Titel: Ein Leben wie die Zukunft
Titel: Ein Leben wie die Zukunft
Autor: Momixis
Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"
Kapitel: 7/7
Teil: 7/9
Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)
Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….
Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?
MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!
Danke an die Reviewer!!
Hi Glupit!! Harry hat den Spiegel von den Rumtreibern bekommen, damit sie einfacher miteinander komunizieren können. Durch die getrennten Häuser war das nicht immer so einfach. Nur hat der Spiegel schmerzhafte Erinnerungen wachgerufen. Die Freunde werden sich jetzt nicht mehr abschütteln lassen... Viel Spaß, knuddel.
Hey DjEngelchen!! Ich habe auch manchmal lange Leitungen, aber hauptsache du kommst nciht ganz aus dem Tackt. Es geht auch gut weiter und ich wünsche dir dabei viel Spaß. knuddel.
Hi Seelentochter!! Eigentlich mag ich eine Spinne nicht als Animagigestalt, aber sie passte vom Inhalt und war ja nur kurz im Einsatz (grins) Harrys neue Gestalt kommt schon in diesem Kapitel zum Einsatz. Viel Spaß und danke für das Review und die Treue.
Hey Zissy!! Ich bin 27 Jahre alt und nur 10 cm größer als Du... also auch nicht soooo berauschend. Die Rumtreiber werden sich nicht abwimmeln lassen und HArry wird vor die Wahl gestellt. Welche Position wird Draco dabei einnehmen? Viel Spaß dabei, knuddel dich super doll für deine Treue.
Teil VII
Voranschreitende Probleme
Kapitel 7
Letzte Freunde
Es dauerte viele Stunden, bis Draco endlich wieder auf Harry treffen konnte. Bis er den schwarzhaarigen Junge in die Arme ziehen konnte und ihn einfach festhielt. „Ich lasse Dich weder gehen, noch werde ich Dich jemals verraten!" sagte er, als Harrys Körper sich nicht wirklich entspannte. Draco wiederholte diese und ähnliche Worte noch eine ganze Weile, bis die Spannung langsam aus Harrys Körper wich.
„Wo warst Du?" fragte Harry voller leiser Traurigkeit und Draco wusste, dass er vorher von seinem Plan hätte erzählen sollen. Er seufzte leise. Er erwartete Ähnliches von Harry, so sollte er genauso ehrlich ihm gegenüber sein.
„Ich dachte es wäre eine gute Idee, aber ich hatte mich geirrt." Draco küsste Harry auf die blasse Wange. „Ich war in der Nocktorengasse, bei Borgin & Burkes!"
Harry löste sich ein wenig und starrte Draco entgeistert an. „Was hast Du da gemacht?"
„Den letzten Horcruxe geholt!" sagte Draco grinsend.
Harrys Augen wurden noch größer. „Was?"
„Du hast mir doch vor einiger Zeit davon erzählt, dass Voldemort eine Zeitlang bei Borgin & Burkes gearbeitet hat, daher dachte ich, dass dort ein Horcruxe sein müsste."
Harry nickte.
„Du hattest diese Idee ja auch schon, also bin ich hingegangen und habe mich ein wenig umgesehen. Es war irgendwie total unglaublich, weißt Du, wo dieser Kerl den Kelch genau versteckt hat?!"
Harry schüttelte den Kopf.
„Er hat ihn im Verkaufsschild integriert. Jeden Tag laufen unzählige Zauberer und Hexen daran vorbei, aber keiner weiß, was da wenige Zentimeter über ihren Köpfen baumelt!"
„Du hast… aber nicht… den Kelch… einfach mitgenommen… oder?" Harry blickte Draco ängstlich an. Wenn der Kelch einfach weg war, dass würde es jedem auffallen und die Nachricht würde schneller bei Voldemort sein, als es Harry lieb sein konnte.
Aber zum Glück war Draco nicht dumm. Er hatte den Kelch durch einen aus dem Pokalzimmer ersetzt. Harry seufzte erleichtert und ließ sich in Dracos Umarmung fallen.
Draco zog den schmalen Jungen dicht an sich heran. Die Reaktion überraschte ihn dann doch sehr. Jetzt bemerkte Draco auch den seltsamen Duft, den Harry ausströmte. Er roch eindeutig nach Wald und Erde.
„Wo warst Du?"
Harry blickte ihn aus fast geschlossenen Augen müde an. „Ich habe meine neue Animagigestalt entdeckt!" murmelte er müde in Dracos Ohr.
„Du hast WAS?"
Nun starrte Draco Harry entsetzt an.
„Ich wusste seit einiger Zeit, dass sich meine Animagigestalt verändert hat. Ich konnte sie nicht mehr benutzen", erklärte Harry die Lage. „Und in der Höhle ist mir zum ersten Mal gelungen ganz fest zu meditieren… alles abzuschalten…"
Draco begriff jetzt, was Harry vor ein paar Wochen in der Höhle gemeint hatte, als dieser gesagt hatte, er habe es geschafft und warum Harry nicht lange gebraucht hatte, um wieder zu Atem und zu Ruhe zu kommen.
„Oh, Harry!" stöhnte Draco. „Seit wann hast Du eine Animagigestalt?"
„Im siebten Schuljahr habe ich oft bis spät in die Nacht geübt. Irgendwann im März ist es mir dann gelungen!"
„Niemand wusste davon, oder?"
„Nur Hermione und Ron!"
„Wofür hast Du es gebraucht?"
„Was glaubst Du, wie ich zum Todessertreffen gekommen bin?"
Draco stockte. Er blinzelte und starrte dann Harry entsetzt an.
„Du hast… WAS?"
„Ich habe mich als kleine Spinne an Snape dran gehängt und bin so mitappariert!"
„Oh Merlin, ich glaube, ich weiß jetzt endlich, warum ich mich auf Deine Seite geschlagen habe… Man sollte Deinen Willen und Deine Kraft wirklich nie unterschätzen…"
oooooooooo
Das ganze Slytherinhaus war in einem wirklichen Zwiespalt. Sie selbst konnten nicht mehr den Quidditchpokal gewinnen, aber wenn sie jetzt Ravenclaw gewinnen ließen, würde Ravenclaw den Pokal gewinnen. Wenn Slytherin gewann, dann würde der Pokal nach Gryffindor gehen, aber Slytherin würde sonst den letzten Platz machen.
Für Harry war es klar. „Ich hoffe, dass Slytherin noch einmal zeigt, dass sie fair spielen können. Das letzte Spiel der Ravenclaws war fies und der Sieg hatte nichts mit Können zu tun."
