Hallo meine Lieben,

das heutige Türchen kommt leider etwas verspätet. Ich hoffe ihr seht es mir nach, aber heute hat es einfach nicht klappen wollen. Dafür ist jetzt allerdings Wochenende und das gibt mir die Gelegenheit fleißig zu schreiben und euch vielleicht auch früher mit den nächsten Türchen zu begeistern. ^^

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!


Rudelkuscheln

In pulsierenden Wellen zog der Schmerz durch Dereks Körper und ließ ihn erwachen. Er hatte das Gefühl, auf einer weichen Unterlage zu liegen und es roch vertraut. War das Einbildung? Fantasierte er etwas? War das nun der Moment in dem er sterben würde? Ging es ihm durch den Kopf.

In der Annahme auf dem verschneiten Waldboden zu liegen, wusste Derek nicht, was er nun tun sollte. Sein Körper fühlte sich schwach an und ihm war bewusst, dass er es so niemals zu seinem Wagen schaffen würde. Es war dieses Mal wirklich aus, wurde es ihm klar. Er hatte versagt und deshalb würde Stiles sterben!

Ein dicker Kloß bildete sich in seinem Hals und seine Augen wurden feucht. Tränen wollte sich unter seinen Augenliedern hervordrängen, als er ein Geräusch vernahm. All seine Sinne konzentrierten sich darauf. Er konnte es nicht zuordnen. Es hatte sich irgendwie nach dem Geklapper von Tassen angehört. Aber wie sollte das möglich sein. Im Wald würde sicherlich niemand mit Tassen hantieren.

Angestrengt versuchte er mehr zu hören und die Eindrücke seines Geruchsinns zu deuten, um seine Umgebung besser wahrzunehmen. War das etwa ein Herzschlag? fragte er sich und sofort schlug sein Herz schneller und irrwitzige Hoffnung breitete sich ihn im aus. Wenn jemand in der Nähe war, dann gab es vielleicht doch noch eine Chance. Er musste auf sich aufmerksam machen.

Unter der Aufbietung all seiner Kraft versuchte er seine Augen zu öffnen. Es fühlte sich an, als wenn Gewichte an seinen Augenliedern hängen würden. Er benötigte drei Anläufe, bis er es schaffte und schloss sie direkt wieder mit einem schmerzhaften Stöhnen, als ihm das Licht in die Augen stach. Es war hell? War es etwa schon Tag geworden? Wie konnte es sein, dass er noch lebte? Derek war sich sicher gewesen, dass er die Nacht nicht lebend überstehen würde.

Seine Gedanken fingen an zu rotieren und erst da, nahm er wirklich seinen Umgebung war. Im war warm, der Untergrund auf dem er lag fühlte sich unter seinen Fingern wirklich weich an und es roch nach Zuhause. Außerdem waren auf einmal Schritte zu hören, mehrere und Derek konnte drei aufgeregte Herzschläge ausmachen.

Erneut quälte er sich seine Augen zu öffnen und sah als erstes das Gesicht von Scott über sich, der ein wenig das helle Tageslicht abschirmte. "Derek, wie geht´s dir?" wurde er direkt darauf angesprochen. "Gott, du hast uns einen Wahnsinns Schrecken eingejagt. Wir haben echt gedacht, dass du es nicht schaffen würdest."

Ich auch, dachte sich Derek und versuchte die Gedanken und Gefühle zu verarbeiten, die auf ihn einströmten. Er lebte, Scott war bei ihm, er war nicht mehr im Wald, Stiles!

"Stiles...Scott, Stiles er...er ist in Gefahr!" kam es bruchstückhaft durch seinen Hals. "Du musst ihn beschützen! Russel...er will ihn töten!" entgegnete er Scott mit aller Dringlichkeit.

"Hey, es ist alles gut, Derek!" versuchte ihn Scott zu beruhigen. "Stiles geht es gut. Er ist hier, siehst du?" Er deutete mit seiner Hand auf die andere Seite des Bettes. Sein Blick wanderte hinüber und er registrierte nur Sekunden später seinen Gefährten, der vollkommen unversehrt zusammen mit Isaac neben seinem Bett stand und im ein schüchternes "Hey!" entgegen hauchte.

Unbändige Erleichterung durchströmte Derek und ließ ihn nun auch den Rest seiner Umgebung erkennen. Er war in seinem Loft, lag in seinem Bett und war verarztet worden. Stiles ging es gut und er konnte nun auch dafür sorgen, dass es so blieb. Tränen der Freude wollte sich aus seinen Augenwinkeln drängen, doch er hielt sie zurück. Er würde nicht weinen, aber ein erleichtertes Seufzen verließ dennoch seine Kehle.

Allerdings wurde es gleich darauf falsch gedeutet. "Hey, warte." sprach ihn Scott an, als er seine Hand vorsichtig auf Dereks Unterarm legte und ihm einen Teil seines Schmerzes nahm. Er fühlte, wie sich seine Muskeln entspannten und kurz darauf auch, wie sein Verstand wieder dabei war abzudriften. Aber er musste Scott erst noch von der Bedrohung berichten.

