Guten Morgen meine Lieben,
bei mir ist es heute wieder spät geworden, deshalb gibt es erst jetzt das neue Türchen. Allerdings liegt es auch daran, dass die Kapitel irgendwie immer länger werden. Die Jungs scheinen mich echt im Griff zu haben. '^^ Mal schauen, ob ich da wieder raus komme.
Viel Spaß beim Lesen!
Gebunden und am Arsch
Kurzfristig war dann aus dem gemütlichen Rudelkuschel-Abend eine Rudelkuschel-Übernachtung geworden. Alle waren so entspannt und glücklich, dass keiner nach Hause wollte und man sich einfach an Ort und Stelle schlafen gelegt hatte. Eventuell war auch das übermäßig verzehrte Essen daran Schuld gewesen, dass keiner der Anwesenden mehr die Ambition aufbrachte sich aufzuraffen und in die Kälte rausgehen zu wollen.
Dereks angebrachter Protest, dass er sein Loft gerne wieder für sich hätte oder zumindest alleine in seinem eigenen Bett schlafen wollte, wurde kurzer Hand abgeschmettert mit dem Argument, er bräuchte die Nähe des Rudels für seine Heilung.
Er hatte zwischenzeitlich mit dem Gedanken gespielt einfach aufzustehen und rüberzugehen, aber seinen Wunden hielte in davon ab. Jede unnötige Bewegung schmerzt immer noch höllisch und das Gewebe war auch noch nicht vollständig wieder zusammen gewachsen. Es musste wohl an dem großen Blutverlust liegen, dass es etwas dauerte. Sein Körper schien die Priorität zu haben, erst Blutkörper nachbilden zu müssen und sich danach um verletztes Gewebe zu kümmern.
Aber irgendwann entschied sich Derek, dass es ok war. Denn das kollektive Geschmuse erinnerte ihn an vergangene Zeiten, an die Zeit vor dem Brand, an seine Familie. Wieder so viele Menschen um sich zu haben, die für ihn da waren und ihn liebten, sorgte für ein warmes geborgenes Gefühl in seinem Innern.
Womit er allerdings nicht gerechnet hatte, war die Konstellation des Rudels, als er wach wurde. Als erstes spürte er auf seiner Brust das Gewicht einer anderen Person. Er öffnete seine Augen und sah einen ihm nur allzu bekannten Haarschopf. Stiles lag mit seinem Gesicht in Dereks Halsbeuge vergraben, hatte einen Arm über seine Brust gelegt und eins seiner Beine zwischen Dereks platziert. Isaac lag immer noch an seiner anderen Seite, allerdings inzwischen mit dem Rücken an Peters Brust und auch von dessen Armen umschlungen. Dereks Augenbrauen hebten sich. Eine interessante Überraschung, ging es ihm durch den Kopf.
Scott, war durch Stiles etwas von ihm abgedrängt worden und umarmte seinerseits Allison, die Händchen haltend und mit zugewandtem Kopf neben Lydia lag. Ein kurzer Blick in die Runde zeigte Derek, dass alle andere noch schliefen und so gestattete er sich diesen Moment zu genießen. Es war ein wahnsinnig beruhigendes Gefühl all diese vertrauten Personen um sich zu haben und er spürte, wie dieses dunkle, gierige Etwas in seinem Innern nur noch ein kleiner Punkt war. So klein, dass er es übersehen könnte, wenn er nicht genau in sich schauen würde.
Allerdings war er sich bewusst, dass dies hauptsächlich an Stiles lag. Es war im schon im Verlauf des letzten Abends aufgefallen. Je näher Stiles ihm war, desto ruhiger war sein Innerstes. Wenn er aufstand um Nachschub aus der Küche zu holen oder auf die Toilette zu gehen, kam es Derek vor, als wenn dieses Etwas automatisch seinen Kopf hob und sich umsah, ob es einen Grund sah hervorzukommen. Aber wenn Stiles wieder da war, schien es sich direkt wieder schlafen zu legen. Stiles besänftigte es und Derek war sich nicht sicher ob ihm das gefiel. Immerhin war sein Entschluss, dass er sich von Stiles fern halten würde, was scheinbar seinem Innersten allerdings die Möglichkeit gab ausbrechen zu können.
