50. Kapitel
Das gelbäugige Tier mit Namen Eifersucht
Hermine machte Licht.
Ihr Wohnzimmer schien nach Berengers Hölle wie eine rettende Höhle.
Charles Grant setzte sich auf das Sofa, und Hermine konnte ihm ansehen, dass die sitzende Position ihn schmerzhaft an das erinnerte, was geschehen war.
Sie wusste nicht, was sie für ihn tun konnte, damit er sich besser fühlen würde, und so entschied sie, dass es das Beste sei, so zu tun, als würde sie nicht darüber nachdenken.
Sie ging in die Küche und machte Kaffee, obwohl es schon spät in der Nacht war, hatte sie den Eindruck, dass sie beide einen vertragen könnten.
Als Charles mit zitternden Händen nach der Tasse griff, durchzuckte Hermine augenblicklich ein schlechtes Gewissen.
Er hatte gesagt, dass er nicht damit gerechnet hatte, dass Berenger sich ihm sexuell nähern würde, und unwillkürlich fragte sich Hermine, ob er sich ihr gegenüber nicht so edel verhalten hätte, wenn er vorher dieses Wissen gehabt hätte.
Sie fragte sich, ob er nicht bereits beim nächsten Treffen befinden würde, dass sie seiner nun würdig wäre, um den homosexuellen Annäherungen Berengers zu entgehen.
Was musste es für ihn bedeuten, dass er sie verschont hatte, obwohl sie genau wusste, dass er einen Teil seines Strebens darauf gerichtet hatte, sie davon zu überzeugen, dass er der richtige Mann für sie sei.
Er begehrte sie, daran gab es wohl keinen Zweifel, und doch hatte er sie nicht genommen, obwohl es so einfach für ihn gewesen wäre - und er hätte es sogar noch damit rechtfertigen können, dass er seine Rolle überzeugend spielen musste. Statt dessen saß er nun da und kämpfte gegen seinen rebellierenden Magen an und offensichtlich nicht nur dagegen.
Hermine wusste, dass sie warten musste, bis er von sich aus sprechen würde.
Und so nippte sie an ihrem heißen Gebräu und versuchte die Schrecken der Nacht im Zaum zu halten, während die Wunden an ihrem Rücken, mit der in der Handfläche um die Wette pochten.
"Es war nett, dass Sie mich in ihre Wohnung baten, denn wir haben so vieles zu besprechen und...",
er stockte und nahm einen Schluck Kaffee. Hermine ließ ihm Zeit, bedeutete ihm jedoch, dass sie zuhörte.
"...und ich wäre wirklich nur sehr ungern jetzt alleine, obwohl...es ist...auch nicht leicht...jetzt NICHT alleine zu sein", schloss er verwirrt.
Hermine lächelte sanft und ihre Stimme klang versöhnlich: "Ja, das kann ich verstehen."
"Nein, ich glaube, das können Sie nicht wirklich", erwiderte er düster.
"Sie wussten, dass ich es war, als wir Berengers Haus verließen - wieso?", fragte er, wobei er den Namen des Paters mit einiger Abscheu aussprach.
Hermine lächelte abermals und erklärte: "Sie sprachen mich mit meinem wirklichen Vornamen an, zudem siezten Sie mich, und es war mir klar, dass es sich um einen Zauberer handeln musste, der dank Vielsafttrank in Deepings Rolle geschlüpft war. Ich denke, man hätte mich vorher informiert, wenn es jemand vom Orden gewesen wäre, um die Gefahr zu vermeiden, unwissend gegeneinander zu agieren. Der Verdacht lag also nahe, dass es jemand vom Ministerium ist, und ihre Wortwahl erledigte den Rest, so dass ich mir sicher war, dass Sie es sind, der die Rolle Deepings übernommen hatte. Deeping und Berenger verband wohl eine äußerst innige Beziehung, daran ließ der Pater keinen Zweifel. Aber es war mir klar, dass es unmöglich der echte Deeping sein konnte, denn ich sah Ihre Abscheu, als Berenger sich Ihnen...näherte."
Das letzte Wort schien Grant gedanklich genau wieder in diese Situation zurück zu versetzen.
"Woher wussten Sie von Deeping?", fragte Hermine, um ihn einerseits auf andere Gedanken zu bringen, und andererseits, um endlich etwas über die Hintergründe zu erfahren.
