Wow. Das 50. Kapitel. Unglaublich, zumal ich ursprünglich weit weniger als die Hälfte eingeplant hatte.

Bedanken möchte ich mich bei jedem, der mich in meiner Phantasie bei QED bis hierhin begleitet hat. Ich hoffe, ihr seid auch weiterhin dabei. Ihr seid toll

Dieses Kapitel möchte ich meinen Stammlesern widmen. Jeder Einzelne hat mich mit seinem Feedback erfreut und zum Weiterschreiben bewegt. Dafür möchte ich mich bei euch mit einem extralangen Kapitel bedanken.

7.729 Wörter nur für euch. Ihr seid die besten… Danke!

Auf die nächsten 50?


Kapitel 50 – Il Principe

Wer sich einen Namen macht, ist ihm verpflichtet.
Nun macht der Name ihn.

Erhard Blanck

Nach diesem Gespräch war Snape Hermine aus dem Weg gegangen. Er hatte sich bei Minerva unter irgendeinem Vorwand von den Mahlzeiten abgemeldet und auch sonst konnte Hermine ihn nicht mehr entdecken. Erleichterung durchflutete sie, da sie nun nicht mehr erwarten musste jede Sekunde einen bösen Kommentar zu erhalten.

Wenn sie sich manchmal beim Essen zu Lucius umdrehte staunte sie, wie offen und weltgewandt er mir den anderen Kollegen sprach. Er brachte Minerva und Pomona mühelos zum Lachen, etwas, was nicht nur die Schüler irritierte.

Hermine lächelte. Der Lucius Malfoy, den sie als Schülerin kennen gelernt hatte, hatte kaum noch etwas mit dem jetzigen zu tun. Sie hätte nicht gedacht, dass sich jemand, ganz besonders ein ehemaliger Todesser so rasant verändern konnte. Am Anfang hatte er ihr Angst gemacht, doch jetzt fühlte sie sich einfach nur wunderbar, wenn er sie durch seine eisgrauen Augen, in denen oft das Feuer der Leidenschaft brodelte, ansah und ihr wunderbare Dinge ins Ohr raunte. Sie hatte versucht lediglich Sympathie für ihn zu empfinden. Doch nach seinen Vertrauensbeweisen in der letzten Zeit fiel es ihr immer schwerer. War das Gefühl, welches sie verspürte wenn er in ihrer Nähe war, beginnende Verliebtheit? Sie wusste es nicht. Sie wusste nur, dass dieser Mann sie betörte und dass sie sich in seiner Nähe wohl fühlte.

Hermine lud sich noch mehr von dem Spinat auf den Teller und ‚würzte' es mit einer ordentlichen Prise Balsamico.

Minerva sah sie schräg von der Seite an und wandte sich dann an Poppy. „Weißt du ob Hermine krank ist?"

Poppy riss überrascht beide Augen auf. „Nein, wieso?"

„Naja, sie isst gerade Spinat mit Balsamico." Minerva schüttelte ungläubig den Kopf.

Poppy sah nachdenklich auf Hermines Teller und dann zu ihrer jungen Freundin. „Sag mal, Minchen, ist dir morgens eigentlich schlecht?"

Verwirrt hob diese den Kopf. „Eigentlich ständig."

Lucius lächelte zufrieden und lehnte sich mit verschränkten Armen zurück, um dem Dialog zwischen der Medi-Hexe und Hermine zu verfolgen.

ooOoo

In einer geräumigen Wohnung, irgendwo im Herzen Londons, saßen drei Menschen in einem freundlich eingerichteten Wohnzimmer. Eine Frau saß an ihren Mann geschmiegt, den kleinen Filius in den Armen wiegend. Ihr Mann hatte den Arm um sie gelegt und sah liebevoll auf seine Familie hinunter.

Der zweite Mann, Ron, starrte nachdenklich in sein Glas Wein. „Ich hab mit Charlie gesprochen. Er meinte, ich solle warten, bis er Hermine gesehen hat und sie sich bei mir meldet."

Das Pärchen nickte. Es konnte Rons Gefühle nicht verstehen, waren sie doch mit sich selbst und ihrem Familienglück vollkommen beschäftigt.

„Aber ausgerechnet Malfoy", spuckte Ron aus. „DAS kann ich am allerwenigsten verstehen."

„Vergesst Snape nicht", warf Ginny ein. „Er selbst hat ja gesagt, dass er und Hermine was zusammen haben."

Harry schüttelte den Kopf. „Ich kann sie einfach nicht verstehen. Sie hat sich so verändert. Wo ist nur die kleine Alleswisserin hin, mit der wir in Hogwarts waren?"

Die drei lächelten wehmütig.

Schließlich sprach Ginny als erstes. „Meint ihr, wie handeln falsch?"

Hilflos sahen sie sich an.

„Ich weiß nicht", sagte nach einer Weile. „Mit Mine würde ich gern wieder Kontakt haben, aber nur, wenn dieser Malfoy oder Snape nicht dabei sind."

„Und was, wenn sie sich wirklich lieben?", fragte Ginny erneut.

Harry war etwas verwirrt. „Wer jetzt?"

Sie konnten nicht anders, sie brachen in Gelächter aus.

„Ich denke, sie muss auf uns zukommen", meinte Ron schließlich. „Wer weiß, ob sie überhaupt noch mit uns befreundet sein will." Die anderen beiden nickten zustimmend.

ooOoo

Der Mittwoch war gekommen und somit das Abendessen mit dem Minister und seiner Frau. Poppy hatte sich nicht weiter geäußert. Sie hatte Hermine nur gebeten ihr in den nächsten Tagen einen Besuch abzustatten.

Der Duke of Whiltshire hatte Hermine versprochen, sie pünktlich um 19 Uhr abzuholen. Als er auf die Sekunde genau an ihrer Tür klopfte, sprang Hermine erwartungsvoll von ihrem Stuhl auf und beeilte sich, ihn hinein zu lassen. Seine Erscheinung raubte ihr schier den Atem. Ganz in schwarz gekleidet gab er eine imposante Erscheinung ab, lediglich der Umhang war slytheringrün. Die platinblonden Haare bildeten einen krassen Gegensatz zu seiner dunklen Erscheinung und ihn begleitete eine geheimnisvolle, mächtige Aura. Sein Stock vervollständigte das Bild eines adligen Gentlemans. Der Siegelring unterstrich seine aristokratische Herkunft. Hermine schluckte. Ihr Kleid, sie hatte sich ein dunkelgrünes ausgesucht, passte hervorragend zu seinem Umhang. Ohne sich abgesprochen zu haben ergänzten sie sich.

Lucius zog sie in seine Arme und küsste sie sanft. „Du gleichst einer Göttin, mein Herz. Es fehlt nur noch eine Kleinigkeit." Lucius holte aus einer Tasche ein Etui hervor und öffnete es lächelnd. Hermine fehlten die Worte. Langsam streckte sie ihre Hand zu der Kette aus und fuhr staunend mit den Fingern über den Edelstein, der den Anhänger bildete. „Ein Chysoberyll, nicht wahr?" Er nahm ihr die Kette aus der Hand und trat hinter sie, um sie ihr anzulegen. „Ein Familienerbstück."

„Von Shiva?"

„Einer ihrer wenigen Vorzüge, sie hatte Stil", erwiderte er knapp und ging dann zu einem Sessel, um den bereitliegenden schwarzen Umhang zu holen. Er legte ihn ihr um und nahm ihren Arm, um sie zur Appariergrenze zu führen. Unterwegs begegneten sie vereinzelnd Schüler, die auf dem Weg in die Große Halle waren, um dort zu Abend zu essen. Sie staunten nicht schlecht, als sie das elegant gekleidete Lehrerpaar sahen. Natürlich war auch ihnen die Veränderung aufgefallen, die mit Hermine vor sich gegangen war (besonders die männlichen Schüler sahen sie nun mit anderen Augen).

