Hey Leuter´s,
Es gibt da ja das Kinderlied "Weil heute dein Geburtstag ist...", doch ich denke, ich drehe die Sache einfach mal um und mache euch ein Geschenk, sprich ein neues Cap.
Ich hoffe es gefällt allen und wirkt nicht zu dunkel auf euch. Ist halt ein wenig "M".
Und weil ich einmal beim Reden bin, kommt auch gleich noch ´ne Info. Nächste Woche kommt, wenn mein Beta es schaft, noch ein Cap. Doch danach ist erstmal Ritze. Urlaub ist angesagt und das heißt, wie ich schon mal gesagt habe, kein Pc und kein Internet. defacto, ich tippe nichts.
Doch keine Sorge mein Kopf ist noch voller Ideen ... apropos VOLL ... ich muss zur Party. Also viel Spaß und vergesst die Reviewes nicht.
Euer Mr. Figgs
Kapitel 53
Wenn man sonst sagte, jemand schaut einen anderen an, als hätte er zwei Köpfe, dann müsste Dumbledore, bei dem Blick, den ihm Harry jetzt zuwarf, mit einer Hydra verwandt sein. Dem Gryffindor fielen fast die Augen raus und es dauerte mehrere Augenblicke, bis der Junge wieder zu einer Regung imstande war. Dann aber begann er zu lachen und sein Lachen war nicht wirklich positiv zu sehen. Nein die Laute kamen immer entrückter aus dem Mund des Jungen und man musste befürchten, dass das St. Mungos einen neuen Patienten bekam. Jedenfalls schien es so, bis die Worte von Stephano Styls Harry wieder erreichten. Der Professor meinte nämlich zu Dumbledore voller Sarkasmus, dass es Harry doch sehr gut aufnahm.
Der Kopf des Gryffindors flog herum und ein „Sie machen sich wohl über mich lustig?", verließ seinen Mund. Styls wurde daraufhin wieder ernst und schüttelte den Kopf. Harry hätte ihm dafür am liebsten einen Fluch auf den Hals gehetzt, doch Dumbledore hielt ihn davon ab. Er meinte, Harry solle mal ganz tief in sich hinein hören und dann an die vielen ungeklärten Erinnerungen denken. Dies brachte den Jungen natürlich dazu, den alten Zauberer ganz ernsthaft anzuschauen.
„Woher wissen sie von den Erinnerungen, Professor? Waren sie in meinem Kopf? Oder, hat er für sie spioniert?" Harrys Kopf nickte in Richtung Styls, doch Dumbledore ging nicht mal auf die letzte Bemerkung ein. „Nein Harry, um an diese Erinnerungen zu kommen, da brauchte es keinerlei Hilfe. Ich habe sie schließlich auch in meinem Geiste gehabt. Manche gehören sogar mir, doch darüber sollten wir später reden. Alles was du bis hierher wissen solltest ist, dass es nur so wie es geschah möglich war, dich von Toms Seelenstück zu befreien. Ich bitte dich, mir hierbei einfach nur zu vertrauen, Harry."
Der Gryffindor sank im nächsten Moment auf seine Knie, die anderen im Raum völlig vergessend. Zu viel war in den vergangenen Minuten auf ihn eingeprasselt, als dass er es wirklich alles wahrnehmen konnte. Was Harry nun brauchte war Zeit, um dies alles zu verarbeiten. Doch dann kam ihm Snape oder Styls oder wie auch immer wieder in den Sinn und er schaute auf.
Der Professor stand jedoch nur still da und beobachtete das Gespräch zwischen Harry und seinem alten Mentor. Dann reichte er plötzlich Harry seine Hand und sagte bittend, „Harry, ich weiß, dass du mir nicht mehr so vertraust, wie noch vor einem Tage, doch du solltest dem Direktor glauben und dir einiges ansehen, um zu verstehen, dass es nicht so ist, wie es dir im Moment erscheint. Du kannst mir vertrauen."