Charles Grant schien froh darüber zu sein, dass die Bilder in seinem Kopf andere Gestalt annehmen durften, und antwortete mit etwas mehr Fassung: "Wir haben ihn schon eine ganze Zeit lang beobachtet. Schon vor geraumer Zeit haben wir dafür gesorgt, dass wir in der Lage wären, einen Vielsafttrank herzustellen, um in seine Rolle zu schlüpfen, da er bei dem, dessen Name nicht genannt werden darf, eine wichtige Rolle spielt. Doch es gab noch andere, die an ihm interessiert waren. Deeping ist schon seit Jahren bei der Muggelpolizei aktenkundig, jedoch nur im Zusammenhang mit schwerer Körperverletzung, da er eine Ex-Freundin geprügelt und fast zu Tode gewürgt hat, zudem gab es in jüngster Zeit eine Anzeige, auf die ich später zu sprechen komme. Und wir wissen noch mehr über ihn. Im Zuge seiner 'Jagden' verschwanden immer wieder Leute, die entweder nie wieder auftauchten, oder ermordet aufgefunden wurden. Bei der Muggelpolizei brachte man Deeping nicht mit diesen Taten in Verbindung, da er nie Spuren hinterließ. Es wurde zwar nach einem Serienmörder gefahndet, doch ansonsten tappte man ziemlich im Dunklen."
"Aber Sie stellen doch Verbindungen zwischen Muggel- und Zaubererwelt her...wäre es nicht Ihre Aufgabe gewesen, Ihr Wissen an die Muggelbehörden weiterzuleiten?"
"Warum?", fragte er, und jetzt merkte man ihm seine Verletztheit nicht mehr an, sondern seine Stimme hatte einen verbissenen Klang angenommen.
"Na, um ihm Einhalt zu gebieten. Um ihn festnehmen zu lassen und ihn für seine Taten zu bestrafen."
Charles ließ seinen Blick auf Hermine ruhen, während er die Tasse auf den Tisch zurückstellte.
"Er hat doch bezahlt - er hat vermutlich ein ziemlich übles Ende gefunden...aber wahrscheinlich wissen Sie darüber mehr, als ich."
Hermine schüttelte vage den Kopf.
Charles übersah die Geste geflissentlich, als er zu erklären begann: "Eine Nachbarin hat ihn angezeigt, nachdem sie festgestellt hatte, dass Deeping ihre Dreizehnjährige Tochter gezeichnet hatte - nackt, wie ich wohl hinzufügen sollte...jedenfalls hat die Polizei ihn nicht vorgefunden, und alle Fahndungen blieben ergebnislos. Ich habe einen Informanten bei der Polizei und der wies mich darauf hin, dass besagte Nachbarin Deepings Haus schon beobachtet hat, bevor sie die Bilder in der Schublade ihrer Tochter fand. Offensichtlich hatte Deeping Kopien für das Mädchen gemacht, und ihr erzählt, dass er noch schönere Bilder von ihr malen würde, wenn sie nur wiederkäme. Nun ja, jedenfalls hatte die Mutter schon länger ein Auge auf das, was sich bei ihrem Nachbarn tat. Leider hat sie dadurch ihre Tochter nicht schützen können, da diese natürlich die Abwesenheit ihrer Mutter nutzte, um zu dem perversen Schwein zu schlüpfen und sich für ihn auszuziehen. Davon hat die Mutter erst erfahren, als es schon zu spät war - aber sie hat anderes beobachtet. Als ich las, wie sie die Frau beschrieb, die vor einiger Zeit unablässig vor Deepings Haus auf und ab ging, und sich schließlich eine Zeitlang bei ihm aufhielt, war mir recht schnell klar, um wen es sich handelte...und ich brauchte nicht sonderlich viel Phantasie, um mir vorzustellen, wer ihn wohl danach besucht hatte, und dafür sorgte, dass Deeping von der Bildfläche verschwand. Ein Sadist, der einem Sadisten das Leben nimmt...ich wage mir gar nicht vorzustellen, wie das wohl von Statten gegangen ist." Grant hielt einen Moment inne, und sah Hermine vielsagend an. Als diese nicht reagierte, fuhr er fort: "Deepings Aktivitäten bei Berenger waren uns nur teilweise bekannt. Wir wussten um seine enge Bindung zum Pater, jedoch nicht, WIE eng diese wirklich war...und ich glaube, ich werde diese Information auch jetzt lieber für mich behalten, wenn es sich irgendwie machen lässt. Es ist schlimm genug, dass Sie mich nun für meinen Leichtsinn auslachen, das möchte ich mir bei den Kollegen im Ministerium gerne ersparen."
"Ich lache Sie nicht aus, Charles...Charly, ich weiß, wie schwer das für Sie sein muss. Es ist nicht leicht, die Rolle zu spielen, die man einmal angenommen hat. Es ist nicht leicht, wenn man völlig gegen die eigenen Überzeugungen handeln muss. Wenn jemand das nachempfinden kann, dann ich."
