Bevor das Jahr gleich vorüber ist, gibt es das neue und somit auch das letzte Kapitel für diese Geschichte. Ich hoffe, ich konnte euch damit bzw. generell mit meinem Geschreibsel eine Freude bereiten. Mein spezieller Dank gilt meiner Beta Kuerbissuppenkobold. Wer weiß, ob ich es je beendet hätte ohne dich. Du warst und bist mir immer wieder eine große Hilfe, wenn es um das Schreiben geht. Vielen Dank dafür :-*
So, ich wünsche euch viel Spaß und ein frohes, segensreiches Jahr 2019
Epilog
„Verdammt", drang es aus Reginas Mund, als der Stift in ihren Händen nicht mehr richtig schrieb. Sie löste sich von dem Antrag vor ihrer Nase und kritzelte verbissen auf einem Schmierzettel herum, doch es half alles nichts. Mit einem frustrierten Laut donnerte sie den Stift in den Mülleimer unter ihrem Schreibtisch und zog sogleich die Schublade auf, in der weitere Stifte lagen. Regina griff sich wahllos einen weiteren und widmete sich wieder dem Stück Papier. Aus dem Augenwinkel sah sie den kleinen Stapel wichtiger Dokumente und Papiere, die sie noch abzuarbeiten hatten. Sie musste sich ran halten, wenn sie pünktlich zum Schulfest ihrer Söhne erscheinen wollte. Schnell setzte sie ihre Unterschrift unter das Dokument und legte es ab, bevor sie sich eine weitere Schreibe vornahm. Abermals entfleuchte ihren vollen Lippen ein Seufzen, als sie sich mit einem Beschluss für den Ausbau der Bibliothek auseinandersetzen musste.
Was ist an der jetzigen zu klein? Wie sie immer gleich alle übermütig werden, wenn Gelder locker gemacht werden….
Echauffierte sich die Bürgermeisterin gedanklich und bekam nicht mit, dass sich die Tür zu ihrem Büro öffnete. Erst als ein freudiges Quietschen durch den Raum tönte, hob sie ihren Blick von dem Dokument und schenkte ihre Aufmerksamkeit den unangekündigten Gästen.
„Hey..." Ihre Augen weiteten sich und spiegelten das Lächeln wieder, welches sich auf ihren Lippen ausbreitete.
„Mhhaaamhhh….MMMmmmaaammhhhh..."
Robin betrat mit Daniel auf dem Arm das Büro und machte sich sogleich auf den Weg zum Schreibtisch. Der Junge auf seinem Arm, quietschte und brabbelte unverständlich vor sich hin, als er seine Mutter erblickte.
„Ihr seid zu früh.", erklärte Regina und zeigte auf den Stapel Arbeit, den sie noch vor sich hatte. Robin schüttelte vehement seinen Kopf und erwiderte. „Nichts da Madame...du hast gesagt wir sollen dich um 15 Uhr abholen und hier sind wir. Du machst besser Schluss, sonst kommen wir nämlich zu spät und ich weiß nicht wie du das Roland erklären kannst, ohne dass er wieder beleidigt verkündet, zurück in den Wald ziehen zu wollen…allein."
Reginas Mundwinkel hüpften bei der Erinnerung ihres Sohnes. Doch diese Erinnerung half ihr nicht alles stehen und liegen zu lassen. Stattdessen suchte sie nach den richtigen Worten, um ihrem Gatten wissen zu lassen, dass ihr nichts anderes übrig bleiben würde, als Arbeit mit nach Hause zu nehmen. Ihr Bemühen wurde von Daniel unterbrochen, der wild auf dem Arm seines Vaters zu zappeln begann und sich in ihre Richtung streckte. In einer seiner Hände hielt er eine Tomate, sah sie und führte sie wieder an seine Lippen, nur um sich dann daran zu erinnern, dass er doch zu seiner Mutter wollte und streckte beide Ärmchen und seinen Oberkörper wieder in ihre Richtung.
„Hey du Räuber, immer langsam", mahnte Robin zärtlich, als er den Jungen festhielt, doch dieser immer lauter und unruhiger wurde.
