„Mellissa, es ist etwas länger als zwei Jahre her, dass ich aus der Narkose erwachte und dachte ich würde einen Engel sehen, doch es war kein Engel, es warst du!" Cooper machte eine bedeutende Pause und lächelte seine Freundin mit verliebten Augen an. „Bereits dort im Krankenhaus wurde mir klar, dass du etwas ganz besonderes für mich bist. Ich verliebte mich Hals über Kopf in dich und zum Glück ging es dir fast genauso! Jetzt, nach über zwei Jahren, liebe ich dich noch genauso wie am ersten Tag und ich weiß, dass dies immer so bleiben wird. Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen. Du bist wie die Luft, die ich zum Atmen brauche und deshalb möchte ich dich und auch unseren wundervollen Sohn, den du mir geschenkt hast, nie mehr hergeben. Ich weiß, dass du schon lange auf diesen Moment wartest und ich dir immer wieder gesagt habe, dass ich noch nicht bereit für die Ehe wäre. Doch ich habe dir nie den wahren Grund genannt, warum ich mit der Hochzeit noch warten wollte. Immer wenn ich früher an meine Hochzeit gedacht habe, war mir klar, dass neben mir am Altar als mein Trauzeuge jemand stehen würde, ohne den ich mir meine Hochzeit nicht vorstellen wollte und konnte."

Cooper richtete seinen Blick von Mellissa auf seinen Bruder und Blaine vergaß zu atmen. „Nach Jahren des Hoffens, der Zweifel und der Sorge ist nun derjenige wieder in mein Leben zurückgekehrt und kann an meiner Seite stehen, wenn meine Braut zu mir zum Altar schreitet. Das war mir wichtig und ich bin überglücklich, dass mein kleiner Bruder nun wieder bei mir ist." Cooper schluckte, blinzelte ein paar Tränen weg und sah wieder zu Mellissa. Während er die nächsten wichtigen Worte sprach, zog er eine kleine rote Schachtel aus der Tasche und öffnete sie. Ein schlichter silberner Ring mit einem kleinen Stein kam zum Vorschein. „Zu dem Lied, das die Geiger gerade gespielt haben, haben wir an unserem ersten richtigen Date nach dem Essen hier, getanzt. Und bereits damals wusste ich, dass ich wirklich alles für dich tun würde. Deshalb frage ich dich jetzt, Mellissa, mein Engel, willst du mich heiraten?"

Mellissa, der während Coopers gesamter Ansprache, die Tränen bereits über die Wangen gelaufen waren, schnappte nach Luft. „Ja! Ja, natürlich will ich!" bekam sie überglücklich hervor und zog Cooper zu sich. Sie küssten sich und während alle Gäste und auch die Bedienungen im Lokal lautstark applaudierten, drückte Blaine Kurts Hand. Kurt hatte während Coopers Antrag nur auf Blaines Bruder geachtet und erst jetzt sah er zu seinem Freund und sah die Tränen in seinem Gesicht. Natürlich hatten die Worte seines Bruders auch ihn berührt. Blaine sah Kurt an und dieser sah die Freude und das Glück in den Augen seines Freundes und es wurde ihm warm ums Herz. Sein Freund hatte es wirklich verdient glücklich zu sein. Er wollte etwas zu ihm sagen, doch Cooper sprach in diesem Moment weiter.

„Ich habe noch eine Überraschung, Mellissa!" kündigte er gerade an. Kurt sah, dass er seiner Verlobten den Ring bereits auf den Finger gesteckt hatte. „Die Überraschung ist, dass wir bereits in drei Tagen heiraten werden, gleichzeitig mit Devons Taufe! Ist das in Ordnung für dich? Den Pastor habe ich bereits gefragt."

Mellissa schluckte und nickte lächelnd. „Natürlich, ich würde dich auch jetzt sofort heiraten, wenn du den Pastor dabei hättest! Je eher desto besser!" Sie betrachtete verzückt ihren Verlobungsring und küsste Cooper erneut. „Du bist so ein Spinner, aber ich liebe dich unendlich, Cooper Anderson!"