Charles schien zu überlegen: "Vielleicht lachen Sie wirklich nicht, aber Ihnen ist hoffentlich klar, dass wir uns auf sehr dünnem Eis befinden. Zwei Spione in Berengers Reihen...das ist viel...wir dürfen uns keinesfalls verdächtig machen. Ich werde tun, was immer ich tun muss, denn unser beider Leben hängt davon ab - und ich möchte Sie daran erinnern, dass unser Leben ebenfalls von Ihrem Handeln abhängt. Es mag sein, dass wir nicht für die gleiche Mannschaft spielen, aber in jedem Fall spielen wir GEGEN die gleiche."
Hermine dachte über seine Worte nach und nickte schließlich. "Ich habe meine Rolle schon gespielt, bevor Sie auftauchten, und ich werde sie auch weiterhin spielen. Wobei sich mir die Frage aufdrängt, warum Sie erst jetzt hinzustoßen."
"Wir brauchten einen guten Moment, um in Berengers Reihen zu gelangen. Deepings Verschwinden war ein solcher Moment. In gewisser Weise sollte ich Ihrem überaus unberherrschten Freund Snape wohl danken, dass er dem Ministerium den Weg bereitet hat - und dass er sich dabei noch die Finger schmutzig machte, denn sollten wir Deepings Leiche jemals finden, kann Snape sich sicher sein, dass wir ihn lebenslänglich nach Askaban schicken werden."
Hermine reagierte nicht auf die Drohung. Serverus hatte ihr versichert, dass man keine Spur von Deeping mehr finden würde.
"Es ist langsam soweit - meine Rückverwandlung beginnt in ein paar Minuten. Ich werde nun besser disapparieren. Wir sehen uns am Montag in der Uni", sagte Charles Grant, und erhob sich.
Hermine hielt ihn nicht auf. Kaum, dass er verschwunden war, begab sie sich unter die Dusche, um den Schmutz des Tages von sich zu waschen. Das abfließende Wasser hatte eine rosafarbenen Schimmer.
Soviel Blut.
Soviel Schmerz.
Soviel Schrecken.
Wann würde das alles ein Ende haben?
Sie alle waren in eine Welt verstrickt, die grausam und gnadenlos war.
Und obwohl sie alle im gleichen Boot saßen, war es eine Tatsache, dass sie zusätzlich noch gegeneinander kämpften.
Hermine hatte soviel Dankbarkeit für Charles empfunden, weil er sich für sie geopfert hatte, und er hatte nichts Besseres zu tun, als Severus erneut zu bedrohen.
Severus.
Was würde er dazu sagen, dass Hermine nun nicht nur in den Händen von Berenger war, sondern auch in denen von Charles Grant, und damit in denen des Ministeriums?
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"Ich bringe ihn um, wenn er dich anrührt! Er hat die Möglichkeit, Berenger um den Finger zu wickeln, also soll er ihn, verdammt nochmal, bei Laune halten!"
Severus war außer sich vor Zorn, als Hermine ihre Bedenken wegen des nächsten Treffens erläutert hatte.
"Aber was ist, wenn Berenger mir jemand anderen zuweist? Was ist, wenn er zu dem Schluss kommt, dass ich weiterhin nicht würdig bin? Könnte das nicht sogar noch gefährlicher für mich werden? Und wie könnte ich von Charles verlangen, dass er solch ein Opfer nochmal bringt?"
Severus schien diese Punkte mit der Hand fortwischen zu wollen. "Er wird dieses Opfer nochmal bringen, oder ich breche ihm jeden Knochen im Leib einzeln."
"Hast du das so auch mit Deeping gemacht?", fragte Hermine und erschrak selbst, über ihren vorwurfsvollen Ton.
Einen Moment sah Severus sie düster an, dann erwiderte er knapp: "Ich habe ihm die Stimme genommen, bevor ich ihn beseitigte. Möchtest du mehr darüber hören? Möchtest du mir sagen, dass ich mich schuldig gemacht habe? Ja, das habe ich! Mehr, als du bisher weißt! Was willst du Hermine? Ich habe schon oft getötet. Im Falle von Deeping habe ich es in erster Linie für dich getan. Wenn dir das nicht recht war, dann tut es mir leid. Aber vielleicht möchtest du ja auch, dass ich den Arsch für dich hinhalte, so wie Grant. Ist es das? Möchtest du, dass ich für dich leide? Hat Grant dich damit beeindruckt, dass er so selbstlos war?"