Und dann war da noch die Sache mit den gebundenen Werwölfen, die ihm einfach keine Ruhe ließ. Nur woher sollte er dazu Informationen bekommen? Sollte er vielleicht Deaton fragen, immerhin wusste der Druide sehr viel über Werwölfe? Oder blieb ihm am Ende nichts anderes übrig als Peter nach seinem Wissen zu fragen? Es störte ihn, dass er so viel über sich selbst nicht wusste. Es war zwar verständlich, da diejenigen, die es ihm hätten beibringen können, früh gestorben waren, aber ärgern tat es ihn trotzdem.
Derek wurde aus seinen Gedanken gerissen, als er bemerkte, dass langsam wieder Leben in das Rudel kam. Da er sich nicht von Stiles losgemacht hatte, gab er vor noch zu schlafen, als dieser sich regte. Er konnte ganz genau verfolgen, wie geborgen sich Stiles fühlte, als er aufwachte und er den vertrauten Körper unter sich wahrnahm. Aber auch, wie er erschrocken zusammenzuckte, als er realisiert auf wem er lag und dann versuchte sich so vorsichtig wie möglich von Derek zu entfernen. Überraschend versetzte es Derek einen Stich, als Stiles sich sofort von ihm zurückzog und er eine leichte Brise Traurigkeit von ihm aufschnappte.
Doch lange blieb ihm nicht darüber nachzudenken, denn im nächsten Moment krabbelte ein panischer Isaac über ihn, der beim Aufwachen wohl bemerkt hatte, wer ihn so beschützend im Arm hielt. Dadurch wurden dann auch alle anderen wach, denn Isaac stieß auf seiner Flucht auch gleich gegen Scott, wodurch auch Allison und Lydia wach wurden. Stumm, mit weit aufgerissenen Augen starrte Isaac über Derek hinweg zu Peter, der sich gerade genüsslich streckte. "Fang wieder an zu atmen, Kleiner. Ich hab deinem jungfräulichen Hintern nichts angetan und wenn, dann hättest du es auf jeden Fall mitbekommen." teilte Peter Isaac mit einem Zwinkern mit. Der wiederum knall rot anlief und weiterhin erstarrt blieb.
Scott, Allison und Lydia hatten nicht wirklich etwas davon mitbekommen, während Stiles nur am Rand des Lagers stand und mit dem Kopf schüttelte.
Nachdem alle eine Katzenwäsche hinter sich hatten, immerhin hatte ja niemand etwas für eine Übernachtung mitgebracht, gab es Frühstück aus den Resten vom Vorabend, die von Stiles und Allison in der Küche noch einmal schmackhaft gemacht wurden. Dabei war es interessant zu beobachten, dass Isaac tunlichst vermied Peter anzusehen und jedes Mal rot wurde, wenn Dereks Onkel etwas sagte. Die Gedanken des Betas waren viel zu leicht zu durchschauen.
Über das ganze Frühstück hinweg kehrten Dereks Gedanken immer wieder zu den gebundenen Werwölfen zurück und sein Blick suchte mehr als einmal Stiles, der glücklicherweise nichts davon bemerkte. Konnte es wirklich sein, dass Stiles und er auf einer anderen Ebene miteinander verbunden waren und was hieß das dann für sie? War es möglich, dass Derek irgendwann wie Russel würde ohne Stiles? Oder war das alles nur wirres Geschwätz eines Verrückten? Diese Fragen ließen ihn einfach nicht los und so traf er eine weitere Entscheidung.
Bereits kurze Zeit nach dem Frühstück herrschte Aufbruchsstimmung. Der Wohnraum und die Küche waren aufgeräumt worden, während Derek die Anweisung hatte, nicht den Hintern von der Couch zu bewegen. Eine Anweisung von Stiles, der allerdings ansonsten vermieden hatte, Derek anzusehen oder anzusprechen. Es zeigte Derek erneut, wie wichtig er dem Jüngeren war.