An der Grenze zum Hogwartsgelände angekommen, apparierten sie direkt vor den Eingang vom Ministerium. Es war ein anderer als der, durch den Hermine drei Jahre zuvor mit Harry und Ron gegangen war. Diesmal mussten sie an einer Haustür klingeln und einen bestimmten Code durch die Gegensprechanlage sagen. Als sie durch die Tür traten erstreckte sich ein kleiner Gang vor ihnen, der in einer weiteren Tür mündete. Diese war erst zu öffnen, als die Haustür zugeschlagen war. Nach dieser Tür stand das Paar vor einem Sicherheitsschalter, hinter dem zwei Männer gelangweilt den Tagespropheten lasen.

Lucius an den Tresen heran. „Lucius Malfoy. Ich bin mit dem Minister verabredet."

Einer der Beamten nahm einen runden Gegenstand in die Hand und sprach, nachdem er auf ein Zeichen gedrückt hatte, in selbigen hinein. „Minister? Lucius Malfoy wartet hier unten." Die Stimme des Ministers war deutlich zu hören. „Schicken Sie ihn und seine Begleitung hinauf. Das Übliche."

Der Beamte nickte, obwohl der Minister das nicht sehen konnte, und legte die Kugel zur Seite. „Ihre Zauberstäbe bitte."

Hermine trat näher und zog ihren Zauberstab aus dem Umhang. Sie legte ihn vor sich auf den Tisch. Auch Lucius zog einen Zauberstab und platzierte seinen direkt daneben.

„Danke, Sie bekommen sie wieder, sobald sie das Gebäude verlassen… Wenn Sie bitte dort drüben den Aufzug nehmen würden? Erste Etage. Einen schönen Abend."

Im Aufzug sah Hermine ihren Begleiter an. „Was ist mit deinem Stock?"

Ein wachsamer Ausdruck erschien in seinen Augen. Er legte sich den Finger an die Lippen und deutete dann in eine Ecke, wo unscheinbar ein Mirkofonähnliches Gebilde hing. „Du weißt doch, mein Herz, ab einem gewissen Alter wird alles beschwerlicher", lächelte er.

Der erste Stock war schnell erreicht. Als sie aus dem Lift traten, wartete schon ein Auror, der sie zu den Privaträumen des Ministers und seiner Gattin führte. Er klopfte kurz und lies die Neuankömmlinge dann eintreten.

Der Minister, ein kleiner, untersetzter Mann, trat mit einem herzlichen Lächeln auf sie zu. „Mr. Malfoy, wie schön, Sie einmal privat zu treffen. Leider hatten wir bislang nicht die Möglichkeit und näher kennen zu lernen."

Lucius nickte ihm, ebenfalls lächelnd, zu und legte seinen Arm um Hermine. „Darf ich Ihnen meine bezaubernde Frau Hermine Weasley vorstellen, Minister?"

Der Minister reichte ihr die Hand. „Erebos Graves, schön auch Sie kennen zu lernen, Mrs. Weasley." Sollte er über den Namen irritiert sein so zeigte er es nicht. Im Hintergrund tauchte seine Frau auf. „Meine Gattin Diana Graves haben Sie ja schon auf dem Ball der Revers kennen gelernt." Der Gastgeber führte sie in ein Wohnzimmer, um Ihnen einen Platz auf einem Sofa anzubieten. „Darf ich Ihnen einen Aperitif anbieten?" Ohne eine Antwort abzuwarten öffnete er eine Flasche Champagner und reichte seinen Gästen je ein Glas. Dann setzte sich das Ehepaar ebenfalls auf ein Sofa.

„Ich freue mich wirklich außerordentlich, dass Sie beide meiner Einladung gefolgt sind", begann der Gastgeber das Gespräch. „Wir haben uns seit meiner Amtseinführung noch nicht kennen gelernt. Sie haben sich nach dem Tod Ihrer Frau verständlicherweise zurückgezogen."

„Ich dachte, Sie beide wären verheiratet", warf seine Gattin ein.

Lucius schüttelte lächelnd den Kopf. „Nein, noch nicht. Aber sie ist dennoch schon meine Frau – in mehrfacher Hinsicht", ergänzte er mit einem doppeldeutigen Lächeln.

„Ach ist das romantisch." Diana Graves war begeistert. „Ich freue mich für Sie, dass Sie Ihre Liebe gefunden haben. Mein Mann und ich haben da ja auch überaus großes Glück gehabt. Wenn ich daran denke, dass wir uns nur durch Zufall in Agra getroffen haben."

Die Frau bereitete Hermine Kopfschmerzen. Sie hatte eine Eigenart die Vokale zu verzieren, so dass sie mehr in einen melodischen Singsang verlief, wenn sie sprach. Dennoch wusste sie, wie wichtig dieses Treffen für Lucius war. Daher riss sie sich zusammen und versuchte Interesse an der Gattin des Ministers zu zeigen. „Sie kommen aus Indien, Mrs. Graves?"

„Ach", Mrs. Graves klatschte in die Hände, „nennen Sie mich doch einfach Diana." Ihr perlendes Lachen ging Hermine gewaltig auf die Nerven. Ein kurzer Seitenblick zu dem Mann an ihrer Seite zeigte ihr, dass es ihm genauso erging. Wenngleich einem Fremden dies nicht aufgefallen wäre, so kannte Hermine ihn schon zu gut.

„Nein, nein, ursprünglich bin ich Stratford upon Avon, in South Warwickshire, geboren worden. Meine Eltern wanderten aber nach Agra aus, als ich ein Jahr alt war. Mein Vater war dort in der englischen Regierung zuständig und ich bin dort auf ein Internat gegangen, das nach dem Vorbild Hogwarts gebaut wurde. Natürlich ist es nicht so alt, lediglich drei Jahrhunderte, aber es war wunderschön dort. Mitte der 70er Jahre habe ich schließlich über meinen Vater meinen Erebos kennen gelernt. Sie waren enge Kollegen im dortigen Ministerium. Ja, und dann habe ich mich dazu entschlossen, zu meinen Wurzeln zurück zu kehren. So kamen wir 1995 zurück nach England und mein Mann übernahm einen Posten im Ministerium… Ach, er ist ja so ehrgeizig und zielstrebig. Jeden hat es verwundert, als er vor einem Jahr zum Minister vorgeschlagen wurde. Aber mich natürlich nicht. Ich wusste von Anfang an, dass es mein Mann weit bringen würde…"

Besagter Mann hing an den Lippen seiner schönen Frau, die mit ihren langen schwarzen Haaren und dem ebenmäßigen Gesicht eher an eine verwunschene Prinzessin erinnerte, als an eine Frau, die die vierzig schon überschritten hatte. „Ja, es war wirklich ein Glücktreffer", lachte er und bat dann schließlich zu Tisch.

Zu viert saßen sie sich an einem, für englische Verhältnisse, kleinen Tisch gegenüber und kosteten von erlesenem Wein und krossem Fasan. Die Unterhaltung drehte sich überwiegend um eher oberflächlich gehaltene Themen, daher begann sich Hermine irgendwann zu entspannen.

Als sie zu ende gespeist hatten, zogen sich die Gentlemen zu einem Portwein und einer Zigarre in die Bibliothek zurück, und ließen die Damen allein im Wohnzimmer zurück.

