Wochen benötigen. Das Gebäude wird fertig zum Bezug sein sechs Wochen bevor das Herbstsemester anfangen wird. Ich kann Reservierungen jetzt schon annehmen und werde vertragliche Bindungen für jedes Apartment haben, sobald ich das Gebäude erstanden habe. Ich werde einen Dienstelfen beschäftigen, der die anfallenden Wartungsarbeiten erledigen und sich um die Mieter kümmern wird."

"Warum willst du extra amerikanische Dienstelfen einstellen, wenn du einfach ein paar von unseren kostenlos mitnehmen könntest?"

"Du kennst die amerikanischen Dienstelfen nicht, Vater. Sie sind praktisch eine andere Spezies gegenüber unseren Hauselfen. Wenn ich einige von unseren mitnehme und sie treffen auf amerikanische Elfen, würde sie deren Ideen und Rechtsempfindungen mit zurückbringen, was nicht zu unserem Vorteil hier in England wäre."

Draco zögerte für einen Moment und wagte den Sprung ins kalte Wasser.

"Du kannst einen amerikanischen Dienstelfen nicht disziplinieren, in dem du ihn trittst. Man hätte die Gewerkschaft für Dienstelfen am Hals."

"Ich verstehe", sagte Lucius nachdenklich. "Vielleicht hast du recht, diese Art von Einfluss nicht in unseren Haushalt zu bringen."

"Dieses Projekt verlangt von dir, die meiste Zeit des Sommers in Amerika zu bleiben und würde dir einen umfangreichen Einblick in die Geschäftswelt geben, in beide, Muggel- und Zaubererwelt. Der Dunkle Lord würde dies für gut befinden." Er schaute seinen Sohn an. „Du weißt schon, dass du Steuern sowohl in der magischen als auch in der Muggelwelt bezahlen müsstest?"

"Unvermeidbar in Amerika, Vater", antwortete Draco. „Eigentlich muss jedes Zaubererunternehmen sie in seine Geschäftskosten mit einbeziehen."

"Du sagtest, deine Freundin Anita half dir, den Plan zu erstellen, und dass ihr Vater ihn sich angesehen hat?"

"Mr. Schuler war sehr hilfreich und machte exzellente Vorschläge, vor allem bezüglich Steuer- und Abschreibungsvorteilen", sagte Draco. „Aber er wurde ja auch selbst zum Milliardär mit denselben Arten an Planungswerkzeugen, die ich benutzte. Er verwendet Arithmantik, um soziale und geschäftliche Trends vorauszuplanen in einer Weise, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Ich würde wetten, dass Tante Beatrixe oder Professor Vektor nicht wüssten, wie sie das machen könnten, was er tut."

"Ich weiß, es wichtig ist, dass ich einen Abschluss in Zauberkunst erhalte, aufgrund der Verabredung, die wir mit dem Dunklen Lord geschlossen haben, aber ich überlege, auch einen Abschluss in Arithmantik zu machen."

"Kannst du das? Gleichzeitig zwei Ausbildungen?", fragte Lucius überrascht.

"In Avalon kann ich es", nickte Draco. „Es bedeutet, ich würde für die nächsten dreieinhalb Jahre keine leichten Vorlesungen besuchen. Es könnte sein, dass ich im Sommer Kurse belegen muss. Es bedeutet mehr Arbeit, aber ich denke, es wird sich auszahlen." Er lehnte sich seinem Vater entgegen, seine Augen strahlten voll Enthusiasmus. „Wir können ein Vermögen damit verdienen. Nur zu lernen, wie man Investitionen vorausberechnet, ist es schon wert, Vater. Niemand anderes in England tut dies."

"Das ist ein Vorteil, den ich begrüßen kann", sagte Lucius und zog eine Augenbraue nach oben. „Lass mir deine Geschäftspläne da, damit ich sie mir durchlesen kann, und ich werde dir in den nächsten Tagen meine Antwort mitteilen."

"Soll ich Pudding uns Mittagessen zu bereiten lassen, Vater?", fragte Draco. „Mutter wird erst in ein paar Stunden aus der Winkelgasse zurück sein. Sie sagte etwas von einer Anprobe bei Madam Malkins."

"Ja, lass Pudding das Mittagessen vorbereiten", sagte Lucius, „und sage ihm, dass Severus mit dabei sein wird." Lucius stapelte die Papiere vor ihm. Computerausdrucke, wie Draco sie nannte. Er brachte sie in die richtige Reihenfolge, justierte seine Lesebrille und begann zu lesen.

Als er sich den Plan ansah, verstand er einige der mathematischen Aspekte nicht. Er hatte die finanziellen Förderungen für eine Anzahl neuer Geschäfte über die Jahre hinweg übernommen, aber mehr aus Instinkt als alles andere. Es sah wirklich danach aus, als ob Draco dieses Apartmentgeschäft gut durchdacht hatte.

Lucius wunderte sich mehr über Daniel Schuler. Alles, was er über diesen Mann erfahren hatte, verdeutlichte, dass er ein Geschäftsgenie war. Aber sein Bemühen, die Muggeltechnologie und Magie zu verbinden, ging ihm gegen den Strich. Alles, was ihm beigebracht worden war, alles, was seine Reinblüterkultur ihn hat glauben lassen, sagte ihm, dass es falsch war. Es sollte nicht funktionieren. Reine Magie sollte immer über allem stehen, was mit Muggeltechnik verunreinigt wurde.

Aber, wie es aussah, funktionierte es. Vielleicht konnte jemand Geld damit verdienen, in dem er beides mit einander vermischte. Schuler verkaufte keine gemischten Produkte in der Muggelbevölkerung. Das Internationale Zauberergremium und das Geheimhaltungsgesetz hatten genug Macht in Amerika, um ihn davon abzuhalten, diese Grenze zu überschreiten.

Er hatte sich sein verdammtes Vermögen durch Muggel erworben und Lucius hatte keine Einwände dagegen. Es gab nicht so etwas wie verunreinigtes Geld. Und mit der Art, wie Voldemort ihn die letzten paar Jahre hatte ausbluten lassen, war ein neuer Investitionsversuch vielleicht notwendig. Wenn Draco diese neue Methode des Geschäftssinns erlernte, konnte er das Vermögen der Malfoyfamilie wieder beleben, vor allem wenn sein Vater den Krieg nicht überlebte.

Lucius war darauf vorbereitet. Heute Nachmittag würde der entscheidende Schritt erfolgen. Severus würde hierher kommen und mit ihm und Draco zu Mittag essen. Später, nach Dracos Okklumentikstunde, würden Lucius und Severus sich zu Dumbledore aufmachen.

Dieser Gedanke bereitete Lucius Unbehagen. Das letzte Mal, als er mit dem alten Mann gesprochen hatte, war Lucius noch im Schulrat von Hogwarts. Er hatte die Oberhand zu der Zeit mit dem Basilisken, der sich in der Schule bewegte, und hatte den alten Pups für ein paar Wochen aus Hogwarts hinaus geworfen.

Nicht länger. Jetzt würde er zu Albus Dumbledore gehen, um für seine Frau und seinen Sohn zu betteln zu jedem Preis, den Dumbledore vorgeben würde. Niemals hätte er geglaubt, dass der Tag kommen würde, an dem ein Malfoy sich selbst bei einem Muggelliebhaber erniedrigen würde.

