Zusammenfassung:

Um Harry bei der Suche nach den Horkruxen zu helfen, beschließt Hermine noch einmal zum Grimmauldplatz zurückzukehren, um zusammen mit Ginny im Tagebuch der Helga Hufflepuff nach Anhaltspunkten zu suchen.

Nachdem Hogwarts als Zufluchtsort und Schule für Zauberei und Hexerei aufgebaut worden war, um sich den Mitgliedern des Bundes entgegenstellen zu können, trifft im September 977 n. Chr. der König von Dänemark, Harald Blauzahn, in Hogwarts ein. Harald möchte, dass sein Sohn Sven die Schule von Hogwarts besucht und zudem fordert er das Schwert Hrunting zurück, was ihm allerdings Helga verweigert. Um Svens Aufenthalt in Hogwarts nicht zu gefährden, gibt Harald vorerst nach. Obwohl sich die Gründer in der Frage der Dänen nicht einig sind, beschließen sie, Sven in die Schule aufzunehmen, da sie in Harald einen Genossen gegen den Bund suchen. Doch schon bald lauern Schüler Salazars dem Königssohn auf. Als Edith, die uneheliche Tochter des ehemaligen Königs Edgar, dem jungen Dänen zu Hilfe kommen will, werden sie und Sven überwältigt und ins Verlies gesteckt, doch nach einer großen Suchaktion können beide schließlich befreit werden. Die beiden Anstifter dieser Tat, Cuthbert und Osdryd, werden daraufhin nach Wales zu Godrics Bruder Rhun gebracht. Doch Sven und Edith haben bei ihrer Gefangennahme auch ein großes Geheimnis Hogwarts' entdeckt. So beschließen sie zu Weihnachten zusammen mit Tortgyd und Eirik, einem weiteren Dänen, das Geheimnis zu lüften. Ihr Weg führt zu einer geheimnisvollen Kammer, in der Salazar geplant hat, Basilisken zu züchten, um mit ihnen den Bund zu besiegen. Als Sven aus reiner Neugier einen der Behälter, in dem sich ein Ei eines Basilisken aufhält, umwirft, müssen sie vor Salazar aus der Kammer fliehen. Edith vertraut sich Helga an, die Salazar zwingt die Kammer zu verschließen und die Basilisken zu töten. Doch darunter leidet das Verhältnis der Gründer untereinander weiter.

Der schwarze Eldorman, der Großmeister des Bundes, empfängt Ende 977 n. Chr. den Attentäter Nadal Lynx, sowie den Zentauren Earpwald und den Werwolf Marrok. Sie sollen Informationen über Hogwarts sammeln, damit Hogwarts endlich vernichtet werden kann. Dabei trifft Nadal auf den Bündler Raegenhere, der, nachdem er von Salazar nach Hogsmeade gebracht wurde, für Nadal spionieren soll. So entdeckt Raegenhere schließlich Geheimgänge von Hogsmeade nach Hogwarts, die dem Bund einen riesigen Vorteil liefern könnten. Allerdings geht Nadal dabei auch seinen eigenen Zielen nach. So trifft er sich mit Helga und gibt ihr Informationen über den schwarzen Eldorman weiter. Währenddessen bestiehlt Raegenhere die Gründer, vor allem Helga, indem er einige Seiten aus deren Tagebuch mitnimmt. Doch das anfängliche Glück ist ihm nicht hold, denn er gerät zwischen die Konfrontation der Zentauren und wird getötet. Die Seiten des Tagebuches gelangen so in die Hände des schwarzen Eldormannes.

In Wales will Iago ap Idwal wieder den Thron von Gwynedd zurückerobern und lässt deshalb mit Hilfe seines Hofzauberers ein besessenes Buch erschaffen. Dieses lässt er dann durch einen Barden, Merfyn ap Tungyr unbemerkt nach Rhuddlan transportieren. Um seinen Neffen, König Hyfaidd ap Ieuaf abzulenken, versucht er ihn nach Angelsey zu locken.

In Canterbury verfolgt Erzbischof Dunstan die Streitigkeiten der Fürsten untereinander und mit den dänischen Bewohnern Englands. Noch hofft er den jungen König Eduard, Edgars Sohn, aus den Streitigkeiten heraushalten zu können. Als er auf Wunsch des Königs im Witan die Nachfolgeregelung anspricht, kann ein Streit der Fürsten erst durch Solmen Slytherin geschlichtet werden, der neben dem Großvater von Prinz Aethelred, dem Thronfolger, auch Bischof Aelfstan zum Vormund des jungen Prinzen vorschlägt. Damit, ohne dass Dunstan es ahnt, hat der Bund fast seine Ziele erreicht, indem er die Ausbildung eines magischen König vornimmt. Um mehr über den Bund herauszubekommen, weiht Dunstan Hengist, den Sohn seines verstorbenen Freundes Cynesige, in das Geheimnis ein, dass sein Großvater der schwarze Eldorman ist. Im Auftrag Dunstans spioniert Hengist den Bund aus und erfährt von dessen Plänen. In der Hoffnung noch genügend Zeit zu haben, reist Dunstan nach Winchester, um die Pläne des Bundes zu sabotieren.

12. Schreckensmomente

Winchester, Gemach von Erzbischof Dunstan von Canterbury, Ende Januar 978 n. Chr.

Abermals tauchte Dunstan die Feder in die schwarzblaue Tinte, ehe er mit sorgfältiger Schrift weitere Wörter auf der Pergamentrolle schrieb. Außer dem Kratzen der Feder und dem Zischen des Holzes in einem nahen Kamin konnte man, wenn es jemand anderen in dem Raum gegeben hätte, nur ab und zu das verhaltene Lachen des Erzbischofs von Canterbury hören. Schließlich beendete Dunstan den Brief, nahm etwas Schreibsand und trocknete damit die Tinte, rollte schließlich den Brief zusammen und begann etwas grünen Wachs in einer nahen Kerze zu erhitzen, welches er dann auf den Brief drückte und ihn damit verschloss. Mit Hilfe seines Siegelringes drückte er noch das Zeichen des Erzbischofs in das noch warme Wachs hinein und legte die Pergamentrolle beiseite. Langsam lehnte sich Dunstan zurück und reinigte seine Feder von weiterer Tinte. Dann nahm er abermals sein Weinglas, welches ebenfalls auf dem Schreibtisch stand, und trank mit einem kleinen Schluck die dunkelrote Flüssigkeit. Gedankenverloren drehte er daraufhin seinen Becher in der Hand, währenddessen sein Blick noch weiter auf den verschlossenen Brief lag.

„Eminenz?"

Dunstan schreckte auf, denn er hatte nicht gehört wie Irminric, sein getreuer Diener, in sein Gemach in Winchester eingetreten war.

„Irminric… schön, dass du kommst. Ich möchte, dass du diesen Brief zum Seneschall Englands, Aelfhere, bringst. So wie ich aus den Nachrichten aus Mercien vernehmen konnte, weilt er wieder in Winchester… und er wird begierig sein, diese Nachrichten zu lesen", sagte Dunstan und verwies auf den Brief.

„Natürlich, Eminenz, ich werde den Brief gleich zu Aelfhere bringen lassen. Wie man mir sagte, ist er gar beim König, da die Schwierigkeiten, die Aelfheres Nachbarn haben, England beeinträchtigen könnten", meinte Irminric und nahm den Brief vom Tisch. Dunstan lächelte den Mönch an.

„Du meinst, die Waliser werden es ohne unsere Hilfe nicht schaffen, endlich einen stabilen Frieden herzustellen? Nun ich weiß nicht, Irminric. Zwar ist Hyfaidd König Eduard zugeneigt, doch wenn sich England ständig in die Angelegenheiten von Wales einmischt, könnten sie gar meinen, wir würden sie drangsalieren. Und letztendlich würde die Skepsis der Waliser siegen… und wir müssten dann abermals einmarschieren, um endgültig das Land zu befrieden. Ich weiß, dass Wales Aelfhere immer ein Dorn im Auge ist… nur zu gern würde er dort wiederum einmarschieren und gar einen seiner Söhne auf den Thron setzen. Aber dies würde nur zu weiteren Unruhen führen. Aber dies weiß Eduard… deshalb ist mir auch nicht bange, wenn er sich über dieses Thema mit Aelfhere bespricht", sagte Dunstan langsam. Irminric lächelte Dunstan an.