„Nun, liebe Hermine, verraten Sie mir bitte, ob sie etwa die Hermine sind", drängte Diana sie neugierig.

Die junge Hexe konnte sich ein Auflachen nicht verkneifen. „Die Hermine?"

„Ja,die Hermine, die Harry Potter zur Seite gestanden hat. Es war das erste wovon ich 1995 gehört habe. Sie sind wirklich berühmt, wenn sie die Hermine sind."

„Ich fürchte, die bin ich."

Und während dieHermine sich neugierigen Fragen über das Goldene Trio stellen musste, begann der amtierende Zaubereiminister Lucius über seine politische Gesinnung auszuhorchen, ganz dezent verstand sich. Scheinbar hatte er nichts zu bemängeln, denn mit einem zufriedenen Lächeln lehnte er sich zurück, bis es schließlich Zeit war, zu den Damen zurück zu kehren.

Hermine war selten so froh gewesen Lucius zu sehen, wie gerade in diesem Augenblick. Sie hatte kurz davor gestanden, die Frau entnervt in ihre Schranken zu weisen. „Welch aufdringliche Person", flüsterte sie ‚ihrem Mann' zu, der ihre Empörung mit einem sinnlich tiefen Knurren erwiderte. „Ich mag sie auch nicht sonderlich, aber es ist immer gut, sich mit dem Minister arrangieren zu können, zumal er irgendetwas plant. Ich will wissen, was."

„Noch ein Gläschen Champagner?", bot der Minister gut gelaunt an.

Als alle Gläser wieder aufgefüllt worden waren, wurden Pralinen gereicht. Lucius schmunzelte insgeheim. Er fragte sich, ob die von ihm gemachten ebenfalls Anklang finden würden. „Woher wissen Sie, dass ich eine Schwäche für Pralinen habe?", schmeichelte er Mrs. Graves.

Wie erwartet perlte sie vor sich hin. „Sie sind ja so charmant und so distinguiert, Mr. Malfoy. Hermine kann sich glücklich schätzen an Ihrer Seite sein zu dürfen."

Der Gelobte griff nach Hermines Hand und drückte sie sanft. „Sie irren, Diana, ich darf mich glücklich schätzen."

Hermine warf ihm einen warnenden Blick zu, der bedeuten sollte, dass sie es nicht mehr lange in der Gesellschaft dieser affektierten Schönheit aushielt. Er nickte unauffällig und formte mit den Lippen das Worte ‚bald'.

Der Minister hielt die oberflächlich gelöste Stimmung offenbar für die richtige Grundlage, um mit seinem eigentlichen Anliegen zu beginnen. „Mr. Malfoy, ich bin erst seit vier Jahren wieder hier in England, aber natürlich haben wir gewisse Auswirkungen auch in Indien miterlebt. Mein Vorgänger, Shacklebolt, war zweifelsohne ein sehr tüchtiger Mann, der sich der Verfolgung und Bestrafung der übergebliebenen Anhänger des Dunklen Lords verschrieben hat." Er sah Lucius mit einem listigen Blick an. „Natürlich halte auch ich es für sehr wichtig, die so genannten Todesser endlich zu stellen und ihnen die gerechte Strafe zuteil werden zu lassen."

Hermine war irritiert. Die Atmosphäre hatte sich schlagartig verändert. Sie wirkte nun gespannt, so, als säßen sie alle auf einem Pulverfass. Der blonde Zauberer war der einzige im Raum, der die Beine lässig übereinander geschlagen hatte und alles andere als misstrauisch aussah. Sie kam nicht umher ihn für seine äußere Ruhe zu bewundern.

„Die vollständige Aufklärung vergangener Verbrechen durch oder im Auftrag des Dunklen Lords sollte in unser aller Interesse stehen", äußerte Lucius gelassen.

„Als Zaubereiminister ist mir Ihre Vergangenheit natürlich nicht unbekannt, Mr. Malfoy", näherte sich ‚der kleine Bonaparte', wie er in der Zaubererwelt genannt wurde, langsam dem Grund des Dinners.

„Natürlich nicht." Lucius Lächeln wirkte in keiner Weise aufgesetzt. Er beherrschte es wirklich meisterhaft.

„Wir schätzen, dass noch mindestens die Hälfte aller Anhänger unentdeckt geblieben ist. Viele bekannte Todesser sind in der finalen Schlacht gefallen, doch einige aus dem engsten Kreis befinden sich noch auf der Flucht. Wo ist die Lestrange? Und was ist aus Yaxley geworden? Ebenso ist der Verbleib von Alecto Carrow unbekannt…" Er lies den Satz offen in der Lust stehen.

„Was genau beabsichtigen Sie, Minister", fragte Lucius geduldig, so als spräche er zu einem kleinen Jungen.

„Mein Vorgänger, Shacklebolt, hat verlauten lassen, dass er sich für sie verbürge und er setze sich persönlich dafür ein, dass Sie straffrei bleiben." Als sein Gegenüber schwieg, fügte er noch ein „Warum?" hinzu.

„Das ist eine Sache zwischen Shacklebolt und mir, Minister. Die Sache ist geklärt und daher kann ich nur mutmaßen worauf Sie hinauf wollen." Er war noch immer nicht aus der Ruhe zu bringen.

„Wie Sie wissen war Shacklebolt nur kommissarischer Minister. Somit hat er eigentlich keine Befugnis Ihnen ein solches Angebot zu machen. Nur sein Ansehen ermöglichte es ihm, Ihnen Straffreiheit zu garantieren. Natürlich ließe sich so eine Anweisung umgehend rückgängig machen, wenn-"

„Wenn ich nicht in Ihrem Sinne handele, Minister?", vervollständigte Lucius den Satz. „Wollen Sie mir drohen?"

Hermine konnte es nicht glauben, aber der mächtige Zauberer klang ernsthaft belustigt.

„Nein", beeilte sich der Minister zu sagen. „Ich versuche Ihnen nur klar zu machen, dass Sie sich entscheiden müssen, auf welcher Seite Sie stehen."

„Das tat ich, als ich eine Vereinbarung mit Shacklebolt eingegangen bin."

Diana sah unruhig zu ihrem Mann, scheinbar lief das Gespräch nicht so, wie er es vorausgesetzt hatte. „Noch jemand Champagner?", zwitscherte sie und schenkte nach, obwohl niemand dieses Angebot ausdrücklich angenommen hatte.

„Vereinbarungen können rückgängig und neu getroffen werden, Mr. Malfoy." Nachdenklich sah der Minister den Gast an. Er wusste, dass er mit dem Feuer spielte. Aber er hatte nicht vor sich zu verbrennen.

Lucius lies das Gehörte nachklingen und brachte schließlich, mit einer beeindruckenden Genauigkeit, die Absichten des Ministers auf den Punkt. „Ich soll meine Vergangenheit verraten und mich in Lebensgefahr bringen." Dann schien er zu überlegen. „Sagen Sie mir, was Sie sich vorstellen und ich entscheide, ob ich daran interessiert bin."

Dankbar übernahm der Minister den Spielball. „Wie bereits erwähnt, es läuft noch der Großteil der Todesser frei herum. Es sind viel zu viele, als dass eine erneute Bedrohung ausgeschlossen werden kann. Ich weiß, dass Sie ein hochrangiger Mann bei dem Dunklen Lord gewesen waren und demnach die Todesser kennen. Nennen Sie mir die Namen und ich garantiere Ihnen weiterhin ihre Freiheit." Er überlegte. „Vielleicht sollte ich mir Malfoy Manor genauer ansehen…?" Er lies den Satz, zweifelsohne eine Drohung, offen in der Luft verklingen.