Das war der Preis, den er zahlen musste, weil er mit achtzehn das Dunkle Mal angenommen hatte. Lucius dachte an diese Tage zurück, als er sich selbst an einen Größenwahnsinnigen gebunden hatte, der die Worte aussprach, die Reinblüter der höheren Klasse hören wollten. Rassenreinheit, die Überlegenheit der magischen Familie, dass die Zukunft denen gehörte, die sie ergriffen, und dass nur die Stärksten das Recht hätten, zu überleben. Lucius hatte in diesen Anfangstagen alles abgekauft, aber zu dem Zeitpunkt, als das Baby Potter Voldemort aus seinem Körper geschleudert hatte, wusste Lucius, dass der Dunkle Lord nicht derjenige sein würde, der die sozialen Veränderungen bringen würde, nach denen Lucius sich sehnte. Der Dunkle Lord wollte nur Macht für sich selbst und hatte keine Absicht, sie zu teilen.

Wie es aussah, hatte Severus dies zuerst herausgefunden. Entsprechend dem, was sein Cousin ihm anvertraut hatte, hatte er seit seinem 21. Lebensjahr für Dumbledore spioniert. Lucius hatte seit der Rückkehr des Dunklen Lords vermutet, dass Severus nicht aufrichtig loyal zu Voldemort war und entscheidende Informationen an Dumbledore weiter gab. Lucius hatte aber nicht vermutet, dass seine Spionagetätigkeit schon während des ersten Krieges begonnen hatte.

Die Ermordung von Amanda McKinnon und Lily Potter hatte Severus den Rest gegeben. Lucius liebte Severus wie einen Bruder, aber der Mann war unglaublich sentimental, wenn es um Frauen ging.

Severus war ein Erstklässler und gerade zwölf Jahre alt geworden als sein Vater seine Mutter umbrachte und Selbstmord beging. Dieses Ereignis erzielte die Aufmerksamkeit seines Cousins. Lucius war fast fünfzehn gewesen. Der Junge war verloren und einsam und es schien, als würde die Familie ihn in ein Waisenhaus abschieben.

So sollte es sein, bis Lucius Heldenverehrung in den Augen des Jüngeren sah und es für wert fand, ihn zu retten. Er nahm Severus unter seine Fittiche und zwang seinen eigenen Vater unter den Verwandten jemanden zu finden, der die Vormundschaft übernehmen würde. Im Gegenzug fand er den jüngeren Bruder, den seine Eltern ihm nie gegeben hatten.

Severus war aufmerksam, brillant und unsagbar neugierig. Er wollte alles, was es unter der Sonne gab, lernen und vor allem alles, was besser in der Dunkelheit versteckt werden sollte. Lucius war nur allzu gern bereit, ihm das zu lehren, was er wusste, und Severus zu helfen, die Quellen zu finden, um das zu lernen, was er noch nicht wusste. Lucius brachte ihm Reinblüterwerte bei und Severus saugte alles auf wie ein Schwamm.

Severus hatte seine Schwächen. Er war sozial zurückgeblieben sogar mit Lucius Anleitung. Nachdem Lucius die Schule beendet hatte, waren James Potter und seine Freunde sehr erfolgreich in ihrer Absicht, Severus bloß zu stellen. Natürlich hätten die drei – Potter, Black und Lupin – einen hohen Preis für ihre arglistigen Streiche bezahlt, wenn Lucius noch da gewesen wäre. Besonders zu der Zeit, als Black Severus einem Treffen mit einem Werwolf aussetzte.

Praktisch hatten zwei von drei mit ihrem Leben bezahlt, in dem sie sich gegen das wehrten, wofür Lucius stand. Aber Lucius war zu der Zeit nicht anwesend gewesen und Severus hatte sich nie wirklich von dieser öffentlichen Bloßstellung erholt. Severus Wut war ein Grund gewesen, der ihn zu den Todessern gebracht hatte.

Eine weitere Schwäche war seine Einstellung gegenüber Frauen. Wenn Lucius es noch einmal in der Hand hätte, würde er darauf bestehen, dass Severus Vormund eine Heirat für ihn arrangiert hätte direkt nach seinem Schulabschluss in Hogwarts. Wenn Severus keine Entscheidung über eine Frau hätte treffen müssen oder im Werben festgelegt gewesen wäre, wäre er eventuell viel glücklicher.

Lucius vermutete, dass Severus es in sich hatte, gegenüber einer Frau treu zu sein, etwas, dass Lucius nicht verstand, aber wenn andere Männer beschlossen, auf diese Art zu leben, würde es mehr Frauen zum Verführen für ihn übrig lassen. Zum Glück verschloss Narzissa zu diesem Thema die Augen. Sie wusste, dass Lucius immer zu ihr zurückkehren würde.

Diese verdammte Lily Evans. Es war während Severus sechstem Schuljahr, dass diese anspruchsvolle Schlammblutschlampe sich von James Potter trennte und entschied, Severus dafür auszunutzen, ihn wieder zurück zu gewinnen. Lucius wusste, dass Severus sich zu diesem kleinen Gryffindortrampel hingezogen fühlte. Warum konnte er nicht sehen, dass diese Füchsin darauf aus war, ihren niedrigen Geburtsstatus zu vertuschen, in dem sie einen reinblütigen Ehemann fand?

Zu dieser Zeit war bekannt, dass Severus eine glänzende Zukunft bevorstand. Er überdachte bereits Ausbildungsmöglichkeiten und ein halbes Dutzend Zaubertränke Meister zogen ihn für einen Platz in Betracht. Er hätte wahrscheinlich keine zwei Sickels verdient bis er seine Ausbildung beendet hatte, aber er würde das Potenzial haben, eines Tages sehr wohlhabend zu sein.

Severus konnte niemals Ehrgeiz in den Augen von Frauen sehen, zumindest nicht zu jenem Zeitpunkt. Noch verstand er die Aussage, dass alle Katzen in der Dunkelheit grau sind, nicht. Er konnte Lily Evans nicht in der Weise verwenden, zu denen die Götter Muggelgeborene erschaffen hatten, und sie dann beiseite schieben. Severus war immer mit dem Herzen dabei, was darin endete, dass es gebrochen wurde, als James Potter wieder Anspruch auf seine Geliebte erhob.

Um ehrlich zu sein, Lucius dachte, die Frau hatte erhalten was sie verdiente, als der Dunkle entschied, das Weibsstück und ihre traute kleine Familie aus dem Weg zu räumen.

Bedauerlicherweise sah Severus es nicht in der gleichen Weise. Severus spionierte zu der Zeit bereits für Dumbledore, die Ermordung der McKinnon hatte ihn zu dem alten Mann gebracht, um einen Weg heraus zu finden. Severus war auf jeden Fall noch schuldbeladen, dass Voldemort das erste Mädchen, das er jemals geliebt hatte, ermordete.

Aber das war Schnee von gestern. Das Leben ging nach dem ersten Verschwinden Voldemorts weiter. Lucius war erleichtert gewesen von der Möglichkeit, dass er tot war, aber er war nicht bereit es zu glauben, bis einhundert oder mehr Jahre vergangen waren, ohne das er wieder auftauchte.

Voldemort hatte mit Zaubertränken und Dunklen Ritualen experimentiert, von denen er glaubte, sie würden ihm Unsterblichkeit bescheren. Sogar die geringste Möglichkeit, dass Voldemort in einigen Dingen erfolgreich gewesen war, bedeutete, dass Lucius seine Schutzvorrichtungen aufrechterhalten musste. Er musste für seine Rückkehr vorbereitet sein und das bedeutete, ein Leben zu leben, das der Dunkle Lord als gerecht ansehen würde für einen Anhänger eines verschollenen Meisters.