„Weil Ihr es ihm vorgebetet habt, wie er sich in dieser Sache zu verhalten hat, Eminenz", sagte Irminric lächelnd.

„Vorgebetet? Nun ja, ich habe es ihm erläutert, würde ich eher sagen. Aber du unterschätzt unseren König, Irminric. Auch wenn er manchmal ein wenig naiv wirkt, ist er dennoch ein kluger Kopf", sagte Dunstan abwiegelnd. Doch Irminric lächelte weiterhin.

„Nur weil Ihr ihn immer wieder dazu bringt, diesen auch zu benutzen. Wärt Ihr nicht da, würde der junge König so manchen Fehler begehen!"

„Das machen junge Könige öfter. Wie sollen sie auch die Erfahrung haben, die unsereiner hat. Gott sei Dank hört er auf meinen Rat", sagte Dunstan und schaute dabei zum Himmel, als würde er Gott selbst dafür danken wollen.

„Wenn es nach der Königsmutter geht, habt Ihr zu viel Einfluss auf den jungen König. Es gibt Stimmen in Winchester, die verlauten lassen, dass Aelfthrith in einigen Dingen nicht mit Euch übereinstimmt. Einige dieser Stimmen meinen gar, Aelfthrith versuche Euren Einfluss zu minimieren", sagte Irminric warnend.

„Aelfthrith soll sich auf die grundsätzliche Erziehung ihres Sohnes, Aethelred, kümmern… und dann eben um die Hofetikette. Sie hat nicht die Übersicht, die feinen Stricke der Intrigen mancher Fürsten zu sehen. Diplomatie ist eine Kunst, die leider unserer Königsmutter gänzlich fehlt. Ich will nichts Böses über sie sagen… sie ist ein hübsches Kind gewesen, als Edgar sie heiratete und alle haben bei ihrer Schönheit gehofft, der König würde nun endlich etwas weniger häufig anderen Röcken hinterherlaufen. Leider war dies nicht der Fall. Aber unglücklicherweise hat sie nicht die Intelligenz, die wir nun nach Edgars überraschendem Tod gebraucht hätten. Sie ist für den jungen König kein Halt… und wird es später auch nicht für den Prinzen sein, wenn jener in das Alter kommt, welches jetzt Eduard hat. Aber das brauche ich dir nicht zu sagen, Irminric", sagte Dunstan verbindlich. Irminric nickte und steckte schließlich den Brief ein.

„Der eigentliche Grund, warum ich kam, Eminenz, ist der, dass vor der Tür Bischof Aelfstan wartet. Soll ich ihn vorlassen?", fragte Irminric und erntete abermals ein Lächeln. Schon seit jeher war der Bischof dem Mönch ein Dorn im Auge gewesen, was Dunstan damals nicht verstanden hatte. Dunstan hatte gar gemeint, Irminric sei ein wenig eifersüchtig auf den jungen Bischof von London gewesen, da dieser schnell zu diesem Amt gekommen war. Doch nun schien es so, als habe Irminrics Vorbehalte, auch wenn sie nur aus einem Gefühl geboren worden waren, seine Richtigkeit bekommen. Dunstan war verblendet gewesen, dem jungen Bischof zu uneingeschränkt zu vertrauen… niemals hätte er sich vorstellen können, dass jener gar im Bund der Wölfe ein wichtiges Amt bekleide. Doch nun würde er seinen Fehler ein klein wenig revidieren.

„Natürlich, Irminric… lass Bischof Aelfstan jetzt ein. Und bring noch etwas Wein mit, wenn du wiederkommst. Ich denke mir, dass ich heute Abend noch weitere Gäste empfangen werde", sagte Dunstan mit sicherer Stimme. Irminric schaute ihn nur verwundert an, nickte dann aber und verließ das Gemach des Erzbischofs. Kurze Zeit später geleitete er Aelfstan in Dunstans Raum, ehe er schließlich aufbrach, um den Brief zu Aelfhere, dem Eldorman von Mercien, zu bringen.

„Aelfstan, kommt mein Lieber… setzt Euch. Ich hoffe der Weg aus London hierher war nicht zu beschwerlich", sagte Dunstan und wies dem jungen Bischof einen Stuhl zu, der nahe dem Schreibtisch stand.

„Nein, nein, Eminenz… es liegt immer noch einiges an Schnee, doch durch die Kälte kommt man überraschend gut nach Winchester. Wäre es deutlich wärmer, würden wir wahrscheinlich im Matsch stecken geblieben sein und Ihr hättet mich erst im Frühjahr zu Gesicht bekommen. Ihr hattet mich rufen lassen?", fragte Aelfstan, setzte sich und schaute den Erzbischof interessiert an.

„Nun, Aelfstan… wie geht es dem Prinzen?", sagte Dunstan und goss in einen weiteren Becher dem Bischof von London ebenfalls etwas Wein ein.

„Er ist bei seinem Großvater in Devon, Eminenz. Zusammen mit seiner Amme. Dort ist milderes Wetter als hier, so dass wir nicht fürchten müssen, dass er sich erkältet", sagte Aelfstan ein wenig überrascht, dass Dunstan sich nach dem Prinzen erkundigte. Allerdings war dies auch der erste Besuch des Bischofs bei Dunstan nach seiner Ernennung als Protektor des Prinzen.

„Schön zu hören, dass es dem Prinzen gut geht und er wohlauf ist. Nun, ich denke mal, dass der Prinz kaum vor dem Frühjahr zurück nach Winchester kommen wird … und dann eher noch bei Aelfthrith verbleiben wird, als bei Euch, nicht wahr?", fragte Dunstan Aelfstan, der weiter verwundert den Erzbischof ansah.

„Ja, wieso?", fragte Aelfstan nach.

„Weil ich Euch brauche, Aelfstan. Ihr habt von den Problemen in Durham gehört?", fragte Dunstan sein Gegenüber.

„Probleme in Durham? Nein! Was für Probleme gibt es dort? Und ist nicht Oswald, der Erzbischof von York auch für Durham zuständig?", fragte Aelfstan Dunstan überrascht. Man sah deutlich, dass ihm eine mögliche Reise nach Durham zu dieser Jahreszeit nicht behagte. Dunstan wusste natürlich, dass noch Weiteres bei Aelfstan gegen eine solche Reise sprach. Zum einen war er dann nicht in der Nähe des Prinzen, wenn dieser nach dem Attentat auf den König zum neuen König ausgerufen werden sollte… und zudem war er so aus dem Umkreis Dunstans entfernt und würde dessen Schritte gegen ein Attentat nicht an den Bund verraten können. Doch die Reise Aelfstans war für Dunstan schon beschlossene Sache

„Ja, eigentlich schon, Aelfstan. Eigentlich ist Oswald für den Norden zuständig… und er macht dort sehr gute Arbeit, da er als Angelsachse mit dänischer Herkunft bei der Bevölkerung sehr beliebt ist. Ich würde auch das Problem mit Durham nicht so groß und wichtig nehmen… denn die Mönche, die im Norden verschwunden sein sollen, werden schon wieder auftauchen, auch wenn der Abt von Jarrow, Bruder Tondberg und Elfdig, der Bischof von Lindisfarne in Chester-le-Street, dies vielleicht anders sehen. Auch verfalle ich nicht so leicht in Hysterie, wie so manche Fürsten am Hof von Winchester, die im Norden die Christenheit bedroht sehen. Natürlich müssen wir dort weitere Menschen unserem Glauben zuführen… müssen sie bekehren, damit ihr Seelenheil nicht der Finsternis anheim fällt. Aber es gibt eben andere Meinungen als die meine… und einer muss auch ich mich fügen!", sagte Dunstan und holte aus seinem Pult einen Brief hervor.

„Was ist dies für ein Brief?", fragte Aelfstan neugierig.

„Ein wichtiger Brief eines wichtigen Kirchenträgers, Aelfstan!", erklärte Dunstan und wippte ihn in seiner Hand.

Aelfstan sog die Luft ein.