Harry wusste nicht mehr, was er tun sollte, wusste nicht, wem er vertrauen konnte? Und in dem Moment wünschte er sich, dass Hermine an seiner Seite wäre. Als sein Blick dann schließlich zu Dumbledore schweifte und dieser die Hilflosigkeit in den Augen des Jungen sah, sagte der alte Zauberer, „Harry, vertrau ihm. Oder vertrau mir und sieh dir an, was er dir zeigen will. Vielleicht kannst du dann die für dich richtigen Schlüsse ziehen."
Harry sah Dumbledore an und nickte. Sein Blick ging zu Styls zurück und dieser schien um Einiges erleichtert zu sein. Der Professor winkte Harry zum Denkarium herüber und bat den Jungen danach um seinen Zauberstab. Mit diesem zog er eine Erinnerung aus seinem Kopf und erklärte. „Harry, was wir jetzt sehen, ist eine Erinnerung von Severus Snape. Und Harry warte... "- der Professor hob seine Hand, als der Gryffindor aufbegehren wollte – „du wirst alles verstehen, meine vielleicht ungewöhnliche Art, wenn du mich als Snape angesprochen hast, und auch andere Dinge, wenn wir wieder zurückkehren."
Harry sah den Mann immer noch verwirrt und leicht skeptisch an. Dann aber sagte ihm eine innere Stimme, er solle es auf sich zukommen lassen und der Gryffindor nickte. Professor Styls sah dies als sein Zeichen und gab die silbrige Substanz, die aber irgendwie gar nicht mehr silbrig, sondern golden war, in das Denkarium und bat Harry, ihm zu folgen. Erneut fiel Harry durch den Raum in die Tiefe und landete neben dem Professor auf den Füßen.
Es war ein wenig ungewohnt, sich plötzlich selbst zu sehen, doch Harry erkannte sofort, wo sie waren. Es war der Zeitpunkt, als er Snape nach dem Mord an Dumbledore stellen wollte. Harry sah sich, wie er versuchte den Extodesser zu verfluchen und wie Snape ihn anschrie, dass er es niemals schaffen würde, ihn mit seinen eigenen Zaubern zu schlagen. Ein wenig Frust kam in Harry auf, doch der musste warten, denn die Umgebung änderte sich auf ein Neues.
Harry sah nun auch Malfoy und wie das kleine blonde Frettchen um sein Leben lief. Es ging vorbei an den eintreffenden Auroren und vorbei an Hogsmeade. Snape drängte den Slytherin, ja nicht stehen zu bleiben. Sie beide waren schließlich auf der Flucht. Doch dann wurden sie doch aufgehalten. Zwei Todesser stellten sich ihnen in den Weg und einer, Harry erkannte plötzlich die silberne Hand von Wurmschwanz, meinte, dass er die zwei zum dunkeln Lord bringen solle.
Snape schien dies gar nicht zu passen, denn er plautzte die Ratte an, dass er Wichtiges zu tun habe. Wurmschwanz machte daraufhin ein gewichtiges Gesicht, deutete mit seinem Zauberstab auf Snapes Brust und sagte gehässig „Der Lord sagte aber sofort." Snape schien nun genau abzuwägen und sich dann plötzlich an den linken Arm zu fassen. Letztendlich willigt er ein und Malfoy und Snape folgten den beiden Lakaien des dunklen Lords.
Ein weiteres Mal änderte sich die Umgebung und Harry wurde es ein wenig komisch zumute, als er von einer auf die andere Sekunde in einem sehr großen, jedoch dunkel anmutenden Raum auftauchte, in dem es von Todessern nur so wimmelte. Außerdem stand der Gryffindor plötzlich seinem größten Feind gegenüber... Voldemort.
Der Mörder seiner Eltern hockte auf seinem Thron und ließ die roten Augen, sich an der Furcht seiner Anhänger weidend, durch den Raum schweifen. Dabei streichelten seine knochigen Finger den Kopf von Nagini, seiner Schlage und es sah so aus, als würde das Reptil nur darauf warten, dass Voldemort ihr erlaubte, sich ein Opfer zu schnappen.