"Peter, ich möchte noch etwas mit dir besprechen." hielt er den Älteren zurück, als er als Erster gehen wollte. Nacheinander verabschiedeten sich alle, wobei Stiles Derek mit einem skeptischen Blick bedachte, bevor er das Loft verließ.
Ohne lange Umschweife, kam er direkt zum Punkt. "Was weißt du über gebundene Werwölfe?", fragte er den Älteren Werwolf, der mit verschränkten Armen vor der Couch stand. "Gebundene Wölfe?" fragte Peter überrascht zurück. "Wo hast du denn das aufgeschnappt?" "Das ist nicht weiter wichtig. Also was weißt du darüber?" wiegelte Derek die Fragen ab.
"Ach, ich weiß schon." gab Peter zurück und auf seinem Gesicht breitete sich ein wissendes Lächeln aus. "Es war Russel oder? Jetzt macht es auch Sinn. Es war nicht einfach nur seine Frau, die von den Jägern getötet wurde, sondern seine Gefährtin. Ja, ich hab mal davon gehört, dass man dadurch verrückt werden kann. Eigene Dummheit, wie kann man sich überhaupt binden?" fragte er rhetorisch.
"Also weißt du etwas darüber?" "Und was bekomme ich dafür?" fing Peter an zu feilschen. "Ich werde dir nicht deine Kehle rausreißen, wenn ich wieder fit bin, nachdem du dich an Stiles rangemacht hast." kam es grollend von Derek.
"Ich sehe schon, dass wird mit dir wieder nichts. Du bist wirklich langweilig, Neffe." Ein Knurren entstieg Dereks Kehle, doch bevor er eine weitere Drohung aussprechen konnte, redete Peter weiter. "Aber ich will heute mal nicht so sein. Immerhin kann das Ganze ja auch mir schaden."
Peter legte eine Kunstpause ein und schritt auf und ab. "Mal sehen, wo fangen wir am Besten an." Er stellte Dereks Geduld erneut auf die Probe und schien sich dabei sehr gut zu amüsieren. Derek bettete innerlich für Geduld, denn wenigstens war sein Onkel in mitteilsamer Stimmung.
"Es gibt da diese Überlieferung, dass es für jeden Werwolf einen perfekten Partner geben soll. Wenn du mich fragst, ist das allerdings vollkommener Schwachsinn. Als wenn wir kleine Teenager-Girlies wären und auf unseren Prinzen warten würden." Ein abfälliges Schnauben von Peter erklang, während Derek genervt aufstöhnte.
"Naja, jedenfalls soll es so sein, dass man einen Bund mit seinem Partner eingehen kann, wenn man ihn gefunden hat. Allerdings unter der Voraussetzung, dass beide es auch wirklich wollen. In diesem Fall soll es die Macht des Werwolfs verstärken, die Gefährten könnten sich gegenseitig spüren und sich Kraft geben."
"Und du hast schon mal von jemandem gehört, der diesen Bund eingegangen ist?" fragte Derek begierig. Peter stoppte in seiner Bewegung und sah Derek intensiv an. "Ja, dass habe ich und ich bin mir ziemlich sicher, dass du auch in dieser Zwickmühle feststeckst." Das machte Derek hellhörig. "Wie kommst du darauf?"
"Ach bitte, spiel hier nicht den Dummen, Derek! Wir beide wissen doch ganz genau, dass du dem kleinen Stiles verfallen bist und das diese ganze tragische Trennungsgeschichte nur Schwachsinn ist. Du gierst nach unserer Prinzessin und dir geht es scheiße, seit er nicht mehr in deiner Nähe ist. Und fang gar nicht erst an es abzustreiten. Ich kann es riechen." Derek war wie überfahren. Woher wusste Peter das nun schon wieder?
