Vielen Dank für eure Reviews an alle, die eins geschrieben haben. Visitkarte, (Ich denke schon, dass die Bestrafungen in der Hoch-zeit häufiger gewesen sind... und die Frage nach dem Töten... es genügt ja in den meisten Fällen, die Androhung des Todes... einfach, damit sich die Leute noch mehr anstrengen. Und wenn er dann sagt, dass er denjenigen eigentlich töten sollte für das Versagen, ihn aber nur kräftig foltert, steht er noch als gnädig da... - Mazipaan)
Taipan, Elize7, (mit Celine geht es in Kapitel 62 so richtig weiter) und auch vielen lieben Dank an Black Zora.(Sam und Peter kommen schon in Kapitel 55 wieder - Morti)
Und weiter geht es - mit einem von Imobilus geschriebenen James basiertem Kapitel.
Kapitel 53 - Sorge und Erlösung
Sirius hatte sich ziemlich erschreckt, als Remus neben ihm einfach zu Boden gesackt war, aber er hatte es auf den Vollmond und die vergangenen Ereignisse geschoben und dann noch der Blutverlust, den er erlitten hatte. Kein Wunder, wenn da der Kreislauf nicht mehr mitmachte. Und Peter war auch keine große Hilfe. Er war ein einziges Nervenbündel. Deswegen bestand Sirius auch darauf, dass sein Freund den Schlaftrank nahm, den man ihm mitgegeben hatte. Er würde ihn schon wach bekommen, wenn sich etwas ergeben sollte.
Das war aber nicht der Fall. Die ganze Nacht hatte Sirius auf eine Nachricht gewartet, sich mit dem Lesen irgendwelcher Muggelromane abgelenkt, oder Remus die schweißnasse Stirn abgetupft. Es machte ihn fast wahnsinnig, nicht zu wissen, was los war. Nicht bei seinem besten Freund, seinem fast Bruder sein zu können.
Peter war der erste, der am nächsten Morgen erwachte. Er hatte die ganze Nacht unter Albträumen gelitten. Alpträumen darüber, was Lily mit ihm machte, sollte James das nicht überstehen, ganz zu schweigen von Remus und Sirius. Aber auch die Sorge um Sam ließ ihn nicht los. Und da es auch nichts Neues von James gab, entschied Peter sich, zu Sams Wohnung zu apparieren. Dort war aber niemand, jedoch erfuhr Peter von einer Nachbarin, dass Sam zur Arbeit gegangen war.
Dann kann es auch nicht so schlimm sein, schloss Peter, hinterließ ihr aber einen Zettel im Briefkasten, dass er heute Abend noch mal vorbei sehen würde. Wieder zu Hause, saßen ein noch sehr bleicher Remus und Sirius am Küchentisch. "James geht's besser", sagte Remus, der immer noch wackelig auf den Beinen war, aber auf keinen Fall mehr im Bett bleiben wollte. Dort würde er nur durchdrehen. "Er kann zwar nicht sprechen und kämpft immer noch gegen die Schmerzen, aber er erkennt Lily und auch seinen Vater", fügte Sirius noch an, was Peters erste Erleichterung dann doch etwas trübte.
"Aber... er... er schafft es, oder?", fragte der blonde junge Mann zögerlich.
"Wir müssen hoffen und beten.", meinte Remus und massierte sich seinen verwundeten Arm. "Es war dumm von ihm sich mit Voldemort anzulegen. Und wenn ich ihn in die Finger bekomme, werde ich ihn übers Knie legen."
"Ich helfe dir liebend gern dabei. So was wahnsinniges.", knurrte Sirius und Peter sank mehr und mehr in sich zusammen.
"Er wollte mir helfen.", flüsterte er. "Er hat das nur getan, damit... damit ich... ich Sam da raus bringe."
Sowohl Sirius als auch Remus sahen Peter verwundert an, und der Werwolf war der erste, der die Sprache wieder fand. "Sam? Das ist der Name deiner neuen Freundin?", fragte Remus und Peter nickte.
"Ja. Sie meinte, es wäre eine gute Idee so einen Kurs mitzumachen. Ihr wisst, dass ich immer mies war in Verteidigung.", erklärte er stockend.
"Das erklärt wenigstens, warum James so was bescheuertes getan hat.", meinte Sirius. "Wie geht's deiner Freundin?"