Schließlich schien auch der letzte von Voldemorts Anhängern eingetroffen zu sein, denn die Türen schlossen sich automatisch. Dann wurden die Fackeln heller und erst danach konnte man das erschreckende Ambiente des Thronsaales so richtig wahrnehmen. Überall war alles mit Knochen verziert und Harry war sich sicher, dass diese auch alle echt waren. Doch dann erhob sich Voldemort und zog damit Harrys Aufmerksamkeit auf sich.
„Meine Freunde...", begann der dunkle Lord mit seiner leisen, kalten und zischenden Stimme. „Heute haben wir einen großen Sieg errungen. Dumbledore, dieser alte muggelliebende Narr ist endlich tot und mein Weg zum rechtmäßigen Platz in Hogwarts um einiges freier."
„Lang lebe der dunkle Lord", rief eine Stimme, die Harry als die von Bellatrix Lestranges erkannte, und die anderen Todesser applaudierten. Voldemort lächelte kalt und ließ seinen Anhängern den Moment der Freude. Ja, er selbst klatschte ein wenig in Richtung von Fenrir Greyback, um ihm zu zeigen, dass er sich über die Zusammenarbeit freute. Dies rief aber ein abfälliges Schauben zu Harrys rechten hervor. Der Gryffindor wandte sich um und sein Blick fiel auf einen sehr dunkel gekleideten, schwarzhaarigen Mann, der kaum älter als dreißig Jahre schien. Doch etwas an ihm sagte Harry, dass dies nur Täuschung war und ihm wurde ein wenig mulmig.
Schnell versuchte Harry den Mann aus seinen Gedanken zu verdrängen. Er schaute wieder zurück zu Voldemort und bemerkte, dass dessen Gesicht, nun da das Klatschen etwas verhallte, um einiges ernster wurde und es sich einer bestimmten Person zuwandte.
„Draco Malfoy tritt vor!" rief der dunkle Lord und Harrys Blick ging zum blonden Slytherin, der nun merklich zusammenzuckte. Draco zögerte und schien zu keinem Schritt fähig. Doch man ließ Voldemort nicht warten und so schubste Snape den Blonden ein wenig in die Richtung des dunklen Lords. Harry sah seinen ehemaligen Lehrer scharf an, bemerkte aber die riesige Sorge, die in seine Augen stand.
„Draco, mein junger Freund", begann Voldemort mit harter Stimme. „Ich glaube mich erinnern zu können, dass ich dir einen bestimmten Auftrag gab, um... „- Voldemort wartete ein wenig um eine gewisse Spannung aufzubauen- „... um der Schande, die dein Vater über die altehrwürdige Familie Malfoy gebracht hat, Absolution zu erteilen."
Harry bemerkte dass sich Draco zunehmend verkrampfte und da auch Snape leicht unruhig wurde, ahnte der Schwarzhaarige, dass hier was ganz und gar nicht nach Plan lief. Als dann auch noch mehrere Todesser langsam vortraten, Draco umringten und erwartungsvoll zum dunklen Lord schauten, da war Harry zum ersten Mal in seinem Leben versucht, Malfoy von ganzem Herzen zu warnen.
„Nun Draco", zischte Voldemort. „Nicht nur dass du deinen Auftrag nicht erfüllen wolltest, hast du auch einen meiner wichtigsten Männer gezwungen, seine Tarnung aufzugeben, um deine Arbeit zu tun. Ich persönlich finde dies sehr bedauerlich... "
Und bevor Malfoy überhaupt reagieren, überhaupt eine Entschuldigung vorbringen konnte, hatte sich der dunkle Lord umgedreht und die drei Todesser, die sich um Draco versammelt hatten, ihre Zauberstäbe gezückt. Danach schien für den Malfoyspross die Hölle auf Erden zu beginnen, denn es traf ihn nicht nur einer, sondern drei Cruciatusflüche. Harry schrie selbst ein wenig entsetzt auf und wollte etwas tun. Doch es war eine Erinnerung, Snapes Erinnerung. Harry sah daher zu seinem ehemaligen Professor und bemerkte, dass sich dieser an die Brust fasste und dann mit seiner Hand etwas Blut aus dem Mundwinkel wischte.
