A/N: So, hier ist es! Das nächste Kapitel! Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und bin schon auf das Feedback dazu gespannt ;)


Teil III

Kapitel 54: Das Projekt

September kam viel schneller als erwartet. Die Sommerferien waren schnell vergangen, als sie die Tage mit ihren Freunden verbrachte, sich wieder daran gewöhnte in der Westlichen Hauptstadt zu wohnen, und mit Vegeta trainierte. Als Jenny die Entscheidung getroffen hatte zurück zu kommen, hatte sie nicht geglaubt, dass die Capsule Corporation sich so schnell wieder wie Zuhause anfühlen würde. Aber die Tatsache, dass ihre Freunde wirklich nur einen kurzen Flug oder einen Anruf entfernt waren, half viel. Entgegen ihrem vorherigen Leben hier hatte sie nun Freunde auf die sie zählen konnte. Und mit denen sie alles meistern konnte.

Sogar die High School, obwohl sie nicht mit ihr dahin gingen. Aber sie hatte ihre Unterstützung, von einem Gespräch übers Telefon am Abend zuvor zu der Nachricht, die sie an diesem Morgen auf ihrem Handy hatte, und die nur aus wenigen Wörtern bestand. ‚Du schaffst es!'

Oh, aber wie konnte sie es schaffen, wenn sie noch nicht einmal das richtige Outfit für ihren ersten Tag an der High School der Westlichen Hauptstadt finden konnte? Sie wollte zu den anderen normalen Kids passen und da sie in den letzten Jahren eine relativ normale Schule besucht hatte, würde sie viel weniger Probleme damit haben als ihr großer Bruder Gohan gehabt hatte, als er seine ersten Tage in der High School hatte.

Aber… wie schwierig konnte es bitteschön sein, etwas zum Anziehen zu finden, dass nicht zu kitschig, zu streberhaft oder zu normal war?

Frustriert entschied Jenny sich schließlich für ein paar hellblaue Jeans und ein lila T-shirt, zusammen mit weißen Sneakers. Ihr Haar wurde zu seinem einfachen Pferdeschwanz zusammen gebunden und nach einem schnellen Blick in den Spiegel beschloss Jenny, dass, während es noch immer nicht perfekt war, es nun gut genug war, um nicht zu viel Aufmerksamkeit zu erregen. Sie hatte keine Ahnung, wie groß diese Schule war, aber ein neues Gesicht würde an sich bestimmt schon genug Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

„Gör!"

„Ich komme!"

Sie und Vegeta mussten erst zur Schulleitung bevor sie in den Unterricht ging, um die letzten bürokratischen Dinge zu regeln. Sie hatte ihn noch nicht getroffen, genauso wenig wie Vegeta, da ihre Anwälte sie angemeldet hatten. Deshalb hatte der Schulleiter darauf bestanden, sie beide zu treffen, und Vegetas Unterschrift für die Anmeldung zu bekommen. Und da Jenny einen guten Eindruck machen wollte – nicht wie das letzte Mal, als sie an die Grundschule kam – wollte sie nicht zu spät kommen.

Es war ein Fußweg von dreißig Minuten, während denen sie nicht miteinander redeten. Aber im Gegensatz zum letzten Mal lief sie nicht trotzig hinter ihm, sondern neben ihm, ihre Hände wringend. Sie war nervös und gleichzeitig aufgeregt, aber bereit sich egal was ihr begegnete zu stellen. Dieses Mal wusste sie, was sie nicht tun sollte. Dieses Mal würde sie über die übernatürlichen Dinge in ihrem Leben die Klappe halten. Dieses Mal würde sie keine unnötige Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Der Schulleiter erwartete sie bereits, als sie von der älteren Sekretärin in sein Büro gebracht wurden direkt als sie ankamen. Und nun saßen sie vor seinem Tisch. Jenny lächelte nervös, in dem Versuch den stoischen Gesichtsausdruck auf Vegeta's Gesicht wettzumachen. Nun, immerhin schaute er nicht so böse und er hatte sogar für diesen Anlass dunkle Jeans und ein schwarzes Hemd angezogen. Sehr menschlich…

„So", begann Schulleiter, ein Mann in den Mittfünfzigern mit zurückgehendem grauen Haar. Jenny war sich nicht sicher, ob sie ihn mochte oder nicht. „In deiner Akte steht, dass du bis zu den Sommerferien eine Privatschule besucht hast. Darf ich fragen, um was für eine Schule es sich gehandelt hat?"

Jenny blickte kurz hilfesuchend zu Vegeta, aber bemerkte, dass sie das alleine regeln musste. Vegeta war nur hier um die letzten notwendigen Unterschriften für ihre Anmeldung zu leisten. „Nun… es war eine Schule für Kampfkünste. Neben dem normalen Schulunterricht wurden wir in der Kunst unterrichtet, mit verschiedenen Waffen zu kämpfen."

Der Schulleiter schaute sie abwägend an, bevor er sagte: „Ich verstehe… warum ein Mädchen wie du so eine Schule verlassen würdest."

Okay, Jenny… tief durchatmen. Es gibt keinen Grund, ihn anzugreifen, erinnerte Jenny sich, während sie gegen die aufsteigende Wut ankämpfte. „In Wirklichkeit habe ich den Abschluss gemacht. Es gab nichts mehr, was sie mir beibringen konnten, deshalb habe ich die Prüfung abgelegt und mit einigen anderen, älteren Klassenkameraden den Abschluss gemacht."

Die Augen des Schulleiters weiteten sich komisch, als er schnell eine Entschuldigung heraus stotterte und dann mit dem normalen Geschäft weitermachte. Jenny lehnte sich mit einem genugtuenden Ausdruck auf dem Gesicht zurück, während der Schulleiter und Vegeta die Formulare durchgingen und schließlich erhielt Jenny ihren Stundenplan und einen Lageplan von der Schule und dann durften sie gehen.

Genau in diesem Augenblick erklang die Warnklingel für die dritte Stunde. Jenny war froh, dass der erste Schultag so spät anfing.

„Okay, ich nehme an, ich geh dann besser zum Unterricht."

„Das tust du besser…"

„So, ich seh ich dann später, nehm ich an", sagte Jenny nervös, die plötzlich nicht mehr wirklich ihre neuen Klassenkameraden und Lehrer treffen wollte. In diesem Augenblich bereute sie es, nicht an Lis Schule geblieben zu sein, dort wo sie jeden und alles kannte.

„Später", stimmte Vegeta zu und wandte sich zum Gehen. Doch bevor er den ersten Schritt tat, warf er einen warnenden Blick über seine Schulter. „Gör…"

Jenny grinste frech, als die an die anderen beiden Male dachte, bei denen sie diese Warnung bekommen und dann Scheiße gebaut hatte. „Jaah, ich weiß… ich werde mich benehmen. Ich verspreche es. Ehrlich."

Ein weiteres Nicken und Vegeta war weg.

Nachdem sie einmal tief durchgeatmet hatte, fand Jenny ihr Klassenzimmer auf dem Plan, merkte sich den schnellsten Weg vom Büro des Schulleiters zu besagtem Klassenzimmer, und stopfte den Plan dann in ihre Tasche. „Und los geht's", murmelte sie, als sie ihren Griff um den Gurt ihres Rucksacks festigte und dann aus dem Flur des Schulleiters heraustrat…

… und direkt mit einem der bestaussehendsten Typen, den sie je gesehen hatte, zusammenstieß.