Somit lebte Lucius sein Leben als Reinblüter, errichtete sein Vermögen, erzog seinen Sohn, etablierte seinen politischen Einfluss und kaufte Fudge. Ahhh ja, eine Menge an Galeonen wurde verschwendet, ausgenommen die, die Lucius aus Askaban herausbrachten nach dem Debakel im Zaubereiministerium.

Lucius mutmaßte, dass er sich bezüglich des Basilisken bei Dumbledore entschuldigen musste. Das war wirklich nicht seine Schuld gewesen. Wie hätte er wissen sollen, dass der junge Tom Riddle ein Stück von sich selbst in dem Tagebuch hinterlassen hatte? Und das dieses Weasley Mädchen es behalten würde anstatt es ihrem Vater zu geben, wie eine gute kleine Weasley es hätte tun sollen? Stattdessen ließ sich das kleine Frauenzimmer von Tom Riddle beherrschen und Salazar Slytherins tausend Jahre altes Haustier frei.

Na ja. Eine Entschuldigung und eine Erklärung könnten womöglich weit reichen, um auf Dumbledores gute Seite zu kommen.

Severus würde in ein paar Minuten hier sein und dann musste er Dumbledore die Idee verkaufen, ihn als Spion für die andere Seite zu nehmen. Also, er würde es machen. Der Wahnsinnige in Schlangenkleidung wurde von Tag zu Tag verrückter. Früher oder später würden er oder Draco tot sein im Auftrag des Dunklen Lords für keinen geringeren Grund als Voldemorts hysterische Wut über eine erhaltene Kränkung. Er musste einen Weg finden, um Voldemort vom Sieg abzuhalten.

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Severus

29. Dezember 1998

Nachmittags

"Ich möchte, dass du genau zuhörst, was ich sage", erzähle ich Draco, der mir nun gegenüber auf einem bequemen Stuhl in der Bibliothek von Malfoy Manor sitzt.

"Der Dunkle Lord wird nach Erinnerungen mit einer starken emotionalen Bindung suchen", erkläre ich. „Er hat eine Vorliebe für Erfahrungen mit Begehren und Liebe."

"Warum diese?", fragt Draco.

"Ich glaube, dafür gibt es zwei Gründe", erwidere ich. „Der Erste ist, dass diese Erinnerungen zeigen, wer und was für das Individuum, welches er testet, wichtig ist. Wenn du eine andere Person begehrst oder liebst, kann der Dunkle Lord dies gegen dich verwenden, um die Erfüllung seiner Wünsche zu erzielen. Ebenso kann er diese Dinge als Belohnung verwenden. Ein Mann, der sich nach Reichtum sehnt, kann in die Dienste des Dunklen Lords geködert werden, in dem ihm Reichtum versprochen wird. Ein Mann, der eine Frau begehrt, die er aber nicht haben kann, kann diese als Spielzeug angeboten bekommen als Gegenleistung für seine Dienste."

"Der zweite Grund ist, dass der Dunkle Lord ein Spanner ist", ergänze ich kopfschüttelnd. „Er genießt es, anderen beim Sex zuzusehen. Er genießt es im realen Leben und beim Durchforsten von Erinnerungen."

Draco ist beides, überrascht und alarmiert. „Er schaut in meinen Erinnerungen nach Zeiten, in denen ich Sex hatte?"

"Ja", erkläre ich. "Er wird von Erinnerungen angezogen, in denen Leidenschaft vorkommt. Du bist neunzehn Jahre alt, Draco. Er wird erwarten, dass du Sex hattest und möchte das in deinen Erinnerungen erleben."

"Aber, was ist mit meinen Partnerinnen?", stottert Draco. „Ich missbrauche deren Privatsphäre."

"Du wirst keine Wahl haben", betone ich. „Wenn du versuchst, diese Erinnerungen zu verstecken, wird er viel härter vorgehen, um sie zu finden und dich für deine Bemühungen bestrafen." Ich lehne mich zurück und schaue Draco eindringlich an. „Ich weiß, dass es mich nichts angeht, aber ich kann dir am besten helfen, eine Strategie zu finden, damit umzugehen, wenn ich weiß, wer deine Partnerinnen gewesen sind."

Dracos blasse Haut ist nutzlos bei Erröten. Sein Entsetzen spiegelt sich offen auf seinem Gesicht wieder.

Ich halte ihm meine Hand entgegen, um ihn vom Antworten abzuhalten.

"Erzähl mir nichts von deinen ersten Erfahrungen als junger Halbwüchsiger", kläre ich. „Der Dunkle Lord wird an deinen ersten sexuellen Erfahrungen nicht interessiert sein. Er wird sie zu unschuldig finden, zu ungeschickt im Vergleich zu anderen Dingen, die er gesehen hat. Er wird auch nicht daran interessiert sein, ob du an etwas beteiligt warst, dass man eventuell als Idioten Zirkel bezeichnen könnte oder gemeinsame Selbstbefriedigung mit anderen Jungen. Das sind gemeinsame Erfahrungen von Männern, die ein Internat besucht haben. Der Dunkle Lord wird mehr an Erfahrungen interessiert sein, in denen du älter bis und die Frau, mit der du zusammen bist, eine Jungfrau ist, oder genug Erfahrung besitzt, um abenteuerlich zu sein."

Draco ist jetzt völlig baff. Er lässt seinen Kopf in seine Hände fallen und stöhnt.

Ich bleibe still und gebe Draco Zeit, das zu verarbeiten, was ich ihm gerade erzählt habe.

Draco hebt seinen Kopf und sieht mich an. Er schneidet eine Grimasse und setzt sich gerade auf seinem Stuhl hin.

"Es gibt wirklich nur zwei, an denen er wirklich interessiert sein könnte", sagt er leise. „Er wird Erinnerungen mit Pansy Parkinson und Anita Schuler sehen. Außer du denkst, er würde auch an meinen Erinnerungen mit ein paar Prostituierten interessiert sein."

"Sind die Prostituierten aus der Nockturn Gasse oder aus einem der Häuser mit schlechten Ruf in Hogsmead?"

"Beides", antwortet Draco ziemlich beschämt.

"Dann hat er sie bereits in den Erinnerungen von anderen gesehen", erkläre ich. „Er wird an ihnen nicht interessiert sein, außer du hast mit ihnen ein paar sehr ungewöhnliche Dinge angestellt, was Hörigkeit beinhaltet."

"Oh man, um Merlins Willen", sagt Draco, seine Augen sind geweitet vor Schock. „Wie pervers ist er eigentlich?"

"Die schlimmste Sorte", erzähle ich Draco. Er sollte die Wahrheit wissen. „Er erfreut sich an den entwürdigendsten Formen der sexuellen Zusammenkunft, die er ansehen kann. Er hat eine Vorliebe für Vergewaltigung in allen möglichen Varianten. Mann an Frau ist sein Favorit, vor allem wenn die Frau Jungfrau ist. Aber er sieht sich auch gern Mann an Mann, Frau an Mann, Frau an Frau an, und wenn es eine Möglichkeit der Sodomie gibt, ist Voldemort besonders zu frieden."

"Dann wird er meine Erinnerungen nicht besonders unterhaltsam finden", antwortet Draco schnippig. „Ich habe nicht einmal vergewaltigt. Keine Peitschen, keine Fesseln und ich hatte nie eine Verabredung mit einem Schaf."

"Gut", sage ich ihm mit einem Lächeln. „Wenn er deine sexuellen Erfahrungen als zu routiniert oder zu einfallslos ansieht, wird er wenig Zeit darauf verschwenden, sie zu erkunden. Der Punkt ist, dass du ihm etwas zum Ansehen geben musst und ihm erlauben musst, zu glauben, dass du darauf brennst, diese Erfahrungen mit ihm zu teilen. Er wird es als Anerkennung von deiner Seite ansehen. Von wahren Anhängern wird erwartet, dass sie dem Dunklen Lord das geben, was immer er auch will. Es ist ein Zeichen für Loyalität."