„Mmmmmhhhhhaaaammmmhhhh"
Regina schloss amüsiert die Augen und lachte leise auf, ehe sie gespielt frustriert verkündete. „Ich weiß nie, ober nach mir verlangt oder nach etwas Essbaren..."
Robin grinste sie mit gleicher Erheiterung an und erwiderte trocken: „Bei dir kriegt er immer was zu futtern, also ist es Jacke wie Hose.", noch während er sprach versuchte Daniel sich aus den Armen seinen Vaters zu winden, um endlich zu seiner Mutter zu kommen.
„Na gut du Verräter, geh zu deiner Mum.", Robin reichte den Jungen über den Schreibtisch hin zu seiner Mutter und sprach weiter. „Ich weiß, dass du lieber in ihren Armen liegst...geht mir ja genauso." Bei den letzten Worten schenkte der einstige Geächtete seiner Frau ein verliebtes Lächeln, welches sie mit einem Augenrollen beantwortete, bevor sie ihren Schreibtischstuhl zurückschob und sich erhob. „Und wie gern du in meinen Armen liegst, kann jeder sehen." Sie zeigte mit ihren Fingern auf Wölbung ihrer Körpermitte, die sich drall unter ihrem offenem Jackett abzeichnete. „Ich kann mich nicht erinnern, dass du dich je beschwert hast", Robin reichte ihr den Jungen und zwinkerte ihr frivol zu „Ganz im Gegenteil"
„Spinner...", entfleuchte es ihr liebevoll, doch noch bevor sie weiter auf seine Aussage eingehen konnte, patschte Danny mit seinen Fingern in ihrem Gesicht rum und hielt ihr die voll besabberte Tomate unter die Nase.
„Daaaaaa Maaaatiii...", erklärte er und biss mit seinen wenigen Zähnen in das mittlerweile weiche Fruchtfleisch . „Ja du und deine Tomaten, wer hat dir denn schon wieder eine gegeben? Hat dein Daddy dich bestochen?" , während sie noch sprach warf sie Robin einen provokanten Blick zu, doch Robin hob seine Arme und schüttelte seinen Kopf. „Ich? Ich bin unschuldig."
„Naaaaa daaadaaa…..Riiiiriii!", erklärte der Junge mit Zufriedenheit in seinen dunklen Augen und lutschte wieder an der Tomate. „Was? Henry hat sie dir gegeben. Da hast du aber Glück, dass du wenigstens einen Bruder hast, der dir Essen gibt und nicht alles weg futtert."
„Ja", antwortet der kleine Junge, als wollte er ihr Recht geben, doch dann schmiegte er seinen Kopf auf ihre Schulter und seufzte tief und zufrieden. Regina hauchte ihrem jüngsten Sohn einen Kuss auf die Schläfe und bemerkte erst jetzt die dunkle Schramme auf seiner weichen Kinderhaut
„Sag nicht, er ist schon wieder gefallen."
Robins Mundwinkel zogen sich leicht gen Boden, als er mit den Schultern zuckte. „Wir müssen uns was einfallen lassen. Er versucht immer wieder aus seinem Kinderbett zu klettern." Regina schloss einen Moment geschlagen die Augen und streichelte dem Jungen über die kleine Wunde. Ein kurzes Licht erglomm und als dieses wieder erlosch, sah die Haut rosig und gesund aus.
„Er kann seinen Vater nun mal nicht verleugnen. Den konnte auch kein Gefängnis halten." witzelte sie und spürte, wie schwer es war auf den Beinen zu bleiben. Das Gewicht des Jungen und das Gewicht des Ungeborenen, zerrten an ihren müden Körper. Robin schien dies zu erahnen und stand bereits neben ihr, um Danny wieder an sich zu nehmen.
„Komm du Räuber, mach Mom nicht jetzt schon fertig." Willig wechselte der Junge wieder die Elternteile und Regina setzte sich wieder auf den Stuhl. Robins Hand legte sich auf ihr Schulterblatt und streichelte sie dort.
„Komm schon Gin, mach jetzt Schluss und komm mir nicht damit, dass du den Rest mit nach Hause nimmst. Du hast mir versprochen, dass dies dein letzter Arbeitstag ist und Stanley ab Montag übernimmt. Es sei denn der Gedanke gefällt dir, dass das Kind hier zwischen all den Papieren auf die Welt kommt, also."
