Ich weiß, ihr werdet mich am Ende des Caps hassen, doch es ging nicht anders. Meine Zeit ist bemessen. Ich wünsch euch trotzdem viel Spaß und werd im Urlaub an euch denken.

Tschau Mr. Figgs


Kapitel 54

Severus, mein treuer Freund,

wenn du diese Zeilen liest, dann ist alles soweit nach Plan gelaufen und ich habe diese Gefilde verlassen. Hoffen wir, dass unser Handeln nicht umsonst war und Harry es zusammen mit seinen Freunden und dem Orden eines Tages schaffen wird, Tom zu besiegen und die Gefahr, welche durch ihn für unsere und auch die Gesellschaft der Muggel ausgeht, gebannt wird.

Ich weiß, dass dies im Moment nur ein kleiner Trost sein kann. Zu groß waren die Opfer, welche du persönlich für unsere Sache gebracht hast, und von denen viele nie etwas erfahren werden. Und auch wenn Severus Snape nicht mehr lange auf dieser Erde wandeln wird, denke ich, dass es dies wert war...

Harry hörte, wie sein ehemaliger Lehrer laut schnaubte, leicht zitterte und dabei fast den Brief zerknüllte. Dann fing er sich aber wieder und las weiter.

Doch mein Freund, es heißt nicht, dass alles zu Ende gehen muss. Ich habe lange darüber nachgedacht, habe mich an deine Ängste erinnert, die du hattest, weiß, dass du nicht als Verräter sterben willst und auch, dass es dich umbringt daran zu denken, dass das Blut deiner Familie, das Blut der alten Familie Prince mit deinem Tode aus der Geschichte getilgt wird.

Deshalb, mein Freund, habe ich lange nach einem Weg gesucht, dir zu helfen und mich tief in die Teile der Magie vorgewagt, in denen sich Tom so wohl und heimisch fühlt. Was ich meine, ist die schwarze, die Seelenmagie und ihre Verbundenheit mit dem Leben. Doch das ist noch nicht alles, denn ich habe auch dem Orden zu verstehen gegeben, dass sie dir all die Ehren zuteil werden lassen, wie sie es tun würden, wenn sie die Wahrheit wüssten.

Severus, ich kann dir dein Leben nicht mehr zurück geben. Dafür sind wir beide in unserem Handeln zu weit gegangen, aber durch einen unglücklichen Zufall kann ich dir die Möglichkeit schaffen, dass dein Blut weiterlebt...

Harry stöhnte leicht auf, als er diese Worte hörte und in ihm keimte der Gedanke, wie krank doch die Zauberergesellschaft war, dass sie immer wieder, und jetzt auch Dumbledore, mit dem Blute anfing. Professor Styls, der hinter ihm stand, legte aber seine Hand auf Harrys Schulter und meinte zu ihm mit beruhigender Stimme, „Harry, ich weiß, was du denkst, doch verdränge deine Gedanken fürs Erste. Du bist leider bei den Muggeln aufgewachsen und hast daher nicht das Wissen über unsere Geschichte und die Verbindungen mit unseren Traditionen die du hättest, wenn dein Vater James dich erzogen hätte. Lies einfach weiter. Den Rest erkläre ich dir ein anderes Mal, wenn du es dann noch willst."

Harry drehte sich kurz zu Styls um und sah den Mann nachdenklich an. Dann ging sein Blick wieder über Snapes Schulter und er las weiter.

Severus, die beiden Kugeln, die du mit in diesem Brief findest sind etwas ganz besonderes. Sie sind sozusagen dein Schatz, deine mögliche Zukunft und beinhalten die entrissenen Seelen zweier sehr guter Menschen. Doch um dies zu verstehen, solltest du die Umstände genauer erfahren, wie ich an sie gekommen bin. Die beiden Seelen gehören einem guten Freund von mir und seinem Sohn. Ich spreche dabei von Stephano Styls und Damion McKenzie.

Stephano solltest du vielleicht noch aus deiner eigenen Schulzeit kennen. Er war zwei Jahre älter als du und Damion, sein Sohn, stammt aus seiner Beziehung mit Ashley McKenzie. Sie starben, wenn du es so willst, Anfang Mai bei einem Dementorenangriff. Stephano war mit seinem Jungen aus Australien nach England gekommen, um ihn bei einem Spezialisten vorzustellen. Damion hatte kurz vorher einen schweren Unfall im Zaubertranklabor erlitten und trug davon mehrere Verletzungen davon, die sie hier heilen wollten.