„Ihr meint… er kommt von Papst Benedikt VII?", fragte Aelfstan mit großen Augen. Dunstan wusste, dass das Papier in seinen Händen nicht vom Papst war. Es war ein belangloser Brief eines anderen Bischofs, der einige Forderungen an den Erzbischof stellte. Dunstan hatte ihn gelesen und ihn dann wieder verschlossen, so dass man nur das grüne Wachs sehen konnte, nicht aber das Siegel. Dunstan schwieg… er antwortete nicht auf die Frage Aelfstans, der aber dieses Schweigen als Bejahung ansah.

„Und was schreibt unser aller Vater, Papst Benedikt VII? Schreibt er etwas über Durham?"

Dunstan verzog sein Gesicht und atmete tief ein.

„Das heißt… er macht sich also große Sorgen um Durham… um den Norden Englands. Jetzt verstehe ich Euch, Eminenz, dass Ihr mit mir darüber reden wolltet", sagte Aelfstan mit wichtiger Miene.

„Ja, Aelfstan… Ihr seid der Bischof, der mir, außer Aethelwold am nächsten steht. Natürlich hatte ich an ihn gedacht, denn er kennt Oswald gut und kann sehr gut abschätzen, wie es im Norden steht. Doch leider leidet Bischof Aethelwold an einem Fieber… und hat zudem mit dieser leidigen Sache hier in Winchester zu tun", antwortete Dunstan Aelfstan.

„Welcher Sache?", fragte Aelfstan nach und schaute Dunstan irritiert an.

„Richtig, da Ihr gerade angekommen seid, könnt Ihr davon ja noch nichts wissen. In Winchester sind in der Kirche, in der Eduard gekrönt wurde, heilige Reliquien und wertvolle Kreuze gestohlen worden. Nach den Informationen soll gar die Leibwache des Königs… oder besser gesagt der Thegn von Oxford, Aethelric, damit zu tun haben. Ich halte dies natürlich für Unsinn, doch natürlich musste ich Aelfhere von Mercien bitten, ihn zu inhaftieren, solange die Anklage besteht. Weiterhin ist natürlich klar, dass Eduard somit einen anderen Soldaten in der Leibwache benötigt… ich habe da an den Eldorman von Berkshire gedacht, an den Sohn meines alten Freundes Cynesige. Was haltet Ihr davon, Aelfstan?", sagte Dunstan fast in einem Plauderton. Obwohl er so tat, als würde er Aelfstans Reaktion gar nicht bemerken, registrierte Dunstan Aelfstans deutliche Verfärbung seines Gesichtes. Irgendwie schien die Haut des Bischofs deutlich weißer geworden zu sein.

„Das… das ist, glaube ich, eine gute Lösung!", sagte Aelfstan schnell, um nicht auffallen zu lassen, wie ihn diese Nachricht geschockt hatte.

„Nun zu Durham zurück… egal was dort oben passiert ist oder nicht. Ich weiß, dass einige Mönche gern in Durham ein Kloster oder gar eine Kirche bauen würden. Als Zeichen unseres Glaubens. Und ich denke, Ihr, Aelfstan, seid der richtige Mann dafür. Bischof Elfdig ist zu alt… und unter uns gesagt, zu unflexibel für ein solches Unterfangen und Oswald zu sehr eingespannt. Wenn Ihr in diesem Halbjahr die Sache dort oben ins Rollen bringt, dann können wir auch vor aller Welt zeigen, dass Lindisfarne, die Wiege unseres Glaubens auf der Insel, wieder leuchtet. Das würde ein Zeichen unseres Glaubens in aller Welt sein… und würde gar unseren Vater, den Papst, wohlgesonnen stimmen. Deshalb, Aelfstan, müsst Ihr nach Norden reisen…für unseren Glauben!"

Dunstan hatte seine letzten Worte mit Bedacht gewählt und sie so hervorgehoben, dass Aelfstan die Reise nach Durham und in den Norden Englands nun keinesfalls ablehnen konnte.

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Hogwarts, Lager, Ende Januar 978 n. Chr.

Noch einmal zählte Edith die Verbände durch, ehe sie die Kiste schloss und auf ihr auf einem befestigten Pergament die gezählte Zahl der Verbände notierte. Dann nahm sie sich die nächste Kiste vor und begann erneut mit der Prozedur. Ihr war es ganz recht, jetzt solche Arbeiten zu erledigen, denn so konnte sie sich nicht ablenken und über den Streit mit Tortgyd nachdenken. Einen Streit, der ihr doch sehr nahe ging. Natürlich hatte sie alles, was in der geheimnisvollen Kammer vorgefallen war, Helga erzählen müssen… es war ihr sehr wichtig gewesen, dass diese all die Informationen über einen der anderen Gründer erfahren musste. Diese Basilisken waren fürchterliche Tiere und sie mussten vernichtet werden, ehe sie gar einen anderen, vielleicht sogar einen Schüler, bedrohten oder töteten. Und dabei war es Edith überhaupt nicht wichtig, ob die Bedrohung des Bundes gegeben war. Natürlich hatte Helga zunächst an ihren Aussagen gezweifelt, waren diese doch zu phantastisch, doch dann hatte sich ihre Lehrerin aufgemacht um Salazar zu sprechen… und wenig später war Helga wieder bei Edith aufgetaucht und hatte sie schwören lassen, niemandem von der Kammer zu erzählen. Edith hatte Helga Hufflepuff starr angesehen, als ob sie es nicht glauben würde, was ihre Lehrerin von ihr verlangte, doch dann hatte Helga Hufflepuff sie leicht angegrinst.

„Mach dir keine Sorge, Edith. Meister Salazar wird die Kammer verschließen und die Basilisken zerstören. Sie werden nie mehr eine Gefahr für irgendeinen darstellen!"

Natürlich war Edith skeptisch gewesen, doch die Ruhe, die Helga Hufflepuff ausgestrahlt hatte, hatte Edith beruhigt. Ganz anders hatte allerdings ihre Freundin Tortgyd auf ihre Beichte bei ihrer Lehrerin reagiert.

„Wie kannst du es jemand anderem überhaupt erzählen! Wie dumm bist du eigentlich? Meister Salazar hat diese Tiere angeschafft, um den Bund zu besiegen… und du, was machst du… du erzählst dem Erstbesten von dieser Kammer und von den Basilisken", hatte sie ihre Freundin angefaucht. Edith hatte ihre Freundin nur mit großen Augen angesehen und den Kopf geschüttelt.

„Aber Lady Helga ist doch nicht die Erstbeste. Sie ist ebenso wie Meister Salazar Lehrer und Gründer dieser Schule. Ich muss ihr doch erzählen, was ich weiß. Und diese Tiere sind Monster, die einen Menschen töten könnten", versuchte sie sich zu verteidigen, doch Tortgyd, die in der letzten Zeit stets gereizt war, ließ diese Entschuldigung nicht zu.

„Ach, du und deine herzensgute Lehrerin. Statt dein kleines Plappermäulchen zu halten und uns, den Gryffindors und Slytherins, die Sache mit dem Bund zu überlassen, musst du dich einmischen. Mensch, Edith, dies war ein Geheimnis, was wir für uns hätten behalten sollen. Was glaubst du hätte uns Meister Salazar dafür gegeben, dass wir den Mund halten! Und nun… nun hat mich deine Lehrerin aus dem Unterricht geholt und mich schwören lassen, zu niemandem ein Sterbenswort zu sagen. Und was bekomme ich dafür… nichts! Gar nichts! Jetzt haben wir im Kampf gegen den Bund keine Basilisken und ich habe keinerlei Vorteile aus der ganzen Sache!", ärgerte sich Tortgyd weiter. Edith wurde auch immer wütender.

„Vorteile? Du wolltest Meister Salazar mit den Informationen erpressen? Darum ging es dir? Darum bist du mitgekommen? Du solltest dich schämen! Ich dachte, du wärst meine Freundin, die mich versteht", giftete Edith ihre Freundin an.