"Hör auf! Du tobst vor Eifersucht! Mit welchem Recht, Severus? Du wolltest unsere Beziehung beenden - sie IST beendet. Charly hat nichts damit zu tun!"
"Charly? Nicht mehr Charles...gut, in Ordnung. Ich hatte dich gebeten, dich von ihm und dem Ministerium fernzuhalten, und nun ist er Charly für dich...unsere Beziehung ist beendet - ich hatte kein Recht, dich um diesen Gefallen zu bitten. Ich habe auch kein Recht, zu verlangen, dass der Kerl sich von Berenger wieder in den Arsch ficken lässt, also wünsche ich dir schon mal viel Spaß beim nächsten Treffen. Und jetzt wird es Zeit für unser Training. Geh zu dem Gemälde!"
Hermine hatte die Hände zu Fäusten geballt, während Severus gesprochen hatte. Als er ihr seine Anweisung gegeben hatte, öffnete sie die Fäuste langsam und ihre Stimme klang völlig ruhig.
"Nein!"
"Geh...zu...dem...Gemälde!", betonte er jedes Wort.
"Nicht, solange du diese Wut in dir hast", erwiderte Hermine fest.
"Meine Wut hat nichts damit zu tun. Ich vermag die Dinge durchaus zu trennen. Dich erwartet heute eine Szene, die dich auf das Treffen mit dem Lord vorbereiten soll. Wir müssen eine Lösung finden, wie er dich nicht erkennt, doch im Moment möchte ich, dass du die Stimmung schon einmal erlebst und darauf gefasst bist, was dich erwartet."
"Eine Lösung finden, wie er mich nicht erkennt? Wie soll das gehen?"
"Ich habe schon einen Plan, und nun komm meiner Anweisung nach!"
"Nein! Ich möchte mit dir wegen Charles reden!"
"Es gibt nichts mehr zu reden. Geh jetzt in das Bild!"
Hermine drehte sich um, doch sie vollführte die Drehung noch einmal und begab sich in Richtung Tür.
Sofort spürte sie, wie sie an der Schulter gepackt wurde, und Severus riss sie förmlich herum.
Seine Stimme war ein tiefes Knurren: "Wenn du jetzt diesen Raum verlässt, dann bist du die längste Zeit ein Ordensmitglied gewesen. Ich werde dich nicht mehr zurückholen, hast du gehört?"
Hermine nickte und sah ihn mit erhobenem Blick an. Ihre Stimme klang vorwurfsvoll: "Ist dir eigentlich bewusst, dass dein Herr und Meister der gleiche ist, wie der von Berenger? Euer Gebieter bringt soviel Leid und Schmerz. Ich kann nicht mehr, Severus! Ich hatte Kraft, solange du sie mir gegeben hast. Doch nun verweigerst du sie mir und ich bin am Ende. Wenn ich durch diese Tür trete, dann nicht deshalb, weil Voldemort mir zuviel Angst macht, sondern weil du mir deine Liebe entziehst - und doch ist sie da, denn warum sonst sollte diese Eifersucht dich überfallen? Verdammt nochmal, sag mir, dass du mich noch liebst! Sag es mir, Severus Snape, damit ich diese Hölle weiter durchschreiten kann!"
"Woher willst du wissen, dass ich nicht nur lüge, um dich zum Weitermachen zu bringen?"
"Weil ich es spüren kann. Und weil ich weiß, dass du mich lieber den Orden verlassen sehen würdest. Aber das werde ich nicht. Ich werde Dumbledore beweisen, dass ich standhaft bin."
"Gut, dann begib dich jetzt in das Bild."
Hermine ignorierte seine Anweisung erneut, statt dessen fragte sie interessiert: "Was macht Voldemort mit meinem Blut? Berenger sprach von einem Zeichen des Grußes und der Dienerschaft"
"Er macht gar nichts damit, sondern ich."
Hermine sah ihn einen Moment überrascht an, dann begriff sie: "Du braust einen Trank daraus?"
"Ja", erwiderte er knapp.
"Welche Art von Trank?"
"Einen Treue-Eid-Trank, der dein Leben an deine Pflichten, dem Lord gegenüber bindet. Ich habe ihn bereits einige male gebraut, und immer habe ich dazu die wichtigste Zutat in einer Phiole erhalten. Diesmal wird Grant sie dem Lord überreichen, und wenn er es schaffen sollte, Voldemort zu überzeugen, dass er tatsächlich Deeping ist, dann werde ich mittels deines Blutes das Band zwischen dir und Voldemort knüpfen."
Hermine riss entsetzt die Augen auf.
"Du wirst mich an ihn binden?"