Aber das Schicksal wollte es anders und sie trafen auf ihrer Reise auf mehrere Dementoren. Ich selbst kam gerade dazu als ich einer Spur von Tom nachging, schaffte es aber nicht, ihnen zu helfen, sie alle abzuwehren. Es waren einfach zu viele und ich musste mit ansehen, wie ein einzelner von Toms Lakaien beiden Körpern die Seele aussaugte.

Du kannst dir sicher vorstellen, wie meine persönliche Reaktion darauf war. Ich war wütend und ließ der Macht in mir freien Lauf. Das Feuer brannte sich durch die kleine Gasse, wo sie Stephano hineingetrieben hatten und vernichtete die Dementoren ohne Rücksicht auf Verluste. Und nur den, welcher die Seelen in sich barg, verschonte ich vorerst. Ihn nahm ich mir als Letzten vor und anders, als bei den Übrigen, die ich verbrannte, rammte ich ihm meine Hand in seinen Schlund, riss ich ihm die Brust auf und griff mir die zwei leuchtenden Lichtgebilde, welche die Seelen der Beiden darstellten. Für sie erschuf ich dann die beiden Kristalle, um Stephano und seinen Sohn vor dem Verschwinden zu bewahren, denn zu meinem Bedauern musste ich feststellen, dass ihre Körper schon tot waren. Ich kam zu spät, um sie zu retten.

Ich weiß Severus, dass ich mich damit sehr weit hinaus gelehnt habe, doch diese Verantwortung muss ich im Leben nach meinem Tode selbst tragen. Alles was ich dir noch anbieten kann und was ich in diesem kleinen schwarzen Büchlein aufgeschrieben habe, ist, dass du durch Stephanos Seele, oder auch die seines Sohnes, die Möglichkeit hast, dass das Blut der Princes weiterlebt. Gib einem der beiden eine sterbliche Hülle. Die Entscheidung ob und wem, dies liegt allerdings allein bei dir. Doch bedenke, dass Severus Snape, egal wie du dich entscheidest, von nun an nur noch eine Erinnerung sein wird.

Lebe wohl bis wir uns wieder sehen

Albus Dumbledore

PS: Vielleicht hilft dir die Tatsache ein wenig, dass ich Stephano gebeten habe, im nächsten Jahr in Hogwarts das Fach VgddK zu unterrichten

Langsam wurde es wirklich ein wenig viel für Harry und sein Kopf begann zu schmerzen. Und da war er nicht der Einzige, auch wenn sich bei Snape, der mittlerweile mit seinem Zauberstab die Flasche Cognac zu sich gerufen hatte, dies eher in einem irren Grinsen widerspiegelte.

Dann aber stand er auf und begann durch den Raum zu laufen. Er las dabei in dem kleinen Büchlein und seine Bewegungen wurden immer aufgeregter. Schließlich hielt er am Sofa an und untersuchte Draco, der immer noch bewusstlos war. Dann nahm sein Gesicht einen sehr entschlossenen Ausdruck an und er sagte in Richtung des Blonden.

„So wie es aussieht, Draco, hat uns das Schicksal doch nicht verstoßen. Wir bekommen eine zwei Chance, um zu leben. Doch die Brücke dahin wird noch mal sehr schmerzhaft..."

Das Nächste was Harry spürte, war ein gewaltiger Ruck und sein Körper wurde durch den Raum und in die Realität zurück geschleudert. Er landete diesmal auch nicht sicher auf den Füßen, sondern mit einem dumpfen Geräusch auf dem Hintern. „Autsch", war danach das Erste, was er herausbrachte und langsam stand der Gryffindor auf. Sein Blick ging dabei auch zu Professor Styls, doch dem ging es ähnlich.

Allerdings sah der Mann Harry etwas unsicher an und wartete scheinbar auf eine Reaktion seitens des Jungen. Harry wusste aber im Moment nicht so recht, was er denken wollte. Noch vor zwei Stunden sah er in Styls noch den Verräter Severus Snape und nun? Nun saß da drüben ein völlig Fremder. Na ja nicht wirklich fremd, aber immerhin ein Mann, den Harry nur ein gutes halbes Jahr kannte und der ihm so geheimnisvoll wie Dumbledore selbst vorkam.

