Recipe for Murder

„Hey, Sara. Ich habe von deinem Aussetzer gehört." Nick konnte sein Grinsen nicht verbergen, obwohl Sara ihn mit einem Blick anschaute, der jeden anderen das Lachen aus dem Gesicht gefegt hätte.

Sara antwortete nicht auf seine Anspielung. Sie hatte für heute genug. Sie konnte zu diesem Zeitpunkt einfach keine Spielchen ertragen.

Sie wusste, dass es ein Fehler war nach dieser Nacht noch mit der Gang etwas Essen zu gehen. Vor allem, weil ihr Wagen noch auf dem Parkplatz des Kriminallabors stand.

„Nick könnten wir das einfach lassen?", fragte sie mit einem flehen in der Stimme, dass Nick nie für möglich gehalten hätte.

Warrick blickte die beiden skeptisch an. Anscheinend bekam er mal wieder etwas nicht mit. „Ich glaube, ich gucke mal wo Cath und Grissom mit dem Essen bleiben." Es war die einzige Möglichkeit dieser Situation zu entfliehen.

Nick schaute ihm nach. Als er sicher war, dass Warrick außer Hörweite war, drehte er sich zu Sara um. „Hank bedeutet der sehr viel, oder?"

„Nick, ich möchte wirklich nicht darüber reden. Ich sollte einfach nach Hause gehen.", Sara machte sich daran aufzustehen, aber Nick hielt sie auf, indem er sie sanft am Handgelenk packte.

„Sara, tut mir leid. Ich wollte dir nicht zu Nahe treten, aber es ist nur, du hast ihn mein Schatz genannt und das passt einfach nicht zu der Sara, die ich kenne.", versuchte Nick sie dazu zu bewegen, bei ihm zu bleiben.

„Erstens, Nick, das geht dich gar nichts an. Und zweitens, ich habe ihn nicht mein Schatz genannt."

Nick blickte ihr in die Augen. „Aber du hättest fast."

Sara wunderte sich darüber, dass Nick sich so sehr damit befasste. Sie lehnte sich zurück und faltete ihre Arme vor der Brust.

„Was willst du von mir hören?", fragte sie etwas gereizt.

Nick drehte sich schnell um und sah, dass die anderen immer noch auf dass Essen warteten. „Ich will doch nur wissen, was er dir bedeutet.", antwortete Nick ernst.

Sara rollte mit ihren Augen. „Wenn du es unbedingt hören willst, er bedeutet mir etwas.", sagte Sara schließlich, um diesem Spielchen ein Ende zu bereiten. „Und jetzt höre endlich auf mich aufzuziehen."

Sara blickte ihm in die Augen und sah diesen Hundeblick, den nur Nick drauf hatte. Sie wusste, dass dieser Blick ihr irgendwann gefährlich werden würde. Doch da war noch etwas anderes. Etwas was Sara sich nicht traute näher zu definieren.

„Du weißt, dass er nicht der richtige für dich ist." Es war mehr eine Feststellung, als eine Frage.

„Nick.", stieß Sara schockiert hervor.

Nick blickte sie an. Er hatte Sara noch nie so geschockt gesehen. Aus irgendeinem Grund zauberte es ein leichtes Lächeln auf seine Lippen, was er mit viel Mühe verbergen konnte.

Nick hielt abwehrend seine Hände hoch. Er wusste, er hatte kein Recht sich da einzumischen, doch er wusste auch, dass es die Wahrheit war. „Ich sag es ja nur."

Sara starrte ihn wütend an. „Du sagst was nur? Höre auf den einzigen Menschen, der sich für mich interessiert schlecht zu reden."

„Hey, beruhige dich wieder.", versuchte Nick sie zu besänftigen. Aus dem Augenwinkel bemerkte er, dass Warrick und die anderen ihn anstarrten.