„Sorry, es tut mir so Leid", murmelte sie, als sie sofort in die Hocke ging und ihm half die Bücher aufzuheben, die bei dem Zusammenstoß heruntergefallen waren. „Ich bin so ein Tollpatsch."

Glücklicherweise lachte der Typ nur, und als sie beide wieder aufrecht standen, fragte er: „Geht es dir gut?"

„Keine Angst… mir geht's gut… und dir? Hab ich schon erwähnt, wie Leid es mir tut? Ich meine, es ist nur… es ist mein erster Tag und ich bin…" Ihre Augen trafen leuchtende und funkelnde blaue Augen, genauso wie ihre eigenen. „Und ich bin total am brabbeln… Es tut mir Leid, ich muss los…"

Der Typ schaute ihr nur nach und schüttelte seinen Kopf, was sein lockiges blondes Haar in seine Augen fallen ließ. „Hey, Cam, kommst du?", rief ein anderer Junge, der ihn aus seinen Gedanken riss.

„Jaah, ich komme", antwortete Cam, der noch einmal über eine Schulter schaute und sah, wie das Mädchen um eine Ecke herum verschwand. Naja, er würde sie bestimmt bald wiedersehen.


Obwohl sie sich den Weg gemerkt hatte, verlief Jenny sich fast zwei Mal und musste nach dem Weg fragen. Deshalb waren alle Türen bereits geschlossen, als sie endlich beim Klassenzimmer ankam. Yay, was für einen guten ersten Eindruck sie bei ihrem Lehrer und den neuen Klassenkameraden hinterlassen würde. Nachdem sie zögerlich angeklopft hatte, öffnete sie vorsichtig die Tür und trat ein.

„Es tut mir Leid, dass ich zu spät bin", sagte sie zu der Lehrerin, einer Frau in ihren Vierzigern mit kurz geschnittenem dunklen Haar, als sie die Tür hinter sich schloss. „Ich hab mich verlaufen."

Auf dem ersten Blick schien ihrer Lehrerin nett zu sein. Zumindest lächelte die Frau sie an, was schon mal etwas war. „Jenny, richtig?", fragte sie, als sie auf sie zukam und ihre Hand schüttelte. „Ich habe dich schon erwartet. Ich bin Mrs. Müller, deine Klassenlehrerin. Willkommen in deiner Klasse."

„Danke…", murmelte Jenny etwas schüchtern, als sie alle Blicke auf sich spürte.

„So, würdest du dich gerne jetzt vorstellen oder später?"

Sie konnte es sich aussuchen? Das war nett. „Jetzt, nehm ich an… Will es am besten gleich hinter mich bringen." Sie grinste ein wenig, was ihre Klassenkameraden zum Kichern brachte. Nun, immerhin dachten sie, dass sie witzig war. „Okay… Es gibt nicht viel zu erzählen. Mein Name ist Son Jenny und ich bin vierzehn Jahre alt. Mein Vater starb bevor ich geboren wurde und meine Mutter starb bei der Geburt von mir und meinem Zwillingsbruder. Nun, ihr werdet das wahrscheinlich nicht glauben, aber meine Eltern waren mit Bulma Briefs befreundet, und deshalb nahmen sie und ihr Ehemann Vegeta mich und meine Brüder nach dem Tod unserer Mutter auf. Aber Bulma und meine Brüder wurden in Buus Angriffen getötet und dann waren nur Vegeta, meine Grandma und ich übrig, bis dann auch meine Grandma starb. Ich habe die letzten vier Jahre an einer Privatschule verbracht, wo ich gelernt habe mit Schwertern und einem Kampfstab zu kämpfen, und jetzt wo ich dort meinen Abschluss gemacht habe, bin ich zurück in die Westliche Hauptstadt gekommen. Wie ihr also erraten könnt, bin ich eine Kampfkünstlerin, aber bevor ihr fragt, nein, Mr. Satan ist nicht beim Vorbild." Da konnte sie ein paar überraschte Geräusche von ihren Klassenkameraden hören, aber Jenny blieb ruhig. „Meine Vorbilder sie Kämpfer, die ich selbst kenne. Mein großer Bruder, einige Freunde und nicht zu vergessen mein Stiefvater Vegeta zum Beispiel."

„Wie lange trainierst du schon Kampfkünste?", fragte ein pickeliger und ziemlich schwächlich aussehender Junge aus den hinteren Reihen.

„Ich habe mit dem Training angefangen, als ich vier Jahre alt war", antwortete Jenny und ignorierte die überraschten und erstaunten Ausrufe ihrer Klassenkameraden. „Und ich trainiere seitdem."

„Warte…", fragte eine weitere Klassenkameradin, ein munter aussehendes Mädchen mit schwarzen Locken und blasser Haut. „Du hast gesagt, dass dein Name Son Jenny ist. Bist du irgendwie mit einem Son Goku verwandt?"

„Jaah", antwortete Jenny langsam. „Son Goku war mein Vater."

„Wer ist dieser Son Goku?", fragte ein anderer Schüler.

Jenny schaffte es nicht, den Schüler anzuschauen, als das Mädchen von vorher eine Antwort bereit hatte. „Son Goku hat das dreiundzwanzigste Tenkaichi Budokai gewonnen und als Junge beim einundzwanzigsten und zweiundzwanzigsten teilgenommen, wo er beide Male bis ins Finale gekommen ist. In wahren Kampfkunstkreisen ist er eine Legende."

Innerlich stöhnend fragte Jenny sich, wie sie es immer schaffte, diese Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ehrlich, es war nicht ihre Schuld, dass sie in irgendeiner Form mit berühmten Persönlichkeiten bekannt oder verwandt war.

„In Ordnung, Leute", unterbrach Mrs. Müller sie, Dende sei Dank bevor eine Diskussion ausbrechen konnte. „Genug mit der Fragestunde. Nun, Jenny, warum setzt du dich nicht neben Mellie?" Das muntere Mädchen mit den schwarzen Locken winkte ihr zu und Jenny bemerkte erst jetzt, dass der Platz neben ihr leer war. „Und dann können wir weitermachen."

Mit einem dankbaren Lächeln für ihre Lehrerin setzte Jenny sich auf den leeren Stuhl und ließ ihre Tasche neben sich fallen. Das Mädchen, Mellie, streckte ihre Hand aus und Jenny schüttelte sie. „Nett dich kennen zu lernen", sagte Mellie grinsend.

„Ja, schön auch dich kennen zu lernen…"


Schule war nicht… so übel. Nach der ersten Mittagspause fing Jenny an, mit Mellie und ihrer engen Gruppe Freunde rumzuhängen. Und während sie sich sicher war, dass sie mit ihnen nie so gut befreundet sein würde wie mit Mailin und Damian und auch den anderen aus ihrer Gruppe an Lis Schule, so mochte sie es doch in ihrer neuen Schule Zeit mit ihnen zu verbringen. Sie waren lustig und stellten nicht zu viele Fragen, was Jenny sehr gut passte.