Lucius grinste plötzlich, so als hätte der Minister ihm seine Nachfolge in Aussicht gestellt. „Samstag sind wir in Hogwarts verpflichtet, aber am Sonntagabend können Sie gern zum Essen nach Malfoy Manor kommen."

„Damit Sie genug Zeit haben, verräterische Dinge vorher wegzuschaffen?" Graves lehnte sich triumphierend zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Nun", sagte Lucius lässig. „Heute wird es wohl etwas zu spät. Morgen Abend sind Sie zum Essen mit dem Muggelpremierminister eingeladen und Freitag heiratet Ihre Nichte. Wann wollen Sie da zum Abendessen nach Malfoy Manor erscheinen?"

Dem Minister entglitten die Gesichtszüge. Er wollte etwas sagen, doch Lucius hob gebieterisch eine Hand. „Mr. Graves, wenn etwas im Manor nicht gefunden werden soll, dann wird es das auch nicht. Ich könnte Ihre Frau entführen und Sie würden sie dort nicht finden." Sein charmantes Lächeln stand im krassen Gegensatz zu seiner Aussage.

Mrs. Graves starrte mit wachsendem Entsetzen zwischen den beiden Männern hin und her. Langsam wurde ihr bewusst, dass ihr Mann dabei war, einen Fehler zu machen. „Schatz, du-"

„Nicht jetzt, Diana… Sie bewegen sich auf sehr dünnem Eis, Malfoy. Ich weiß, dass man Sie ‚Schwarzer Fürst' nennt."

Lucius griff nach seinem Spazierstock und begann mit seinen langen, schlanken Fingern über den Kopf der versilberten Schlange zu fahren. Diese Katz-und-Maus-Spiele machten im Spaß. Sein Jagdtrieb war geweckt. „Ich kann nichts für Namen, die mir andere gegeben haben."

„Natürlich können Sie nicht. Aber ich weiß auch, dass es eine ‚Schwarze Königin' gibt. In was-"

„Was Sie nicht alles wissen", unterbrach sein Gast gespielt erstaunt.

„-für einem Zusammenhang stehen Sie", fuhr der Minister ungerührt fort.

„War."

„Bitte?" Sichtliche Irritation lag im Blick von Mr. Graves.

„Wer die Schwarze Königin war", erklärte sich Lucius freundlich.

„Sie wissen also wer sie ist… war?"

„Natürlich."

„Wer?"

Der Spazierstock glänzte hoch poliert und der Kopf der Schlange zeigte zu dem Gastgeber. „Die Schwarze Königin existiert nicht mehr, daher ist ihr Name irrelevant."

Der Minister beugte sich interessiert vor. Die Gelassenheit seines Gegenübers irritierte ihn. Dessen kalte Arroganz machte ihn rasend. Lucius Malfoy war ihm schon lange ein Dorn im Auge. Er musste diesen Mann loswerden, koste es was es wolle. Malfoy konnte bislang nie etwas nachgewiesen werden, doch er wusste, dass dieser Mann seine Finger in zahlreichen, und leider auch den wichtigsten, Untergrundgeschäften hatte und konnte somit Regierung oftmals untergraben bzw. zu seinen Gunsten intervenieren. „War es Ihre Frau? War es Ihnen deswegen so wichtig, Sie zu schützen und vor einer Verurteilung zu retten? Soweit ich weiß sind Todesser unfähig zu lieben…"

Lucius zog spöttisch einen Mundwinkeln hoch, ging aber nicht näher auf diese offene Provokation ein. „Ob ich zur Liebe fähig bin, sollten Sie lieber Hermine fragen… Aber so wie sie nachts meinen Namen schreit, scheine ich nicht untalentiert zu sein."

Das Ehepaar Graves schnappte nach Luft, Hermine wurde puterrot. Der Minister überging diesen Kommentar schließlich. „Also bezeichnen Sie sich noch immer als Todesser?" Im Geiste rieb er sich die Hände. Die Falle war kurz davor zu zuschnappen. Er sah schon die Schlagzeile vor sich ‚Hochrangiger Todesser gefasst und verurteilt – der Minister triumphiert über Lucius Malfoy'. Malfoy musste einfach auf diesen Deal eingehen, und dann wäre er dran. Natürlich hatte er nicht die Absicht ihn einfach laufen zu lassen.

Der dunkle Zauberer spielte immer noch lässig mit seinem Spazierstock, dabei schien es, als würde die silberne Schlange jederzeit zubeißen können. „Einmal Todesser, immer Todesser, nicht wahr Minister? Das denken sie doch."

„Was ich denke ist unerheblich, Sie-"

Nachdenklich hatte Lucius auf seinen Siegelring gesehen. Wieder unterbrach er den Minister. „Ich komme in ein Alter, indem das Denken schwerer fällt (Hermine musste sich das Lächeln verkneifen, der Minister und seine Frau schienen im gleichen Alter zu sein, welch bissiger Kommentar), daher verzeihen Sie mir bitte meine Begriffsstutzigkeit. Nur damit ich Sie richtig verstehe. Sie bieten mir eine erneute Rehabilitation, wenn ich Menschen verrate, die ohne mit der Wimper zu zucken morden und foltern, unterlassen es aber gleichzeitig mir den Schutz des Ministeriums anzubieten. Daraus schließe ich, dass es sich um eine kleine, private Vereinbarung handelt, die natürlich nirgendwo festgehalten wird und an die Sie sich nicht zuhalten gedenken. Erhoffen Sie sich eine Möglichkeit mich endgültig loszuwerden ohne sich die Hände schmutzig machen zu müssen?" Er sprach in einem Plauderton, als redete er über das tägliche Wetter. Sein Lächeln verließ seine Lippen nicht, erreichte aber auch nicht seine kalten, eisgrauen Augen.

Der Minister sah sichtlich irritiert aus. Waren seine Absichten so leicht zu durchschauen gewesen? „Was erlauben Sie sich? Natürlich will ich nicht Ihren Tod. Es-"

„-wäre eine logische Folge dieser Vereinbarung." Das anfangs charmante Lächeln veränderte sich mehr und mehr in ein Gerissenes. Hermine konnte nicht begreifen, dass der Minister darauf nicht reagierte. Er schien es gar nicht zu sehen.

Eben jener lies nun sämtliche Freundlichkeiten fallen. „Gehe ich richtig in der Annahme, dass Sie ablehnen?", fragte er kalt.

Gelassen spielte Lucius mit seinem Spazierstock. „Warum sollte ich eine Vereinbarung eingehen, die mir keinen Vorteil einbringt?"

„Sie wären rehabilitiert."

„Das bin ich bereits."

„Ein Minister kann die Entscheidung seines Vorgängers in Frage stellen. Besonders, wenn er nur kommissarisch tätig war. Außerdem gibt es keine direkten Zeugen für ihre Vereinbarung. Sie könnte unter der Anwendung eines Imperius' zustande gekommen sein…"

Zwei Finger zogen unauffällig an dem Kopf der silbernen Schlange. „Severus Snape ist mein Zeuge."

Graves lachte zu laut und zu schrill. „Ein Todesser deckt den anderen. Sehr überzeugend. Wirklich außerordentlich glaubwürdig. Niemand hätte Zweifel an dem Wahrheitsgehalt dieser Aussage", spottete er.

„Sarkasmus steht Ihnen nicht, Minister. Aber, um auf Ihre Frage zurück zu kommen, ja, ich lehne ab."

Eberos Graves wurde blass. Hiermit hatte er nicht gerechnet. Es war ihm klar gewesen, dass Malfoy Schwierigkeiten machen würde, aber er hatte eingeplant, dass dieser am Ende seinem Plan zustimmen würde. „In diesem Falle haben wir uns nichts mehr zu sagen, Malfoy. Rechnen Sie morgen mit Ihrem Haftbefehl. Eine Flucht ist zwecklos. Ich werde Ihnen zwei Auroren mitgeben."