Sal war nach dem Spiel aus der Mannschaft ausgestiegen und durch eine weit schlechtere Spielerin ersetzt worden. Sal würde auch Slytherin anfeuern, allein aus Protest an solchen Spielzügen.
Draco und Sanuel wussten nicht, was Ausschlaggeben war, aber irgendwann schlug die Stimmung einfach contra Ravenclaw um und so begann ein Spiel, welches von Löwen, Schlangen, den Dachsen (Hufflepuff) und einigen Raben (Ravenclaw) einheitlich angefeuert wurde.
Selbst wenn Ravenclaw gewinnen sollte, so war dieses Spiel doch eine Sensation, denn seit Jahrzehnten gab es keinen solchen Zusammenhalt mehr zwischen den Häusern. Selbst Lucius, der jetzt Jäger machte, war für den Sieg der Schlangen.
Es war ein spannendes Spiel und Dumbledore musste einsehen, dass es interessant war, was sich in dieser Schule alles veränderte. Er mochte Veränderungen, aber er mochte es nicht, wenn er keine Ahnung hatte, warum sie ausgerechnet von einem einzigen Schüler aus ausgingen. Was steckte dahinter?
Die Party, als Slytherin Ravenclaw wegputzte, war überwältigend. Es war eigentlich nur Glück, dass der Sucher der Slytherins den Schnatz fing, aber es war Harry und den anderen egal. Slytherin hatte mit fast 300 Punkten Vorsprung gewonnen und hatte damit wirklich gezeigt, was sie konnten. Gryffindor hatte zwar den Pokal gewonnen, aber Slytherin hat gut gespielt. Slytherin hat fair gespielt.
Es würde vermutlich eine legendäre Feier werden, denn so wie das Spiel angefeuert wurde, so wurde auch gemeinsam der Sieg gefeiert.
Draco schüttelte nur den Kopf. „Du änderst auch wirklich alles!"
Harry blickte ihn aus großen Augen naiv fragend an. Draco küsste diese unschuldigen Lippen. Harry Potter würde immer ein Wunder bleiben.
oooooooooo
Harry saß noch am gleichen Samstag auf seinem Bett und starrte auf das schwarze Tuch, das ausgebreitet auf seinem Bett lag und vier Gegenständen als Unterlage diente.
Das Tagebuch, der Hufflepuff-Kelch, der Ravenclaw-Stab, das Slytherin-Medaillon… vier Gegenstände… vier sehr mächtige und bösartige Gegenstände…
Harry schlug das Tuch wieder zusammen und legte das Bündel zurück in seine Schublade. Es suchte nach einem Weg diese Dinge zu zerstören, ohne das Schloss wieder in den Grundfesten erschüttern zu müssen. Das Chaos, welches beim letzten Mal folgte, war ein wenig zu heftig gewesen.
Diese Erkenntnis war nicht wirklich neu, aber Harry war noch keinen Schritt weiter gekommen.
Das Einzige, was er sicher wusste, war, wie man das Tagebuch unschädlich machte, aber dafür musste er zurück in die Kammer. Es zog ihn nicht wirklich da runter und die nervige Überwachung der Lehrer ließ es fast unmöglich erscheinen. Aber nur fast.
Eine Animagiform war schon etwas sehr Praktisches, besonders da sie so unauffällig war.
Es wurde eine Nacht und Nebel Aktion. Harry erzählte Draco nichts davon, hatte aber auf seinem Bett eine Nachricht hinterlassen, für den Fall, das Draco in der Nacht aufwachte und Harry suchte. Harry nahm außer seinen Zauberstab und dem Tagebuch nichts mit und so verwandelte er sich schon im Schutze des Schlafsaales in eine relativ große Hauskatze. Pechschwarz, einem langen glatten Schwanz, hellgrünen Augen und weißen Samtpfoten. Harry mochte diese Form lieber, als seine alte. Er fühlte sich in ihr wohl.
Cosmo beäugte ihn schief, dann begann sie, sich an ihm zu reiben und zu schnurren. Sie schien in ihm zum Glück auch weiterhin den Menschen zu sehen, denn Harry hatte nicht das Gefühl das Cosmo ihn versuchte zu bezirzen. Das wäre peinlich…
So getarnt schlich Harry schließlich heimlich aus den Kerkern. Er lief desinteressiert an Kemir Sandor vorbei, der ihm irgendein Leckerli hinhielt und ihm komische Kosenamen gab. Auch bei McGonagall machte er nicht halt, auch wenn die Lehrerin ihm seltsam hinterher blickte.
Die Lehrer schienen die Gänge im Augenblickt wirklich auf das Genaueste zu kontrollieren und auch Filch lief Harry über den Weg. Mrs. Norris schien ein wenig unsicher zu sein, ob sie fauchen sollte oder schnurren. Sie folgte ihm ein paar Schritte, dann rief Filch sie zu sich und sie gehorchte. Harry war dem wirklich dankbar.
Zum großen Glück war auf dem Flur vor Myrthes Toilette, kein Lehrer zu sehen und Harry konnte sich ein wenig umständlich durch die Tür schlängeln. Er blickte sich aus dieser doch ungewohnten Perspektive aufmerksam um, bevor er sich zurück in seine menschliche Form verwandelte. Er wollte keine Zeit verlieren und zischte gerade die bedeutenden Worte, als die Tür sich wieder ein wenig öffnete und ein weißer Luchs hineinkam.
Harry hatte schnell den Zauberstab im Anschlag, als der Luchs sich in Draco verwandelte. „Ich habe meine Form behalten!" sagte er brüst und blickte Harry böse an.
Harry schloss die Augen. „Wollen wir jetzt streiten oder nachher?"
Draco guckte ihn nun ein wenig überrascht an. Mit der Reaktion hatte er nicht gerechnet. Dann hörte Draco etwas auf dem Gang und Harry verstand. Schnell ließ er die Tür zur Kammer öffnen und gemeinsam rutschten sie hinab. Noch während der Fahrt schloss Harry die Tür wieder, keinen Augenblickt zu spät, denn Ofisa Milerudis betrat den Toilettenraum. Außer einen seltsamen Hauch eines untypischen Geruches konnte sie aber nichts wahrnehmen. Das sich das Waschbecken bewegt hatte, nahm sie kaum wahr oder deutete es schlicht als Sinnestäuschung.
Harry und Draco hatten mal wieder Glück gehabt.
oooooooooo
Harry und Draco betraten die Kammer nur mit äußerster Vorsicht. Es war einige Zeit vergangen, aber wirklich sicher konnten sie nicht sein, dass der Fluch aus dem Ring sich mittlerweile aufgelöst hatte. Harry öffnete das Tor und mit gezückten Zauberstäben traten sie näher. Von dem Fluch war nichts zu sehen, aber die Folgen waren unverkennbar.
