"Underneath the mask I'm steaming
Wasted on the blood, I'm drinking
I hypnotize my demons
You better watch your back
Yeah
Underneath the mask I'm freeing
Balancing the bones I'm breaking
I paralyze my victims
You better watch your back
"- Royal & the Serpent (Underneath the mask)
Weihnachten und die Weihnachtsfeiertage waren wie im Flug vorbei gegangen.
Tom und ich hatten uns wieder in der Bibliothek immer mal wieder getroffen.
Und gelernt. Meistens in vollkommener Stille. Ab und zu fragte er mich ab. Meistens dann genau die Sachen, die nicht in den Büchern standen.
Und er konnte fies sein. Seine Fragen waren meistens so kompliziert formuliert, dass ich mich wunderte, dass ihn der sprechende Hut nicht in Ravenclaw gesteckt hatte.
...
Ich war auf dem Weg nach Hogsmeade und stapfte durch den frisch gefallenen Schnee.
"Warte, Effy", rief eine dunkle Stimme. Ich hielt inne.
Tom kam angerannt. Er trug eine grüne Mütze, einen Slytherin Schal und eine extrem abgewetzte Jacke. Einen Moment spürte ich Mitleid aufflammen. Mitleid für Lord Voldemort. Weil er anscheinend bettelarm war. Mitleid, weil er niemanden zu haben schien, dem er ernsthaft wichtig war.
Ich konnte es nicht glauben. Ich hatte tatsächlich Mitleid mit Lord Voldemort, weil er arm war. Was stimmte mit mir nicht?
Seine Wangen waren von der Kälte leicht gerötet. Er stützte die Hände auf die Knie und atmete kurz durch. "Entschuldige, Graygrove. Du hast einen alten Mann an der Backe", scherzte er. Ich zog eine Augenbraue nach oben.
"Ich würde Sechzehn nicht als alt bezeichnen", prustete ich.
Tom zuckte mit den Schultern und grinste mich an. In seinen Haaren, die unter der Mütze hervorstanden, waren Schneeflocken gefangen.
Es war schön, ihn so fröhlich zu erleben. Nein halt, Tom Riddle war nie fröhlich. Fröhlich war das falsche Wort. Erfreut traf es wohl eher.
Wir gingen bis zu den Drei Besen und hinein. Bei Tom fragte ich mich schon lange nichts mehr. Ich akzeptierte den Fakt, dass Tom in irgendeiner Form, welcher auch immer, Interesse an mir hatte. Ich machte mir keinerlei Hoffnung, dass es von romantischem Interesse war. Nicht, dass ich wollte, dass er auf diese Art und Weise Interesse an mir hatte!
Tom Riddle konnte nicht lieben.
Also war er nur so nett wegen meines Geheimnisses?
Wir bestellten uns beide ein Butterbier. Als Tom getrunken hatte, hatte er Schaum um den Mund. "Du hast da was", sagte ich schließlich. Riddle schien völlig ahnungslos zu sein und schien es nicht zu bemerken. "Hier", ich deutete auf seinen Mund. Noch immer verwirrt, fragte er, "Wo denn, Graygrove?" Er wischte sich zwar über den Mund, übersah aber eine Stelle.
Ohne groß nachzudenken, beugte ich mich zu ihm rüber und fuhr mit dem Daumen über die Stelle, die nahe an seinem Mundwinkel war. Er erstarrte für eine Sekunde, fing sich aber schnell, packte meine Hand und küsste meinen Daumen.
Das letzte Mal, dass wir uns geküsst hatten, war schon wieder ewig her.
Er war gut in diesem Spiel.
Ich zog meine Hand wieder zu mir zurück. Die Stelle, die er geküsst hatte, prickelte noch immer und ich hatte eine Gänsehaut bekommen.
"Also, Riddle-", begann ich, doch er unterbrach mich. "Tom, mein Name ist Tom" Zum zweiten Mal bat er mich, ihn Tom zu nennen. Ich verzog das Gesicht. Wenn ich ihn öfter Tom nannte, würde ich mir eingestehen, dass Voldemort nicht nur ein mordender Irrer war.
Vielleicht, aber nur ganz vielleicht, hatte er auch Gefühle. Auch wenn die in seinem Fall nur Verachtung und Hass waren, so waren es dennoch Gefühle.
"Dann nenne du mich auch, wie jeder hier, Effy", entgegnete ich. Er hielt kurz inne, ehe er sagte,"Effy ist so plump. Ich mag Graygrove. Außerdem, magst du es insgeheim doch, dass nur ich dich so nenne, oder ist es nicht so?"