Reginas Gesicht zeigte, wie sehr sie sich ertappt fühlte. Es fiel ihr noch immer schwer die Kontrolle loszulassen, doch Robins Zuspruch half ihr, die Zügel locker zu lassen. „Bis der nächste Hosenscheißer kommt, solltest du dich besser ausruhen." Regina blickte auf zu ihrem Mann und nickte einmal bestimmend. „Du hast ja Recht."
„Oh Danny, hast du das gehört? Ich glaub deine Mom ist krank." Die Worte waren noch nicht ganz verklungen, da gab sie ihm einen Klaps und fuhr mit dem Stuhl wieder zurück.
„Werd nicht übermütig Locksley, sonst war es das mit dem in meinen Armen liegen."
Robin lachte, half ihr mit einer Hand auf und legte seinen Arm um ihre Schulter, als sie endlich stand. Ein freches Grinsen zierte sein Gesicht, als er seine Augenbrauen hüpfen ließ und sagte.
„So stur bist nicht mal du, Liebes."
„Kannst du mir nochmal erklären, warum du den Kinderwagen nicht mitgenommen hast?", erklang Reginas Stimme vorwurfsvoll, als sie Dannys kleine Hand fest umschlungen hielt, während sie gemeinsam mit ihrem Sohn und Gatten durch die Straßen Richtung Schule spazierten. Sie kamen nur langsam voran, da Danny zu viel Interessantes auf dem Weg entdeckte und immer wieder stehen blieb, um darauf zu zeigen oder versuchte seine Mutter dorthin zu lotsten.
„Er kann laufen, also soll er seine Beine ruhig gebrauchen", antwortete Robin und legte seinen Arm um Reginas Rücken bis seine Hand an ihrer Taille zur Ruhe fand. „Und außerdem tut es diesem Jungen mal gut, sich zu verausgaben, dann fällt er heute Abend ins Bett." Regina seufzte und ließ seine Antwort einen Moment zwischen sich stehen, ehe sie wieder das Wort ergriff. Dieses Mal war der Vorwurf verschwunden und hatte Platz gemacht für einen jammervollen Ton. „Und warum kann ich uns nicht einfach hin zaubern? Ich hab keine Probleme nachts ins Bett zu fallen"
Robins Mundwinkel verzogen sich zu einem angedeuteten Lächeln, als er Regina samt ihres Sohnes die lange Straße entlang dirigierte. „Weil dein Arzt gesagt hat, dass die ein bisschen Bewegung gut tut und überhaupt Gin, was jammerst du? Du hast keine Lust auf dieses Schulfest und beschwerst dich, dass wir kaum Zeit für uns haben. Genieße doch einfach den Spaziergang, okay?" Regina erkannte den Funken Gereiztheit, die sie in ihm erweckte.
„Schon gut, schon gut.", machte sie entschuldigend, legte ihren freien Arm um seine Taille und schmiegte sich an ihn, während sie weiter schlenderten. „Ich bin schlimm zur Zeit." gestand sie ehrlich und erntete, einen ungläubigen Blick von Robin.
Zur Zeit….?
„Darauf verweigere ich eine Aussage.", lachte er leise und war einen Moment angespannt, ob ein Hormonschub, sie aller Logik zum Trotz, in ein aufbrausendes Etwas verwandelte, doch als sie in sein Lachen mit einfiel, entspannte er sich. Gemeinsam passierten sie einladende Schaufenster und schmucke Häuser, je weiter sie sich der Schule näherten. Von Weitem drang Musik und Stimmenwirrwarr in ihre Ohren und veranlassten Danny dazu einen Schritt zuzulegen. Neugierig zog er an der Hand seiner Mutter, doch als sie ihn bei sich hielt und nicht schneller wurde, blieb er stehen und hielt ihr auffordernd die Hände hin.
„Ammm..."
„Sorry mein Spätzchen, ich kann dich nicht..."
„Komm her.", Robin löste sich von Regina und hob Danny aus seinen Arm, der nun versuchte seinen Vater anzutreiben schneller zulaufen, doch auch Robin ließ sich die Zeit nicht stehlen, die er gemeinsam, ohne lästige Verwandten und Bekannten, mit einem Teil seiner Familie verbringen durfte und weigerte sich dem Treiben seines Sohnes nachzugeben.