Hier unten hatte die Erschütterung wirklich Schaden angerichtet. Die Kammer sah schrecklich aus. Einige der verzierten Säulen waren angebrochen und die Statur von Salazar Slytherin hatte ihre Erhabenheit fast gänzlich verloren. Der Boden war voller Staub und Geröll, welches aus der Decke heraus gebrochen war und sich im Laufe der Tage gleichmäßig in dem großen Raum verteilt hatte.
Draco schien dieser traurige Anblick näher zu gehen, als Harry, aber auch ihn ließ es nicht kalt.
„Was mag wohl auf den Säulen abgebildet gewesen sein?" fragte Harry, um überhaupt etwas zu sagen und um ein wenig von den trüben Gedanken abzulenken.
„Vermutlich irgendein traditionelles Ritual!" antwortete Draco. „Salazar Slytherin war nicht nur für sein Interesse an den dunklen Künsten, sondern auch für seine Begabung in Ritualen bekannt."
„Daher ist vermutlich Sanuel auch in Slytherin! Aber vielleicht ist ein Ritual ja die Lösung der Probleme?!"
Draco lachte leise und stieg wieder über einen großen Stein. Eigentlich war ihm nicht zum Lachen zu Mute, aber nachdem sie die Kammer betreten haben und keinen bösen Fluch gegenüber standen, gab es keinen Grund noch Trübsal zu blasen.
Harry war zum Körper des toten Basilisken gegangen und überlegte, ob er den Zahn aus dem Maul rausbrechen sollte, oder es irgendwie anders angehen sollte. Er entschied sich schließlich das Tagebuch einfach auf einen der langen Giftzähne aufzuspießen. Ohne weiter Zeit zu verzögern griff er mit beiden Händen fest das Tagebuch und schlug zu.
Der spitze Zahn bohrte sich problemlos durch das Leder. Rote Tinte floss heraus, aber auch ein roter Blitz zuckte aus dem Tagebuch in Harrys Richtung und bevor Draco oder Harry reagieren konnte, war der Blitz in Harry eingedrungen.
Harry sackte schwer atmend und mit schmerzverzehrtem Gesicht in sich zusammen. Seine Hände verkrampften sich auf dem harten Steinboden.
Draco war mit wenigen Schritten bei ihm und hielt ihn an den Schultern fest. „Harry! Harry!" Seine Stimme hallte von den Wänden wider und die Panik war deutlich zu hören. Er wusste nicht, was mit Harry passiert war. Er wusste nicht, wie er Harry helfen konnte. Er wusste nicht, was er jetzt tun sollte.
Aber Harry reagierte nicht auf Dracos Worte, sondern kämpfte sichtlich mit den Schmerzen in seinem Inneren. Schweißperlen benetzten Harrys blasse Haut und Dracos Hände verkrampften sich in Harrys Robe.
„Harry! Oh Merlin. Ich dachte es wäre ungefährlich! Oh, Harry… halte durch… bitte bleibe bei mir… Harry, bitte!" Draco war verzweifelt. Er hatte Tränen in den Augen und zog Harrys verkrampfte Gestalt fest an seinen Körper und wiegte ihn hin und her. „Bitte Harry, halte durch… Du schaffst es… Du schaffst es bestimmt… Komm schon kämpfe…"
Draco hatte natürlich gar keine Ahnung, was gerade in Harry passierte. Er spürte nur die Verkrampfung und wollte sie ihm abnehmen. „Ich kann Dir nicht helfen. Ich habe keine Ahnung, wie… oh, Harry…."
Die Tränen kamen, aber Draco gab nicht auf… immer wieder kamen die Worte aus seinem Mund und seine Lippen drückten sich in das schwarze Haar des Jüngeren. „Harry, ich brauche Dich doch… ich will Dich doch behalten… ich liebe Dich doch… ich kann nicht alleine weiter machen…"
Von Jetzt auf Gleich war die gesamte Spannung aus Harrys Körper verschwunden und er sackte in Dracos Armen einfach zusammen. Draco starrte auf die ohnmächtige Gestalt in seinen Armen. „Harry… HARRY!" er schrie Harry panisch an, aber es passierte nichts.
„Harry! Bitte!"
Dann schlangen sich Harrys Arme plötzlich um Dracos Körper und drückten ihn fast schmerzhaft. Aber auch Draco drückte nun den zierlicheren Körper an sich und flüsterte unsinnige Worte des Dankes und der Erleichterung.
„Ich liebe Dich!" Harrys Worte ließen in Draco ein warmes Gefühl der Dankbarkeit entstehen und er erwiderte dieses Liebesgeständnis ohne zu zögern. „Ich liebe Dich auch!"
Sie saßen eine ganze Weile zusammen und hielten sich einfach nur fest. Minuten vergingen, ohne dass jemand etwas sagte. Sie genossen diese Nähe und die Gewissheit ihrer Liebe.
„Du gehörst zu mir, mein Panther!" murmelte Draco an Harrys Ohr und Harry antwortete.
„So wie Du mir gehörst, Drache!"
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Es dauerte noch viele Minuten, bis Harry und Draco sich wieder bewegten und einwenig ihre Umarmung lockerten. „Was ist passiert?" fragte Draco nach dieser Ruhe besorgt.
„Voldemort hat versucht von mir Besitz zu ergreifen, aber es war anders als damals. Damals hatte er keine Chance, weil ich an Sirius gedacht habe, aber heute war es nicht so leicht. Ich bin … hm… ich bin zu sehr Slytherin… denke ich… ich verberge zu sehr meine Gefühle … aber ich habe versucht mich gegen dieses Eindringen zu wehren und … es war schwer… Aber dann kamst Du… Du sagtest, dass Du mich liebst… Du sagtest, wie wichtig ich Dir bin… und ich spürte Deine Liebe… ich ließ sie zu… ich ließ sie wirklich zu… Der Fluch löste sich auf…löste sich einfach auf!"
Draco öffnete schwer atmend die Augen. „Warum hast Du gedacht, dass kein Fluch auf dem Tagebuch liegt?!"
„Ich habe mich geirrt. Beim letzten Mal war die Energie des Buches und des Fluches in der Visualisierung von Tom geflossen. Ich habe daran nicht gedacht…"
„Okay… jetzt ist alles gut….es ist vorbei!"
Harry schloss die Augen und vergrub sein Gesicht in Dracos Umhang. „Ich habe Angst!"
„Ich auch!" Draco stand langsam auf, ohne allerdings Harry loszulassen. „Ich denke aber, dass wir hier wieder raus sollten. Ich möchte nicht länger hier unten bleiben."