„Freundin? Ich soll eine Freundin einer Petze sein? Nein… danke. Wie soll ich denn wissen, ob du nicht noch andere Geheimnisse dem Erstbesten verrätst? Wie soll ich dir denn noch vertrauen, wenn ich nicht weiß, ob du mein Vertrauen nicht missbrauchst. Nein, ich bin sicher nicht deine Freundin!", schrie Tortgyd sie an.

Edith hatte Tortgyd angesehen, ehe ihr die Tränen in die Augen schossen und sie aus dem Raum floh. Seitdem waren sich Tortgyd und sie aus dem Weg gegangen. Natürlich hatte es ihr wehgetan, Tortgyd mit anderen Gryffindorschülern zu sehen, die lachend durch die Gänge zogen. Sie merkte, wie sehr ihr diese Freundschaft gut getan hatte und wie sehr sie ihr nun fehlte. Und so hatte sie sich zurückgezogen, hatte sich einige Male mit ein paar Schülern von Helga Hufflepuff getroffen und schließlich mehrere Aufträge ihrer Lehrerin angenommen, die zur Vorbereitung des Angriffs des Bundes dienten. Immerhin mehrten sich die Aufträge, denn es mussten genügend Verbände sowie Heilkräuter und –salben zur Verfügung stehen, wenn es zum Kampf gegen den Bund kam.

Ein weiteres Mal schloss sie eine Kiste, deren Inhalt sie überprüft hatte, zückte ihre Feder und schrieb die Anzahl der Verbände auf das angebrachte Pergament. Müde rieb sie sich die Augen, ehe sie sich an eine weitere Kiste machte, um deren Inhalt zu überprüfen und zu katalogisieren.

„Hallo!"

Edith ließ voller Überraschung beinahe ihre Feder fallen, als sie aufschaute und Aelli vor sich stehen sah. Wie er es geschafft hatte, so unbemerkt in den Raum zu kommen, war Edith ein Rätsel. Meist hörte man entweder seinen Atem, der rasselnd aus der Brust kam oder seinen schlurfenden Schritt, da er auf Grund seiner Missbildungen seine Beine nicht richtig heben konnte. Doch nun stand Aelli vor ihr und musterte sie angestrengt… wobei dies natürlich Edith nur so vorkam, denn eigentlich schien es, als würden beide Augen, die irgendwie einer eigenen Kontrolle zu gehorchen schienen, an ihr vorbeisehen.

„Hallo, Aelli. Ähm… ist irgendetwas?", fragte Edith verunsichert. Zumeist wollten die anderen Schüler mit dem Schützling Salazars nicht zu tun haben… Selbst diejenigen, die sich die ‚Slytherins' nannten und bevorzugt den Unterricht von Salazar Slytherin aussuchten, mieden den schwarz gekleideten Jungen. Aelli musterte Edith nur weiter, ohne auf ihre Frage zu antworten. Dann zog er eine Spange unter seiner Robe hervor und hielt sie Edith hin.

„Kennst du sie? Ich weiß, du bist eine ‚Hufflepuff' und trägst keine solche Spange. Ich weiß, dies gehört einem ‚Gryffindorschüler'. Doch ich denke mir, du weißt, wem sie gehört!", sagte er mit einem Ton, der Edith zusammenzucken ließ. Unsicher schaute sie die Spange genauer an und zuckte dann nur mit den Schultern.

„Nein, keine Ahnung. Die Spangen sehen ja auch alle ähnlich aus. Und da du ja schon sagtest, dass ich mich Helga Hufflepuff verpflichtet fühle und ihre Spange trage… gehört diese nicht mir!", erwiderte Edith, wobei sie Aelli unsicher ansah in der Hoffnung, er würde schnell das Lager wieder verlassen.

„Ich glaube dir nicht. Auch wenn du nicht weißt, wem diese Spange genau gehört, so weißt du, wer in der Kammer war. Und somit weißt du, wem diese Spange gehören könnte. Also? Wem gehört sie?", verlangte Aelli nach einer Antwort, wobei er seine letzten Worte eher mit einem bösen Zischen ausstieß. Edith wich einige Schritte nach hinten. Noch nie hatte Aelli sie so böse gesehen. Wobei, wenn sie ehrlich zu sich war, war sie nie in Aellis Nähe gelangt.

„Du… Du weißt, dass ich in dieser schrecklichen Kammer war?", fragte Edith mehr als überrascht den älteren Jungen, der sie missbilligend, ja feindlich anstarrte.

„Ja. Es war nicht allzu schwer herauszubekommen, wer Lady Helga informiert hatte, durch wen mein Meister dazu verpflichtet wurde, die Kammer der Geheimnisse zu schließen und all die Arbeiten, die er und ich dort tätigten, zu beenden oder zu verlagern. Du hast damit alles, was mir etwas bedeutet hat, zerstört. Aber nicht genug. Ihr habt gar ein Ei entwendet… ein Ei eines Basilisken. Nun… an wen wollt ihr dieses Ei verscherbeln? Habt ihr Kontakte zum Bund? Wollt ihr Hogwarts zerstören, jenes Hogwarts, welches mir eine Change gegeben hat das zu werden, was ich wollte. Jenes Hogwarts, dem ich verpflichtet bin, da ich sonst längst von einem Adligen getötet worden wäre… denn solche Missgeburten wie ich es bin, muss man doch vernichten, nicht wahr!"

Edith trat noch einen weiteren Schritt zurück. Der plötzliche Wutausbruch Aellis hatte sie mehr als überrascht. Nie zuvor hatte ein Schüler irgendeinen Gefühlsausbruch des Jungen miterlebt. Edith wusste, dass einige der Schüler sich hinter Aellis Rücken über den missgebildeten Jungen lustig machten. Doch ansonsten wurde der Junge eigentlich nur gefürchtet, denn er wusste sehr viel… oder wusste, wie man sich Informationen über jeden in der Schule besorgen konnte. So wusste Edith auch, dass diejenigen Schüler, die Aelli zu sehr gehänselt hatten, schon wenig später selbst dem Spott der anderen ausgesetzt waren, wenn ihre kleinen Geheimnisse in der Schule herumposaunt wurden. Und jeder der Schüler wusste, dass dahinter Aelli steckte.

„Ich weiß wirklich nicht…", begann Edith zu sagen, doch Aelli schüttelte den Kopf.

„Es ist Sven, nicht wahr! Sven, der Sohn des dänischen Königs. Du magst ihn doch, habe ich mir sagen lassen. Wahrscheinlich magst du ihn mehr, als dass er zugeben würde. Hattet ihr nicht leicht bekleidet zusammengefesselt im Verlies gehangen? Wer weiß, was dort alles passiert ist!", erklärte Aelli nun ein wenig gefasster, wobei diese Worte Edith nicht weniger beunruhigten.

„Oder gehört dieses Prunkstück gar deiner Freundin, die dich nun verachtet. Sie wollte wohl nicht, dass du zu deiner Lehrerin gehst, nicht wahr? Wer weiß… vielleicht ist sie gar eifersüchtig auf dich, weil du der Liebling des Dänen bist."

„Das… das ist nicht wahr!", rief Edith ihm entgegen.

„Ohh… so hitzig? Warum? Weil ich die Wahrheit sage? Sicher, man sieht sie manchmal streiten, aber meist tun dies diejenigen, die sich gerade mögen! Wer sich liebt, der neckt sich, sagt man doch… oder?", sagte Aelli, was Edith das Blut ins Gesicht trieb. Sie fühlte sich plötzlich so schutzlos Aelli ausgeliefert.

„Oder gehörte die Spange gar dem Beschützer des dänischen Königs, diesem Eirik? Was meinst du?", fragte Aelli nach einigen Augenblicken und musterte Edith. Dann lächelte er, als er Edith ansah, die versuchte, ihre weitere Überraschung auf ihrem Gesicht zu verbergen.

„Wo ist das Ei?", sagte Aelli plötzlich so scharf, dass Edith zusammenzuckte.

„Ich… ich… ich weiß es nicht. Wir haben kein Ei entwendet. Sven ist doch nur das Bassin umgefallen und dabei muss das Ei…", stammelte Edith, als plötzlich unverhofft Carnyxlaute von den Wehrgängen der Burg ertönten. Beide Schüler erstarrten, dann wandte sich Aelli um und lief, so schnell er konnte… und schneller als sich Edith vorstellen konnte, aus dem Raum.

