Kapitel 52: Ministeriumsangelegenheiten
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Er durchschritt die riesen Halle, die heute komplett leer war. Seine Schritte hallten laut von den Wänden wieder. Das Ministerium schien völlig ausgestorben, doch er wusste es besser. Viele der Büros waren selbst während der Weihnachtszeit besetzt, auch das des Ministers. Es gab halt viel zu tun. Nur die Besucher blieben normalerweise aus.
Vor den Fahrstühlen blieb er stehen, bis er ein leises bling- Geräusch hörte, welches den Fahrstuhl ankündigte. Die Türen schossen auseinander und er trat ein. Kaum das die Türen geschlossen waren ging es auch schon los. Wie eine Rakete schoss der Fahrstuhl nach hinten und dann in die Tiefe. Er hasste dieses Gefühl. Es war nicht wie in den Muggelaufzügen. Hier wurde man hin und her geschmissen wenn man nicht aufpasste. Ruppig blieb er wieder stehen und endlich gingen die Türen auch auseinander. Er trat in einen kleinen Raum mit einem Schreibtisch, an der eine alte Frau, mit Brille wild auf Pergament rumkritzelte. Selbst als er direkt vor ihrem Tisch stand, beachtete sie ihn nicht weiter. War er denn heute nur von Ignoranz umgeben? Verärgert ging er einfach weiter, auf die Tür des Ministerbüros zu und klopfte. Die Tür ging auf, jedoch nur ein Spalt weit. ,, Maria, habe ich Ihnen nicht bereits gesagt das Sie den Brief an Professor McGonagall schleunigst abschicken sollen? Es hat hohe Priorität!´´, kam es entfernt aus dem Raum. Also war er bereits informiert. Er stieß die Tür ein wenig weiter auf, sodass der Weasley- Junge erkennen konnte das er nicht seine ignorante Sekretärin war. Percy Weasley saß hinter einem breiten Schreibtisch und durchwühlte grade eine Schublade als er seinen Gast bemerkte. ,, Oh, Professor Snape, Sie habe ich nicht erwartet. Es tut mir leid. Setzen Sie sich doch bitte´´, bedeute er ihn mit einer Geste auf einen gepolsterten Stuhl. Mit eleganten Bewegungen durchquerte er den Raum und ließ sich nieder. Konnte das nicht alles etwas schneller gehen? Zeit war schließlich nicht grade das was er hatte. ,, Nun Mr. Weasley, es handelt sich bei meinem Besuch um eine Dringlichkeit. Ich muss Sie um einen Gefallen bitten´´, begann er und beinahe blieb ihm der Satz in seinem Hals stecken. Es klang widerwärtig und er bat nie jemanden um einen Gefallen. Das hatte er nie nötig gehabt. Verdammt, wenn er Hermine noch rechtzeitig in die Hände kriegen würde, würde er sie zur Rechenschaft ziehen! ,, Nun?´´, fragte Weasley aufmerksam. ,, Ich bräuchte eine Leihgabe. Nur für den heutigen Tag um schlimmeres zu vermeiden. Ich kann Ihnen leider keine Auskunft darüber geben, um welche Situation es sich handelt´´, sagte Snape direkt hart. Es war besser als im Nachhinein hunderte Fragen über sich ergehen zu lassen. Entweder es würde klappen oder nicht. ,, Gut. Was brauchen Sie?´´, kam es gelassen von seinem Gegenüber. Das ging einfacher als erwartet. ,, Ich benötige einen Zeitumkehrer´´, erklärte er. Weasley lehnte sich in seinen Stuhl zurück und betrachtete ihn mit hochgezogener Augenbraue. Verdammt er kannte diesen Blick! Es war schließlich seiner, wenn er stark an etwas zweifelte. ,, Sie wissen das es sehr schwer ist einen einfach zu erhalten? Normalerweise müssten Sie ein Haufen von Dokumenten ausfüllen und dann würden Angestellte darüber entscheiden, ob die Notwendigkeit gegeben ist. Es ist fast unmöglich einen zu bekommen´´, seine Stirn legte sich in Falten. ,, Nun diese Zeit habe ich nicht. Wie gesagt es handelt sich hierbei um eine Notsituation und deshalb bin ich auch zu Ihnen gekommen Mr. Weasley´´, sagte Snape eindringlich. Skeptisch beobachtete der Minister ihn noch weiter ohne eine Antwort zu geben. Ungeduldig trommelte Snape auf seinen Bein herum. ,, Gut, Sie bekommen ihn. Ich erwarte ihn allerdings spätestens heute Abend in meinem Büro zurück. Hiervon darf möglichst keiner erfahren. Folgen Sie mir!´´, forderte Weasley.