Ich lehne mich zu ihm vor, um mein Mitgefühl zu betonen.

"Draco", sage ich sanft. "Wir alle mussten dies tun. Ich musste es tun." Ich halte für einen kurzen Moment inne und entscheide, es ihm zu sagen. „Als ich das Avalon College besuchte vor deiner Immatrikulation, habe ich es zu einem richtigen Wochenende ausgedehnt. Ich habe die Dienste eines teuren Call Girls in Anspruch genommen und mich die ganze Zeit sehr gut amüsiert. Der Dunkle Lord hat alles, was ich mit ihr angestellt habe, in meiner Erinnerung gesehen."

"In Ordnung, Severus", sagt Draco gefasst. „Ich habe verstanden. Ich muss dies tun."

"Es ist möglich, die kritischsten Erinnerungen zu schützen, in dem du sie in einem Denkarium ablegst. Diese Technik kennst du bereits", erinnere ich ihn. „Es gibt Wege, andere Erinnerungen zu schützen. Vergiss niemals, dass der Dunkle Lord von Erinnerungen mit Emotionen angezogen wird. Die führen ihn zu ihrem Aufbewahrungsort. Es gibt Techniken, die ich verwende, um die Emotionen einer Erinnerung zu beseitigen oder zu verringern, um sie leichter verstecken zu können."

„Wie machst du es?", fragt Draco.

"Ich werde dich hindurch führen", erzähle ich ihm. „Die ersten Male, in denen man die Technik anwendet, ist es hilfreich, es auf diese Weise durchzuführen."

Draco schaut mich neugierig an. „Wer hat es dir beigebracht?"

Ich sehe ihn an und ziehe eine Augenbraue nach oben. Das sollte Antwort genug sein.

"Wenn du wünschst, dies durchzuführen, schlage ich vor, du begibst dich in eine bequemere Position und schließt deine Augen."

Draco setzt sich in seinem Stuhl anders hin, die Schultern hängen lässig herab als er seine Augen schließt.

"Du musst selbst nichts sagen während ich dich durch den Prozess begleite", weise ich ihn an. „Du wirst einfach deinen rechten Zeigefinger einmal für Ja und zweimal für Nein heben. Signalisiere mir, dass du diese Anweisung verstanden hast."

Draco hebt seinen rechten Zeigefinger, ein Ja verdeutlichend.

Ich fange an, ihn durch die notwendige Symbolik zu leiten. Ich spreche mit sanfter und geschmeidiger Stimme.

"Suche eine Erinnerung aus einer Zeit, in der du glücklich warst. Es sollte eine harmlose Erinnerung sein, vielleicht eine Geburtstagsfeier als du noch ein kleiner Junge warst. Vielleicht eine Zeit, in der du Quidditch für Slytherin gespielt hast. Ich weiß nicht, was die korrekte Erinnerung ist, aber du weißt es."

Ich warte einen Augenblick, um ihm Zeit zum Nachdenken zu geben.

"Hast du dir eine Erinnerung ausgesucht?"

Sein rechter Zeigefinger geht nach oben.

"Sehr gut. Jetzt möchte ich, dass du den schönsten Teil der Erinnerung in deinem Geist wieder abspielst, als ob du siehst, wie sie erneut passiert."

Ich bemerke eine Bewegung seiner Augen unter seinen geschlossen Augenlidern. Er erinnert sich.

"Jetzt, da du die Erinnerung gesehen hast, möchte ich, dass du sie wieder abspielst, aber wenn du an die Stelle kommst, an der die Erinnerung am stärksten, am glücklichsten ist, möchte ich, dass du den Vorgang abbrichst und diese Szene in deinem Gedächtnis einfrierst."

Ich warte und beobachte. Dracos Gesichtszüge sind entspannt und bequem.

"Hast du das Bild vor dir, eingefroren?"

Draco hebt seinen Finger.

"Platziere das Bild vor dir in ein Bildnis. Lege einen Rahmen darum und verwandle es in ein Ölgemälde. Signalisiere Ja, wenn du fertig bist."

Ein paar Sekunden verstreichen. Draco bewegt seinen Finger.

"Das Bild vor dir ist ein Gemälde", erzähle ich ihm mit Überzeugung. „Es ist in Farbe und auf Leinwand. Es ist flach. Es gibt keine Bewegungen. Fakt ist, wenn du das Bild ansiehst, verschwindet die Farbe daraus. Das Gemälde ist jetzt schwarz und weiß, mit grauen Schatten. Signalisiere Ja, wenn das Gemälde grau ist."

Draco hebt seinen Finger.

"Was du vor dir siehst, ist nichts weiter als ein Muggelgemälde. Flach, Leinwand und Farbe und nichts weiter. Es ist grau. Es gibt keine Bewegung, kein Leben. Es hat keinen Inhalt, kein Leben, kein Gefühl."

Draco hebt seinen Finger. Er befindet sich in Trance, wo seine Erinnerungen manipuliert werden können, um die Emotionen zu entfernen.

"Ergreife das Gemälde vor dir und stelle es hinter dich."

Dracos Finger bewegt sich erneut.

"Beginne, dich von ihm zu entfernen. Es ist hinter dir, Teil der Vergangenheit. Geh weiter und lasse es hinter dir. Du bist einhundert Schritte entfernt. Du bist zweihundert Schritte entfernt. Es liegt hinter dir auf dem Boden, nicht mehr als ein Fleck in der Ferne. Du hast es hinter dir gelassen."

Ich warte, damit Draco meinen Anweisungen folgen kann.

Er signalisiert ja.

"Wenn du bereit bist, öffne deine Augen."

Er braucht einen Moment und öffnet seine Augen sehr langsam. Er streckt sich und setzt sich auf seinem Stuhl gerade hin.

"Whew", sagt er. "Das ist wirklich entspannend."

"Kannst du mir von der Erinnerung erzählen, die du ausgewählt hast?", frage ich.

"Es war, als ich meinen ersten Besen bekam", sagt Draco. „Dad half mir beim Üben. Wir waren auf dem Feld westlich des Hauses. Ich fiel herunter ungefähr anderthalb Meter über dem Boden und landete auf meinem Hinterteil. Dad hob mich hoch und klopfte mich ab. Er bestand darauf, dass ich es gleich noch mal probierte."

"Welcher Teil kam ins Gemälde?", frage ich.

"Der Teil, als ich wieder aufstieg."

"Wie fühlst du dich deswegen, im Moment?"

Draco sieht verwirrt aus, als er die Erinnerung an dieses Ereignis überdenkt.

"Neutral", antwortet er und schaut überrascht aus. „Was anders ist. Es ist eine Erinnerung, die mich immer glücklich gemacht hat, weil ich meinem Dad so nah war." Draco schaut zu mir auf. „Ich denke, es hat funktioniert. Ich fühle mich nicht glücklich, traurig oder irgendetwas bezüglich der Erinnerung. Es ist, als wäre es jemand anderem passiert."

"Das ist der Vorteil dieser Technik"; versichere ich ihm. „Du kannst das, Draco. Nach ein paar Übungsstunden kannst du den Weg selbst gehen. Erinnerungen, die dem Dunklen Lord als Waffe gegen dich dienen könnten, können neutralisiert werden, wodurch es weniger wahrscheinlich ist, dass er sie findet. Wenn er sie findet, wird er sie nicht als bedeutend genug ansehen, um sie als Waffe gegen dich zu verwenden."