„Beruhig dich, du Schlawiner. Hier, pass lieber darauf auf." Robin fischte einen kleinen Holzlöwen aus seiner Jackentasche und reichte ihn Danny, der sogleich alles andere vergaß und das Spielzeug wie einen Schatz zu hüten begann.
„Roland hat den freiwillig raus gerückt?", fragte Regina skeptisch und grinste breit, als Robin eine gespielt unschuldige Miene aufsetzte. „Definiere freiwillig….mmmhhh...ich glaub bevor wir ankommen, sollte Danny ihn wieder in meiner Tasche verschwinden lassen."
„Was ist nur los mit dem Jungen?", stieß Regina halb seufzend und halb amüsiert aus.
„Was los ist?", echote Robin und erklärte grinsend. „Der Junge hat den Dickschädel seiner Mutter.", noch bevor Regina protestieren oder gar beleidigt sein konnte, sprudelte es aus Robin heraus. „Er hat mich gestern Abend, als es Zeit fürs Bett war, allen Ernstes gefragt, ob ich Cora zum Schulfest mitbringen kann.
„Was?", entfleuchte es Regina entgeistert.
„Ja, er wollte, dass sie unbedingt die Muffin probiert, die ihr gestern den ganzen Tag gebacken habt. Hat sogar fast geheult, als ich ihm gesagt habe, dass das nicht geht. Langsam kommt mir der Verdacht, dass er in die Muffins heimlich Rattengift hinein gepackt hat...oder du, Madame und frag mich jetzt nicht wie ich darauf komme….ich kenne die Mutter des Jungen...und die Mutter der Mutter des Jungen..."
Regina blieb abrupt stehen und schaute Robin mit großen Augen an. Sie wollte etwas erwidern, doch bevor sie die Chance bekam, fuhr Robin einfach fort. „Wenn ich es nicht besser wüsste, dann..."
„Was dann?", fiel sie ihm ins Wort und schaffte endlich Robins Redefluss zu bremsen. Er blieb nun ebenfalls stehen, bemerkte dass sie hinter ihm stand und wandte sich ihr mit einem breiten Grinsen um.
„...dann würde ich sagen, dass du ihn nicht verleugnen kannst."
Aber das geht nicht...sie verbringen nur viel Zeit miteinander….
Ein leises Lachen entfleuchte Reginas Lippen, auch wenn ihr der Gedankengang, dass es Ähnlichkeiten in Rolands und Coras Verhalten gab, nicht gefiel. Die Vorstellung war zu absurd, als dass sie nicht lachen konnte. Sie holte zu Robin auf und schüttelte noch immer amüsiert den Kopf. „Das passiert, wenn du meiner Mutter den kleinen Finger reichst. Du hättest ihr ein Essen versprechen sollen und nicht einmal im Monat Ausgang aus der Psychiatrie mit dir und vor allem hättest du nein sagen sollen, als sie Thanksgiving bei uns zum Essen kommen wollte."
Robin zuckte mit den Schultern und legte seinen Kopf schief. „Ich weiß, aber ich kann nichts dafür, dass ich nun verdammt dankbar dafür bin, dass du noch lebst und nicht qualvoll verreckt bist, wie dieser Mistkerl es vorgesehen hatte." Reginas Magen fühlte sich mit einer Wärme, die bis in ihre dunklen Augen hinein strahlten.
Ich liebe dich auch
Sie griff nach seiner freien Hand, legte sie wieder um ihre Taille und setzte den Weg fort. Sie waren einige Schritte gegangen, als Robin das angenehme Schweigen wieder durchbrach.
„Ich hab Roland versprochen, dass ich ein paar der Muffins bei meinem nächsten Besuch mitnehme." Für einen Moment erwartete er eine neue Unterbrechung ihres Weges, doch stattdessen spürte er Reginas Hand an seinen Schulterblatt, die ihn dort sanft tätschelte.
„Natürlich hast du das."
Weil du ein anständiger Kerl bist….
