Oh wie gemein!
Da wird Hermine bedroht von Lucius, der vollkommen außer sich und zu allem fähig ist, und was passiert? Wir machen weiter mit einer nägelfeilenden Sekretärin!
Und für Euch heißt es warten und weiter raten!
Aber Ihr habt ja auch alle geschrie(b)en, Neville soll endlich mal Harry auf den Zahn fühlen. Und jetzt ist doch die passende Zeit dafür. Grins.
Was sagt Ihr da? Genfer Konventionen und so? Folter? Literarische Körperverletzung? Also bitte, es zwingt euch doch keiner, Fanfictions zu lesen! Außerdem sind wir doch lieb und nett, denn wir lassen Euch heute hinter Harrys Geheimnis kommen.
Das Beste zuletzt: Nach Zuckerdrache, die uns schon einen wunderbaren OS beschert hat, hat sich nun ein neues Dreamteam aus zwei Reviewerinnen zusammengetan und uns einen spin-off zu Rattenmord geliefert. Oder besser gesagt einen alleserklärenden(???? Warten wir es ab!) Prolog.
Wer Lust hat, hier ist der link: fanfiction .de/s/4b941a5f00013e1a067007d0
Und Ihr wisst ja, Reviewer werden in regelmäßigen Abständen mit einem wertvollen extra-Tipp belohnt!
Viel Spaß!
Legi
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4.11.2005 12.00 Uhr
Zurück im Aurorenbüro steckte Neville erst einmal den Kopf ins Zimmer der Abteilungssekretärin. „Tanya, ist der Chef schon wieder da?"
Die senkte die Nagelfeile, mit der sie soeben noch ihre Fingernägel bearbeitet hatte und schüttelte den Kopf: „Nö, der schwirrt noch bei den Personalern rum. Soll ich ihn rüber schicken, wenn er da ist?"
Neville sah sie eindringlich an: „Ja, unbedingt, es ist wichtig."
„Alles klar, wird erlegt!" Sie widmete sich wieder ihren langen, glitzernden Nägeln.
Neville brachte die Akte Ginevra Weasley gerade auf den neusten Stand. Weder das Labor noch die Spurensicherung hatte hilfreiche Ergebnisse vorzuweisen. Und er selbst tappte auch immer noch ziemlich im Dunkeln:
Malfoy war auf jeden Fall am Mordtag am Tatort gewesen, soviel stand fest. Und Ginnys Schwangerschaft von einem anderen Mann könnte durchaus ein Mord-Motiv abgeben. Doch welche Veranlassung hätte er gehabt, die Leiche verschwinden zu lassen?
Dies wiederum wäre ein Leichtes für Harry gewesen……
Neville biss ein Stück von seinem Sandwich ab und schüttelte dabei leicht den Kopf.
Nein, als Mörder kam Harry nicht in Frage!
Wer blieb noch übrig?
Narzissa, die betrogene Ehefrau? Intelligent genug wäre sie. Aber fähig zu einem kaltblütigen Mord? Auf keinen Fall. Er verfügte doch wohl über genug Menschenkenntnis, dass er das ausschließen konnte.
Wen gab es noch?
Georgia, die kompetente Kollegin, die nun sicher Ginnys Posten erben würde?
Ein noch unbekannter Vater von Ginnys Kindern?
Und die große Frage: Wieso hatte der Mörder nicht sofort die Leiche weggeschafft? Oder waren es zwei verschiedene Täter?
Neville hatte plötzlich keinen Hunger mehr. Er warf das restliche Brot in den Mülleimer und wischte sich die Hände an einem Taschentuch ab.
Gerade als er zur Teetasse greifen wollte, wurde die Tür aufgerissen und Harry stürmte mit einem geschäftigen Gesichtsausdruck herein.
Gut!
Jetzt würde er endlich Klarheit darüber bekommen, ob Harry tatsächlich der Vater von Ginnys Kindern war und mit dem Verschwinden der Leiche etwas zu tun hatte. Die Vorstellung kam ihm immer noch mehr als absurd vor.
Neville räusperte sich und wollte sich gerade einen passenden Anfangs-Satz zurechtlegen, als er bestürzt feststellen musste, dass Harry sich auf den Stuhl direkt vor seinem Schreibtisch gesetzt hatte und ihm nun mit einem Formular unter der Nase herumwedelte.
