Ich... entschuldige mich einfach nicht mehr, weil... es ohnehin nicht mehr gutzumachen ist! Ich bin die schrecklichste Autorin im Hinblick auf Leser, die es gibt. Wenn mir die Leser also in Scharen weggelaufen sind, wundert es mich nicht.

Wünsche euch trotz allem viel Spaß!

Und vielen Dank trotz allem noch für die letzten Reviews und vor allem die jahrelange Treue an:

Patricia79, looonieluu, Padme.G, Loki Slytherin, Eule20, sofi3108, Schuschu, Robin, Linn Lupin, Kiriani Slytherin, Jane, charly, kittybloom21 und AresDaron

Eure LeakyC...

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54. Rätsel um die Liebe

Nach dem ausführlichen Spaziergang machte sich Jaqueline sogleich daran, das Abendessen auf den Tisch zu bringen.

Severus musste zugeben, dass er, nachdem sie um eins gegessen hatten, nach fünf Stunden doch Hunger bekam. Sonst war er nie so viel unterwegs und schon gar nicht an der frischen Luft. Und da der Tag nicht allzu heiß gewesen war, freute er sich nun richtig auf das Abendessen.

Hermine allerdings schien Besseres zu tun zu haben, als pünktlich zu erscheinen. Das missfiel Severus im Wesentlichen aber nur, weil sie mit diesem Peter unterwegs war. Ansonsten hätte er sie lediglich vermisst. Doch nun brodelte altbekannte Eifersucht in ihm.

Während sie aßen, erzählte Severus, was ihn damals dazu gebracht hatte, Zaubertränke zu studieren. Dazu musste er seinen Freunden erst einmal erklären, welche anderen Fächer mit darunter fielen. Zutatenkunde, zum Beispiel.

"Ich glaub, ich verstehe nun, warum sich Hermine schlussendlich für Verwandlung entschieden hat", meinte Christian Granger, als er begann, den Tisch abzuräumen, und mit einer neuen Flasche Bier wiederkam.

"Ich denke, eure Tochter hätte auch Zaubertränke geschafft. Allerdings erscheint es mir auch weiser, sich in Kombination nicht die schwersten Fächer aufzuhalsen. Es ist schon bewundernswert, was sie jetzt tut. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich Arithmantik immer gehasst habe." Severus grinste leicht.

"Wohl dem, der einen Fehler hat." Christian zwinkerte und nahm einen Schluck aus seiner Bierfasche.

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Gegen halb zehn war es schließlich, als Hermine eintraf. Sofort fühlte sich Severus besser.

"Nabend", grüßte sie und ließ sich in den Stuhl zwischen Severus und ihrer Mutter fallen. "Entschuldigt, dass ich so spät komme, aber Peter hat mich zum Essen eingeladen und -"

"Schon gut, Hermine", unterbrach Severus sie. Im nächsten Moment wunderte er sich über sich selbst.

Das Mädchen sah ihn einen Moment an. Dann lächelte sie. "Danke. Es tut mir trotzdem ein wenig Leid, Professor. Wenn Sie wirklich morgen schon abreisen müssen und ich möchte doch so viel erfahren."

"Wie Sie sagten, wir haben die ganze Nacht", gab er ebenfalls lächelnd zurück und wollte plötzlich schweben vor Glückseligkeit. Die Nacht konnte ihm gar nicht schnell genug kommen.

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Es war fast Elf, als Hermines Eltern ins Bett gingen.

"Aber lasst euch nicht stören. Nun kann Hermine dich die halbe Nacht mit Fragen löchern", meinte Christian, der neben seiner Tochter stand.

"Schlaft gut." Hermine, die sich gerade noch einen Orangensaft geholt hatte, drückte ihrer Mutter einen Kuss auf die Wange.

"Du auch. Gute Nacht, Severus."

"Gute Nacht", antwortete er freundlich.

Die Grangers verschwanden und sie waren allein.