Der einzige wirkliche Nachteil dieser Schule war, dass sie keine Volleyballmannschaft hatte. Sie hatte eine Fußballmannschaft, eine Basketballmannschaft, sogar eine Kampfkunst-AG, in die sie eingeladen worden war – was sie jedoch abgelehnt hatte. Aber kein Volleyball.

Mit ihrem neuen Leben schien die Zeit wieder schneller zu vergehen. September verschmolz mit Oktober, Oktober mit November… Weihnachten kam und ging, genauso wie Jennys fünfzehnter Geburtstag. Sie hatte eine kleine Feier mit Mailin und Damian direkt an ihrem Geburtstag, gefolgt von einer Party an Lis Schule mit all ihren Freunden am Wochenende danach. Es war wie immer großartig und eine der wenigen Zeiten, in denen Jenny Zweifel daran hatte, ob sie Lis Schule und ihre Freunde wirklich hätte verlassen sollen.

Ihr neues Leben war nicht unbedingt überwältigend großartig, aber es war okay. Sie war glücklich, immer beschäftigt, und sie sprach mit ihren Freunden und sah sie regelmäßig, aber manchmal vermisste sie wirklich ihr altes Leben.

Und trotzdem ging sie nach der Party zurück zur Westlichen Hauptstadt und ihrem neuen Leben.

Das neue Leben ging genauso weiter wie in den vergangenen paar Monaten. Schule, Training, ihre Freunde treffen. Bis März, als ihre Geschichtslehrerin (eine alte Frau, blind wie eine Fledermaus und die ihre Namen immer noch nicht konnte) ankündigte, dass sie für ihre Zwischennoten ein Projekt anfertigen musste. Und sie würden Lose ziehen, um ihr Thema zu bekommen. Und sie hatten nur vier Wochen Zeit, es fertigzustellen. Der 15. April war die Deadline. Die Anforderungen waren ein schriftlicher Bericht, zehn bis fünfzehn Seiten, auf der CD gespeichert (wahrscheinlich damit ihre Lehrerin den Text heran zoomen konnte, um ihn zu lesen), gefolgt von einer Präsentation vor der Klasse.

Großartig, einfach großartig.

Jenny kritzelte trotzig auf ihrem Notizblock, während die Lehrerin herumging, damit die Schüler die Lose mit ihren Themen ziehen konnte. Scheinbar gab es ein großes Überthema für das ganze Projekt und sie bekamen alle Unterthemen. Und ihre Lehrerin hatte ihnen noch nicht einmal das große Überthema verraten, wahrscheinlich um das alles noch mysteriöser zu machen. Fantastisch.

Endlich war Jenny dran ihr Los zu ziehen und behielt es in ihrer geschlossenen Faust. Sie durften die Lose erst öffnen, wenn alle eines hatten. Oooh, die Spannung. Man beachte den Sarkasmus.

Noch immer gelangweilt öffnete Jenny ihr Los zusammen mit allen anderen und konnte nur auf den Namen, der darauf stand, starren.

Son Goku.

Was zum… Sie schaute auf und dann zu Mellie rüber, um nachzuschauen, welchen Namen sie auf ihrem Los stehen hat. Jackie Chun.

Hö?

„Nun, da ihr alle die Namen auf euren Losen gesehen habt, kann mir jemand sagen, was all diese Personen gemeinsam haben?", fragte die Lehrerin in ihrer schrillen Stimme.

Geflüster brach zwischen den Schülern aus, als sie schauten, welche Namen die anderen bekommen hatten, aber keiner schien die Verbindung herzustellen. Aber Jenny hatte die Verbindung schon hergestellt, nachdem sie zwei weitere Namen gehört hatte.

Tenshinhan.

Mr. Satan.

„Sie haben alle in den letzten vierzig Jahren im Tenkaichi Budokai gekämpft", flüsterte sie, wobei ihre Stimme das Gemurmel durchbrach, obwohl sie so leise gesprochen hatte.

Ihre Lehrerin richtete sich sofort auf Jenny aus und klatschte aufgeregt in die Hände. „Das stimmt, Penny, zumindest fast. Da das Tenkaichi Budokai nach einer achtjährigen Pause wiederbelebt wird, hat die Schulbehörde beschlossen, dass die Zwischennote in dem Fach Geschichte aus einer Biographie von einem berühmten Teilnehmer des Tenkaichi Budokais in den letzten fünfzig Jahren bestehen soll."

Jenny starrte wieder auf den Namen auf ihrem Los. Fan-fucking-tastisch! Eine zwölfseitige Biographie über ihren liebsten Daddy, einen Mann, den sie nur einmal getroffen hatte, und der nicht gerade den besten Eindruck hinterlassen hatte.

Das nächste, was die Lehrerin tat, war ihre Namen aus dem Klassenbuch aufzurufen um zu notieren, welchen Kämpfer sie bekommen hatte. Und genau wie Jenny es erwartet hatte, dachten einige Schüler, dass es unfair war, dass sie eine Biographie über ihren Vater schreiben durfte.

„Ein Vater, der gestorben ist, bevor ich überhaupt geboren wurde, und den ich nie getroffen habe", stellte Jenny klar, womit sie es schaffte, dass sie damit aufhören. Sie wollte ihren Klassenkameraden gegenüber nicht zugeben, dass diese Biographie über Son Goku zu schreiben das letzte war, was sie tun wollte. Hätte sie nicht einen der anderen kriegen können? Krillin? Tenshinhan? Chao-zu? Diesen Aufsatz über Tenshinhan und Chao-zu zu schreiben wäre eine Leichtigkeit gewesen, da sie sie ja persönlich kannte.

Sie war den ganzen Heimweg über wegen des Aufsatzes am Grummeln und als sie zu Vegeta in den Gravitationsraum kam, versuchte sie es aus ihren Gedanken zu verbannen. Offenbar erfolglos, da sogar Vegeta ihre schlechte Laune bemerkte. Aber als er sie darauf ansprach, sagte sie bloß, dass sie einen schlechten Tag an der Schule gehabt hatte. Es gab keinen Grund, warum er erfahren sollte, dass sie die Vergangenheit seines größten Rivalen aufwühlen musste.

Die einzige Person, der sie davon an dem Abend erzählte, war Mailin am Telefon, aber erst nachdem sie sichergestellt hatte, dass Vegeta im GR war und es nicht überhören konnte.

„Weißt du", sagte Mailin, „vielleicht musst du die ganzen Nachforschungen gar nicht ganz alleine machen. Immerhin leben noch Leute, die deinen Vater kannten. Tenshinhan und Chao-zu zum Beispiel. Du könntest sie interviewen. Versuch ein paar Aufnahmen von den Turnieren zu finden, in denen er gekämpft hat. Schreibe auf, was Gohan dir in seinen Geschichten erzählt hat."

„Gute Idee…" Jenny hatte ganz und gar vergessen, dass einige von Son Gokus Freunden noch lebten. Aber das bedeutete wiederum, dass sie über ihn reden musste, was sie bis jetzt möglichst vermieden hatte. „Ich nehme an, ich muss mit ihnen reden…" Und vielleicht könnten sie ihr helfen, noch mehr Leute zu finden, die eine Vergangenheit mit ihrem liebsten Daddy hatten.