„Neville, das ist der Bogen zur Führungsstil-Analyse. Ich will das schnell hinter mich bringen, kannst du das heute noch ausfüllen?"
Er legte das Blatt mitten auf die anderen Unterlagen, die über den Schreibtisch verstreut waren.
„Äh, ja, natürlich", erwiderte Neville, „aber ich wollte noch etwas anderes mit dir besprechen. Es geht um meinen Fall.."
„Klar, ich erklär dir nur schnell den Bogen. Hier oben geht es los mit meinem Führungsverhalten. Schau mal!"
Gehorsam senkte Neville den Blick auf das Formular
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1.. Persönliches Führungsverhalten
a) Hört Ihnen Ihr Vorgesetzter stets zu, wenn Sie mit ihm sprechen?
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„Harry, ich muss dich erst noch was fragen!"
„Ja, ich weiß schon. NATÜRLICH sollt Ihr ehrlich antworten! Wir werden im Anschluss an die Auswertung noch ein gruppendynamisches Gespräch mit den Personalentwicklern haben."
MEINE GÜTE, es geht doch jetzt um was ganz anderes!
Neville versuchte es mit einem direkten Blick in die grünen Augen seines Gegenübers.
„In welcher Beziehung standest du zu Ginny?"
Ein kurzer Moment der Stille.
Der aufgedrehte Ton in der Stimme seines Chefs war verschwunden, als dieser antwortete. „Was soll das? Du weißt ganz genau, dass wir in der Schule befreundet waren. Das ist kein Geheimnis."
Die grünen Augen schienen ihn etwas ZU entschlossen anzustarren.
Das kann doch gar nicht sein! Es ist HARRY POTTER, der da vor mir sitzt! Soll ich ihn wirklich einen Lügner nennen? Ihn, meinen Chef? Und – was noch entscheidender ist – mein Freund seit Schultagen?
Gedankenverloren ließ Neville seinen Blick über den Schreibtisch wandern und blieb abermals bei dem Formular hängen.
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2. Informationspolitik in der Abteilung
a) Werden Sie von Ihrem Vorgesetzten über alle dienstlichen Fakten zeitnah
informiert?
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„Harry, sag mir bitte ehrlich, ob du mit Ginny kurz vor ihrem Tod etwas zu tun hattest!"
Sein Schulfreund sprang auf. „Bist du von allen guten Geistern verlassen? Was willst du mir da unterstellen? Meinst du am Ende noch, ich hätte Ginny umgebracht? Das ist doch lächerlich!"
Harrys Stimme war immer lauter geworden und am Schluss zu einem künstlich klingenden Lachen angeschwollen.
Neville musste schlucken. Es kam sich einerseits wie ein Verräter vor, wenn er seinem Freund eine Beteiligung unterstellte. Andererseits sagte ihm sein Gefühl mit jeder Sekunde deutlicher, dass hier irgendetwas nicht stimmte.
„Ich habe nicht gesagt, dass du als Mörder in Betracht kommst, aber -."
Harry unterbrach ihn eisig: „Sag mal, hörst du dir auch mal zu, wenn du sprichst? Langsam glaube ich wirklich, es war die falsche Entscheidung, dir den Fall zu übertragen!"
Sein Chef stand aufgerichtet vor ihm und funkelte ihn an.
Unsicher wandte Neville seinen Blick ab.
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3. Konfliktverhalten und Umgang mit Kritik
a) Bleibt Ihr Vorgesetzter stets gelassen und ruhig, auch wenn Sie Kritik an seinem Verhalten oder seinen Entscheidungen äußern?
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Neville hatte genug!
Es war endgültig Zeit für klare Aussagen. Er sprang ebenfalls vom Stuhl hoch und baute sich zur vollen Größe auf. „Ich möchte eine ehrliche Antwort von dir. Bist du der Vater von Ginnys Kindern?"
Innerlich zog er den Kopf ein und wartete auf den Orkan, der wohl nun über ihn hereinbrechen würde.
Doch Harry schien einen kurzen Moment reglos zu verharren, dann ließ er sich kraftlos auf den Stuhl fallen und stieß ein resigniertes „ja." heraus.