"Hör zu, ich kann den Trank nicht manipulieren, denn seine Wirksamkeit ist allein aufgrund seiner Einfärbung zu erkennen. Voldemort mag sich nicht sonderlich mit dem Tränkebrauen auskennen, doch er ist durchaus in der Lage, Farben zu unterscheiden."
"Dann müssen wir einen Weg finden, damit ich den Trank nicht wirklich einnehmen muss."
Severus schüttelte entschieden den Kopf.
"Das wird kaum möglich sein, oder glaubst du, dass Berenger dich aus den Augen lassen wird, bevor du den Trank getrunken und hinuntergeschluckt hast? Er hat die strikte Anweisung, darauf zu achten, dass die Dienerschaft vollzogen wird. Nur so kann Voldemort sicher sein, dass die Mittelsmänner unter den Muggeln ihre Gruppen dem richtigen Ziel zuführen - dem Ziel des Lords!
"Ich werde ihm also dienen? Freiwillig?"
"Ja, du wirst durchaus das Gefühl empfinden, ihm jeden Wunsch erfüllen zu wollen. Aber ich werde dich finden und dir das Gegenmittel verabreichen."
"Was soll das heißen, du wirst mich finden? Warum kann ich nicht zu dir kommen und mir das Gegenmittel holen?"
"Weil du das nicht wollen wirst, glaube mir!"
Hermine sah ihn stumm an, und sie glaubte ihm, auch wenn es schier unvorstellbar erschien - doch es war Severus, der den Trank brauen würde, der ihr Blut an die Dienerschaft binden würde, also zweifelte sie keine Sekunde daran, dass sie nach dessen Einnahme lieber sterben würde, als gegen Voldemort zu agieren.
"Gut, du wirst mir also das Gegenmittel verabreichen - ich verlasse mich darauf, ansonsten trage ich wohl bald eine dieser hübschen Masken, mit denen ihr euch vor euch selbst versteckt."
Severus schenkte ihr ein ironisches Lächeln, doch er erwiderte nichts darauf.
Sein Blick wurde wieder ernst, als er abermals auf das Bild wies.
Hermine schüttelte stumm den Kopf, ehe sie völlig ruhig sagte: "Ich werde heute nicht in das Gemälde gehen. Entweder, du erträgst meine Nähe, oder ich werde gehen."
Sie konnte sehen, wie Severus Kiefer sich aufeinanderpressten, und seine Augen loderten, als wollten sie Blitze versenden.
"Du weigerst dich, meiner Anweisung nachzukommen?"
"Ja, Severus! Was nun? Legst du mich übers Knie?"
Hermine hatte einen schelmischen Ton angeschlagen, doch ihr Unterton ließ erkennen, dass sie diese Möglichkeit nicht für völlig abwegig hielt.
"Nein", erwiderte er verärgert und einen Moment schien er tatsächlich unschlüssig. Schließlich räusperte er sich und wies auf seine Tür: "Geh nach Hause, Hermine. Wir werden das Training verschieben."
"Ich möchte das Training nicht verschieben, ich möchte nur nicht, dass du das Gemälde benutzt. Das Grauen, das mich dort erwartet, ist doch nur ein Teil der Ausbildung - es gibt noch mehr, das du mir beibringen musst, bevor wir das Training für beendet erklären können, nicht wahr? Wäre nicht jetzt ein guter Zeitpunkt, für eine der anderen Lektionen?"
Severus Augen wurden zu Schlitzen, als er erkannte, dass sie Recht hatte.
"Du möchtest also, dass ich dich von Angesicht zu Angesicht unterweise? Andere Lektionen werden in der Tat noch von Nöten sein, aber das Wichtigste ist jetzt, dass du lernst, wie du dich vor Voldemort zu verhalten hast."
"Gut, dann zeige es mir", erwiderte Hermine bestimmt.
Er nickte knapp, doch sein Blick wurde grimmig.
"Zieh dich aus", wies er sie an, dann deutete er vage in ihre Richtung, "den Umhang darfst du dir dann wieder über die Schultern hängen."
Hermine begann damit, ihren Rock aufzuknöpfen und ließ ihn zu Boden gleiten. Danach öffnete sie die Knöpfe ihrer Bluse und wenig später streifte sie sie ab. Schließlich löste sie die Haken ihres BH's und schlüpfte heraus, ihre Brüste fühlten sich hart und fest an, als die kühle Luft sie streifte. Ohne Severus anzusehen, stieg sie aus ihrem Slip. Schließlich nahm sie ihren Umhang und wickelte ihn sich um den nackten Körper.
"Lass ihn offen."