Zwei Tage später, an einem Samstag natürlich, saß Jenny in der Hütte, in der Tenshinhan und Chao-zu mit Suki lebten, und genoss ihr nun monatliches Abendessen mit ihnen. Tenshinhan hatte sich gefreut zu hören, dass sie mit ihm über Son Goku hören wollte, als sie ihn angerufen und von ihrem Projekt erzählt hatte.

Aber er wurde langsam wieder besorgt, als sie während des Abendessens nichts zu dem Thema sagte. Deshalb fragte er sie nur über die Schule allgemein aus, über ihre Leben in der Westlichen Hauptstadt und andere Dinge, aber nie über das Projekt.

Erst als Suki die Teller weggeräumt hatte und zu ihnen gesagt hatte, dass sie ins Arbeitszimmer gehen würde, um etwas zu lesen und sie für ihr Interview alleine zu lassen, holte Jenny ihren Laptop heraus und fuhr hin hoch. Tenshinhan war ein wenig über den professionellen Ausdruck auf ihrem Gesicht besorgt, als sie das Interview begann. Es schien fast so, als ob sie überhaupt kein persönliches Interesse darin hatte, etwas über ihren Vater herauszufinden.

„Okay… ich weiß, dass du Goku lange gekannt hast… und dass du denkst, dass er ein großartiger Typ ist, aber bitte beschönige nichts. Erzähl mir, wie er wirklich war, ohne… du weißt schon… all dieses Lob, mit dem ihr ihn immer so hochleben lasst. Seid ehrlich, mehr möchte ich nicht." Sie atmete einmal tief durch. „Okay, ich habe zwar einige Geschichten gehört… aber wie habt ihr ihn kennen gelernt? Es war irgendwann vor dem zweiundzwanzigsten Tenkaichi Budokai, richtig?"

„Jaah… ich muss zugeben, dass Chao-zu und ich nicht immer so waren, wie wir jetzt sind. Unser ehemaliger Meister, Tsurusennin, hatte uns erzogen an Grausamkeit und Herzlosigkeit zu glauben. Als Goku uns traf, terrorisierten wir ein Dorf, während wir uns auf das Turnier vorbereiteten. Er hatte nicht den besten Eindruck von uns bekommen und entlarvte uns vor den Dorfbewohnern. Wir mussten flüchten und kehrten an unsere Schule zurück. Und dann trafen wir uns beim Turnier wieder, wo er und Muten Roshi uns langsam dazu gebracht hatten, an unserer Erziehung zu zweifeln und letztendlich den rechten Weg einzuschlagen…"

So fing Tenshinhan an, Jenny als über den Son Goku zu erzählen, den er kennen gelernt hatte. Über das Training und die Kämpfe, die Turniere und wie Goku am Ende beschlossen hatte, nach seinem Tod im Kampf gegen Cell, im Jenseits zu bleiben. Tenshinhan hatte sich danach von den Z-Kämpfern getrennt um sein eigenes Leben mit Chao-zu zu führen.

Jenny stellte nur ab und zu ein paar Fragen, aber notierte sich fleißig alles, wobei ihre Finger über die Tastatur des Laptops flogen. Und die Fragen, die sie stellte, versuchte Tenshinhan so ehrlich wie möglich zu beantworten.

„Nach dem Turnier, als du gewonnen hattest, war Krillin getötet worden, richtig? Was hat Goku dann gemacht?"

„Er folgte den Leuten, die das getan hatten. Er kämpfte gegen Piccolos Gefolgsleute und dann gegen Piccolo selbst. Er hörte nicht auf bis Piccolo tot war. Und dann ging er zu Kami, wo er für Piccolos Rückkehr trainierte."

„Also stellte er sich Piccolo ganz alleine? Was habt ihr gemacht, während er das tat?"

„Unsere Gruppe ging zurück zur Insel von Muten Roshi, wo wir versuchten herauszufinden, was wir gegen Piccolo unternehmen konnten. Roshi brachte mir das Mafuba bei, und als er bei der Anwendung der Technik starb, suchte ich Piccolo. Ich war bereit, das Mafuba selbst einzusetzen, aber ich konnte nur zuschauen, wie Goku Piccolo in einem harten Kampf besiegte."

„Und dann haute er einfach wieder ab um zu trainieren… ohne nachzuschauen, wie es Krillin oder Roshi oder Chao-zu ging."

Das war keine Frage, deshalb antwortete Tenshinhan nicht, sondern fuhr stattdessen nur mit seiner Geschichte fort. Ein anderes Mal, als Jenny eine Frage stellte, ging es darum, was nach dem dreiundzwanzigsten Tenkaichi Budokai passierte.

„Gohan erzählte mir, dass meine Eltern zusammen in den Sonnenuntergang flogen, ohne dass sie sich wirklich kannten, und dann heirateten… Wann habt ihr sie das nächste Mal gesehen?"

„Nach der Hochzeit?" Tenshinhan runzelte die Stirn, und als er zurückschaute, fand er heraus, dass er seine Antwort selber nicht mochte. „Als Goku von Yadrat zurückkam, ein Jahr nach dem Kampf gegen Frieza auf Namek. Ich war schon tot, als er beim Kampf gegen Nappa… und Vegeta… ankam."

„Das war… wann? Sieben Jahre nach dem Budokai?" Tenshinhan konnte nur nicken. „Ist es wahr, dass Goku Gohan zurück gelassen hatte, womit Gohans Schicksal in Piccolos Händen lag, nur damit er im Jenseits trainieren konnte? Und ist es wahr, dass bis du ihn beim Kampf gegen die Saiyajins gesehen hast, noch nicht einmal etwas von Gohans Existenz gewusst hast? Dass keiner der anderen von Gohan wusste bis er vier Jahre alt war?" Und wieder konnte er nur nicken. „Was war passiert, nachdem Goku von Yadrat zurückgekommen war?"

„Mirai Trunks warnte uns vor den Jinzoningen und dann sind wir alle wieder unsere eigenen Wege gegangen. Um zu trainieren."

Tenshinhans Worte blieben ihm fast im Hals stecken, als er die letzten Worte aussprach. Aber er fuhr trotzdem fort, erzählte alles vom Kampf gegen die Jinzoningen und Cell, bis zu dem Moment, als Goku beschloss tot zu bleiben.

„Was für Gründe gab er dafür an, dass er nicht wiederbelebt werden wollte, außer dass er dachte, dass die Erde ohne ihn ein sichererer Ort sein würde? Wobei wir beide wissen, dass es absolutes Bullshit ist, denn solange hier starke Krieger leben, wird die Erde immer ein Ziel sein. Und außerdem war Gohan damals stärker als er, was bedeuten würde, dass er die Aufmerksamkeit anderer starker Krieger auf sich ziehen würde. Also, was hat er sonst gesagt?"

Tenshinhan schaute Jenny nicht an, als er antwortete: „Er sagte, dass sein Tod nicht so ein großer Verlust sein würde, da er seinen Körper behalten konnte, und dass er im Jenseits viel Spaß haben würde bei all den Kriegern, mit denen er trainieren konnte. Und dass es ihm Leid tat, wenn er deiner Mutter oder deinem Bruder wehtun würde", fügte er schnell hinzu, als sich der Ausdruck auf Jennys Gesicht ein wenig verfinsterte.