„Ich auch nicht!"
Gemeinsam verließen sie die Kammer, aber Harry blickte am Ausgang noch einmal zurück. „Eigentlich schade, dass die Kammer und die Säulen zerstört sind…"
„Ja, eigentlich schon… aber nur eigentlich…" Draco blickte Harry fest an. „Hier unten sind wir fertig! Es wird so schnell niemand wieder hier her kommen."
„Das haben wir beim letzten Mal auch gedacht!"
Harry lächelte schief, er stimmte Draco aber auch irgendwie zu. Nun aber endgültig verließen sie die Kammer und schlichen sich als Tiere getarnt zurück in den Slytherin-Schlafsaal. Fest aneinander geschmiegt schliefen sie ein, ohne den Schmutz oder Staub aus ihren Haaren zu entfernen.
Sanuel konnte am nächsten Morgen nur mit dem Kopf schütteln. Irgendwie hatten die beiden Jungen in dem staubigen Bett es trotz der strengen Aufsicht der Lehrer geschafft eine weitere Aktion voranzubringen. Ein wesentlicher Baustein im Weg von ‚Adrian Jericle'. Nur wohin führte der Weg?
oooooooooo
Harry fühlte sich erschreckend schwach am nächsten Morgen, obwohl er eigentlich gut geschlafen hatte. Der Angriff von Voldemort hatte ihm aber wohl doch mehr Energie genommen, als er gedacht hatte. Draco wusste, dass es Harry bei weitem nicht so gut ging, wie es im Moment den Anschein machte. Der ehemalige Gryffindor gab sich sichtlich Mühe seine Schwäche zu verbergen. Auch seinen Freunden gegenüber ließ er nicht durchblicken, wie schwach er sich fühlte.
Als Harry sich zu den Anderen in die Bibliothek setzte, folgten ihm die Blicke der anderen bei jeder kleinsten Bewegung.
„Du hast uns Nichts gesagt!" flüsterte Esmare sauer an seiner linken Seite.
„Hä?"
„Ihr habt schon wieder irgendetwas gemacht, was die Lehrer wirklich nicht wissen wollen, oder?" sagte Sanuel vorwurfsvoll und beugte sich über Harry, als wenn er etwas in dem Buch gucken wollen würde, das auf Harrys Schoß lag. Sanuel wandte sich schnell wieder ab und setzte sich auf seinen Platz.
„Wir wollen Dich bei Deinen Abenteuern begleiten, wann begreifst Du es?" Lily blickte ihn voller Sorge und Ehrgeiz an.
Harry seufzte und schlug das Buch laut zu. Er war schon im Begriff aufzustehen, als der Stuhl von hinten wieder zurück an den Tisch geschoben wurde. Harry konnte nicht so einfach aufstehen. Hinter dem Slytherin stand James und blickte Entschlossen auf Harry hinab. „Du solltest mit uns reden, sonst verpetzten wir vielleicht etwas…!"
Draco wusste, dass Harry nicht wirklich in der Stimmung für eine Diskussion war. Es könnte schnell nach hinten gehen, aber Draco wusste nicht wirklich, wie er intervenieren konnte. „Hey Leute, hört mal. Ich denke, jetzt ist nicht der richtige Moment um über die nächsten Schritte zureden", versuchte Draco, trotz besserem Wissen einzugreifen.
Der böse Blick von Harry hatte nichts Gutes zu bedeuten. „HÖRT auf!" zischte er gefährlich. „Ich WILL Euch nicht dabei haben!"
„Ich habe Dir schon mal gesagt, dass es dafür zu spät ist!" zischte James zurück.
Harrys Stuhl schob sich plötzlich mit erschreckender Kraft nach hinten und James stolperte zurück.
„Solange ich Euch in Hogwarts halten kann, solange werde ich schweigen! Noch ist es dafür nicht zu spät und auch ich könnte Dinge erzählen…", zischte Harry und wirbelte herum. Mit wehendem Umhang verschwand er aus der Bibliothek.
„Ich denke, dass das die falsche Methode war!" sagte Draco mit einem wirklich bissigen Unterton und folgte Harry nach draußen. Es würde ihn nicht wundern, wenn Harry irgendwo saß und sich vor Erschöpfung nicht mehr rühren konnte.
Draco hatte Glück, denn Harry war fast direkt in die Arme von Severus und Regulus gelaufen und dort zusammengebrochen. Schwer atmend stand er an die Wand gelehnt, nur mit letzter Kraft schien er sich auf den Beinen halten zu können.
„Er muss zurück in die Kerker, ohne dass ein Lehrer etwas mitbekommt!" sagte Draco schnell und die beiden anderen Slytherins reagierten sofort. Zu dritt schafften sie es wirklich, Harry ins Bett zu verfrachten, ohne dass ein Lehrer oder älterer Schüler eine komische Beobachtung machen konnte.
„Was ist los mit ihm?" fragte Regulus schließlich vorsichtig, als Draco die Vorhänge von Harrys Bett zuzog. Den Zwei-Weg-Spiegel nahm er an sich, damit Harry nicht heimlich von James angequatscht werden konnte.
„Er hat einen inneren Kampf, der ihm viel Kraft geraubt hat!" sagte Draco ausweichend.
„Er kämpft wirklich gegen den Dunklen Lord, oder?" fragte nun Severus und zog einen Flakon aus seinem Umhang. Severus reichte Draco den Stärkungstrank.
Draco nickte den beiden anderen Jungen zu.
„Warum?"
„Weil Adrian will, dass wir freie Entscheidungen treffen können. Er will, dass wir unseren eigenen Weg gehen können und unsere Kinder stolz auf uns sein können!"
Regulus lachte auf: „Das ist lächerlich!"
„Kannst Du stolz auf Deine Eltern sein?" schlug Severus zurück.
Regulus starrte ihn an. „Bitte?"
„Kannst Du stolz auf Deine Eltern sein, wenn die einen wehrlosen Muggel kaltblütig töten? Wenn sie einen Deiner Mitschüler quälen und verstümmeln? Wenn sie Dich schlagen und misshandeln, damit Du ihre Wünsche und Ziele erfüllst? Kannst Du dann wirklich stolz auf die Taten Deiner Eltern sein?"
„Aber ihre Ziele sind richtig!" zischte Regulus aufgebracht.
„Um die Ziele geht es auch gar nicht!" sagte Draco mit ruhigem Ton. „Es geht um die Art und Weise, wie nach den Zielen gestrebt wird!"
„Aber…!"
„Es gibt andere Möglichkeiten…!" sagte Severus leise.