Hermine löste die Hände von dem Stoff, der sich unwillkürlich in der Mitte teilte und aufreizend über ihre Brustspitzen rieb.
"Knie dich hin und senke den Kopf."
Hermine ging auf die Knie und nahm das Kinn auf die Brust.
Sie hörte, wie Severus tief ein- und ausatmete, schließlich wandte er sich ab und wollte den Raum verlassen. Automatisch sah Hermine ihm hinterher, als er herumwirbelte und mit schnellen Schritten zurück kam.
Wie Donnerschlag traf sie seine Stimme: "Wer hat dir erlaubt, den Kopf zu heben? Du wirst so verharren, bis ich dir sage, dass du dich rühren darfst, ist das klar?"
Hermine nickte stumm.
Mit einer herrischen Bewegung zog er den Umhang noch weiter auseinander und entblößte dabei vollständig ihre Beine.
"Spreize sie ein wenig", sagte er mit kalter Stimme.
"Das verlangt der Lord?", fragte Hermine mit immer noch gesenktem Kopf.
Einen Moment schwieg Severus, und sie glaubte schon, dass sie erneut seinen Zorn heraufbeschworen hatte, doch seine Stimme klang sanft, als er nun sprach: "Der einzige Unterschied, zu dem, was ich gerade von dir verlange, ist der, dass er es von dir auf einer Waldlichtung fordern wird, während eine Horde Todesser darauf giert, dich in ihrer Mitte willkommen heißen zu dürfen. Sie hoffen darauf, dass du versagen wirst, und Voldemort dich zu Freiwild erklärt. Doch wenn du ihn beeindruckst, dann wird er entscheiden, dass man dich nicht behelligen darf, jedenfalls nicht gegen deinen Willen."
"Wie kann ich ihn beeindrucken?"
Severus' Stimme klang seltsam brüchig: "Indem du keine Fragen stellst. Indem du still über dich ergehen lässt, was er auch immer tut. Indem du weder Schmerz, noch Unwillen zeigst. Vergiss nicht, dass er glauben wird, der Trank sei wirksam. Er wird dich testen."
"Wie?"
"Spreize deine Beine", wiederholte Severus ungnädig.
Hermine kam seiner Aufforderung nach.
Gut zehn Minuten ließ er Hermine so knien, bevor er ihr mit dunkler Stimme mitteilte: "Du hast mich eben gefragt, ob ich dich übers Knie legen würde, wenn du mir nicht gehorchst...im Ritual wirst du genau das erfahren, nur werden es sämtliche anwesenden Todesser sein, die dir Schläge verabreichen. Wärest du ins Bild gegangen, so hätte die Demonstration glaubwürdiger und ohne spätere Spuren erfolgen können. Doch du wolltest ja unbedingt, dass ich diese Rolle spiele. Ich werde sie spielen, Hermine. Beug dich vor, so dass du auf allen Vieren hockst, und hebe deinen Umhang an. Beiss die Zähne zusammen, denn ich möchte keinen Ton von dir hören!"
Der erste Schlag kam unerwartet, trotz der verbalen Ankündigung. Er ließ sie heftig zusammenzucken. Der zweite war schmerzhaft, doch zumindest erschrak sie nicht mehr. Beim dritten begannen ihre Lippen zu zittern. Der vierte brannte bereits wie Feuer. Hermine presste die Kiefer zusammen und spürte, wie Tränen in ihre Augen traten, als er beim zehnten Schlag angekommen war. Die weiteren Schläge wurden von einem Rinnsal Tränen begleitet, die ihr stummes Leid zum Ausdruck brachten. Als er endlich ihren Umhang herunterzog, wollte Hermine sich aufrichten.
Sofort entfernte er das schützende Stück Stoff wieder, drückte sie nach vorne, und ein erneuter Schlag traf sie mit voller Härte.
"Es tut mir leid!", wimmerte Hermine und senkte abermals den Kopf. "Ich hätte auf deine Erlaubnis warten müssen", fügte sie dann zerknirscht an. Severus Stimme klang merkwürdig gepresst, als er zischte: "Der Lord hätte dieses Vergehen mit der gleichen Anzahl Schläge geahndet, wie beim ersten mal...wenn er dich nicht gleich für unwert befunden hätte...und du weißt, was das nach sich gezogen hätte."
"Ja, ich...es tut mir wirklich leid", wiederholte Hermine tränenerstickt.
"Deine Lektion ist beendet. Geh nun!", wies Severus sie an.
Hermine zog nun selbst den Umhang über ihr geschundenes Hinterteil und versuchte sich aufzurappeln, doch ihre Beine waren taub geworden.