Harry fragte sich, was mit Snape geschehen war. Hatte er ihn doch ein wenig erwischt, als er damals mit ihm kämpfte? Die Antwort darauf war aber nein. Jedenfalls meinte dies Stephano Styls, als er den fragenden Blick seitens Harrys sah. „Es ist der Schwur, Harry. Oder besser, beide Schwüre, die Severus gebrochen hat. Seine Seele beginnt langsam sich selbst zu zerstören."
Harry sah den Mann, der ihm diese Erinnerung gerade zeigte überrascht an und versuchte zu verstehen. Dann erinnerte er sich daran, was ihm Dumbledore im Laufe des Jahres gezeigt hatte und seine Augen wurden immer größer. Allerdings nicht für lange, denn ein lautes „NEIN", riss ihn aus seinen Gedanken. Und dieser Schrei schien nicht menschlich zu sein und voller Wut. Und er kam auch nicht von Draco, der sich unter Schmerzen wand. Nein, es war der dunkel gekleidete Fremde, der nun nach vorn sprang und die drei Todesser angriff. Harry war überrascht von der Schnelligkeit der Attacke, erkannte aber nun, da ihnen der Mann die Masken herunter riss, auch Lestrange, Wurmschwanz und einen unbekannten Todesser.
Sofort richteten die drei ihre Zauberstäbe auf den Fremden, doch der lächelte nur kalt. „Tut es, und ihr seid tot, noch bevor der Morgen graut." Dann wandte er sich an Voldemort und sagte mit fordernder, kalter Stimme etwas, das Harry nie erwartet hätte. „Mein Lord, wir hatten eine Abmachung. Malfoy gehört mir und ich denke, ihr solltet eure Leute ein wenig zurück halten. Sie hätten ihn fast getötet."
Augenblicklich erstarb jedes Geräusch, mit Ausnahme von Dracos Stöhnen und alle Augen waren auf den dunklen Lord gerichtete. Wie konnte der Fremde es nur wagen, etwas von Voldemort zu fordern. Und umso überraschter waren alle, als der dunkle Lord plötzlich lächelte.
„Natürlich Ivan", zischte er. „So sei es. Aber ich gebe dir den guten Rat. Wage es nie wieder, dich derart einzumischen."
Doch der Fremde, nachdem er einen kurzen Blick auf Draco geworfen hatte, spiegelte plötzlich eine gewisse Arroganz wieder und dachte scheinbar gar nicht daran, vor Voldemort zu kuschen. Er sah Tom direkt an und erwidert. „Ich mische mich nur ein, wenn es um meine Interessen geht, mein Lord. Und ihr solltet nie vergessen, wem die Clans unterstehen. Die Clans, die ihr so dringend braucht, wenn das Fellknäuel da drüben versagt."
Der Fremde nickte abfällig in Richtung Greyback und dieser ließ ein wütendes Knurren von sich hören. Bevor er aber was sagen konnte, erklang die Stimme von Voldemort und der dunkle Lord hatte nun auch eine gewisse Gefährlichkeit im Ton. Er kam sogar ein wenig auf den Fremden zu und zischte, „Du magst jetzt das Oberhaupt der Clans sein, Ivan, doch vergiss nicht, durch wen und für wen deine Vorgänger sterben mussten. Du bist zwar nun der letzte, den Fürst Vladimir persönlich gebissen und verwandelt hat und der dadurch das Blut der Alten in sich trägt. Doch ich denke nicht, dass die Magie und Verbundenheit eurer Rasse so stark ist, dass ihr Blut über Verrat stellt."
Diese Worte, so kam es Harry vor, schienen bei dem Fremden etwas den Wind aus den Segeln zu nehmen. Er trat zurück und sah Voldemort um einen Tick weniger arrogant an. Dann drehte er sich um und ging raschen Schrittes zu Malfoy. Er hob den blonden Slytherin grob hoch und lächelte kalt.