Hermine schrie auf. „Luc, geh darauf ein. Ich will dich nicht in Askaban wissen."

Lucius hatte seinen Blick nicht von Graves abgewandt. Noch immer fixierten seine eiskalten grauen Augen den kleinen, untersetzten Mann. „Ich werde nirgendwo hingehen, mein Herz", antwortete er so eisig, dass ihr ein Schauer über den Rücken lief.

Hermine konnte seine Anspannung sehen. Er wirkte weder verkrampft, noch eingeschüchtert, vielmehr sah es aus, als setzte er zum Sprung an. Ihr Blick flattere zum Minister. Dieser riss sich an seiner Krawatte, wahrscheinlich, um mehr Luft zu bekommen. Schweißperlen schimmerten auf seiner Stirn. Er zitterte. Die Versuche Dianas ihn zu beruhigen scheiterten. Er fixierte den dunklen Zauberer, der in absoluter Arroganz vor ihm zu sitzen schien, ungläubig ob dessen Gelassenheit. Ihr Blick glitt zurück zu ihrem Geliebten. Überwältigt lernte sie eine vollkommen neue Seite an ihm kennen. Sie kannte ihn als arroganten Mistkerl, als wunderbar zärtlichen Liebhaber, als dominanten Herrn, als Gesellschaftslöwe. Ihr stockte der Atem. War er zu Anfang des Gesprächs charmant und geradezu liebenswert gewesen, so war davon nichts übrig geblieben. Neben ihr saß der Schwarze Fürst und ihr wurde klar, dass er ein sehr gefährlicher Mann war, wenn man ihn herausforderte.

„Es ist nicht gut mich zum Feind zu haben, Minister", sagte er mir ruhiger, klarer Stimme.

Fast schon hysterisch lachte der Staatsmann auf. „Sie können mir gar nichts, Malfoy. Ihre Tage als einflussreicher Todesser sind schon lange vorbei. Seit dem Tod des Dunklen Lords haben Sie nichts, aber auch gar nichts mehr zu melden. Verabschieden Sie sich von ihrem alten Leben."

Fast schon neugierig legte Lucius den Kopf ein wenig schief und betrachtete den Mann vor ihm. „Sind Sie sich ganz sicher?", schnurrte er, den Knauf der Schlange umfassend.

Spätestens jetzt hätte der Minister aufhorchen müssen, fand Hermine, doch dieser tat nichts dergleichen. Er sprang auf. „Sie sind mir hier ausgeliefert, Malfoy. Ihren Zauberstab mussten Sie am Eingang abgeben. Sie können mir nichts tun." Er zückte seinen Zauberstab, den er als Minister behalten durfte. „Askaban schläft niemals. Sie können auch jetzt schon gehen. Ich wollte Ihnen nur die Möglichkeit geben, sich von Ihrer kleinen Affäre zu verabschieden."

„Setzen Sie sich Minister, und hören Sie auf Hermine zu beleidigen."

„Sie haben mir nichts zu sagen, Malfoy. Sie nicht. Ich wollte Ihnen eine Chance geben zu kooperieren. Sie sind selbst schuld, dass Sie nun nach Askaban gehen werden… Ihre kleine Mätresse darf zusehen, wie sie gleich von den Auroren abgeführt werden", schrie er und richtete seinen Zauberstab auf Hermine.

Eine blitzschnelle Handbewegung und Lucius hatte ein Schild vor sie gezaubert, das sie schützen sollte. Gleichzeitig rollte er sich mit einer ungeheuren Geschwindigkeit vom Sofa, so dass der Petrificus Totalus in den Kissen verpuffte. „Expelliamus", bellte er und der Zauberstab des Ministers landete in seiner Hand.

„Wie, wie haben Sie das gemacht?", fragte Graves fassungslos.

Ruhig stand Lucius wieder auf und klopfte sich den nicht vorhandenen Staub von seiner Kleidung, um kurz Zeit zu schinden. Dabei schob er seinen Spazierstock unauffällig so unter das Sofa, dass das Ende nicht zu sehen war. Dann hielt er den Zauberstab, der in seinem Gehstock versteckt war, lässig in der Hand und zeigte ihn mit einer hochgezogenen Augenbrauche dem Angreifer. In der Eile hatte der Minister gar nicht mitbekommen, wo dieser Stab hergekommen war. „Wie haben Sie ihn am Empfang vorbei schmuggeln können", flüsterte dieser fassungslos.

„Ich bin der Schwarze Fürst", antworte Lucius knapp. „Und nun setzen Sie sich… Hören Sie schon auf zu schreien, es wird niemand auf Sie hören. Beim hereinkommen habe ich die Wohnung vorsichtshalber magisch versiegelt."

Irritiert sah Hermine ihn an. War Lucius mächtig genug, um im Ministerium einfach so Räume zu versiegeln? Als sie zu ihm hinblickte, sah sie wie er ihr verräterisch zuzwinkerte. Graves und Gattin kamen nicht auf den Gedanken, dass der mächtige Gast lediglich bluffen konnte, sie glaubten es ihm umgehend.

„Nun", sprach Lucius gedehnt, „mir ist, als wollten Sie eine Vereinbarung treffen, Minister. Ich wäre durchaus zu einer Abmachung bereit. Allerdings fürchte ich, dass Ihnen mein Vorschlag nicht gefallen wird."

„Irgendwann, Malfoy, das schwöre ich Ihnen, irgendwann werden Sie mich anwinseln, Sie nicht nach Askaban zu stecken", knurrte der Minister.

„Und bis es soweit ist schlage ich vor, Sie hören mir zu… Noch jemand Champagner?" Er benutzte seinen Zauberstab, doch Hermine sah, dass er versteckt Zauberstabslose Magie anwendete. Die Gläser füllten sich und eine Sekunde später saß auch der Minister wieder auf seinem Sofa.

„Nun, da sich die Voraussetzungen jetzt ein wenig geändert haben, schlage ich vor, dass wir uns die Fakten erneut ins Gedächtnis holen. Fakt ist, dass Sie, Minister, von mir die Namen der Todesser hören wollen, die noch nicht in Askaban oder tot sind. Ebenso sicher ist, dass ich Ihnen die Namen nicht sagen werde. Weder ist es meine Aufgabe Ihnen hierbei behilflich zu sein, noch liegt es in meinem Interesse. Irgendwelche Einwände?" Lucius hätte genauso gut fragen können, ob einer der Anwesenden ein Haus am Nordpol zu kaufen gedachte, so fassungslos sahen ihn alle an.

Der Minister fing sich bewundernswert schnell. „Sie können sich sicher sein, dass ich noch heute Ihren Aufenthalt in Askaban verfügen werde", knurrte er wütend. Von dem anfangs netten ‚Bonaparte' war nichts mehr übrig geblieben.

„Ich werde nicht nach Askaban gehen", wiederholte Lucius geduldig. „Das sagte ich Ihnen bereits."

„Mir ist nicht bewusst, dass Sie in irgendeiner Art und Weise etwas dagegen unternehmen können… Malfoy", spie der Mann aus.

„Nicht?"

„So mächtig sind selbst Ihre Kontakte nicht." Der Staatsmann verschränkte die Arme und lehnte sich zurück. „Ich wollte Ihnen anfangs eine Chance geben, doch Sie verstehen sicher, dass meine Geduld am Ende ist."