Regulus schwieg. Seine Mimik sagte deutlich, dass er noch immer nicht wirklich überzeugt war, aber Draco wollte nicht weiter auf ihn einreden, denn die Blacks litten unter einem fürchterlichen Dickkopf. Wenn man Regulus zu sehr drängte, dann würde er vermutlich aus reinem Trotz blockieren. Jedenfalls nannte seine Mutter dieses Verhalten bei ihm immer den Black-Dickkopf, aber mittlerweile hatte Draco begriffen, dass die Potters in der Hinsicht nicht schlechter ausgestattet waren.
„Ihr solltet jetzt gehen. Adrian braucht Ruhe und ihr müsst schweigen."
Die beiden schwarzhaarigen Slytherins nickten zögernd und verließen aber dann leise den Schlafsaal.
Kurze Zeit später stürzte Sanuel rein. Als er Draco neben Harry auf dem Bett sitzen sah, wurde er blass. Vorsichtig und zurückhalten kam er näher.
„James sagte, dass ihr im Schlafsaal seid, aber was ist los?"
Draco schenkte ihm einen bitterbösen Blick. „Ihr hättet Euch keinen schlechteren Tag aussuchen können. Ihr hättet ihn nicht ungünstiger unter Druck setzen können. Wenn Ihr wollt, dass er Euch die Wahrheit erzählt, dann müsst Ihr ihm davon überzeugen, dass er Euch braucht und dass Ihr auf Euch selbst aufpassen könnte und dass Ihr Euch darüber bewusst seit, dass es sich hier nicht nur um kleine Abenteuer handelt, sondern um einen Krieg. Glaubst Du wirklich, dass er mich so einfach an seinen Aktionen teilnehmen lässt? Wenn es nach Adrian ginge, dann würde er uns alle irgendwo einsperren, nur damit er sicher sein kann, dass uns nichts geschieht."
Draco blickte zu Sanuel auf. „Und ich habe wirklich gedacht, dass wenigstens Du, das schon längst begriffen hättest."
oooooooooo
Draco hatte Sanuel aus dem Schlafsaal hinausgeschmissen, kaum dass er zu Ende gesprochen hatte und dieser lief nun nachdenklich mit gesenktem Blick zurück in die Bibliothek. Er ließ sich auf Harrys Platz fallen und starrte auf das Buch, das Harry bis zu seinem plötzlichen Aufbruch durchgeblättert hatte.
„Was ist mit Adrian?"
„Er schläft!"
„Warum? Es ist 11 Uhr morgens!" fragte Mick entrüstet.
„Er hatte eine energieraubende Auseinandersetzung!" sagte Severus vom Rande aus.
„Was für eine Auseinandersetzung?" Alle blickten den stillen Slytherin fragend an.
Der Blick von Sirius war mehr als aufmerksam und skeptisch. Nur weil die Rumtreiber aufgehört hatten Severus zu tyrannisieren, hieß es nicht, dass Sirius aufgehört hat ihn zu sticheln. Seit Severus Snape bei der Gruppe dabei war, hatten sie eine Art zu kommunizieren, die verdächtig an Draco und Harry erinnerte. Spöttisch und skeptisch, aber nicht mehr ganz so verletzend und menschenunwürdig.
Severus blickte auf die Gruppe und schüttelte leicht den Kopf: „Keine Ahnung, aber es muss heftig gewesen sein, weil er schon den ganzen Morgen irgendwie schwach wirkte! Was seid Ihr für Freunde, wenn Ihr so etwas nicht bemerkt?!"
Nun blickten alle verdutzt. Hatten sie das alle etwa wirklich übersehen?
„Ja, das haben wir!" sagte Sanuel leise.
Ein bedrückendes Schweigen trat ein und alle dachten darüber nach, was sie alles noch übersehen haben könnten und wie man den seltsamen Jungen zu einer Kooperation bewegen könnte.
oooooooooo
Harry erwachte am Nachmittag in Dracos Armen. Er war zwar zwischendurch immer wieder mal wach, aber Draco hatte ihn jedes Mal zurück zum Schlafen bewegt. Nun konnte Harry nicht mehr schlafen.
Draco strich ihm über die Wange und durch die Haare. „Ach Harry, Du wirst sie nicht mehr aufhalten können!"
Harry schloss die Augen, aber Draco sprach leise und einfühlsam weiter. „Sie werden Dir folgen. Ich habe keine Ahnung wie, aber sie werden wissen, wann Du gehst und sie werden Dir irgendwie folgen. Willst Du sie wirklich unwissend in den Krieg schicken?"
Harry hatte wieder die Augen geöffnet und sah Draco mit panischem Blick an.
„Sie sollten eigentlich vorher wissen, auf was sie sich einlassen, aber es ist zu spät. Sie haben sich bereits darauf eingelassen, aber Du solltest es nicht schlimmer machen. Du musst ihnen erzählen, was Dein Ziel ist… auch wenn es sehr schwer ist."
Harry drehte sich von Draco weg und setzte sich langsam auf. „Ich kann es ihnen nicht sagen!"
„Du musst. Es ist zu spät um sie hier zu halten!"
„Nein es ist nicht zu spät!"
„Doch, Harry. Du musst dies erkennen, bevor Du Deine Freunde unwissend in den Krieg stolpern lässt." Harry blickte Draco schließlich an und Draco wusste plötzlich, dass Harry es genauso wusste, aber es einfach verleugnete. Draco nahm Harry einfach in die Arme und der Schwarzhaarige schluchzte sofort an Dracos Schulter auf. Dieser Krieg war einfach zuviel.
oooooooooo
Harry schwieg den Abend, obwohl sie in der Bibliothek saßen und ihre Freunde sich um sie gescharrt hatten. Um 20 Uhr musste Harry wieder zu einer Strafarbeit, aber er wirkte den ganzen Abend sehr nachdenklich und auch die Anderen blickten nur vorsichtig und still zu Adrian.
„Wir möchten mit Dir reden, Adrian!" sagte Esmare schließlich leise und sanft.
„Ich denke, dass es wirklich sinnvoll ist, wenn wir uns einmal aussprechen!" bestätigte Sal und spielte nervös mit ihrem großen pinkfarbenen Ohrring herum.
Mick strich sich die Haare nach hinten und nickte bestätigend.
„Es wäre nicht schlecht, wenn wir mal offen reden könnten, ohne Angst belauscht zu werden!"
„Anyakista ist doch gar nicht da."
Harry starrte Mick nun fragend an. Sie sackte ein wenig in sich zusammen. „Ich dachte Du wüsstest es schon!"
Harry schüttelte nur seinen Kopf.