"Scott." kam es matt von ihm. Hatte er seinen Augen etwas geschlossen? Träge öffnete er sie wieder. "Russel, ein Omega, will Stiles töten. Er wird ihn suchen. Du musst ihn aufhalten, er ist verrückt geworden und gefährlich." "Ja, natürlich." versicherte Scott ihm. "Aber sag mal, was ist..." fing Scott an ihn zu fragen, doch Derek dämmerte bereits sanft wieder weg und war sofort eingeschlafen vor Erschöpfung.

Als er das nächste Mal erwachte, war es schon wieder dunkel und es war sehr laut um ihn herum. Viele Stimmen drangen auf ihn ein und sie redeten alle durcheinander. Er konnte nur Gesprächsfetzen ausmachen, doch es war ihm klar, dass es das Rudel war. Sie hatten sich wohl alle in seinem Loft breit gemacht und versuchten irgendetwas zu organisieren.

Derek wusste nicht, ob er wirklich wollte, dass sie wusste, dass er wach war, aber da war es auch schon zu spät. Seine Matratze senkte sich auf einer Seite ab und Scott sprach ihn an. "Na, wie geht es dir inzwischen?" Er sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Es würde mir besser gehen, wenn hier nicht so ein Krach wäre." entgegnete Derek ihm direkt. Scott lachte. "Wenn du schon wieder genervt sein kannst, muss es dir ja wesentlich besser gehen."

"Scheiße siehst du trotzdem noch aus!" kam es höchst charmant ein paar Meter von Dereks Fußende entfernt von seinem Onkel. Peter stand mit verschränkten Armen gemütlich gegen einen Pfeiler gelehnt. Augenrollend wollte er eine Erwiderung starten, als Scott ihn unterbrach und damit Peter einfach ignorierte. "Jetzt erzähl uns doch bitte mal, was gestern passiert ist. Warum hat der Kerl dich eigentlich angegriffen?"

Überlegend sah Derek von Scott zu Peter und dann zum Rest des Rudels, dass im Wohnbereich am werkeln war. Gut so, dann würden es nicht alle mitbekommen, ging es ihm beruhigend durch den Kopf. "Ich bin im Wald auf einen alten Bekannten getroffen." fing Derek an. "Ich kenne ihn aus der Zeit nach dem Brand. Er hat vor einigen Jahren seine Frau verloren, seine Gefährtin und das nie verwunden. Es hat ihn verrückt gemacht."

Ein abfälliges Schnauben kam von Peter. Doch Scott zog seine Aufmerksamkeit direkt wieder auf sich. "Und warum hat er dich dann angegriffen?" "Er ist der Meinung, dass ich Schuld am tot seiner Frau bin."

"Und bist du?" fragte Scott unverblümt nach. "Nein." erwiderte Derek fest. "Sie wurde von Jägern getötet."

Das schien Scott als Begründung zu reichen, aber man sah ihm an, dass es immer noch in ihm arbeitete. "Ok, dass ist der Grund, warum er versucht hat dich zu töten, aber was will er dann von Stiles?" fragte er verwirrt. Derek wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Er wollte Scott nichts von dem Bund erzählen, was auch immer das war, aber irgendwas musste er ihm sagen. Also entschied er sich für die halbe Wahrheit. "Er hat Gerüchte gehört, dass ich wieder in Beacon Hills lebe und einen Partner habe. Er will nicht mich, sondern Stiles töten, damit ich das Selbe durchmache, wie er. In seinem Irrsinn hat er wohl vergessen, dass ich das nicht kann, wenn ich tot bin."

"Scheiße, müssen wir ihn stoppen." entfuhr es Scott und er blickte zu Stiles rüber, der gerade eine Decke ausbreitete. Sorge überzog sein Gesicht. Aber bevor er Pläne schmieden konnte, wurde er von Peter unterbrochen.

"Das ist nicht mehr nötig. Ich habe mich schon darum gekümmert." teilte er den Beiden vage mit.

Alarmiert sah Scott auf und fuhr zu Peter herum. "Was soll das heißen, Peter?" fragte er ihn scharf. Der Angesprochene zuckte nur mit den Schultern. "Ich habe das Problem beseitigt. Stiles ist in Sicherheit." Überhaupt nicht glücklich sah Scott ihn an. "Was genau hast du getan?" ertönte nun die Stimme des Alphas und Scotts Augen färbten sich rot. Isaac spitze drüben plötzlich die Ohren, aber die anderen drei bekamen nichts davon mit.

Unbeeindruckt hielt Peter seinem Blick stand. "Ich habe getan was nötig war um unsere kleine Prinzessin dauerhaft zu schützen! Der Kerl wird nie wieder die Möglichkeit haben Stiles zu gefährden." "Peter!" kam es grollend aus Scotts Kehle. "Ich dachte wir hätten darüber gesprochen. Wenn du in meinem Rudel sein möchtest, wird niemand getötet." "Scott." kam es lang gezogen von Peter, als würde er mit einem begriffsstutzigen Kind reden. "Ich habe nie gesagt, dass ich ihn getötet habe. Nur das ich mich um ihn gekümmert habe. Mit dem wie, musst du dich nicht belasten, aber ich kann dir versichern, dass wir ihn nie wieder sehen werden." lächelte Peter stolz.