Mir fiel der Mund auf. Er war schon ganz schön von sich eingenommen, oder?
"Hör mal zu, Tom. Du denkst vielleicht, dass jede auf dich fliegt. Aber ich tue das nicht!", fuhr ich ihn an. Ich hatte die Arme auf den Tisch aufgestützt und mich zu ihm rüber gebeugt.
Mir stieg sein Duft in die Nase. Der Geruch hatte es ziemlich schnell auf die Top Ten meiner Lieblingsgerüche geschafft.
Er ist Voldemort, sagte die kleine Stimme in meinem Kopf wieder.
Meine Augen blitzten vor Wut. Ich würde mich niemals in so einen aufgeblasenen, arroganten und mordenden Idioten verlieben.
"Das sah aber an Weihnachten anders aus", sagte er sanft und sah mich durch langwimprige, dunkle Augen an. Ich blinzelte verwirrt. Warum stieg er denn nicht auf mein Argument ein?
"Technisch gesehen, habe ich schon längst gewonnen", konterte ich hitzig, "Schließlich habe ich dir deinen ersten Kuss gestohlen, Riddle" Ich hatte mich zu seinem Ohr gelehnt und die letzten Worte verführerisch und langsam geflüstert und hatte extra nicht Tom gesagt. Der Name Tom klang so menschlich, was er überhaupt nicht war.
Riddles Haltung war mit einem Mal total steif. Er ergriff meine Hand. "Das Spiel ist erst vorbei, Graygrove, wenn ich dein Herz gebrochen habe"
Ich schnaubte. "Bei mir gibt es kein Herz zu brechen, ich verliebe mich nie", behauptete ich genervt. Ich war immer noch gereizt von seiner Annahme, ich würde es gut finden, dass er einen Spitznamen für mich hatte.
"Das Spiel ist erst zu Ende, wenn ich gewonnen habe", wiederholte er erneut. Riddles Zeigefinger strich sanft über meine Hand.
...
Tom wusste nicht genau, was er sich dabei gedacht hatte, Graygroves Daumen zu küssen. Es hatte sich so selbstverständlich angefühlt.
Und jetzt gerade, als seine Hand vorsichtig über ihre strich und sie ihn mit blitzenden Augen ansah, regte sich etwas in ihm.
Er musste ihr touché geben. Sie hatte ihm seinen ersten Kuss gestohlen. Nicht, dass ihm das wichtig war. Mädchen waren ihm noch nie wichtig gewesen. Graygrove, sie interessierte ihn auf einer ganz anderen Ebene. Ihre Augen sahen oft aus, als hätten sie zu viel gesehen. Das beruhte wohl auf der Tatsache, dass ihre Familie von Grindelwald ausgelöscht worden war. Trotzdem. Sie hatte manchmal so einen Ausdruck in den Augen, selbst wenn sie ihn anblickte, der sagte, bring mich um.
Sie war ein Rätsel, das er entschlüsseln wollte. Er verstand immer genau, was seine Mitmenschen für Beweggründe hatten, doch ihre verstand er ganz und gar nicht. Weder, dass sie diese widerlichen Drogen nahm und trank, noch dass sie so heiß und kalt ihm gegenüber war.
Ihre Locken schienen mit ihrem Gemütszustand zu korrelieren. Sie standen leicht buschig ab und schienen vor Energie zu vibrieren.
"Du musst dich mit dem Gedanken anfreunden, zu verlieren, Riddle", spottete sie.
Für einen kurzem Moment glitt sein Blick zu ihren pinken Lippen.
"Beruhige dich erst mal, Graygrove. Du ziehst die Aufmerksamkeit des ganzen Ladens auf uns", versuchte er sie zu besänftigen. Und es half. Graygrove-Effy erstarrte und blickte sich nach allen Seiten um, wo alle Leute beendet hatten, was sie taten und sie sie, oder besser gesagt, uns anschauten, ehe sie sich mit einem Seufzer auf den Stuhl zurück sinken ließ.
Tom genoss es, wenn er sie so aufregen konnte. Das bedeutete, er wäre seinem Ziel, ihr das Geheimnis zu entlocken, ein ganzes Stück näher gekommen. Immerhin wirkte das Zuckerbrot auch bei seinen Anhängern besser, als die Peitsche.
