Hi, es geht weiter!
Wie immer, vielen Dank an alle meine Leser und Reviewer! Besonderen Dank auch an jene, denen ich nicht antworten konnte: Dax, Arthus, che und d4foasta. Danke, ihr seid alle klasse!!
Und jetzt viel Spass beim Lesen.
Kapitel 55: Ein neuer Anfang
Als Harry wieder im Turm der Gryffindors ankam, schauten ihn seine zwei Freunde verblüfft an. So schnell war noch keine seiner Strafarbeiten, ob echt oder vorgetäuscht vergangen. Er setzte sich zu Ron und Hermine in eine relativ ungestörte Ecke.
„Hey", grüßte er.
„Hey, Harry", gab Ron zurück.
„Was machst du denn schon hier, Harry? Solltest du nicht unten in den Kerkern sein?", fragte Hermine misstrauisch.
„Ja…", begann Harry langsam. „Also, hmm… er hat mich erst mal zusammengestaucht, aber dann hat er mich rausgeworfen, weil… also, weil… naja, ich glaube, er hat noch was anderes zu erledigen."
Hermine und Ron warfen sich einen verwirrten Blick zu. Das Mädchen griff an ihren linken Unterarm und rieb demonstrativ – heimlich darüber.
Harry, der sie beobachtet hatte, schüttelte den Kopf. „Nein, damit hat es nichts zu tun. Es ist… was zwischen Snape und mir. Ich glaube… keiner von uns könnte sich heute Abend noch rechtschaffen konzentrieren. Er hat die Strafarbeit deswegen auf morgen Abend verschoben."
Ron zuckte mit den Schultern. „Wenn du meinst…" Es war klar, dass er ebenso wenig wusste, was er von Harrys Worten halten sollte, wie Hermine.
Harry gähnte und streckte sich ausgiebig. „Ich glaube, ich mache Schluss für heute. Gute Nacht, ihr zwei." Der junge Geistzauberer ließ seine zwei Freunde mit ziemlich perplexen Mienen zurück, als er die Treppe zu den Schlafsälen der Junge hinauf stieg.
Während des Frühstücks am nächsten Morgen hielt Hermine ständig nach den Posteulen Ausschau. Immer wieder blickte das Mädchen nach oben, bis endlich die Vögel herbei geschwärmt kamen. Eine braune Schleiereule landete vor Hermine, die dem Tier eifrig das Exemplar des Tagespropheten abnahm. Von ihrer Last befreit, hob die Eule sofort wieder ab und verschwand im Schwarm der anderen Vögel. Die Schülerin entrollte die Tageszeitung der Zauberer.
„Und?", wollte Ron wissen, als Hermine die Stirn runzelte. „Was ist los?"
„Überfälle oder unpassende Kandidaten?", hakte Harry nach.
„Ein Überfall… oder wenigstens sieht es so aus", antwortete Hermine nachdenklich.
„Wieso sieht es so aus? Entweder es ist jemand überfallen worden oder nicht. Oder?", fragte Harry verwundert. Die anderen Schüler um sie herum begannen der Unterhaltung der drei zu lauschen.
„Also, hier steht, dass gestern Abend in einem kleinen Dorf in Wales eine ganze Zaubererfamilie verschwunden ist. Das Haus war vollständig leer geräumt und von der Familie fehlt jede Spur. Tja. Und über dem Haus stand das Dunkle Mal."
„Dann hat Ihr-wisst-schon-wer diese Familie entführen lassen!", sagte Ron sofort.
„Aber es könnte doch sein, dass sie gewarnt wurden und die Todesser nur das Haus vorgefunden haben", vermutete Dean Thomas.
„Aber warum dann das Haus leer räumen? Warum es nicht einfach in die Luft jagen und wozu dann das Dunkle Mal?", wunderte sich Harry laut. „Das ergibt doch keinen Sinn."
„Das kommt darauf an. Vielleicht war dort etwas Wichtiges versteckt", mischte sich Ginny ein. „Steht da irgendwo, wer verschwunden ist?"
„Ja. Hier steht es. Das war die Familie Quantanfurt", sagte Hermine, ihre Nase in die Zeitung gesteckt. „Theresa Quantanfurt ist eine Aurorin und Zolon Quantanfurt ein Runenkundler. Die zwei Kinder sind 7 und 9 Jahre alt."
„Quantanfurt?", fragten die zwei Weasleys und Neville gleichzeitig.
„Ja", meinte Hermine langsam. „Warum?"