„Was…?", begann Edith nur zu sagen, als plötzlich jemand laut rief.

„Angriff… wie werden angegriffen!"

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Rhuddlan, Ende Januar 978 n. Chr.

„Osdryd? Wo bist du, Osdryd?"

Osdryd horchte auf. Sie hatte sich nach ihrem Unterricht bei ihrer Großmutter Gwenllian zurückgezogen, um allein ihre Hausaufgaben erledigen zu können… und um allein ihre Gedanken zu ordnen. Zum Anfang ihres Exil von Hogwarts hatte sie ihren Vater mehr als verflucht und noch mehr gehasst, dass er sie von Hogwarts genommen und zu seinem Bruder Rhun und seiner Mutter Gwenllian nach Wales geschickt hatte. Doch nun, nach einigen Monaten, hatte sie sich in Rhuddlan eingewöhnt. Ja, der Unterricht ihrer Großmutter machte Osdryd sogar Spaß, da ihre Großmutter auf sie einging, ohne dass sie sie quälte oder etwas von ihr verlangte, was sie nicht geben wollte. Hier in Rhuddlan war kein Gyrth, kein übermächtiger Bruder, kein bewundertes Kind eines Godric Gryffindor, der ihr ständig vorgezogen wurde. Hier war sie zwar auf sich allein gestellt, aber hier gab es auch niemanden, der sie an ihrem ach so klugen Bruder maß. Hier war sie nicht die kleinere Schwester, das ungezogene Kind, das so anders war als ihr Vater und ihr Bruder. Hier konnte sie das sein, was sie immer wollte… Osdryd! Sie war kein Kind mehr, sondern eine junge Frau, die auf der einen Seite nicht mehr verhätschelt werden wollte, aber auf der anderen Seite nicht wusste, wie sie ihren eigenen Weg gehen konnte. Nach und nach begann sie zu verstehen, warum sie ihren Vater so gehasst und zugleich so geliebt hatte. Natürlich fehlte ihr ihre Mutter, die so oft Verständnis für sie gefunden hatte. Aber besonders fehlte ihr noch ein ganz anderer Mensch… ein Mensch, der sie - ähnlich wie ihre Großmutter Gwenllian - so sah, wie sie war. Bei dem sie sich von jungen Jahren an geborgen gefühlt hatte. Schon damals, als sie noch jünger war, noch unbedarft, hatte sie sich gewünscht, dass er sich mehr um sie kümmern würde. Natürlich hatte er es nicht getan… und hatte dann ihre aufkommenden jungen Mädchenträume nicht erfüllt, jedenfalls nicht so, wie sie das sich gewünscht hätte. Dennoch hatte sie sich ihm angeschlossen, hatte seinen Unterricht jedes Mal genossen, war bei ihm zu einer Meisterschülerin der Zaubertränke geworden. Sie hatte mehr gewollt, was Salazar ihr natürlich nicht geben konnte… und auch nicht wollte. Dies war wirklich ein Mädchentraum, denn Osdryd kannte Salazars Vergangenheit und wusste, dass sie gegenüber seiner einstigen Geliebten Cuthburh keinerlei Chancen gehabt hatte oder je haben würde. Und dennoch… sie konnte ihre Wünsche und ihre Leidenschaft zu Salazar nicht leugnen. Sie konnte den Zauberer, der nur wenig jünger war als ihr Vater, nicht vergessen und so saß sie hier, in einem der Türme Rhuddlans, und musste ihre Gedanken und Sehnsüchte ordnen. Natürlich wusste Salazar nichts davon. Zudem hatte sie niemanden diese Gedanken anvertraut, denn sie wollte nicht, dass sie irgendjemand deswegen verletzen könnte. Sie versuchte sich sogar klarzumachen, dass es auch Salazar war, der sie weggeschickt hatte. Dass er gar kein Verständnis für ihre Tat an diesem verwöhnten Königssohn besaß. Dabei hatte sie sich nur mitreißen lassen, hatte gedacht, sie würde in seinem Willen handeln. Sie hatte gedacht, mit dieser Tat würde sie ihm wieder ein Stück näher kommen. Wie sie doch die ganze Sache vollkommen missverstanden hatte! Und nun… statt in Hogwarts zu sein, in der Nähe von Salazar, saß sie hier… und war dennoch nicht unglücklich. Ihre Gefühle schienen in einem Wettstreit miteinander zu liegen. Einem Wettstreit, der sie verzweifeln ließ.

„Sitzt du da oben?"

Cuthberts Stimme dröhnte durch den Turm. Er wusste genau, wohin sich Osdryd verzogen hatte, um wiederum ihren Gedanken nachgehen zu können. Er verstand es nicht, warum sie ihn, ihren angeblichen Leidensgenossen, nicht in ihre Gedanken einweihte. Dabei war Cuthbert Osdryd so vollkommen egal. Sie wusste, dass der ehemalige Slytherinschüler sich nur ungern, wenn nicht gar widerwillig, hier in Rhuddlan aufhielt und stets nach einer Möglichkeit Ausschau hielt, unbemerkt von hier zu verschwinden. Doch noch hatte Gwenllian den Jungen unter Kontrolle und hatte so stets verhindern können, dass dieser sich aus Rhuddlan absetzte. Wohin Cuthbert gehen würde, wenn er es könnte, hatte dieser allerdings auch zu Osdryd nicht gesagt. Allerdings vermutete Osdryd, dass es nicht Hogwarts sein würde.

„Ah, da bist du!", sagte Cuthbert, als er schließlich die Treppe hinaufstieg und in Osdryds Sicht kam.

„Was willst du… kannst du mich nicht mal allein lassen?", sagte Osdryd verärgert, klappte ihr Buch zu und ordnete ihre Unterlagen. Sie hatte keinerlei Lust, Cuthberts in ihre Hausarbeiten einsehen zu lassen, denn sie kannte dessen Lustlosigkeit und Faulheit. Oft genug war er in den ersten Wochen zu ihr gekommen, um sie zu bewegen, für ihn die Hausarbeiten zu machen. Osdryd wusste, dass Cuthbert in Hogwarts genügend Schüler gehabt hatte, die diese Aufgaben für ihn erledigt hatten… nur um einige Vergünstigungen bei den Slytherins zu bekommen. Doch hier in Rhuddlan waren sie allein und so hatte Cuthbert gedacht, Osdryd könnte ja nun diese Arbeiten für ihn erledigen. Doch darin hatte er sich getäuscht.

„Oh, mal wieder launisch? Ich wollte dich fragen, ob du nicht herunter kommen willst, um mit den anderen Jugendlichen und mir ein Wettrennen zu veranstalten?", sagte Cuthbert.

‚Ein Wettrennen. Was haben sich diese Holzköpfe denn nun ausgedacht!', sagte sich Osdryd und schüttelte den Kopf. Während sich Osdryd um den Unterricht mit ihrer Tante gekümmert und die unterschiedlichen Bücher gelesen hatte, hatte Cuthbert nichts anderes zu tun gehabt, als die wenigen Gleichaltrigen, die allerdings keine Zauberer waren, stets herauszufordern. Meistens gewann Cuthbert die unterschiedlichen Wettkämpfe… und meist durch versteckte Zauberei. Osdryd ahnte, dass Cuthbert mit diesen Wettkämpfen sich einiges an Münzen verdiente.

„Nein, danke", sagte Osdryd noch einmal barsch, als würde sie niemals auf solche Idee auch nur kommen.

„Na, dann nicht! Dann schmoll eben weiter hier oben. Ich versteh dich eh nicht, denn du kommst sowieso nicht mehr nach Hogwarts zu deinem geliebten Salazar!", sagte Cuthbert und zuckte mit den Schultern.

„Was soll das heißen, zu meinem geliebten Salazar?", fragte Osdryd erbost, wobei sie Cuthbert allerdings nicht ansah, damit er ihr errötendes Gesicht nicht wahrnahm.