„Anya hat über Dich hergezogen und ich sagte, dass, wenn Du wiederkommst, sie mal direkt mit Dir sprechen sollte. Irgendwie war ihr gleich klar, dass Du nicht in Hogwarts warst! Ein Wort gab das andere."
Lily sprang ein und erklärte weiter: „Wir vermuten, dass sie mit einem Lehrer geredet hat, jedenfalls ist Dumbledore plötzlich bei uns aufgetaucht und wollte mir Dir reden. Wir haben natürlich nur gesagt, dass wir nicht wüssten, wo Du bist…"
„Ich wollte es nicht, Adrian!"
Harry nickte nur.
„Aber diese Aktion macht doch nur klar, dass wir uns in einem geschützten Umfeld unterhalten sollten" beharrte James auf seinem Standpunkt. Remus blickte Harry eindringlich an und deutete ein Nicken an, als wolle er Harry genau zu dieser Bewegung animieren.
Aber Harry schüttelte seinen Kopf und ließ sein Gesicht in seinen Handflächen verschwinden.
„Panther, es ist noch keine endgültige Zusage. Es geht nur um ein wahres Gespräch. Sie verdienen Antworten…"
„Ich weiß!" zischte Harry leise, „aber deshalb werde ich es trotzdem nicht begeistert aufnehmen!" Harry stand auf und nahm seine Tasche. Sein Blick blieb gesenkt und erst als er fast aus der Reichweite war, drehte er sich noch einmal um und sah zu James. „Wir reden… und machen den Termin!"
Dann war Harry verschwunden… und die anderen Schüler wirkten erleichtert. Sie hatten es geschafft Harry wirklich zu einer Versammlung zu kriegen.
„Freut Euch nicht zu früh, der harte Kampf des Überzeugens kommt noch!" sagte Remus. „In der Hinsicht ist er wie Du James!"
oooooooooo
Der Termin für die Versammlung kam dann schneller als gedacht. Harry musste am Montag noch eine Strafarbeit fertig stellen, aber am Dienstag hatte er einige Stunden Zeit. Er rief ein wenig widerwillig James über den Spiegel und innerhalb von 10 Minuten wussten alle involvierten Schüler bescheid.
Harry lotste seine Freunde zum Raum der Wünsche, der eine gemütliche Sitzgruppe erstellt hatte. Harry wunderte es kaum, dass alle Farben von Hogwarts darin vertreten waren, auch das Hufflepuff-Gelb und -Schwarz. Sie vertraten hier ganz Hogwarts.
Die Freunde betraten den Raum mit größter Skepsis und auch Draco schien sich anfangs nicht wohl zu fühlen. Harry wusste warum, aber dieses schlechte Gewissen konnte er dem Blonden nicht abnehmen. Draco müsste selbst mit seinen Taten ins Reine kommen.
Nach einem aufmerksamen Blick durch den Raum ließ Sal sich als erste auf eine schwarze Couch fallen. Esmare setzte sich mit Mick und Lily auf das große gryffindorrote Sofa rechts von einem bequemen Lehnstuhl, in den Draco Harry schob.
Als alle endlich saßen, Remus musste sich auf den letzten freien Platz neben Esmare niederlassen, blickten sie Harry fragend und aufmerksam an. Auch wenn die Sitzmöglichkeiten in einem Kreis standen, so war der dunkelgrüne Lehnstuhl, das Kopfende. Lin und Sanuel hatten eine silbergrauen Couch ergattert, die ganz offensichtlich aus dem 17. Jahrhundert stammte und sie kicherten leise, als sie Harrys Blick sahen.
„Ihr wolltet dieses Gespräch!" maulte Harry auch sofort und Draco rutschte ein wenig tiefer in seinen blauen Sessel. Das könnte schwieriger werden als gedacht. Er hoffte nur, dass die anderen sich wirklich ernsthafte Gedanken darüber gemacht haben, wie sie Harry überzeugen könnten.
„Adrian, es kann doch nicht so weitergehen!" warf Lin vorsichtig ein. „Wir wissen, dass Du gegen den Dunklen Lord arbeitest. Wir wissen, dass Du Dein Leben dafür riskierst. Glaubst Du wirklich wir würden aus der Ferne zusehen und nur hoffen, dass Du überlebst?"
Severus verzog zwar das Gesicht, aber sagte nichts. Er wusste, dass es hier erst einmal um den Krieg gegen den Dunklen Lord ging, erst später würde der Kampf für die Reinheit des Blutes etc. wieder aufgenommen werden. Aber Severus hatte mittlerweile das Gefühl, dass ‚Adrian' wirklich wusste, was er machte. Der neue Slytherin wusste wirklich wovon er sprach und auch ‚Dorian' hatte sich daran erinnert. Irgendetwas musste schon dran sein, wenn beide Jungen sagten, dass Severus nur bereuen würde. Was wussten die Jungen wirklich?
„Lin hat Recht!" sagte Sal voller Ernst und Ruhe. „Du kannst uns nicht aus diesem Krieg raushalten. Früher oder später werden wir alle Teil davon."
„Dann lieber später", warf Harry zischend ein.
„Uns wäre doch auch lieber, wenn es kein Krieg geben würde!" sagte James.
Sirius an seiner Seite nickte bestätigend. „Hör mal, Adrian. Meine Familie sind Todesser, glaubst Du, dass die mich einfach leben lassen und zusehen, wie es mir gut geht?" Sirius setzte sich ein wenig aufrechter hin und blickte Harry sehr ernst an. So ernst hatte der ehemalige Gryffindor seinen Patenonkel noch nie gesehen. „Sie wollen mich tot sehen, weil ich ihr Ideale verraten habe. Und selbst wenn dass alles nicht wäre, so ist es meine Aufgabe als Mitglied der magischen Gesellschaft für das Recht der Schwachen und für das Richtige zu kämpfen. Du kannst uns vielleicht jetzt raushalten, aber nach der Schule wird Dumbledore keine Chance mehr haben James, Remus und mich aus dem Phönixorden raus zuhalten."
Harry schloss die Augen. Eigentlich nur gut, dass Dumbledore keine Schüler in den Phönixorden ließ.
„Adrian!" sprach Lily sanft. „Wir wissen, dass es Dir nicht egal ist, was mit uns passiert und dass Du uns nur schützen willst, aber uns ist wichtig Dir zu helfen, wenn Du in diesem Krieg auch nur fünf Menschenleben retten kannst. Wie wollen nicht untätig zuhause in Sicherheit rum sitzen."