„Minister, wir wissen beide, dass Sie niemals wirklich dachten, mich wieder laufen zu lassen. Aber ich spreche nicht von anderen, ich spreche von Ihnen?"

Die Verblüffung Graves spiegelte sich nicht nur in seinem Gesicht wieder. „Von mir?"

„Natürlich von Ihnen. Sie werden gleich morgen früh als erstes sämtliche Papiere unterschreiben, die meine Rehabilitation ein für alle Mal durchsetzen, so dass ein misslungener Erpressungsversuch wie Ihrer nicht erneut auch nur ansatzweise gedacht werden kann."

„Sie glauben doch nicht wirklich, dass ich irgendetwas in dieser Richtung tun werde, Malfoy", schnaubte Graves. „Wenn ja, sind Sie krank im Kopf."

„Weder bin ich ‚krank im Kopf', noch bezweifle ich, dass Sie dies nicht tun werden", erklärte Lucius ruhig. „Oder glauben Sie wirklich, ich lasse mich einfach abschieben?" Er schnalzte missbilligend mit der Zunge. „Minister, Minister. So dumm können noch nicht einmal Sie sein."

„Spucken Sie es aus, Mann", fauchte dieser. „Sie glauben doch irgendetwas gegen mich in der Hand zu halten. Aber da muss ich Sie enttäuschen. Keine Skandale, keine Korruptionen, keine Affären mit irgendwelchen Sekretärinnen. Ich bin der langweilige Brite, der sich nichts zu schulden kommen lässt. Weder in der Zeit in Indien, noch hier in England." Das überlegene Grinsen stahl sich langsam aber sicher wieder zurück auf seine Lippen.

„Ach bitte, Minister", Lucius machte eine wegwerfende Bewegung. „Skandale schaden heutzutage kaum noch. Ein Mann ohne Skandale ist geradezu uninteressant. Selbst wenn Sie eine Affäre mit Ihrer ehemaligen Vorsitzenden in der Abteilung für Internationale Magische Zusammenarbeit gehabt hätten, würde mich das nicht interessieren. Die Leute lieben Skandale. Oder warum glauben Sie konnte ich erfolgreich zurückkehren?"

„Affäre?", fragte Diana lauernd.

„Da war nichts, Liebling, er brachte nur ein Beispiel", sagte Graves knapp. „Wenn Sie mich nicht erpressen wollen, was wollen Sie dann tun, Malfoy?"

„Erpressung." Lucius ließ sich das Wort auf der Zunge zergehen. „Welch ein böses Wort…" Er lachte entspannt. „Ist es Ihnen nicht komisch vorgekommen, dass Sie 1995 erst aus Indien wieder gekommen und bereits fünf Jahre später Zaubereiminister geworden sind? Eine rasante Entwicklung, für einen unbedeutenden Mann, nicht wahr?"

„Er war eben ehrgeizig und hat viel gearbeitet", warf Diana wütend ein.

„Das hat er in der Tat", lobte Lucius. „Aber woher wusste er was er zu tun hatte? Graves, wären Sie je selbst auf den Gedanken gekommen, die Akten Ihrer Vorsitzenden zu durchstöbern, weil sie dafür gesorgt hatte, dass sich Todesser unerkannt nach Übersee absetzen konnten? Sie haben das erst getan, nachdem Sie von einem Kollegen unauffällig einen Tipp bekommen haben. Und es hat Ihrer Karriere sehr gut getan, nicht wahr?"

Der Minister war blass geworden.

„Die angeblich geflüchteten Todesser existierten nie und ich bin der einzige, neben dem Dunklen Lord, der sämtliche Namen kennt. Daher waren sie unauffindbar und der Vorwurf, sie hätten eine andere Identität nehmen können, glaubwürdig…"

Graves schnappte wie ein Fisch auf dem Trockenen nach Luft. „Aber-"

„Oder der Finanzskandal Ihres Nebenbuhlers bei der Wahl zum Minister. Der arme Mann hat wahrscheinlich niemals zuvor eine Milliarde Galleonen auf seinem Privatkonto verzeichnet gesehen. Er musste sich schließlich von seiner Kandidatur zurückziehen, so dass nur noch Sie als ernstzunehmender Kandidat galten… Möchten Sie noch mehr hören?"

„Aber", flüsterte Graves heiser. „Sie hatten sich doch schon nach Malfoy Manor zurückgezogen. Niemand wusste was mit Ihnen war."

„Sagen wir es so, jemand, von dem Sie schon sehr viel gehört haben, verfolgt meine Interessen."

„Wer?"

„Cesare Borgia." Lucius Malfoys Blick war eiskalt, als er dem Minister diesen Namen entgegenschleuderte. Der Puma hatte gerissen.

War der Minister vorher bereits blass gewesen, so verlor er jetzt sämtliche Farbe. „Was haben Sie mit Cesare Borgia zu schaffen? Dieser Mann ist skrupellos. Er arbeitet im Untergrund. Er ist der Inbegriff von organisierter Kriminalität. Er ist durch Geldwäsche, Erpressung, Glücksspiele und Drogenhandel zu Reichtum und Macht gekommen. Mit seinen Bestechungen greift er ständig ins Ministerium ein. Niemand weiß, ob sein Kollege diesem Mann nicht in irgendeiner Art und Weise verpflichtet ist oder von ihm unter Druck gesetzt wird. Er war der Förderer Voldemorts, sein Geldgeber. Nur durch ihn war es dem Dunklen Lord überhaupt möglich so mächtig zu werden. Er ist der Pate der magischen Unterwelt. Niemand kennt seine genaue Identität. Das Ministerium sucht ihn seid Jahren. Sagen Sie uns seinen wirklichen Namen und sie können haben, was immer Sie wollen. Macht, Reichtum, eine politische Karriere."

„Wie ich sehe, sagt Ihnen der Name etwas, Minister", spottete Lucius. „Aber ich bin nicht an einer politischen Karriere interessiert. Geld habe ich zur genüge und wozu brauche ich Ihre Macht, wenn ich Cesare zu meinen Freunden zählen kann?" Er lachte leise. „Cesare Borgia sorgte für Ihre Ernennung zum Zaubereiminister. Und er ist es, der Ihnen das Genick brechen kann. Wenn Sie es nicht metaphorischen mögen, können Sie dies auch gern wörtlich nehmen. Ist Ihnen meine Verhaftung wichtig genug, um Ihren Posten zu riskieren? Sollten Sie je Papiere, meine Verhaftung betreffend, unterzeichnen, landen Sie schneller in der Gosse als Ihre Frau ihren Liebhaber wechseln kann. Vorbei mit Reichtum und Ansehen, keine Vergütungen mehr, nur noch Hunger, Armut und Verachtung."

Graves durchliefen verschiedenste Empfindungen. Wut, Hass, Sorge, Verzweiflung und letztendlich Angst. Er sah jetzt, dass Lucius Malfoy eine Nummer zu groß für ihn war. „Aber… warum ich?" war seine letzte Frage.

Der Schwarze Fürst erhob sich elegant und reichte Hermine den Arm. „Das, Minister, erzähle ich Ihnen bei unserem nächsten Treffen. Außer natürlich, es gäbe kein nächstes Mal, weil ich in Askaban sitze, während Sie… Nun, Sie wissen es. Ich verabschiede mich. Überlegen Sie es sich mit dem Dinner am Sonntag auf Malfoy Manor. Mein Koch bereitet den besten Cock au vin in ganz England zu. Sie sollten ihn sich nicht entgehen lassen." Mit einer angedeuteten Verbeugung verschwanden die beiden Gäste aus den Wohnräumen des Ministerehepaares und der ‚kleine Bonaparte' hoffte, sie nie wieder zu sehen…

ooOoo

Unbehindert holten sie sich ihre Zauberstäbe vom Empfang und apparierten dann vor die Grenzen Hogwarts. Lucius legte seinen Arm um Hermine und zog sie unter seinen Umhang, während er mit ihr zum Schloss zurückging.