Graygrove trank, immer noch eingebockt, ihr Butterbier eilig aus. Als sie fertig war, stürmte sie aus der Gaststätte. Zum Glpck hatte sie für sie beide gezahlt.
Tom stand auf und folgte ihr.
Bald hatte er sie soweit, dass sie den Vorfall im Raum der Wünsche - Seine Hand glitt zu seiner Nase- vergessen würde.
Sie musste es vergessen. Sie wusste definitiv mehr, als sie zugab. Die Art, wie sich ihre Lippen vor Ekel verzogen hatten, als ihr Blick auf seinen Ring gefallen war, war kein Versehen gewesen. Sie wusste etwas. Nur was, das musste er herausfinden.
Gerade, als er zur Tür heraustrat, spürte er etwas kaltes in seinem Rücken. Er fuhr herum. Graygrove stand da und verkniff sich, sehr schlecht wohlgemerkt, ein Lachen.
Tom spürte Wut aufkommen. Dieses dumme, unwichtige Mädchen hatte es geschafft ihn, Lord Voldemort, zu überraschen. Das schrie nach drastischen Maßnahmen. Riddle schwang seinen Zauberstab und ließ auf Graygrove eine ganze Horde Schneebälle fliegen.
"Das ist unfair, Tom!", protestierte sie lachend. "Keine Magie erlaubt", fügte sie hinzu, während sie schon den nächsten Schneeball rollte.
Toms Wettkampfgeist wurde geweckt und er begann ebenso schnell, wie sie, Schneebälle zu formen und auf sie mit tödlicher Präzision zu werfen.
Nach weiteren fünf Minuten trat sie hinter der Hauswand, hinter der sie sich versteckt hatte, hervor und hob die Hände. Aha, sie gab also auf.
Sie ging auf ihn zu und zeigte ihre leeren Hände. Graygrove war etwas außer Atem. Ihre Haare waren ganz nass vom vielen Schnee.
"Weißt du was, Tom?" Ein kleiner Teil in ihm genoss es, sie seinen Namen sagen zu hören. In ihrer Stimme war Humor zu hören.
Er verengte die Augen misstrauisch.
Sie lief ein Stück voraus, er folgte ihr seufzend. "Was weiß ich, Graygrove?", hakte er nach. Wenn Tom etwas hasste, dann wenn er etwas nicht wusste.
Sie drehte sich zu ihm, packte ihn an seiner Jacke und zog ihn mit ihr zusammen nach unten. Ein Gewirr aus Körpern, rollten die beiden einen kleinen Hügel nach unten. Wie das Glück es so wollte, war Tom oben, als sie unten ankamen.
Die beiden schnauften beide schwer. Tom stützte sich mit den Armen auf und nahm sich diesen einen Moment, sie zu mustern.
Ihre Brust hob und senkte sich schnell unter der dicken Wolljacke, die sie trug. Ihre Haare klebten an ihrem Kopf, jetzt komplett durchweicht vom Schnee. Ihre Augen waren vielleicht ihr ausdrucksstärkstes Merkmal. Sie starrten geradewegs und herausfordernd in seine. Ihr Mund, ihre pinken Lippen, waren einen Spalt geöffnet.
Graygrove blickte ihn in Grund und Boden. Sie stand sowas von auf ihn, schloss Tom.
Sie atmeten beide noch immer schwer. Tom stieg ihr Parfum in die Nase. Es war mit Himbeeren und Vanillie. Ohne groß nachzudenken, folgte Tom seinem Instinkt und küsste ihren Hals.
Er begann ganz leicht an der Haut zu saugen. Erfreut stellte er fest, dass obwohl er das zum ersten Mal machte, sie es genießen zu schien, denn sie stöhnte leise. Er küsste hoch bis zu ihrem Ohr und hielt einen Moment inne, als er ihren rasenden Puls unter seinen Lippen spürte.
"So... willig, Effy?", kam er nicht umher zu bemerken. "Halt die Klappe, Riddle und küss mich weiter" Er riss überrascht die Augen auf, als Graygrove ihre Beine um seine Hüfte wickelte und bewegte die Hüften eindeutig zweideutig gegen seine.
Ihre Lippen fanden seine und schwebten einen Moment über ihren, ehe-
"-Ah-häm" Die beiden fuhren auseinander. Professor Kettleburn stand da, die Arme vor der Brust verschränkt und schüttelte verständnislos den Kopf.
"Verlegen Sie Ihre Trocken-Übungen doch bitte woanders hin. Bei Merlins Bart, hier sind Kinder!", stellte der Professor entrüstet und in seiner hohen Stimme fest.