Cooper wandte sich grinsend an seinen kleinen Bruder. „Ich muss dich ja auch noch fragen, aber ich hoffe, du sagst auch ja. Möchtest du mein Trauzeuge sein, Blaine?"

Blaine nickte und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. „Ja, natürlich, Coop! Wer sollte das denn sonst machen? Es wird mir eine Ehre sein, aber… aber ich habe überhaupt keinen schwarzen Anzug dabei!" fiel ihm ein.

Cooper sah Kurt grinsend an, der ebenfalls anfing zu grinsen. „Ich habe einen deiner Anzüge mitgenommen, Blaine, keine Sorge! Cooper hat mich darum gebeten."

Blaine sah Kurt erstaunt an. „Du wusstest davon?"

„Nein, zumindest nichts Genaues. Dein Bruder hat mir nur gesagt, dass ich einen Anzug einpacken und dir nichts davon verraten soll. Ansonsten wusste ich von nichts!"

Blaine schüttelte ungläubig den Kopf. Er konnte kaum glauben, was sein Bruder alles geplant hatte.

„Da redet ihr über schwarze Anzüge und was ist mit mir?" fragte Mellissa lächelnd. „Ich brauche noch ein Kleid!"

„Falls das in Ordnung ist, würde ich dir wahnsinnig gerne dabei helfen, das Richtige zu finden!" sagte Kurt und sah Mellissa hoffnungsvoll an. Ihr bei der Auswahl eines Kleides zu helfen, würde ihm sehr viel Spaß machen.

„Ja, gerne Kurt!" Mellissa nickte dankbar lächelnd. „Ich hoffe nur, dass wir in der Kürze der Zeit etwas Schönes und nicht zu Teures finden."

Blaine sah daraufhin zu Mellissa und dann mit einem verschwörerischen Zwinkern zu Kurt. „Ich denke, Kurt wird dir da bestimmt helfen können, Mellissa! Er hat ein gutes Händchen, wenn es um Mode geht! Mit ihm an deiner Seite findest du bestimmt ein traumhaftes Kleid!"


Bereits am nächsten Tag fuhren Kurt und Mellissa zusammen los, um sich um das Kleid zu kümmern. Susan, die beste Freundin von Mellissa, die auch gleichzeitig ihre Trauzeugin sein würde, begleitete sie. Während Blaine einen wunderschönen und lustigen Tag mit Devon und Cooper verbrachte, halfen Kurt und Susan Mellissa dabei ein Hochzeitskleid zu finden.

Nachdem sie bereits in vier Läden gewesen waren, fanden sie im fünften endlich ein Kleid, dass Mellissa, Susan und auch Kurt gefiel und das nicht allzu teuer war. Mellissa hatte Kurt gesagt, dass sie mit dem was Cooper an Gagen verdiente zwar ganz gut über die Runden kamen, aber sie keine großen Sprünge machen konnten. Außerdem fand sie, dass ein Kleid für einen einzigen Tag nicht Tausende von Dollar kosten musste. Kurt lernte Mellissa an diesem Tag sehr gut kennen und bereits nach dem ersten Geschäft waren sie die besten Freunde geworden. Mellissa hatte eine herrliche offene Art, sie war begeisterungsfähig und sehr humorvoll. Im dritten Laden hatte sie Kurt als ihren zukünftigen Ehemann vorgestellt, der dies auch spontan und mit Ausdauer mitgespielt hatte. Hinterher hatten die drei bei einem Kaffee darüber so herzlich gelacht, dass die Leute rundherum sie bereits merkwürdig ansahen.