Im ersten Augenblick glaubte Neville, sich verhört zu haben. Doch ein Blick in das nun graue Gesicht seines Freundes belehrte ihn eines Besseren.
Auch er setzte sich wieder hin. „Ich glaube, es wird Zeit, dass du mir alles erzählst!"
Harry holte tief Luft, überlegte noch eine Sekunde und sagte dann: „Es war auf dem großen Betriebsausflug nach Cornwall. Nein, eigentlich war es schon einige Zeit vorher. Wir waren uns mal über den Weg gelaufen und irgendwie – wie soll ich sagen? – ich fand Ginny immer noch interessant. Aber sie hatte mir klar gemacht, dass sie in einer Beziehung steckte, und ich für sie nur als normaler Freund in Frage kam."
„Wußtest du, dass sie mit Malfoy zusammen war?"
Er schüttelte den Kopf. „Nein, sie hatte keinen Namen genannt. Verständlich oder?" Er sah Neville fragend an. Dieser entgegnete: „Allerdings. Und bei dem Betriebsausflug des Ministeriums seid Ihr Euch dann wieder näher gekommen?"
Harry nickte und fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht. „Ja, sie machte irgendwie einen unglücklichen Eindruck. Es gab Alkohol, die Bar machte irgendwann dicht, wir wollten uns in meinem Zimmer noch ein bisschen weiter unterhalten – du kannst hoffentlich auf die weiteren Details verzichten?"
„Natürlich." Nach einer Pause sprach Neville weiter. „Das war also der Grund, warum du keinen Vaterschaftstest genehmigen wolltest."
„Die Zeit hätte perfekt gepasst. Dreizehnte Schwangerschaftswoche. Vierlinge! Mein Gott, und ich hatte keine Ahnung!"
Harry hing schlaff im Stuhl. „Als dann klar war, dass Lucius unfruchtbar ist, war einwandfrei bewiesen, dass ich der Vater sein musste. Ich gehe zumindest nicht davon aus, dass Ginny sich noch mit einem anderem Mann eingelassen hatte."
Neville musste sich sehr zusammen nehmen, um die nächste Frage in ruhigem Ton zu stellen. „Es gibt sicher einige Leute im Ministerium, denen eine Verwicklung von dir in einen Mordfall mehr als gelegen kommen würde. Leute, denen der berühmte Harry Potter schon lange ein Dorn im Auge ist und die dich gerne beseitigen würden. War das der Grund, warum du die Leiche weggeschafft hast?"
So, jetzt war es raus.
Doch Harry sah ihn mit fragenden Augen an: „Wovon redest du da?"
Oh bitte, nicht nochmal alles von vorn!
„Harry, ich kann dich ja verstehen. Und ich habe nicht vor, dieses Gespräch hier offiziell zu machen, schließlich kommst du als Mörder nicht in Betracht. Doch ohne Leiche ist die Suche natürlich nicht unbedingt einfacher geworden!"
Sein Freund schüttelte immer noch verständnislos den Kopf. „Willst du sagen, Ginnys Leiche ist verschwunden?"
„Hast du die Berichte nicht gelesen?"
„Nein, hatte noch keine Zeit. Warst du schon in der Pathologie? Wer hatte Zugang? Und wessen Dienst war es?" Seine Miene wirkte auf ihn ehrlich entsetzt. Neville war sich eigentlich recht sicher, dass sein Freund tatsächlich überrascht von dieser Meldung war. Sie kannten sich schließlich schon lange. Und Harry würde ihm doch nichts vorspielen! Schließlich waren sie Kollegen!
„Harry, lies erst mal alles durch, es gibt so viel Neues. Ich werde nochmals in Ginnys Wohnung apparieren, es gibt schließlich einiges zu suchen. Wir reden später weiter."
„Ist gut." Harry stand schwerfällig auf und verließ das Büro.
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4. Allgemeines
Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Vorgesetzter stets
a) über alle Vorgänge in der Abteilung Bescheid weiß
b) seine Arbeit zeitnah erledigt
c) in allen Bereichen ständig den Überblick behält
d) persönlich mit sich im Reinen ist
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Neville zog das Blatt zu sich her, nahm den Stift in die Hand und seufzte laut.
(legilimens)
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