„Wie kann ich mich denn jetzt beruhigen?! Mit wem soll ich denn sonst zusammen sein? Mit Brat Pitt oder was.", Sara war ein weniger lauter als gewollt. Sie spürte alle Blicke im Restaurant auf ihr ruhen.

Schnell nahm sie ihre Tasche und verließ das Restaurant. Warrick eilte zu Nick an den Tisch, welcher völlig erstaunt dort hockte.

Er wusste nicht, was er machen sollte. Erst als Warrick ihn fragte: „Was ist mit Sara?"

Und Nick antwortete: „Sie hat nur etwas vergessen." Wusste er, was er tun musste.

Es dauerte nur einen Bruchteil von Sekunden, bis er aus dem Lokal in die brütende Hitze von Vegas schritt. Er sah sich um, doch er konnte Sara einfach nicht finden. Es konnte doch nicht sein, dass sie schon nach ein paar Sekunden verschwand.

„Nicky, du solltest wieder rein gehen.", sagte eine ihm wohl bekannte Stimme.

Nick drehte sich um und sah Sara, wie sie an der Wand des Restaurants gelehnt stand. Nick blickte sie an. „Ich will nicht."

Sara schüttelte ihren Kopf, richtete sich auf und ging. Sie hatte schon früh gelernt, wann es Zeit war zu gehen. Nick folgte ihr. „Was hast du jetzt vor. Willst du den ganzen Weg nach Hause laufen?", fragte er besorgt.

„Ja.", antwortete Sara schnippisch. Nick hatte Mühe mit ihr Schritt zu halten. Seit wann war sie so schnell?

Als er sie endlich eingeholt hatte, fragte er: „Ich habe dir nur eine simple Frage gestellt und du läufst gleich weg. Was ist mit dir los?"

Sara blieb plötzlich stehen. „Es geht nicht um diese bescheuerte Frage. Es geht darum, dass du mein Leben ihn Frage stellst. Es geht darum, dass du meine Entscheidungen in Frage stellst. Und dadurch auch mich."

Nick blickte sie an. In diesem Moment tat ihm das alles so unendlich leid. „Sara… ich…"

Sara hob ihre Hand und schloss kurz ihre Augen. „Nein, Nicky, tu das nicht. Sei nicht plötzlich nett zu mir. Ich dachte, du bist der einzige Mensch, der mich so akzeptiert wie ich bin. Aber da habe ich mich wohl getäuscht."

„Sara, es tut mir leid.", gestand Nick. Er wusste, dass seine Worte von vorhin die Wahrheit gewesen waren, doch er war nicht so dumm und riskierte es Sara zu verlieren und dafür auf seiner Meinung zu beharren.

Sara wusste, dass sie schwach werden würde. Er hatte wieder diesen Blick, doch diesmal konnte sie einfach nicht nachgeben. In diesem Moment wäre es ein Zeichen von Schwäche gewesen. Eine Schwäche, die sie niemals zeigen wollte.

Sie ließ Nick einfach stehen. Doch sie hatte nicht mit seiner Nachgiebigkeit gerechnet. „Kann ich irgendetwas tun, um es wieder gut zu machen?" Seine Stimme klang plötzlich wie die eines Kindes.

Sara blieb erneut stehen. Sie sagte völlig unerwartet: „Das kannst du."

Nick war total überrascht und in seinem Kopf bildete sich langsam wieder ein Hoffnungsschimmer. „Was?"

Saras Gesichtsausdruck veränderte sich. Nick wusste, dass das was sie als nächstes sagen würde, sehr wichtig für sie war.

„Wenn es aus ist, dann sag nicht, ich hab's dir doch gesagt." Eine Traurigkeit lag in ihren Worten, die Nick das Herz brach.

Er nickte nur. Es war nicht angemessen etwas zu sagen. Seine Worte würden sich falsch und unehrlich anhören und das wusste er.

Sara blieb noch einen Augenblick stehen. Dann drehte sie sich um und ging.

Diesmal folgte Nick ihr nicht.