Scott war anzusehen, dass er Peter am liebsten schlagen würde, aber er hielt sich zurück. Auch Derek war nicht begeistert von Peters Vorgehen, aber es beruhigte ihn dennoch. Er wusste, dass er sich nun um Russel keine Sorgen mehr machen musste und Stiles wirklich in Sicherheit war. Denn Peter erledigte seine Arbeit gründlich.

Bevor Peter noch mehr Unheil verbreiten konnte, kam ein strahlender Isaac in ihre kleine Runde. "Es ist alles fertig." verkündete er. Ergeben stand Scott auf und auch Peter stieß sich von dem Pfeiler ab, an den er sich gelehnt hatte. "Isaac, hilfst du mir mal!" forderte Scott ihn auf und mit einem Nicken stand Isaac auf einmal an Dereks Bett. Verwirrt sah er die Beiden an. "Was habt ihr vor?" fragte er mit leichtem Unbehagen in der Stimme.

"Wir werden dich jetzt ins Wohnzimmer schaffen." erklärte Scott knapp und ohne weitere Erklärungen griff er nach Dereks Arm, Isaac tat es ihm mit dem anderen Arm gleich und sie halfen Derek auf. Schmerzhaft stöhnte er, als sich seine erst leicht verheilten Wunden spannten und seine Arme über die Schultern der Beiden Jüngeren gelegt wurden. Ihm war nicht ganz geheuer, was das sollte und als er an einem breit grinsenden Peter entlanggeführt wurde, war ihm klar, dass es ihm nicht gefallen würde.

Im Wohnraum angekommen sah er, dass Allison, Lydia, Stiles und vormals auf Isaac ein großes Lager aus Kissen Sitzsäcken und Decken auf dem Boden geschaffen hatten. Es sah wahnsinnig gemütlich aus, aber Derek schwante Übles. "Was soll das?" richtete er seine Frage an Scott, mit einem nicht zu überhörenden genervten Unterton. "Rudelkuscheln!" teilte dieser ihm nur freudestrahlend mit und schon wurde Derek in die Mitte des Kissenlagers manövriert. Sein vollkommen entnervtes Stöhnen wurde von den glücklich lächelnden Anwesenden ignoriert.

Nachdem Derek einigermaßen gemütlich und schmerzfrei halb aufrecht saß, dauerte es keine zwei Minuten und das komplette Rudel hatte sich viel zu nahe um ihn herum positioniert. Isaac hatte sich vertrauensvoll von der einen Seite an seinen ehemaligen Alpha gekuschelt und Scott mit Allison im Arm von der Anderen. Peter hatte es sich an seinen Beinen gemütlich gemacht und auch Lydia lag neben seinen Füßen, mit einer Menge Kissen im Rücken. Nur Stiles war befangen stehen geblieben, bis Lydia ihn mit ausgestreckter Hand aufgefordert hatte, zu ihnen zu kommen und er es sich neben ihr bequem gemacht hatte.

Der Fernseher war gegenüber von ihnen aufgestellt worden und überall um sie herum lagen Snacks in Schüsseln verteilt. Augenrollend wollte Derek das Ganze kommentieren, doch er verkniff es sich, als er bemerkte, wie glücklich alle waren. Er ließ es einfach stillschweigend über sich ergehen und musste am Ende feststellen, dass es doch gar nicht so schlecht war, auch wenn er das nie zugeben würde.

Sie schauten mehrere Superheldenfilme und einen Weihnachtsfilm, für deren Auswahl sicherlich Stiles verantwortlich war, aßen viel zu viel und hatten viel Spaß. Stiles lag neben Lydia, in ausreichendem Abstand zu Peter, der sich heute zur Abwechslung mal benahm, Allison war irgendwann nach dem zweiten Film in Scotts Armen eingeschlafen und auch Isaac döste an seiner Schulter.

Und irgendwie hatte Derek nach einiger Zeit das Gefühl, dass seine Wunden gar nicht mehr so sehr schmerzten. War vielleicht doch etwas dran, an diesem Rudelmojo und nicht nur eine clevere Idee von Peter, um sich an Stiles ranzumachen? Und wenn das so wäre, was war denn mit dem was Russel erwähnt hatte? Gab es wirklich gebundene Werwölfe und was bedeutete das?


Ich liebe es wenn das ganze Rudel zusammen liegt und kuschelt. 3 Geht es euch genauso? Na, wer freut sich, dass Derek überlebt hat und wohl auf ist?

Ging euch das mit Russel zu einfach? Ich finde in dieser Situation ist Peters kompromisslose Art richtig passend.

Liebe Grüße

Zira