Es war schon nach Mitternacht, als sie fertig waren, und Tenshinhan war sich nicht sicher, ob er gute Arbeit geleistet hatte. Chao-zu sah auch ungewöhnlich besorgt aus, als Jenny ihren Laptop wieder in ihren Rucksack steckte und ihnen für das Interview dankte. Jenny schien einen Instinkt dafür gehabt zu haben, alle von Gokus Fehlern in seiner Erzählung zu finden, aufzuzeigen und noch tiefer zu graben. Und während er seine Geschichte erzählte, wurde Tenshinhan sich dieser Fehler auch nur allzu bewusst. Aber er hoffte, dass er es trotzdem geschafft hat zu zeigen, dass Goku im Großen und Ganzen ein guter Kerl gewesen war und dass alle Schwächen hatten, dass alle Fehler machten.

„Weißt du was", sagte Tenshinhan, als er und Chao-zu sie rausbrachten. „Wenn du mehr über Goku erfahren möchtest, bevor ich ihn traf, solltest du zu Roshis Insel fliegen. Vielleicht lebt die alte Schildkröte noch und kann dir einige Dinge über die Zeit erzählen, die Goku dort verbracht hat. Und besuche Yajirobi und Upa. Upa und seine Familie leben am Grund vom Quittenturm. Ich bin mir sicher, dass sie dir auch helfen können."

„Danke… Ich werde das in den nächsten Tagen mal auschecken", sagte Jenny zu ihm, als sie das erste Mal seit Beginn des Interviews lächelte. „Und auch danke, dass ihr ehrlich wart. Ich glaube, ich bekomme langsam ein klareres Bild von Son Goku."

„Gern geschehen", entgegnete Tenshinhan, ebenfalls lächelnd. „Nur… wenn du deinen Aufsatz schreibst… urteile nicht zu scharf über Goku, okay? Er musste viele schwere Entscheidungen treffen und er hatte immer alles in seiner Macht stehende getan, um die Welt zu retten."

„Ich werde überhaupt nicht über ihn urteilen", antwortete Jenny, ihre Stimme plötzlich kalt. „Ich werde es nur so darstellen, wie es ist. Gute Nacht, Tenshinhan. Chao-zu. Ich werde euch bald wieder besuchen."

Und dann, mit einem Aufflammen ihres Kis, schoss sie gen Himmel.

Tenshinhan seufzte, als sie weg war, und drehte sich zu Chao-zu. „Ich glaube, wir haben gerade einen richtig großen Fehler gemacht."

„Nein, Tenshinhan", sagte Chao-zu leise zu ihm. „Wir waren es nicht, die die Fehler gemacht haben."


Über die nächsten Tage sammelte Jenny noch mehr Informationen über Son Goku. Ihr Besuch beim Quittenturm war eine kleine Enttäuschung. Natürlich konnten Upa und Yajirobi ein paar Lücken in ihrer Geschichte füllen, aber insgesamt war es nicht so viel wie sie von Tenshinhan und Chao-zu bekommen hatte. Und obwohl sie schon einige Informationen über das zweiundzwanzigste und dreiundzwanzigste Tenkaichi Budokai hatte, hatte sie immer noch nichts über das einundzwanzigste oder Gokus Leben vor dem zweiundzwanzigsten. Nicht einmal ein Besuch in dem Haus, wo sie geboren worden war, hatte ihr geholfen.

Deshalb hatte sie nur noch eine Möglichkeit die fehlenden Lücken zu füllen. Sie hoffte wirklich, dass die Schildkröte von Roshis Insel noch lebte.

„Wo willst du hin?", fragte Vegeta sie, als sie gerade das Haus direkt nach dem Mittagessen wieder verlassen wollte.

Jenny kam plötzlich zum Stehen. Sie hatte gehofft, dass Vegeta ihre Abwesenheit vom Training nicht bemerken würde. Jaaah, genau, die Chance war wirklich groß. „Ich muss noch ein paar Nachforschungen für den Aufsatz für mein Zwischennotenprojekt anstellen."

„Ich verstehe… Erzähl mir noch mal, worum es in dem Projekt geht?"

„Ach… nichts, was dich interessieren würde. Ein wirklich langweiliges Thema, wirklich. Und deshalb muss ich noch mehr Nachforschungen anstellen. Ich seh dich dann heute Abend!"

Vegeta schaute ihr nach, als sie wegflog, mit einem nachdenklichen Blick auf seinem Gesicht. Seit sie von der Schule mit den Neuigkeiten über ihr Zwischennotenprojekt zurückgekommen war, hatte sie sich verändert. Meistens genervt, oft auch wütend. Aber niemals auf ihn. Manchmal glaubte er sogar, dass sie ihn mit einem merkwürdigen Ausdruck auf ihrem Gesicht anschaute, etwas, was er nicht interpretieren konnte. Ihr Verhalten war wirklich komisch.

Jenny erreichte Roshis Insel etwa nach einer Stunde. Sie wollte nicht so schnell fliegen, da sie Angst hatte, dass Vegeta ihr Ki spüren und herausfinden würde, wo sie hinwollte. Als sie auf dem Strand landete, bemerkte sie sofort wie sehr das kleine Haus in den vergangenen Jahren verfallen war. Die Chancen, dass hier noch jemand lebte, waren fast null. Verdammt…

Die Tür ließ sich leicht genug öffnen und Jenny betrat vorsichtig das Haus. „Hallo? Ist hier jemand?", rief sie aus, bereit sich zu verteidigen, sollte etwas oder jemand sie anspringen. Aber zu ihrer großen Überraschung sah das Haus von innen nicht mal halb so schlimm aus wie von außen. Es war eigentlich sehr sauber und sie konnte das leise Brummen des Kühlschranks hören. „Hallo?"

„Hallo? Kann ich dir helfen?"

Jenny wirbelte erschrocken um und hatte fast einen Ki-Ball bereit, als sie die große grüne Meeresschildkröte durch die Tür kriechen sah. Lächelnd, antwortete Jenny: „Jaah, das hoffe ich doch. Weißt du, ich muss in meiner Schule ein Projekt über Son Goku machen, eine Biographie sozusagen, und mir wurde gesagt, dass du mir etwas über seine Kindheitsjahre erzählen kannst. Ich hab schon alles vom zweiundzwanzigsten Budukai und später, aber ich habe fast nichts über die Zeit davor."

„Oh gut, ich kann dir ein paar Geschichten über Goku erzählen, als er noch ein Junge war", bot die Schildkröte an, als sie vor Jenny zum Stehen kam. „Aber warum sagst du mir nicht erst, wie du heißt? Und bitte, setze dich doch."

„Mein Name ist Jenny", sagte sie zu der Schildkröte, als sie sich auf die Couch setzte. Während die Schildkröte auf sie zu kroch, nahm Jenny ihr Laptop raus und schaltete es ein. „Und danke, dass du mir helfen willst. Das schätze ich wirklich."

„Es ist kein Problem. Es wird besonders in meinem Alter gut sein, mal wieder an die guten alten Zeiten zu denken."

Jenny schmunzelte, da sie das Alter der Schildkröte nur raten konnte. Hundert? Zweihundert Jahre? Oder vielleicht noch älter? Als sie die Notizen auf ihrem Computer geöffnet hatte, sagte sie zu der Schildkröte: "Okay, ich bin bereit, wenn du es bist."