"Sie ist auf der Arbeit. Kann also nicht so schlimm sein. Ich hab ihr eine Nachricht dagelassen, dass ich später noch mal vorbeischaue.", sagte Peter und ließ sich neben Remus auf einen Stuhl fallen.
"Musst du gar nicht zur Arbeit?", erkundigte sich Sirius dann verwundert. "Nein. Der Boss war so freundlich und hat mir nach diesem Schock frei gegeben. Er meinte ich würde ihm mit meiner geisterhaften Erscheinung die Kunden vergraulen." Ja, genau das waren seine Worte gewesen, als Peter, ehe er zu Sam appariert war, im Buchladen vorbei gesehen hatte.
So verbrachten die drei Freunde auch den Vormittag mit Warten, da Lily ihnen versprochen hatte, sich noch mal zu melden. Remus sorgte trotz eines ziemlich mager gefüllten Kühlschranks für ein recht üppiges Mittagessen, auf das aber, als es fertig war, keiner so richtig Appetit hatte.
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Lily wachte die nächsten Stunden ununterbrochen an James Bett. Tupfte ihm immer wieder die Stirn ab, flößte im etwas Wasser ein oder auch einen Nährstofftrank, den eine Schwester brachte. Wenn ihn nicht grade die Fluchfolgen quälten, schlief James seelenruhig wie ein Kleinkind. Gegen Mittag kam dann auch Mathew wieder zu James ans Bett und löste Lily ab, nachdem sie ihn beruhigt hatte, dass es James keineswegs schlechter ging, sondern er nur wieder eingeschlafen war.
Alle Heiler, die James untersuchten, hielten es aber für ein schlechtes Zeichen, dass er schlief und durch nichts wach zu bekommen war. Lily hielt immer vehement dagegen mit der Begründung, James' Gehirnmuster zeige keinerlei Veränderung wie bei anderen Opfern des Cruciatusfluchs. Eine Tatsache, die Mathew Mut machte und die Hoffnung gab, dass bei James das Erbe der Potters und nicht dass der Blacks, das von der Seite seiner Mutter kam, ausgeprägt war. James selbst wusste von dem Erbe nichts. Normalerweise wurden die Kinder mit ihrer Volljährigkeit darin eingewiesen und Mathew war es auch klar, dass mit der Ehe mit einer nicht reinblütigen Frau dieses geschmälert und irgendwann verloren gehen würde. Aber wer war er, dass er seinem Jungen verbot, die Liebe seines Lebens zu heiraten, so wie er es auch getan hatte? Das Glück seines Kindes ging ihm weit über irgendwelche ungeschriebenen Reinblütergesetze. Er hatte noch nie viel darauf gegeben und hatte es auch nicht vor.
Als James die Augen wieder aufschlug, fühlte er sich zwar kein bisschen ausgeruhter, aber auch nicht wirklich schlechter. Er wusste um die Schmerzen, die er durchlitten hatte. Er wusste auch, dass Lily und sein Vater, auf jeden Fall immer einer von ihnen hier gewesen waren. Und flüchtig erinnerte er sich auch an ein oder zwei abscheulich schmeckende Tränke.
Nun war er aber allein mit einem feuchten Tuch auf der Stirn. Auf dem Nachttisch neben ihm stand ein Glas Wasser und seine Brille lag dort. Ganz in der Nähe waren Stimmen zu hören. Aber da er sich sowieso nicht bemerkbar machen konnte, schloss er erneut die Augen, aber ohne wieder einzuschlafen. Lily und sein Vater würden schon wieder auftauchen und nachdem, was sie durchgemacht hatten, gönnte er ihnen diese Ruhe auch. Die Schmerzwelle, die über ihn hereinbrach, ertrug er mit zusammengekniffenen Augen, seine Hände in die Bettdecke verkrallt und einem unterdrückten Stöhnen.
"James?", fragte eine liebliche Stimme leise neben ihm und als der Angesprochene die Augen öffnete, stand Lily mit einem besorgten Lächeln an seinem Bett.
"Ja", hauchte er, selbst erschocken darüber, dass tatsächlich das gemeinte aus seiner Kehle kam, wenn auch nur sehr leise, aber das reichte aus, um Lily die Tränen in die Augen zu treiben und ihm schluchzend um den Hals zu fallen. Bewegen konnte er sich dagegen aber kaum. Doch Lily löste sich auch schnell wieder von ihm und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. "Ich bin gleich wieder da. Ich geh nur deinem Dad Bescheid sagen.", sagte sie und verschwand wieder hinter die Vorhänge von, wo kurz darauf ein kurzer Streit zu hören war, der mit einer ziemlich resoluten Anweisung Lilys endete.