Auch mit Susan verstand sich Kurt vom ersten Moment an hervorragend. Immer wenn sie zusammen auf Mellissa warten mussten, wenn diese wieder ein neues Kleid anzog, schnatterten sie gemeinsam über die neuesten Modefragen und Trends. Endlich im fünften Laden fanden sie das Kleid, das allen drei gefiel und auch Mellissas Preisvorstellungen entsprach. Es musste noch etwas abgeändert werden, aber dies sollte laut Verkäuferin kein Problem sein. Ebenso versprach sie, dass das Kleid rechtzeitig am Morgen der Trauung geliefert werde.

Bevor sie das Kleid gefunden hatten, hatte Mellissa beim Durchstöbern der Kleider ein anderes Kleid entdeckt, dass ihr regelrecht den Atem verschlagen hatte. Dieses Kleid war wunderschön gewesen, schulterfrei mit zahlreichen Perlen bestickt und einer halblangen Schleppe. Kurt war zu ihr gekommen als er das Glitzern in ihren Augen bemerkt hatte. Auch ihm gefiel das Kleid und obwohl es Mellissa viel zu teuer war, hatte sie es auf Drängen von Kurt einmal anprobiert.

Als Mellissa mit dem Kleid aus der Anprobe kam, war es Kurt gewesen, der zuerst keinen Ton herausbekommen hatte. Dieses Kleid war wirklich umwerfend und passte Mellissa einfach nur perfekt.

„Es ist wunderschön!" hatte Kurt irgendwann anerkennend gemurmelt und auch Susan hatte ihm mit großen Augen zugestimmt. „Wie für dich gemacht!"

Melissa hatte daraufhin nur laut geseufzt und ebenfalls einen verzückten Blick in den großen Spiegel geworfen. Auch ihr gefiel das Kleid, aber es war viel zu teuer. „Es ist schön, es einmal angehabt zu haben, aber es ist ein Traum, den ich mir nicht erfüllen kann!" hatte sie traurig lächelnd gesagt und es wieder ausgezogen.

Anschließend hatten sie ein schlichtes Kleid gefunden, das an ihr auch sehr gut aussah und das sie sich leisten konnte.

Zufrieden, aber auch etwas erschöpft, verließen sie das Geschäft. „Jetzt brauchen wir nur noch Schuhe!" seufzte Mellissa und deutete auf ein Schuhgeschäft in der Nähe. Zum Glück waren sie gerade in einem großen Einkaufszentrum. „Ich hoffe, dass das nicht so lange dauern wird, welche zu finden!"

„Ich denke nicht, dass es so schwer wird, welche zu finden, da man sie sowieso den ganzen Tag nicht sehen wird, also müssen sie nur bequem sein. Kommt!" Energisch betrat Kurt das Geschäft.

Nachdem Mellissa umgeben von 20 Paar weißen Schuhen gerade dabei war, ein Paar anzuziehen, fing Kurt an in seinen Taschen nach etwas zu suchen.

„Alles okay bei dir?" fragte ihn Susan.

„Ich denke, ich habe meinen Schal im letzten Brautmodenladen vergessen", sagte er und klopfte seine Jacke ab. „Sucht ihr schon mal weiter nach passenden Schuhen, ich bin gleich wieder da!" Er verschwand und den beiden Frauen fiel gar nicht auf, dass er sehr lange dafür brauchte, wiederzukommen. Als er zurückkam, hatte er ein zufriedenes Lächeln im Gesicht und hielt den Schal, den er gesucht hatte in den Händen. „Hab ihn."

Mellissa kaufte eine Stunde später auf Anraten von Kurt ein Paar Schuhe, in denen sie gut laufen konnte und deren Absatz auch nicht allzu hoch war. Damit war ihre Shopping-Tour beendet und nachdem sie Susan abgesetzt hatten, fuhren sie nach Hause.


Am nächsten Tag waren Mellissa und Cooper mit den letzten Vorbereitungen für die Trauung und die Taufe beschäftigt, so dass Kurt und Blaine sich um Devon kümmerten und ihn im Kinderwagen herumfuhren und ihn sogar mit in ein Café nahmen. Bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein saßen sie draußen und tranken ihren Kaffee als plötzlich eine ältere Dame auf sie zukam, stehenblieb und in den Kinderwagen schaute. Devon schlief friedlich in seinem blauen Strampler.