Das Schulfest war einziges Gewusel und zerrte an Reginas Nervenkostüm. Kinder lachten und tobten über den Schulhof; standen an Tischen und verkauften die Früchte ihrer Arbeit. Gebastelte, Gekochtes und Gebackenes luden ein zu verweilen. Andere organisierten Spiele und unterhielten die Gäste. Regina hatte sich einen Stehtisch abseits der Menge erkämpft und wartete darauf, dass Robin mit Getränken und Kuchen zurückkehrte. Sie überlegte, wie lange sie sich hier aufhalten musste, bis sie ihre Schwangerschaft vorschieben konnte und endlich nach Hause gehen durfte. Sie war müde und hatte das Gefühl, dass ihre Füße dabei waren anzuschwellen. Doch wann immer einer ihre Söhne ihre Aufmerksamkeit kurz erhaschte, lächelte sie Tapfer den Jungen zu bis Roland und Henry den Weg zu ihr fanden.
„Wir dürfen etwas pause machen.", erklärte Roland und begrüßte seine Mutter, indem er sie trotz Babybauches fest drückte.
„Und? Lohnt es sich?"
Henry verzog seine Lippen, als könne er sich nicht entscheiden, ob es ein guter Verkaufstag war oder ob es nicht tendenziell noch Spielraum nach oben ging.
„Eigentlich ist es auch egal, das Geld für den Bau der neuen Sporthalle ist ohnehin schon bewilligt." Regina zwinkerte ihnen verschwörerisch zu und erntete von Henry ein freudiges Lächeln.
„Das ist so cool, danke Mom."
„Bedank dich bei Stanley und seinen Rechenkünsten."
„Wer hat mich gerufen?", Der ehemalige Finanzminister erschien plötzlich an dem Stehtisch und zeigte sein zahnloses Lächeln.
„Mom sagt, dass die Sporthalle bewilligt wurde." Stanley warf Regina einen Vorwurfsvollen Blick zu, doch dann grinste er breit. „Ich würde ja jetzt was sagen, aber eine mit Hormonen vollgepumpte Gin, ist mir zu gefährlich."
„Oh dafür brauch ich keine Hormone und das weiß du..." Sie hob ihre Hand und bewegte ihre Finger bis knisternd eine Flamme in ihrer Handinnenfläche erschien.
„Oh, das trifft sich gut, geh doch mal und feuer den Grill da drüben so richtig an, Gin." John erschien zusammen mit Emma am Tisch. Vor seinem wuchtigen Oberkörper war ein Tragegurt geschnürt in dem ein Baby mit blonden Flaum saß und neugierig mit großen Augen die Anwesenden beäugte. Roland wandte sich sogleich dem kleinen Mädchen zu und streichelte ihr behutsam über den Kopf. „Hi Lorna." Das Mädchen zappelt aufgeregt mit ihren winzigen Beinchen und griff quietschend in Rolands Locken, um sich darin festzukrallen.
Der Nachmittag verging und es begann zu dämmern. Regina hatte länger ausgehalten, als sie geglaubt hatte und kam nicht drumherum, das Zusammensein mit ihrer Familie zu genießen. Bailey hatte ebenfalls den Weg zu ihnen gefunden und auch Lawrence kam mit einigen seiner zahlreichen Kinder. Sie standen alle an diesem Stehtisch, tranken und aßen und amüsierten sich, als Henry auf sein Handy blickte und voller Ehrfurcht verkündigte. „Wow...Eddy hat seinen ganzen Monatslohn gewettet, dass es ein Mädchen wird. Seid wann ist er denn so übermütig."
Regina wurde hellhörig. „Gewettet? Was hab ich euch gesagt?" Sie wandte sich an jeden in der Runde und blickte sie anklagend an.
„Gin, du glaubst doch nicht ernsthaft, dass wir uns so einen Gewinn durch die Lappen gehen lassen." Übernahm Little John das sprechen und wandte sich gleich an Henry. „Ich erhöhe meinen Einsatz, aber ich bleib dabei. Robin ist ein Zipfelmacher..." Seine raue Lache dröhnte in aller Ohren und veranlassten die anderen mit in diese einzufallen, als John plötzlich verstummte und einen kleinen Jungen von gerade mal sieben Jahren anraunte: „Hey, was gibt es da zu gucken...immer schön weiter marschieren, Freundchen." Er beäugte den Jungen, als dieser langsam weiterging und verfolgte ihn mit seinem Blick.