Hermine ließ sich wieder in ihren Stuhl fallen, lehnte sich zurück und blickte in die Nacht hinaus.

Severus beobachtete sie eine kleine Weile, dann sagte er leise: "Nun, was möchten Sie wirklich wissen?"

Hermine strahlte ihn an. "Am liebsten alles. Von Anfang an. Wie war das Jahr? Ist irgendetwas Tolles oder Aufregendes passiert? Und wie waren die Prüfungen? Sind alle durchgekommen?"

Severus musste lachen. "Sie sollten doch Lehrerin werden. Dann wüssten Sie zumindest immer über alles Bescheid", meinte er.

Hermine wiegte den Kopf hin und her, als würde sie darüber nachdenken. Danach blickte sie ihn abwartend an.

"Um genau zu sein, war es doch wie jedes Jahr", begann Severus. "Schüler kamen und gingen, die einen erwartungsgemäß gut, die anderen möglicherweise unterdurchschnittlich schlecht. Alles keine Weltneuheiten. Zugeben muss ich, dass mich mein Leistungskurs nicht sonderlich gefordert hat." Und das war nicht unbedingt deren Schuld, dachte er bitter.

"Also keine zukünftigen Professoren?", schmunzelte das Mädchen ihm gegenüber.

Severus verzog das Gesicht. "Eher nicht."

Beide mussten lachen. Wunderbar, das lief ja beinahe perfekt! Sie verstanden sich einwandfrei. Severus fühlte sich wohl.

"Wie geht es Professor McGonagall? Und Professor Dumbledore?", wollte Hermine nun wissen.

"Beide wohlauf, möchte ich meinen. Minerva hat den Hauscup schon wieder gewonnen. Entschuldigen Sie, wenn ich Sie Ihrer Illusion über Ihre ehemalige Hauslehrerin beraube, aber die Gute kann dann zu einem richtig gemeinen Biest werden." Severus' Lippen kräuselten sich.

Hermine lachte erneut.

"Und Professor Dumbledore..." Severus musste an ihren Streit denken und die Zeit danach. "Er schafft es einfach immer wieder, die Menschen zu überzeugen", sagte er und versank einige Zeit in seinen Gedanken. Dumbledore schaffte es wirklich immer wieder, oder warum war er, Severus, an diesem Tage, zu dieser Uhrzeit, in diesem Haus?

Severus spürte Hermines Blick und genoss ihn für einen Moment, bis er den Kopf wandte und sie ansah. Sie war so schön. Selbst im Dunkeln, bei Kerzenlicht und dem fahlen Mondschein.

Schließlich unterbrach er die Stille. Reden lenkte ihn von Dingen ab, die er nicht denken sollte. "Auf jeden Fall hat er mir zu verstehen gegeben, dass er Sie alle manchmal vermisst. Aber", er setzte sich gerade in seinem Stuhl hin und nahm sich sein Weinglas (wenn er noch mehr trank, würde sein Hirn benebelt sein und die seltsamen Gedanken würden vielleicht verschwinden), "das geht uns wohl allen so."

"Bei so vielen Schülern kann man sich das kaum vorstellen", antwortete Hermine mit kurzer Verzögerung. "Aber anfangs ist es mir auch schwer gefallen. Ich wurde natürlich gewohnt nervös, als es auf den ersten September zuging, allerdings sind wir nicht in die Winkelgasse gereist und haben neue Umhänge und Bücher gekauft. Es kam keine Post aus Hogwarts..." Sie seufzte leicht. "Natürlich bin ich in die Winkelgasse, um mir Bücher fürs Studium zu holen, aber das war nicht das Gleiche. Ich hab die vielen Kinder gesehen, wie sie aufgeregt von Flourish & Blotts zu Madam Malkin rannten und irgendwie stand ich mittendrin und konnte mich doch nicht zurechtfinden. Es ist gemein, dass man plötzlich so einfach nicht mehr dazugehört." Sie nahm ihren Orangensaft, trank einen Schluck und starrte in das Glas. Nach einem erneuten Augenblick des Schweigens sagte sie schließlich: "Entschuldigen Sie, das ist albern."

