Kapitel 16

Draco hatte geahnt, dass Granger irgendetwas geplant hatte. Sie waren sich nicht zufällig über den Weg gelaufen, sie hatte auf ihn gewartet. Sie hatte nicht irgendeinen verfügbaren Klassenraum ausgesucht, sondern war mit ihm durchs Schloss zum Vertrauensschülerbad gelaufen. Obwohl sie sonst nie schüchtern gewirkt hatte, hatte er trotzdem den deutlichen Rotschimmer auf ihren Wangen bemerkt, als sie die Tür hinter ihnen magisch versiegelte.

Und jetzt das.

Er saß, selbst noch vollständig angezogen, auf einer der großen, überraschend bequemen Liegen am Rande des Beckens, und musste sich bemühen, nicht mit offenem Mund zu starren. Langsam, viel zu langsam, zog Hermine Granger sich vor ihm aus. Ihre Wangen errötet, der Blick abwechselnd auf ihm ruhend und verlegen zum Boden gerichtet, öffnete sie ihre Bluse. Normalerweise fielen sie einfach übereinander her, ohne sich groß Mühe zu geben, sich selbst oder den anderen auszuziehen.

Die Bluse fiel zu Boden und Draco schluckte. Der grüne BH schlang sich auf komplizierte Weise um ihren Körper und gab ihr ein verboten scharfes Dekolletee. Mit ebenso langsamen Bewegungen fuhren ihre Finger über ihre Brüste, den Bauch hinab bis zum Saum ihres Rockes, den sie ebenfalls ganz langsam öffnete. Er glitt an ihren Schenkeln hinab und enthüllte einen passenden Tanga, dessen dünne Schnüre ebenfalls mehrfach um ihren Körper gewickelt waren. Draco musste an sich halten, nicht einfach mit offenem Mund zu starren.

Hermine schwankte leicht, als sie auf einem Bein erst die eine, dann die andere Socke auszog. Schließlich stand sie in nichts als Unterwäsche und der Krawatte ihrer Schuluniform bekleidet vor ihm.

Sie schaute ihm tief in die Augen, während sie den Knoten der Krawatte öffnete. Sein Herzschlag beschleunigte sich. Gebannt schaute er zu, wie sie die Krawatte von ihrem Hals gleiten ließ. Doch statt sie ebenfalls fallen zu lassen, nahm sie sie in beide Hände und hob sie hoch. Immer noch schaute sie ihn direkt an und Draco merkte, dass er nicht wegsehen konnte. Sie leckte sich über die Lippen. Blinzelte langsam.

Dann öffnete sie den Mund, nahm die Krawatte zwischen die Zähne und schnürte sie hinter ihrem Kopf zu einem festen Knoten.

Draco hatte vergessen, wie Atmen funktionierte. Hitze, die nichts mit den schwülen Temperaturen des Bads zu tun hatte, breitete sich in seinem Körper aus.

Vor seinen Augen trat Granger einen Schritt zur Seite und sank auf den Boden. Sie hatte ihre Hände hinter ihrem Rücken verschränkt, beide Hände hielten den jeweils anderen Ellenbogen umklammert. Sie sank zu Boden und legte sich auf den Rücken, die Arme jetzt unter ihr. Langsam öffnete sie ihre Schenkel und winkelte die Knie an.

Bevor er wusste, was er tat, war Draco aufgesprungen und zu ihr getreten. Schwer atmend starrte er auf Hermine hinab. Sie hatte den Kopf leicht schräg gelegt und sah ihn aus großen, vertrauensvollen Augen an.

Wie sie so da lag mit ihren Armen hinter dem Rücken und den komplizierten Schnüren wirkte sie fast wie gefesselt. Als wäre sie nicht länger in der Lage, sich zu bewegen. Ihm ausgeliefert.

Mit klopfendem Herzen sank Draco zwischen ihren Beinen auf die Knie. Sie hatte sich ihm völlig ausgeliefert. Er stützte eine Hand neben ihrem Oberkörper ab, während die andere zwischen ihre Schenkel glitt.