Und was dachte der alte Direktor gerade? Harry sah zum Gemälde auf und bemerkte auch bei Albus Dumbledore einen eher erwartungsvollen Blick. Es lag also nun an ihm, Harry, wie alles weiter ging. Und dies war eine Sache, die dem Gryffindor eine Menge Unbehagen bereitete. Schließlich aber versuchte Harry seine Gedanken zu ordnen und wo machte man dies am besten... am Anfang. Harry sah deshalb zu Dumbledore hoch und fragte,

„Sie haben es also geschafft, Professor? Sie beide haben das verfluchte Horkruxe aus mir entfernt?"

Doch der alte Zauberer zögerte mit seiner Antwort und schien sogar leicht hilfesuchend zu Stephano Styls zu blicken. Und genau diese Geste ließ in Harry ein eher ungutes Gefühl aufkommen. Der Gryffindor sah Dumbledore mit bangem Blick an und wollte nachhaken, doch da kam Lebens ins Gesicht des alten Zauberers und er schien zu einer Entscheidung gekommen zu sein.

„Nun Harry, in gewisser Weise schon ..."

„In gewisser Weise, Professor? Bitte sprechen sie einmal in ihrem Leben, oder dem was danach kommt, nicht in Rätseln zu mir." Sagte Harry ein wenig lauter, als er es geplant hatte und sofort machte er ein eher entschuldigendes Gesicht. Dumbledore lächelte daraufhin und faltete seine Hände.

„Nun Harry. Ich sage einfach mal ja, du bist horkruxfrei. Auch wenn die ganze Sache ein wenig komplizierter ist, als du es dir vielleicht denkst. Wenn man es rein logisch betrachtet, dann ist Harry Potter damals beim Ritual im Kessel gestorben ..."

Dieser Satz schlug natürlich bei Harry ein wie eine Bombe und er sah den alten Mann ungläubig an. Dumbledore sprach aber schnell weiter, um Harry nicht die falschen Schlüsse ziehen zu lassen.

„Nur so konnte das Horkrux wirklich zerstört werden. Doch Harry, du lebst wieder, lebst aufs Neue, genau wie es Tom nach seiner Wiederauferstehung tut. Und doch gibt es bei dir, auch wenn das Ritual zu den dunklen Zaubern gehört, einen Unterschied, der dich nicht auf die gleiche Stufe stellt, wie Voldemort. Deine Seele war und ist noch ganz. Alles was wir dir durch dieses Ritual gegeben haben ist ein neuer Körper und ...die Lebensenergie, die Macht, welche einst in mir ruhte."

Harry sah den alten Mann mit großen Augen an und sein Kopf schien vorm Zerspringen zu sein. Was sollte er denn noch alles erfahren? Er war tot und dann wieder nicht? Er war auferstanden, aber nicht so, wie es Voldemort getan hatte? Also langsam wurde es echt verwirrend. Und um der ganzen Sache noch das I Tüpfelchen aufzusetzen sollte er nun die Macht von Dumbledore besitzen? ‚Gut', so dachte Harry plötzlich ironisch, ‚jetzt weiß ich, wieso ich seit dem Sommer so auf diese verdammten Zitronenbonbons stehe, aber sonst bin ich nahe dran, durchzudrehen'. Schließlich meldete sich Professor Styls zu Wort und meinte, dass Albus vielleicht noch einige Schritte weiter zurück gehen sollte, damit Harry verstand und dieser tat es dann auch.

„Weißt du, Harry", begann Dumbledore mit ruhiger Stimme. „Ich hatte eigentlich gehofft, dass du vielleicht nach all den Erinnerungen, die da in deinem Kopf herumschwirren, schon herausgefunden hast, was dein Fortbestehen gesichert hat, welche Macht da in dir wohnt. Doch vielleicht ist es besser, wenn ich es dir genauer erkläre."

„Nur zu, Professor, ich bin ganz Ohr", kam es leicht sarkastisch aus Harrys Mund und Dumbledore lächelte über seine Brille.

„Nun Harry, alles begann vor sehr, sehr langer Zeit mit der Geburt zweier magischer Geschöpfe, die so selten und faszinierend zugleich sind. Und dies besonders, da ihre Eltern eigentlich nie füreinander bestimmt waren. Ich meine damit..."

„Einen goldenen und einen schwarzen Phönix", vollendete Harry den Satz des alten Zauberers und dieser lächelte.

„Richtig Harry, ich sehe du erinnerst dich an die Geburt von mir und Fawks."

„Ihnen Professor?", kam es überrascht von Harry und der Gryffindor sah den alten Mann wieder so an, als hätte er drei Köpfe.