„Ah ja… Ich erinnere mich daran, als ich den jungen Son Goku das erste Mal getroffen habe. Ich glaube, er hatte gerade seine Reise mit Bulma angefangen, um nach den Dragonballs zu suchen. Du musst wissen, dass Goku in den ersten elf Jahren seines Lebens sehr abgeschieden gelebt hat, zuerst mit seinem Großvater Son Gohan und dann alleine, nachdem Gohan in einem Unfall starb. Und dann kam Bulma vorbei und führte ihn in die große weite Welt ein. Aber zurück zu dem Zeitpunkt, als ich ihn kennen gelernt hatte. Goku hatte mich gerettet und mich zum Ozean zurückgebracht. Dann habe ich ihm Muten Roshi vorgestellt, der ihm später angeboten hatte, ihn zu trainieren…"

Während die Schildkröte ihre Geschichte über Son Goku erzählte, machte Jenny wieder fleißig Notizen. Sie hatte etwas davon schon von Bulma gehört, aber konnte sich nur schwer daran erinnern, als sie mit dem Schreiben begonnen hatte. Es war immerhin schon länger als acht Jahre her. Und obwohl die Schildkröte Goku als naiven und süßen kleinen Jungen beschrieb, bemerkte Jenny schnell, dass er schon damals, bevor die Bedrohungen wirklich gefährlich wurden, von seinem Training und dem Verlangen stärker zu werden besessen gewesen war.

Er ging immer alleine los – zuerst nur um nach den Dragonballs zu suchen, aber dann um gegen die Red Ribbon Armee zu kämpfen. Die Soldaten und Kommandeure zu besiegen und am Ende sogar den General, ohne jemanden um Hilfe zu bitten. Und danach, als er wieder mit Muten Roshi trainieren wollte, wurde ihm gesagt, dass es nichts mehr gab, was der Herr der Schildkröten ihm beibringen konnte. Was machte er dann? Anstatt mit seinen Freunden zu trainieren, zog er wieder los. Alleine. Und ließ seine sogenannten Freunde zurück.

Das schien wirklich das Thema seines Lebens zu sein, reflektierte Jenny, als die Schildkröte ihre Erzählung beendet hatte. Immer alleine losziehen, immer seine Freunde und Familie zurücklassen, immer trainieren um stärker zu werden.

„Weißt du was", unterbrach die Schildkröte plötzlich ihre Gedanken. „Ich bin mir sicher, wir haben noch Aufnahmen von den drei Budokais, an denen er teilgenommen hat. Du kannst sie haben, wenn du ihn kämpfen sehen willst."

„Natürlich… wo sind sie?" Die Schildkröte zeigte ihr einen Schrank in der Wand und in der Tat, es befanden sich Kassetten mit dem Titel Tenkaichi Budokai mit jeweils einer 21, 22 und 23 dahinter, darin. Das war großartig. Jetzt konnte sie sich die Kämpfe ansehen und noch mehr Informationen für ihren Aufsatz finden. Sie verpackte die Bänder schnell in einigen Kapseln. „Vielen Dank… Wann willst du sie wiederhaben?"

„Behalte sie", sagte die Schildkröte. „Es ist immer gut, Erinnerungen an die eigene Familie zu haben."

„Was?" Jenny schaute erschrocken von den Bändern auf. "Wie…? Ich hab nichts gesagt…"

„Du hast seine Augen. Die Augen deines Vaters."

Besagte Augen wurden sofort kalt und verloren damit jegliche Ähnlichkeit, die sie mit Son Gokus gutmütigen gehabt haben könnten. „Noch mal danke für die Informationen. Und die Kassetten. Ich bringe sie zurück, sobald ich mit ihnen fertig bin. Tschüss."

Ohne ein weiteres Wort oder einen Blick zurück, verließ Jenny das Haus und flog los. Sie ließ eine sehr traurige und enttäuschte Schildkröte zurück.


Jenny verbrachte die nächsten Nachmittage damit, sich die Aufnahmen der Kämpfe anzuschauen, wo sie noch mehr Informationen fand. Als sie damit fertig war, war Jenny sich sicher, dass sie genug Notizen hatte, um die vorgeschriebene Seitenzahl zu füllen, deshalb öffnete sie als nächstes ein neues Dokument auf ihrem Computer und fing an zu schreiben.

Es dauerte länger als sie gedacht hatte. Es war viel schwieriger als sie sich vorgestellt hatte, aus den Notizen einen zusammenhängenden Text zu verfassen, eine Biographie zu schreiben. Besonders da es viele Dinge gab, die sie verändern musste, damit sie nicht in die nächstbeste Klapsmühle eingeliefert wurde, nachdem sie den Aufsatz abgegeben hatte. Jeder Kampf musste ein wenig heruntergeschraubt werden, es durften keine Saiyajins, kein Namek oder Frieza erwähnt werden, zumindest nicht im wirklichen Sinne, und Son Goku war natürlich nie bei den Cell-Spielen gewesen. So verging eine Woche mit schreiben, zwei Wochen mit schreiben und am Ende der dritten Woche war Jenny glücklich, endlich die letzten Zeilen schreiben zu können. Immerhin musste sie den Aufsatz bis morgen abgegeben haben.

Wenn man also auf die neunundzwanzig Jahre seines Lebens zurückblickt, ist es leicht zu sehen, dass es wenige Dinge in Son Gokus Leben gab, die ihm wichtig waren. Für die meisten sind es ihre Familie und ihre Freunde, aber obwohl er es oft damit begründete, die Menschen, die er liebte, beschützen zu wollen, war es Son Gokus Ziel im Leben immer stärker zu werden, ein besserer Kämpfer zu werden. Niemand kann bestreiten, dass Son Goku ein Genie war, wenn es um das Kämpfen ging, einer der besten Kämpfer, die diese Welt je gesehen hat, aber es war seine Liebe zum Kampf, die alles andere in seinem Leben überschattete.

Wann immer er sich zwischen seiner Familie und Freunden, was gleichbedeutend damit war nicht stärker zu werden, und dem Training entscheiden musste, so wählte er immer das Training. Selbst wenn es keine lebensbedrohliche Situation war. Selbst wenn es nur das nächste Turnier war. Der Ruf des Kampfes, der Herausforderung, war immer stärker als der Ruf seiner geliebten Menschen.

Jenny speicherte das Dokument und schloss es. Nun konnte sie eine Pause einlegen, um es danach noch einmal zu lesen, damit sie es nach Tippfehlern und anderen Unstimmigkeiten durchsuchen konnte, bevor sie es auf eine CD-ROM brannte.

Während sie den Deckel ihres Laptops schloss, rutschte Jenny von ihrem Stuhl. Es war schon fast dunkel draußen, aber Vegeta trainierte noch. Das hieß es dauerte noch etwas bis zum Abendessen, aber sie hatte jetzt Hunger und könnte gut einen Snack haben. Es musste einfach etwas in der Küche geben, das ihr helfen würde bis zum Abendessen zu überleben.

Ein helles Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus, als sie den Kühlschrank öffnete und das letzte Stück des Schokoladenkuchens sah, den sie vor zwei Tagen gekauft hatte. Es war wirklich ein Wunder, dass Vegeta es noch nicht gegessen hatte. Und es war noch nicht einmal ein kleines Stück.