„Adrian!" sprach James matt. „Mein Bruder ist in diesem Krieg schon gestorben und meine Eltern würden mich auch gerne raushalten, aber sie wissen, dass sie es nicht schaffen werden. Wir alle haben schon Menschen verloren die wir kannten oder die uns nahe standen. Wir wollen Dir helfen, diese Menschen zu schützen. Wenn Du in diesem Krieg etwas verändern kannst, dann wollen wir helfen…"
„Ich will ihn beenden!" Harrys Stimme war kaum zuhören, aber alle blickten ihn nur nachsichtig an.
„Das würden wir auch gerne, Adrian!" sagte Remus mit einem tiefen Seufzen. Auch die Mädchen seufzten nun fast synchron auf.
Draco riss die Augen auf.
Haben sie nicht verstanden?
Nein, natürlich nicht. Draco schob seine Hand durch die blonden Haare und blickte Harry an. Der schien nicht die Kraft zu haben, um seine Aussage noch einmal richtig zu betonen.
Jetzt sprach auch schon Mick: „Adrian, es ist nicht leicht diesen fast aussichtslosen Kampf zu kämpfen, aber…"
„Er meinte es ernst!" zischte nun Draco. „ Er meint es ernst!" Aufgebracht war Draco aufgesprungen und spürte sofort alle Augen auf sich ruhen. Die Blicke waren nur ungläubig und skeptisch. „Er meint es ernst!" wiederholte Draco nun wieder etwas ruhiger und ließ sich zurück in die weichen Polster fallen.
Die Freunde sahen nun Harry an, der noch tiefer in den Kissen saß, als vorher schon.
„Das ist unmöglich!" sagte Sirius kopfschüttelnd. „Selbst Dumbledore kann Voldemort nicht so einfach besiegen!"
„Tatze hat Recht, es ist unmöglich!" sagte James.
„Ich weiß woher Voldemort seine Unsterblichkeit hernimmt", sagte nun Harry, dem wohl endlich klar geworden ist, dass er nicht mit der halben Wahrheit weiterkam.
„Du meinst es wirklich ernst? Du weißt, wie man Voldemort töten kann… ihn wirklich für immer vernichten?" Sanuels Stimme war noch immer voller Unglauben.
Harry nickte nur.
„Und dann glaubst Du wirklich mich und die anderen aus dieser Angelegenheit raushalten zu können?" zischte James aufgebracht und stand nun direkt vor Harry.
„Ich will Euch immer noch nicht dabei haben, deswegen habe ich es Euch erzählt!" Harry blickte äußerst besorgt. Draco lachte zynisch auf.
„An Deinen Abschreckungsmethoden musst Du noch ein wenig arbeiten!" sagte Sal trocken und die anderen nickten nun entschlossener denn je. Natürlich war auch Furcht in ihren Gesichtern zu lesen, aber ihre Augen hatte etwas Entschlossenes und Kampfwütiges angenommen. Die Körper waren gestrafft und Harry musste erkennen, dass er verloren hatte.
Heiße Tränen brannten hinter seinen Augen und er sprang auf und verließ den Raum. „ADRIAN!" kam es fast gleichzeitig aus den elf Mündern. Draco seufzte. Er würde wohl wieder vermitteln müssen.
„Wo ist er?" fragte gerade Remus besorgt an James, der schnell das Pergament aus der Tasche zog und nachsah. Es dauerte einige Augenblicke, bis Sirius antwortete: „Auf dem Nordturm!"
„Last ihn allein!" sagte nun Lily. „Er braucht Ruhe. Er wird zurückkommen, wenn er sich mit der neuen Situation angefreundet hat."
„Er wird sich nie mit der Situation anfreunden!" sagte nun Mick. „Er hasst es aus tiefsten Herzen, uns mithineinbezogen zu haben. Er hasst es, denn es bedeutet wieder Menschen zu verlieren, die ihm wichtig sind. Die ihm nahe stehen."
„Mick hat Recht!" sagte nun Draco. „Er hasst es, aber er wird es akzeptieren, denn ohne Euch wird er keine Chance haben!"
Ein betretendes Schweigen trat ein. Es dauerte eine ganze Weile, da jeder sich langsam klar wurde, was es bedeutete Harry zu folgen. Sie setzten ihr Leben aufs Spiel. Sie würden kämpfen und vielleicht verlieren. Vielleicht auch gewinnen. Aber sie waren doch nur Schüler?! Kleine, unschuldige Schüler, wie können sie den mächtigsten Schwarzmagier der Gegenwart aufhalten? Aber wenn ‚Adrian' sagte, dass er es könnte, wie konnte man ihm dann nicht vertrauen? Sie mussten diese Chance einfach nutzen, denn ‚Adrian' würde auch alleine gehen, das war allen glasklar.
„Warum geht Ihr nicht zu Dumbledore?" fragte Severus nach einer ganzen Weile Stirn runzelnd.
„Weil er keine Minderjährigen in den Kampf ziehen lassen wird! Jedenfalls nicht, wenn es keinen guten Grund gibt!" erklärte Draco. In Gedanken war er bei einem 17-jährigen Gryffindor, der Voldemort gegenüber trat und besiegte. Er dachte an einen elfjährigen Jungen, der gegen Voldemort kämpfte und überlebte. Er dachte an einen unglaublichen Jungen, der zu allem bereit war und von Dumbledore darin nur unterstützt wurde.
„Aber mit Eurem Wissen!" hinterfragte auch Esmare die Lage.
„Adrians Wissen, nicht meins!" korrigierte Draco sofort. „Dumbledore würde uns nicht glauben. Wie sollte er auch? Zwei unbekannte Schüler wissen mehr über V-V-Voldemort, als viele seiner Ordensmitglieder!"
„Außerdem würde er Fragen stellen, nicht?" fragte Esmare mit einem wissendem Unterton.
„Ja, würde er!" kam es leise und zögernd von der Tür. Harry war zurückgekehrt. Für einen Moment hatte Draco befürchtet, dass Dumbledore selbst dort stehen würde.
„Um einige Dinge klarzustellen! Weder Dorian noch ich werden alle Fragen von Euch beantworten. Wir haben unsere Gründe für dieses Verhalten. Zweitens wird keiner von Euch auf eigene Faust losziehen. Weder alleine noch mit einem Kumpel zusammen!"
Harry warf bei diesen Worten besonders James und Sirius ernste Blicke zu.
Draco hätte nicht gedacht, dass dieser Wandel von ängstlich und vorsichtig zu beherrscht und kontrollierend so schnell gehen konnte. Aber verdammt es war Harry Potter, der nie Probleme mit neuen Situationen hatte…
Harrys Blick glitt noch immer ernst und entschlossen über die Gesichter seiner Freunde. „Ich werde niemanden zwingen mir zu folgen oder an meiner Seite zu kämpfen. Und auch ihr werdet niemanden zwingen oder überreden. Jeder soll und muss aus freien Stücken diesen Schritt gehen."