„Oh, nein, wie süß! Wie heißt er denn?"

„Er heißt Devon!" erwiderte Blaine verdutzt.

„Was für ein schöner Name!" sagte die Frau und schaute immer noch ganz verzückt in den Kinderwagen. „Wie alt ist er denn?"

„Er wird bald drei Monate", erklärte Kurt und musste wegen dieser neugierigen Frau grinsen.

„Ihr Sohn ist wirklich sehr süß und ich finde, sie drei sind eine wirklich entzückende Familie", sagte die Frau lächelnd und bevor Kurt oder Blaine noch etwas darauf erwidern konnten, war sie mit einem „Schönen Tag noch!" verschwunden.

Blaine sah ihr nach und sah dann seinen Freund mit offenem Mund an und als Kurt anfing zu grinsen, fing auch er an zu lächeln. „Die … die hat wirklich geglaubt, Devon wäre unser Sohn. Lustig, oder?"

Kurt fasste nach seiner Hand. „Das ist doch gar kein so abwegiger Gedanke! Hast du eigentlich schon mal über Kinder nachgedacht, Blaine?"

„Ich … ich … natürlich habe ich schon einmal darüber nachgedacht, aber … ich …" er stockte und sah zu Devon. Kurt hielt weiter seine Hand und wartete darauf, dass Blaine weitersprach. Aufmerksam sah er seinen Freund an und er sah, wie sich etwas Trauriges über seine Züge legte.

„Ich habe einmal mit Justin über Kinder gesprochen, doch seine Antwort möchte ich dir lieber ersparen." Er holte tief Luft und schüttelte den Kopf. „Warum war ich damals nur so dumm? Warum habe ich nicht …?"

„Hey, Blaine! Stopp, hör auf damit!" unterbrach ihn Kurt und Blaine sah ihn verwirrt an. „Hör auf damit, dich immer wieder mit diesen Fragen zu quälen", fuhr Kurt fort. „Justin ist Geschichte! Ich bin hier bei dir und wie wäre es, wenn du mich fragen würdest, ob ich gerne Kinder hätte."

„Du hast Recht, es …es tut mir leid! Ich sollte nicht ständig an ihn zurückdenken, doch es ist nicht einfach für mich." Blaine blinzelte ein paar Mal. „Also würdest du… würdest du gerne Kinder haben, Kurt?"

Kurt fing an zu lächeln. „In ein paar Jahren könnte ich mir das sehr gut vorstellen, Blaine. Wenn ich mit der NYADA fertig bin und einen Job habe, dann hätte ich gerne zwei Kinder, die deine schwarzen Locken und deine wunderschönen braunen Augen haben!"

„Du…du willst Kinder mit mir haben?" In Blaines Augen schimmerten Tränen.

„Natürlich, du Dummerchen! Mit dir möchte ich zusammen alt werden!" Er strich zärtlich über seine Hand. „Mit dir möchte ich alles! Ich liebe dich!"

Eine Träne lief über Blaines Wange, die er sich schnell wegwischte. „Ich möchte auch Kinder mit dir, Kurt! Du bist einfach wundervoll, aber ich hätte gerne auch ein Kind mit deinen wunderschönen Augen und außerdem sind diese Locken nicht immer so toll." Er fuhr sich durch seine Haare, die heute fast gelfrei waren.

Ein Grinsen trat auf Kurts Gesicht. „Ich liebe deine Locken, Blaine!" Dann beugte er sich vor und gab seinem Freund einen kurzen Kuss. Blaine sah sich nach beiden Seiten um, doch niemand schien es zu stören, dass sie sich geküsst hatten. Daher beugte er sich ebenfalls vor und küsste Kurt erneut. „Ich liebe dich, Kurt Hummel!"

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Seufz!