Sie war so unfassbar feucht.

Er hatte sie kaum berührt, da zuckte ihm ihre Hüfte entgegen. Sein Blick wanderte hoch und fand ihren. Lustverschleiert schaute sie ihn an, bettelte förmlich darum, dass er sie weiter berührte. Ihre Brust hob und senkte sich hektisch und er merkte, dass sein eigener Atem viel zu schnell ging.

Er ließ seine Finger wieder über sie streichen, mit mehr Druck diesmal. Ein tiefes Stöhnen, kaum gedämpft durch den Knebel, war sein Lohn.

Zitternd ballte er seine Hände zu Fäusten. Verstand sie überhaupt, was sie gerade mit ihm anstellte? Hatte sie irgendeine Vorstellung davon, wie es in ihm aussah?

Sie öffnete ihre Beine noch ein Stück weiter.

Und plötzlich hatte Draco verloren. Er konnte ihr nicht widerstehen. Er konnte einfach nicht. Mit fahrigen Händen riss er an seiner Hose, öffnete sie und zog allen störenden Stoff beiseite. Er musste sie spüren, jetzt, sofort. Mit einem Ruck zerriss er ihren Tanga. Hart packte er ihre Hüfte und hob sie an. Er nahm sich nicht die Zeit, sie vorzubereiten oder zu warnen. Mit einem harten Stoß versenkte er sich tief in ihr.

Ein lautes Stöhnen erklang von Hermine, doch er hörte es kaum. Sie war so unfassbar feucht und heiß und willig. Er nahm ihre Schenkel und schlang ihre Beine um seine Hüfte. Dann beugte er sich vor und packte mit beiden Händen ihre Brüste. Wieder stöhnte sie auf und diesmal bewegte sie leicht ihre Hüfte.

Gierig knete er ihre Brüste, beugte sich hinab, um sein Gesicht zwischen ihnen zu vergraben. Ihr kleiner Körper fühlte sich so warm und weich an. Und noch immer hatte sie ihre Arme hinter dem Rücken verschränkt.

Er ließ von ihren Brüsten ab und richtete sich wieder auf. Egal, ob sie bereit war oder nicht, er konnte nicht länger warten. Fest umklammerte er ihre Hüfte mit seinen Händen. Er zog sich zurück und versenkte sich wieder in ihr. Immer und immer wieder, mit langen, harten Stößen versenkte er sich in ihr und gab sich ganz dem Gefühl ihrer heißen, feuchten Enge und dem Gefühl ihrer inneren Wände, die sich so perfekt um seinen Schwanz schmiegten, hin.

Wie von selbst wurden seine Bewegungen schneller. Er hörte am Rande ihr Stöhnen und wusste, dass es Erregung war, die aus ihr sprach. Doch seine Wahrnehmung war auf diesen einen Punkt, wo ihre Körper miteinander verschmolzen, gerichtet. Immer schneller stieß er in sie, doch es war nicht genug. Er brauchte mehr.

Mit einem Grollen ließ er von ihr ab. Packte sie, drehte sie um und hob ihren Hintern hoch. Eine Hand lag auf ihrem Rücken, so dass ihre Brust und ihr Gesicht auf den Boden gepresst wurden, die andere krallte sich in ihre Hüfte. Und dann war er wieder in ihr. Versenkte sich tiefer als zu vor in sie. Das war richtig. Das fühlte sich richtig an.

Nichts anderes zählte mehr. Es gab nur noch ihn und das perfekte Gefühl. Gewaltsam stieß er in sie, jetzt beide Hände an ihrem Hintern, um sie festzuhalten. Er wusste, dass er blaue Flecke hinterlassen würde, doch es war ihm egal. Grangers Haare lagen wild um ihren Kopf und ihr Mund, der noch immer von der Krawatte geknebelt war, stand weit offen. Es war schon lange kein Stöhnen mehr, was sie von sich gab. Er konnte es in ihrem Gesicht lesen, in der Art, wie sie angestrengt die Augenbrauen zusammengezogen hatte. Sie kämpfte darum, ihm zu geben, was er sich nahm.