„Das ist doch klar. Man braucht dich doch nur anzusehen, wenn du von diesem Verräter sprichst. Dann bekommst du glänzende Augen und ein Strahlen auf deinem Gesicht. Nur… der Mistkerl hat uns ganz einfach abserviert. Statt sich für uns einzusetzen, hat er der Verbannung zugestimmt. Aber es ist nur gut so… ich hatte Hogwarts sowieso satt. Und bald… wenn ich genügend Geld zusammen habe und diese Hexe von Gryffindor mal einen Augenblick nicht aufpasst, werde ich auf dem Weg sein… weg von Hogwarts und weg aus diesem Kaff", sagte Cuthbert.

„Vorsicht, Cuthbert, du sprichst von meiner Großmutter. Mir ist egal, was mit dir passiert… ist es immer schon gewesen, aber ich lasse es nicht zu, dass du meine Familie beleidigst", fauchte Osdryd Cuthbert hinterher, der sich wieder daran machte, hinunterzusteigen. Cuthbert ließ nur ein „Pffhh" los, mit dem er seinen Kommentar gegenüber Osdryd Drohung äußerte und war auf dem Weg den Turm zu verlassen, als plötzlich die Tür des Turmes aufgestoßen wurde und jemand in den Turm hineinrannte.

„ Ah, Meister Merfyn, sucht Ihr Eure Muse?", fragte Cuthbert vergnügt den Fremden, der wohl den Turm betreten hatte. Osdryd hob verwundert den Kopf. Was hatte der Barde, der vor ungefähr einer Woche hier in Rhuddlan eingetroffen war, hier im Turm zu suchen. Normalerweise trug er zu dieser Zeit, dem späten Nachmittag, ihrer Großmuter und deren Freundin, der Königsmutter Dwynwen, ein Gedicht oder ein Lied vor, an dem sich die beiden älteren Frauen erfreuen konnten. Es war die einzige Zeit, so hatte Gwenllian Osdryd erzählt, die ihr am Tage für sich selber blieb. Vormittags hatte sie die Ausbildung der Jugendlichen zu überwachen und nachmittags half sie ihrer Freundin in den Belangen der Führung des Königshofes.

„Ich… Ich… suche… Os… Osdryd", stammelte der Barde, wobei er versuchte wieder zu Atem zu kommen. Anscheinend war der Barde so schnell wie möglich in den Turm gelaufen, um auf sie zu stoßen. Osdryd seufzte auf.

‚Man kann nicht mal für wenige Stunden allein seinen Gedanken nachgehen', sagte sich Osdryd, nahm ihre Unterlagen auf und stieg die Treppe des Turms hinab.

„Meister Merfyn… ich bin hier. Was gibt es denn so Wichtiges, was Ihr nicht mit meiner Großmutter hättet besprechen können?", fragte Osdryd, als sie am Fuß des Turmes angekommen war und nun den total abgehetzten Barden sah, der noch immer tief einatmete.

„Das ist es ja. Wisst Ihr, wo Lady Gwenllians Sohn Rhun ist?", fragte er nach und fuhr sich dabei durch seine blonden Locken, die stark unter dem Hereilen gelitten hatten.

„Er ist für Tage unterwegs. Er inspiziert im Westen von Rhuddlan einige Truppenteile, mit denen Hyfaidd im Frühjahr nach Angelsey einmarschieren will. Warum? Was wollt Ihr von ihm?", fragte Osdryd erstaunt, denn es wunderte sie schon, dass der Barde nach ihrem Onkel fragte. Cuthbert schaute ebenso erstaunt auf den Barden, wobei ein leichtes Grinsen auf seinem Gesicht nicht verschwand.

„Dann müsst Ihr kommen. Eure Großmutter… sie ist…", sagte Merfyn mit zittriger Stimme, unfähig Osdryd dabei anzusehen. Osdryd blieb erschrocken stehen.

„Was ist mit Großmutter?", unterbrach sie ihn mit ängstlicher Stimme. Irgendetwas Fürchterliches musste geschehen sein.

„Sie… sie ist nicht mehr ansprechbar. Sie kauerte auf ihrem Stuhl und schaut dabei ins Leere. Ebenso wie die Königsmutter. Ich habe versucht sie anzusprechen, habe sie geschüttelt, habe gesungen und geschrieen, aber keine Reaktion. Es ist wie verhext", erklärte Merfyn unglücklich und hob, unfähig es näher zu erklären, was den beiden älteren Frauen fehlte, seine beiden Arme. Osdryd Blick wurde starr. Schnell schaute sie zu Cuthbert hinüber, aber dieser schaute mehr überrascht als wissend den Barden an.

„Bringt mich zu den beiden!", sagte sie zu dem Barden in einem Ton, der Merfyn zusammenzucken ließ.

„Ja, Mylady", beeilte er sich zu sagen und lief vor Cuthbert und Osdryd her zum Haupthaus, wo sich Osdryds Großmutter Gwenllian und Hyfaidds Mutter Dwynwen aufhielten.

„Was haben die beiden zuvor gemacht?", fragte Osdryd Merfyn, als sie schließlich vor den Gemächern der Königsmutter standen.

„Nun… durch Zufall haben sie vor zwei Tagen einige der Bücher, die ich aus Holyhead mitbrachte, entdeckt. Sie waren ganz wild darauf in ihnen zu lesen und baten mich, sie hier zu lassen. Natürlich konnte ich Ihnen diese Bitte nicht ausschlagen… zudem… aber das dürft Ihr niemanden verraten… da ich nicht lesen kann, sind diese Bücher mir zu fremd", sagte Merfyn. Osdryd blieb stehen und hielt den Barden fest am Arm.

„Woher habt Ihr dann diese Bücher?"

„Nun… einige sind Werke, die mir Mönche mitgegeben haben. In Ihnen stehen besondere Geschichten, die mir als Inspiration dienen sollen. Ich habe mir schon einige vorlesen lassen und dann mit der Harfe daraus Lieder gemacht. Aber dieses eine Werk war mir unbekannt. Es muss mir wohl dieser Hofzauberer aus Holyhead zugesteckt haben, der mich dort aus dem Kerker geholt hat", sagte Merfyn und öffnete die Tür zu den Gemächern der Königsmutter. Drinnen standen junge Frauen, die auf die beiden älteren Frauen einsprachen, die zusammengesunken auf ihren Stühlen saßen und sich nicht mehr rührten. Osdryd, die zwar die Heilstunden in Hogwarts nur selten besucht hatte, stürmte auf ihre Großmutter zu und untersuchte sie. Sie schien in einem ohnmächtigen Zustand sich zu befinden, denn man konnte ihre Arme bewegen, doch ihr Geist schien weit weg zu sein. Mit offenem Mund und starrem Blick schaute sie ins Leere. Langsam floss ihr ein wenig Speichel aus dem Mund, da sie diesen nicht schließen konnte. Osdryd untersuchte ihre Großmutter und schüttelte dann ihren Kopf. Es war eindeutig ein Zauber, der auf die beiden Frauen gewirkt hatte.

„Haben sie etwas gegessen… getrunken… und was?", fragte Osdryd die jungen Frauen, die mit weinenden Stimmen nicht wussten, was sie tun sollten. Natürlich erzählten sie Osdryd von den Speisen und von den Getränken, doch schien nichts Besonderes vorzuliegen.

„Was meinst du, was die alten Weiber in diesen Zustand versetzt hat?", fragte Cuthbert, der hinter Osdryd stand und die ganze Szene um sich herum mit einem leichten Grinsen wahrnahm.

Osdryd musterte ihn nur kurz böse, ehe sie sich an eine der eintreffenden Wachen wandte.

„Soldat, bitte räumen sie den Raum, ehe noch weitere Angehörige des Hofes von diesem hinterhältigen Zauber befallen werden. Und helfen sie meiner Großmutter und der Mutter des Königs, damit wir sie auf ein Bett tragen können.", sagte sie gebieterisch zum Soldaten, der augenblicklich Haltung annahm, nickte und sofort die Befehle der jungen Hexe ausführte.

„Und Soldat… schicke einen Boten zu meinem Onkel Rhun… er muss sofort hierher kommen", rief sie dem Soldaten hinterher, der die Damen aus dem Raum brachte.

„Ein mächtiger Zauber!", sagte Cuthbert, der sich im Raum umsah.