„Nun ja Harry, nicht mir als Menschen. Doch ich habe mein ganzes Leben mit dem Phönix geteilt. Schließlich hat er mir dieses Leben überhaupt erst geschenkt und daher sehe ich ihn als Teil von mir."

Die Augen des Jungen wurden immer größer und er stotterte plötzlich, „die... die Geburt... der Landstreicher... und die junge, schwangere Frau..."

„War meine Mutter, Harry. Du hast also auch die Erinnerung meiner Geburt gesehen."

„Ja... aber wie ist das mögl...?". versuchte Harry zu fragen und Dumbledore sah ihn nachdenklich an.

„Wie Harry ? Oh ich würde sagen es ist ein Wunder. Jedenfalls dachte ich dies, als ich in meiner Jugend zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Wesen in mir machte. Sein Name ist übrigens Arcan."

„Arcan? Aber diesen Namen hat doch auch dieser Schwarzmagier in einer anderen Erinnerung verwendet. Es war, als ich... nein sie Professor...", so traf Harry die Erkenntnis, „... als sie ihn getötet haben."

Dumbledore sah den Gryffindor mit leicht traurigen Augen an und sagte, „Ja Harry, so hat er mich genannt. Und er war auch der einzige, außer Severus, der mein Geheimnis herausbekommen hatte."

„Aber wer war es? Wer war dieser Mann, der, wenn ich es richtig gesehen habe, ihre Familie bedroht hat?" Fragte Harry und das Lächeln von Dumbledore nahm einen sehr geheimnisvollen Ausdruck an.

„Also Harry, ich dachte dies wäre offensichtlich gewesen. Oder mal anders gefragt, liest du auch ab und zu, was auf den Karten in den Schokofröschen steht?"

Harry sah den alten Zauberer mit vorerst fragendem Blick an. Doch dann wurden seine Augen größer und größer. „Grindewald", sagte der Gryffindor schließlich und Dumbledore nickt. Dann wollte er jedoch mit seiner Geschichte fortfahren, wurde aber von Harry nochmals unterbrochen. Diesem jagte nämlich im nächsten Moment ein in seinen Augen viel wichtigerer Gedanke durch den Kopf und so fragte Harry vorsichtig.

„Aber Professor, wenn sie ihn mit der Macht des Phönix vernichtet haben, widerspricht dies nicht all unseren Erkenntnissen über die Phönixe? Sollten sie nicht Wesen des Lichtes sein? Ich meine, sie haben doch einen eben dieser Vögel als Namensgeber für den Orden gewählt?"

Dumbledore schien kurz nachzudenken und seine Augen musterten den Jungen dabei nun sehr eindringlich. Dann lächelte er aber, wie er es in den letzten Minuten öfters getan hatte und erwiderte. „Nein Harry, tut es nicht, denn die Erkenntnisse, die viele Zauberer und Hexen für bare Münze nehmen, treffen hier nicht zu. Ich selbst habe dir doch damals, als du mich in meinem Büro besucht hast und Fawks seinen Brandtag hatte erzählt, dass Phönixe faszinierende Wesen seien, die sehr treu sind und wie du ja selbst erleben durftest, unglaubliche Lasten tragen können."

Harry holte sich diese Erinnerung an sein zweites Schuljahr wieder zurück in sein Gedächtnis und nickte.

„Ich habe aber nicht gesagt, dass sie heilig sind, Harry. Phönixe sind Tiere, Vögel und nicht zu vergessen Raubvögel. Sie jagen und ernähren sich und ihre Brut mit dem, was sie erlegen. Allerdings sind sie anders, als vielleicht ein Adler oder so, überdurchschnittlich intelligent und fühlen sich zu Menschen, die im Einklang mit der Natur leben, hingezogen. Und eines, und das ist sehr wichtig, solltest du nie vergessen, Harry. Phönixe haben einen sehr großen Beschützerinstinkt, wenn es um ihresgleichen geht."

Harry sah Dumbledore an und musste erst einmal verdauen, was ihm der alte Zauberer versuchte klar zu machen. Sein Blick ging daher auch zu Professor Styls. Doch der Lehrer für VgddK schien in den letzten Minuten auch ein wenig mehr gelernt zu haben, als dass er es auf einer seiner Studienreisen oder Schatzsuchen jemals geschafft hätte. Schließlich räusperte sich Dumbledores Portrait ein wenig und wollte zum eigentlichen Thema zurückkehren.