„So mein junger Malfoy, es wird Zeit deinem Schicksal zu begegnen." Mit diesen Worten und der Angst von Draco im Angesicht, entblößte der Fremde plötzlich zwei gierige Fangzähne und rammte sie in den Hals des Slytherins. Blut spritze, einige Todesser stöhnten überrascht auf und Draco versuchte sich zu wehren. Doch der Griff des Vampirs war eisern. Dann ließ das Monster von seinem Opfer ab und Malfoy sackte zu Boden. Harry starrte fassungslos auf das Geschehen. Sein Blick wechselte zwischen Tom, Draco und Snape. Und besonders letzterer schien mit sich und seinen Qualen zu kämpfen.
Dann plötzlich schien Draco wieder zu Bewusstsein zu kommen und man konnte erkennen, wie auch bei ihm langsam Fangzähne wuchsen. Der Vampire schien dies mit Freude zu sehen und wandte sich an Lestranges, Wurmschwanz und den anderen Todesser.
„So ihr drei, jetzt könnt ihr vollenden, was ihr begonnen habt. Zerstört seinen schwachen Geist. Löscht Draco Malfoy ein für alle Male aus. Und wenn seine körperliche Hülle dann von meinem Blut tringt, wird er mein stärkster und treuester Untergebener. Er wird meine Macht haben und ich dafür die Kontrolle über ihn und seine Familie."
Voller Entsetzen sah Harry, wie die drei Todesser scheinbar darauf gehofft hatten, ihr Werk zu vollenden. Sie hoben ihre Zauberstäbe und richteten sie auf Draco. Der Slytherin sah sie an und plötzlich verschwand alle Furcht aus seinem Gesicht. Nein, es zeigte sich im nächsten Moment nur noch Entschlossenheit. Seine Augen, die einst grau waren, und nun von schwarzen Streifen durchzogen bohrten sich in die Augen seiner Peiniger und mit lauter Stimme schwor er, sich dafür zu rächen.
Im nächsten Moment trafen ihn aber wieder die Folterflüche und Malfoy ging zu Boden. Sein Körper verkrampfte sich und versuchte den Flüchen zu widerstehen, doch selbst ein gestandener Mann hätte dies nicht gekonnt. Dann begannen seine Augen zu brechen und dies schien für jemand anderen zu viel zu sein. Snape sprang plötzlich vor und griff die Todesser an. Er schnappte sich Draco, schleuderte noch einen Fluch auf Voldemort, der dem aber auswich und disapparierte. Von da an hatte er sein Schicksal besiegelt.
Harry war gelinde gesagt schockiert, als er mit ansah, was seinem früher ärgsten Widersacher in Hogwarts geschehen war. Sein Blick ging leicht verloren zu Professor Styls, welcher jetzt zum ersten Mal eine Regung zeigte, dass ihn das Gesehene auch betraf. Styls rieb sich seinen Arm und bemerkte dann Harrys Blick. „Es geht noch weiter", sagte er und wie aufs Stichwort veränderte sich die Umgebung aufs Neue.
Harry erkannte sofort wo sie nun waren und ein Schauder fuhr ihm über den Rücken. Der Blick des Gryffindors erfasste den Kessel, der seine Gedanken später für immer prägen sollte. Doch bis dahin schien es noch zu dauern, denn das Feuer war noch nicht einmal entfacht. Auch schien sich Snape nicht wirklich um den Platz für das Ritual zu scheren, denn seine einzige Sorge galt offenbar Malfoy, der laut in seinen Armen wimmerte. Harry hätte mit einem Male vieles dafür gegeben, um Draco ein wenig zu helfen, doch alles was er konnte, was zuschauen.
Snape legte den Slytherin auf eine schmutzige alte Decke, die ihm offenbar als Lager dienen sollte und riss den Umhang des Jungen auf. Zum Vorschein kamen die helle Brust und der blasse Hals, den jetzt eine Menge trocknes Blut zierte. Harrys Augen hafteten jedoch auf den beiden Punkten, aus denen es geflossen war. Krampfhaft überlegte der Schwarzhaarige was Malfoy überhaupt noch für eine Chance zum Leben besaß und erschrak förmlich, als Snape den Zauberstab des Blonden und seinen eigenen nahm und jeweils in eine der beiden Wunden stieß. Malfoy schrie auf und so konnte Harry nicht hören, was Snape sagte, doch es musste ein Zauber, ein Harry unbekannter Zauber sein, denn aus jedem Stab löste sich ein blaues Licht und wanderte in die Wunde.