Severus, der die ganze Zeit nicht einmal den Blick von ihr hatte nehmen können, beugte sich vor. "Ach was. Das ist es nicht. Nur Sie sollten sich nicht ausgestoßen vorkommen. In Hogwarts sind Sie alle immer willkommen." Er hatte das Gefühl, sie krampfhaft in den Stuhl pressen zu müssen, um sie nicht in den Arm zu nehmen.

"Ich weiß", flüsterte Hermine und beugte sich ebenfalls vor, stellte ihr Glas weg und blickte auf ihre Hände.

"Nun." Severus' Finger kribbelten. Vorsichtig legte er ihr die Fingerspitzen auf das linke Knie. "Gehen wir ins Bett? Es ist doch schon recht spät und morgen ist auch noch ein Tag." Ja, dachte er, das würde das Beste sein. Bevor er dem Drang nicht mehr widerstehen konnte...

Hermine sah auf. "Okay." Sie lächelte wieder.

Dann erhoben sie sich.

Severus brachte die Gläser in die Küche und Hermine machte die Kerzen auf der Terrasse und im Garten aus.

Zusammen schlichen sie die Treppe hinauf, bevor sich im oberen Stockwerk ihre Wege trennten.

"Gute Nacht", wisperte Hermine.

Der Lehrer lächelte noch einmal. "Schlafen Sie gut."

Schnell verschwand das Mädchen in ihrem Zimmer.

Severus ging in seines, das ihm Jaqueline gezeigt hatte, welches gleich neben dem seiner Freunde lag. Er ließ das Licht aus und ging zum Fenster, öffnete es und blickte hinaus in die dunkle, weite Nacht. Unter ihm lag der Garten, wo er noch Momente zuvor mit Hermine gesessen hatte. Seltsam, wie schnell die Zeit doch vergangen war.

Der Zaubertränkemeister war sich noch nie einig gewesen, ob die Zeit nun sein Feind oder sein Freund war. Oftmals war sie sein Feind. Auch heute vielleicht. Obwohl, was hatte sie getan? Nichts. Er war geflohen, vor seinen Gefühlen, die er möglicherweise zu schnell nicht mehr unter Kontrolle halten konnte. Ansonsten wäre die Zeit sein Freund gewesen, hätte ihnen die ganze Nacht geschenkt. Er ganz allein war Schuld daran, dass er nun hier stand, allein und trotzdem mit dem Gedanken, dass es wohl besser so war, damit nichts geschah, was nicht passieren sollte. Hermine war süß, vielleicht war sie auch naiv - wann hatte Liebe schon einmal etwas mit Verstand zu tun gehabt? - und fand ihn attraktiv? Möglich war alles. - Auch Hirngespinste. Und denen wollte er sich nun nicht hingeben.

So ließ er das Fenster schließlich weit offen stehen, entkleidete sich und legte sich auf sein Bett. Morgen würde er bereits wieder abreisen. Und das nächste Mal sah die Welt sicher wieder ganz anders aus. Vielleicht saß dann schon eine weitere Person am Tisch, ein Mann, der sich womöglich Peter nannte und weitläufig als Hermines Freund bekannt war.

Er schloss die Augen. Das war wirklich ein Alptraum! Aber anscheinend wollte er es nicht anders. Lag hier, untätig, wie immer, wenn es um das ging, was wirklich wichtig schien. Oder war es nur Dumbledore wichtig? Stand er nicht vielleicht zu sehr unter dem Einfluss des alten Mannes, der aus welchem Grund auch immer wollte, dass sich die Menschen um ihr herum fanden und glücklich waren, während er sein Leben lang scheinbar allein gewesen war? (Oder zumindest seitdem Severus ihn kannte.) Irgendwie würde es ihm immer ein Rätsel bleiben, dachte er.

Und irgendwann würde er es doch verstehen...

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to be continued...

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