"Ich sag es dir jetzt ganz klar. Du hast dich an Stiles gebunden, so unvorstellbar diese Vorstellung auch ist. Allerdings habt ihr die Bindung noch nicht besiegelt und durch deinen idiotischen Versuch Stiles vor dir selbst zu schützen, steht die Bindung auf der Kippe. Wenn sie bricht, kann es sein, dass du wie der gute Russel wahnsinnig wirst und dann will ich nicht in deiner Nähe sein. Also bekomme dich in den Griff und vervollständige die Bindung. Ich habe nämlich keine Lust wieder ein Omega zu werden!"
Die Gedanken rasten durch Dereks Kopf. Es war also wirklich war. Es gab diese Bindung und er war sie mit Stiles eingegangen. War dieses dunkle Etwas, dass an ihm zerrte, etwa der Wahnsinn von dem Peter sprach? Konnte es wirklich sein, dass er verrückt werden würde, wenn er Stiles von sich stieß? Und was hatte das für Auswirkungen auf Stiles? Würde ihn als Mensch der Bruch der Bindung auch schaden?
"Wie sieht es mit Stiles aus? Was passiert mit ihm?" war Dereks drängendste Frage. "Da Stiles ein Mensch ist, bleibt er größtenteils verschont. Wahrscheinlich wird er in seinem Leben nie wirklich glücklich werden, aber das ist ja wohl keine große Sache." gab Peter augenrollend zurück.
Stiles würde niemals glücklich werden? flammte es in Dereks Verstand auf. Hatte er Stiles also schon längst nachhaltig geschadet ohne es wirklich mitbekommen zu haben? War also alles was er gerade versucht vollkommen sinnlos? Aufstöhnend rieb sich Derek über sein Gesicht. "Und was passiert, wenn ich den Bund mit ihm eingehe? Und wie läuft das überhaupt ab?"
"Dann lebt ihr glücklich bis ans Ende eurer Tag und werdet mir für immer auf die Nerven gehen." kam es angepisst von Peter. Derek konnte sich aber auch dumm stellen. Ein leidender Blick seines Neffen traf ihn und ließ ihn erweichen. "Ihr habt bei dieser Sache überhaupt keine Wahl. Einmal mit dem richtigen Partner eine Beziehung eingegangen, muss der Bund geschlossen werden, sonst endet es in Blutvergießen." Derek nickte zum Zeichen seines Verstehens.
"Und wie schließt man nun diesen Bund?" fragte er erneut. "Du musst ihn beißen." antwortete Peter kurz. Geschockt weiteten sich Dereks Augen. "Ich kann Stiles nicht beißen." "Natürlich kannst du das." entgegnete Peter fest. "Du bist kein Alpha, also ist dein Biss gefahrlos für Stiles. Er wird durch eure Verbindung auch schneller heilen, so dass die Wunde eh nicht lange da sein wird." Derek musste eingestehen, dass Peter recht hatte. Stiles würde durch einen einfachen Biss von ihm nichts geschehen.
"Ist das alles?" fragte er sicherheitshalber nach. "Ich muss ihn nur beißen, sonst nichts?" "Naja," und da war es wieder, Peters patentiertes spitzbübisches Grinsen, "eine Kleinigkeit gäbe es da noch. Du musst ihn während seines Höhepunktes beißen und zwar in den Nacken." Peters Grinsen wurde anzüglich und Derek verbot sich daran zu denken, was seinem Onkel gerade durch den Kopf schoss.
Er sollte Stiles beim Sex beißen? Na das konnte ja was geben. Selbst wenn er den Bund besiegeln wollen würde, musste er erst einmal Stiles für die Idee erwärmen, sich beißen zu lassen und das konnte ja nichts werden. Stiles vertrat eine klare `kein beißen Politik´. Sie waren am Arsch!
Was denkt ihr, wird es mit den Beiden noch was? Würde Stiles sich von Derek beißen lassen?
Gibt es hier eigentlich Isaac x Peter Fans?
So jetzt geht´s für mich auch endlich ins Bett.
Liebe Grüße
Zira