„Dad sagte zwar, dass Theresa Quantanfurt eine Aurorin sei, aber es heißt auch, dass sie ziemlich oft mit den Unsäglichen des Ministeriums zusammenarbeitet", sprudelte Ron aufgeregt heraus, während Ginny eifrig dazu nickte.
„Oma meinte mal, dass Zolon Quantanfurt der Beste auf dem Gebiet der Runenkunde sei, den es in England gibt. Eine echte Koryphäe auf seinem Gebiet…", murmelte Neville so leise, dass es nur Harry hörte.
„Was die Todesser wohl von einer Unsäglichen wollen?", spekulierte Ron laut.
„Wenn sie sie denn haben", flocht Dean ein.
Harry schaute zu Neville hinüber, der ratlos die Schultern hob.
Hermine schaute vom einen zum anderen und dann auf ihre Armbanduhr. „Wir haben keine Zeit für Spekulationen", sagte sie, den Tagespropheten zusammenfaltend. „Der Unterricht geht gleich los." Sie schob die Zeitung in ihre Büchertasche.
Die Gryffindors eilten durch Hogwarts zu ihren Klassenzimmern. Harry schloss zu Hermine auf. „Sag mal, Hermine, warum hebst du eigentlich den Propheten auf? Das machst du doch sonst nicht, bis auf die von den letzten paar Tagen."
„Naja, so kann ich viel einfacher was nachschlagen", meinte sie vage. „Ich hab' das Gefühl, dass dieser Überfall nicht ohne Grund stattgefunden hat. Vielleicht wird es später klarer."
Der andere Gryffindor nickte nur, als sie das Zauberkunstklassenzimmer betraten.
Die Sonne wanderte ihre tägliche Bahn entlang, fast ständig hinter den Wolken verborgen. Der Morgen ging in den Mittag über und dieser wurde zum Nachmittag. Als dann endlich der Abend kam, war es für Harry Zeit, Snape für die nächste Übung aufzusuchen.
Nach einem kurzen Klopfen betrat Harry das Büro des Tränkemeisters, der mit einem dicken Lederbuch vor einem Regal mit verschiedenen Zutaten stand. Snape schaute zu dem Schüler und schloss, nachdem er sorgfältig ein Lesezeichen zwischen die aufgeschlagenen Seiten gelegt hatte, das Buch. „Nun gut, Potter. Setzen sie sich."
Während Harry Platz nahm, fragte er: „Mit was machen wir weiter?"
Snape warf ihm einen Blick mit hochgezogenen Augenbrauen zu. Er schritt um den Schreibtisch herum, legte das Buch auf die linke Seite und ließ sich in seinem Sessel nieder. „Zuerst sagen sie mir, wie ihre Sinne sich während des Quidditch- Spiels verhalten haben."
„Ich hatte keine Probleme, sie zu kontrollieren, Sir", antwortete der Gryffindor, zu dem Buch schielend. Der Titel war leicht zu lesen. Zaubertränke in der Pflanzenkunde hieß es und stammte von Satuaria Praios.
„Tatsächlich?", hakte Snape nach.
„Ja." Ein Moment der Stille. „Ich gebe zu, ich war versucht meine Augen zu aktivieren, aber ich habe es dann doch gelassen, ok?"
Der Tränkemeister betrachtete ihn skeptisch. Dann schüttelte er nur den Kopf. „Na schön. Wann sie aber irgendwelche Probleme haben sollten, dann sagen sie es mir, klar?"
„Klar."
Snape lehnte sich in seinen Sessel zurück. „Wie sie hoffentlich noch wissen, ist die Aktivierung der fünf körperlichen Sinne nur eine Vorbereitung zur geistmagischen Ausbildung. Ab jetzt werden sie richtige Geistmagie erlernen."
Harry setzte sich begierig lauschend auf.
„Manche dieser Fähigkeiten können durch bestimmte Zaubersprüche kopiert werden. Jedoch sind die Wirkungen dieser Sprüche meist sehr beschränkt und die korrespondierenden Fähigkeiten eines Geistmagiers gehen weit darüber hinaus."
„Welche Fähigkeiten? Und welche Sprüche?", warf Harry eifrig ein.
„Ein Beispiel ist der Oculus Astralis, der magische Geflechte – also Sprüche, Banne und Flüche – sichtbar werden lässt. Die Fähigkeit des Geistmagiers, Magie zu sehen kann das natürlich auch. Doch nicht nur das. Zum Beispiel können sie mit fortschreitender Übung auch natürliche magische Strömungen erkennen, den Weg eines magischen Wesens verfolgen oder später – viel später – auch die Aura eines Menschen lesen."