"Der Schlüssel ist, selektiv zu sein bei der Erinnerung, die ich wähle", sagt er. „Kann ich dies auch mit negativen Gefühlen, wie Wut, machen?"

"Dafür kannst du es verwenden", erwidere ich. „Wie auch immer, es gibt noch einen weiteren Schritt, den du gehen musst, um die wichtigen Erinnerungen aufzubewahren." Draco schaut mich mit echtem Interesse an. „Ich möchte, dass du dir einen Raum oder einen Ort überlegst, an dem du Dinge vor Eindringlingen sicher verstecken kannst."

Draco legt seine Hand an sein Kinn und reibt es während er nachdenkt. Er schaut für einen Moment weg und schaut mich erneut an.

"Der Weinkeller hier im Manor", sagt er nickend. „Ich würde auf jeden Fall den Weinkeller auswählen."

"Eine sehr gute Wahl", erwidere ich. „Dort gibt es keine Fenster, nur einen Eingang und er ist weit unter der Erde. Wir können ihn für diesen Zweck verwenden. In diesem Fall möchte ich, dass du deine Augen schließt und entspannst. Ich werde dich durch die Symbolik leiten."

Draco gehorcht. Er setzt sich wieder lässiger im Stuhl hin und schließt seine Augen. Er verlangsamt seine Atmung und ich sehe, wie er sich entspannt.

"Sehr gut, Draco", erzähle ich ihm, meine Stimme kehrt dabei zurück zur notwendigen rhythmischen Stimmlage, die ich benötige, um ihn zu führen „Ich hätte gern, dass du einen tiefen Atemzug durch deine Nase nimmst und dann bis drei im Geist anhältst." Ich demonstriere es ihm in dem ich einen tiefen Atemzug nehme und laut zähle. „Eins… Zwei… Drei… Nun bist du dran und atme durch deinen Mund mit einem Seufzer aus."

Draco atmet aus mit einem Seufzer. Ich kann sehen, wie sich seine Muskeln weiter entspannen.

"Jedes Mal, wenn du merkst, dass du dich anspannst, nimm einfach einen tiefen Atemzug durch deine Nase, zähle im Geist bis drei und atme mit einem Seufzer aus", weise ich ihn an. „Du wirst merken, dass sich deine Muskeln sehr schnell entspannen, die Anspannung und der Stress verschwinden, und eine Beruhigung des Geistes erreicht wird."

Ich bin erfreut, dass Dracos rechter Zeigefinger nach oben geht. Die Anweisung, die ich ihm in der Sitzung, die wir eben abgeschlossenen haben, gab, ist noch immer vorhanden.

"Ich möchte, dass du dir vorstellst, wie du selbst in den Keller im Manor gehst, in Richtung des Weinkellers."

Sein rechter Zeigefinger zuckt erneut.

"Sehr gut, Draco", sage ich ihm. „Du erreichst die Tür zum Weinkeller. Halte vor der Tür an und betrachte sie eingehend. Schau dir das Holz an. Sieh die Farbe, die Maserung und sogar die Verfärbungen über die Jahre. Zeige Ja, wenn du die Tür betrachtet hast und sie klar vor dir in deinem Geist hast."

Ich warte und sehe geduldig zu. Dracos Gesicht ist entspannt, seine Schultern hängen nach unten und seine Hände sind absolut entspannt. Er ist in tiefer Trance. Sein Zeigefinger geht nach oben.

"Ausgezeichnet, Draco", sage ich und betrachte ihn ganz nah. Draco muss nicht in so eine tiefe Trance fallen, dass er meinen Anweisungen nicht mehr folgen kann. „Greife nach vorn und öffne die Tür."

Seine Finger bewegen sich entsprechend der Vorgabe.

"Geh in den Weinkeller hinein und entzünde das Licht in den Wandleuchtern an jeder Seite der Tür." Es ist leichter, da ich selbst in dem Weinkeller war, viele, viele Male über die Jahre hinweg und ihn genau kenne. Apropos, Lucius schuldet mir noch immer eine Flasche sehr, sehr alten Brandy. Ich muss ihn deswegen mal ansprechen.

Dracos Finger bewegt sich.

"Du siehst Flaschen vor dir, die in den Stellagen liegen. Die meisten Flaschen enthalten Wein, aber einige sind leer." Ich lehne mich vor und beobachte Draco genau. Das ist der entscheidende Teil der Visualisierung. „Ich weiß nicht, welche Flaschen leer sind, aber du weißt es. Wähle eine leere Flasche aus."

Der rechte Zeigefinger zuckt.

"Nimm die leere Flasche und entferne den Korken. Du merkst, dass der Korken locker und leicht zu entfernen ist. Die Flasche lag für dich bereit, um sie zu nehmen."

Der Finger bewegt sich erneut.

"Es gibt eine Erinnerung, die du hinter dir gelassen hast, eine, die keine Emotionen hat, kein Gefühl und kein Leben in sich. Es ist eine Erinnerung aus deiner Kindheit mit einem Besen und einer Flugstunde. Ruf das Bildnis dieser Erinnerung. Hast du das graue und leblose Gemälde deiner Erinnerung in deiner Hand?"

Draco bewegt langsam seinen Finger.

"Nimm das Bildnis aus seinem Rahmen und reduziere es auf eine Größe, in der du es fest einrollen kannst, damit es durch den Flaschenhals passt."

Die Finger bewegen sich.

"Lege das Bildnis in die Flasche."

Eine weitere Bewegung.

"Wisse, dass wenn du den Korken nimmst und ihn in die Flasche steckst, die Flasche sich verschließen wird. Die Flasche wird deine und kann durch niemand anderen geöffnet werden außer dir. Fühle dies, während du den Korken nimmst und ihn in der Flasche platzierst. Fühle, wie der Korken und die Flasche mit einander verschmelzen, eine undurchdringliche Versiegelung formend auf deinen Willen hin. Nur du wirst jemals fähig sein, den Korken aus der Flasche zu ziehen. Nur du wirst jemals fähig sein, das Bildnis der Erinnerung darin herauszuholen."

Der Finger zuckt. Sehr gut.

"Jetzt, da die Flasche verschlossen ist, lege sie zurück in das Stelllager zu den anderen Flaschen."

Ein Fingerzucken.

"Du weißt, welche Flasche es ist, die das Bildnis dieser bestimmten Erinnerung beinhaltet. Jedes Mal, wenn du wünschst, dir in der Zukunft diese Erinnerung anzusehen, wirst du wissen, in welcher Flasche sie sich befindet. Du wirst wissen, wo sie im Regal liegt. Du wirst fähig sein, sie raus zunehmen und den Korken sowie das Bildnis zu entfernen. Du und nur du wirst fähig sein, dies zu tun. Niemand anderes wird dich anweisen oder dich dazu nötigen können, hierher zu kommen und dies zu tun. Tatsache ist, nur da allein wirst zum Weinkeller reisen können. Dieser Ort gehört dir, privat und isoliert, es ist deiner und nur deiner allein."

Der Finger bewegt sich.

"Jetzt wirst du dich von den Flaschenregalen wegdrehen und zur Tür gehen. Wenn du die Tür erreichst, lösche das Licht in den Wandleuchtern."

Ein weiterer Finger bewegt sich.

"Geh durch die Tür hindurch und schließe sie hinter dir."

Der Finger bewegt sich.

"Sieh wieder zur Tür. Sie das Holz, die Beschaffung. Sie auf den Rahmen um die Tür herum. Sieh, wie fest sie versiegelt ist."

Der Finger bewegt sich.

