Ein wie ich finde hammerhartes Kap, für das ich Mia bewundere und schütteln könnte zugleich *Gänsehaut glatt streich*


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Teil 44

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Sacht legte Bobby seine Hand auf Deans Schulter, drückte und zog ihn von der Tür weg. "Wir kommen so nicht zu ihm durch", stellte er lapidar fest und versuchte vergeblich, sein Herz vor dem Anblick zu verschließen, den Dean bot: Verzweifelt und wütend gleichermaßen und deswegen waren auch die feucht schimmernden Augen nicht genau einzuordnen.

Er wünschte, er könnte etwas tun - und sei es nur, den Bau des Panikraumes rückgängig zu machen.

Von drinnen drangen immer noch leise, gequälte Laute an ihre Ohren und jedes Luftholen, jeder unterdrückte Schrei war weitere Folter für die Außenstehenden, die hilflos mit ansehen mussten, wie Sam sich zu Grunde richtete.

"Wir können nichts tun."

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Vor Schmerzen zu einer Kugel zusammengerollt presste Sam seinen Rücken gegen die gebogenen, kalten Wände in seinem Rücken. Eine Schraube bohrte sich in seine Wirbelsäule und war eine willkommene Ablenkung zu der rasenden Pein in seinem Kopf. Er hatte das Gefühl, dass ebenjener in einem Crashtest als Testobjekt verwendet worden war und jetzt in tausenden von Teilen lag - zusammengehalten nur vom Äußeren.

Immer tiefer grub er seine Finger in seine Haare, presste die Handballen dabei gegen die Schläfen, von denen eine unangenehm zu reiben und brennen begonnen hatte.

Hitze raste durch seinen Körper, brennendes Feuer in seinen Muskeln und Sehnen, das sich zu seinem Oberkörper durchfraß und die eiskalten Organe nicht nur erwärmte, sondern verbrannte.

Er hatte sie alle umgebracht und es war nur gerecht, dass er jetzt Deans Stimme hörte, wie es hätte sein können. Wenn er nicht so dumm gewesen wäre.

"Zum Teufel, reiß dich zusammen und steh auf!", drang die tiefe Stimme an sein Ohr und jemand packte ihn am Arm. Der Schock saß tiefer als jedes andere Gefühl. Sam ließ die Hände zu Boden sinken, starrte darauf, wie seine vor Schmerzen zitternden Finger sich an den Steinboden krallten und drehte dann ganz langsam den Kopf.

"... Dad ...?", fragte er leise, hustete, weil Staub in seine Lungen kam. Aber nicht nur sein Vater stand vor ihm - auch Dean. Nur einen halben Meter hinter ihrem Dad und mit unbeweglicher Miene mit verschränkten Armen. "Dean?"

"Steh auf, Sam."

Der Ton ließ keinen Widerspruch zu und Sam kämpfte, um seinen Armen genug Energie zukommen zu lassen, damit sie seinen Oberkörper in die Gerade bringen und er sich zurück auf die Beine sinken lassen konnte.

"Du beginnst die Apokalypse, machst Jahre in der Hölle zu Nichte - sowohl von Dean als auch mir - um dann hier in deinem Selbstmitleid, deinem Schmerz zu versinken? Das ist nicht das, wozu ich dich erzogen habe!"

Sam schluckte trocken und hart, als wolle er mehrere Tabletten ohne Wasser seinen Hals hinunter bekommen und stand mit wackeligen Knien auf. Die Gesichter verschwammen vor seinen Augen und nur die Umrisse blieben bestehen - aber immerhin musste er sich nicht mehr mit den enttäuschten Blicken auseinandersetzen. Es reichte, das in den Stimmen zu hören.

"Ich wusste immer, dass du eine Gefahr werden würdest", stellte John fest und es presste Sam die Luft aus den Lungen, als er an den Schultern zurück gegen die Wand geschlagen wurde. "... dass du nicht normal bist und es besser gewesen wäre, wir hätten dich bei Zeiten umgebracht!"

Unfähig, etwas zu sagen bei diesem offenen Schlag ins Gesicht, blieb Sam stumm, starrte auf den Boden und ließ die Worte auf sich einprasseln, die wie glühende Kohlestückchen sein Herz erreichten und Löcher hinein fraßen.

"Stattdessen war unser Tod für nichts! Deine ganze Familie! Und du hast die Frechheit, hier zu stehen, zu schweigen und dich bemitleiden zu lassen?!"

Unter jedem der Worte wurde Sam ein Stück kleiner und wäre er nicht mit eiserner, blaue Flecken verursachender Gewalt festgepinnt gewesen, wäre er einfach wieder auf den Boden gesunken.

"Du bist eine Schande, Sam. Eine Missgeburt, die den Tod verdient hätte - aber stattdessen ist Dean tot. Der einzige von euch beiden, der das Recht hatte zu Leben!"

Sam legte den Kopf in den Nacken und blinzelte gegen die Tränen an. Hatte er vorhin Schmerzen gehabt ... das hier hatte ganz andere Ausmaße. Und das Schlimmste war: John hatte Recht. Sein Vater hatte Recht.

Dean hätte ihn umbringen sollen ... das Monster ... das niemals sein Bruder gewesen war.

"Du hast ... Recht", flüsterte er erstickt, bevor er mit dem Handrücken über sein Gesicht fuhr. "Ich müsste tot sein ... nicht Dean ..."

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