Dann war es für einige Minuten ruhig und James schloss erneut die Augen, um sich so weit es ging zu entspannen. Das einzige Problem dabei war, dass der Schmerztrank aufhörte zu wirken und das dumpfe Pochen zurückkehrte und das stärker als zuvor. Und die erneut über ihn einbrechende Schmerzwelle ließ ihn erneut aufkeuchen.
Lily ging noch schnell James' Freunden Bescheid geben, nachdem sie Mathew gedroht hatte, ihn notfalls ans Bett zu fesseln, wenn er nicht freiwillig liegen bleiben würde, um seinem Körper endlich die Ruhe zu gönnen, die dieser mit einem Zusammenbruch vor einer Stunde eingefordert hatte und als sie dann endlich wieder bei James ankam, hatte der bereits wieder die Augen geschlossen.
Mit zitternden Fingern und der Befürchtung doch vorschnell gehandelt zu haben, berührte sie James' Hand ganz sachte. "Schatz?"
James blinzelte nur kurz in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war. Ohne Brille sah er leider nicht all zu viel. "Schmerzen", hauchte er, sich aber trotzdem zu einem Lächeln zwingend. "Sonst… geht's", fügte er nach einer Pause hinzu.
Lily atmete erleichtert auf und zog ihren Zauberstab, um James einmal zu untersuchen. Es war zu erkennen, dass sein Zustand sich besserte und es waren nach wie vor keine Hirnschäden festzustellen. Dafür aber einige Muskelverletzungen, neben der immer noch stark vorhandenen Nervenreizung, die immer wieder schockartig auftrat. "Ich besorg dir was.", sagte Lily zärtlich und machte sich auf die Suche nach dem Heiler, der für James zuständig war. Und dieser war ziemlich pikiert darüber von einer jüngeren Heilerin durch die Gegend kommandiert zu werden und das für einen Patienten, der wohl bald auf die Geschlossene kommen würde. Um so mehr überraschte es ihn, als er feststellen musste, dass es noch immer keine nachweisbaren Hirnschäden gab und er sogar von James Potter angesprochen wurde; mit dem Kommentar, ob man denn seiner Verlobten nichts zutrauen würde.
Lily konnte nicht anders, als leise zu lachen. Diese humorvolle Art, egal in welcher Lebenslage, liebte sie so sehr an ihrem Verlobten. Allerdings erstaunte es sie, dass er es trotz der Schmerzen fertig brachte, lustig zu sein.
"Ich habe bisher noch nicht mit Miss Evans zusammengearbeitet, Mr. Potter. Also kontrolliere ich lieber alles noch einmal, aber wie ich feststellen muss, hat sie eine hervorragende Diagnose erstellt. Und ich muss gestehen, Sie sind ein Phänomen. Ich arbeite hier seit vier Jahren und mir ist noch keiner untergekommen, der diese Intensität des Cruciatus bei Verstand überstanden hat."
James lächelte gequält. "Sagen… Sie… es keinem.", flüsterte er so laut, wie es seine Stimme zuließ, um kurz danach unter einer erneuten Schmerzwelle aufzustöhnen.
Lily zuckte leicht zusammen und sah den Heiler fast schon flehen an. "Bitte. Geben Sie ihm doch was. Wenigstens einen einfachen Schmerztrank. Der hat heute Morgen auch geholfen."
"Schon gut.", wiegelte James ab, der sich grade wieder entspannen konnte. "Ich werd damit… auch so fertig. Es kann ja nur noch… besser werden."
"Mr. Potter. Wir sind hier keine Foltereinrichtung. Selbstverständlich bekommen Sie etwas gegen die Schmerzen. Nur auf andere Heiltränke verzichten wir lieber noch etwas, bis Sie wieder besser bei Kräften sind.", erklärte der Heiler und wedelte einmal mit dem Stab und auf James Nachttisch erschien eine Phiole. "Schlafen Sie noch eine Weile, wenn sie können. Morgen werden wir sehen, ob wir Ihnen einen Trank gegen die Muskelverletzungen geben können."
James nickte nur und ließ sich dann von der an sein Bett herangetretenen Lily aufhelfen. Sie lächelte dabei zärtlich und strich ihm eine Strähne des schweißnassen Haares aus der Stirn, während sie sich auf die Kante setzte. "Wie wäre es mit einem Kuss," fragt James leise, sie möglichst zärtlich anlächelnd.