Wut stieg in ihm auf. Aus dem Nichts überrollte sie ihn und trieb sein Tempo in die Höhe. Er ließ sich nach vorne fallen, auf sie, und packte mit einer Hand ihre Haare. Zog ihren Kopf ein Stück zurück und brachte seinen Mund direkt an ihr Ohr. „Wolltest du das, ja? Hast du dir das so vorgestellt? Nichts als eine Puppe, mit der ich mich vergnüge?"

Er schlängelte seine Arme unter sie und krallte sich mit beiden Händen in ihre Schultern, ohne seine Bewegungen zu unterbrechen. Als hätten seine Worte etwas in ihr ausgelöst, begann die kleine Frau unter ihm plötzlich zu wimmern.

Und dann spürte er das inzwischen so vertraute Zucken in ihrem Körper und die inneren Wände, die sich enger um seinen harten Schwanz schlossen. Fluchend vergrub er sein Gesicht in ihrer Lockenmähne, während sein eigener Orgasmus ihn überrollte. Mit einem letzten Stöhnen brach er auf ihr zusammen.

Zwei Atemzüge lang blieb er auf ihr liegen, dann rollte er sich zur Seite und legte beide Arme über sein Gesicht. Er spürte, wie immense Erleichterung all seine Muskeln weich werden ließ. Als würde eine Anspannung, die er viel zu lange gehalten hatte, von ihm weichen.

Doch hinter der Erleichterung folgte sofort ein anderes, viel weniger angenehmes Gefühl.

Mit einem Schwung setzte er sich auf und schaute zu Granger, die immer noch neben ihm am Boden lag. Ein zufriedenes Lächeln lag auf ihren Lippen, während sie zu ihm hochsah.

„Was bei Merlin war das?", verlangte er zu wissen.

Ihr Lächeln verblasste. „Guter, harter Sex?"

Sie hatte ihn absichtlich provoziert. Jetzt, wo die Erregung nachgelassen hatte, ging ihm endlich ein Licht auf. Sie hatte genau das hier gewollt. Am liebsten hätte er sie gepackt und geschüttelt, doch stattdessen ballte er die Fäuste. „Das wolltest du also?"

Sie schien zu spüren, dass er nicht glücklich war. Vorsichtig, als würde ihr Körper wehtun, richtete sie sich neben ihm auf. „Ist das schlimm?"

„Fuck, Granger!" Er schrie beinahe, so wütend war er. „Du kannst nicht … hast du irgendeine Vorstellung … du bist so verflucht naiv!"

„Naiv?"

Sie hauchte das Wort nur, als hätte er sie tief getroffen. Ihre rehbraunen Augen, die ihn vorher so offen angeschaut hatten, füllten sich plötzlich mit Tränen. Stöhnend vergrub Draco das Gesicht in seinen Händen. Verstand diese Frau wirklich gar nichts? Warum fing sie jetzt an zu heulen?

„Ich dachte … ich dachte, du willst das auch", flüsterte sie leise, während Tränen ihre Wangen runterrannen. „Du hast doch … ich hab dich doch zu nichts gezwungen. Warum bist du so wütend? Ich wollte doch nur …"

Zornig packte er sie an den Schultern. „Was wolltest du nur, hm? Was war denn an unserem Sex vorher so verkehrt? Hat dir das nicht ausgereicht? Willst du es unbedingt drauf ankommen lassen?"

Sie starrte ihn einfach nur aus großen, angsterfüllten Augen an. Fluchend ließ er sie wieder los. Genau das war doch das Problem. Sie war das Problem und sie verstand gar nichts. Sie dachte nicht nach.

„Vergiss es", knurrte er. „Es ist besser, wenn wir das hier sein lassen."

Mit zitternden Händen zog er sich wieder an und stand auf. Er hatte sein Bestes gegeben, aber sie war blind. Sie verstand ihn nicht und sich selbst nicht und er würde nicht der Dumme sein, der am Ende für alles verantwortlich war.

Ohne sie eines weiteren Blickes zu würdigen, drehte er sich um und floh aus dem Bad.