Sie waren bis tief in die Keller gefahren. Sie mussten sich noch weit unter den Gefängniszellen befinden und das hieß schon etwas. Der Gang war nur mit Fackeln bestückt, welche ihre Schatten an die Wand warfen. Sie liefen auf eine große Tür mit Schloss zu. ,, Manchmal sind Muggelerfindungen eben doch sicherer als die der Zauberer´´, erklärte der Minister als er mehrere Schlüssel rausholte und einen nach den anderen in die Schlösser steckte. Die Tür musste aus meterdickem Silber angefertigt sein, wenn er sich nicht irrte.
Kam es ihm nur so vor oder war er schon seit Stunden unterwegs? Noch hatte sich nichts verändert. Das konnte nur positiv sein. Er musste sie einfach finden. Sie würde so viel zerstören. Auch ihre Beziehung. Ein lautes Knacken holte ihn wieder in die Wirklichkeit zurück. Die Tür war auf und der Minister verschwunden. ,, Warten Sie kurz´´, rief er Snape zu. Er erblickte einen kurzen Blick in den Raum. Mehrere Regale standen hier voll mit unterschiedlich großen Kästchen oder eher Kasten. Hier schlummerten wahrscheinlich die gefährlichsten Artefakte der Zauberwelt und ihm stand wortwörtlich die Tür dazu offen. Wahrscheinlich war sich fast niemand dieser Macht bewusst. Jedenfalls hatte der dunkle Lord es nicht gewusst. Die Tür wurde mit einem lauten Knall wieder zugeschmissen und Weasley drückte ihn ein dunkles Kästchen in die Hand. ,, Hier, lassen Sie sich auf keinen Fall damit sehen. Tragen Sie ihn verdeckt und passen Sie gut auf. Ich denke Sie wissen wie gefährlich er sein kann. Ich vertraue Ihnen und dulde keine Enttäuschung´´. Ein knappes Nicken schickte Snape noch als Antwort bevor er sich beeilte zu gehen. Er musste in Hogwarts starten. Dort müsste er sie finden.
Er stand hinter Hagrids Haus und öffnete das Kästchen. Die goldene Kette und deren Anhänger sahen so unschuldig aus. Harmlos könnte man sagen, wenn man die Kräfte nicht erahnen konnte. Das kalte Metall schmiegte sich an seinen Hals und der Umkehrer lag schwer in seiner Hand. Die kleinen Handbewegungen, die es bedurfte die Ringe zu drehen kamen ihn vor als würde er versuchen ein Fels zu bewegen. Nervös ließ er den Anhänger unter sein Gewand gleiten und sah wie alles vor ihm verschwand und rückwärts lief. Dort er sah sie. Genau genommen sich und sie. Sie sah wunderschön aus. Es war als glitt sie an seiner Seite entlang. Ihm entgingen nicht ihre Blicke, die er ignoriert hatte. Verdammt war es schwer gewesen ihren Blicken zu widerstehen und ihre Berührungen abzuwehren. Selbst jetzt hätte er sie zu gerne in seine Arme geschlossen und sie in Sicherheit gewusst. Die Zeit wurde langsamer und es hielt an. Direkt vor ihn stand sie. Kaum 4 Meter entfernt. Und zwar die zeitreisende Hermine. Er hatte es geschafft. Erleichterung durchflutete ihn und er setzte sich in Bewegung. Die Umgebung war bis auf sie leer, also bestand keine Gefahr gesehen zu werden. Nur wenige Zentimeter trennten sie noch, doch er wollte nichts sagen, bis er sie berührt hatte. Während er seine Hand auf ihre Schulter legte schloss er die Augen. Ihr Geruch umgab ihn quasi. Seine Hand griff in die Leere und er schlug überrascht die Augen auf. Sie war fort. Nicht da. Panisch schaute er sich um. Nein keine Spur. Wo war sie?