Auch Lily lächelte, ehe sie in Tränen ausbrach und sich an James festklammerte. "Schwör mir, dass du das nie wieder tust. Nie, nie wieder. Ich will nie wieder solche Angst um dich haben müssen."
James war leicht zusammengezuckt, ob der festen und wegen seiner gereizten Nerven schmerzhaften Berührung, sagte aber nichts dazu, sondern bemühte sich Lily in den Arm zu nehmen. Ihm gelang es aber nur einen Arm auf ihren Oberschenkeln ruhend um sie zu legen.
"Sch… Beruhig dich mein Engel", flüsterte er, sanft ihre Hüfte streichelnd. "Es ist doch alles in Ordnung. In ein paar Tagen bin ich wieder auf den Beinen, als sei nie etwas gewesen." Doch ausgerechnet dann rollte eine neue Schmerzwelle durch seinen Körper und Lily zuckte entsetzt zurück.
"Merlin, ich werde ihn dafür umbringen. Allein dafür hat dieses Monster es verdient zu sterben.", knurrte Lily mit von Tränen erstickter Stimme und James warf ihr, nachdem die Schmerzen wieder abgeebbt waren, einen besorgten Blick zu. "Er wird seine Strafe schon bekommen, Schatz. Aber erst… der Trank. Bitte."
"Sicher. Entschuldige.", murmelte Lily, entkorkte die Phiole und hielt sie ihrem Verlobten an die Lippen. Er schluckte die bittere Flüssigkeit mit gerümpfter Nase, ehe er behutsam Lilys Hand nahm. "Tut mir leid, dass du dir solche Sorgen machen musstest."
"Warum hast du das überhaupt getan?", fragte Lily, die Mühe hatte, nicht noch einmal in Tränen auszubrechen. Ohne James' Hand loszulassen, zog sie sich den Stuhl heran, um zu verhindern, dass sie sich noch einmal an James festklammerte und ihm so noch mehr Schmerzen bereitete.
Vorsichtig drückte James Lilys Hand noch etwas fester und sagte: "Er wollte auf Peter losgehen… oder auf Peters neue Freundin." Der bittere und auf seiner Zunge prickelnde Nachgeschmack des Trankes ließ ihn leicht husten, was obendrein auch noch heftig in die Rippen stach und nur keuchend brachte er "Durst" über die Lippen.
Lily, die sofort aufgesprungen war, zauberte schnell etwas Wasser herbei und ließ James einige Schlucke trinken. "Geht's?", fragte sie besorgt.
"Ja. Geht schon.", beschwichtigte er erneut und schloss für einen Moment die Augen.
"Du hättest dabei umkommen können, weißt du das? Du hättest den Verstand verlieren können.", flüsterte Lily leise. Sie hatte das einfach loswerden müssen. Jetzt. Allein schon, um sich selbst zu beruhigen. Sich selbst einzureden, dass James wusste, wie gefährlich das hätte werden können.
"Hat er aber nicht.", kam es matt von links und Lily drehte sich erschrocken herum, so dass James, der seine Verlobte angeblinzelt hatte nun seinen Vater in einem Krankenhausnachthemd auf seinen Stock gestützt an den Vorhängen stehen sah.
"Ich hab doch gesagt, du sollst im Bett bleiben, Mathew. Oder willst du, dass James sich auch noch Sorgen um dich machen muss?", fauchte Lily plötzlich, aber das schien den alten Herrn nicht zu interessieren.
"Das mach ich eh schon.", sagte James und versuchte sich aus eigener Kraft etwas anders hinzusetzen, aber erfolglos. Er rutschte stattdessen nur noch etwas tiefer, in eine noch unbequemere Position.
Mathew Potter interessierte der anklagende Blick seiner Schwiegertochter nicht weiter, stattdessen trat er ans Bett seines Sohnes und seufzte. "Wenn es dir nicht so mies gehen würde und ich nicht so verdammt erleichtert darüber wäre, dass du noch ansprechbar bist, würde ich dich übers Knie legen, James Mathew Potter. Du würdest die Tracht Prügel deines Lebens bekommen."
James grinste verkniffen. "Dann hab ich ja richtig Glück.", stellte er fest und keuchte im nächsten Moment erneut unter einer Schmerzwelle auf.
TBC