Draco schrie auf und wand sich am Boden. Die Zauberstäbe rutschten dadurch aus dem Fleisch wieder heraus und fielen nach unten. Snape kümmerte dies aber nicht. Nein, er hockte sich auf den Blonden und versuchte ihn zu beruhigen. Immer wieder ging sein Blick dabei prüfend zu Dracos Hals und eine Spur von Erleichterung breitete sich aus, als sich ein gelblicher Schaum über den Wunden bildete. „Gott sei dank, er breitet sich nicht aus." Flüsterte Snape.
Doch die Freude verschwand schnell wieder, als der Zaubertranklehrer in die Augen von Malfoy blickte. Diese waren nämlich gebrochen und strahlten nicht mehr im Geringsten. Harry selbst war schockiert, hatte er so etwas doch schon einmal gesehen. Es war in seinem fünften Jahr gewesen, als sie im St. Mungos waren und Neville bei seinen Eltern getroffen hatten. Lestranges hatte es also wieder einmal geschafft und den Geist eines Menschen mit ihren furchtbaren Flüchen zerstört. Harrys Gesicht spiegelte pures Entsetzen wieder, als er dies erkannte, denn nicht einmal Malfoy, der ihn immer und überall geärgert und ihm das Leben zur Hölle gemacht hatte, nicht einmalmal ihm wünschte Harry so ein Leben, so ein Dahinvegetieren, wie es Alice und Frank Longbottem im Krankenhaus taten.
Harry stand da und sein Blick ging einmal mehr zu Professor Styls. Dieser trat an Harry heran und erklärte dem Schwarzhaarigen, was dieser wahrscheinlich nicht so genau wusste. „Harry...", begann er langsam. „Der Zauber, den Severus verwendet hat, er geht auf alte Schriften der Druiden zurück und bewirkt, dass sich der Virus des Vampirs nicht weiter im Körper ausbreiten kann. Man muss den Zauber aber ständig mit Tränken erneuern und der Geist des Gebissenen muss stark genug sein, um die Kontrolle über sich zu behalten. Ansonsten setzt irgendwann die Verwandlung ein."
„Der Geist?", fragte Harry mit ungläubiger Stimme. „Aber Malfoys ist doch gebrochen? Lestrange und Wurmschwanz, sie haben ihn doch vernichtet?"
Stephano Styls nickte traurig, hob aber seine Hand und meinte, dass Harry noch mehr erfahren müsste, um es zu verstehen. Daher konzentrierte sich der Professor und die zwei schienen einen Zeitsprung zu machen. Der Ort blieb derselbe, doch es waren einige Stunden vergangen. Harry versuchte sich zu orientieren und erschrak ein wenig. Sie waren schließlich zum Zeitpunkt des Rituals eingetroffen und Snape war schon in vollem Gange.
Scheinbar waren auch schon alle Zutaten im Kessel, denn Harry hörte, wie der Extodesser dem Harry in der Erinnerung zurief, dass es Zeit zum Sterben war. Harry sah sich selbst, wie er nackt und wild zappelnd durch die Luft schwebte und dann laut schreiend und Snape verfluchend in den Kessel fiel. Sofort kamen die Erinnerungen an die Schmerzen wieder hoch und Harry zuckte etwas zusammen. Doch er wandte seinen Blick nicht ab und wollte erfahren, was denn nun außerhalb des Kessels geschehen war. Wie konnte Snape die Explosion überleben? Und wer waren dann die beiden Toten im Grab?
Das Erste was Harry bemerkte war, dass Snape, nachdem er seine Tat vollendet hatte, auf seine Knie ging und massenhaft Blut erbrach. Zwischendurch murmelte er Worte wie, dass er hoffte, dass Dumbledore sich nicht geirrt habe. Oder ob Potter den ganzen Aufwand und die Opfer auch wert war und sie eines Tages auch zu schätzen wüsste. Dann bäumte sich Snape auf und schrie seine Schmerzen in die Nacht. Sein Gesicht war mittlerweile kreideweiß geworden, was bei dem Blutverlust aber auch kein Wunder war. Harry fragte sich, wie der Mann dies überhaupt noch alles durchstand.