„Also wie gesagt, Harry, Arcan ist der Phönix und schenkte mir das Leben, indem er seines gab. Oder nein, dies ist vielleicht falsch ausgedrückt. Arcan starb, oder wurde getötet, als er noch nicht wieder an der Reihe war. Seine Brandtag lag damals erst gut zwei Monate zurück, als ihn der Landstreicher erwürgte und da er sich nicht richtig vorbereiten konnte, und alles sehr schnell ging, schien das Schicksal einen anderen Plan für ihn bereit zu halten, als ihn einfach wieder als Küken aufleben zu lassen, und er erwachte im Körper eines Menschen... in mir."

„Wow", entfuhr es Harry und Dumbledore lachte kurz auf. „Ja Harry, so ungefähr habe ich an meinem achtzehnten Geburtstag, als mich all diese Informationen im Zentrum meines Geistes trafen, auch reagiert. Allerdings waren meine Worte, ‚du heilige Scheiße', und dies brachte mir zwei Tage Stubenarrest seitens meiner Mutter ein.

Harry musste nun auch schmunzeln, wurde dann aber todernst und fragte Dumbledore etwas, dass ihm seitdem er mit Styls in der Erinnerung war, auf der Seele brannte. Harry wollte wissen, warum der Direktor letztendlich solch ein großes Opfer gebracht hatte und sein Leben ließ, damit er, Harry, weiterleben konnte. Dumbledore sah Harry daraufhin über seine halbmondförmige Brille hinweg an und antwortete.

„Weil es, Harry, nachdem ich den Ring zerstört hatte, nicht mehr in meiner Macht stand, Tom die Stirn zu bieten. Ja, schon im Ministerium damals spürte ich, dass es mir langsam an Schnelligkeit und Kraft fehlt. Auch dachte ich, dass hundertundsechzig Jahre auf dieser Welt genug seien und du die Kraft und Macht ebenso weise einsetzen kannst wie ich. Wenn nicht noch besser ..."

„Besser Professor? Wie soll das gehen? Ich habe nicht mal annähernd ihre Weisheit und Erfahrungen." Warf Harry ein, doch Dumbledore hob seine Hand, um ihn zum Schweigen zu bringen. „Harry, Erfahrungen sind dafür da, sie zu sammeln. Doch das meinte ich auch gar nicht. Was ich vielmehr meine ist, dass du die Macht noch besser nutzen kannst als ich, da ich nur mit der Seele eines Phönix geboren wurde. Du hingegen bist wie ein Phönix geboren... wie ein Phönix aus der Asche."

‚Das war's', dachte Harry plötzlich. ‚Wenn der alte Mann noch etwas mehr sagt, ein einziges Wörtchen, dann gibt's Phönixkopfragout'. Jedenfalls schien es Harry so, denn sein Kopf hämmerte aufgrund der Informationen wie irre. Allerdings schreckte Harry bei näherer Betrachtung des letzten Gedankens leicht zusammen, denn irgendwie schien er die Sache mit dem Phönix zumindest teilweise schon akzeptiert zu haben. Wie sonst wäre er auch das Wort Phönixkopfragout gekommen?

Harry schaute die beiden Männer kurz darauf fragend an und wollte wissen, wie sie denn nun gedachten weiter zu machen. Denn für diese Entscheidung, und was mit er mit Snape machen sollte, dafür hatte der Gryffindor heute keine Nerven mehr. Allerdings schien Dumbledore es nicht so zu sehen und meinte, „Harry, ich weiß, es sind heute Sachen ans Licht gekommen, die dir irgendwie verwirrend vorkommen, doch die Entscheidung liegt nun einmal bei dir. Vielleicht solltest du in den nächsten Tagen die Zeit ein wenig nutzen, um es mit dir selbst auszudiskutieren und dann eine Entscheidung treffen."

Doch wie es das Schicksal wollte, bekam Harry die Zeit zum Überlegen nicht, denn eine Stimme hinter ihnen sagte mit verbitterter Stimme, „Nun Albus, ich denke, dass es so leicht nicht geht. Severus Snape ist ein Mörder, dein Mörder und er verdient seine Strafe."

Harry und auch Professor Styls drehten sich erschrocken um und ihre Augen trafen auf die von Professor McGonagall, welche ihren Zauberstab erhoben und auf Styls Brust gerichtet hatte. Etwas unsicher was er tun sollte, schaute der Lehrer für Verteidigung zum Portrait von Albus Dumbledore.