"Die Tür kann jetzt nur auf dein Kommando geöffnet werden. Die Wände sind jetzt dir, sie hören auf dein Kommando. Versiegle die Tür. Versiegle sie, damit nur du allein hierher kommen kannst. Nur du kannst diese Tür finden. Nur du kannst diese Tür öffnen. Die Tür untersteht deinem Kommando. Sie ist versiegelt, fest verschlossen, und niemand außer dir kann sie jemals öffnen. Niemand kann dir befehlen oder dich dazu zwingen, dass du sie gegen deinen Willen öffnest. Niemand wird sie womöglich finden, nur du."

Der Finger bewegt sich.

"Sehr gut, Draco. Auf drei wirst du zu diesem Ort und in diese Zeit zurückkehren. Du wirst eine vollständige Erinnerung an alles, was du auf deiner Reise zum Weinkeller, darin und wieder zurück vom Weinkeller erlebt hast, mit zurück bringen. Du wirst alles haben, was du brauchst, um den Weinkeller dazu zu verwenden, deine Erinnerungen, wie du es brauchst, dort zu lagern."

"Bist du bereit, zurück zu kehren?"

Dracos Atmung erhöht sich. Sein Finger bewegt sich.

"Auf drei. Eins…, zwei…, drei. Öffne deine Augen, du bist wach, fühlst dich entspannt und erholt."

Draco bewegt sich langsam, sich dabei ein wenig streckend. Seine Augen flackern als er sich an das Licht im Raum gewöhnt. Seine Augen werden klarer. Er gähnt und lächelt mich an.

"Das nächste Mal, wenn ich Schlafstörungen habe, könntest du mir dann eine Geschichte erzählen, Onkel Severus?", fragte Draco und hat dabei ein großes, warmes Lächeln auf seinen Lippen.

Ich kann mir nicht helfen und muss leise lachen. Ich kann mir nicht helfen, als diesen Jungen zu lieben.

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Ich überkreuze meine Beine und wieder zurück, dabei versuchend, auf dem Heuballen, auf dem ich sitze, eine bequemere Position zu finden.

Lucius sieht völlig fehl am Platz aus in diesem Schuppen. Er bietet einen Anblick, auf einem Heuballen sitzend gegenüber von mir, angezogen in einem tiefblauen Umhang, der wahrscheinlich mehr gekostet hat als meine gesamte Garderobe, inklusive des Möbelstücks, in dem sie aufbewahrt wird. Albus hingegen starrt zu Lucius aus seiner stehenden Position herab und sieht dabei sehr heimisch aus.

Der Mann könnte sich in ein Clownkostüm kleiden und würde immer noch ernst genommen werden.

Nach all den Jahren, bin ich immer noch erstaunt wie Albus jemanden anschreien kann, ohne seine Stimme zu erheben. Lucius sieht ziemlich eingeschüchtert aus. Ich würde gern glauben, dass ich diese Technik mittlerweile selbst beherrsche, in dem ich es mir bei Albus abgeguckt habe. Die meisten würden sagen, dass mein persönlicher Stil beträchtlich gemeiner ist.

"Also, Lucius", sagt Dumbledore mit einem Ton in einer Stimme, die er gewöhnlich bei ungezogenen Zweitklässlern anwendet, "erwartest du wirklich von mir, dass ich dir glaube, du wusstest nicht, dass Tom Riddle einen Teil von sich in dem Tagebuch hinterlassen hat?"

Lucius antwortet mit einem Ton in seiner Stimme, der mehr einem beschämten Zweitklässler als einem erwachsenen Zauberer ähnelt. Ich bin außerordentlich zufrieden, dass ich nicht der einzige bin, mit dem Albus dies tun kann.

"Direktor, es war einfach eines von Dutzenden Gegenständen, die der Dunkle Lord zurück ließ als er verschwand. Als ich sah, dass nichts darin geschrieben stand, dachte ich nicht weiter darüber nach und ließ es in einer verschlossenen Schublade in meiner Bibliothek. Ich habe meinen Schubkasten aufgeräumt, als ich das Tagebuch wieder entdeckte. Ich fand nicht, dass es weise war, es zu zerstören, somit nahm ich es mit zu meinem Verlies bei Gringotts als ich bei Flourish und Blotts vorbeisah und auf Arthur Weasley traf."

"Er nervte mich", fuhr Lucius fort, mit ganz wenig Reue in seiner Stimme. „Arthur Weasley hat mich schon immer genervt. Ich gebe zu, dass es kindisch von mir war, dieses verdammte Ding in den Kessel des Mädchens zu werfen, aber ich glaubte, sie würde es an ihren Vater weitergeben. Dann hätte er den Behörden erklären müssen, wie sie dieses von dem Buchladen geklaut hatte. Oder er hätte erklären müssen, wie er in den Besitz kam."

"So oder so, Weasley hätte mit einer peinlichen Situation klar kommen müssen", schnaubt Lucius. „Ich erkannte später, dass es nicht wert war, eine Entdeckung zu riskieren als eine mögliche Quelle des Tagebuchs und habe nichts weiter unternommen. Ich habe nicht weiter darüber nachgedacht."

"Und du hast nichts vermutet als sich ein Basilisk in Hogwarts zeigte?", bohrt Albus weiter.

"Ich wusste nicht, dass es ein Basilisk war, genauso wenig wie du zu diesem Zeitpunkt", antwortet Lucius, jetzt mit einem ziemlich arroganten Ton in seiner Stimme. „Ich wusste nur, dass etwas die Schüler versteinerte, und dass du es nicht stoppen konntest. Es schien ein günstiger Moment, dir zum Ruhestand zu verhelfen."

"Warum warst du so interessiert daran, mir in meinen Ruhestand zu helfen? Sicherlich lag dir meine kontinuierlich gute Gesundheit nicht am Herzen?", fragt Albus mit seiner erstaunlichen unaufrichtigen Aufrichtigkeit.

"Wenn du in den Ruhestand gingst, würde Professor McGonagall Direktorin werden. Severus wäre an der Reihe als nächster stellvertretender Direktor, und wenn ich im Schulausschuß gewesen wäre, hätte ich sichergestellt, dass er den Posten erhält", antwortet Lucius, beide Hände ruhen auf seinem Gehstock.

Lucius dreht seinen Kopf in meine Richtung, meinen geschockten Gesichtsausdruck bemerkend. Gott sei Dank sah auch der Direktor den bereits erwähnten geschockten Gesichtsausdruck.

"Um Merlins Willen, Severus wusste nichts von meinen Plänen, seinen Status zu erhöhen." Lucius wedelt heftig mit seiner Hand. „Es war immer meine Absicht, dass Severus die Stelle des Direktors erhält, seit er sich dafür entschieden zu haben schien, in Hogwarts zu bleiben."

"Albus, du kannst doch nicht glauben…", stottere ich.

"Bitte Severus, ich kenne dich gut genug, um zu wissen, dass der Posten des Direktors dich nicht reizt." Ablus schenkt mir eines seiner wissenden Lächeln. Ich fühle mich sehr erleichtert.

"Was uns zum eigentlichen Thema zurückbringt. Warum sollte ich dir glauben, dass du die Seiten wechseln willst, Lucius?" Albus ruft einen Heuballen herbei und setzt sich neben Lucius.

"Weil der Dunkle Lord ein Verrückter ist, der jeden und alles zerstören wird, was ihm bei seiner Eroberung der Zaubererwelt im Wege steht. Das schließt meine Familie ein, den Orden, jeden muggelgeborenen Schüler in Hogwarts und Jarvey in England, wenn er aufgrund von Illusionen denkt, dass sie eine Gefahr für seine Bestrebungen sind."