„Luc?"

„Mh?"

„Warum hast du Zauberstablose Magie angewandt, obwohl du doch deinen Stab in der Hand gehalten hast? Und was ist mit dem, den du am Empfang abgegeben hattest", fragte sie verwirrt.

Er lachte melodisch. „Der abgegebene Stab ist der von Narzissa gewesen. Damit hätte das Ministerium nichts anfangen können. Und mein Spazierstock… Er ist mit einer dünnen Eisenschicht umgeben, das und der ein oder andere Illusionszauber bannt sämtliche magnetische Versuche, so dass ein Ortungszauber nicht bis an ihn dringen kann."

Hermine nickte. Sie hatte davon gehört, dass Magier, die in einem Raum, der mit Eisen verkleidet war, nicht zaubern konnten. „Aber warum hast du Zauberstablose Magie angewandt, wenn du deinen Zauberstab doch dabei hast?"

Erneut lachte er. „Meinst du, das Ministerium wäre begeistert, wenn es wüsste, dass ich diese Kunst der Magie beherrsche? Solange ich einen Stab in der Hand halte, hinterfragt niemand, wie ich tatsächlich Magie anwende."

Sie durchquerten die Eingangshalle und Hermine wollte noch etwas fragen, aber er bedeutete ihr still zu sein bis sie in seinen Räumen waren. Dort schenkte er Ihnen ein Glas ‚Langhe Nebbiolo Sori Tildin' ein und setzte sich lässig in einen Sessel.

„Luc?"

„Mh?"

„Der Abend ist nicht erfolgreich verlaufen, oder?", fragte Hermine vorsichtig.

Lucius war sichtlich überrascht. „Wie kommst du denn darauf? Er ist, genau genommen, sogar sehr gut verlaufen. Dass der Minister etwas Derartiges plant habe ich bereits seit Anfang seiner Amtszeit vermutet. Jeder Minister würde sich so verhalten. Ich war drauf vorbereitet."

Hermine nickte. „Aber du hast ihn jetzt in der Hand, oder? Du hast doch dafür gesorgt, dass er Minister wird, oder?" Lucius wandte den Blick zu ihr und sah sie aufmerksam an. „Ich meine", fuhr Hermine fort, „das bedeutet doch, dass du noch vor dem Tod des Dunklen Lords, noch vor Kingsley, dafür gesorgt hast, dass er innerhalb des Ministeriums aufsteigt. Ansonsten hätte er nie und nimmer jetzt schon Minister sein können, wenn er wirklich erst 1995 aus Indien zurückgekommen ist. Also heißt dass, dass du noch vor Voldemorts Ende geplant hast, das Ministerium langsam zu übernehmen. Oder war das Voldemorts Idee? Warum habt ihr dann Thicknesse mit einem Imperius belegt, wenn ihr das so hättet haben können? Moment… Voldemort wusste davon nichts. Du hast ihn die ganze Zeit untergraben. Wie eng ist dein Kontakt zu diesem Cesare Borgia wirklich? Wer IST Cesare Borgia?"

Mit einer pumagleichen Geschmeidigkeit hatte Lucius sein Glas auf den Tisch abgestellt und war aufgestanden, um neben Hermine zu sitzen. Er nahm ihr ebenfalls das Glas aus der Hand und stellte es zu seinem auf den Tisch. „Hermine", sagte er ernst. „Versprich mir eins, stelle keine Nachforschungen über Cesare an. Er ist gefährlich. Sagt dir der Begriff ‚Muggel-Mafia' etwas?" Sie nickte. „So etwas gibt es auch in der Zauberwelt. Cesare ist das Oberhaupt, der ungekrönte König. Jetzt bist du noch sicher, aber wenn du Nachforschungen anstellst und Dinge über ihn herausfindest, dann werde ich dich nicht mehr schützen können… Ich will dich nicht verlieren, mein Herz. Vergiss alles, was du über ihn hörst oder siehst. Stell keine Fragen… Bitte."

Hermine nickte vorsichtig. „Woher kennst du ihn?"

„Frag mich bitte nicht. Ich will dich nicht in Gefahr bringen." Er zog ihre Hand zu seinem Mund und hauchte ihr einen Kuss auf den Handrücken. „Ich liebe dich." Dann zog er sie an seine Stirn und schloss die Augen…

„Luc?"

„Mh?"

„Warum hast du mich angelogen?"

Irritiert sah er ihr in die Augen. „Wann habe ich dich angelogen, mein Herz?"

„Am See, als du mir von deiner Vergangenheit erzählt hast, da hast du gesagt, du seiest über den Schulfreund deines Vaters, Dolohow, zu den Todessern gekommen."

Der blonde Mann setzte sich aufs Sofa und zog sie in seine Umarmung. „Damals kannte ich dich nicht so wie ich dich heute kenne. Ich wusste nicht was du in mir sahest. Lediglich eine Affäre oder doch etwas Zukunftsträchtigeres? Mit dieser Version hättest du zu Minerva rennen können, zum Ministerium zu irgendwem und es hätte mich als einen Mann dargestellt, der von den Idealen seines Vaters verleitet wurde. Du hättest mir mit dem Wissen nicht schaden können… Es tut mir leid, ich wollte dich nicht bewusst belügen. Ich musste erst herausfinden, ob ich dir vertrauen kann." Er nahm ihr Gesicht zwischen seine Hände. „Ich vertraue dir, mein Leben", hauchte er und gab ihr einen Kuss auf die Nasenspitze.

Hermine lies das Gehörte verdauen. Dann hob sie die Augen und suchte seinen Blick. „Wer ist Artemis?", fragte sie leise.

Lucius ließ sie ruckartig los. „Woher weißt du von ihr", keuchte er auf.

Hermine erkannte, wie er sich zurück zog und sich hinter einer Mauer aus Kälte und Arroganz zurückzog. „Ich … du hattest sie einmal erwähnt", stotterte sie. Nach einem kurzen Moment nickte er hastig und drehte sich abrupt um. „Frag mich nie wieder nach Artemis", sagte er kalt. „Ansonsten kannst du gehen - für immer."

Hermine war über die Wendung des Gesprächs schockiert. Sie stand auf und trat hinter ihn. „Es tut mir Leid", sagte sie nur. Sie wusste, alles Weitere würde alles andere zerstören. Als sie die Hand ausstreckte und ihn an seiner Schulter berührte, wirbelte er herum und sah Hermine fragend an. „Noch etwas, was du wissen möchtest?", erkundigte er sich distanziert.

Die junge Hexe sah nachdenklich in seine Augen. Sie wusste, dass sie im Augenblick nicht den zärtlichen Liebhaber vor sich hatte, dennoch wollte sie ihn. Sie wollte ihn mehr als alles andere. „Schlaf mit mir", bat sie leise.

Eine Flamme der Leidenschaft flackerte in seinem Blick auf, dann packte er ihr blitzschnell in den Nacken und riss sie an sich. „Liebend gern, Kleines." Leidenschaftlich brutal drückte er seinen Mund auf ihren und zwängte seine Zunge zwischen ihre Lippen. Hermine keuchte auf, als sich seine Hände an ihrem Dekolletee zuschaffen machten und mit einem Ruck den Stoff zerriss. Die Kühle Luft des Raumes wehte sanft an ihrer entblößten Haut und sorgte dafür, dass sich ihre Brustwarzen nicht nur aus Erregung aufstellten. Sie fuhr mit ihren Händen über seine breite Brust und wollte sich an seinem Hemd zu schaffen machen, als er sich schwer atmend von ihr los riss. „So nicht", sagte er rau und griff erneut an den Stoff vor ihrer Brust. Zwei Risse später und der Stoff hing nur noch an ihren Schultern. Ihr Busen hob und senkte sich so heftig atmete sie. Leidenschaft durchströmte Hermine. Sie wusste, heute würde sie wieder den Abgrund betreten. Sie wolle es.