Jenny hatte den Kuchen gerade aufgegessen, bereit sich wieder dem Aufsatz zu stellen, hoffentlich zum letzten Mal (außer bei der Präsentation), als Vegeta die Küche betrat. „Fertig mit dem Aufsatz?", fragte er schroff. Jenny konnte ihm nicht böse sein. Immerhin hatte sie viele Stunden mit dem Schreiben verbracht, die sie auch mit ihm hätte trainieren können.

Trainieren. Da war das Wort wieder.

Und plötzlich erstarrte sie.

„Gör?"

„Fast…", antwortete sie, als sie aus ihrer Benommenheit erwachte, aber nun mit einer brennenden Frage auf ihren Lippen. Nur war sie sich nicht sicher, ob sie sie stellen konnte. Was würde er darüber denken? Und doch musste sie es wissen. Besonders nach all dem, was sie über Son Goku herausgefunden hatte, den Mann, der seine Familie verlassen hatte, nur um stärker zu werden, nur um für den nächsten Kampf bereit zu sein. „Vegeta… kann ich dir eine Frage stellen? Es ist… ein wenig persönlich…"

Vegeta hatte selbst gerade den Kühlschrank durchstöbert, als sie ihn das fragte. Deshalb nahm er sich Zeit einige Dinge herauszunehmen und schloss erst die Tür des Kühlschranks bevor er antwortete. Das Mädchen verhielt sich wirklich merkwürdig, und mehr aus Neugier um zu erfahren, was sie wollte, sagte her: „Nur zu."

Schwer schluckend versuchte Jenny die richtigen Worte für ihre Frage zu finden. „Falls… ich meine… Falls du jemals zwischen deinem Training, ich meinte stärker werden… und mir… wählen müsstest? Und wenn du eines aufgeben müsstest, wenn du das andere wählst… Was würdest du wählen?" In dem Augenblick, als die Frage ihre Lippen verließ, hatte Jenny Angst. Falls Vegeta ihr die Antwort gab, die sie erwartete, aber fürchtete, wäre sie am Boden zerstört.

Nun war Vegeta dran zu erstarren. Hatte das Mädchen ehrlich gerade diese Frage gestellt? Er drehte sich langsam um und sah, dass sie ihren Teller anstarrte. Nur was zum Teufel hatte diese Frage aufgeworfen? Hatte er ihr nicht schon wiederholt gesagt, dass er nirgendwo hingehen würde?

Und dann, plötzlich, schien alles Sinn zu ergeben. Es musste irgendwie mit ihrem Aufsatz zusammenhängen. Vegeta verfluchte sich selbst, dass er nicht darauf bestanden hatte, das Thema zu erfahren, als sie sich so ausweichend verhalten hatte, wenn er das Thema angeschnitten hatte. Nicht zu vergessen ihr Verhalten in den letzten Wochen, die heimlichen, fast ängstlichen Blicke, die sie ihm zuwarf. Die Blicke, die er nicht entziffern konnte. Fast als ob sie ihn immer mit jemandem verglich… aber mit wem? Es machte keinen Sinn… außer… Sie hatte an dem einen Samstag viel Zeit in Triklops Haus verbracht und sie nahm normalerweise nie ihren Laptop mit zum Abendessen. Und das eine Mal, als er hätte schwören können, dass sie sich in der Nähe der Insel des Perverslings befand. Aber würde ein Lehrer wirklich so grausam sein, ihr dieses Thema zu geben?

Vegeta wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Jenny ihren Stuhl zurückschob. „Ist schon okay… du musst nichts sagen… ich verstehe…"

Sie flüchtete fast aus der Küche, über ihre eigenen Füße stolpernd, als seine Stimme sie aufhielt. „Gör… Jenny…"

Mit ihrer Hand am Türrahmen, warf sie ihm einen ängstlichen und gleichzeitig hoffnungsvollen Blick über ihrer Schulter zu. Und wenn jemand ihm diese Frage vor fünfzehn, nein, zehn Jahren gestellt hätte, ob er bei der Tochter seines Rivalen bleiben würde, anstatt zu trainieren um stärker zu werden, wäre die Antwort leicht gewesen. Doch zu seiner großen Überraschung, war sie noch immer leicht, nur anders.

„Ich würde dich wählen."

Er war nicht Kakarotto. Er würde seine Familie nie verlassen. Das Mädchen hatte einen Weg in sein Herz gefunden, den bisher nur eine andere Person gefunden hatte. Bulma, seine Frau, seine Partnerin. Nicht einmal Trunks hatte das geschafft, keiner von ihnen. Sie war seine Familie, seine wahre Familie. Er konnte nicht sagen, wie erleichtert er gewesen war, als sie zu ihm gesagt hatte, dass sie gerne nach Hause wollte. Die Einsamkeit, die er erlebt hatte, das leere Haus, all das war endlich vorbei. Nicht einmal sein Training konnte das Loch in seinem Herzen füllen, als sie auf Lis Schule gegangen war.

Manchmal war Vegeta von den Veränderungen in seinem Leben, seit er auf diesem erbärmlichen Erdball angekommen war, noch immer selbst erschrocken. Wie war aus dem kaltblütigen Killer ohne Bindungen ein Mann geworden, der alles für die Leute, die ihm nahe waren, tun würde? Jemandem nahe zu sein. Ein Konzept das ihm vollständig fremd gewesen war, bis er sein neues Leben auf der Erde begonnen hatte. Sogar Nappa, sein Bodyguard und Partner so lange er sich erinnern konnte, war nie eine Person gewesen, der er nahe gestanden hätte. Das konnte man gut daran sehen, wie einfach es gewesen war, ihn in Stücke zu sprengen. Und das einzige, was Vegeta gefühlt hatte, als er ihn getötet hatte, war die Reue darüber, dass seine fast ausgestorbene Rasse gerade ein weiteres Mitglied verloren hatte.

Doch dann war Bulma gekommen und er hatte entdeckt, was es bedeutete, jemandem nahe zu stehen… jemanden zu… lieben. Sie hatte ihm gezeigt, sein Herz zu öffnen, obwohl es noch immer unglaublich schwer war, es zu tun, und das Mädchen trat in die Fußstapfen seiner Partnerin. Sie erlaubte ihm nie, sich zurückzuziehen, zumindest nicht lange; sie überraschte ihn mit spontanen Umarmungen und anderen Versuchen ihm ihre Zuneigung zu zeigen, egal wie sehr er versuchte so zu tun, als ob er es nicht mochte. Es würde lügen, wenn er sagte, dass er sie nicht mehr in seinem Leben haben wollte.

Also, ja, er würde immer sie wählen.


Zwei sich bekämpfende Gefühle bekriegten sich in Jenny, während sie ihren Aufsatz auf Fehler durchlas. Zum einen konnte sie mit Vegetas Antwort nicht glücklicher sein, nicht erleichterter. Es war nicht, was sie erwartet hatte, aber sie glaubte ihm. Vegeta log einfach nicht. Nicht einmal, um ihre Gefühle zu verschonen. Deshalb freute sie sich riesig, dass er immer für sie da sein würde, selbst wenn er wählen müsste.