Severus fing sie auf und stützte sie, doch schließlich ging auch er in die Knie. Er befand sich nun direkt vor ihr und zog wortlos ihr tränennasses Gesicht an seine Brust.
"Es tut mir leid", sagte er mit rauer Stimme, während er sie fest an sich drückte. Er wählte die gleichen Worte, die sie kurz zuvor benutzt hatte, und Hermine kam es beinahe unwirklich vor.
Sie brauchte einen Moment, ehe sie erwiderte: "Du hast mir gesagt, dass du dich nie dafür entschuldigen würdest, was du mir im Training antust."
Er küsste sie auf den Kopf, ehe er erwiderte: "Es tut mir leid, dass ich dich überhaupt in die Lage brachte. Du hast bereits soviel Schmerz ertragen, dass es für mehrere Leben reicht. Es ist falsch, dass ich mich entschuldige - der Lord wird sich nicht entschuldigen - aber es war meine Hand, die dich schlug..."
Hermine wusste, dass er in diesem Moment endlich erreichbar für sie war, ihre Stimme war dennoch nur ein Flüstern: "Hat es dich erregt, mich zu schlagen?"
Severus antwortete nicht, aber sie konnte spüren, wie seine Muskeln sich anspannten.
Hermine wusste, dass sie ein gefährliches Spiel trieb, und doch konnte sie nicht leugnen, was sie so deutlich fühlte. Sie griff nach seiner Hand und führte sie zwischen ihre Beine. Als seine Finger durch die Nässe glitten, spreizte sie die Beine noch etwas mehr. Er erkundete sie inzwischen, indem er seine Finger rhythmisch durch ihre weit geöffnete Spalte gleiten ließ, ab und zu drang ein Finger in sie, um dann seinen Weg durch ihr Schamhaar wieder anzutreten.
Hermine wandte Severus erneut den Rücken zu und zog den Umhang über ihre Hüften. Einen Moment schien er mit sich zu hadern, als er die Striemen auf ihrem Gesäß sah, doch dann schob er sich zwischen ihre Beine und ihre Bereitschaft war so überdeutlich, dass er seine Bedenken vergaß. Immer wieder brachte er sich kraftvoll in sie - nahm der Rhythmus zu, mit dem er sie bis zum Schaft ausfüllte. Seine Hände speizten leicht die malträtierten Pobacken, kneteten sie sanft und ließen Hermine in einem Gemisch aus Schmerz und Lust aufstöhnen. Das Zittern, das sie schließlich durchfuhr, war so stark, dass sie sich aufbäumte. Severus nahm ihr ekstatisches Stöhnen zum Anlass, sich in ihr zu ergießen.
Kaum war der Taumel vorüber, zog sich Severus aus ihr zurück und stand auf. Als Hermine sich zu ihm umwandte, bemerkte sie, dass er entsetzt die Hände in seinen Haare vergraben hatte. Seine Stimme klang beinahe wie die, eines Mannes, der gerade aus einem bösen Traum erwacht ist.
"Das war ein Fehler...ein Fehler, hörst du? Geh jetzt!"
Hermine erhob sich und trat auf ihn zu. Sanft löste sie die Hände aus seinem Haar, und hielt sie fest.
"Warum war es ein Fehler? Warum, Severus?"
"Weil unsere Beziehung beendet ist. Das hier war der beste Beweis - es gab nur Sex zwischen uns."
"Aber das stimmt nicht..."
"Hör auf, immer dagegen zu reden!"
Hermine ließ einen Moment verstreichen, weil sie spürte, dass er sie rauswerfen würde, wenn sie nicht vorsichtig war.
Vorsichtig setzte sie sich auf die Couch. Seine Augen verfolgten sie ohne jegliche Regung.
"Severus, es gibt noch etwas, von dem ich möchte, dass du es ins Training aufnimmst", sagte Hermine bestimmt.
Severus hob fragend eine Augenbraue, rührte sich jedoch immer noch nicht.
"Ich möchte lernen, wie ich auch unter größter Angst, das Denken in geordneten Bahnen halten kann."
"Ich glaube nicht, dass ich dich weiter unterrichten werde", sagte Severus düster.
Hermine hob nun ihrerseits eine Augenbraue fragend an, ehe sie herausfordernd fragte: "Warum nicht? Weil du deine eigenen Grenzüberschreitungen inzwischen nicht mehr erträgst? Weil ich dich inzwischen so gut kenne, dass ich weiß, wann deine Lust dich dazu zwingt, zu offenbaren, dass dich mein Schmerz erregt? Vielleicht hast du recht, und ich habe inzwischen schon mehr Schmerz ertragen müssen, als ein Mensch in nur einem Leben erfahren sollte, aber es gibt einen Unterschied, zwischen dem, was mir von anderen abverlangt wird, und dem Schmerz, den du mir zufügst."