„Ja… und einer, den ich nicht kenne! Mit einem einfachen Finite Incantatem ist es nicht getan. Das habe ich schon ausprobiert", sagte Osdryd und hielt dabei ihrer Großmutter den Arm. "Da sie nichts getrunken haben, kann es auch kein Zaubertrank sein, wie etwa dieser Zaubertrank, den man den Trank der schlafenden Toten nennt. Es muss irgendwie mit diesem Buch zu tun haben", sagte Osdryd und half schließlich den eintreffenden Soldaten, ihre Großmutter auf eines der Betten zu legen. Natürlich hätte sie auch einen Schwebezauber bewirken können, doch wollte sie zum einen die Soldaten nicht erschrecken und zum zweiten keinen weiteren Zauber wirken, ehe sie nicht wusste, womit sie es hier zu tun hatte.

„Mmh… dies hier scheint das Buch zu sein… interessant… ‚Berühmte vergessene schwarze Magie der Antike'… ein merkwürdiges Werk für einen Barden", hörte sie Cuthbert sagen, der das Buch, welches auf dem Boden lag, auf einen der Stühle zurücktat. Osdryd schüttelte nur den Kopf. Warum hatte ihre Tante nur in einem solchen Werk gelesen… normalerweise hatte sie gar kein Interesse an solchen Büchern, die von schwarzer Magie handelten. Osdryd überlegte, doch trotz ihre Kenntnisse wusste sie nicht, wie sie ihrer Großmutter helfen konnte. Hier musste ein erfahrender Heiler her… oder ein kundiger Zaubertränkemeister, um ihr helfen zu können. Osdryd wies die Soldaten an, dass niemand den Raum betreten dürfte, ehe ihr Onkel Rhun wieder zurück sei… oder sie mit einem Heiler hier auftauchen würde.

„Nun ja… auf jeden Fall kann deine Großmutter nun nicht mehr verhindern, dass ich endlich dieses Kaff verlassen kann", sagte Cuthbert mit einem strahlenden Lächeln, als sie aus dem Haupthaus gingen.

„Du willst jetzt Rhuddlan verlassen?", fragte Osdryd Cuthbert perplex.

„Natürlich… es gibt keine bessere Möglichkeit. Bis dein Onkel hier eintrifft, müssen wir über alle Berge sein", sagte Cuthbert zu Osdryd.

„Wir? Ich gehe nicht mit dir mit!", sagte Osdryd und blieb stehen. Ernst schaute sie Cuthbert an, der darauf den Kopf schüttelte.

„Nun gut, wenn du hier bleiben willst… eingesperrt, na dann, viel Glück. Ich packe meine Sachen zusammen, werde mir ein Pferd von meinen Gewinnen kaufen und mich von dannen machen", sagte Cuthbert und zuckte mit den Schultern, wandte sich um und ging in Richtung seiner Gemächer davon. Osdryd schüttelte nur abermals ihren Kopf. Doch dann grinste auch sie. Auch sie würde Rhuddlan verlassen… aber nur deshalb, um aus Hogwarts einen entsprechenden Zauberer, vielleicht Helga oder gar Salazar, herzubringen. Und dann… vielleicht würde man sie dann wieder in Hogwarts aufnehmen, wenn der Zauber gebrochen werden könnte. Schnell schritt sie auf ihr Gemach zu, um ein paar Sachen einzupacken, ehe sie sich dann aufmachte, um Rhuddlan zu verlassen und nach Hogwarts zu apparieren.

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Review-Antworten:

Fluffy: Vielen Dank für die vielen Versuche, um mir ein Review zukommen zu lassen.

Tja, armer Raegenhere… doch er war eben ein wenig zu gierig und hatte den Gründern nicht all zu sehr etwas zugetraut. Wäre er Nadal nicht hinterher gegangen, würde er wahrscheinlich noch leben. Allerdings erhält der schwarze Eldorman nun über Earpwald die Unterlagen, was ihm zunächst helfen wird ( übrigens habe ich im zweiten Buch darauf schon hingewiesen, als Hermine überraschend die Unterlagen im Grimmauldplace fand und eine Randnotiz von Earpwald las, wobei sie nicht wusste ( wie wir zu dieser Zeit ja alle nicht) wer denn Earpwald war) Ob das mit dem Buch alles so glatt laufen wird, wie sich dies Iago ( und nicht der Bund) vorstellt? Jedenfalls hat er dem Bund damit zunächst einen Bärendienst erwiesen… du wirst noch hören wieso… aber Hilfe wird von ganz unerwarteten Seite kommen. g .

Stimmt, bei Rowena und Godric würden die Fetzen geflogen sein… aber was nicht war, kann ja noch kommen.

Ja… so langsam geht die Geschichte ihrem Ende entgegen… schnief… aber las mal, ich werde mit Sicherheit nicht aufhören zu schreiben…. Und sollte ich ein neues Projekt in Angriff nehmen, werde ich es dir mitteilen.

MFK

Arnie

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Informationen:

Schreibsand

Schreibsand (auch Streusand oder Löschsand) ist ein feinkörniger Sand, der in der Vergangenheit zum Trocknen schreibnasser Tinte diente. Die Tinten des Mittelalters trockneten langsamer als heutige Tinten. Der Schreibsand war entweder angefärbter, feiner See- oder Flusssand, zerschlagene oder verbrannte andere Materialien oder pulverisiertes (oft blaues) Glas, auch rostbraune Eisenspäne.

Siegelwachs

Siegelwachs wurde im Mittelalter neben Metallen wie Blei und Oblatenteig zum Besiegeln von Dokumenten benutzt. Oft blieb das Wachs naturgelblich, teilweise wurden auch Farbstoffe wie Orpiment und andere Materialien, etwa Fichtenharz oder Kiefernöl, zugesetzt.

Siegel

Das Siegel (von lat. sigillum, Bildchen) ist eine Form der Beglaubigung von Urkunden oder Sicherstellung (Verschluss) der Unversehrtheit von Gegenständen oder Behältnissen (Briefumschlag, Tür) mit Hilfe eines Siegelstempels oder, sphragistisch (siegelkundlich) korrekt, eines Typars, der in eine weiche, erhärtende Masse (Siegelklumpen aus Siegellack, Wachs, früher Ton etc.) gedrückt wird. Oft wird zwischen "Siegel" als Abdruck und "Siegelstempel" als Prägewerkzeug begrifflich nicht unterschieden. Die frühesten Stempelsiegel sind im vorderen Orient seit der Djemdet-Nasr-Zeit belegt. Seit der Uruk-Zeit kamen Rollsiegel auf, die auch bei den Sumerern, Akkadern, Assyrern, und Babyloniern üblich waren. Dies sind kleine Steinzylinder aus Onyx, Lapislazuli, Achat, Fritte oder anderen Stoffen, in die Figuren und Inschriften eingraviert wurden. Die Größe schwankt zwischen 0,15 cm und 10 cm. Durch das Abrollen des Zylinders in eine weiche Masse (z.B. Ton) entsteht der charakteristische Siegelabdruck. Seit der Perser-Zeit werden wieder Stempelsiegel üblich. Solche Siegelabdrücke (in Ton) finden sich außer bei den Sumerern, Assyrern und Babyloniern (Rollsiegel) später auch bei Griechen und Römern, von denen sie die Herrscher des Frühmittelalters übernahmen. Siegelführend waren zunächst Einzelpersönlichkeiten, später auch Körperschaften. Kaisersiegel finden sich in Byzanz seit dem 6. Jahrhundert, Papstsiegel seit dem 9. Jahrhundert. Im frühen und hohen Mittelalter siegelten Kaiser und Könige sowie Angehörige des Adels und der hohen Geistlichkeit, denen die Bürger seit dem 13. Jahrhundert folgten. Siegel geistlicher Korporationen finden sich seit dem 11. Jahrhundert, Städtesiegel seit dem Anfang des 12. Jahrhunderts. Mit grünem Wachs siegelten geistliche Stifter, hohe Kirchenmänner und Klöster.