Dann aber stockte Snape in seinem Tun und griff vorsichtig zu seinem Zauberstab. Alarmiert schauten sich Harry und Styls um und erkannten zwei Todesser, die sich heran schlichen. Kaum in Reichweite feuerten sie zwei Stupor ab, doch Snape war nicht ohne Grund einer der besten Duellanten gewesen. Blitzschnell reagierte er und machte nur wenige Sekunden später kurzen Prozess mit seinen Angreifern. Er tötete sie in ungewöhnlicher Schnelligkeit und ging hinüber, um zu sehen, wer sie waren.
Harry kannte sie nicht, doch die beiden Männer waren kaum älter als dreißig. Snape rief wütend, dass es schon ein wenig mehr bedurfte, als zwei Rekruten, um ihn zu töten. Und dass er, wenn schon sterben müsse, von Tom Riddle persönlich den Todesfluch empfangen wollte. Doch er sagte im nächsten Moment auch, dass es eh keine Rolle mehr spielte. Seine Zeit war gekommen. Dann aber stahl sich plötzlich ein teuflischen Grinsen auf das Gesicht das Mannes und Harry war sich sicher, der Verstand von Snape hatte einen weiteren Teil seines Selbst abgeschaltet. Denn er erhob seinen Stab und levitierte die beiden Körper in Richtung Kessel, aus dem immer noch Harrys Schreie drangen. Dann zog er die beiden Männer plötzlich aus und nach dem Nächsten, was Snape nun tat, war Harry versucht, sich zu übergeben.
Ein Mensch bei vollem Verstand und Sinne wäre dazu wahrscheinlich nie in der Lage gewesen, doch Snape richtete seinen Zauberstab auf die leblosen Körper und rief eine Beschwörung, die Harry schon beim Zuhören eine Gänsehaut verpasste, und welche die beiden Todesser binnen weniger Sekunden häutete und die Haut anschließend verschwinden ließ. Das blanke Fleisch und vereinzelte Knochen war nun zu sehen, das Blut lief in Strömen über den Boden und Harry musste seinen Blick abwenden. Sogar Professor Styls konnte nicht anders und drehte seinen Kopf zur Seite. Er musste jedoch nicht kotzen, sondern folgte den Bewegungen von Snape, der nun zu Draco ging, welcher in einer Decke eingewickelt, in der Nähe des Kessels lag. Der Extodesser entfernte etwas den wärmenden Stoff und dadurch befreite er den rechten Arm des blonden Jungen. Dann schockte er Draco mittels eines Stupors und zog ein Messer aus seinem Umhang.
Wenn man nun gedacht hätte, dass Snape mit seiner Leichenschändung an den Todessern schon was Krankes tat, dann lag man da so richtig falsch. Der ehemalige Lehrer schnitt nämlich plötzlich aus Dracos Oberarm hastig ein gut tassengroßes Stück Haut heraus und vereiste die Wunde danach lediglich. Dann ging er mit dem blutigen Stück Fleisch zurück zu einer der gehäuteten Leichen und legte es auf den Teil, der mal die Brust gewesen war. Danach wiederholte er diesen Schritt, allerdings bei sich selbst und trennte bei vollem Bewusstsein ein Stück Haut von seinem Körper ab. Es handelte sich dabei um einen Fetzen vom Unterarm, auf dem noch immer das dunkle Mal prankte. Harry war sich sicher, dass er selbst, dies nie hätte tun können und schaute nun sogar ein wenig angewidert zu Snape, der sein Fleisch auf der anderen Leiche platzierte
„Nun Jungs, es war zwar nicht so geplant. Aber vielleicht seid ihr doch noch zu etwas nutze." Mit diesen Worten richtete Snape seinen Stab auf die beiden Körper und sprach einen Zauber dunkelster Magie, bei dem Harry nur ein Wort so richtig verstand. Das Wort lautete „Engorgios" und mit großen Augen sah Harry, wie augenblicklich die Hautteile von Snape und Malfoy immer weiter wucherten, sich ausbreiteten und schließlich die Knochen und das Fleisch der zwei Toten umschlossen. Als dies dann geschehen war, zerrte Snape ihnen ihre Sachen wieder grob an und die beiden Körper in Richtung Kessel, wo er sei keinen Meter vom Feuer entfernt fallen ließ.