„Minerva nicht", begann der alte Zauberer. „Es ist nicht so, wie es aussieht." Doch die Direktorin schüttelte ihren Kopf. „Nein Albus, das ist es nicht. Doch wer sagt mir, dass er nicht auch dich verzaubert hat. Vielleicht liegt ein Fluch auf deinem Bildnis. Nein, ich kann kein Risiko eingehen. Harry geh weg von ihm, komm zu mir."

Der Gryffindor sah leicht verwirrt zwischen den drei Erwachsenen hin und her und wusste nicht so recht. Zumal das Gesicht der Direktorin sehr angespannt wirkte und so hatte Harry die alte Hexe noch nie erlebt. Offenbar würde sie selbst gern ihren alten Freund rächen, doch dann behielt die Gewohnheit Regeln einzuhalten die Oberhand und schützte Snape vor einem vorzeitigen Ableben. Harry musste sich nun entscheiden und sah erneut zwischen den zwei Lehrern hin und her. Dann zückte er seinen Zauberstab und sprach zu Professor McGonagall.

„Sie habe Recht Professor, so einfach ist die Sache nicht." Jedoch drehte er sich, nachdem er auf der gleichen Höhe war, wie die Direktorin um, er richtete seinen Zauberstab auf Snape und sein Gesicht wurde ernst. „Allerdings denke ich, dass Askaban, nach all den Pannen und Ausbrüchen nicht mehr der richtige Platz für einen Verräter ist. Außerdem Severus Snape ist doch schon tot. Vielleicht sollten wir diesen Zustand so beibehalten."

„Wie?", wollte die Direktorin noch fragen, doch Harry legte ihr seine Hand auf die Schulter und sagte mit ruhigem Ton „Oblivate".

Seine Stimme war noch nicht verhallt, da wurden die Augen der alten Hexe glasig und starrten in den Raum. Und ihre Augen waren da nicht die Einzigsten. Allerdings zeigten die von Dumbledore und Styls eher Unglaube als Unwissenheit und es dauerte mehrere Sekunden bis das Portrait des ehemaligen Direktors was sagen konnte. Dann aber lächelte er und meinte, dass Harry eine weise Wahl getroffen hat. Der Gryffindor erwiderte jedoch, dass er dies über alles hoffte. Sein Blick ging dabei zu Professor Styls und dieser schaute ihm dankbar an.

Kurz darauf veränderten sie die Erinnerungen der Direktorin ein wenig und Dumbledore wiederholte seine Bitte, dass Harry sich in den nächsten Tagen ein wenig mit sich selbst beschäftigen sollte. Und dass wenn er Fragen habe, er sofort nach Schulbeginn zu ihm kommen solle. Aber Dumbledore ermahnte ihn auch, dass er nicht ungeduldig sein dürfte. Vielmehr brauchte Harry jetzt Ruhe und alles was Neues kommt, habe Zeit. Es waren schließlich Ferien und eine Freundin durfte man nicht vernachlässigen.

Harry sah zum Portrait hoch und bemerkte dass die Augen des alten Zauberers bei dieser Aussage noch mehr funkelten als sonst. Konnte Dumbledore etwa immer noch Gedanken lesen? Allein schon als diese Idee seinen Kopf durchzuckte, schoss dem Gryffindor das Blut in den Kopf. Er machte hin, sich von allen zu verabschieden und dann auf den Weg aus dem Schloss. Unterwegs traf er noch auf einige seiner Mitschüler, grüßte aber lediglich und erreichte das große Hauptportal.

Bevor er es aber durchschritt rief ihn Damions Vater und holte den Jungen kurz darauf auch ein. Professor Styls wollte sich noch mal bei Harry bedanken. Der Gryffindor sah seinen Lehrer an und nickte. Dann sagte er Tschüß und seine Gedanken wanderten schon zu Hermine. Er fragte sich was seine Liebste wohl gerade tat und ermahnte sich selbst, dass er sich ein wenig beeilen musste, um noch rechtzeitig zum Essen bei ihr zu sein.

Harry rannte los und ließ den Professor einfach stehen. Dieser lächelte und wollte sich gerade umdrehen, da hört er Harry laut schreien. „NEIN", hallte es durch den Torbogen und Styls wurde blass, als er sah, dass sein Schüler an immer mehr Stellen anfing zu brennen. Dann rief der Schwarzhaarige auch noch panisch nach seiner Freundin. Doch diese Rufe gingen in einem lauten Knall und einer gewaltigen Feuerkugel unter. Am Ende war an der Stelle, wo Harry eben noch stand, nur noch ein wenig Rauch und geschmolzener Schnee...