Durham

Durham war früher sowohl eine Grafschaft wie später auch eine Stadt. Heute heißt die Grafschaft Country Durham (im Unterschied zu den Shires). County Durham grenzt an die Grafschaften Cumberland, Northumberland, Westmorland und Yorkshire. Durham selbst ist eine Stadt in der Grafschaft Durham im Nordosten Englands, Das Stadtzentrum ist umschlossen vom Fluss Wear. Die Stadt hat ca. 42,939 Einwohner (Stand: 2001) und ist Verwaltungssitz des Bezirks City of Durham. Die Stadt liegt etwa 30 km südlich von Newcastle upon Tyne in einer Höhe von 51 Metern über NN. Archäologische Funde deuten auf Siedlungen bereits um das 20. Jahrhundert v. Chr. hin. Die heutige Stadt hat ihren Ursprung im Jahre 995, als eine Gruppe von Mönchen aus Lindisfarne, zu diesem Zeitpunkt seit über 100 Jahren auf der Flucht vor den Wikingern, die hochgelegene Halbinsel als letzten Ruheort für die sterblichen Überreste des Heiligen Cuthbert von Lindisfarne auswählte und eine Kirche gründete. Der Name der Stadt wird Überlieferungen zufolge auf eine Vision eines der Mönche zurückgeführt. Demnach erschien ihm St. Cuthbert und instruierte ihn, den Sarg an einen Ort namens Dun Holm zu bringen. Dieser Ort war den Mönchen unbekannt, aber es wird angenommen, dass ihnen die Bedeutung bekannt war. Dun ist das angelsächsische Wort für Hügel und Holm ist skandinavischen Ursprungs und bedeutet Insel: Hill Island oder Hügelinsel. Die Normannen nannten den Ort Duresme und lange Zeit wurde die lateinische Version Dunelm verwendet, die sich später zu dem vereinfachten Durham entwickelte. Ich habe, um den Ort besser darstellen zu können, bereits Durham genannt und nicht Dunelm, was um 978 n. Chr. wahrscheinlicher gewesen wäre. Jedenfalls ist Aelfstan einer derjenigen Befürworter, die sich einsetzten, dass die Vision des Mönches ausgeführt wurde. Die berühmte Kathedrale von Durham, zu dem das Kloster gehört, in dem Harry Potter gedreht wurde, wurde schließlich um 1083 n. Chr. von den Normannen gebaut, allerdings nachdem Durham erst von einheimischen Sachsen gesäubert wurde. Im hohen Mittelalter war Durham ein bedeutendes Zentrum sowohl der politischen als auch der kirchlichen Macht, insbesondere wegen seiner Nachbarschaft zu Schottland war es von strategischer Bedeutung. Die Bischöfe Durhams übten als Fürstbischöfe (engl. prince bishops) nicht nur die kirchliche sondern auch die weltliche Macht in der Region aus, in weitgehender Unabhängigkeit von Westminster.

Personen, die in diesem Kapitel der Geschichte Nosce te ipsum, 3. Buch, vorkommen. Die Personen, die kursiv geschrieben sind, sind erdacht (entweder von JKR oder von mir).

Aelfhere

Eldorman von Mercien, Führer der ostsächsischen Partei, Onkel von König Edgar

Aelfstan

Bischof von London, nachdem Dunstan diesen Titel abgab, um Erzbischof von Canterbury zu werden. Ratsmitglied der Wölfe

Aelfthrith

Frau Edgars von 965 n. Chr., Mutter Aethelreds, Stiefmutter Eduards, Tochter Ordgar, Eldorman von Devonshire

Aelli

buckliger Schüler Hogwarts', kommt aus ärmlichen Verhältnissen, hat Visionen und Prophezeiungen

Aethelred

Sohn Edgars und Aelfthrith, späterer König Englands

Aethelric

Thegn von Oxford

Aethelwold

Bischof von Winchester, ehemaliger Abt von Abington, Ausbilder von Prinz Edgar, Freund Dunstans

Benedict VII

Papst von 974 bis 983 n. Chr.

Cuthbert

Sohn eines unbedeutenden Thegns aus Dorchester. Wortführer der ‚Slytherins'. Ist nach Rhuddlan verbannt worden.

Cynesige

Gestorben 964 n. Chr., ehemaliger Eldorman von Berkshire, Freund Dunstans, gehört zur Ostsächsischen Partei

Dunstan

Geb. 909 n. Chr. Gestorben 988 n. Chr., ehemaliger Abt von Glastonbury, ab 961 Erzbischof von Canterbury, Berater mancher Könige, angefangen von Edmund, über Eadred, Edgar bis zu Eduard. Gegner des Bundes und Zauberer

Dwynwen

Frau von Prinz Ieuaf ap Idwal, Mutter von König Hyfaidd

Earpwald

ehemaliger Führer der Zentauren. Verbündeter des schwarzen Eldormannes

Edgar

König von England von 959 bis 975. Vater von Eduard, Edith und Aethelred

Edith

Uneheliche Tochter von König Edgar und der Nonne Wulfthrith. Aufgrund ihrer Zauberkräfte Schülerin in Hogwarts… gehört zu den ‚Hufflepuffs'

Eduard

König von England, Sohn von Edgar

Eirik Håkonsson

Stiefsohn von Hakon Sigurdson, dem Ladejarl von Tröndelag, Freund und Begleiter Svens, Gryffindorschüler

Elfdig

Bischof von Lindisfarne in Chester-le-street

Godric Gryffindor

Sohn des Herrn von Tenby und Gryffindor, Mann von Melangell, Vater von Gyrth und Osdryd, Lehrer in Hogwarts für Verwandlung, Astronomie und Waffenkunde

Gwenllian

Frau Maredudds, Mutter von Godric und Rhun, Großmutter von Gyrth und Osdryd, Freundin von Dwynwen.

Gyrth ap Godric

Sohn Godric Gryffindor, Schüler in der letzten Klasse an Hogwarts, Schülersprecher

Harald Blauzahn

König von Norwegen und Dänemark, Vater von Sven. Verwandt mit Helga Hufflepuff

Helga Hufflepuff

eine der vier Gründer Hogwarts', Ehefrau von Cedric, des Burgherrn von Hogwarts, Trägerin von Hrunting, Lehrerin in Hogwarts für Heilwesen, Heilpflanzen und Okklumentik

Hengist

Sohn von Cynesige, jetziger Eldorman von Berkshire, Enkel des schwarzen Eldormannes

Hyfaidd ap Ieuaf

Sohn Ieuaf ap Idwals, zunächst Geisel am Hofe Owains, dann mit Hilfe der Angelsachsen und Dyfeder ab 974 n. Chr. König von Gwynedd.

Iago ap Idwal

König von Gwynedd bis 974 n. Chr. Bis ins Jahr 979 n. Chr. versucht Iago, die Königskrone wieder zu erringen

Irminric

ehemaliger Bruder in Glastonbury, Vertrauter Dunstans

Marrok

Werwolf aus Wales

Merfyn ap Tungyr

Barde, auf Grund seiner Stimme und seines Aussehens Liebling der Frauen

Nadal Lynx

Werkatze, Jäger und Attentäter. Übernimmt Aufträge des Bundes

Osdryd

Tochter Godrics und Melangells. Schülerin in Hogwarts, gehört zu den ‚Slytherins'

Oswald

( in Dänemark oder England; † in Worcester), Neffe des Erzbischof Odo von Canterbury, Freund Dunstans, seit 972 Erzbischof von York

Raegenhere

Ritter des Bundes, Informant und Spion Salazars, wird von Salazar nach Hogsmeade gebracht. Spioniert dort für Nadal.

Rhun ap Maredudd

Bruder Godrics, Berater Hyfaidd ap Ieuafs

Salazar Slytherin

jüngerer Sohn Solmens von Slytherin, Lehrer in Hogwarts in den Fächern Zaubertränke und magische Wesen.

Solmen Slytherin

Eldorman von Cornwall, Graf von Slytherin, Vater Salazars, Ratsmitglied der Wölfe

Sven

Sohn von Harald Blauzahn, später auch Sven Gabelbart genannt. Schüler von Hogwarts, gehört zu den ‚Gryffindors'.

Tondberg

Ehemaliger Bruder von Jarrow, jetzt Abt des Klosters

Tortgyd

Walisische Schülerin von Hogwarts, kommt aus Dyfed. Gehört zu den ‚Gryffindors'