"Welcher Unterschied soll das sein? Du bist verletzt, und weigerst dich, dass ich deine Wunden heilen darf. Und statt dessen füge ich dir weiteren Schmerz zu, und...genieße ihn. Ich weiß nicht, was noch geschehen wird, aber wir wurden deutlich gewarnt, dass es für dich alles andere als positiv endet."
"Ich glaube nicht, dass du meinen Tod herbeiführst. Severus, ich bin längst über den Punkt hinaus, dass ich mir noch etwas vormachen würde. Ich muss so vielen Menschen Theater vorspielen. Bei dir möchte ich das nicht! Ich weiß, dass du mich geschlagen hast, um mir zu demonstrieren, wie demütigend es ist, vor dem Lord knien zu müssen und von der Gruppe der Todesser geschlagen zu werden - aber es waren nicht die Todesser - es war kein Lord da! DU warst es, der mich betrachtete, der mich zwang, den Schmerz zu spüren, und da ich wusste, dass es deine Hand war, erregte es mich."
Severus schwieg einen Moment, eher er erwiderte: "Ein Grund mehr, dich demnächst wieder in das Bild zu schicken. Es sollte dich nicht erregen."
"Und dich wohl ebensowenig - und doch ist es passiert. Das allein bringt weder dich, noch mich um."
Severus schnaubte. Er stand vor Hermine und strich sich erneut durch das Haar, ehe er sich plötzlich neben ihr nieder ließ.
Es kam ihr vor wie ein Wunder, als er behutsam den Arm um sie legte und sein Gesicht in ihrem Haar verbarg. Sie hörte, wie er tief einatmete, und schließlich küsste er sie sacht aufs Ohr. "Lass mich einen Heilzauber anwenden", flüstere er leise, "nur heute, ich bitte dich."
Hermine überlegte einen Moment, horchte auf die schmerzenden Körperteile und schüttelte dann den Kopf.
"Nein, es geht nicht. Rücken und Hand müssen bleiben, wie sie waren."
"Dann der Rest?", fragte er bedeutsam.
"In Ordnung", stimmte Hermine zu, und sie wussten beide, dass es nichts an dem änderte, was zwischen ihnen geschehen war.
Als Severus sie, nach erfolgter Heilung erneut an sich zog, wurde Hermine klar, dass er trotz aller Gegenwehr nicht zu hundert Prozent bedauerte, dass er sich erneut mit ihr eingelassen hatte. Hätte er jedoch seiner Theorie über die Prophezeiung gerecht werden wollen, so hätte er sie einfach nach Hause schicken müssen. Nun jedoch, hielt er sie so fest, als wolle er sie nie wieder gehen lassen.
"Severus?", fragte Hermine leise, "wenn du es wärst, der Charles Grant für seine Rolle ausgebildet hätte, was würdest du von ihm für das nächste Treffen erwarten? Ich meine, als sein Trainer, nicht als mein Geliebter."
Einen Moment glaubte sie, er würde nicht antworten, doch dann hörte sie, wie er die Worte regelrecht herauswürgte.
"Ich würde von ihm verlangen, dass er seine Rolle perfekt spielt, und dass er dich dadurch schützt, weil ihr voneinander abhängig seid. Ich würde jedoch ebenso verlangen, dass er Berenger bei Laune hält."
"Was konkret bedeutet das?"
"Du weißt es, Hermine."
"Sage es mir, vielleicht verliert es dann einen Teil des Schreckens", forderte sie unerbittlich.
Severus schnaubte gequält, dann sagte er ruhig: "Es bedeutet, dass er sich mit dir vereinigen müsste, um seinen Status aufrecht zu erhalten, und den deinen zu festigen. Und dass er sich danach dem Pater zur Verfügung stellen müsste, um sich dessen besondere Zuneigung zu erkaufen."
Hermine nickte beklommen, und schließlich fragte sie: "Du wirst mir das Gegenmittel verabreichen, wenn ich an den Willen des Lords gebunden bin?"
Es schien der einzige Anker zu sein, den sie in dieser Hölle noch hatte.
Severus Stimme klang rau: "Ja, das werde ich, egal, wie sehr du dich wehren wirst."
Hermine nickte: "Dann kann ich damit leben, dass es eine Zeitspanne geben wird, in der ich tatsächlich dieser Bestie dienen möchte."
tbc
50. Kapitel...darf man sich da was wünschen?
Ich wünsche mir ein Review - ja, von dir, genau!
+lach+