Auf der anderen Seite wuchs ein Hass, wie sie es noch nicht gekannt hatte, in ihr. Hass auf einen Mann, den sie nicht kannte. Hass auf einen Mann, der seine Familie immer und immer wieder verlassen hatte. Hass auf einen Mann, der seinen einzigen Sohn in den Händen seines Feindes gelassen hatte. Hass auf einen Mann, der seine Frau ohne eine Entschuldigung, ohne Abschied, verlassen hatte. Hass auf einen Mann, der immer andere hinter sich aufräumen ließ. Hass auf einen Mann, der die Unschuld eines Jungen zerstört hatte, indem er ihn dazu zwang, sich von so viel Wut füllen zu lassen, dass er sich dabei verlor. Hass auf einen Mann, dem nur zwei Dinge wichtig waren – Macht und Kämpfen.

Dieser Mann, Son Goku, würde niemals ihr Vater sein. Er hatte diese Chance vor langer Zeit verloren.

Zwei Stunden später war Jenny endlich mit ihrem Aufsatz fertig. Sie hatte hoffentlich alle Fehler korrigiert und alle zu lang gewordenen Sätze gekürzt. Nun was er bereit, auf eine CD gebrannt zu werden. Mit einem erleichterten Seufzer, öffnete Jenny die Schublade ihres Schreibtischs, wo sie die CD-ROMs aufbewahrte, nur um keine da drin zu finden.

Hö?

Sie war sich so sicher gewesen, dass sie noch eine CD hatte. Sie schaute in den anderen Schubladen nach, aber da war nichts.

Verdammt! Wo konnte sie zu dieser Zeit am Abend eine CD finden? Alle Geschäfte waren schon zu – es war immerhin Sonntag.

Verdammt noch mal! Die alte Hexe würde ihr sicherlich eine sehr schlechte Note geben, wenn sie die CD morgen nicht bekam. Sie konnte den Aufsatz natürlich ausdrucken, aber die Anforderungen für das Projekt sagten deutlich aus, dass er auf einer CD abgegeben werden musste.

Dann bekam sie plötzlich eine Idee. Hatte Bulma ihre Projekte nicht immer auf CDs gespeichert? Vielleicht war da noch eine leere in ihrem Labor, oder einige wiederbeschreibbare die sie benutzen könnte.

Mit dieser Idee eilte Jenny zu dem Teil des Gebäudes, wo sich verschiedene Labore befanden. Sie war überrascht, als sie den Code für Bulmas Labor eingab, dass sie sich immer noch so gut an ihn erinnern konnte. Jenny war seit der Zeit vor Buu nicht mehr in diesem Labor gewesen – keiner von ihnen war seit den Angriffen dort gewesen. Und außer den paar Malen, als sie einige Ersatzteile für den Gravitationsraum geholt hatte, hatte sie sich aus diesem Bereich ferngehalten. Aber nun war es ein Notfall. Vegeta würde ihr nie verzeihen, wenn sie diesen Kurs nicht bestand, egal wie nutzlos er war.

Ein Schauer lief ihr bei der unheimlichen Atmosphäre des Orts über den Rücken. Erinnerung daran, wie sie mit Bulma in diesem Labor gearbeitet hatte, suchten sie heim, und es fühlte sich fast so an, als ob ihr Geist noch an diesem Ort war und vor sich hin arbeitete. Aber Jenny wusste es natürlich besser. Bulma war im Jenseits, sie war rübergegangen. Wahrscheinlich und hoffentlich glücklich, obwohl ihr Partner noch immer hier auf der Erde war.

Sie wollte sich nicht einmal vorstellen, wie eine Wiedervereinigung von Bulma und Vegeta aussehen würde, wenn es für sie soweit war, sich wieder zu treffen. Es würde entweder eine Menge Geschrei beinhalten oder viele… andere Dinge. Eines war sie sich jedoch sicher. Sie würden keinen von ihnen ein paar Tage lang wiedersehen.

Während Jenny durch das Labor ging, bemerkte sie, dass es unerwartet sauber war, aber scheinbar gab es immer noch ein paar Reinigungsbots, die sich um den Staub in diesem Raum kümmerten. Glücklicherweise, denn Jenny wollte sich ehrlich nicht durch zentimeterdicke Staubschichten kämpfen um die CD zu finden, die sie so verzweifelt brauchte. Bulmas Arbeitsplatz, also ihr Schreibtisch, der inzwischen vollkommen veraltete Computer, und eine Werkbank waren so chaotisch wie sie ihn verlassen hatte, aber Jenny hatte schon in einem jungen Alter gelernt, dass selbst in diesem Chaos eine bestimmte Ordnung herrschte. Man musste nur wissen, wo man suchen sollte.

Grinsend fischte Jenny ein paar CDs aus der unteren Schublade, doch sehr zu ihrem Verdruss war keine von ihnen leer. Ah! Aber die meisten CDs waren wiederbeschreibbare. Ihre Chancen das Projekt morgen abzugeben waren gerade gestiegen. Sie nahm die CDs und verließ das Labor und die Geister zurück. Erst als sie wieder auf dem Weg zu ihrem Zimmer war, bemerkte sie die Gänsehaut auf ihren Armen und rieb sie. Würde es jedes Mal so sein, wenn sie jetzt mit der Vergangenheit konfrontiert wurde?

Ihren Kopf schüttelnd um diese Gedanken loszuwerden, öffnete Jenny das CD-ROM Laufwerk ihres Laptops und legte die erste CD ein. Bevor sie irgendetwas löschte, musste sie sicherstellen, dass es nichts Wichtiges war. Bulma würde sie umbringen, wenn sie irgendwelche wertvollen Baupläne löschte.

Glücklicherweise hatte Jenny viel von der Software auf ihrem Laptop installiert, die Bulma benutzte um die Baupläne herzustellen, nur falls sie jemals selbst einen Bauplan oder so etwas selber zeichnen wollte. Deshalb hatte sie keine Probleme damit, die einzige Datei – CC SS 5.08 – zu öffnen.

Jennys Augen weiteten sich, als sie sich die Baupläne anschaute.

Nein… nein? Konnte es sein? Konnte es möglich sein?

Sie hatte es nicht gewusst. Bulma hatte ihr nie erzählt, dass es noch Baupläne gab.

Und plötzlich fühlte Jenny sich sehr dumm, dass sie vorher nie nachgeschaut hatte, während gleichzeitig eine Hoffnung aufflammte, die sie vor langer Zeit vergraben hatte.

„Gör! Essen ist fertig!"

„Ich komme!", rief sie zurück. Ihre Hände zitternden vor Aufregung und sie ballte ihre Fäuste um das Zittern zu stoppen. Sie durften ihre Gefühle nicht verraten.

Nein… sie konnte Vegeta davon noch nicht erzählen. Erst musste sie sicher stellen, dass es möglich war. Sie konnte ihm keine Hoffnung geben, nur um sie dann wieder zu zerstören. Als erstes morgen würde sie diese CD nehmen und es sicher stellen. Scheiß auf die Schule, das war wichtiger.

Als Jenny ihr Zimmer verließ, aktivierte sich ihr Bildschirmschoner – Bilder von sich und ihren Freunden an Lis Schule – und bedeckte effektiv die Baupläne eines Raumschiffs.