„Okay!" sagte Lily. „Und wie können wir Voldemort vernichten?"
Severus schüttelte es und Draco grinste unwohl. Er nutzte den Namen zwar, aber er fühlte sich dabei alles andere als wohl und sicher.
„Wenn Du weißt, wie man ihn töten kann, warum hast Du es noch nicht getan?" fragte nun Lin irritiert. Dies war wohl ein Gedanke, der ihr in der Pause gekommen war und nicht mehr losgelassen hatte.
„Glaubst Du wirklich, dass das so einfach ist?" Harry zog seine Augenbraue hoch und blickte sie fragend an. „Lin, was glaubst Du, woran ich das ganze Schuljahr gearbeitet habe?"
„Unter anderem seltsame Dinge aus leerstehenden Häusern zu holen!" sagte Sal trocken.
Harry blickte sie an und schmunzelte. „Genau, Dinge die wesentlich im Kampf sind!"
„Willst Du die Todesser mit einem Buch erschlagen?" fragte Sirius irritiert.
„Übrigens, das Tagebuch ist zerstört!" warf Draco spielerisch ein und erhielt einen genervten Blick von Harry.
„Was?"
„Wieso?"
„Hä?"
„Danke Drache, Du bist wirklich eine Hilfe!" sagte Harry sarkastisch zu Draco gewand. „Es gibt verschiedene Dinge, die zerstört werden müssen, bevor man Voldemort töten kann!"
„Und das Tagebuch ist eins von diesen Dingen?" fragte Mick.
Harry nickte und blickte sie an.
„Der Stab und die Krone auch?" fragte nun Remus.
„Aber das Kätzchen nicht, oder?" fragte Lily nun ein wenig panisch. Harry wusste genau, dass Lily die kleine weiße Katze wirklich lieb gewonnen hatte und sich sehr gut um sie kümmerte. Sie schien auch eine viel gesündere Figur zu haben, jedenfalls hatte Harry sie schon ein oder zweimal in den Fluren herumschleichen gesehen.
„Die Krone nicht und die Katze natürlich auch nicht!" erklärte Harry sofort und beruhigte somit wenigstens Lily. „Aber beim Stab hast Du Recht, Remus. Er ist von Rowena Ravenclaw und ich muss ihn noch irgendwie zerstören!"
„Du willst etwas von einem der vier Hogwartsgründer zerstören?" fragte Sanuel total schockiert.
„Muss ich!"
„Das kannst Du nicht machen!" sagte nun auch Sirius voller Entsetzen.
„Ich kann und ich werde!" sagte Harry und sein Ton wurde wieder eine ganze Nuance gefährlicher und ernster.
„Gibt es keine andere Möglichkeit?" versuchte Esmare zu schlichten.
„Ich habe keine gefunden!" sagte Harry mit fester Stimme.
„Was sind das für andere Dinge, die zerstört werden müssen?" Remus lenkte das Gespräch wieder zurück. Ihn interessierte es wirklich, was da noch alles im Spiel war. Der Stab von Rowena Ravenclaw war bestimmt nicht das Einzige, was wirklich interessant und mächtig war.
Harry seufzte und setzte sich wieder in seinen Sessel. „Ein Siegelring von Slytherin"
„Ist schon zerstört!" warf Draco mit einem breiten Grinsen ein.
Auch Harry musste schmunzeln. „Ja, zerstört mit einem lauten ‚Bums'!"
Mick starrte ihn an. „Das Problem in Zauberkunst!"
„Die Explosion bei unserer Geburtstagsfeier!" sagte Esmare erschüttert.
„Es war nicht wirklich geplant, dass es so einen heftigen Rums gab!" sagte Draco ein wenig zerknirscht.
Harry nickte nur. „Es tut uns ein wenig leid, dass wir Eure Geburtstagsfeier so radikal unterbrochen haben!"
„Macht nichts!" warf Mick fröhlich ein. „Wenigstens wird unsere Party zur Volljährigkeit auch in einigen Jahren noch total die Story hergeben!" Esmare fiel in Micks Lachen ein und Harry war wirklich erleichtert, dass die beiden Mädchen nicht nachtragend waren.
„Wo habt ihr das gemacht?" fragte nun Sal argwöhnisch.
„Das ist eine Frage, auf die Ihr keine Antwort bekommt!" sagte Harry und Draco sah ihn fragend an.
„Warum nicht?" fragte der Blonde schließlich leise, obwohl Harry ihn intensiv anstarrte.
„Weil zu viele Fragen darauf folgen würden!" sagte Harry zischend und nun nickte auch Draco. Es wäre eigentlich kein Problem den anderen von der Kammer zu erzählen, aber die Fragen nach der Parselsprache und dem Wissen über die Kammer wären zu gefährlich geworden. Würde zu viel Platz für Fragen und Misstrauen hergeben.
„Als nächsten Gegenstand hätten wir da noch den Hufflepuff-Kelch!" sagte Draco.
„Das Tagebuch, wie Ihr wisst, ist es auch schon zerstört. Und…was fehlte jetzt noch?" Harry blickte Draco fragend an.
„Das Medaillon. Vermutlich von Salazar Slytherin!" sagte Severus vorsichtig. Harry nickte und der Slytherin schüttelte nur den Kopf. Er konnte ganz offensichtlich nicht glauben, was ‚Adrian' alles für diesen Krieg auf sich nahm.
„Also fassen wir mal zusammen: Ring und Tagebuch sind zerstört. Das Medaillon, der Stab und Kelch… noch nicht", notierte Remus auf einem kleinen Pergament.
„Da fehlt etwas von Gryffindor!" stellte Sirius nachdenklich fest.
Nun begannen die Überlegungen wie man diese drei mächtigen Gegenstände zerstören könnte. Es waren einige gute Ideen dabei, aber meistens waren dann irgendwelche zeitlichen oder organisatorischen Schwierigkeiten damit verbunden, die nicht behoben werden konnten. Oder das Risiko war einfach zu groß.
Harry war am Abend merklich blass und still. Draco wunderte es gar nicht, für Harry war die Hoffnung seine Eltern und Freunde aus diesem Krieg raus zuhalten geplatzt wie eine Seifenblase. Draco zog seinen Freund fest an seinen Körper heran und Harry verkroch sich regelrecht im Nacken des Blonden. Ohne Draco hätte er heute wohl total aufgegeben. Aber Draco hatte Recht, alleine hatte Harry keine Chance, denn Voldemort würde sie ihm nicht geben.
oooooooooo
TBC