Harry nickte mit großen Augen, während Snape fortfuhr. „Doch das Erlernen verschiedener Fertigkeiten kann verwirrend oder mitunter gefährlich sein, wenn sie das ohne Unterstützung versuchen. Deshalb sollten sie im Zweifelsfall keine Magie ohne Zauberstab- und Spruch wirken."
Der Lehrer beugte sich vor und schaute den Schüler eindringlich an. „Noch etwas, Potter. Durch den Zusammenstoß mit dem Dunklen Lord in den Sommerferien haben sie unbewusst einen sehr starken Block aufgebaut, der die Verbindung zwischen ihnen beiden unterbricht. Deswegen wurden sie seitdem von Visionen verschont."
„Echt? Cool!"
„Nur, wird sich diese Blockade mit der Zeit und ihrer fortschreitenden Beherrschung der Geistmagie nach und nach auflösen."
Harrys Schultern sackten nach unten. „Nicht so cool. Ich muss also doch Okklumentik lernen, oder?"
„Nein." Snape schüttelte den Kopf. „Es ist für sie ebenso wenig notwendig Okklumentik zu lernen, wie ein Vogelmensch den Besen meistern muss, um fliegen zu können. Außerdem ist ihnen ihr Geistfokus für Okklumentik genauso sehr im Weg, wie dem Faun seine Flügel auf dem Besen."
Harry legte den Kopf schief. „Ich kann mich also anders schützen?"
„Genau. Doch bis sie soweit sind, dauert es noch etwas. Wenn die Visionen wieder stärker werden, ehe es so weit ist, gebe ich ihnen einen Traumlostrank mit, der sie schützen sollte."
„Oh, gut. Ich hatte wirklich keine Lust, noch mal so etwas wie letztes Jahr durchmachen zu müssen." Der Jugendliche schauderte bei der Erinnerung an sein fünftes Schuljahr.
Ein missbilligender Blick traf den Schüler. „Achten sie also in den nächsten Wochen und Monaten auf ihre Träume. Ich hoffe, dass sie schnell genug lernen, damit sie einen Schutz aufbauen können, bevor dieses Problem akut wird."
Der Lehrer lehnte sich wieder in seinen Sessel zurück. „Nun gut. Beginnen wir mit der nächsten Lektion. Es ist eine Weiterführung des Sehsinnes. Zwar gibt es so einige Hexereien und Flüche, die für das normale Auge sichtbar ist, doch gibt es weitaus mehr, die bis auf ihre Auswirkungen unsichtbar sind."
Harry blickte etwas verwirrt drein.
„Potter, wirklich. Ein Stupor ist rot und ein Avada Kedavra ist grün. Doch wie sieht der Wingardium Leviosa aus? Oder Accio? Welche Farbe, welche Formen nehmen diese Flüche an? Die meisten Zauberer müssen dafür den Oculus Astralis erlernen. Sie dagegen brauchen dafür nur ihren Sehsinn auf einer anderen Ebene zu aktivieren."
Der Gryffindor nickte verstehend. Snape nahm eine Feder aus einer Schublade und legte sie vor Harry auf den Schreibtisch. „Da es einfacher ist, seine eigenen Zaubereien zu sehen, sprechen sie den Wingardium Leviosa auf diese Feder und üben daran. Konzentrieren sie sich so, als ob sie ihren Sehsinn aktivieren wollten, doch fokussieren sie nicht auf die Feder, sondern auf das magische Geflecht, das sie in der Luft hält. Fragen? Nein? Dann fangen sie an."
Harry nickte einmal und zog den Zauberstab.
„Wingardium Leviosa!"
Prompt schwebte die Feder nach oben, bis sie einen guten halben Meter über dem Schreibtisch anhielt. Dann steckte Harry seinen Zauberstab wieder ein und heftete seine Augen an die stetig schaukelnde Schreibfeder. Während er sich konzentrierte, bemerkte er nebenbei, wie Snape das Buch, das auf dem Schreibtisch lag, ergriff und aufschlug. Er nahm ein Pergament und begann sich hin und wieder Notizen zu machen. Was das wohl werden sollte?
Harry betrachtete die leere Luft um die Feder herum. Er runzelte die Stirn und konzentrierte sich auf seine Augen. Die Feder gewann plötzlich an atemberaubender Klarheit. Jede Kerbe auf dem Schaft war zu erkennen, jede Faser stach deutlich hervor, jede Struktur zeigte sich wie unter einer Lupe.