...
Mein Atem ging schnell. Ich löste meine Beine von seiner Hüfte. Tom stand elegant auf und streckte seine Hand aus, um mir aufzuhelfen. Ich ergriff sie und so stand ich kurze Zeit ebenfalls wieder.
Während ich noch immer mein rasendes Herz beruhigen musste, schien Tom es nicht einmal ein wenig mitgenommen zu haben.
Wir blickten einander an. Toms Mundwinkel zuckten. Und ich begann loszulachen, bis mir vor lauter Lachen der Bauch wehtat.
Kurze Zeit später stimmte Tom mit ein. Selbst sein Lachen war perfekt, dachte ich verärgert.
"Und, Tom, sich ein wenig daneben zu benehmen, kann doch Spaß machen, oder?", fragte ich ihn, immer noch atemlos. "Nicht halb so viel Spaß, wie eine gute Note", brummte er. "Also bist du doch ein kleiner Streber?", warf ich in den Raum. Riddle schüttelte den Kopf und grinste mich verschlagen an. "Du stehst doch drauf", murmelte er und zog mich zu sich. Unsere Lippen waren nur noch Millimeter von einander entfernt, als es laut Krach machte, von allen Seiten.
Mehrere laute Geräusche um uns herum. Geschrei. Flüche, die in Wände krachten.
Tom reagierte blitzschnell und drückte mich hinter sich, als ein Fluch auf ihn zugeschossen kam.
Mit einem lässigen Protego hatte er den Fluch abgewehrt.
Ich umklammerte meinen Zauberstab fest und war für einen Moment unfähig, zu handeln. "Graygrove, was tust du denn?", rief Tom, während er sich mit einem dunkel gekleideten Zauberer duellierte.
Ich konnte sehen, dass ihn das Ganze wahnsinnig anstrengte.
Riddle schien schlecht geschlafen zu haben, denn laut Professor Merrythought war er der geborene Duellant.
"Graygrove, pass auf!", brüllte Tom über den Kampflärm hinweg. Ich reagierte gerade noch schnell genug und errichtete einen Schutzwall.
Hier ging es jetzt ums bloße Überleben, da konnte man nicht erst überlegen, welcher Zauber erlaubt war. Durch den Unterricht mit den Dolohovs hatte ich zumindest da ein wenig Erfahrung, was das anbelangte.
Tom und ich standen Rücken an Rücken. Wir schossen Verteidigungszauber und auch dunklere Flüche aus unseren Zauberstäben. Ich zuckte zusammen, als ich einen mit einem schlecht platzierten Stupor doch noch ausschaltete.
Mein Gegner, ebenfalls schwarz gekleidet, knallte endlich, nach fünf Minutens des hin und hers, gegen die Hauswand hinter sich und blieb dort reglos liegen.
"Wer sind die, Riddle?", schrie ich, während ich mich weiter durch mein Angriffszauberarsenal durcharbeitete. "Das müssen Grindelwalds Anhänger sein", brüllte der Erbe Slytherins durch die Kampfgeräusche hindurch.
Dann, so plötzlich, wie sie aufgetaucht waren, verschwanden sie auch wieder mit einem lauten Krachen. Einer war wieder aufgetaucht, um meinen Gegener wohl mitzunehmen und schoss einen Fluch in meine Richtung, den ich nicht abwehren konnte. Ich fiel vornüber und hatte das Gefühl, dass mir jemand in den Magen geschlagen hatte.
Riddle war gleich bei mir und hob den Zauber schnell wieder auf.
Er drehte mich auf den Rücken und seine Hände tasteten meinen ganzen Körper hektisch ab.
"Graygrove, bist du okay?", fragte er mich und drückte weiter auf meinem Körper herum. Als ich mich endlich wieder bewegen konnte, stieß ich seine Hände weg.
"Riddle, es ist alles in Ordnung", protestierte ich schwach. Doch er schüttelte vehement den Kopf und fuhr damit fort, mich abzutasten. "Graygrove, ich weiß nicht, was für ein Fluch das genau war. Du könntest jetzt oder in fünf Minuten tot umfallen! Ich weiß nicht einmal, ob mein Aufhebungszauber gewirkt hat", zischte er und bewegte meine Arme und Beine durch.
"Mir geht es gut, Riddle. Wirklich", beschwichtigte ich ihn und hielt seine Hand fest, die vermutlich noch einmal etwas abtasten wollte. Er erstarrte endlich und atmete laut durch.