Lucius schafft es, ziemlich würdevoll auszusehen.

"Ich werde nicht leugnen, dass ich dem Dunklen Lord meine volle Unterstützung bot als er das erste Mal auftauchte. Ich glaubte damals und tue es immer noch, dass die Reinblüterzauberergesellschaft über der steht, die durch die Muggel beeinflusst wurde. Als der Dunkle Lord seine ersten Anhänger an sich band, erklärte er diesen Glauben eindringlich und mit Leidenschaft. Ich schloss mich den Todessern an und rekrutierte Severus in dem Glauben, dass ich Teil einer politischen Organisation sein werde, die sich bemühen würde, die alten Bräuche zu erhalten."

"Diejenigen mit Muggelblut bringen auch Muggelkultur mit sich", erklärt Lucius. „Sie sind Eindringlinge in unsere Gesellschaft. Ich sage ja nicht, dass sie nicht in unsere Gesellschaft mit der Zeit eingegliedert werden können, aber sie müssen verstehen, wo ihr Platz ist und welche Arbeit sie verrichten müssen, um sich selbst in unser System, dass wir erschaffen haben, zu integrieren. Ihre Vorstellungen und ihre Gewohnheiten zu integrieren, riskiert die Verschmutzung unserer magischen Gesellschaft."

"Ich sage dies, weil es das ist, was ich glaube und ich will dich nicht anlügen, Direktor. Ich vollziehe diese Veränderung und gehe diese Verpflichtung nicht ein, weil meine persönlichen Überzeugungen sich geändert haben. Ich tue dies, weil der Dunkle Lord für mich und meine Familie genauso eine Gefahr ist wie für dich und deine. Wenn ich wünsche, unsere Gesellschaft zu erhalten, muss ich mich gegen den Dunklen Lord stellen. Er wird alles zerstören in seinem Streben nach Unsterblichkeit und Macht."

"Öffne deinen Geist für mich, Lucius", weist Albus an. „Mit deinem freien Willen entferne die Barrieren, die Severus dir beigebracht hat, zu errichten."

Lucius konzentriert sich und benutzt seine visuelle Symbolik, um die Mauern aus seinem Geist zu entfernen.

"Geh, wohin du willst, sieh, was du willst. Ich öffne meinen Geist ohne Einschränkungen", erwidert Lucius. „Du könntest mich nach Askaban senden aufgrund dessen, was du sehen wirst, wenn du mich nicht schon deshalb umbringst."

"Legilimens", sagt Albus sanft, die Kraft fließt aus ihm heraus, seine Augen starren in die von Lucius. Minuten vergehen.

Ich kann aus keinem Gesichtsausdruck erkennen, was zwischen ihnen ausgetauscht wird.

Nach ein paar weiteren Minuten zeigt sie sich die Anstrengung in Lucius Gesicht. Was auch immer Albus zu sehen bekommt, bereitet Lucius ziemliches Unbehagen. Ich vermute, dass Albus ihm nichts erspart. Es ist nicht überraschend, da er das gleiche mit mir tat, fast zwanzig Jahre zuvor.

Albus ist als Leglimentiker viel sanfter als der Dunkle Lord. Wenn Voldemort in den Geist eindringt, ist dies vergleichbar mit einem Hauseinbrecher, der alle Schubladen im Büro aufreißt und alles herausschleudert im Bestreben, nur etwas Wertvolles zu finden. Mit Albus ist es mehr wie eine gründliche und vorsichtige Suche, jedes Kleidungsstück faltend und begutachtend, bevor es seinen Platz in der Schublade wieder einnimmt.

Schweiß bildet sich auf Lucius Gesicht.

Albus bricht den Augenkontakt mit Lucius. Beide Männer sacken vor Erschöpfung von dieser Kraftanstrengung zusammen.

"Du hast mir die Wahrheit gesagt, Lucius", seufzt Albus. „Du bist von deinem Glauben nicht abgewichen. Du hast nicht einen Funken von Scham in dir für die Dinge, die du getan hast. Du hast deine Verantwortung für deine eigenen Taten zu dem Punkt herunterrationalisiert, an dem du dich selbst und andere um dich herum in überzeugender Weise belügen kannst. Du bist amoralisch wie eh und je."

Lucius sieht Albus mit Angst in seinen Augen an. Er fürchtet, abgewiesen zu werden. Aber Albus spricht weiter.

"Lucius, du hast die Wahrheit erzählt. Du liebst deine Frau und deinen Sohn. Du liebst Severus wie einen Bruder und hast seine Doppelrolle über Jahre bewahrt. Dies sind die einzigen drei Leute auf diesem Planeten, denen du nichts antun oder verraten würdest. Im Namen dieser Liebe wirst du alles tun, was du auch immer tun musst, um sie zu beschützen, auch wenn es dich dein eigenes Leben kostet durch schwere Folter durch die Hand von Tom Riddle. Ich glaube dir, Lucius. Ich werde deinen Service als Spion annehmen."

Lucius atmet tief durch, dieses Mal mit Erleichterung.

"Ich weiß, dass mein Wort nichts bedeutet, Direktor. Ich habe es gegeben und habe es wieder und wieder gebrochen. Für was auch immer es wert ist, werde ich dir einen Zauberstabeid geben, eine Zaubererschuld, irgendeine Art Schwur, nach der du mich fragst. Ich werde dich oder die Arbeiten des Ordens nicht verraten. Ich frage nur nach der Sicherheit meiner Frau und meines Sohnes, sollte mein Verrat dem Dunklen Lord bekannt werden, oder wenn ich stürzen sollte."

Albus steht auf, wirkt sehr groß, sehr alt und sehr mächtig.

"Du verstehst, dass es keine Garantie über den Ausgang des Krieges gibt. Riddle könnte gewinnen. Hogwarts könnte fallen. Ich könnte sterben. Es wird keine Zufluchtsstätte für irgendjemanden auf unserer Seite unter diesen Umständen geben. Wie auch immer, deine Familie wird den Schutz erhalten, den wir geben können. Solange Hogwarts steht und von freundlich gesinnten Händen geführt wird, wird deine Familie einen Zufluchtsort haben."

"Dann haben wir eine Abmachung, Albus Dumbledore", sagt Lucius in Sätzen, die er versteht.

"Das haben wir, Lucius Malfoy", antwortet Albus. Er bietet Lucius keinen Handschlag an, was Lucius auch nicht zu erwarten scheint.

"Das sind die Konditionen, unter denen du handeln wirst", sagt Albus. „Erstens, dein Kontakt wird fast ausschließlich mit Severus sein. Jede Information, die du übermitteln willst, wird über ihn weitergeleitet. Deine Anweisungen wirst du über ihn erhalten. Du wirst in einer Art Vakuum arbeiten. Du weißt bereits von Severus Rolle und hast ihn nicht verraten. Er ist hiermit einverstanden und ich werde niemand weiteren zu diesem Zeitpunkt riskieren."

Zweitens wirst du deine Okklumenikstunden fortsetzen. Du hast Geschick, Lucius, aber das ist nicht genug. Ich hätte deine Barrieren überwinden können. Und das könnte Tom Riddle, wenn er bemerkt, dass etwas nicht stimmt. Abgesehen davon, wirst du dein Leben so weiterleben wie du es die letzten Jahre geführt hast."