Harry erkannte…
… dass er seinen Sehsinn normal aktiviert hatte.
Er schloss die Lider und ließ seine Augen wieder zu ihrem Grundstatus zurückkehren.
Dann begann er von vorne….
Und wieder…
… und wieder…
Schließlich schüttelte er den Kopf. Es wollte einfach nicht klappen! Woran lag das bloß? Vielleicht war es der falsche Zauber.
„Warum soll ich eigentlich an dem Wingardium üben?"
Snape hob den Kopf. „Weil der Wingardium Leviosa der erste und einfachste Zauber ist, den sie je erlernt haben."
Harry seufzte und fixierte die Feder erneut. „Was soll ich eigentlich sehen?", fragte er frustriert. „Ich meine, wie soll das aussehen?"
„Zu Beginn werden sie wohl nicht mehr erkennen, als einen Schummer in einer bestimmten Farbe. Bei diesem Schwebezauber müsste er um den gesamten Gegenstand herum erkennbar sein."
Harry schwieg und lauschte Snapes Worten. Langsam runzelte er die Stirn und legte den Kopf schief. Da war doch was… „Blau?", fragte er leise.
„Wie? Blau?", gab der Slytherin ärgerlich zurück.
„Ist… der Wingardium blau?"
Snape blinzelte. „Das ist korrekt. Was sehen sie, Potter?"
„Ich…" Harry zwinkerte ein paar Mal. Dann seufzte er. „Es ist weg." Für einen winzigen Moment hatte er so etwas wie einen Lichtnebel gesehen, der um die Feder herum wallte. Doch dann war es ihm wieder entglitten.
Snape hob eine Augenbraue. „Dann üben sie, Potter."
Das tat Harry auch für den Rest des Abends, bis ihn der Tränkemeister schließlich entließ. Müde die Augen reibend kehrte der Gryffindor zum Turm zurück. Außer jenem kurzen Blick hatte er es nicht geschafft, den Zauber zu ‚sehen'.
So, jetzt habe ich zwei Anliegen vorzubringen. Natürlich läuft die Ministerwahl immer noch (und wird noch etwas weiterlaufen...) bis ich das Kapitel hochlade, in dem die Wahl für den neuen Zaubereiminister behandelt wird. Also, wer noch immer nicht seine Stimme abgegeben hat, der kann es immer noch tun! Die Kandidaten sind:
Augusta Longbottom:
Nevilles Oma. Gryffindor. Sie ist streng und brüsk, allerdings hat sie auch einen starken Sinn für Fairness. Sie hat durch ihre Lebenserfahrung (Alter) viele Freunde, jedoch hat sie noch keinerlei Erfahrung was die Leitung eines Ministeriums oder einer Abteilung dessen angeht.
Amelia Bones:
Susan Bones Tante. Hufflepuff. Intelligent, scharfsinnig und flexibel. Sie arbeitet schon lange im Ministerium und kennt sich dort so gut aus wie in ihrer Westentasche. Arbeitet auf dem Papier in der Abteilung für Schutz vor dunklen Kreaturen, jedoch stellt sie defacto einen 'Libero' dar, da sie sich ohne weiteres in jeder Abteilung zurechtfindet und ihre Aufgaben oft im Handumdrehen löst.
Wolfram Bor:
Altgedienter Ministeriumsangestellter. Gegenwärtig Leiter der Auroren, löste seinen Vorgänger erst vor wenigen Monaten ab. Er ist sehr starr und beharrt stur auf die buchstabengenaue Einhaltung der Regeln, außerdem kann er weder Moody noch Shacklebolt, noch einen der anderen engangierten Auroren leiden.
Archibald Ironfist:
Ist ein charmanter reicher Jurist/Anwalt, der sich in dem vertrackten Rechtssystem der Zaubererwelt sehr gut auskennt. Seinen Reichtum hat er nach dem Fall Voldemorts erworben, indem er einige der Todesser aus Askaban herausgepaukt hat, namentlich Malfoy und Nott. Aber auch Dumbledore hat seine Hilfe in Anspruch genommen, um Snape vor Askaban zu bewahren.
Geht wählen! Sagt mir, wer euch am Besten gefällt!
So, jetzt noch zu dem anderen Anliegen... Wer weiß, wo ich den Namen Satuaria Praios herhabe? Vielleicht habe ich sogar eine kleine Belohnung für denjenigen, der mir die richtige Antwort sagt (und was der Witz bei der ganzen Sache ist...)...
Nun denn, viel Spass beim Rätseln und bis nächste Woche!
Thaia