„Sie mich an", befahl er und als er sich Hermines Aufmerksamkeit bewusst war, deutete er auf den Boden. Sofort fiel sie vor ihm auf die Knie und begann ihm die Schuhe zu öffnen. Ohne Magie half sie ihm aus ihnen heraus und stellte sie ordentlich nebeneinander neben das Sofa. Als nächstes zog sie ihm seine Socken aus und wollte sich dann abwartend auf ihre Schenkel setzen als er sie mit strenger Mine ansah. Sie wusste sofort was er wollte, doch sie scheute sich davor. Nicht vor der Kuss an sich, sondern vor der Bedeutung, die es haben würde, wenn sie seine Füße verwöhnte.

Fast schon lauernd sah er sie an. „Du hast zu gehorchen, Weib", knurrte er ungehalten. Doch Hermine schüttelte den Kopf. Noch gestern Abend hätte sie rückgratlos gehorcht, so wie sie es in den vergangenen Wochen getan hatte, doch sie hatte jetzt endlich verstanden, was er gemeint hatte, als er sagte: „Nur eine starke Frau kann wirklich Demut empfinden. Nur eine starke Frau gibt sich nicht auf, wenn sie sich fallen lässt." Sie hatte immer angenommen, dass er Gewalt anwenden würde, wenn sie sich widersetzt hätte. Deswegen hatte sie sich am Anfang beeilt, jedem Wunsch sofort nach zu kommen. Doch jetzt verstand sie, dass es ihm nicht darum ging, sie mit Zwang gefügig zu machen und ihren Willen zu brechen. Sie verstand, dass er es genoss auf Widerstand zu treffen. Er wollte und brauchte den Widerstand einer starken Frau. Er wollte sie nicht brechen, er wollte ihr zeigen, was für Möglichkeiten sich ihr eröffneten, wenn sie ihm nachgab. Und wenn sie sich dann fallen lies, folgte das Schönste, was sie beide zusammen erleben konnte – der Abgrund, der absolut perfekte Höhepunkt.

Heute nach dem Abendessen als Hermine ihn als Schwarzen Fürsten erlebt hatte, hatte sie ihn so gesehen, wie früher, als er nur ‚Dracos Vater' für sie gewesen war. Sie hatte den Todesser, den Herrscher, den mächtigen Ersten Mann Voldemorts erlebt – und trotzdem hatte seine Sorge ihr gegolten. Nicht dem Minister, nicht Askaban, nicht sich selbst, sie hatte er zu erst geschützt. Auch wenn er die Gefahr eingegangen war, vom Minister mit einer Ganzkörperklammer belegt zu werden, er hatte diese Gefahr genau erkannt, und doch galt seine Hauptsorge ihr. Egal was auch immer er gerade war, seine Sorge galt in erster Linie Hermine…

Sie erkannte, dass sie sich nicht entwertete, wenn sie sich jetzt vorbeugen und ihm die Füße küssen würde. Im Gegenteil. Sie gab ihm ihren Willen, ihr Nachgeben, sich selbst zum Geschenk und zeigte es ihm durch diese kleine Geste. Es war keine Demütigung, es war eine Möglichkeit ihm zu demonstrieren, dass sie ihm vertraute. Eben weil sie eine starke Frau war konnte sie sich jetzt und hier fallen lassen und ihm diese unterwürfige Geste zeigen. Diese Erkenntnis stärkte ihr Bewusstsein und sie spürte, wie etwas tief in ihr erwachte. Nach genauerem Hinsehen erkannte sie, dass es Stolz war.

Lucius konnte nicht sagen, was genau es war, aber als er ihr in die Augen blickte und ihr Lächeln sah, merkte er, dass sich irgendetwas verändert hatte. Sie beugte sich vor und hauchte ihm einen Kuss auf jeden Fuß. Dann setzte sie sich wieder auf die Schenkel und sah ihn abwartend an. Für einen Moment wirkte er überrascht, dann nickte er anerkennend. „Sehr gut, Kleines", sagte er und hielt ihr die Hand hin. Nun war es an Hermine überrascht zu sein. Sie ergriff die Hand und ließ sich von ihm auf die Füße ziehen. Sekunden später hatte er seinen Arm unter ihre Kniekehle geschoben und nahm sie auf die Arme, nur um sie umgehend in sein Schlafzimmer zu tragen. In einer fließenden Bewegung legte er sie darauf und schickte sich an neben sie zu lagen, als sie sich vor ihn setzte und mit geübten Bewegungen seine Robe aufknöpfte. Stück für Stück zog sie ihn liebevoll aus und küsste jedes freigelegte Fitzelchen Haut. Lucius stöhnte auf, als sie schließlich seine Hose erreicht hatte und seine harte Erregung herausgeholt hatte. Mit ihrer Zunge leckte sie ihm über den prallen Schaft und sog schließlich fordernd an seiner Eichel. Er konnte nicht anders, er packte sie am Hinterkopf und schob sich Millimeter für Millimeter in ihren Mund hinein. Langsam fing er an sanft zuzustoßen. Seine Gier sie zu besitzen wuchs mit jeder Sekunden und als er merkte, dass er jeden Moment seinen Höhepunkt erreichen konnte, zog er sich zurück.

Drei, Vier Handgriffe später und er hatte Hermine das Kleid ausgezogen. Unbändige Leidenschaft ließ ihn sie aufs Bett werfen und sofort über sie zu krabbeln. Sein Körper teilte ihre Schenkel und fast schon besessen schob er sich in sie. Er griff nach ihren Händen und verschränkte sie mit seinen, als er sie mit kurzen, kräftigen Stößen nahm. Sie sahen sich tief in die Augen. Sein Keuchen vermischte sich mit ihrem Stöhnen, während sie sich aneinander festkrallten. Immer schneller stieß er sich in sie und Hermine spürte wie sie immer höher schnellte auf der Spirale der Leidenschaft. Sie schloss die Augen und gab sich ihm vollkommen hin.

„Spring", raunte er ihr zu und Hermine sprang. Sie sprang in die Arme von ihren Luc – mit Körper, Geist, Seele und Ganzem Herzen. „Ich liebe dich", keuchte sie und kam…


Begriffe:
-Chysoberyll: ein seltener, grüner Edelstand (nach Diamant und Korund der Härteste). Er ist selten und entsprechend teuer
- Aperitif: Appetitanregendes, meist alkoholisches, Getränk
- Agra: indische Stadt, berühmt durch das Taj Mahal
- distinguiert: vornehm
- Cesare Borgia: (1467 – 1507), Sohn von Papst Alexander VI, galt als blutrünstiger, skrupelloser Tyrann
- Mätresse: öffentliche Geliebte eines hochrangigen Adligen
- Langhe Nebbiolo Sori Tildin: Rotwein, eine Flasche des Jahres 2004 kostet 399,33 €

Anmerkung:
Das vorerst letzte Lucius / Hermine Kapitel…. Irgendwie ist er mir ans Herz gewachsen…

Danke:
- sepsis und Sheila: danke euch beiden knuddel Hoffe, ihr seid auch weiterhin dabei 