Harry ahnte allmählich, was sein alter Hasslehrer vorhatte und beobachtete, wie dieser auch noch all die anderen Spuren legte. Harry erkannte die Koffer und Klamotten von Malfoy, von denen Ron und Remus gesprochen hatten. Und er sah, wie Snape einen Portschlüssel erschuf, das Ziel Brasilien angab und ihn dann fallen ließ. Bevor der Gryffindor aber nachdenklich zu Professor Styls schauen konnte, um seine Reaktion darauf zu sehen, schien es im Kessel soweit zu sein. Harry sah nur noch, wie Snape wütend schrie, dass er, Harry, sich mal wieder nicht an Zeitpläne hielt, dann zum bewusstlosen Malfoy rannte, sich auf den Jungen warf und noch bevor alles in einer riesigen Explosion aufging, verschwand.
Harry musste immer noch den Würgreflex kontrollieren, um nicht zu erbrechen. Schon allein der Gedanke daran, in ein Denkarium zu kotzen widerstrebte dem Gryffindor und so versuchte er sich mit dem Orientieren in der neuen Umgebung, in die sie nach der Explosion geschleudert wurden, von dem grausamen Bildern der letzten Minuten abzulenken. Sein Blick fiel auf Malfoy und Snape, die beide auf dem Boden eines doch sehr dunklen Raumes lagen.
Es schien sich hier um ein Zaubererheim zu handeln, denn Harry erkannte einen großen Kamin und Sachen, die man in Muggelwohnungen so gut wie niemals fand. Auch sagte ihm eine innere Stimme, dass dieses Haus einem Schwarzmagier gehörte und als er schließlich auf das große Gemälde über dem Kamin blickte, und dort einen jüngeren Snape mit seinen Eltern sah, da wurde ihm seine Vermutung auch bestätigt. Sie waren also im Haus von Severus Snape, der im nächsten Moment auch zu sich kam.
Der Extodesser schreckte hoch und sah sich suchend um. Dann schien er aber zu erkennen, wo er war und atmete tief durch. Schließlich rappelte sich der stets in Schwarz gekleidete Mann auf, untersuchte den bewusstlosen Malfoy und legte diesen dann aufs Sofa. Danach ging sein Blick zur Bar und der Flasche Cognac, von welchem er sich auch einen großen Schluck einschenkte. Snape führte das Glas zum Mund und trank, als wäre es sein letztes. Allerdings stoppte er in seinem Tun und starrte plötzlich am Glas vorbei zu einem Tisch, der in der Nähe eines großen Bücherregals stand.
Harry konnte durch seine Position nicht sofort erkennen, was Snape sah. Doch dieser ließ das Glas fallen und eilte zum Tisch. Harry und Professor Styls schritten durch den Raum, in der Hoffnung besser sehen zu können und erkannten kurz darauf, dass Snape sich auf einem der Stühle niedergelassen hatte und einen dicken Brief in seinen Händen hielt. Und der Brief war nicht das Einzigste. Nein, auch eine goldene Feder drehte er in seinen Fingern hin und her und er wirkte nachdenklich.
Schließlich aber schien Snape aus seinen Gedanken zurück zu kehren und er öffnete den gelben Umschlag. Zum Vorschein kam ein Stapel Pergament, ein kleines schwarzes Büchlein und zwei Kristallkugeln, eine etwas kleinere und die andere in der Größe eines Tennisballs. Harry betrachtete die Dinge voller Interesse und Professor Styls meinte sogar, sie sollten sich hinter Snape stellen, um etwas aus dem Brief zu erfahren. Harry nickte verstehend und tat wie ihm geheißen. Das Erste was er allerdings dadurch erkannte, was die Handschrift von Albus Dumbledore. Dies steigerte die Neugier des Gryffindors umso mehr und er begann über Snapes Schulter hinweg zu lesen.