„Was soll das denn John?", fragte Robin perplex nach.
„Hast du gesehen, wie er meine Tochter angeguckt hat? Er hat sie nicht anzugucken, hat keinen Respekt." Und wieder etwas lauter rief er in Richtung des Jungen. „Die ist viel zu gut für ihn..." Robin legte seine Hand an Johns Schulter und lenkte seine Aufmerksamkeit weg von dem kleinen Jungen.
„Bist du bescheuert?"
„Bescheuert?"
„Das ist ein Kind"
„Ja aber sie ist meine Tochter und ich weiß zu verhindern, dass ihr ein dahergelaufener Depp schöne Augen macht."
Emma schüttelte genervt ihren Kopf und zeigte mit einer abwertenden Geste zu ihrem Gatten. „Siehst du womit ich mich herumärgern muss. Ich hab gedacht, er würd damit erst anfangen wenn sie in der Pubertät ist."
„Pff...ich bin doch kein Rabenvater, nicht wahr mein kleines Engelchen." Er tätschelte die Füße seiner Tochter und drückte ihr einen Kuss auf den Kopf.
„Oh Mann!", Henrys Stimme erklang erstaunt, als sein Blick am Handy hing. „Jeff hat den Einsatz auch erhöht."
Regina verdrehte ihre Augen und wollte gerade etwas sagen, als Lawrence ihr zuvor kam. „Wenn du schlau bist Henry, bearbeitest du deine Mutter."
Henry schaute den Mann fragend an, doch im nächsten Augenblick erklärte Emma;
„Sie weiß schon längst, was es wird."
Alle Augen richteten sich auf Regina, als sie ihre Hände abwehrend erhob und verlautete: „Nein, ich hab es mir nicht sagen lassen."
„Mag sein, aber du kannst ein Ultraschallbild lesen" Emma grinste Regina breit an und machte dann einen Schritt zur Seite, als eine junge Frau mit schwarzen Zopf zu dem Tisch trat und eine Karaffe gefüllt mit Limonade in der Hand hielt.
„Darf ich euch noch was anbieten?", fragte sie höflich und blickte durch die Runde, bis Robin sich erbarmte und ihr zunickte. „Ja, nimm uns ruhig aus Tory. Du und deine Kollegen seid heute richtige Vampire" Tory schenkte ihrem Onkel ein gespielt zuckersüßes Lächeln, kippte die Flüssigkeit aus der Karaffe und verfehlte das Glas. Die Limonade spritze über den Tisch und traf Robin.
„Hey!", machte er entgeistert und war schockiert, dass Tory weiter kippte, bis sie plötzlich innehielt und ihn schuldig ansah
„Upsi...Sorry, Onkel Robin." Sie schnappte sich ein Taschentuch und begann Robins Hemd trocken zu tupfen. „Ich hatte eine Augen -Op und das räumliche Sehen funktioniert noch nicht so." Robin nahm ihr das Tuch aus der Hand und wischte über den Tisch. „Schon gut, aber ich hab dir was gesagt. Hör auf mich Onkel zu nennen. So langsam fasse ich das als Beleidigung auf." Torys Lippen verzogen sich zu einem breiten Grinsen und entblößten eine kleine Zahnlücke zwischen ihren Schneidezähnen, als sie amüsiert erwiderte. „Das weiß ich doch, Onkel."
John begann zu lachen und legte Tory die Hand auf die Schulter und bevor Robin etwas erwidern konnte, sprach der Hüne. „Ach lass unsere Tory in Ruhe. Sie ist wie ich, sie beleidigt nur die, die sie wirklich gern hat. Hab ich nicht Recht?, er wandte sich Regina zu „Du Nervensäge?"
„Oh Gott, Robin...", stöhnte Regina genussvoll auf und entlockte ihrem Gatten ein verschmitztes Grinsen, welches den Schalk in seinen blauen Augen unterstrich.
„Du tust ja grad so, als ob ich dich...", weiter sprach er nicht, sondern ließ seine Augenbrauen frivol auf und ab hüpfen, während er weiter ihre Füße massierte.