Albus greift in seine Umhängetasche und nimmt drei versilberte Anhänger ähnlich dem Malfoywappen heraus. „Drittens, gib diese Narzissa und Draco und sage ihnen, dass sie es zu jeder Zeit bei sich tragen sollen. Behalte einen für dich. Das Kennwort lautet „Salazar lebt". Jeder wird den Träger mittels Portschlüssel an die Tore von Hogwarts bringen. Die Tore müssen sie ohne Hilfe passieren, aber sind dann sicher, sobald sie die Anlage passieren. Die Banne werden mich, Severus und anderes wichtiges Personal bezüglich der Präsenz des Portschlüssels alarmieren, sobald sie die Tore passieren."

Albus nickt mir zu, mein Zeichen, das Gespräch zu übernehmen.

"Jedes Mal, wenn du den Dunklen Lord treffen wirst, wirst du mich kontaktieren und wir werden uns treffen, um über dein Treffen sprechen. Gelegentlich wirst zu einem Zirkel gerufen werden und ich nicht. Wenn dies passiert, kontaktiere mich, damit wir darüber sprechen können. Wesentlich dabei ist, dass das kleinste bisschen oder jedes Stückchen Information, die du über Todesser und Todesseraktivitäten erhältst, an mich weiter leitest. Auch wenn es zu dem Zeitpunkt irrelevant erscheint, könnte es in ein Muster passen. Etwas, das du erfahren hast, fügt sich mit einer Beobachtung von jemand anderen zusammen, und so fort. Glücklicherweise stehen wir jetzt schon regelmäßig in Kontakt und ich bin ein häufiger Gast bei dir zuhause. Niemand wird es als ungewöhnlich ansehen, wenn wir mit einander reden."

"Ich verstehe", sagt Lucius. "Da ihr beide anwesend seid, wäre es möglich, meine Vermutungen mit euch zu teilen, was mit dem Dunklen Lord gerade los ist?"

"Ich bitte darum, Lucius", sagt Albus.

"Der Dunkle Lord wird immer sprunghafter, aus Gründen, die ich nicht ermitteln kann. Wir wissen bereits, dass er die Struktur der Todesser verändert hat. Er lässt Teams an Projekten arbeiten und nur an Pettigrew und ihn selbst berichten. Er kommuniziert mit dem Inneren Zirkel nicht mehr in der Weise, wie er es zu tun pflegte. Ein Stück Information, die ihr wahrscheinlich noch nicht wisst; ich glaube, der Dunkle Lord verringert die Rekrutierung."

Das ist absolut neu.

"Was meinst du damit?", frage ich.

"Severus, du warst immer der Intellektuelle für den Dunklen Lord. Meine Rollen entsprachen mehr der Strategieführung, Politik und Führung der militärischen Stärke. Seit seiner Rückkehr, trieb der Dunkle Lord die Rekrutierung neuer Todesser voran. Er benötigte eine Menge. Jetzt möchte er nur ein paar ausgewählte Rekruten, strategisch ausgesucht."

"Blaise Zabini war einer davon", sagt Lucius, ein Beispiel bietend. „Der Dunkle Lord wollte ihn, weil seine Familie Verbindungen zu Import- und Exportunternehmen hat. Sie haben die Möglichkeit, magische Produkte in das und aus dem Land zu bringen. Sein Onkel, Theordore Zabini, regelt die Tagesgeschäfte für die Familie, aber er ist 109 Jahre alt und spricht davon, in zehn oder zwanzig Jahren in Rente zu gehen. Der junge Zabini wird als die optimale Wahl der Nachfolge von seiner Familie angesehen, aber wird noch die zehn oder zwanzig Jahre benötigen, um den Handel zu lernen. Platziere einen Todesser in diesen Job und der Dunkle Lord hat eine Langzeitlösung für ein Problem gefunden. Aber das erklärt nicht, warum der Dunkle Lord die Rekrutierung zurückgeschraubt hat und warum die Zellen so wenig Aufträge erhalten haben."

Lucius spricht weiter.

"Der Dunkle Lord rekrutiert gern Erwachsene, die schon im Berufsleben stehen und eine Familie haben. Es ermöglicht ihm einen mächtigeren Einfluss über sie. Das Alter war bisher niemals wichtig. Es war ihm gleich, ob der Neuling fünfundzwanzig oder einhundertfünfundzwanzig war, jeder konnte den Todessern etwas anderes geben. Die Fünfundzwanzigjährigen konnten die Überfälle erledigen und die Einhundertfünfundzwanzigjährigen konnten finanzielle Unterstützung leisten oder politischen Einfluss beisteuern."

"Nicht jeder Todesser trägt die Umhänge und Maske. Nicht jeder Todesser trägt das Dunkle Mal an seinem Handgelenk. Nicht jeder Todesser wurde vor einem Zirkel aus Todessern aufgenommen."

Ich weiß, dass Albus und ich verdutzt schauen. Das ist noch nie bekannt geworden.

"Unseres befindet sich am Handgelenk, Severus. Es gibt andere, die ihr Dunkles Mal an einer Stelle tragen, wo es nicht so leicht gesehen werden kann, wie der Schulter oder am Oberschenkel."

"Warum würde er anders vorgehen?", frage ich.

"Ich weiß es nicht. Meine persönliche Vermutung ist, dass wir alle Todesser aus dem ersten Krieg mit einem gekennzeichneten Handgelenk vorfinden werden. Der Dunkle Lord hatte einen schnellen Sieg in diesen Tagen erwartet und ein erkennbares Mal der Zugehörigkeit würde zu einem Statussymbol werden. Ich kann es nicht beweisen. Ich kann mich auf nichts berufen außer auf meine eigene Spekulation, aber ich glaube, der Dunkle Lord vermutet, dass seine Eroberung noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Seine Anhänger müssen diskret sein und sich bedeckt halten. Das ist das einzige, was Sinn macht."

Albus und ich tauschen Blicke. Lucius könnte sich womöglich schon als Spion bewährt haben mit dieser Beobachtung und Spekulation.

"Also gut, Lucius", sagte Albus. „Du hast uns viel zum Spekulieren gegeben und ich würdige es, dass du uns dies mitgeteilt hast. Wenn du keine weiteren Informationen bieten kannst, denke ich, ist unser Treffen zu diesem Zeitpunkt beendet."

"Die einzige andere Bitte, die ich habe, ist, es mir zu sagen, wenn der Orden entscheidet, gegen den Dunklen Lord vorzugehen. Auch wenn es im letzten Moment sein sollte, bevor ihr zuschlagt, möchte ich mit von der Partie sein."

"Zu diesem Zeitpunkt mache ich dir keine Versprechungen." Albus erhebt sich, Lucius und ich folgen seinem Beispiel. „Severus, du solltest Lucius nach Hause begleiten. Ich werde nach Hogwarts zurückkehren. Ich wünsche dir und deiner Frau ein frohes Neues Jahr, Lucius."

Als Albus weg ist, greife ich mit meiner Hand nach Lucius, um uns beide zurück zum Manor zu apparieren.

Er sieht mich an, besorgt.

"Ich habe die richtige Entscheidung getroffen, oder?"

"Das hast du, Lucius." Wir verschwinden.

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Jarvey: ist in Irland, Britannien und Nordamerika beheimatet, sieht eigentlich aus wie ein ziemlich großes Frettchen, beherrscht die menschliche Sprache

Die Okklumentikstunden hier basieren auf Hypnose, denn die Autorin ist eine zertifizierte Hypnotiseurin.

Wie hat euch dieses Kapitel gefallen?

Das nächste Kapitel wird es erst in ungefähr anderthalb bis zwei Wochen geben. Meine Beta macht Urlaub und ich würde die Zeit selbst gern als Schaffenspause nutzen. Und bevor einer von euch wieder Panik bekommt … tief durchatmen. Es geht definitiv weiter!!! ;O)