Ich hob die Hände. "Siehst du, alles okay!" Endlich nickte er und ließ von mir ab.
"Bist du denn okay?", fragte ich ihn besorgt. Ich konnte nicht glauben, dass ich mir Sorgen um den zukünftigen dunklen Lord machte. Tom nickte. Mir fiel auf, dass er einen Schnitt an der Lippe hatte und seine Jacke mehrere Brandflecken hatte.
"Bist du dir sicher?", hakte ich nach. Toms Augen blitzten für einen Moment rot auf, doch dann murmelte er irgendetwas vor sich hin und nickte mit dem Kopf.
Hogsmeade sah furchtbar aus. Nicht nur, dass von den ganzen Kämpfen eine Art Nebel das ganze Dorf umgab, Fensterläden waren zerbrochen, Löcher in Hauswänden. Es gab ein paar Verletzte unter anderem auch zwei Schüler in einem Jahr unter uns. Professor Kettleburn kam auf uns zugehumpelt. Seine Kleidung war versengt. Der Gebrauch von dunkler Magie lag in der Luft.
"Sie zwei! Liebhaber und Mädchen, helfen den beiden anderen zurück nach Hogwarts. Direktor Dippet wird Sie später zu dem Ganzen sicher auch noch befragen!", ordnete der Professor für Pflege magischer Geschöpfe streng an. Ich wartete schon, dass Riddle sich an dem Liebhaber störte, doch von ihm kam nichts. Tom und ich nickten erschöpft und gingen zu den Schülern.
Einer von ihnen schien ein gebrochenes Bein zu haben, während der andere ein paar Brandwunden im Gesicht hatte.
Auf dem Weg zurück war jeder ruhig und still. Grindelwalds Anhänger waren wirklich so nahe an Hogwarts gegangen. Was bedeutete das? Und was suchte Grindelwald? Tom strauchelte ein paar Mal und hätte den armen Melvin fast mit herunter gerissen.
Im Schloss angekommen, und die armen Schüler bei Madam White abgeliefert, gingen wir auf Dippets Geheiß zum Büro des Direktors.
"Hogwarts", murmelte Tom und wir stiegen die goldene Treppe hinauf. Mir fiel auf, dass Riddle sich am Treppengeländer verdächtig oft festhielt, aber ich kommentierte es nicht. Immer, wenn er dachte, ich würde es nicht sehen, hatte er mir einen finsteren Blick zugeworfen.
"Sie wissen sicher, weshalb ich Sie in mein Büro bestellt habe, nehme ich an?" Tom nickte.
"Sir, die Angreifer waren Grindelwald Gefolgsleute, oder?", fragte Tom mit müder Stimme.
Dippet riss die Augen auf, als hätte er mit dieser Frage nicht gerechnet. "Sir, was wollten die hier? Sie können doch nicht denken, dass sie Hogwarts einnehmen, oder?", wollte ich wissen. Grindelwald... Ich überlegte, war er nicht ebenfalls ein Reinheitsfanatiker? Ich erinnerte mich dunkel an irgendetwas von den Heiligtümern des Todes. In dem Moment ärgerte ich mich, dass ich nicht besser aufgepasst hatte, als Harry uns seine Geschichte erzählt hatte.
"Nun ja, es waren in der Tat Grindelwalds Anhänger. Ich bin nur froh, dass Ihnen nichts passiert ist! Das gibt 50 Punkte für Slytherin und gewiss noch eine weitere Auszeichnung" Tom lächelte charmant, doch er sah aus, als könne er seine Augen nicht mehr offen halten.
Draußen vor dem Büro des Direktors, hielt ich ihn am Arm fest. "Ist wirklich alles okay, Tom?" Sein Blick wanderte von mir zu der Wand hinter mir. Er blickte mir nicht in die Augen. Er lächelte, doch es erreichte seine Augen nicht.
"Klar, Effy", sagte er knapp und ging weg. Und ließ mich verwirrt im Gang stehen.
AN:
Soo. Neues Kapitel. Ich plane, so lange ich noch im Krankenhaus bin, jeden Tag zu updaten, weiß aber nicht, ob ich das auch schaffe! Das Kapitel hat sich leider so gar nicht leicht schreiben lassen. Ich hoffe, dass es sich trotzdem flüssig lesen lässt :)
Ich mag Professor Kettleburn ^^
Würde mich wieder über Votes und Comments freuen :)
Ich hoffe, das Kapitel gefällt :)
LG, H.