„Du hast keine Ahnung wie die mich schon den ganzen Tag umbringen.", gestand sie ehrlich und ließ sich ganz auf das Sofa sinken. Sie bettete ihr Haupt auf die Armlehne und legte ihren Unterarm auf ihre Stirn. Mit Kraft versuchte sie ein weiteres aufstöhnen zu unterdrücken, doch es misslang ihr. Ein leises Seufzens entschlüpfte ihren vollen Lippen, während sie sich ganz den massierenden Händen Robins hingab.
Himmel, sie soll aufhören damit, sonst massiere ich hier gleich nicht nur ihre Füße
Schoss es Robin erregt durch den Kopf und dehnte die Massage bereits über ihre Waden aus. Als ob sie seine Gedanken gelesen hätte, hob Regina den Arm an und warf ihm einen gespielt strengen Blick an.
„Oh Nein, Locksley. Ich bin froh, dass ich heute leb, also lass deine Hände schön da wo sie hingehören."
Robin fühlte sich ertappt und schenkte ihr das Lächeln eines Schuljungen. „Ich denke nicht im Traum daran, Mylady."
Regina erwiderte das Lächeln und entspannte sich sichtlich, als er ihre Füße wieder zu massieren begann. Eine gefühlte Ewigkeit verstrich, in der Regina sich der wohltuenden Erlösung seiner Hände hingab. Die Schwere in ihren Beinen ließ nach und breitete sich sanft über ihr Gemüt aus. Ein zartes, zufriedenes Lächeln lag auf ihren Lippen, als sie begann Robin bei seinen Bemühungen zu beobachten.
„Danke"
Mit diesem einfachen Wort entließ sie ihn aus seiner Pflicht, doch Robin fuhr mit der Massage fort. Sein Blick verlor sich auf einem imaginären Punkt, als seine Stimme warm und liebevoll aus seinem Mund erklang. „Sag mal, hat Emma recht? Weißt du was es wird?"
Regina zog eine Augenbraue hoch und überlegte einen Moment eine Antwort auf diese Frage, als sie ganz langsam zu nicken begann. Robins Blick klärte sich und legte sich interessiert auf sie, während seine Hände mit der Massage innehielten. Als sie keinerlei Anstalten machte, ihm das Geschlecht des Babys zu verraten, hakte er neugierig nach.
„Und? Raus damit, was wird es?"
Ein warmer Glanz legte sich auf Reginas Augen und durchzog ihr ganzes Gesicht. Ein seltener Frieden legte sich über beide Gestalten, als Robin sie weiterhin erwartungsvoll anblickte. Seine Hand wanderte über ihr Bein hoch und legte sich auf ihren Bauch. Sanft streichelte er die Wölbung und konnte das Leben spüren, welches unter ihrem Herzen wuchs. Regina legte ihre Hand auf die seine und gemeinsam streichelten sie für die Länge weniger Herzschläge über das zarte Leben in ihr, als sie seinen Blick suchte und ehrlich antwortete:
„Was es wird? Geliebt, Robin. Es wird geliebt."
Vorsichtig streckte er sich zu ihr hin und schenkte ihr Lächeln, von dem sie wusste, dass es nur für sie reserviert war. Für einen Moment glaubte nichts als Wahrheit in dem Blau seiner Augen ausmachen zu können. Ihr Herzschlag beschleunigte sich, als seine Lippen sich den ihren näherten. Sie spürte seinen warmen Atem, die freudige Erwartung seiner Nähe, als er leise wisperte;
„Oh ja."
Seine Stimme und seine Worte lösten eine Gänsehaut auf ihrem Arm aus.
„...so sehr geliebt..." Er versiegelte ihre Lippen mit den Seinen, rutschte vorsichtig neben sie und küsste sie innig. Regina ergab sich in den Kuss, genoss das zarte Spiel ihrer Zungen und konnte nicht länger die Sehnsucht verdrängen, die er in ihr auslöste. Atemlos legte sie ihre Hände an seine Wangen und löste ihn von sich. Seine Lippen waren gerötet von ihrem Lippenstift, die Augen mit Fragen getränkt, als sie ihren Kopf schüttelte.
„Du elendiger Mistkerl...", schimpfte sie erregt, bevor sie ihn wieder küsste und seine Hand in ihren Schoß legte.
ENDE
